Kunst & aktuelle Ausstellungen

Alexander Kluge, Blick in den Abgrund der Sterne, 2017, Alfred Edel, Lieblingsschauspieler von Alexander Kluge und Christoph Schlingensief als Galaktischer Kämpfer gemalt von Margrit Sickert, Aus: Blick in den Abgrund der Sterne Filmstill, 11 Minuten © Kairos Film und Margit Sickert.

Alexander Kluge, Blick in den Abgrund der Sterne, 2017, Alfred Edel, Lieblingsschauspieler von Alexander Kluge und Christoph Schlingensief als Galaktischer Kämpfer gemalt von Margrit Sickert, Aus: Blick in den Abgrund der Sterne Filmstill, 11 Minuten © Kairos Film und Margit Sickert.

Alexander Kluge: Das Pluriversum des Vorzeigeintellektuellen im Museum

Soeben ist die Ausstellung „Alexander Kluge. Pluriversum“ im Museum Folkwang in Essen zu Ende gegangen. Ab Juni 2018 macht sie im Belvedere 21 in Wien Station. Um die Wartezeit bis zur erneuten Präsentation etwas zu verkürzen hier ein kleiner Rückblick auf die Ausstellung in Essen und ein inhaltlicher Ausblick auf den Kunstsommer in Wien mit Alexander Kluge.

Wien, Belvedere 21: 6.6.–30.9.2018

Victor Hugo. Der schwarze Romantiker

Tuschezeichnungen des französischen Romanciers

Zeit seines Lebens stellte Victor Hugo nur ein einziges Mal – 1859 am Salon – aus, empfand sich weder als bildender Künstler noch wollte er eine Verbindung von Grafik und Literatur herstellen. Als „Als „Zeitvertreib zwischen zwei Strophen“, tat er sein Tun sogar ab. Er kokettierte mit seinem Dilettantismus, obwohl er in Wirklichkeit gut zeichnen konnte und sich seiner Mittel wohl bewusst war, vermutet Ivan Ristić, Kurator der Ausstellung. Dennoch wurde Victor Hugo als Zeichner respektiert und galt den Surrealisten um André Breton sogar als Vorbild!

Wien, Leopold Museum: bis 15.1.2018

Carmen Herrera. Pionierin der geometrischen Abstraktion

„Lines of Sight“ im K20

Carmen Herrera (* 1915), Pionierin der geometrischen Abstraktion und lange verkannte Künstlerin, wird in einer umfangreichen Retrospektive im K20 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen dem deutschsprachigen Publikum vorgestellt. 2004 präsentierte die New Yorker Galerie Latincollector Carmen Herrera erstmals im Rahmen der Gruppenausstellung „Concrete Realities: Carmen Herrera, Fanny Sanín and Mira Schendel“. Die Aufmerksamkeit für ihre Werke wuchs derart, dass im Folgejahr der Künstlerin eine Einzelausstellung gewidmet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Carmen Herrera bereits 89 Jahre alt und hatte schon acht Jahre keinen Pinsel mehr angerührt. Vom ungeahnten Erfolg beflügelt, begann Carmen Herrera 2006 wieder zu malen und tut dies bis zum heutigen Tage im beachtlichen Alter von 102 Jahren.

Düsseldorf: K20, bis 8.4.2018

 

Der Blick in die Zukunft im MAK

Gerald Bast und Peter Weibel kuratierten eine Ausstellung zu den Herausforderungen des Digital Age

Der zweite Teil der Jubiläumsausstellung „150 Jahren Universität für angewandte Kunst Wien“, der in der oberen MAK-Ausstellungshalle zu sehen ist, richtet den Blick in die Zukunft von Kunst, Bildung und Gesellschaft. „Die Ausstellung soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass das 21. Jahrhundert nicht nur eine technologische Revolution von historisch einmaliger Dimension bringt, sondern auch ein Jahrhundert der Kreativität sein wird“, sagt Rektor Gerald Bast, der diese gemeinsam mit ZKM-Vorstand Peter Weibel kuratierte.

Wien: MAK, bis 15.4. 2018


12. Januar 2018
Cecil Beaton, Pablo Picasso, rue La Boétie, Paris, 1933 © The Cecil Beaton Studio Archive at Sothenby’s

Pablo Picasso 1932 – Liebe, Ruhm, Tragödie Marie-Thérèse Walter als träumendes Mädchen

Pablo Picasso nannte das Jahr 1932 das „Wunderjahr“: Das Musée Pablo Picasso und die Tate Modern analysieren alle 12 Monate – ein Monat nach dem anderen. Was erlebte Picasso zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 1932, und wie beeinflusste das seine künstlerische Produktion?
14. Dezember 2017
James Rosenquist, F-111, 1964/65 Öl/Lw und Aluminium (mehrbahnige Rauminstallation) 304,8 × 2621,3 cm (The Museum of Modern Art, New York Purchase Gift of Mr. And Mrs. Alex L. Hillman and Lillie P. Bliss Bequest (both by exchange), 1996) © Estate of James Rosenquist/VG Bild-Kunst, Bonn 2017 Foto: Courtesy of the Estate of James Rosenquist, Installationsansicht in der Leo Castelli Gallery, 1965 (kolorierte Fassung nach dem Originalfoto)

James Rosenquist: Eintauchen ins Bild oder amerikanischer Größenwahn? Posthume Retrospektive im Museum Ludwig Köln

Die riesigen Leinwandarbeiten und Rauminstallationen des amerikanischen Pop-Art Künstlers James Rosenquist (1933–2017), welche aktuell in der ersten posthumen Ausstellung des Künstlers im Kölner Museum Ludwig gezeigt werden, sind schlichtweg überwältigend – im positiven wie im negativen Sinne.
10. Dezember 2017
Thomas Bayrle, $, 1980. Karton, Miniaturautos. Privatsammlung. Foto: © Wolfgang Günzel

Thomas Bayrle im MAK „Wenn etwas zu lang ist – mach es länger“ verwebt Exponate mit Bayrle's Werk

Thomas Bayrle (* 1937) stellt erstmals in Österreich aus. Das Österreichische Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, kurz MAK, lädt den deutschen Künstler ein, Objekte der Sammlung mit eigenen Werken interagieren zu lassen. Bayrle begrüßt das Publikum mit einem überdimensionalen iPhone, bestehend aus unzähligen kleinen iPhones, denn sein Werk lässt sich zwischen Kommunikationsdesign, Individuum und Gesellschaft verorten. Den Titel entlehnte er dem Designer und Architekten Eero Saaringen (1910–1961), um Objekte in der MAK-Säulenhalle, dem MAK DESIGN LABOR, der MAK GALERIE und MAKSchausammlung Gegenwartskunst miteinander zu verweben. Bayrles Interpretation von „Social Fabric“, soziale Verflechtungen, lehnt er an die Kunst des Webens an.
29. November 2017
Georg Eisler, Espresso B, Detail, 1982, Öl/Lw (Museum der Moderne Salzburg, Schenkung des Georg und Alice Eisler-Stiftungsfonds für bildende Künstler und Komponisten, © Bildrecht, Wien 2017, Foto: Rainer Iglar)

Georg Eisler. Welt-Anschauung Leben und Werk des österreichischen Malers

Georg Eisler (1928–1998) gehörte zu den wenigen österreichischen, jüdisch-stämmigen Künstlern, die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder nach Wien zurückkehrten. Als Vertreter einer expressiven und vor allem figurativen Richtung wurde der Maler und Grafiker auch als Bühnen- sowie Kostümbildner, vor allem aber als Aktzeichner geschätzt.
20. November 2017
Michelangelo, Unvollendeter Karton für eine Madonna mit Kind, Detail, 1525–1530, Schwarze und rote Kreide, weiße Gouache, Blatt 54.1 x 39.6 cm (Casa Buonarroti, Florenz 71F SL.6.2017.12.7)

Michelangelo Zeichnungen im Metropolitan Museum „Göttlicher Zeichner und Entwerfer“

Wer dem „Genie“ von Michelangelo Buonarroti (1475–1564) nahekommen möchte, möge sich mit seiner Zeichenkunst beschäftigen, empfiehlt das Metropolitan Museum, New York. Hier zeigt sich seine ungebrochene Innovationskraft, sein Kunstverständnis, seine Erfindungen über die Gattungsgrenzen hinaus. Schon zu seinen Lebzeiten wurden Zeichnungen zunehmend als authentische, persönliche Formen des Ausdrucks wertgeschätzt und gesammelt.
6. November 2017
Hieronymus Bosch, Weltgerichts-Triptychon, um 1490–um 1505, Öltempera auf Eiche © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Hieronymus Bosch zieht um: Akademiegalerie Wien zu Gast im Theatermuseum Von Cranach bis Füger, Bosch tritt auf & Thomas Ender in Brasilien

Neuaufstellung der Akademiegalerie Wien: von Cranach bis Füger: Die Ausstellungsfläche im Theatermuseum lädt ein zum Durchwandern von sechs Jahrhunderten europäischer Malereigeschichte sowie einer ersten Präsentation zu Thomas Enders aquarellierten Zeichnungen der Überfahrt nach Brasilien (1817).

Zitat und Bild der Woche

Nichts kann der beste Künstler denken sich, Das nicht in einem einz'gen Marmorsteine Umschrieben wär, und dies ergreift alleine Die Hand, die seinem Geist dient williglich.

Michelangelo, Beginn von Sonett 151 "Non ha l'ottimo artista" (Übersetzung Hugo Friedrich)

 

Kunst-News

13. Januar 2018
Franz West, Gruppe mit Kabinettensemble 8 Skulpturen, 2001 (© Franz West - Centre Pompidou Dist. RMN-GP © Ph. Migeat 1)

Ausstellungen im Centre Pompidou 2018 Witebsker Avantgarde und Kubismus, Retrospektiven zu Sheila Hicks, David Goldblatt, Franz West

Die beiden historischen Ausstellungen mit der größten internationalen Strahlkraft sind zweifelsfrei „Chagall, Lissitzky, Malewitsch. Die russische Avantgarde in Witebsk (1918–1922)“ (ab 28.3.) sowie „Der Kubismus“ (ab 17.10.). Drei groß angelegte Retrospektiven ergänzen das Jahresprogramm des Centre Pompidou 2018: Die amerikanisch-französische Textilkünstlerin Sheila Hicks (ab 7.2.), der südafrikanische Dokumentationsfotograf David Goldblatt (ab 21.2.) und der bereits verstorbene österreichische Objektkünstler Franz West (ab 12.9.) werden in Überblicksausstellungen geehrt.
11. Januar 2018
Reena Spaulings, Ohne Titel, 2005, Plastiktüte, Stoff, Aluminium, 90 x 152 cm (Courtesy Sammlung Alexander Schröder © Reena Spaulings)

Ausstellungen im mumok 2018 Gironcoli, Caramelle, Privatsammlungen, Kunst und Musik, erweiterte Malerei

Das Ausstellungsprogramm des mumok 2018 ist ein spannender Mix aus zwei Personalen, zwei Sammlungspräsentationen, erweitertem Malereibegriff uvm.
8. Januar 2018
Alberto Giacometti und Francis Bacon, 1965, Silbergelatineabzug, Foto: © Graham Keen

Ausstellungen in der Fondation Beyeler 2018 Baselitz, Giacometti – Bacon, Balthus und Ernsto Neto am Bahnbahnhof Zürich

Georg Baselitz, Bacon-Giacometti, Balthus und Ernsto Neto am Bahnbahnhof Zürich stehen 2018 in der Fondation Beyeler in der Nähe von Basel auf dem Programm.

Georg Baselitz zum 80. Geburtstag

Georg Baselitz feiert am 23. Januar 2018 seinen 80. Geburtstag. Der 1938 in Deutschbaselitz (Sachsen) geborene Hans-Georg Kern wurde an den Akademien von Ost- und West-Berlin zum Maler ausgebildet (1956-ca. 1960). Seit 1961 verwendet er den Künstlernamen Georg Baselitz, angelehnt an seinen Geburtsort.

Baselitz' Bestehen auf einer äußerst expressiven und realistischen Figurenmalerei musste im Kontext der westdeutschen Nachkriegskunst, die ganz auf Abstraktion fokussiert war, als Provokation verstanden werden. Mitte der 1960er Jahre begann Baselitz‘ rasante Karriere mit skandalisierten Bildern und halluzinierenden „pandämonischen Manifesten“. Er setzte sich selbst in Szene und ließ „neue Helden“ auftreten. Dieser Prozess gipfelte 1969 darin, dass er seine Bilder auf den Kopf stellte. Damit nahm er ihnen den konventionellen Inhalt. Durch das Umdrehen der Werke ist der Betrachter unmittelbar mit Farbe und Form konfrontiert, ohne durch persönliche Bildinhalte abgelenkt zu werden, aber auch ohne auf figürliche Motive verzichten zu müssen. Diese Entwicklung lässt sich besonders eindrücklich anhand von Baselitz‘ Zeichnungen nachvollziehen. Auf ihnen tritt deutlich hervor, wie Baselitz seine Ideen intuitiv und ungehemmt entwickelt.

1980  vertrat Georg Baselitz gemeinsam mit Anselm Kiefer die BRD auf der Biennale von Venedig. Beide schöpften aus der Nationalgeschichte, allen voran der NS-Verbrechen, und öffneten damit die Büchse der Pandora. Dem streitbaren Maler, Bildhauer und Druckgrafiker wird in den folgenden Monaten eine Reihe von Ausstellungen in der Fondation Beyeler / Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, der Pinakothek in München, Dresden und Colmar gewimdet. An der Bayerischen Staatsoper stattet er im Juni/Juli 2018 „Parsifal“ aus.

14. Januar 2018

Georg Baselitz Biografie Leben und Werk des deutschen Malers und Bildhauers

Biografie des deutschen Malers, Grafikers und Bildhauers Georg Baselitz (* 1938): Ausbildung, Werdegang, Ausstellungen, wichtigste Werke.
13. Januar 2018
Georg Baselitz, Weg vom Fenster, 1982, Öl/Lw, 250 x 250 cm (Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler, © Georg Baselitz, 2018)

Georg Baselitz‘ Ausstellungen 2018 Ehrungen zum 80. Geburtstag

Ausstellungen des deutschen Malers ehren sein Lebenswerk, in der Bayerischen Staatsoper stattet er „Parsifal“ aus.
13. Januar 2018
Georg Baselitz, Der Hirte, Detail, 1965, Radierung, Kaltnadel, Aquatinta auf Zink (Stiftung G. und A. Gercken © Georg Baselitz 2017, Foto: Andreas Diesend)

Maniera Baselitz – Georg Baselitz als Künstler und Sammler Das Nonkonforme als Quelle der Phantasie

Georg Baselitz (* 1938) ist ein ausgewiesener Kenner und Sammler manieristischer Druckgrafik, genauer des Claire-obscure-Holzschnitts des 16. Jahrhunderts. Die Ausstellung in Dresden bringt grafische Arbeiten von Baselitz in einen spannungsreichen Dialog mit bedeutenden Werken des Manierismus.
13. Januar 2018
Georg Baselitz, Ach herrje, ma tutto occupato, 2017 (Privatsammlung, © Georg Baselitz 2018 Jochen Littkemann)

Corpus Baselitz in Colmar Aktuelle Arbeiten aus den Jahren 2014–2017

Seinen eigenen Körper und seinen Platz in der Kunstgeschichte hinterfragt Georg Baselitz (* 1938) in seinen aktuellen Werken. Bereits 2017 fiel der knapp 80-Jährige mit schonungslosen Bildern seiner Selbst auf. In den Jahren 2014 bis 2017 widmete er sich in Malerei, Zeichnung und Skulptur den ihn drängenden Fragen. Das Musée Unterlinden in Colmar zeigt erstmals eine bedeutende Werkauswahl dieser bisher noch nicht öffentlich gezeigte Arbeiten.
13. Januar 2018
Georg Baselitz, Trauerhunde, 2010, Aquarell und Tusche, 66 x 51,2 cm (© Georg Baselitz, 2018 / Foto: Jochen Littkerman)

Georg Baselitz als Zeichner: Enthemmt und expressiv Kunstmuseum Basel zeigt Zeichnungen und Aquarelle

Georg Baselitz (* 23. Januar 1938) ist dem Kunstmuseum Basel bereits seit 1970 verbunden und wird zum 80. Geburtstag mit einem repräsentativen Überblick über die Zeichnungen und farbigen Blätter aus dem Kupferstichkabinett geehrt. 152 Zeichnungen und Aquarelle nennt das Museum sein Eigen, 100 Arbeiten auf Papier machen den Werdegang des Künstlers anschaulich.
13. Januar 2018
Georg Baselitz, Kopf, 1961, Aquarell, 46 x 31,4 cm (Staatliche Graphische Sammlung München, Dauerleihgabe des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, Sammlung Herzog Franz von Bayern, Foto: Staatliche Graphische Sammlung München, © Georg Baselitz 2017)

Georg Baselitz: gezeichnete „Helden“ und „Malelade“ Zeichnungen und Probedrucke in der Pinakothek der Moderne

Mehr als 1.100 grafische Arbeiten von Georg Baselitz liegen in der Staatliche Graphische Sammlung München. „Helden“ (1965/66) sowie ausgewählte Probedrucke für das Künstlerbuch „Malelade“ (1990) stehen im Zentrum dieser konzentrierten Werkschau.
26. Dezember 2017
Georg Baselitz, Schlafzimmer, Detail, 1975, Öl und Kohle/Lw, 250 x 200 cm (Privatbesitz, © Georg Baselitz, 2018, Foto: Jochen Littkemann, Berlin)

Georg Baselitz Werke wider die Ordnung Retrospektive zum 80. Geburtstag in der Fondation Beyeler

Die wichtigsten Gemälde und Skulpturen aus Georg Baselitz‘ (* 1938) rund sechzigjährigem Schaffen zwischen 1959 und 2017sind in der Fondation Beyeler wiedervereint. Exemplarische Schlüsselwerke der 1960er Jahre wie die „Helden“- und die Fraktur Bilder (1965/66) sind genauso vertreten wie die auf dem Kopf stehenden Motive, mit denen Baselitz in den 1970er und 1980er Jahren berühmt wurde.
17. Januar 2013
Georg Baselitz 2013 im Essl Museum, Georg Baselitz 2013, bis 20.5.2013.

Georg Baselitz in der Sammlung Essl Werke von 1968 bis 2012

Zum 75. Geburtstag widmet Karlheinz Essl dem deutschen Künstler Georg Baselitz (* 1938) eine Werkschau, die 44 Arbeiten der letzten 44 Jahre aus der hauseigenen Kollektion zusammenbringt. Die Zahlen wären reiner Zufall, wie der Sammler betont.

Paul Cézanne

Paul Cézanne (1839–1906) gilt als Vertreter des Post-Impressionismus gesehen, ging er doch rasch über die Fragestellungen des Impressionismus hinaus und entwickelte sich zu einem der einflussreichsten Maler des späten 19. Jahrhunderts. Sowohl Henri Matisse wie Pablo Picasso bewunderten seine Gemälde. Matisse erwarb sogar ein Bild von Cézanne und nannte ihn den „Vater von uns allen“.

Grund für seine Bedeutung und die Sattelstellung seines Werks zwischen zwei Jahrhunderten ist, Cézannes Synthese von Wirklichkeitsbeobachtung (Plein-air Malerei) und Abstraktion (Auftragen der Farbe in Flecken, den sogenannten tache). Damit betonte er den Prozess des Malens und des Studiums von Form und Farbe. In den häufig wiederkehrenden Sujets konzentrierte er sich auf jene Formen, die in der Natur am häufigsten vorkommen: Zylinder, Kugel und Kegel. Cézannes Methode betont die Flächigkeit der Objekte. Zudem arbeitete er in Serien, wobei die Bilder die Sujets leicht variiert durchdeklinieren. Zu den wichtigsten Sujets in Cézannes Werk zählen seine Stillleben und seine Ansichten der Montaigne Sainte-Victoire. Der zwischen der Provence und Paris pendelnde Künstler reiste so gut wie nie und bedurfte keiner neuer Landstriche, um seine beharrliche Recherche an den Möglichkeiten und Grundlagen der Malerei fortzuführen.

29. Oktober 2017
Paul Cézanne, Knabe in roter Weste, Detail, 1888-1890, Öl auf Leinwand, 89.5 x 72.4 cm (National Gallery of Art, Washington, Collection of Mr. and Mrs. Paul Mellon, in Honor of the 50th Anniversary of the National Gallery of Art)

Cézanne Porträts Bildnisse zur Stilentwicklung

Mehr als 50 Porträts von Paul Cézanne beleuchten dessen revolutionären Ansatz. In der chronologischen Präsentation wird die Entwicklung von Cézannes Porträtmalerei als kontinuierliche Recherche in Bezug auf Stil, Methoden und Darstellung des Subjekts untersucht. Was sind die malerischen und thematischen Charakteristika von Cézannes Porträts?
26. Oktober 2017
Paul Cézanne, Selbstbildnis mit Palette, Detail, um 1890 (Stiftung Sammlung E.G. Bührle, Zürich), Foto: SIK Zürich (J.-P. Kuhn)

Cézanne. Metamorphosen in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe Kopieren für die Avantgarde

Das Werk von Paul Cézanne (1839–1906) wird in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe anhand von 100 Gemälden und Aquarellen nach drei Aspekten untersucht, die als charakteristisch für den „Vater der Moderne“ gelten: Das Aufbrechen der Bildgattungen, Cézanne und die Kopie sowie Doppeldeutigkeiten und Verunklärung sind, so die Kuratoren Alexander Eiling und Pia Müller-Tamm, essentielle Faktoren für die Bedeutung des französischen Males.
24. Oktober 2017
Paul Cézanne, Grosses pommes, um 1891-92, Öl auf Leinwand, 44,8 x 58,7 cm, The Metropolitan Museum of Art, New York, Legat Stephen C. Clark, 1960.

Paul Cézanne: Biografie Leben und Werk des französischen Avantgardemalers

Paul Cézanne (1839–1906) kam als Sohn eines wohlhabenden Huterzeugers und späteren Bankiers in Aix-en-Provence zur Welt. Leben und Werk des Malers ausführlich erzählt.
26. Februar 2016
Edouard Manet, Die Dante-Barke / The Barque of Dante (nach / after Delacroix), um / about 1854, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 37.5 x 45 cm, Musée des Beaux Arts de Lyon (B830) © Lyon MBA - photo Alain Basset.

Delacroix und die Malerei der Moderne Wegbereiter von Renoir, Monet, Cézanne, Gauguin, Redon...

Eugène Delacroix (1798–1863) steht an der Schwelle von Salonmalerei und moderner Malerei, die nur sich selbst verpflichtet ist. In Auseinandersetzung mit dem Grand Style von Paul Delaroche und den Farbtheorien Michel Eugène Chevreuls (1786–1889) entwickelte er einen auf Farben und Pinselstrich basierenden Malstil. Obwohl Delacroix kaum Schüler hatte, wurde sein Personalstil und seine Überlegungen zu Kunst zu den folgenreichsten des 19. Jahrhunderts. Generationen von Impressionisten (Manet, Fantin-Latour, Bazille, Renoir), Spätimpressionisten (Cézanne, Van Gogh), Symbolisten (Moreau, Redon, Gauguin) und Pointillisten (Seurat, Matisse, Metzinger) bezogen sich auf oft ungeahnte Weise auf ihren 1863 verstorbenen Wegbereiter.
10. Februar 2010
Paul Cézanne, Steingutkrug, 1893/94, Fondation Beyeler, Riehen/Basel © Foto: Peter Schibli, Basel.

Augenschmaus Vom Essen im Stillleben

Die allerorts zu beobachtende Popularität von Kochen und Essen in den Medien findet in Ausstellung und Katalogpublikation „Augenschmaus – vom Essen im Stillleben“ eine ergötzliche visuelle Entsprechung.

Ferdinand Hodler

Ferdinand Hodler (1853–1918) ist der bedeutendste Schweizer Maler der Jahrhundertwende und einer der wichtigsten Maler des Symbolismus in Europa. Die Ikone der Schweizer Kunst war an der Wiederbelebung der Wandmalerei beteiligt und thematisierte Heldentum wie den Kontrast von Jugend und Alter, Leben und Tod.
Kurz vor der 100. Wiederkehr seines Todestages widmen ihm die Bundeskunsthalle Bonn und das Leopoldmuseum, Wien, Ausstellungen zu seinem Verhältnis zu den beiden Nachbarländern. Bonn fokussiert auf Hodlers Sammler, öffentliche Aufträge und Ausstellungen in der BDR, während Wien an dessen Durchbruch auf der XIX. Ausstellung der Secession im Jahr 1904 erinnert. Die Wiener, so betonte Ferdinand Hodler selbst, hätte ihm „aus dem Dreck geholfen“.

ARTinWORDS widmet Ferdinand Hodler ein Feature, das auch auf die Werke im öffentlichen Raum in der Schweiz, die so genannten „Ehren-Hodler“ und bedeutende Sammlungen in Winterthur, Bern und Zürich.

12. Oktober 2017
Ferdinand Hodler, Wilhelm Tell, Detail, 1896/97 (© Kunstmuseum Solothurn, Vermächtnis Margit Kottmann-Müller in Erinnerung an ihren Ehemann Dr. Walther Kottmann, 1958, Foto: Kunstmuseum Solothurn)

Ferdinand Hodler. Wahlverwandtschaften von Klimt bis Schiele Wiener Erfolge, Freundschaften und Einflüsse

Ferdinand Hodler (1852–1918) gelang mit seiner Ausstellungsbeteiligung in der Wiener Secession 1904 der internationale Durchbruch. Der monumentale „Wilhelm Tell“ bringt die Atmosphäre des in der Wandmalerei geübten Malers erneut nach Wien. Seine Beziehungen zu Wiener Künstlern und Sammlern stehen in der chronologisch angeordneten Schau im Fokus. So erinnert Hans-Peter Wipplinger im Leopold Museum daran, dass Ferdinand Hodler (oder besser seine Ehefrau) ihre Einrichtung bei Josef Hoffmann und der Wiener Werkstätte bestellte.
7. September 2017
Ferdinand Hodler, Rückzug von der Schlacht von Marignano, 1897–1900 (Foto © Landesmuseum Zürich)

Ferdinand Hodler: Rückzug von der Schlacht von Marignano Moderne Historienmalerei im Landesmuseum Zürich

1896 gewann Ferdinand Hodler (1853–1918) den Wettbewerb für die Bogennischen in der Ruhmeshalle des Landesmuseums. In den folgenden drei Jahren hatte der Maler mehrfach seinen Entwurf umzuarbeiten, da die Präsentation der Einreichungen einen Entrüstungssturm auslöste. Museumsdirektor Heinrich Angst forderte Hodler auf, das historische Ereignis im Stil der realistischen Historienmalerei des 19. Jahrhunderts auszuführen.
7. September 2017
Ferdinand Hodler, Der Frühling, um 1907–1910 (© Privatsammlung Schweiz)

Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn

Ferdinand Hodler (1853–1918) ist der bedeutendste Schweizer Maler der Jahrhundertwende und einer der wichtigsten Maler des Symbolismus in Europa. Die Ikone der Schweizer Kunst war an der Wiederbelebung der Wandmalerei beteiligt und thematisierte Heldentum wie den Kontrast von Jugend und Alter, Leben und Tod. Die Bundeskunsthalle Bonn stellt nicht nur den Künstler und seine künstlerische Entwicklung vor, sondern auch seine Strategien, als autonomer Künstler wahrgenommen und geschätzt zu werden.
6. September 2017
Bourbaki-Panorama, Selbstbildnis von Ferdinand Hodler 1881 (Bourbaki-Museum, Luzern)

Bourbaki-Panorama Rundbild über den ersten humanitären Hilfseinsatz und Ferdinand Hodler

Das Bourbaki-Panorama entstand im Juni 1881 in Genf unter der Mitarbeit von Ferdinand Hodler und wird heute in einem Gebäude im Zentrum von Luzern gezeigt. Es erinnert an den Grenzübetritt der Bourbaki-Armee Anfang Februar 1871 und den ersten humanitären Einsatz des Roten Kreuzes.
19. August 2017
Ferdinand Hodler, Selbstbildnisse

Ferdinand Hodler: Biografie Gemälde und Leben des Schweizer Symbolisten

Ferdinand Hodlers Biografie liest sich wie ein Roman: vom Postkartenmaler zum führenden Künstler Mitteleuropas um 1900 und zum Millionär (1904). Von frühen realistischen Gebirgsbildern zu symbolistischen Hauptwerken (um 1890) und Hodlers "Parallelismus"; sein Pantheismus, Kontakte nach Paris und bahnbrechende Erfolge in der Wiener Secession.
27. Januar 2010
Valentina Anker, Der Schweizer Symbolismus und seine Verflechtungen mit der europäischen Kunst (Benteli)

Der Schweizer Symbolismus und seine Verflechtungen mit der europäischen Kunst

Im Schweizer Benteli Verlag erschien Ende letzten Jahres der groß angelegte Überblick über den Schweizer Symbolismus und seine Verflechtungen mit der europäischen Kunst. Die Autorin Valentina Anker gilt als eine Spezialistin der Schweizer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts und schuf mit diesem Band nicht nur eine reich bebilderte Zusammenschau, sondern ermöglicht damit auch eine weiterführende Auseinandersetzung mit dem Phänomen Symbolismus in all seinen Spielarten.
Leonardo, Landschaft von Arno und Flusstal, datiert 5. August 1473, Beschriftung: „di dì s[an]ta maria della neve / addj 5 daghossto 1473“ [Am Tag von Santa Maria della Neve / am 5. August 1473], Feder und zwei Farben brauner Tinte, 19,5 x 28,6 cm (Gabinetto Disegni e Stampe, Gallerie degli Uffizi, Florenz, 8 P recto)
Leonardo, Landschaft von Arno und Flusstal, datiert 5. August 1473, Beschriftung: „di dì s[an]ta maria della neve / addj 5 daghossto 1473“ [Am Tag von Santa Maria della Neve / am 5. August 1473], Feder und zwei Farben brauner Tinte, 19,5 x 28,6 cm (Gabinetto Disegni e Stampe, Gallerie degli Uffizi, Florenz, 8 P recto)
 
Mit Künstlerinnen und Künstlern, bzw. Persönlichkeiten aus der Kunstwelt zu sprechen, ermöglicht, einen Blick auf Konzepte, Prozesse und Arbeitsbedingungen zu erhaschen. Wir von ARTinWORDS gehen mit ihnen daher bevorzugt durch Ausstellungen oder besuchen sie in ihren Ateliers - in der Hoffnung auf noch viele erhellende und inspirierende Momente!

Alexandra Matzner, Chefredakteurin von ARTinWORDS

19. November 2017
Olga Chernysheva und Elsy Lahner in der Wiener Secession, November 2017, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS.

Olga Chernysheva: „Situationen müssen weiterentwickelt werden, um Bilder zu werden“ Die einfühlsame Beobachterin und scharfsinnige Chronistin über das Zeichnen, Tschechow und stillstehende Menschen

Anlässlich ihrer Ausstellung „Chandeliers in the Forest” in der Wiener Secession traf Elsy Lahner, Kuratorin für zeitgenössische Kunst an der Albertina, die Künstlerin Olga Chernysheva. Ausgehend von der aktuellen Ausstellung geht Chernysheva der Bedeutung der Zeichnung in ihrem Werk nach, erzählt von ihrer Begeisterung für Tschechow, für stillstehende Menschen und dem Kinderbuch als ausstellungsbegleitender Publikation.
13. November 2017
Sabine Fellner in Kraft des Alters, Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Wien

Sabine Fellner: „Es fehlen uns Vorbilder für die Kraft des Alters“ „Die Kraft des Alters“ wendet sich den positiven Aspekten des fortschreitenden Lebensalters zu

Sabine Fellner im Gespräch über ihre Ausstellung „Kraft des Alters“. Mit 188 Werken von 108 Künstlerinnen, Künstlern und einem Künstlerkollektiv macht sie auf die Privilegien und Problematiken von Alter zwischen Jugendstil und Gegenwartskunst aufmerksam.
29. September 2017
Axel Köhne in der Ausstellung Duett mit Künstler_in im 21er Haus, 2017, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS.

Axel Köhne: „Es wird bunt und lebhaft“ Zusammenarbeit von Publikum und Künster*innen im 21er Haus

Axel Köhne, Kurator für die Sammlung 20. Jahrhundert im Belvedere, Wien, macht die Ausstellung „Duett mit Künstler_in“ im 21er Haus, Wien. Die Gruppenausstellung versammelt exemplarisch Werke der 1950er bis 1970er Jahre von Joseph Beuys, Yves Klein Vito Acconci und Franz West, um auf dieser Basis mit Yoko Ono, David Shrigley, Rirkrit Tiravanija, Angela Bulloch u.a. verschiedenste Facetten der Partizipation in der Gegenwartskunst durchzuspielen. Das Publikum ist aufgefordert mitzumachen.
 

Gustav Klimt

Gustav Klimt (1862-1918) prägt bis heute die Wiener Moderne. Als herausragender Porträtist hielt er Salondamen der Wiener Gesellschaft in goldenem oder farbenprägtigem Ambiente fest. Der Landschaftsmaler Klimt ließ sich vom Attersee und dessen Umgebung inspirieren, wo er zwischen 1900 und 1917 nahezu jedes Jahr die Sommerfrische verbrachte. Doch sind es seine Allegorien, die meist als Frauen (femmes fatales) verführerisch und todesnah inszeniert, zu seinem Weltruhm beitrugen: Pallas Athene, Judith, die Wasserschlangen.

 

Der Kuss

Mit dem Gemälde "Der Kuss" (1907/08) gelang Klimt eine Ikone der Liebe. Vor goldenem Sternenmeer finden Mann und Frau für einen ewig scheinenden Moment zueinander. Das männliche (schwarz-weiße Rechtecke) und das weibliche (farbige Blumen, runde Formen) vereinen sich troz ihrer Gegensätze.

30. Dezember 2017
Klimt, Kuss, Detail, 1907/08, Öl/Lw (Belvedere)

Gustav Klimt: Der Kuss (1907/08) Ikone der Liebe

„Der Kuss“ – eine Ikone der Liebe, ein Hauptwerk von Gustav Klimt und dem Belvedere, wo es sich seit 1908 befindet.
30. Dezember 2017
Moritz Nähr, Gustav Klimt mit Katze, Detail

Gustav Klimt: Biografie Lebenslauf und wichtige Werke des Wiener Jugendstilmalers

Gustav Klimt (1962-1918) begann als Dekorationsmaler, durchlebte in den 1890ern eine Krise, gründete die Wiener Secession und wurde schlussendlich der berühmt-berüchtigte "Maler der Frauen".
30. Dezember 2017
Gustav Klimt, Am Attersee, Detail, 1900, Öl/Lw, 80,2 x 80,2 cm (Leopold Museum, Wien, Inv.-Nr. 4148)

Gustav Klimt: Am Attersee (1900) „Ein Rahmen voller Seewasser“ im Leopold Museum

„Am Attersee“ entstand 1900 während Klimts erstem Aufenthalt am gleichnamigen See in Oberösterreich und wurde im folgenden Jahr auf der X. Secessionsausstellung gezeigt. Die Darstellung des Wassers mittel türkiser und lila Wellen entzückte die Kritiker.

Künstlerinnen

10. Januar 2018
Joan Jonas, They Come to Us without a Word II, 2015, Performance at Teatro Piccolo Arsenale, Venice, Italy, 2015. Photo by Moira Ricci. © 2017 Joan Jonas: Artists Rights Society (ARS), New York: DACS, London.

Joan Jonas. Multimediakünstlerin aus New York 50 Jahre Nachdenken über Weiblichkeit, Mythos und Raum

Joan Jonas (*1936 in New York) wurde Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre als Pionierin der Video- und Performancekunst bekannt und ist eine der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart. Mit ihren experimentellen Installationen verfolgt sie einen originellen und interdisziplinären Ansatz. Sie vereint darin collageartig Film, Video, Musik, Fotografie, Zeichnung, Soundscapes, Objekte, Requisiten und Masken oder auch Schauspiel und Tanz. Im Zentrum ihrer Arbeit steht oft eine erzählende Komponente. Jonas findet ihre Inspiration u.a. in der Literatur, im No-Theater und in Ritualen, die sie auf zahlreichen Reisen über die Jahre miterlebt hat.
6. Januar 2018
Hilma af Klint, Series WU/Rosen, Group III, No. 5, Detail (By courtesy of the Hilma af Klint Foundation, Foto: Albin Dahlström, Moderna Museet, Stockholm, Schweden)

Weltempfänger. Georgiana Houghton – Hilma af Klint – Emma Kunz Spiritistinnen und die „Erfindung“ der Abstraktion

Völlig unabhängig voneinander entwickelten Georgiana Houghton (1814–1884) in England, Hilma af Klint (1862–1944) in Schweden und Emma Kunz (1892–1963) in der Schweiz eine jeweils eigene abstrakte, mit Bedeutung hochaufgeladene Bildsprache. Ausgangspunkt war, Naturgesetze, Geistiges und Übersinnliches sichtbar zu machen. Das Lenbachhaus in München zeigt ihre spiritistischen Werke erstmals gemeinsam in einer Ausstellung.
4. Januar 2018
Anni Albers, Red and Blue Layers, Detail, 1954, Baumwolle, 61,6 x 37,8 cm (© 2017 The Josef and Anni Albers Foundation/Artists Rights Society (ARS), New York/DACS, London, Foto: Tim Nighswander/Imaging4Art © Kunstsammlung NRW)

Anni Albers. Textilkünstlerin mit Folgen Leben, Werk und Wirkung der deutsch-amerikanischen Designerin

Anni Albers (1899−1994, geb. Anneliese Fleischmann) ist die wohl anerkannteste Textilkünstlerin im 20. Jahrhundert. Bislang „überschattete“ ihre Ehe mit Josef Albers die Wahrnehmung von Anni Alberts und verhinderte gleichsam den Blick auf das höchst eigenständige Werk der Künstlerin. Erstmals seit fast 20 Jahren präsentiert die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im K20 alle Facetten ihres Werks.
15. Dezember 2017
Maria Lassnig, Selbstportrait als Blondine, Detail, 1981, Öl auf Karton (© Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstsammlung und Archiv)

Maria Lassnig, Selbstportrait als Blondine Rollenvorbild trifft auf Erwartungshaltung?

Mit überaus ehrlichen Selbstporträts, die mehr Selbstanalysen sind, wurde die Künstlerin aus Kärnten bekannt. In diesem Selbstporträt geht es jedoch weniger um das Verhältnis der Künstlerin zu ihrer Leiblichkeit, als vielmehr um das Verhältnis der Frau zur Gesellschaft.
11. Dezember 2017
Yayoi Kusama, Silver Dress, Detail, 1966, Stoffkleid, Kunstblumen, Farbe, Kleiderbügel, 137 x 90 x 20 cm (mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, ehemals Sammlung Hahn, Köln, erworben 1978, Foto: mumok, © Yayoi Kusama, 2017)

Yayoi Kusama: Silver Dress Flower Power und Kunst für alle

Ein glitzerndes, silbernes Kleid, beklebt mit Rosen, Blumengirlanden und Seerosen und mit Metallicfarbe besprüht, ist eines einer Reihe von Kleidungsstücken und Environments, die die japanische Künstlerin Yayoi Kusama während der 1960er Jahre produzierte.
6. Dezember 2017
Polly Apfelbaum, The Potential of Women, 2017, Courtesy die Künstlerin, Galerie nächst St. Stephan, Alexander Gray Associates und Frith Street Gallery Alexander Grey Associates, NYC, NY

Polly Apfelbaum in Wien Poppiger Feminismus im 21er Haus

Die amerikanische Künstlerin Polly Apfelbaum setzt im 21er Haus erstmals mehrere ihrer raumgreifenden Installationen zueinander in Beziehung. Ihre poetische Gesamtkomposition tritt in Dialog mit der offenen, lichtdurchfluteten Architektur des ehemaligen Weltausstellungs-Pavillons.

ARTinLIFE

28. März 2017
RAW Stillleben mit Früchtecrumble, Detail (© ARTinWORDS, Alexandra Matzner/ROHGENUSS, Michaela Russmann, Foto: © Jochen Russmann)

RAW Stillleben – ROHGENUSS interpretiert Clara Peeters Rezepte und Antworten zur gesunden Ernährung von Michaela Russmann

Inspiriert von Clara Peeters' Stillleben komponierte Michaela Russmann eine köstlich-gesunde Süßkartoffel-Pastete, ein Früchtecrumble mit Superfoods und eine Käseplatte. Um das luxuriöse Arrangement der barocken Prunkstillleben aufzubrechen, lud ARTinWORDS vier Künstlerinnen und Künstler ein, Salzgefäß und andere Goldschmiedearbeiten in den Stillleben zu ersetzen: Ihre Werke helfen, Produktionsbedingungen von Nahrung, das Verhältnis von Natürlichkeit und Künstlichkeit, sowie die Überflussgesellschaft zu hinterfragen.

Kunstgeschichte

Klassische Moderne

Die Klassische Moderne fasst unterschiedliche Stile und Personalstile von ca. 1900/05 bis 1930/40 zusammen. Verbindenes Element ist der Fortschrittsglaube und die Utopie einer gesellschaftsverändernen Kraft der Kunst. Paris hatte sich bereits im 19. Jahrhundert als Zenrum der zeitgenössischen Kunst etabliert und blieb auch noch bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestimmend. Weitere bedeutende Metropolen waren Wien (Jugendstil, WienerWerkstätte, Expressionismus), München und Berlin ab den 1910er Jahren genauso wie Mailand, wo die Futuristen die Abkehr von der Tradition vehement einforderten.

Wenn auch Künstlerinnen und Künstler sich auf höchst unterschiedliche Weise ausdrückten, so verband sie der Wunsch, über die Grenzen tarditioneller Kunstproduktion hinwegzusetzen. Dies geschah durch Ablehnung der Zentralperspektive, Inspiration durch „primitive Kunst“ (Primitivismus), gesteigerte Farbigkeit (Fauvismus), Reduktion auf kubische Qualitäten (Analytischer Kubismus), Bewegungsphasen kompiliert (Futurismus), Abstraktion (Kandinsky, Mondrian, Brancusi), emotionale Einfühlung und „Visionen“ (Wiener und deutscher Expressionismus), Collage (Synthetischer Kubismus), Traumwelten und Ängste (Surrealismus), Rückkehr zu Ordnung (Neue Sachlichkeit).

 

8. Januar 2018
Balthus, Passage du Commerce-Saint-André, Detail, 1952–1954, Öl/Lw, 294 x 330 cm (Privatsammlung, © Balthus, Foto: Mark Niedermann)

Balthus: Werk und Leben Retrospektive in der Fondation Beyeler

Balthus, eigentlich Balthasar Kłossowski de Rola (1908–2001), ist als exzentrische Maler bekannt, der sich auf eine Vielzahl kunsthistorischer Traditionen und Vorläufer bezieht. Rund um das Gemälde „Passage du Commerce - Saint – André“ (1952–1954) baut die Fondation Beyeler eine Retrospektive des aktuell umstrittenen Künstlers.
4. Dezember 2017
Robert Delaunay, Formes circulaires. Soleil, lune, Detail, 1913–1931, Öl/Lw, 200 x 197 cm (Kunsthaus Zürich)

Robert Delaunay und Paris

Robert Deuanauys Bilder „Formes circulaires. Soleil, lune“ (1913–1931) und „Formes circulaires“ (1930) aus dem Kunsthaus Zürich stehen im Zentrum der Werkschau zum Pionier der Abstraktion. Wie wurde der zu einer zentralen Figur der Pariser Avantgarde? Wie beeinflusste ihn die Stadt?

Jugendstil

Der Jugendstil (auch: Art Nouveau, Modern Style, Nieuwe Kunst, Arte Liberty) hatte seine wichtigste Phase zwischen 1890 und 1910 und breitete sich nach der Weltausstellung in Paris 1900 rasant aus. Die wichtigsten Stilmittel des Jugendstils sind Raumlosigkeit und Flächigkeit, abstrahierte Formen und außergewöhnliche Bildausschnitte, Einsatz von Mustern und die schwingende, arabeskenhafte Linie.

Die Künstlerinnen und Künstler des Jugendstils wurden meist in den 1860er Jahren geboren und wollten der Rationalisierung der Welt eine traumversunkene Gegenwelt entgegenhalten. Obschon sie eine funktionelle Arbeitsumgebung anstrebten, suchten sie doch eine betonte Intimatmosphäre im Privaten. Inspiriert durch die englische Arts and Crafts Bewegung verwirklichten Jugendstil-Künstler eine Symbiose von Seelenleben, Technik, Handwerkskunst (traditionellen Techniken) und Natur. Mittelalterliche und japanische Vorbilder ermutigten sie, Formen zu „deformieren“, d.h. einem Stilwollen zu unterwerfen. Pflanzenornamente und abstrakte Linienformationen sind nicht nur als Dekoration gedacht, sondern versinnbildlichen das Konzept des Jugendstils.

Die Stilpluralität des Jugendstils reich von der Schule von Pont-Aven (Bretagne), die als Gruppe 1889 erstmals gemeinsam ausstellte, zu Henri de Toulouse-Lautrecs Plakaten, vom Wiener Jugendstil rund um Gustav Klimt, Josef Hoffmann, der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte zum Belgier Henry van de Velde bzw. dem Münchner Franz von Stuck. Diese Künstler und wenigen Künstlerinnen opponierten gegen die Überzeugungen der älteren Generation, ohne sich gänzlich von der Tradition abzuwenden. Secessionsgründungen und Gruppenzusammenschlüsse ab den frühen 1890er Jahren sind sichtbarer Ausdruck des neuen Lebensgefühls. Dem Ästhetizismus opferten sie jedoch den Realismus und die Gesellschaftskritik.

 

30. Dezember 2017
Otto Wagner, Hofpavillon, Wartesalon mit Wien-Ansicht von Carl Moll (c) Foto Thomas Ledl

Otto Wagner: Hofpavillon in Hietzing Kaiserliche Haltestelle an der Vorortelinie

1898/99 errichtete Otto Wagner (1841–1918) im Rahmen der Stadtbahn den Pavillon des k. u. k. Allerhöchsten Hofes als kaiserliche Haltestelle in Hietzing. Bis heute ist er sichtbares Zeichen der beginnenden Moderne im Westen von Wien.
30. Dezember 2017
Klimt, Kuss, Detail, 1907/08, Öl/Lw (Belvedere)

Gustav Klimt: Der Kuss (1907/08) Ikone der Liebe

„Der Kuss“ – eine Ikone der Liebe, ein Hauptwerk von Gustav Klimt und dem Belvedere, wo es sich seit 1908 befindet.

Symbolismus

Am 18. September 1886 veröffentlichte der Dichter Jean Moréas das Symbolistische Manifest im „Figaro“. Darin verswuchte er die junge Generation von Schriftstellern vom Vorwurf der „Dekadenz“ zu befreien. Das Feld des Symbolismus war von Literaten und Künstlern aufbereitet worden.

Der Symbolismus ist international und schwer zu definieren. Leichter fällt eine Aufzählung, was er nicht ist: Der Symbolismus ist anti-realistisch, anti-naturalistisch, anti-impressionistisch, anti-akademisch, anti-klassisch, aber auch anti-romantisch. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von etwa 1848 bis zum Ersten Weltkrieg, wobei berühmte Vorläufer wie William Blake, Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli im frühen 19. Jahrhundert zur Romantik (zu Schwarzen Romantik) gehörten. Insofern beerbten die Symbolisten die Romantiker und die Naturphilosophen, um eine Gegenposition zum Positivismus zu bilden.

Die Symbolisten suchten nach Ideen und Begriffen, die außerhalb der sichtbaren Welt liegen. Sie fanden sie im Inneren des (auch psychisch erkrankten) Individuums oder in Grenzzuständen des Bewusstseins (Jean Starobinski), was sie in entsprechender Form (Symbolen) sichtbar zu machen versuchten. Maler wie Ferdinand Hodler oder Edvard Munch zeigten den leidenden, kranken Körper. Henri Edmond Cross notierte einen Satz von Pierre Puvis de Chavannes in sein Skizzenbuch: „Jede klare Idee lässt sich in einen formalen Gedanken übersetzen.“

 

7. Januar 2018
Alfred Kubin, Eindringlinge, 1914 (Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Lenbachhaus)

Alfred Kubin und der Blaue Reiter Düstere Visionen im Umfeld der Münchner Expressionisten

Häufig wird der österreichische Zeichner Alfred Kubin (1877–1959) als ein Gründungsmitglied des Blauen Reiter genannt, seine konkreten Beziehungen zu diesem Künstlerkreis sind jedoch so gut wie unbekannt. Die Ausstellung zeichnet erstmals mit einer Fülle von Werken, Dokumenten und Fotografien die komplexen persönlichen und künstlerischen Verflechtungen nach.
11. Oktober 2017
Paul Gauguin, Mahana no atua (Tag des Gottes), 1894 (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Memorial Collection)

Paul Gauguin. Der Künstler als Alchemist Keramiken, Kunsthandwerk und Druckgrafik des französischen Malers

Paul Gauguin (1853–1903) ist vor allem für seine farbenprächtigen Bilder von Frauen aus der Südsee berühmt. Aber Paul Gauguin, ein Alchemist? Leben und Werk sind auch noch multidimensional? Der außergewöhnliche Titel ist zugleich metaphorisch wie faktisch zu verstehen. Zum einen verweisen die Kuratorinnen und Kuratoren auf mannigfaltige Materialien und künstlerische Zugänge des französischen Autodidakten. Zum anderen verwandelt der Künstler-Kunsthandwerker diese metaphorisch in geheimnisvolle Objekte, die die Fantasie anregen.

Historismus

Der Historismus wird meist mit Architektur in Verbindung gebracht, die in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert im Stilzitat wichtige Anregungen fand. Industrialisierung und verbesserte Infrastruktur führten zu Verstädterung, dem Abbruch von Befestigungsringen und grundlegenden Eingriffen in die Stadtplanung. Paris und Wien sind hierfür die besten Beispiele.

Nach dem Schleifen der Stadtmauer in Wien wurde das Glacis mit der Ringstraße verbaut. Das Areal wurde in Parzellen eingeteilt, wo bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs sowohl öffentliche wie private Gebäude, Parks und Denkmäler errichtet wurden. Staatsoper (vormals Hofoper), Votivkirche, Rathaus, Parlament, Universität, Burgtheater (vormals Hofburgtheater) zeigen Stilelemente der griechischen Klassik, Gotik, italienischen Renaissance, Barock, die in inhaltlichem Zusammenhang mit den Funktionen der Bauten stehen. Der Boulevard diente dem wirtschaftlichen erstarkten Großbürgertum als Flaniermeile, Reitallee sowie dem Militär.

Skulptur und Malerei des Historismus sind akademisch und anti-modern. Mit großer technischer Finesse und nach historischen Recherchen führten Maler wie Hans Makart, Franz Xaver Winterhalter, Léon Gêrome, Lawrence Alma-Tadema u.v.m. meist großformatige Gemälde mit historischen Szenen aus. Da ihre Werke vornehmlich am Pariser Salon der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, wird auch der Begriff Salonmalerei verwendet.

 

21. Oktober 2017

Anton Romako: Werk und Leben Retrospektive zum Wegbereiter des Expressionismus im Leopold Museum

Anton Romako (1832–1889) zählt mit seinem individuellen Stil & subjektiver Porträtauffassung zu den außergewöhnlichen Malern Österreichs. Als Vorbild von Oskar Kokoschka bereitete er den Expressionismus vor.
22. Februar 2017
Lawrence Alma-Tadema, The Roses of Heliogabalus, 1888, Öl auf Leinwand, 132,7 x 214,4 cm (Colección Pérez Simón, Mexiko, Foto: © Piera, Arturo)

Lawrence Alma-Tadema Leben und Werk

Lawrence Alma-Tadema (1836–1912) war ein Historienmaler des späten 19. Jahrhunderts, der aus Holland stammte, in Flandern studierte und für antike Massenszenen, meist pompeijanische oder römische Sujets, in England berühmt wurde. Für seine detailreichen Großformate studierte er Realien und antike Stätten in Büchern, Museen und vor Ort. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit setzte er seine Phantasien in gekonnten Inszenierungen um und wurde so zum Ideengeber für so manchen Hollywood-Film wie „Ben Hur“ oder den „Gladiator“. Alma-Tadema wirkt mit seinen Gemälden entschieden auf das heutige Bild der Antike.

Impressionismus

Impressionismus (von franz. impression, dt. Eindruck) beschreibt eine Stilrichtung der Malerei, die durch eine helle Palette, lockeren, skizzenhaften Farbauftrag mit sichtbaren Pinselstrichen, Malen vor dem Motiv und meist Pleinairmalerei gekennzeichnet ist. Selten erzählen impressionistische Maler in ihren Werken Geschichten, stattdessen fokussieren vor allem die Maler auf die sinnliche Wahrnehmung. Impression meint ein rasches, intuitives und (scheinbar) improvisiertes Festhalten eines flüchtigen Augenblicks. Die Beobachtung von Lichteffekten und der sich verändernden Farbstimmungen über das ganze Jahr nahm einen höheren Stellenwert ein als die Bedeutung des Dargestellten, weshalb die Impressionistinnen und Impressionisten es vorzogen, im Freien (franz. en-plain-air) und in Serien zu arbeiten.Diese Definition lässt sich besonders gut auf die Landschaftsmalerei des Impressionismus anwenden, während die Figurenmaler unter der Führung von Edgar Degas sich stärker in der Tradition der Akademie sahen und die Bezeichnung Impressionismus für ihre Werke ablehnten. Der führende Maler des Impressionismus ist Claude Monet, der während der 1860er Jahre gemeinsam mit Kollegen den Realismus weitertrieb, um dem neuen Lebensgefühl von Modernität und Schnelligkeit Rechnung tragen zu können.

Impressionismus in der Bildhauerei wird von Auguste Rodin geprägt, in der Fotografie ist er besser unter dem Begriff Piktorialismus bekannt. Die Piktorialisten nutzten erstmals und experimentell Farbfotografie und schätzten unscharfe Aufnahmen. Zu den wichtigsten Fotografen des Impressionismus um 1900 zählt der in Wien ansässige Heinrich Kühn (1866–1944).

 

4. Dezember 2017
Carl Moll, Winter auf der Hohen Warte, Detail, 1912/1914, Öl/Lw (Leopold Museum)

Carl Moll, Winter auf der Hohen Warte Düsterer Schnee in der Künstlerkollonie

Carl Molls (1961–1945) „Winter auf der Hohen Warte“ (1912/1914) gehört zu einer Serie von Bildern, deren Sujets das Leben in der von Josef Hoffmann entworfenen Villenkolonie auf der Hohen Warte in Döbling entspringen.
2. Oktober 2017
Claude Monet, Le Portail et la tour d'Albane à l'aube, Detail, 1893-4, ÖL/Lw, 106 × 74 cm (© Museum of Fine Arts, Boston, Tompkins Collection - Arthur Gordon Tompkins Fund (24.6)

Monet und die Architektur Dörfer, Gare Saint-Lazare, Kathedrale von Rouen, Londoner Parlament und venezianische Palazzi

Welche Beziehung hatte Claude Monet (1840–1926) zur Architektur? Die Credit Suisse-Ausstellung „Monet und die Architektur“ stellt anhand von mehr als 70 Gemälden Gebäude und andere Bauwerke im Werk von Monet ins Zentrum: von Monets Dörfern und malerischen Szenen über seine Studien der modernen Stadt bis hin zur monumentalen Serie der Kathedrale von Rouen.

Realismus

Realismus (von lat. res für Ding) ist ein hochkomplexer Begriff, mit dem eine bestimmte Haltung und Weltanschauung, wie auch Methode der Kunstproduktion beschrieben wird. Im Jahr 1855 verwendete ihn Gustave Courbet, um seine von der Jury der Weltausstellung abgewiesenen, anti-akademischen, anti-idealistischen Gemälde im „Le Réalisme“ auszustellen. Er sah in seinen großformatigen Werken, in denen er die regionale Landschaft und die Bevölkerung realistisch, d.h. getreu im monumentalen Format schilderte, einen neuen, von vielen als brutal und „hässlich“ empfundenen Stil. Dahinter stand eine politische, sozialistische Aussage, der Realismus ist daher auch eine Art „Kampfbegriff“ in der französischen Kunsttheorie. Zwischen etwa 1830 und 1880 widmeten sich einige Künstler einzig der sichtbaren Welt, berührbaren Dingen und lehnten akademische Historienmalerei (Salonmalerei) entschieden ab. Mit den „Steineklopfern“ und dem „Begräbnis von Ornans“ (1850) setzte Arbeitern und der zeitgenössischen Gesellschaft monumentale Denkmäler.

 

 

24. Dezember 2017
Ferdinand Georg Waldmüller, Christtagsmorgen, Detail, 1844, Öl auf Holz, 64,5 × 84,5 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 2129)

Ferdinand Georg Waldmüller, Christtagmorgen Bescherung bei einer Bauernfamilie 1844

Christtagmorgen im Jahr 1844 bei einer niederösterreichischen Bauernfamilie – gemalt von Ferdinand Georg Waldmüller. Dieser ist ein herausragender Vertreter der österreichischen Genremalerei des Biedermeier. Waldmüller übertraf seine Vorläufer, indem er gleichzeitig rührselige Motive mit sozialkritischem Unterton verband.
7. August 2017
Théodule Ribot, Kopf einer Frau, Detail, um 1870, Öl auf Leinwand, 41 x 32 cm (Staatsgalerie Stuttgart)

Thédule Ribot Pariser Vertreter von Realismus und Spanienmode

Der Historien- und Genremaler Thédule Ribot (1823–1891) war Schüler von Auguste Glaize und wandte sich anfangs dem Stillleben zu. Der „Hl. Sebastian“ (1865) steht am Beginn der Historienmalerei Ribots, die stark vom Realismus Gustave Courbets und der spanischen, italienischen und holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts beeinflusst war.

Romantik

Romantik ist kein Stil, sondern eine Geisteshaltung, die das Geheimnisvolle, Obskure und Sublime dem Glatten und Schönen vorzieht. Um 1810 organisierte sich in Wien der Lukasbund, der Dürer und Raffael miteinander vereinen wollte. Gleizeitig, als Caspar David Friedrich seine ersten Erfolge als Landschaftsmaler errang, schuf der alternde Goya seine schwärzesten Bilder. Von mittelalterlichen Märchen zu Dr. Faustus, von atemberaubenden Berglandschaften zu nebelverhangenen Gegenden - immer ist es das Innerste, die Gefühlsebene, die romantische Künstlerinnen und Künstler zu neuen Schöpfungen antrieben.

 

7. Januar 2018
Caspar David Friedrich, Wanderer über dem Nebelmeer, Details, um 1817 (© SHK/Hamburger Kunsthalle/bpk, Foto: Elke Walford)

Wanderlust. Von Caspar David Friedrich bis Auguste Renoir Wandern in der Kunst des 19. Jahrhunderts

Wandern in der Kunst des 19. Jahrhunderts in der Alte Nationalgalerie Berlin: Caspar David Friedrichs berühmtes Gemälde „Wanderer über dem Nebelmeer“ aus der Hamburger Kunsthalle bildet den Ausgangspunkt einer Ausstellung zum Wandern. Um 1800 wird das Wandern zum Ausdruck eines modernen Lebensgefühls, das angesichts der gesellschaftlichen Umbrüche seit der Französischen Revolution eine neue Form der entschleunigten Selbst- und Welterkenntnis entwickelt, die bis heute nachwirkt.
29. Dezember 2017
Johann Heinrich Füssli, Die schlafwandelnde Lady Macbeth, Detail, 1784, Öl/Lw, 221 x 160 cm (Louvre, Paris)

Johann Heinrich Füssli. Drama und Theater Mit Einbildungskraft und Empfindung zum autonomen Kunstwerk

Johann Heinrich Füssli (1741–1825), der in Zürich in eine Künstlerfamilie geborene, in Rom und London berühmt gewordene Maler war einer der einfallsreichsten und unkonventionellsten Erneuerer des ausgehenden 18. Jahrhunderts: Mit Drama und Theater, Einbildungskraft und Empfindung gelangte er zum autonomen, modernen Kunstwerk.

Klassizismus

Mit der Klassischen Kunst im "Rucksack" strebten Künstler um 1800 nach "stiller Einfalt und edler Größe" (J.J. Winkelmann), inspiriert von den jüngsten Funden in Pompeij. Der italienische Bildhauer Antonio Canova und der französische Maler Jacques-Louis David prägten eine ganze Generation, indem sie in ihren Werken heroische Männlichkeitsideale sowie tugendhaft zurückhaltende Frauen beschworen. In Skulptur, Malerei und vor allem Architektur lösten bildparallele Kompositionen, geradlinige Formen und die Orientierung an den klassischen Kanon (Maßverhältnisse) die bewegten, barocken Schwünge ab.

 

11. August 2017
David Roentgen, Commode à vantaux (offen), Januarius Zick (Entwürfe für die Marketerie), Elie Gervais (Schablonen und Schneiden der Marketerie), um 1775–1779 mit späteren Veränderungen, Eiche, Pinie, Walnuss, Mahagoni, Kirsche, Weißbuche, Ahorn, Buchsbaum, roter brocatellierter Marmor, vergoldete Bronze, Eisen, Stahl und Messing, 89.5 x 135.9 x 69.2 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York, The Jack and Belle Linsky Collection, 1982, Inv.-Nr. 1982.60.81)

David Roentgen Möbel als ästhetische und mechanische Meisterwerke

David Roentgen, geboren am 11. August 1743 in Neuwied in der Nähe von Frankfurt, war schon zu Lebzeiten eine Legende und einer der bedeutendsten deutschen Kunsttischler. Seine Werke entstanden während des Überganges vom Spätbarock zum Klassizismus.
27. Oktober 2015
Francisco de Goya, Die Herzogin von Alba, 1797, Öl auf Leinwand, 210.1 × 149.2 cm (On loan from The Hispanic Society of America, New York, NY, A102).

Goya. Die Porträts Repräsentative Bildnisse des spanischen Hofmalers

Francisco de Goyas Werk wandelte sich von schimmernden Gemälden im Rokoko-Stil zu dunklen Bildern nach dem Spanischen Bürgerkrieg gegen die Napoleonische Besatzung, von barocken Kirchenausstattungen zu aufgeklärten Druckgrafiken und von repräsentativen Adelsporträts zur schonungslosen Bespiegelung seiner Selbst. Etwa ein Drittel seines Œuvres sind Porträts, und ungefähr 130 authentische Bildnisse sind erhalten.

Rokoko

Antoine Watteaus Bilder von der utopischen Liebesinsel Kythera sind charakteristisch für die französische Malerei des Rokoko. Atmosphäreische Landschaften, zarte Figuren, poetisch-elegische Stimmungen und subtiles Kolorit prägen die Genremalerei, während im Porträt hochrepräsentative und intime Bildnisse gleichermaßen geschätzt wurden. Der Stil des Rokoko breitete sich von Frankreich über Mitteleuropa aus und wurde vor allem für Möbel und Innenausstattungen geschätzt.

 

17. Januar 2018
Thomas Gainsborough, Robert und Frances Andrews (“Mr. und Mrs. Andrews”), Detail, um 1750, Öl/Lw, 69,8 × 119,4 cm (London, The National Gallery © The National Gallery, London)

Thomas Gainsborough. Die moderne Landschaft Experimentelle Technik und „sensible“ Naturbilder

Thomas Gainsborough (1727–1788) erstmals in Deutschland eine große monographische Ausstellung und zeigt ihn als Wegbereiter der „modernen“ Landschaftsmalerei. Die vom Direktor der Hamburger Kunsthalle, Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, kuratierte Schau umfasst etwa 80 Werke – rund 50 Gemälde und 30 Arbeiten auf Papier. Unter den internationalen Leihgaben befinden sich Ikonen der britischen Malerei wie „Mr. and Mrs. Andrews“ und „Die Tränke“, die im englischsprachigen Raum zu den bekanntesten Gemälden überhaupt gehören.
22. November 2017
Jean-Etienne Liotard, Das Schokoladenmädchen, DetaiI, 1744-45, Pastell auf Pergament, 82,5 x 52,5 cm (Dresden © Gemäldegalerie Alte Meister, SKD)

Das Schokoladenmädchen von Liotard „Das schönste Pastell, das man je gesehen hat“ aus der Dresdner Gemäldegalerie

Das Schokoladenmädchen des Schweizer Künstlers Jean-Etienne Liotard ist eines der berühmtesten Werke der Dresdener Gemäldegalerie. Schon seit 1745 hängt es in Dresden. Der große Bekanntheitsgrad des Bildes aber beruht auf der Darstellung einer einfachen Hausangestellten, einem bis dahin seltenen Motiv, das in seiner präzisen Beobachtung die Kunst der Aufklärung und den Realismus des 19. Jahrhunderts vorwegnimmt.

Barock

Der Stil des Barock wurde kurz vor 1700 in Rom aus der Taufe gehoben und international verbreitet: In Architektur und Skulptur setzte Gian Lorenzo Bernini neue Maßstäbe, so wie es Caravaggio in der Malerei tat. Das dramatische Hell-Dunkel und die Verletzung des decorum (Schicklichkeit) des ungestümen Malerstars wurde richtungsweisend und namensgebend für realistische Schilderungen von Martyrien und Genreszenen der so genannten Caravaggisten. Das Goldene Zeitalter (17. Jahrhundert) der holländischen Malerei ist nicht nur von Rembrandt geprägt, sondern brachte aufgrund des enorm angewachsenen Wohlstandes des Bürgertums mit Genre, Landschaft und Stillleben drei neue Kunstgattungen hervor. In Spanien und den Kolonien prägten hingegen sakrale und höfische Aufträge die Kunstproduktion, da die Kunst des Barock mit ihrer Emotionalität als Mittel der Gegenreformation eingesetzt wurde. Mit Peter Paul Rubens gelang einem Flamen eine europäische Karriere, da er in seiner Malerei größte Prachtentfaltung, Dynamik und emotionale Ergriffenheit geschickt verbinden konnte.

Im Vergleich zu Italien, Spanien und Süddeutschland setzte sich der bewegte Stil des Barock in Frankreich und England nicht durch: In beiden Ländern dominierte eine klassische Auffassung, die auch als Barockklassizismus (Frankreich) und Palladianismus (Architektur in England) bezeichnet wird.

 

12. Dezember 2017
Kuppelaufblick in die Salesianerinnenkriche, Foto: ARTinWORDS, Alexandra Matzner

Salesianerinnen-Kloster in Wien Weibliches Wirken im Geheimen

Kaiserin Amalia Wilhelmina (1673–1742) holte die Salesianerinnen nach Wien und ließ ab 1717 eine Klosterresidenz für sich selbst errichten: Ausstattung der Kirche, Paramente-Sammlung und ein wunderbarer Ausblick auf das Obere Belvedere.
12. Dezember 2017
Rembrandt, Die Auferweckung des Lazarus (große Platte), Zustand V (10), Detail, um 1632, Radierung, Grabstichel, 36,6 x 25,8 cm (Albertina, Inv.-Nr. DG1926/140), Foto: © Albertina, Wien

Rembrandt, Die Auferweckung des Lazarus (große Platte) Dramatisches Licht und pathetische Gestik

Rembrandt (1606–1666) setzte sich während seines Lebens mehrfach mit der Auferweckung des Lazarus auseinander. Diese 1632 entstandene Radierung aus der Albertina ist in zehn Zuständen bekannt.

Renaissance

Die Wiederentdeckung der Antike ist nur ein wichtiger Aspekt für die Kunst der Renaissance, weiters spielt auch die veränderte Auseinandersetzung mit der Natur und dem Menschenbild eine gewichtige Rolle. Nicht zuletzt bestimmten italienische Künstler ab 1500 ihre Position als intellektuelle Tätigkeit. Die „Erfindung“ der Renaissance in Florenz vollzog sich im frühen 15. Jahrhundert in Bildhauerei (Donatello) und Architektur (Alberti, Brunelleschi). Über Rom breitete sich der neue Stil nach Mittel- und Norditalien (Venedig) aus. Drei der berühmtesten Maler der Epoche - Leonardo, Michelangelo, Raffael - lebten 1505 in Florenz und Rom, wo sie im künstlerischen Wettstreit in öffentlichen Aufträgen gegeneinander antrat. Venedig war das dritte Zentrum der Renaissance-Kunst in Italien, gefolgt von den Höfen von König Alfons von Aragon in Neapel, Federico da Montefeltro in Urbino, Ludovico „Il Moro“ in Mailand, der Este in Ferrara sowie der Gonzaga in Mantua.

Die Renaissance in Flandern entwickelte sich völlig eigenständig in der Nachfolge von Melchior Broederlam: Jan van Eyck, Robert Campin (vielleicht identisch mit dem „Meister von Flémalle“), Rogier van der Weyden sowie Hans Memling erforschten die Perspektive aus eigener Anschauung (nicht theoretisch) und widmeten jedem noch so feinen Detail ihre Aufmerksamkeit. Als Begründer der Ölmalerei auf Leinwand gehören die altniederländischen Maler zu den Realisten des 15. Jahrhunderts. Diese Tradition führte im frühen 16. Jahrhundert zur „Erfindung“ der Landschaftsmalerei durch Joachim Patinier.

Das neue Medium der Druckgrafik wurde zu einem wichtigen Verbreitungsmotor neuer Errungenschaften in der Kunst und zusätzliche Einnahmequelle. Der Nürnberger Albrecht Dürer war schon mit 13 Jahren vom Verismus begeistert. Nachdem er zwei Mal Venedig bereist hatte, führte er, unterstützt von Humanisten, die Malerei in Süddeutschland auf eine wirklichkeitsbezogene Darstellungsform. Seine „Meisterstiche“ sind die ersten bildhaften Darstellungen in diesem Medium.

 

 

22. Dezember 2017
Cellini, Salzfass (Saliera), 1540–1543, Gold, Email, Ebenholz, Elfenbein, 28,5 cm × 21,5 cm × 26,3 cm (Kunsthistorisches Museum Wien)

Benvenuto Cellini: Saliera Goldenes Salzfass für Franz I. von Frankreich

Der Florentiner Goldschmied Benvento Cellini (1500–1571) schuf das Salzfass in den Jahren 1540 bis 1543 während seines Aufenthaltes am Hof des französischen Königs Franz I. (1494–1547).
6. Dezember 2017
Antico, Büste des Marc Aurel, Detail, um 1500, Bronze, vergoldet, 72,5 x 60,0 cm (LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv.-Nr. SK 1630)

Antico, Büste des Marc Aurel Antikenbegeisterung der Hochrenaissance

Antico (um 1455–1528) gehört zu den führenden Bronzebildhauern der Renaissance, da er Werke im antikischen Stil schuf. Diese "Büste von Marc Aurel" aus den Princely Collections Liechtenstein dürfte im frühen 16. Jahrhundert vielleicht für Isabella d'Este entstanden sein.

Gotik

Gotik ist ein Begriff, der seit der Renaissance abwertend für die Kunst zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert verwendet wurde. Abgeleitet wurde er von der Bezeichnung für die Goten. Erst im frühen 19. Jahrhundert entdeckten Kunstschriftsteller (Goethe) und Künstler der Romantik die Qualitäten gotischer Werke neu. Dies führte zu großangelegten Bauprojekten wie der Fertigstellung des Kölner Domes nach den originalen Plänen aus der Gotik.

Die gotische Kunst des Hoch- und Spätmittelalters wurde mit der Entwicklung der französischen Kathedrale eingeläutet. Mit ihren hohen Proportionen und Strukturen wie Licht (farbige Glasfenster!) betonenden Bauweise wurde sie zur Leitgattung dieser Epoche. Die zugehörige Bauplastik, vor allem der figürliche Schmuck an den Portalen, schöpfte einerseits aus dem Erbe der Antike und andererseits aus einem neuen Naturalismus (z.B. Naumburger Stifterfiguren, Bamberger Reiter). In der Malerei begründete Giotto zu Beginn des 14. Jahrhunderts die abendländische Malerei.

Um 1400 breitete sich der Internationale Stil (auch: Weicher Stil, Internationale Gotik) über ganz Europa aus. In der Folge entwickelte sich die Kunst der Spätgotik und Frührenaissance gleichzeitig, wenn auch in unterschiedlichen Zentren. Zu den wichtigen neuen Kunstgattungen zählt das Porträt, da bürgerliches Mäzenatentum in bislang unerhörtem Ausmaß auftrat. Zur selben Zeit setzte das Retabel, in dem sich Skulptur, architektonisches Rahmenwerk und zunehmend Malerei verbanden, zu seinem Siegeszug an. Plastik und Malerei hatten sich von der Architektur gelöst, ja, die Malerei rückte immer deutlicher ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Als Tafelmalerei bzw. Tafelbild erlangte sie Beweglichkeit, Öffentlichkeit und Bedeutung, wobei zunehmend auch die Fähigkeiten der ausführenden Handwerker geschätzt und ihre Namen bekannt wurden.

 

6. Dezember 2017
Meister von Großgmain, Hl. Ambrosius, Detail, um 1498, Fichtenholz, 67 x 39,5 cm (© Belvedere, Wien)

Meister von Großgmain, Hl. Ambrosius Exzellenter Rhetoriker am Lesestuhl

Der unter dem Notnamen bekannte Meister von Großgmain stellte um 1498 für einen nicht näher bekannten, mehrteiligen Altar die Kirchenväter dar. Zwei der Tafeln, die der hll. Ambrosius und Augustinus, befinden sich im Belvedere. Zu ergänzen ist ein hl. Gregor.
3. Dezember 2017
Michael Pacher-Werkstatt, Hl. Barbara, Detail, um 1480/1490, Zirbenholz, 54,5 x 41 cm (Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 4848)

Michael Pacher-Werkstatt, Hl. Barbara Spätgotischer Meister mit europäischer Bedeutung

Michael Pacher (um 1435–1498) lebte und arbeitete in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Bruneck im heutigen Südtirol. Er ist einer der Hauptmeister der Spätgotik – von gesamteuropäischer Bedeutung und wird in der Generation von Albrecht Dürer mit Martin Schongauer und Nicolaus Gerhaert van Leyden verglichen.

Romanik

Die Kunst der Romanik gilt als die erste, ganz Europa umfassende Epoche mittelalterlicher Kunst. Sie ist zwischen 1000 und 1250 zu datieren und löste die karolingische bzw. ottonische Kunst ab. Charakteristisch für romanische Architektur, meist Kirchen oder Klosterkirchen, ist der Rundbogen und die Ausrichtung der Kunstproduktion auf christliche Inhalte. Dies führte dazu, auch von Ars Sacra zu sprechen.

Romanische Kunst ist eng mit Klöstern verbunden, denn die Orden genossen um 11. und 12. Jahrhundert besonders den Schutz der Landesfürsten. Die skulturale Ausstattung von Portalen und Tympana sowie die Entwicklung des Altarretabels zeigen ab 1000 Tendenzen zur Monumantalität. Hölzerne Kruzifixe und Madonnen mit Kind, bronzene Taufbecken und Türbeschläge, vor allem aber die Schatzkunst in Elfenbein, Email und vergoldetem Metall faszinieren bis heute.

Die romanische Malerei ist als Wandmalerei und natürlich auch als Buchmalerei bedeutend. Der Übergang zur Gotik ist mit der Entwicklung der Glasmalerei verbunden. Zu den außergewöhnlichsten Werken der Romanik zählt zweifellos der Teppich von Bayeux (1077).

 

30. März 2015
Bildstein, Kalkstein Smiss, När, Gotland, Schweden (c) Gabriel Hildebrand /The Swedish History Museum (SHM 11521).

Wikinger! Die Wahrheit hinter dem Mythos

„Wikinger!“ Dieser Ausruf war von Mitte des 8. bis ungefähr zum frühen 12. Jahrhundert an vielen Küsten Europas ein Schreckensschrei - könnte man meinen. Doch nicht so in dieser Ausstellung! Das Schwedische Historische Museum und die Schallaburg rücken dem Mythos der Wikinger an den Leib. Zehn Kapitel - von Familie und Gesellschaft über Religion, Legenden und Handwerkskunst - führen in die Lebenswelt der Nordleute ein.
3. Oktober 2014
Reliefs vom rechten Flügel des Gurker Westportals, Fragment eines typologischen Zyklus, mittleres Kompartiment mit Kreuzigung und Auferstehung Christi im Zentrum © BDA (P. Laubenstein).

Die romanischen Portalreliefs aus dem Dom zu Gurk Fokus Denkmal im KHM

Unter dem Titel „Fokus Denkmal. Die romanischen Portalreliefs aus dem Dom zu Gurk“ präsentiert das KHM in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt (BDA) die frisch restaurierten und erforschten Portalreliefs. Erst der Untertitel enthüllt, worauf der Fokus gelegt wird: Die Holzreliefs gehören zu den bedeutendsten Werken romanischer Kunst in Österreich, sind sie doch die einzigen erhalten, sakralen Türdekorationen im österreichischen Raum.

Antike Kunst

Antike Kunst entstand in Ägypten, China, Mesopotamien, Griechenland und Rom zwischen ca. 4.500 v.u.Z. und 300 n.u.Z., d.h. sie ist eng mit der Erfindung der Schrift, dem Mehrgottglauben, dem Totenkult verbunden. Vergleiche zwischen den Kulturen des Alten Ägypten und China haben ergeben, dass dies beiden frühen Hochkulturen einander durchaus ähnlich waren, oder zumindest für ähnliche Fragestellungen Lösungen suchten.

Die Kunst des Alten Ägypten beeinflusste die griechische und römische Antike zutiefst, griffen Künstler aus diesen beiden Kulturräumen doch auf künstlerische Errungenschaften zurück, die im Land am Nil entwickelt worden waren. Zu den bekanntesten Artefakten antiker Kunst zählen die ägyptischen Pyramiden, die Mumienmasken aus spätägyptischer-römischer Zeit, die Jade-Gewänder und Tonfiguren als Grabbeigaben im Alten China, die Kuroi (männliche Akte) und Tempelbauten der griechischen Klassik, die Monumentalskulptur der Römer.

 

26. Mai 2017
Schale des Tarquinia-Malers, Attisch, rotfigurig, um 470–460 v.u.Z. (Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, © Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig)

Griechische Vasenmalerei Attische Vasen: Malerei, Epochen, Herstellung, Formen, Erforschung

Griechische Vasenmalerei – und darunter führend die attische – erreichte einen hohen Stellenwert und auch eine herausragende Qualität. Obschon die dekorierte Keramik der griechischen Antike vornehmlich Alltagsagegenstände wie Transport-, Trink- oder Aufbewahrungsgefäße ziert, erreichte sie aufgrund der weiten Handelsbeziehungen der Stadt Athen eine große Verbreitung.
16. Mai 2017
China - Ägypten in Berlin 2017

China und Ägypten Ausstellung zu den „Wiegen der Welt“ in Berlin

Das Alte China und Alte Ägypten sind die „Wiegen der Welt“, entstanden doch in diesen beiden Regionen die ersten Zivilisationen der Weltgeschichte. Ohne in direktem Kontakt miteinander zu stehen, formten sich um 4500 v. u. Z. Gesellschaften und Hochkulturen, die überraschend viele Gemeinsamkeiten aufweisen: Lebenswelten, Schrift, Herrschaft und Verwaltung, Totenkult und Götterhimmel.