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Aktuelle Ausstellungen

Von Rubens bis Makart: die Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein zu Gast in der Albertina

In großen Ausstellungen haben die Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein ihre Schätze in bedeutenden Museen auf der ganzen Welt gezeigt. Noch nie waren sie jedoch in ihrer gesamten Bandbreite und vor allem auch nach den spektakulären Neuerwerbungen der letzten 15 Jahre in Wien der Öffentlichkeit zugänglich. Mit der Präsentation in der Albertina lassen sich die kostbarsten Werke der Sammlungen und ihre einzigartige Qualität in einem neuen Licht erleben.

Österreich / Wien: Albertina, 15.2. – 10.6.2019

Rembrandt im Rijksmuseum

Alle Werke des Holländers 2019 zu sehen!

Das Rijksmuseum besitzt die weltweit größte Sammlung an Gemälden von Rembrandt van Rijn (1606–1669): 22 Gemälde, 60 Zeichnungen und 1.300 Druckgrafiken, von denen die 300 wichtigsten ausgestellt werden. Erstmals zeigt das Museum in Amsterdam sämtliche Werke aus den Depots: Malerei, Druckgrafiken und Zeichnungen erlauben, tief in das Schaffen das Barockmalers einzutauchen. Neben den weltberühmten Selbstporträts, der „Nachtwache“ überzeugen Landschaften, Porträts, Akte, Genreszenen, religiöse Szenen (meist Altes Testament und Kreuzigung). Dem Maler Rembrandt, der für seine außergewöhnliche Maltechnik berühmt ist, wird der Mann Rembrandt zur Seite gestellt. Die Alltagsszenen in seinen Werken geben einen  Einblick in seine Umgebung und Rembrandts Interessen.

Niederlande / Amsterdam: Rijksmuseum, 15.2. – 10.6.2019

Städel: Tizian und die Renaissance in Venedig

Farbe, Landschaft und „schöne Frauen“ in der Malerei des 16. Jahrhunderts

Die venezianische Malerei der Renaissance ist eines der folgenreichsten Kapitel der europäischen Kunstgeschichte (→ Renaissance Malerei in Venedig). Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickelten die Künstler der Lagunenstadt, allen voran der junge Tizian (um 1488/90–1576), eine eigenständige Spielart der Renaissance, die auf rein malerische Mittel und die Wirkung von Licht und Farbe setzt. Nicht nur in Venedig selbst macht diese neue Malerei Furore; ihre Vertreter verbreiten die Innovationen bald auch außerhalb der Stadtrepublik und begeisterten auch deutsche Maler wie Albrecht Dürer. Ab den 1540er Jahren trat mit Jacopo Tintoretto und Paolo Veronese erneut eine hochbegabte junge Generation auf den Plan, die in Venedig um Aufträge wetteiferte.

Deutschland / Frankfurt a. M.: Städel Museum, Ausstellungshaus, 13.2. – 26.5.2019

Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre: Bucerius Kunstforum zeigt Kunst von Otto Dix bis August Sander

Neues Sehen – Neue Sachlichkeit: Fotografie und Malerei der Weimarer Republik im Vergleich

Nach 1918 etablierte sich mit der Neuen Sachlichkeit in der Malerei sowie dem Neuen Sehen in der Fotografie eine moderne Stilrichtung (→ Neue Sachlichkeit | Neues Sehen), die eine sachliche und realistisch-veristische Wiedergabe anstrebte und sich so vom Expressionismus bzw. Piktorialismus abgrenzte. In der Gegenüberstellung von Gemälden und Fotografien aus dieser Epoche spürt die Ausstellung den Wechselbeziehungen zwischen den Medien nach. Sie untersucht die Themenkomplexe Porträt, Stadtansichten, Stillleben, Industrie und Technik sowie politische Fotomontage, in der sich die gesellschaftlichen Spannungen dieser turbulenten Epoche exemplarisch verdichten.

Deutschland / Hamburg: Bucerius Kunstforum, 9.2. – 19.5.2019

Museum Frieder Burda zeigt Banksy „Love Is in the Bin“ im Februar 2019!

Halbgeshreddertes bzw. neues Kunstwerk erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen

Museum Frieder Burda in Baden-Baden zeigt Banksys „Love Is in the Bin“ zwischen 5. Februar und 3. März 2019 in der Öffentlichkeit! Danach wird es in der Staatsgalerie Stuttgart gezeigt werden.

Deutschland / Baden-Baden: Museum Frieder Burda, 5.2. – 3.3.2019

5. Februar 2019
Gert H. Wollheim, Abschied von Düsseldorf, Detail, 1924, Öl auf Leinwand, 160 × 185 cm (Kunstpalast, Düsseldorf, © Jutta Osterhof / Nachlass des Künstlers, Foto: Kunstpalast - Horst Kolberg – ARTOTHEK)

Düsseldorf Kunstpalast: Das Junge Rheinland „Zu schön, um wahr zu sein“ der Düsseldorfer Kunstszene bis 1933

Ausstellung im Kunstpalast 2019: Das Junge Rheinland, Künstlervereinigung 1919-1933 in Düsseldorf: Künstler und Künstlerinnen, Kunstrichtungen, Auflösung.
5. Februar 2019
Georges Braque, Großer Akt, Detail, Winter 1907–Juni 1908, Öl/Lw, 140 x 100 cm (Centre Pompidou, Paris © Centre Pompidou Dist. Rmn-GP)

Kubismus: Künstler, Konzepte, Methoden Centre Pompidou und Kunstmuseum Basel analysieren die radikale Kunstbewegung

Mit mehr als 300 Werken von den bedeutendsten Kubisten, darunter Pablo Picasso, Georges Braque, André Derain, Henri Laurens, Robert Delaunay, Fernand Léger, Francis Picabia und Marcel Duchamp, zeigt die Ausstellung im Centre Pompidou den Austausch zwischen den Künstlern und ihren Diskussionspartnern.
3. Februar 2019
David Annesley, Swing Low, 1964, Stahl, bemalt, 128,3 x 175,9 x 36,8 cm (© Tate Images credit, © David Annesley)

PalaisPopulaire: Objects of Wonder – britische Skulptur seit den 1950ern Revolutionäre Neudefinition der Bildhauerei bis zur zeitgenössischen Objektkunst

PalaisPopulaire in Berlin zeigt in Kooperation mit der Tate Britain britische Skulptur seit den 1950ern: Henry Moore, Barbara Hepworth, David Annesley, Gilbert & George, Damien Hirst bis Helen Marten.
2. Februar 2019
Alex Katz, January 4, 1992, Öl/Lw, 231,1 x 307,3 cm (Sammlung Thaddaeus Ropac , London • Paris • Salzburg, Foto: Ulrich Ghezzi © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

Museum Brandhorst: Alex Katz Amerikanische Coolness in München

Das Museum Brandhorst in München zeigt Alex Katz (* 1927). Pia-Felicitas Hawle nähert sich den schablonenhaften, coolen Bildern des New Yorker Malers und entdeckt, was sie schon immer kannte.
1. Februar 2019
Pablo Picasso, Akrobat und junger Harlekin [Acrobate et jeune arlequin], Detail, 1905, Gouache auf Karton, 105 x 76 cm (Privatsammlung © Succession Picasso / ProLitteris, Zürich 2018)

Der frühe PICASSO – Blaue und Rosa Periode Kreisen um die menschliche Figur

Anhand von Menschenbildern zeichnet die Fondation Beyeler in dieser chronologischen Schau die Entwicklung von Picassos Blauer und Rosa Periode nach!
31. Januar 2019
Gerard Byrne und Sven Anderson, A Visibility Matrix, 2018, Ausstellungsansicht Secession 2019, Foto: Iris Ranzinger

Secession: Gerard Byrne Irischer Medienkünstler zu „Upon all the living and the dead“

Gerard Byrne zeigt in der Wiener Secession drei Arbeiten aus den letzten drei Jahren und trennt dafür den Hauptausstellungsraum in zwei Black-Boxes und einen lichtdurchfluteten Raum.

Ausstellungseröffnungen vom 19.2. bis 23.2.2019

Paris: Die Courtauld Sammlung impressionistischer Malerei: von Manet bis Cézanne

Bedeutende Sammlung französischer Impressionisten in Paris vereint

Der englische Industrielle und Kunstsammler Samuel Courtauld (1876–1947) schuf eine der bedeutendsten Kollektionen impressionistischer Gemälde in Europa. Da die Courtauld Gallery ab September 2018 für einen Umbau geschlossen ist, übersiedeln die wertvollen Bestände des Impressionismus für eine Sonderausstellung in die Londoner National Gallery. Hier werden sie gemeinsam mit den Beständen der National Gallery eine veritable Geschichte des Impressionismus erzählen. Dass sich heute so viele herausragende Werke der französischen Avantgarde der Jahre zwischen 1860 und 1910 in London befinden, hat ursächlich mit der Förderung durch Samuel Courtauld zu tun: Er stiftete 1923 den Courtauld Fund, mit dem ausschließlich Werke der Impressionisten gekauft werden durften.

Frankreich / Paris: Fondation Louis Vuitton, 20.2. – 17.6.2019

London: Franz West in der Tate Modern

Bislang größte Retrospektive des österreichischen Bildhauers

Die größte Retrospektive zum Werk von Franz West (1947–2012) mit nahezu 200 Kunstwerken beinhaltet Arbeiten von 1972 bis 2012. Sowohl die selten ausgestellten Zeichnungen aus den frühen 1970er Jahren wie auch Wests ersten Skulpturen sind zu sehen. 1973/74 begann Franz West mit der Reihe der Passstücke und performative Skulpturen, die den Betrachter mit einbeziehen, um deren „Neurosen zu offenbaren“. Die Pappmaché-Skulpturen der 1980er Jahre sowie eine Reihe von Kollaborationen mit Künstlerkollegen, darunter Herbert Brandl, Heimo Zobernig und Albert Oehlen, zeigen ihn als Handwerker und kommunikativen Künstler. „Lemurenköpfen“, Collagen und Zeichnungen aus der späten Zeit, Modelle für Kunstwerke im öffentlichen Raum und eine Auswahl solcher Skulpturen wie auch Wests Möbel vervollständigen den Werküberblick.

Großbritannien / London: Tate Modern, 20.2. – 2.6.2019

Barcelona: Max Beckmann. Figuren im Exil

Flucht und Exil im Werk des deutschen Malers

Die Ausstellung „Max Beckmann. Figuren im Exil“ im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza umfasst 52 Werke – Gemälde, Skulpturen und Lithografien – ist die erste Präsentation des deutschen Malers seit 20 Jahren in Spanien. Max Beckmann (1884–1950) ist berühmt für seinen höchst individuellen Stil, der gleichzeitig realistisch in der Ausdrucksweise und symbolisch aufgeladen in der Thematik ist. Beckmann reagierte auf die Gesellschaft seiner Zeit, was in den Hauptwerken der Schau besonders deutlich wird: „Die Barke“ (1926), „Gesellschaft, Paris“ (1931), „Selbstporträt mit Horn“ (1938), „Stadt. Nacht in der Stadt” (1950) und „Die Argonauten” (1949/50), jenes Triptychon das Max Beckmann an seinem Sterbetag in New York fertiggestellt hat.

Spanien / Barcelona: CaixaForum, 21.2. – 26.5.2019

Aachen: Kunst der Täuschung vom Trompe-l’œil zur Virtual Reality

Illusionismus, Augentrug und Kunstfertigkeit in München und Aachen

Seit jeher spielen Künstler mit der Wahrnehmung und führen uns vor Augen, wie leicht wir zu täuschen sind. Seien es antike Fresken, die räumliche Tiefe simulieren, barocke Kirchenausstattungen, die das Irdische um göttliche Sphären zu erweitern scheinen oder heutige computergenerierte virtuelle Welten, in die man interaktiv eintauchen kann, anstatt sie nur zu betrachten: Auf der Grundlage der optischen und technischen Erkenntnisse ihrer Zeit entwickelten Künstler stets neue Gestaltungsmittel, um ihr Publikum auszutricksen und es mit ihrer Kunstfertigkeit zu verblüffen.

Deutschland / Aachen: Ludwig Forum Aachen, 22.2. – 30.6.2019

Wien: Pattern and Decoration. Ornament als Versprechen

Muster und Feminismus von den 1970ern bis heute

Farbenfrohe Patchwork-Arbeiten und dekorative Muster auf der einen, politisch-emanzipatorischer Anspruch auf der anderen Seite – die Pattern and Decoration-Bewegung vereint vermeintliche Widersprüche. Sie entwickelt sich Mitte der 1970er Jahre in den USA, getragen von so vielen Frauen wie keine andere Kunstbewegung zuvor. Die fast vergessenen Pionierinnen brechen radikal mit der vorangegangenen puristischen Minimal Art und der rationalistischen Konzeptkunst, indem sie Fantasie, Farbe, Formenvielfalt und das Affektive in die Kunst zurückholen.

Österreich / Wien: mumok –Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, 23.2. – 8.9.2019

Wien: Christian Kosmas Mayer. Aeviternity

Alternative Zeitvorstellung und künstliche Versteinerungsquelle im mumok Wien

Christian Kosmas Mayers installative und medienübergreifende Arbeiten basieren auf eingehenden historischen und zeitgeschichtlichen Recherchen. Diese dienen einer Neubewertung von Geschichte und Gegenwart, indem sie Evolutionäres und Naturhaftes in einen kulturgeschichtlichen und wissenschaftlichen Bezug stellen. Zentrale Bedeutung in seiner Arbeit besitzt die Auseinandersetzung mit Fragen des Archivierens und Konservierens als geschichtlichem, gegenwartsbestimmendem und zukunftsweisendem Handeln.

Österreich / Wien: mumok, 23.2. – 16.6.2019

Zitat und Bild der Woche von Gerhard Richter

So gesehen, versuche ich doch mit einem Bild nichts anderes, als das Unterschiedlichste und Widersprüchlichste in möglichster Freiheit lebendig und lebensfähig zusammenzubringen. Keine Paradiese.

Gerhard Richter, 1986

Gerhard Richter

Der deutsche Maler Gerhard Richter (* 1932) zählt zu den bekanntesten Künstlern der Gegenwart. Sein vielschichtiges Werk umfasst figurative wie abstrakte Malerei, übermalte Fotografien, Editionen.

Kunst-News

10. Februar 2019
Barbara Kruger, Untitled (You are a very special person), 1995, Collage, 13,6 x 19,1 cm (© Barbara Kruger, courtesy Sprüth Magers)

Barbara Kruger erhält den Goslarer Kaiserring 2019 Amerikanische Konzeptkünstlerin für Kapitalismus- und Konsumkritik ausgezeichnet

Die amerikanische Konzeptkünstlerin Barbara Kruger (* 1945) wird den Kaiserring am 21. September 2019 in Goslar entgegennehmen.
8. Februar 2019
Österreichische Kunstpreise 2018

Österreichische Kunstpreise 2018 gehen an … Arno Geiger, Siegfried A. Fruhauf, transparadiso, G.R.A.M.

Preisträgerinnen und Preisträger der Österreichischen Kunstpreise bekanntgegeben, Verleihung Ende Februar 2019.
4. Februar 2019
Cindy Sherman (© Cindy Sherman, Courtesy of the artist, Sprüth Magers and Metro Pictures, New York, Foto: Mark Seliger)

Cindy Sherman erhält Max-Beckmann-Preis 2019 US-Fotokünstlerin ist die 14. Preisträgerin des renommierten Frankfurter Kunstpreises

US-Fotokünstlerin ist die 14. Preisträgerin des renommierten Frankfurter Kunstpreises.

Rembrandt van Rijn

Rembrandt Harmeszoon van Rijn (1606–1669) zählt zu den bedeutendsten Barockmalern Europas und den führenden Künstlern des „Goldenen Zeitalters“ der niederländischen Kunst. Der Leiden 1606 als Sohn eines Müllers geborene Maler erhielt seine Ausbildung bei Jacob Isaacsz van Swanenburgh (1571–1638) sowie dem Amsterdamer Historienmaler Pieter Lastmann (um 1583–1633). Sein erstes Atelier eröffnete Rembrandt 1625 in Leiden, wo erste Gemälde wie „Die Steinigung des hl. Stephanus“ (Lyon) und ab 1626 Radierungen entstanden. Um 1630 hatte der Ruhm Rembrandts bereits bedeutende Auftraggeber erreicht und er verkaufte auch nach England.

Wahrscheinlich gegen Ende des Jahres 1631 zog Rembrandt nach Amsterdam, wo er beim Kunsthändler Hendrick Uylenburgh wohnte. Bis 1634 malte er hauptsächlich Porträts, darunter 1632 sein erstes Gruppenporträt „Die anatomische Vorlesung des Dr. Nicolas Tulp“ für die Amsterdamer Chirurgengilde. Nachdem er 1634 Bürger von Amsterdam und als Mitglied in der Lukasgilde aufgenommen geworden war, heiratete er Saskia Uylenburgh (1612–1642). Das Paar hatte vier gemeinsame Kinder, von denen jedoch nur der Sohn Titus das Erwachsenenalter erreichte. Das heute als Rembrandthuis in der Sint Anthonisbreestraat geführte Museum erwarb Rembrandt am 5. Januar 1639. Rembrandt finanzierte diesen Erwerb hauptsächlich über Kredite, denn er galt galt nach dem Stadtgeschichtsschreiber Jan Jansz Orlers als einer der „berühmtesten Maler des Jahrhunderts“.

Im Juni 1642 verstarb Saskia. Rembrandt wurde der „Nießbrauch [Genuss]“ ihres Vermögens zugesprochen, solange er nicht wieder heiratete. Geertje Dircx (1610/15–nach 1656?), die Kinderfrau von Titus, wurde Rembrandts Geliebte, b 1649 gefolgt von Hendrickje Stoffels (1626–1663). In diesem Jahr vollendete Rembrandt sein heute berühmtestes Gemälde, die „Nachtwache“ für die Amsterdamer Bürgerwehr. Ebenfalls in den 1640ern wandte sich Rembrandt der Landschaftsmalerei zu und radierte auch Landschaften.

Ab 1653 verschlechterte sich die finanzielle Lage des Malers dramatisch: Er musste sich die restliche Rate von 8.470 Gulden für das 1639 erworbene Haus leihen. Die reformierte Kirche schloss Hendrickje Stoffels am 25. Juni 1654 wegen „Hurerei mit dem Maler Rembrandt“ vom Empfang des Abendmahls aus, da sie mit der gemeinsamen Tochter Cornelia schwanger war. Um seine Schulden zu tilgen versteigerte Rembrandt zwischen Dezember 1655 und Januar 1656 seine Sammlung. Im gleichen Jahr musste Rembrandt ehrenhaften Konkurs beantragten, weshalb das Haus am 1. Februar 1658 zwangsversteigert wurde. Vermutlich verlor Rembrandt damit auch seine Druckerpresse, denn bis 1664 entstanden nur noch vier Radierungen. Ein Jahr vor seinem Tod, 1667, erhielt Rembrandt herrschaftlichen Besuch: Großherzog Cosimo de’Medici besuchte den „berühmten Maler“ Rembrandt, dessen Werke allerdings von den meisten Zeitgenossen nicht verstanden wurden. Am 4. Oktober 1669 verstarb Rembrandt völlig verarmt in Amsterdam.

13. Februar 2019
Rembrandt, Die Nachtwache, Detail, 1642, Öl/Lw, 379,5 x 453,5 cm (Rijksmuseum, Amsterdam)

Rembrandt im Rijksmuseum Alle Werke des Holländers 2019 zu sehen!

Das Rijksmuseum besitzt die weltweit größte Sammlung an Gemälden von Rembrandt van Rijn (1606–1649). Erstmals zeigt das Museum in Amsterdam anlässlich des 450. Todestages des holländischen Barockmalers sämtliche Werke aus den Depots!
26. Dezember 2018
Rembrandt van Rijn, Selbstbildnis mit Mütze, den Mund geöffnet, Detail, 1630, Radierung, 5,1 x 4,6 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Christoph Irrgang)

Hamburger Kunsthalle: Rembrandt. Meisterwerke aus der Sammlung Zwei Gemälde und rund 60 Radierungen

Zwei Gemälde Rembrandts werden in der Hamburger Kunsthalle um eine Auswahl von rund 60 Radierungen ergänzt, darunter Landschaftsdarstellungen, Porträts und Arbeiten zu religiösen Themen.
26. Dezember 2018
Rembrandt, Frau im Bett (Saskia?) mit einer Amme, Detail, um 1638, Feder und Pinsel in Braun, braun laviert, 22,7 x 16,4 cm (© Staatliche Graphische Sammlung München)

Rembrandt in der Münchner Sammlung 14 Zeichnungen und eine Auswahl an Radierungen

Die 14 in München befindlichen Zeichnungen von Rembrandts Hand sowie eine repräsentative Auswahl herausragender Radierungen bieten einen Augenschmaus zu Ehren des seit Jahrhunderten hochgeschätzten Künstlers und außerordentlichen Meisters der Grafik.
25. Dezember 2018
Rembrandt, Selbstporträt, Detail, 1669 (Erworben mit Hilfe der Rembrandt Association und privaten Spnedern, 1947, Mauritshuis, Den Haag)

Rembrandt im Mauritshuis Elf echte „Rembrandts” und die Wertschätzung des Niederländers

Insgesamt 18 Werke von Rembrandt und seinem Atelier besitzt das Mauritshuis in Den Haag - darunter „Die Anatomiestunde des Dr. Nicolaes Tulp“ und das letzte Selbstporträt. Wie kamen die Bilder ins Museum? Welche gelten heute als authentisch? Wie hat sich die Rezeption des niederländischen Barockmalers über die Jahrhunderte verändert?
25. Dezember 2018
Rembrandt, Abraham, die Engel bewirtend, Detail, 1656 (Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum, Foto: Dieter Bongartz)

Wallraf-Richartz-Museum: Rembrandts graphische Welt Japanpapier, prozessuales Arbeiten und Motivwelt des Niederländers

Was macht eine Rembrandt-Radierung auch nach rund 400 Jahren von Sammlern, Kennern und Liebhabern der Graphik zu einem Meisterwerk? Die besondere Kunstfertigkeit des Radierers Rembrandt, seine häufig überarbeiteten Kupferplatten, die Mischung verschiedener Techniken und die kluge Materialauswahl - konstatiert das Walraf-Richartz Museum anhand einer Auswahl aus seinem Bestand an Rembrandt Radierungen.
25. Dezember 2018
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Gelehrter im Studierzimmer, Detail, 1634, Öl/Lw (Nationalgalerie Prag, Foto: Museum)

Wallraf-Richartz-Museum: Inside Rembrandt • 1606–1669 Größte Rembrandt-Schau in Deutschland während des Rembrandt-Jahrs 2019

Die Hommage an den Maler zu seinem 350. Todestag taucht ein in die Welt des Niederländers und erzählt bildgewaltig von einem dramatischen Künstlerleben zwischen Tragödie und Komödie. Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln zeigt Gemälde von Rembrandt, ergänzt um ausgesuchte Arbeiten seiner Zeitgenossen und Schüler.

Leonardo da Vinci

Am 2. Mai 2019 wird anlässlich der 500. Wiederkehr seines Todestags dem Renaissance-Genie Leonardo da Vinci gedacht. Ausstellungen in Paris, London, Mailand und Turin erinnern an die Leistungen des Florentiners auf den Gebieten der Zeichnung und der Malerei. Kaum 20 Gemälde sind von der Hand des Meisters (und seiner Werkstatt) erhalten. Leonardos Tätigkeiten umfassen auch wissenschaftliche Forschung zu Militärtechnik, Mechanik, Biologie, Geografie, Anatomie. In den erhaltenen Codices sammelte er sein auf empirischer Basis zusammengetragenes Wissen, das er jedoch nie in Buchform veröffentlichen konnte. Der direkte Blick auf die Phänomene der Welt ermöglichte es Leonardo, mit vielen Regeln und Denkmustern zu brechen. Sein berühmtestes Werk - Das Abendmahl - lässt ahnen, wieviel Beobachtungsgabe der Renaissance-Maler in die Wiedergabe von Emotionen und Gesten legte.

 Leonardo da Vinci (Überblickseite)

9. Januar 2019
Leonardo, La belle Ferronnière, Detail, 1495–1499, Öl auf Holz, 62 x 44 cm (Paris, Musée du Louvre)

Louvre: Leonardo da Vinci Mona Lisa, Felsgrottenmadonna, Belle Ferronnière, Hl. Johannes der Täufer, Hl. Anna selbdritt

Der Louvre besitzt mit fünf Gemälden und 22 Zeichnungen die weltweit größte Sammlung von Leonardos Werken: die „Felsgrottenmadonna“ (erste Fassung), die „Belle Ferronnière“, die „Mona Lisa“, der „Hl. Johannes der Täufer“ und die „Hl. Anna selbdritt“. 2019 zeigt man sie im Kontext von Leonardos Zeitgenossen, Schülern und Nachfolgern.
3. Januar 2019
Leonardo da Vinci, Kopf eines alten Mannes, Selbstporträt (?), Detail, 1515/16, rote Kreide (Biblioteca Reale, Turin)

Leonardo da Vinci: Biografie Lebenslauf des berühmten Renaissance-Malers, Forschers und Erfinders

Lebenslauf (Biografie) und berühtmeste Werke des Renaissance-Malers, Forschers und Erfinders Leonardo da Vinci.
29. Dezember 2018
Leonardo da Vinci, Kopf eines alten Mannes, Selbstporträt (?), Detail, 1515/16, rote Kreide (Biblioteca Reale, Turin)

Turin: Leonardo. Zeichnungen für die Zukunft Einziges Selbstporträt, Kopfstudie eines Mädchens und der Codex über den Vogelflug

Die Biblioteca Reale in Turin besitzt dreizehn Zeichnungen von Leonardo da Vinci – darunter das berühmte „Selbstporträt“, die zauberhafte „Kopfstudie eines Mädchens“ und den Codex über den Vogelflug. 2019 zeigt sie ihre Schätze im Kontext seiner Zeitgenossen und Nachfolger.
20. Februar 2018
Leonardo da Vinci, Katzen, Löwen und ein Drache, Detail, um 1513–1518, Feder und Tusche mit Lavierung über schwarzer Kreide, 27 x 21 cm (Blattmaß) (Royal Collection of the Queen, Inv.-Nr. RCIN 912363)

Royal Collection stellt 2019 Leonardo Zeichnungen aus Ehrung für den italienischen Künstler-Erfinder anlässlich seines 500. Todestages

Mit mehr als 200 Zeichnungen von Leonardo da Vinci (1452–1519) besitzt die Royal Collection den großen Bestand an Arbeiten auf Papier des berühmten italienischen Renaissance-Genies. Anlässlich des 500. Todestags am 2. Mai 2019 organisiert die königliche Sammlung mehrere Ausstellungen.
3. Januar 2018
Leonardo da Vinci, Kopf eines Kriegers, Detail, 1504, Rötel, 19 x 21 cm (Szepmueveszeti Muzeum, Budapest)

Leonardo im Teylers Museum Idealschöne Köpfe, Grotesken und Physignomiestudien

Leonardo im Teylers Museum ist die erste Ausstellung zu den Handzeichnungen des berühmten italienischen Renaissance-Künstlers in den Niederlanden. Schon zu seinen Lebzeiten (1452–1519) war Leonardo da Vinci dafür berühmt, den menschlichen Charakter und die Affekte in überzeugender Weise einfangen zu können.
16. November 2017
Leonardo da Vinci, Salvator Mundi (mit Rahmen), Detail, Öl/Walnuss, 65.7 x 45.7 cm, um 1500 (Privatsammlung, courtesy Sothenby‘s)

Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“ für 450 Mio. USD verkauft Teuerstes auktioniertes Kunstwerk aller Zeiten

Um 2 Uhr früh MEZ fiel in New York der Hammer bei 450 Millionen USD (450.312.500 USD mit Gebühren), oder umgerechnet 380 Millionen Euro. Leonardo da Vinci’s (1452–1519) erst 2005 wiederentdeckter „Salvator Mundi“ ging von dem im Exil lebenden Russen Dimitri Rybolowiew an eine_n anynome_n Sammler_in.

Blauer Reiter

Heute gelten die beiden Ausstellungen des Blauen Reiter in München - die erste fand vom 18. Dezember 1911 bis zum 3. Jänner 1912 statt, die zweite vom 12. Februar bis zum 18. März 1912 - als wichtige Wegmarken der Moderne nicht nur in Deutschland. Sie stellten einige der maßgeblichsten Künstler Frankreichs, Deutschlands und der Schweiz vor. Für den Umschlag entwarf Wassily Kandinsky elf Aquarelle mit der Darstellung des hl. Georg als Künder einer neuen Kunst, in der zwischen Realismus und Abstraktion alles erlaubt sei. Der von Wassily Kandinsky und Franz Marc herausgegebene „Almanach“ ist aus vielerlei Hinsicht eine bahnbrechende Publikation: Er diente als ein „Dokument unserer heutigen Kunst“ (Wassily Kandinsky an Franz Marc in einem Brief vom 2. Februar 1912). Die beiden Redakteure druckten Abbildungen von moderner Kunst neben außereuropäischen Werken, von kubistischen und primitivistischen Gemälden - wie jene von Henri Rousseau und Natalia Gontscharowa - neben Kinderzeichnungen ab. Darüber hinaus wurden die Teilnehmer der ersten Ausstellung eingeladen, ihre „Einstellung zu Kunst“ zu erklären, denn „die direkte Ansprache durch den Künstler sorgt dafür, dass das Publikum den Weg zum Echten mit viel größerer Sicherheit findet.“ In der Abhandlung „Über das Geistige in der Kunst“ sollte Kandinsky seinen Wunsch nach der Akzeptanz einer übernationalen, aus dem Inneren des Künstlers geschöpfte Kunst noch präzisieren, als er formulierte:

„Verstehen ist die Erziehung des Zuschauers und ein Hinführen dessen zu einer Kunst, die zukunftsträchtig und nicht kastriert ist.“

→ Expressionismus (Überblickseite)

25. Dezember 2018
Franz Marc, Schlafender blauer Hund auf roter Matte, 1912/13, Aquarell, Deckfarben, auf Papier, aus Skizzenbuch XXIV, S. 103 (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Inv.-Nr. HZ 6381)

Franz Marc: Skizzenbücher – Der Weg zum Blauen Reiter Stilentwicklung, Werkabfolge, Werkgenese

Das Germanische Nationalmuseum erwarb 1982 aus dem Nachlass des Künstlers 26 von ursprünglich 32 Skizzenbücher. Die Hefte datieren von 1904 bis 1913/1914 und enthalten 603 Zeichnungen auf 523 Blättern. Die Ausstellung zeigt Motivreichtum und die vielfältigen Werkbezüge der Skizzen und Zeichnungen zu den Gemälden von Franz Marc.
16. Oktober 2018
Alfred Kubin, Eindringlinge, 1914 (Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Lenbachhaus)

Alfred Kubin und der Blaue Reiter Düstere Visionen im Umfeld der Münchner Expressionisten

Häufig wird der österreichische Zeichner Alfred Kubin (1877–1959) als ein Gründungsmitglied des Blauen Reiter genannt, seine konkreten Beziehungen zu diesem Künstlerkreis sind jedoch so gut wie unbekannt. Die Ausstellung zeichnet erstmals mit einer Fülle von Werken, Dokumenten und Fotografien die komplexen persönlichen und künstlerischen Verflechtungen nach.
7. Januar 2018
Feininger / Kubin in der Albertina

Lyonel Feinigner: Gelmeroda, Seegelboote und die Skyline von New York Werke und Leben des deutsch-amerikanischen Malers

Lyonel Feininger (1871-1956) war ein amerikanischer Maler und Grafiker, der in Deutschland vom Karikaturisten zum freischaffenden Künstler wurde.
6. April 2016
Paul Klee, Insula dulcamara, 1938, 481, Öl- und Kleisterfarbe auf Papier auf Jute, originale Rahmenleiste (Zentrum Paul Klee, Bern)

Paul Klee. Bilder voller Poesie Überblick über Werke und Leben des deutschen Expressionisten

Der Grafiker und Maler Paul Klee (1879–1940) verband in seinem Werk unterschiedliche Strömungen der Avantgarde und steuerte Essentielles zur Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ bei. Er fand während der berühmten Tunisreise 1914 zur Farbe. Als Bauhaus-Lehrer und Professor der Düsseldorfer Akademie lehrte er seine Überzeung, dass Kunst nicht darstellt, sonder etwas sichtbar machen würde. 1933 von den Nationalsozialisten diffamiert und aus dem Dienst entlassen, emigrierte Paul Klee in die Schweiz, wo er, von Krankheit gezeichnet, unermüdlich weiterarbeitete. Klees Spätwerk prägte die Amerikanischen Expressionisten.
8. Oktober 2015
Karl Schmidt-Rottluff, Boote am Wasser (Boote im Hafen), 1913 © Courtesy of Osthaus Museum Hagen & Institut für Kulturaustausch, Tübingen.

Farbenrausch. Werke des deutschen Expressionismus Einführung in Malerei und Druckgrafik

Die Ausstellung „Farbenrausch. Meisterwerke des deutschen Expressionismus“ (Leopold Museum) bzw. „Radikal subjektiv“ (Barlach Haus Hamburg) präsentiert Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen/Deutschland. Das Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen bezieht sich in seiner Gründungsidee auf den gleichnamigen Sammler und Unterstützer der Moderne und Begründe des Folkwang Museums. Nachdem Karl Ernst Osthaus 1921 verstorben war, verkauften seine Erben Sammlung und Namen jedoch nach Essen. Der Verlust traf die Bürger der Stadt tief: Ab 1927 bauten sie eine neue Museumssammlung auf und gründeten dazu den Karl Ernst Osthaus Bund. Die zeitgenössische Multimedia Installation von Virgil Widrich am Beginn der Wiener Schau berauscht sich an den Farben der expressionistischen Werke.
8. Juli 2015
Paul Klee und Wassily Kandinsky in ihrem Garten in Dessau, um 1927, Foto: Nina Kandinsky, Bibliothèque Kandinsky, Centre Georges Pompidou, Paris. Paul Klee und Wassily Kandinsky in ihrem Garten in Dessau, um 1927, Foto: Nina Kandinsky, Bibliothèque Kandinsky, Centre Georges Pompidou, Paris.

Klee & Kandinsky Nachbarn, Freunde, Konkurrenten

Das Paul Klee Zentrum in Bern und die Städtische Galerie im Lenbachhaus in München kooperieren für eine Ausstellung der Sonderklasse: Klee & Kandinsky. Künstlerisch wie menschlich höchst verschiedenartige Charaktere mit unterschiedlich verlaufenden Karrieren freundeten sich Kandinsky und Klee dennoch miteinander an.
Max Liebermann, Der Papageienmann, 1902 (Museum Folkwang, Essen)
Max Liebermann, Der Papageienmann, 1902 (Museum Folkwang, Essen)
 
Mit Künstlerinnen und Künstlern, bzw. Persönlichkeiten aus der Kunstwelt zu sprechen, ermöglicht, einen Blick auf Konzepte, Prozesse und Arbeitsbedingungen zu erhaschen. Wir von ARTinWORDS gehen mit ihnen daher bevorzugt durch Ausstellungen oder besuchen sie in ihren Ateliers - in der Hoffnung auf noch viele erhellende und inspirierende Momente!

Alexandra Matzner, Chefredakteurin von ARTinWORDS

17. September 2018
Heinz Widauer vor Claude Monets Das Haus in den Rosen, 1925 Albertina,Wien, Sammlung Batliner (c) Foto: Albertina.

Heinz Widauer: „Es ging Monet um das Wesenhafte“ Albertina-Kurator analysiert Monets Malweise anhand von Lebensorten

Was macht Claude Monet zu einem Jahrhundertkünstler? Warum spielen die Orte, in denen er lebte, solch wichtige Rollen für sein Werk? Wie kann sein Verhältnis zur Natur bestimmt werden? Diese Fragen und noch viele mehr stellen wir Heinz Widauer, Kurator der großen Monet-Ausstellung in der Albertina.
6. September 2018
Polly Apfelbaum, Evergreen Blueshoes, Detail, 2015, Ausstellungsansicht Belvedere 21, 2018 © Belvedere, Wien, 2018 / Foto: Alexandra Matzner / ARTinWORDS, Courtesy die Künstlerin & Frith Street Gallery, London

Polly Apfelbaum: „Das Publikum selbst soll Teil der Ausstellung werden – sie arbeiten zusammen“ Ein Gespräch über Vorbilder, Handwerk, Licht, Raum und natürlich das Glück im Belvedere 21

Polly Apfelbaum erhält vom Belvedere 21 ihre erste institutionelle Ausstellung in Österreich. „Happiness Runs“ versammelt sechs Teppich-Installationen, die seit 2012 für verschiedene Kontexte und Ausstellungshäuser geschaffen wurden. Erstmals legt Polly Apfelbaum ihr malerisch-handwerkliches Tun in einer Schau nur am Boden aus. Im Gespräch erzählt die Künstlerin, was sie antreibt, wer für sich wichtig ist und was Glück, Kreise und Teppiche miteinander zu tun haben.
10. März 2018
Dieter Buchhart, Foto: © Mathias Kessler

Dieter Buchhart: „Keith Harings universelle Bildsprache funktioniert wie heute Emojis“ Erfinder des strahlenden Babys beweist Haltung in gesellschaftspolitischen Fragen

Die von Keith Haring Anfang der 1980er Jahre als universelle Bildsprache entwickelten Symbole – vom „Radiant Baby (Baby im Strahlenkranz)“ zum bellenden oder tanzenden Hund – fügt der New Yorker Künstler zu einer Erzählung über das Leben und den Tod zusammen. Dass sich dahinter ein konzeptueller Denker verbirgt, erzählt Dieter Buchhart, Kurator der Ausstellung „Keith Haring. The Alphabet“ in der Albertina. Erst Harings Alphabet, so Buchhart, ermöglichte ihm, seine gesellschaftspolitischen Anliegen mit einer breiten Öffentlichkeit zu teilen.
 

Gustav Klimt

Gustav Klimt (1862-1918) prägt bis heute die Wiener Moderne. Als herausragender Porträtist hielt er Salondamen der Wiener Gesellschaft in goldenem oder farbenprägtigem Ambiente fest. Der Landschaftsmaler Klimt ließ sich vom Attersee und dessen Umgebung inspirieren, wo er zwischen 1900 und 1917 nahezu jedes Jahr die Sommerfrische verbrachte. Doch sind es seine Allegorien, die meist als Frauen (femmes fatales) verführerisch und todesnah inszeniert, zu seinem Weltruhm beitrugen: Pallas Athene, Judith, die Wasserschlangen.

 

Der Kuss

Mit dem Gemälde "Der Kuss" (1907/08) gelang Klimt eine Ikone der Liebe. Vor goldenem Sternenmeer finden Mann und Frau für einen ewig scheinenden Moment zueinander. Das männliche (schwarz-weiße Rechtecke) und das weibliche (farbige Blumen, runde Formen) vereinen sich troz ihrer Gegensätze.

1. Juni 2018
Egon Schiele, Selbstporträt, Detail, 1911, Aquarell, Gouache und Bleistift, 51,4 x 34,9 cm (The Metropolitan Museum, New York, Bequest of Scofield Thayer, 1982)

Obsessionen: Akte von Klimt, Schiele und Picasso aus der Scofield Thayer Sammlung Erotische Kunst der Klassischen Moderne

Erotische Kunst – Frauenakte – von Klimt, Schiele und Picasso aus der Scofield Thayer Sammlung zeigt das MET Breuer im Sommer 2018. Knapp 50 Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken der berühmten Künstler anlässlich der 100. Wiederkehr der Todestage von Gustav Klimt und Egon Schiele.
3. März 2018
Egon Schiele, Aktselbstbildnis, Detail, 1910, Schwarze Kreide, Pinsel, Aquarell, Deckfarben, Deckweiß auf braunem Packpapier (Albertina, Wien)

Klimt und Schiele: Zeichnungen aus der Albertina in Boston Methodisch wie emotional eine „gezeichnete Nähe“

Zeichnungen von Gustav Klimt (1862–1918) und Egon Schiele (1890–1918) aus dem Bestand der Albertina stehen einander als höchst direkte Schöpfungen zweier bedeutender Künstler der Moderne gegenüber. Die Ausstellung beleuchtet deren zeichnerisches Werk in 60 Blättern aus der Sammlung der Albertina, Wien. In einer reduziert gehaltenen Ausstellungsgestaltung wird die zeichnerische Entwicklung beider Künstler im gegenübergestellt.
12. Februar 2018
Gustav Klimt, Athena im KHM, Foto © Alexandra Matzner, ARTinWORDS

Klimts Dekoration im Kunsthistorischen Museum: Stairway zu Klimt Klimtbrücke und Präsentation der „Nuda Veritas“

Zum 100. Todestag von Gustav Klimt (1862–1918) können BesucherInnen im Kunsthistorischen Museum die einzigartigen Gemälde des Meisters, die in einer Höhe von 12 Metern über der Eingangshalle in die Säulen- und Arkadenarchitektur des Stiegenhauses eingebettet sind, aus nächster Nähe bewundern.

Künstlerinnen

10. Februar 2019
Cindy Sherman, Untitled Film Still #21, Detail, 1978 (© Cindy Sherman, Courtesy of the artist, Sprüth Magers and Metro Pictures, New York)

Cindy Sherman: „Untitled Film Stills” in der National Portrait Gallery, London Retrospektive der amerikanischen Fotokünstlerin

National Portrait Gallery zeigt die gesamte Serie „Untitled Film Stills“ (1977–1980) von Cindy Sherman. Wichtige Fotografien aus weiteren Serien ergänzen die Schau zu einer Retrospektive. Aufschlussreich wird die Gegenüberstellung von Ingres' Porträt von Madame Moitessier und Shermans Interpretation der Komposition.
30. Januar 2019
Olga Wisinger-Florian, Sommerabend, Detail, 1896 (© Leopold Privatsammlung Foto Leopold Museum, Wien Manfred Thumberger)

Leopold Museum: Olga Wisinger-Florian Österreichische Landschaftsmalerin um 1900

Olga Wisinger-Florian (1844–1926) gehört zu den wichtigsten Landschafts- und Blumenmalerinnen der österreichischen Kunst zwischen 1885 und 1910. Das Leopold Museum zeigt ihr Werk im Überblick.
28. Januar 2019
Heidrun Holzfeind, the time is now, 2018

Secession: Heidrun Holzfeind. the time is now Schamanische Improvisationsmusik von IRO

Heidrun Holzfeind entwickelte für ihre Ausstellung the time is now. eine neue Videoinstallation über das schamanische Improvisationsduo IRO (Toshio und Shizuko Orimo).
28. Januar 2019
Klara Lidén, Warm up, 2014, 4:3 Film, 4:25 Min.

Secession: Klara Lidén. Auf jeden Fall Interventionen im öffentlichen Raum

In der Secession wird Klara Lidén Videos ihrer neuesten Interventionen zeigen – wie immer verwegen und witzig – in einer Installation, die sie speziell für die Ausstellung realisiert hat.
27. Januar 2019
Helene Funke, Träume, Detail (© Belvedere, Wien)

Künstlerinnen in Wien von 1900 bis 1938. Stadt der Frauen Belvedere zeigt weibliches Kunstschaffen von der Wiener Moderne bis Neuer Sachlichkeit

Im Kanon der Kunstgeschichte werden sie bis heute kaum genannt. Jene Künstlerinnen, die zur Zeit der Wiener Moderne und der Ersten Republik in Österreich mit ihren Werken einen wesentlichen Beitrag zum Kunstgeschehen geleistet haben, wie z.B. Elena Luksch-Makowsky, Broncia Koller-Pinell, Helene Funke oder Erika Giovanna Klien.
20. Dezember 2018
Eva Hesse, No title, 1964 (Gift of Helen Hesse Charash, 1983.106.1 © The Estate of Eva Hesse. Courtesy Hauser & Wirth)

Eva Hesse. Zeichnungen Arbeiten auf Papier der bedeutenden US-amerikanischen Objektkünstlerin

Die Ausstellung im mumok zeigt eine Auswahl von Arbeiten Eva Hesses (1936–1970) aus den umfangreichen Beständen des Allen Memorial Art Museum in Oberlin, Ohio. Trotz ihrer vergleichsweise kurzen Karriere zählt Hesse zu den einflussreichsten Künstlerinnen und Künstlern des Postminimalismus.

ARTinLIFE

28. März 2017
RAW Stillleben mit Früchtecrumble, Detail (© ARTinWORDS, Alexandra Matzner/ROHGENUSS, Michaela Russmann, Foto: © Jochen Russmann)

RAW Stillleben – ROHGENUSS interpretiert Clara Peeters Rezepte und Antworten zur gesunden Ernährung von Michaela Russmann

Inspiriert von Clara Peeters' Stillleben komponierte Michaela Russmann eine köstlich-gesunde Süßkartoffel-Pastete, ein Früchtecrumble mit Superfoods und eine Käseplatte. Um das luxuriöse Arrangement der barocken Prunkstillleben aufzubrechen, lud ARTinWORDS vier Künstlerinnen und Künstler ein, Salzgefäß und andere Goldschmiedearbeiten in den Stillleben zu ersetzen: Ihre Werke helfen, Produktionsbedingungen von Nahrung, das Verhältnis von Natürlichkeit und Künstlichkeit, sowie die Überflussgesellschaft zu hinterfragen.

Kunstgeschichte

Klassische Moderne

Die Klassische Moderne fasst unterschiedliche Stile und Personalstile von ca. 1900/05 bis 1930/40 zusammen. Verbindenes Element ist der Fortschrittsglaube und die Utopie einer gesellschaftsverändernen Kraft der Kunst. Paris hatte sich bereits im 19. Jahrhundert als Zenrum der zeitgenössischen Kunst etabliert und blieb auch noch bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestimmend. Weitere bedeutende Metropolen waren Wien (Jugendstil, WienerWerkstätte, Expressionismus), München und Berlin ab den 1910er Jahren genauso wie Mailand, wo die Futuristen die Abkehr von der Tradition vehement einforderten.

Wenn auch Künstlerinnen und Künstler sich auf höchst unterschiedliche Weise ausdrückten, so verband sie der Wunsch, über die Grenzen tarditioneller Kunstproduktion hinwegzusetzen. Dies geschah durch Ablehnung der Zentralperspektive, Inspiration durch „primitive Kunst“ (Primitivismus), gesteigerte Farbigkeit (Fauvismus), Reduktion auf kubische Qualitäten (Analytischer Kubismus), Bewegungsphasen kompiliert (Futurismus), Abstraktion (Kandinsky, Mondrian, Brancusi), emotionale Einfühlung und „Visionen“ (Wiener und deutscher Expressionismus), Collage (Synthetischer Kubismus), Traumwelten und Ängste (Surrealismus), Rückkehr zu Ordnung (Neue Sachlichkeit).

 

1. Februar 2019
Pablo Picasso, Akrobat und junger Harlekin [Acrobate et jeune arlequin], Detail, 1905, Gouache auf Karton, 105 x 76 cm (Privatsammlung © Succession Picasso / ProLitteris, Zürich 2018)

Der frühe PICASSO – Blaue und Rosa Periode Kreisen um die menschliche Figur

Anhand von Menschenbildern zeichnet die Fondation Beyeler in dieser chronologischen Schau die Entwicklung von Picassos Blauer und Rosa Periode nach!
27. Januar 2019
Pierre Bonnard, Speisezimmer am Land, Detail, 1913, Öl/Lw, 164,5 x 205,7 cm (Minneapolis Institute of Art)

Pierre Bonnard. Die Farbe der Erinnerung Farbenfrohe Moderne mit südfranzösischem Licht

Pierre Bonnards (1867–1947) reifes Werk ab 1909 in leuchtenden Farben, seine Freundschaften mit Vuillard & Matisse und seine Reaktionen auf politisches Zeitgeschehen neu gesehen. Wie zeitgenössisch ist das Werk des französischen Postimpressionisten?

Jugendstil

Der Jugendstil (auch: Art Nouveau, Modern Style, Nieuwe Kunst, Arte Liberty) hatte seine wichtigste Phase zwischen 1890 und 1910 und breitete sich nach der Weltausstellung in Paris 1900 rasant aus. Die wichtigsten Stilmittel des Jugendstils sind Raumlosigkeit und Flächigkeit, abstrahierte Formen und außergewöhnliche Bildausschnitte, Einsatz von Mustern und die schwingende, arabeskenhafte Linie.

Die Künstlerinnen und Künstler des Jugendstils wurden meist in den 1860er Jahren geboren und wollten der Rationalisierung der Welt eine traumversunkene Gegenwelt entgegenhalten. Obschon sie eine funktionelle Arbeitsumgebung anstrebten, suchten sie doch eine betonte Intimatmosphäre im Privaten. Inspiriert durch die englische Arts and Crafts Bewegung verwirklichten Jugendstil-Künstler eine Symbiose von Seelenleben, Technik, Handwerkskunst (traditionellen Techniken) und Natur. Mittelalterliche und japanische Vorbilder ermutigten sie, Formen zu „deformieren“, d.h. einem Stilwollen zu unterwerfen. Pflanzenornamente und abstrakte Linienformationen sind nicht nur als Dekoration gedacht, sondern versinnbildlichen das Konzept des Jugendstils.

Die Stilpluralität des Jugendstils reich von der Schule von Pont-Aven (Bretagne), die als Gruppe 1889 erstmals gemeinsam ausstellte, zu Henri de Toulouse-Lautrecs Plakaten, vom Wiener Jugendstil rund um Gustav Klimt, Josef Hoffmann, der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte zum Belgier Henry van de Velde bzw. dem Münchner Franz von Stuck. Diese Künstler und wenigen Künstlerinnen opponierten gegen die Überzeugungen der älteren Generation, ohne sich gänzlich von der Tradition abzuwenden. Secessionsgründungen und Gruppenzusammenschlüsse ab den frühen 1890er Jahren sind sichtbarer Ausdruck des neuen Lebensgefühls. Dem Ästhetizismus opferten sie jedoch den Realismus und die Gesellschaftskritik.

 

5. September 2018
Secession, Kuppel, Detail, 2018

Secession Wien erstrahlt wieder in Gold und Weiß Sanierung nach zehn Monaten abgeschlossen

Sanierung der Wiener Secession im September 2018 abgeschlossen. Politiker, Präsident und hauseigene Bank erklären, warum es das Geld wert war.
30. Dezember 2017
Otto Wagner, Hofpavillon, Wartesalon mit Wien-Ansicht von Carl Moll (c) Foto Thomas Ledl

Otto Wagner: Hofpavillon in Hietzing Kaiserliche Haltestelle an der Vorortelinie

1898/99 errichtete Otto Wagner (1841–1918) im Rahmen der Stadtbahn den Pavillon des k. u. k. Allerhöchsten Hofes als kaiserliche Haltestelle in Hietzing. Bis heute ist er sichtbares Zeichen der beginnenden Moderne im Westen von Wien.

Symbolismus

Am 18. September 1886 veröffentlichte der Dichter Jean Moréas das Symbolistische Manifest im „Figaro“. Darin verswuchte er die junge Generation von Schriftstellern vom Vorwurf der „Dekadenz“ zu befreien. Das Feld des Symbolismus war von Literaten und Künstlern aufbereitet worden.

Der Symbolismus ist international und schwer zu definieren. Leichter fällt eine Aufzählung, was er nicht ist: Der Symbolismus ist anti-realistisch, anti-naturalistisch, anti-impressionistisch, anti-akademisch, anti-klassisch, aber auch anti-romantisch. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von etwa 1848 bis zum Ersten Weltkrieg, wobei berühmte Vorläufer wie William Blake, Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli im frühen 19. Jahrhundert zur Romantik (zu Schwarzen Romantik) gehörten. Insofern beerbten die Symbolisten die Romantiker und die Naturphilosophen, um eine Gegenposition zum Positivismus zu bilden.

Die Symbolisten suchten nach Ideen und Begriffen, die außerhalb der sichtbaren Welt liegen. Sie fanden sie im Inneren des (auch psychisch erkrankten) Individuums oder in Grenzzuständen des Bewusstseins (Jean Starobinski), was sie in entsprechender Form (Symbolen) sichtbar zu machen versuchten. Maler wie Ferdinand Hodler oder Edvard Munch zeigten den leidenden, kranken Körper. Henri Edmond Cross notierte einen Satz von Pierre Puvis de Chavannes in sein Skizzenbuch: „Jede klare Idee lässt sich in einen formalen Gedanken übersetzen.“

 

8. August 2018
Odilon Redon, Le cyclope [Der Zyklop], Detail, um 1914, Öl auf Karton auf Holz, 65,8 x 52,7 cm (Coll. Kröller-Müller Museum, Otterlo)

Odilon Redon träumt vom Gesamtkunstwerk Kröller Müller Museum und Ny Carlsberg Glyptotek zeigen synästhetische Schau

Odilon Redon (1840–1916) ließ sich in seinem grafischen Werk von vielen unterschiedlichen Quellen inspirieren. Das Kröller-Müller Museum in Otterloo und die Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen stellen mehr als 160 Gemälde, Pastelle, Zeichnungen und Lithografien des französischen Symbolisten aus. Ergänzt werden sie durch musikalische und literarische Werke in Soundduschen, die den Künstler nachweislich beeinflussten. Die Ny Carlsberg Glyptotek thematisiert im Herbst/Winter 2018/19 den Kontext Redons, seine Zeitgenossen und Vorbilder.
4. Juni 2018
Edward Burne-Jones, Phyllis and Demophoön [Phyllis und Demophon], Detail, 1870, Aquarell/Papier, 93 x 47 cm (© Birmingham Mueums Trust)

Edward Burne-Jones in der Tate Britain Zyklen zu Briar Rose und Perseus erstmals in einer Ausstellung

Auch heute noch zählt Burne-Jones mit seinen verträumten Mädchen und muskulösen Helden in melancholisch-romantischen Landschaften zu den beliebtesten Malern der britischen Kunst. Er beeinflusste Generationen von Künstlern, darunter Pablo Picasso. Anlässlich der 120. Wiederkehr seines Todestages zeigt die Tate Britain eine umfassende Schau und vereint erstmals die Zyklen zu Briar Rose und Perseus.

Historismus

Der Historismus wird meist mit Architektur in Verbindung gebracht, die in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert im Stilzitat wichtige Anregungen fand. Industrialisierung und verbesserte Infrastruktur führten zu Verstädterung, dem Abbruch von Befestigungsringen und grundlegenden Eingriffen in die Stadtplanung. Paris und Wien sind hierfür die besten Beispiele.

Nach dem Schleifen der Stadtmauer in Wien wurde das Glacis mit der Ringstraße verbaut. Das Areal wurde in Parzellen eingeteilt, wo bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs sowohl öffentliche wie private Gebäude, Parks und Denkmäler errichtet wurden. Staatsoper (vormals Hofoper), Votivkirche, Rathaus, Parlament, Universität, Burgtheater (vormals Hofburgtheater) zeigen Stilelemente der griechischen Klassik, Gotik, italienischen Renaissance, Barock, die in inhaltlichem Zusammenhang mit den Funktionen der Bauten stehen. Der Boulevard diente dem wirtschaftlichen erstarkten Großbürgertum als Flaniermeile, Reitallee sowie dem Militär.

Skulptur und Malerei des Historismus sind akademisch und anti-modern. Mit großer technischer Finesse und nach historischen Recherchen führten Maler wie Hans Makart, Franz Xaver Winterhalter, Léon Gêrome, Lawrence Alma-Tadema u.v.m. meist großformatige Gemälde mit historischen Szenen aus. Da ihre Werke vornehmlich am Pariser Salon der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, wird auch der Begriff Salonmalerei verwendet.

 

22. Februar 2017
Lawrence Alma-Tadema, The Roses of Heliogabalus, 1888, Öl auf Leinwand, 132,7 x 214,4 cm (Colección Pérez Simón, Mexiko, Foto: © Piera, Arturo)

Lawrence Alma-Tadema Leben und Werk

Lawrence Alma-Tadema (1836–1912) war ein Historienmaler des späten 19. Jahrhunderts, der aus Holland stammte, in Flandern studierte und für antike Massenszenen, meist pompeijanische oder römische Sujets, in England berühmt wurde. Für seine detailreichen Großformate studierte er Realien und antike Stätten in Büchern, Museen und vor Ort. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit setzte er seine Phantasien in gekonnten Inszenierungen um und wurde so zum Ideengeber für so manchen Hollywood-Film wie „Ben Hur“ oder den „Gladiator“. Alma-Tadema wirkt mit seinen Gemälden entschieden auf das heutige Bild der Antike.
10. Januar 2016
Wolfgang Thillmann, Perfektes Design - Thonet Nr. 14 (Cover, Kerber Verlag).

Thonet Stuhl Nr. 14 Perfektes Design - von Wolfgang Thillmann

Wolfgang Thillmann, Experte für Thonet-Möbel und auch Sammler, legt mit „Michael Thonet. Perfektes Design“ im KERBER Verlag seine jüngsten Forschungsergebnisse zur Entwicklung des „Consumsessels Nr. 14“ vor. In ihm sieht der Autor den Beginn des modernen Designs, sei der Sessel doch reine Zweckform und befriedige keine Repräsentationsbedürfnisse. Dennoch ermöglichte das 1856 privilegierte Herstellungsverfahren Thonet, konkurrenzlos billige Möbel herzustellen, die leicht und dauerhaft haltbar aus massiv gebogenem Holz gefertigt wurden.

Impressionismus

Impressionismus (von franz. impression, dt. Eindruck) beschreibt eine Stilrichtung der Malerei, die durch eine helle Palette, lockeren, skizzenhaften Farbauftrag mit sichtbaren Pinselstrichen, Malen vor dem Motiv und meist Pleinairmalerei gekennzeichnet ist. Selten erzählen impressionistische Maler in ihren Werken Geschichten, stattdessen fokussieren vor allem die Maler auf die sinnliche Wahrnehmung. Impression meint ein rasches, intuitives und (scheinbar) improvisiertes Festhalten eines flüchtigen Augenblicks. Die Beobachtung von Lichteffekten und der sich verändernden Farbstimmungen über das ganze Jahr nahm einen höheren Stellenwert ein als die Bedeutung des Dargestellten, weshalb die Impressionistinnen und Impressionisten es vorzogen, im Freien (franz. en-plain-air) und in Serien zu arbeiten.Diese Definition lässt sich besonders gut auf die Landschaftsmalerei des Impressionismus anwenden, während die Figurenmaler unter der Führung von Edgar Degas sich stärker in der Tradition der Akademie sahen und die Bezeichnung Impressionismus für ihre Werke ablehnten. Der führende Maler des Impressionismus ist Claude Monet, der während der 1860er Jahre gemeinsam mit Kollegen den Realismus weitertrieb, um dem neuen Lebensgefühl von Modernität und Schnelligkeit Rechnung tragen zu können.

Impressionismus in der Bildhauerei wird von Auguste Rodin geprägt, in der Fotografie ist er besser unter dem Begriff Piktorialismus bekannt. Die Piktorialisten nutzten erstmals und experimentell Farbfotografie und schätzten unscharfe Aufnahmen. Zu den wichtigsten Fotografen des Impressionismus um 1900 zählt der in Wien ansässige Heinrich Kühn (1866–1944).

 

11. Januar 2019
Claude Monet, Unter den Pappeln, Detail, 1887, Öl/Lw, 73 x 92 cm, Wildenstein 1136 (Privatsammlung)

Museum Barberini: Monet. Orte Wetter, Licht und Farbe in Serie

Paris, Argenteuil, Vétheuil und Giverny als Wohnorte und Motive in Monets Malerei. Licht- und Wetterphänomene, ihre verschiedenen Auswirkungen auf die Orte im Museum Barberini: Wetter, Licht und Farbe in Serie.
10. September 2018
Thomas Struth, Art Institute of Chicago 2, Detail, Chicago 1990, C-Print, 184,1 x 219 cm (Astrup Fearnley, Museum of Modern Art, Oslo; © Thomas Struth, 2018)

Der Flaneur. Vom Impressionismus bis zur Gegenwart Kunstvolles Schlendern durch die Kunst im Kunstmuseum Bonn

Kunstvolles Schlendern durch die Kunst im Kunstmuseum Bonn: Sehen und gesehen werden in der modernen Großstadt als Thema von Kunstwerken von den 1880ern bis heute.

Realismus

Realismus (von lat. res für Ding) ist ein hochkomplexer Begriff, mit dem eine bestimmte Haltung und Weltanschauung, wie auch Methode der Kunstproduktion beschrieben wird. Im Jahr 1855 verwendete ihn Gustave Courbet, um seine von der Jury der Weltausstellung abgewiesenen, anti-akademischen, anti-idealistischen Gemälde im „Le Réalisme“ auszustellen. Er sah in seinen großformatigen Werken, in denen er die regionale Landschaft und die Bevölkerung realistisch, d.h. getreu im monumentalen Format schilderte, einen neuen, von vielen als brutal und „hässlich“ empfundenen Stil. Dahinter stand eine politische, sozialistische Aussage, der Realismus ist daher auch eine Art „Kampfbegriff“ in der französischen Kunsttheorie. Zwischen etwa 1830 und 1880 widmeten sich einige Künstler einzig der sichtbaren Welt, berührbaren Dingen und lehnten akademische Historienmalerei (Salonmalerei) entschieden ab. Mit den „Steineklopfern“ und dem „Begräbnis von Ornans“ (1850) setzte Arbeitern und der zeitgenössischen Gesellschaft monumentale Denkmäler.

 

 

30. Januar 2019
Olga Wisinger-Florian, Sommerabend, Detail, 1896 (© Leopold Privatsammlung Foto Leopold Museum, Wien Manfred Thumberger)

Leopold Museum: Olga Wisinger-Florian Österreichische Landschaftsmalerin um 1900

Olga Wisinger-Florian (1844–1926) gehört zu den wichtigsten Landschafts- und Blumenmalerinnen der österreichischen Kunst zwischen 1885 und 1910. Das Leopold Museum zeigt ihr Werk im Überblick.
19. November 2018
Wilhelm Leibl, Dr. Reindl in der Laube, Detail, um 1890, Öl/Lw, 26 x 19,5 cm (Städtische Galerie im Lenbachhaus, München)

Wilhelm Leibl: Zeichnungen und Gemälde Kunsthaus Zürich und Albertina zeigen den Figurenmaler des Realismus

Kunsthaus Zürich und Albertina zeigen Wilhelm Leibl (1844–1900), den Figurenmaler des Realismus, der durch Studium der Alten Meister und Respekt vor der Naturwahrheit einen modernen Zugang zu Körper und Schönheit fand.

Romantik

Romantik ist kein Stil, sondern eine Geisteshaltung, die das Geheimnisvolle, Obskure und Sublime dem Glatten und Schönen vorzieht. Um 1810 organisierte sich in Wien der Lukasbund, der Dürer und Raffael miteinander vereinen wollte. Gleizeitig, als Caspar David Friedrich seine ersten Erfolge als Landschaftsmaler errang, schuf der alternde Goya seine schwärzesten Bilder. Von mittelalterlichen Märchen zu Dr. Faustus, von atemberaubenden Berglandschaften zu nebelverhangenen Gegenden - immer ist es das Innerste, die Gefühlsebene, die romantische Künstlerinnen und Künstler zu neuen Schöpfungen antrieben.

 

23. Dezember 2018
Joseph Mallord William Turner, Der blaue Rigi, Vierwaldstätter See, Sonnenaufgang, 1842, Aquarell, 29,7 x 45 cm (Privatsammlung)

Turner. Das Meer und die Alpen Revolutionäre Ansichten der Schweiz im Kunstmuseum Luzern

William Turner bereiste die Schweiz sechs Mal auf der Suche nach Motiven: Hochgebirge, Wetterphänomene, Erhabenes sind die Themen der Ausstellung in Luzern im Sommer 2019.
4. Dezember 2018
Heinrich Reinhold, Baum- und Wolkenstudie, Detail, um 1820, Aquarell (Ausschnitt) (© Klassik Stiftung Weimar, Graphische Sammlungen)

Heinrich Reinhold. Landschaften aus dem Salzkammergut und Italien „Der Landschaft auf der Spur“ in der Hamburger Kunsthalle

Heinrich Reinhold (1788–1825) gehört zu den bedeutendsten deutschen Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts, der mit seinem Werk die veränderte Landschaftswahrnehmung jener Zeit forcierte. Neben der innovativen Sicht auf die Natur besticht Reinholds Kunst vor allem durch die ungewöhnliche Wahl des Bildausschnitts, sein kompositorisches Geschick und seine fragil-kristalline Zeichentechnik.

Klassizismus

Mit der Klassischen Kunst im "Rucksack" strebten Künstler um 1800 nach "stiller Einfalt und edler Größe" (J.J. Winkelmann), inspiriert von den jüngsten Funden in Pompeij. Der italienische Bildhauer Antonio Canova und der französische Maler Jacques-Louis David prägten eine ganze Generation, indem sie in ihren Werken heroische Männlichkeitsideale sowie tugendhaft zurückhaltende Frauen beschworen. In Skulptur, Malerei und vor allem Architektur lösten bildparallele Kompositionen, geradlinige Formen und die Orientierung an den klassischen Kanon (Maßverhältnisse) die bewegten, barocken Schwünge ab.

 

27. Januar 2019
Leopold Kiesling, Mars und Venus mit Amor, Detail, 1809, Carrara-Marmor, Höhe 222 cm (© Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 2555)

Belvedere: Leopold Kiesling. Der Mythos von Mars und Venus mit Amor Römische Götter und eine Hochzeit im Hause Habsburg

Leopold Kiesling schuf „Mars und Venus mit Amor“ (1807–1809) in Rom, wo er im Atelier von Antonio Canova ein- und ausging. In Wien deutete man die Skulpturengruppe als Allegorie auf die Hochzeit zw. Napoleon und Marie Louise. Die 1809 geschlossene Ehe sollte den Kaiser der Franzosen mit einer der ältesten Dynastien Europas verbinden und - so hofften die Österreicher - dessen Machthunger stillen.
11. August 2017
David Roentgen, Commode à vantaux (offen), Januarius Zick (Entwürfe für die Marketerie), Elie Gervais (Schablonen und Schneiden der Marketerie), um 1775–1779 mit späteren Veränderungen, Eiche, Pinie, Walnuss, Mahagoni, Kirsche, Weißbuche, Ahorn, Buchsbaum, roter brocatellierter Marmor, vergoldete Bronze, Eisen, Stahl und Messing, 89.5 x 135.9 x 69.2 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York, The Jack and Belle Linsky Collection, 1982, Inv.-Nr. 1982.60.81)

David Roentgen Möbel als ästhetische und mechanische Meisterwerke

David Roentgen, geboren am 11. August 1743 in Neuwied in der Nähe von Frankfurt, war schon zu Lebzeiten eine Legende und einer der bedeutendsten deutschen Kunsttischler. Seine Werke entstanden während des Überganges vom Spätbarock zum Klassizismus.

Rokoko

Antoine Watteaus Bilder von der utopischen Liebesinsel Kythera sind charakteristisch für die französische Malerei des Rokoko. Atmosphäreische Landschaften, zarte Figuren, poetisch-elegische Stimmungen und subtiles Kolorit prägen die Genremalerei, während im Porträt hochrepräsentative und intime Bildnisse gleichermaßen geschätzt wurden. Der Stil des Rokoko breitete sich von Frankreich über Mitteleuropa aus und wurde vor allem für Möbel und Innenausstattungen geschätzt.

 

30. Dezember 2018
Jean-Honoré Fragonard, Der Philosoph, Detail, um 1764, Öl/Lw, 59 x 72,2 cm (oval) (© Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Elke Walford)

Hamburger Kunsthalle: Goya, Fragonard, Tiepolo. Die Freiheit der Malerei Radikale Rokokomalerei als Vor- und Wegbereiterin der Moderne

Mit „Goya, Fragonard, Tiepolo. Die Freiheit der Malerei“ widmet die Hamburger Kunsthalle dem 18. Jahrhundert als Blüte- und Umbruchszeit der europäischen Kunst eine Ausstellung. Francisco de Goya (1746–1828), Jean-Honoré Fragonard (1732–1806) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) werden als Vor- und Wegbereiter der Moderne präsentiert.
28. September 2018
Jean-Etienne Liotard, Das Schokoladenmädchen, DetaiI, 1744-45, Pastell auf Pergament, 82,5 x 52,5 cm (Dresden © Gemäldegalerie Alte Meister, SKD)

Das Schokoladenmädchen von Liotard „Das schönste Pastell, das man je gesehen hat“ aus der Dresdner Gemäldegalerie

Das Schokoladenmädchen des Schweizer Künstlers Jean-Etienne Liotard ist eines der berühmtesten Werke der Dresdener Gemäldegalerie. Schon seit 1745 hängt es in Dresden. Der große Bekanntheitsgrad des Bildes aber beruht auf der Darstellung einer einfachen Hausangestellten, einem bis dahin seltenen Motiv, das in seiner präzisen Beobachtung die Kunst der Aufklärung und den Realismus des 19. Jahrhunderts vorwegnimmt.

Barock

Der Stil des Barock wurde kurz vor 1700 in Rom aus der Taufe gehoben und international verbreitet: In Architektur und Skulptur setzte Gian Lorenzo Bernini neue Maßstäbe, so wie es Caravaggio in der Malerei tat. Das dramatische Hell-Dunkel und die Verletzung des decorum (Schicklichkeit) des ungestümen Malerstars wurde richtungsweisend und namensgebend für realistische Schilderungen von Martyrien und Genreszenen der so genannten Caravaggisten. Das Goldene Zeitalter (17. Jahrhundert) der holländischen Malerei ist nicht nur von Rembrandt geprägt, sondern brachte aufgrund des enorm angewachsenen Wohlstandes des Bürgertums mit Genre, Landschaft und Stillleben drei neue Kunstgattungen hervor. In Spanien und den Kolonien prägten hingegen sakrale und höfische Aufträge die Kunstproduktion, da die Kunst des Barock mit ihrer Emotionalität als Mittel der Gegenreformation eingesetzt wurde. Mit Peter Paul Rubens gelang einem Flamen eine europäische Karriere, da er in seiner Malerei größte Prachtentfaltung, Dynamik und emotionale Ergriffenheit geschickt verbinden konnte.

Im Vergleich zu Italien, Spanien und Süddeutschland setzte sich der bewegte Stil des Barock in Frankreich und England nicht durch: In beiden Ländern dominierte eine klassische Auffassung, die auch als Barockklassizismus (Frankreich) und Palladianismus (Architektur in England) bezeichnet wird.

 

14. Februar 2019
Peter Paul Rubens, Porträt der Clara Serena Rubens, Detail, um 1616, Öl auf Leinwand auf Holz (© LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna)

Die Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein zu Gast in der Albertina Rubens bis Makart, Arcimboldo bis Waldmüller

Zum 300. Geburtstag des Reichsfürstentums Liechtenstein sind die Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein zu Gast in der Albertina: Arcimboldo, Rubens, Amerling, Waldmüller.
13. Februar 2019
Rembrandt, Die Nachtwache, Detail, 1642, Öl/Lw, 379,5 x 453,5 cm (Rijksmuseum, Amsterdam)

Rembrandt im Rijksmuseum Alle Werke des Holländers 2019 zu sehen!

Das Rijksmuseum besitzt die weltweit größte Sammlung an Gemälden von Rembrandt van Rijn (1606–1649). Erstmals zeigt das Museum in Amsterdam anlässlich des 450. Todestages des holländischen Barockmalers sämtliche Werke aus den Depots!

Renaissance

Die Wiederentdeckung der Antike ist nur ein wichtiger Aspekt für die Kunst der Renaissance, weiters spielt auch die veränderte Auseinandersetzung mit der Natur und dem Menschenbild eine gewichtige Rolle. Nicht zuletzt bestimmten italienische Künstler ab 1500 ihre Position als intellektuelle Tätigkeit. Die „Erfindung“ der Renaissance in Florenz vollzog sich im frühen 15. Jahrhundert in Bildhauerei (Donatello) und Architektur (Alberti, Brunelleschi). Über Rom breitete sich der neue Stil nach Mittel- und Norditalien (Venedig) aus. Drei der berühmtesten Maler der Epoche - Leonardo, Michelangelo, Raffael - lebten 1505 in Florenz und Rom, wo sie im künstlerischen Wettstreit in öffentlichen Aufträgen gegeneinander antrat. Venedig war das dritte Zentrum der Renaissance-Kunst in Italien, gefolgt von den Höfen von König Alfons von Aragon in Neapel, Federico da Montefeltro in Urbino, Ludovico „Il Moro“ in Mailand, der Este in Ferrara sowie der Gonzaga in Mantua.

Die Renaissance in Flandern entwickelte sich völlig eigenständig in der Nachfolge von Melchior Broederlam: Jan van Eyck, Robert Campin (vielleicht identisch mit dem „Meister von Flémalle“), Rogier van der Weyden sowie Hans Memling erforschten die Perspektive aus eigener Anschauung (nicht theoretisch) und widmeten jedem noch so feinen Detail ihre Aufmerksamkeit. Als Begründer der Ölmalerei auf Leinwand gehören die altniederländischen Maler zu den Realisten des 15. Jahrhunderts. Diese Tradition führte im frühen 16. Jahrhundert zur „Erfindung“ der Landschaftsmalerei durch Joachim Patinier.

Das neue Medium der Druckgrafik wurde zu einem wichtigen Verbreitungsmotor neuer Errungenschaften in der Kunst und zusätzliche Einnahmequelle. Der Nürnberger Albrecht Dürer war schon mit 13 Jahren vom Verismus begeistert. Nachdem er zwei Mal Venedig bereist hatte, führte er, unterstützt von Humanisten, die Malerei in Süddeutschland auf eine wirklichkeitsbezogene Darstellungsform. Seine „Meisterstiche“ sind die ersten bildhaften Darstellungen in diesem Medium.

 

 

14. Februar 2019
Peter Paul Rubens, Porträt der Clara Serena Rubens, Detail, um 1616, Öl auf Leinwand auf Holz (© LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna)

Die Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein zu Gast in der Albertina Rubens bis Makart, Arcimboldo bis Waldmüller

Zum 300. Geburtstag des Reichsfürstentums Liechtenstein sind die Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein zu Gast in der Albertina: Arcimboldo, Rubens, Amerling, Waldmüller.
12. Februar 2019
Tizian, Bildnis eines jungen Mannes, Detail, um 1510, Pappelholz, 20 x 17 cm (Städel Museum Frankfurt a.M. © Städel Museum – ARTOTHEK)

Städel: Tizian und die Renaissance in Venedig Farbe, Landschaft und „schöne Frauen“ in der Malerei des 16. Jahrhunderts

Das Städel Museum zeigt ab 13.2.2019 "Tizian und die Renaissance in Venedig": Infos zur Ausstellung findest du hier!

Gotik

Gotik ist ein Begriff, der seit der Renaissance abwertend für die Kunst zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert verwendet wurde. Abgeleitet wurde er von der Bezeichnung für die Goten. Erst im frühen 19. Jahrhundert entdeckten Kunstschriftsteller (Goethe) und Künstler der Romantik die Qualitäten gotischer Werke neu. Dies führte zu großangelegten Bauprojekten wie der Fertigstellung des Kölner Domes nach den originalen Plänen aus der Gotik.

Die gotische Kunst des Hoch- und Spätmittelalters wurde mit der Entwicklung der französischen Kathedrale eingeläutet. Mit ihren hohen Proportionen und Strukturen wie Licht (farbige Glasfenster!) betonenden Bauweise wurde sie zur Leitgattung dieser Epoche. Die zugehörige Bauplastik, vor allem der figürliche Schmuck an den Portalen, schöpfte einerseits aus dem Erbe der Antike und andererseits aus einem neuen Naturalismus (z.B. Naumburger Stifterfiguren, Bamberger Reiter). In der Malerei begründete Giotto zu Beginn des 14. Jahrhunderts die abendländische Malerei.

Um 1400 breitete sich der Internationale Stil (auch: Weicher Stil, Internationale Gotik) über ganz Europa aus. In der Folge entwickelte sich die Kunst der Spätgotik und Frührenaissance gleichzeitig, wenn auch in unterschiedlichen Zentren. Zu den wichtigen neuen Kunstgattungen zählt das Porträt, da bürgerliches Mäzenatentum in bislang unerhörtem Ausmaß auftrat. Zur selben Zeit setzte das Retabel, in dem sich Skulptur, architektonisches Rahmenwerk und zunehmend Malerei verbanden, zu seinem Siegeszug an. Plastik und Malerei hatten sich von der Architektur gelöst, ja, die Malerei rückte immer deutlicher ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Als Tafelmalerei bzw. Tafelbild erlangte sie Beweglichkeit, Öffentlichkeit und Bedeutung, wobei zunehmend auch die Fähigkeiten der ausführenden Handwerker geschätzt und ihre Namen bekannt wurden.

 

6. Dezember 2017
Meister von Großgmain, Hl. Ambrosius, Detail, um 1498, Fichtenholz, 67 x 39,5 cm (© Belvedere, Wien)

Meister von Großgmain, Hl. Ambrosius Exzellenter Rhetoriker am Lesestuhl

Der unter dem Notnamen bekannte Meister von Großgmain stellte um 1498 für einen nicht näher bekannten, mehrteiligen Altar die Kirchenväter dar. Zwei der Tafeln, die der hll. Ambrosius und Augustinus, befinden sich im Belvedere. Zu ergänzen ist ein hl. Gregor.
3. Dezember 2017
Michael Pacher-Werkstatt, Hl. Barbara, Detail, um 1480/1490, Zirbenholz, 54,5 x 41 cm (Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 4848)

Michael Pacher-Werkstatt, Hl. Barbara Spätgotischer Meister mit europäischer Bedeutung

Michael Pacher (um 1435–1498) lebte und arbeitete in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Bruneck im heutigen Südtirol. Er ist einer der Hauptmeister der Spätgotik – von gesamteuropäischer Bedeutung und wird in der Generation von Albrecht Dürer mit Martin Schongauer und Nicolaus Gerhaert van Leyden verglichen.

Romanik

Die Kunst der Romanik gilt als die erste, ganz Europa umfassende Epoche mittelalterlicher Kunst. Sie ist zwischen 1000 und 1250 zu datieren und löste die karolingische bzw. ottonische Kunst ab. Charakteristisch für romanische Architektur, meist Kirchen oder Klosterkirchen, ist der Rundbogen und die Ausrichtung der Kunstproduktion auf christliche Inhalte. Dies führte dazu, auch von Ars Sacra zu sprechen.

Romanische Kunst ist eng mit Klöstern verbunden, denn die Orden genossen um 11. und 12. Jahrhundert besonders den Schutz der Landesfürsten. Die skulturale Ausstattung von Portalen und Tympana sowie die Entwicklung des Altarretabels zeigen ab 1000 Tendenzen zur Monumantalität. Hölzerne Kruzifixe und Madonnen mit Kind, bronzene Taufbecken und Türbeschläge, vor allem aber die Schatzkunst in Elfenbein, Email und vergoldetem Metall faszinieren bis heute.

Die romanische Malerei ist als Wandmalerei und natürlich auch als Buchmalerei bedeutend. Der Übergang zur Gotik ist mit der Entwicklung der Glasmalerei verbunden. Zu den außergewöhnlichsten Werken der Romanik zählt zweifellos der Teppich von Bayeux (1077).

 

8. November 2018
Baseler Antependium, Detail, vor 1019, 120 x 175 cm (© Paris, Musée de Cluny - Musée national du Moyen Âge)

Basler Münster 1019–2019: Gold & Ruhm im Kunstmuseum Basel Geschenke für die Ewigkeit

Die Ausstellung "Gold & Ruhm. Geschenke für die Ewigkeit" im Kunstmuseum Basel zeigt die 1000-jährige Geschichte des Münsters: Das berühmte Basler Antependium, das anlässlich der Weihe 1019 von Kasier Heinrich II. und Kunigunde gestiftet worden ist, kehrt für die Schau aus Paris nach Basel zurück.
30. März 2015
Bildstein, Kalkstein Smiss, När, Gotland, Schweden (c) Gabriel Hildebrand /The Swedish History Museum (SHM 11521).

Wikinger! Die Wahrheit hinter dem Mythos

„Wikinger!“ Dieser Ausruf war von Mitte des 8. bis ungefähr zum frühen 12. Jahrhundert an vielen Küsten Europas ein Schreckensschrei - könnte man meinen. Doch nicht so in dieser Ausstellung! Das Schwedische Historische Museum und die Schallaburg rücken dem Mythos der Wikinger an den Leib. Zehn Kapitel - von Familie und Gesellschaft über Religion, Legenden und Handwerkskunst - führen in die Lebenswelt der Nordleute ein.

Antike Kunst

Antike Kunst entstand in Ägypten, China, Mesopotamien, Griechenland und Rom zwischen ca. 4.500 v.u.Z. und 300 n.u.Z., d.h. sie ist eng mit der Erfindung der Schrift, dem Mehrgottglauben, dem Totenkult verbunden. Vergleiche zwischen den Kulturen des Alten Ägypten und China haben ergeben, dass dies beiden frühen Hochkulturen einander durchaus ähnlich waren, oder zumindest für ähnliche Fragestellungen Lösungen suchten.

Die Kunst des Alten Ägypten beeinflusste die griechische und römische Antike zutiefst, griffen Künstler aus diesen beiden Kulturräumen doch auf künstlerische Errungenschaften zurück, die im Land am Nil entwickelt worden waren. Zu den bekanntesten Artefakten antiker Kunst zählen die ägyptischen Pyramiden, die Mumienmasken aus spätägyptischer-römischer Zeit, die Jade-Gewänder und Tonfiguren als Grabbeigaben im Alten China, die Kuroi (männliche Akte) und Tempelbauten der griechischen Klassik, die Monumentalskulptur der Römer.

 

23. April 2018
Parthenon Fries, Westwand, Teil IX, Zwei Reiter (© Akropolis Museum, Athen)

Parthenon Skulpturen Tempel, Skulpturen, Phidias – eine Einführung

Das Parthenon in Athen ist eines der berühmtesten Gebäude der Antike. Seine Skulpturen werden auch heute noch bewundert. In diesem Beitrag sehen wir uns an, warum der Tempel so berühmt war (und ist), und warum diese ikonischen Werke einen Schlüsselmoment in der Geschichte der Kunst einnehmen.
26. Mai 2017
Schale des Tarquinia-Malers, Attisch, rotfigurig, um 470–460 v.u.Z. (Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, © Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig)

Griechische Vasenmalerei Attische Vasen: Malerei, Epochen, Herstellung, Formen, Erforschung

Griechische Vasenmalerei – und darunter führend die attische – erreichte einen hohen Stellenwert und auch eine herausragende Qualität. Obschon die dekorierte Keramik der griechischen Antike vornehmlich Alltagsagegenstände wie Transport-, Trink- oder Aufbewahrungsgefäße ziert, erreichte sie aufgrund der weiten Handelsbeziehungen der Stadt Athen eine große Verbreitung.