0

Amsterdam | Van Gogh Museum: Van Gogh und die Olivenhaine 15-teilige Serie in Saint-Rémy 1889

Vincent van Gogh, Olivenbäume, Detail, Juni–Juli 1889, ÖlLw, 51,2 x 65,3 cm (National Galleries Scotland. erworben 1934)

Vincent van Gogh, Olivenbäume, Detail, Juni–Juli 1889, ÖlLw, 51,2 x 65,3 cm (National Galleries Scotland. erworben 1934)

Erstmals beleuchtet das Van Gogh Museum in Amsterdam die Gruppe von Bildern, die Vincent van Gogh dem Olivenhain gewidmet hat. Der niederländische Maler entdeckte das Motiv, als er Anfang Mai 1889 in der Anstalt Saint-Rémy ankam. Die üppigen Olivenhaine der Region faszinierten ihn sofort. Von Juni bis Dezember schuf er eine beeindruckende Serie von 15 Gemälden, die Olivenbäume zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten einfangen. Die Ausstellung bringt diese bedeutende Serie zum ersten Mal zusammen und analysiert die Zusammenhänge zwischen Van Goghs Motivwahl und seinem Aufenthalt in derNervenheilanstalt von St. Rémy (→ Vincent van Gogh: Biografie).

Das Ambiente des Südens

Der Olivenbaum ist von grundlegender Bedeutung für die südfranzösische Landschaft, genau wie die Kopfweide in den Niederlanden. Vincent van Gogh war fasziniert von dem sich ständig verändernden Ambiente und den Farben der Bäume in der südfranzösischen Landschaft. Daher versuchte er sie ab Juni 1889 in seinen Bildern möglichst ausdrucksstark und kraftvoll einzufangen - gleichzeitig arbeitete er u.a. an der berühmten „Sternennacht“ (→ Vincent van Gogh: Die Sternennacht). Die Ausstellung „Van Gogh und die Olivenhaine“ untersucht die Bedeutung der Olivenbäume für Van Gogh und seine Ambitionen beim Malen dieser Serie. Diese Ausstellung zeigt, wie Vincents Entscheidungen und sein außergewöhnliches Können zu 15 Variationen über dieses Thema führten.

„Das Rauschen eines Olivenhains hat etwas sehr Intimes, ungeheuer Altes.“ (Vincent van Gogh in einem Brief an Theo, Arles, April 1889)

Die konzentrierte Schau zu Van Goghs Bildern von Olivenhainen aus dem Jahr 1889 erforscht die intensive persönliche und spirituelle Bedeutung des Motivs für den Künstler und spürt seinen wechselnden Motivationen und stilistischen Ansätzen nach. Die kühne und experimentelle Serie von Olivenhainen zeigt Van Goghs leidenschaftliches Experiment zur Ausdruckskraft von Farbe und Linie und seinen anhaltenden Glauben an die tröstende Kraft der Kunst.

Technik, Farbe und Komposition

Die Ausstellung im Van Gogh Museum Amsterdam zeigt, wie Van Gogh mit verschiedenen Techniken, Farben und Kompositionen experimentierte. Er verwendet wirbelnde und rhythmische Pinselstriche, kräftige Konturen, stilisierte Formen und sorgfältig durchdachte Farbkombinationen. Mit seinen eigenen Worten:

„Die Olivenbäume sind sehr charakteristisch, und ich habe Mühe, das einzufangen. Es ist silbern, manchmal mehr blau, manchmal grünlich, bronziert, weiß werdend auf dem Boden, der gelb, rosa, violett oder orange bis mattroter Ocker ist.“ (Vincent van Gogh in einem Brief an Theo, Saint-Rémy-de-Provence, September 1889).

Malerei in der Anstalt

Vincent van Gogh verbrachte ab Mai 1889 ein Jahr in der Anstalt in Saint-Rémy in Südfrankreich. Trotz seiner instabilen psychischen Verfassung war er während seiner Zeit dort sehr produktiv. Er schuf insgesamt 15 Gemälde von Olivenhainen. Drei dieser Werke befinden sich heute in der Sammlung des Van Gogh Museums, zwölf Gemälde sind in Europa und Amerika verteilt. Dies ist das erste Mal, dass diese Gemäldegruppe wieder vereint und gemeinsam ausgestellt wird.

Ergebnis jahrelanger Forschung

Die Ausstellung ist das Ergebnis jahrelanger Forschungen zu Van Goghs Olivenhainen. Diese Forschung wurde in Zusammenarbeit mit den Kurator:innen im Dallas Museum of Art und den anderen Museen durchgeführt, die heute die Gemälde beherbergen.

Die Ausstellung in Amsterdam entstand in Zusammenarbeit mit dem Dallas Museum of Art, wo sie im Herbst 2021/22 zu sehen ist.

Vincent van Goghs Olivenhaine: Bilder

  • Vincent van Gogh, Olivenhain, Saint-Rémy-de-Provence, Juni 1889, Pinsel und Tusche auf Papier, 49,8 x 64,9 cm (© Van Gogh Museum, Amsterdam, Vincent van Gogh Foundation)
  • Vincent van Gogh, Olivenhain, Saint-Rémy-de-Provence, Juni 1889, Öl/Lw, 45.3 x 59.1 cm (© Van Gogh Museum, Amsterdam, Vincent van Gogh Foundation)
  • Vincent van Gogh, Olivenbäume mit Les Alpilles im Hintergrund, 18. Juni 1889, 72,6 x 91,4 cm (Museum of Modern Art, New York)
  • Vincent van Gogh, Olivenbäume, Juni–Juli 1889, ÖlLw, 51,2 x 65,3 cm (National Galleries Scotland. erworben 1934)
  • Vincent van Gogh, Olivenhain, Juli 1889, Öl/Lw (Kröller-Müller Museum, Otterlo, Foto Rik Klein Gotink)
  • Vincent van Gogh, Olivenbäume, 1889, Öl/Lw (National Galleries Scotland. erworben 1934)
  • Vincent van Gogh, Olivenbäume, November 1889, Öl/Lw (Minneapolis Institute of Art. The William Hood Dunwoody Fund, 51.7)
  • Vincent van Gogh, Olivehain: oranger Himmel, November 1889 (Götebprgs Museum of Art, Göteborg, F586)
  • Vincent van Gogh, Olivenhain, Saint-Rémy-de-Provence, November–Dezember 1889, Öl/Lw, 33 x 40.5 cm (© Van Gogh Museum, Amsterdam, Vincent van Gogh Foundation)
  • Vincent van Gogh, Olivenhain, Saint-Rémy-de-Provence, November–Dezember 1889, Öl/Lw, 73,2 x 92,2 cm (© Van Gogh Museum, Amsterdam, Vincent van Gogh Foundation)
  • Vincent van Gogh, Olivenhain mit zwei Olivenpflücker, Dezember 1889, Öl/Lw (Kröller-Müller Museum, Otterlo, Foto Rik Klein Gotink)

Weitere Beiträge zu Vincent van Gogh

6. Oktober 2021
Max Liebermann, Selbstbildnis mit Pinsel, Detail, 1913, Öl auf Leinwand (Kunstpalast Düsseldorf, Horst Kolberg)

Darmstadt | HLMD: Max Liebermann Europäischer Netzwerker von Weltrang

Die Ausstellung thematisiert Liebermanns Auseinandersetzung mit seinen Vorbildern, zu denen unter anderem Jean-François Millet und Rembrandt van Rijn gehören, und ermöglicht eine direkte Gegenüberstellung zu ihnen.
1. Oktober 2021
Vincent van Gogh, Selbstporträt mit verbundenem Ohr, Detail, 1889, Öl/Lw, 60.5 x 50 cm (The Courtauld Gallery (The Samuel Courtauld Trust, London)

London | The Courtauld Gallery: Van Goghs Selbstporträts 2022 werden seine Selbstbildnisse in London vereint

Kaum zu glauben, aber das Courtauld in London plant für die erste Jahreshälfte 2022 die erste (!) Ausstellung zu Vincent van Goghs Selbstporträts! Die Werkauswahl umspannt alle schöpferischen Jahre des Niederländers – von seinen ersten Schritten bis zu seinem dramatischen Ende in Frankreich.
21. September 2021
Valentin Serow, Iwan Abramowitsch Morosow, Moskau 1910

Paris | Fondation Louis Vuitton: Morosow Sammlung Ikonen der modernen Kunst erstmals in Paris

2021 überlässt die Fondation Louis Vuitton für fünf Monate die gesamte Galerie den Meisterwerken aus der Sammlung der Brüder Michail Abramowitsch Morosow (1870–1903) und Ivan Abramowitsch Morosow (1871–1921).
15. Juli 2021
Paul Signac, Le port de Saint-Tropez [Der Hafen von Saint-Tropez], 1901/2, Öl auf Leinwand, 131 x 161,5 cm (The National Museum of Western Art, Tokio, ehemals Museum Folkwang, Hagen/Essen)

Essen | Museum Folkwang: Impressionismus RENOIR, MONET, GAUGUIN. Bilder einer fließenden Welt

Die bedeutende Sammlung spätimpressionistischer Werke aus dem Museum Folkwang tritt in Dialog mit der Sammlung Kojiro Matsukatas aus den Beständen des National Museum of Western Art in Tokio.
2. Juni 2021
Paul Signac, Konstantinopel: Yeni Djami, Detail, 1909, Öl auf Leinwand (Dauerleihgabe, Stiftung Kunst im Landesbesitz, Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln)

Köln | Wallraf-Richartz-Museum: Paul Signac „Eine impressionistische Reise durch die eigene Sammlung“

Im Herbst/Winter 2020/21 steht Signacs pointilistisches Hafengemälde „Konstantinopel: Yeni Djami“ (1909) in Köln im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Bon Voyage, Signac!“. Rund 60 Gemälde französischer Impressionisten und Postimpressionisten laden zur Reise durch Frankreich (Normandie, Bregtagne, Südfrankreich) - und darübr hinaus - ein.
23. Juni 2020
Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, Ende August 1888, Öl/Lw, 93 x 73 cm (National Gallery, London)

Tokyo | National Gallery London zeigt Van Goghs „Sonnenblumen” während der Olympischen Spiele in Japan Ausstellung ab Frühjahr 2020 in Tokyo und Osaka

Vincent van Goghs „Sonnenblumen” aus London für fast ein halbes Jahr in Japan! Im Frühjahr 2020 in Tokyo und während der Olympischen Spiele in Osaka ausgestellt.