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Amsterdam | Van Gogh Museum: Vive l’impressionnisme! Französischer Impressionismus in den Niederlanden | 2024/25

Claude Monet, Tulpenfelder bei Den Haag, 1886, Öl auf Leinwand, 66 cm x 81,5 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam)

Claude Monet, Tulpenfelder bei Den Haag, 1886, Öl auf Leinwand, 66 cm x 81,5 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam)

150 Jahre Impressionismus! 1874 gab Claude Monets Bild „Impression, soleil levant“ (1872, Musée Marmottan Monet, Paris) einem Kritiker Anlass, abfällig über die „Ausstellung der Impressionisten“ zu schreiben. Dies markierte den Beginn eines wichtigen kunsthistorischen Ereignisses: der „Geburt“ des Impressionismus.

Das Van Gogh Museum feiert dieses Jubiläum mit einer Ausstellung voller französischer Meisterwerke aus niederländischen Sammlungen. Zu entdecken sind die Werke berühmter Impressionist:innen, darunter Claude Monet, Edgar Degas, Auguste Rodin und Camille Pissarro.

Es lebe der Impressionismus!

Maler:innen wie Claude Monet, Edgar Degas, Camille Pissarro, Berthe Morisot, Alfred Sisley und Paul Cézanne haben ihr persönliches Erleben und das Licht eines bestimmten und sich verändernden Augenblicks – eines Eindrucks – in lockeren Pinselstrichen und leuchtenden Farben auf der Leinwand festgehalten. Die Geschichte des französischen Impressionismus ist mit den Niederlanden eng verbunden. Claude Monet verbrachte 1871 vier Monate in Zaandam und fand „alles gleichermaßen amüsant“, wie er einem Freund schrieb. Das Van Gogh Museum versammelt die schönsten Gemälde von Monet und seinen Kolleg:innen aus niederländischen öffentlichen und privaten Sammlungen. Die Bilder werden neben impressionistischen Pastellen, Skulpturen, Zeichnungen und Drucken, ebenfalls aus niederländischen Sammlungen, gezeigt.

Impressionismus Sammeln bzw. nicht sammeln

Wann und wie gelangten diese Werke des französischen Impressionismus in die Niederlande? Und waren die Niederländer:innen überhaupt bereit, eine moderne Kunstbewegung aus Paris zu übernehmen? Welche Bilder ihren Weg in die Niederlande fanden, und welchen Weg sie kamen, klärt die Ausstellung in Amsterdam erstmals.

Die Ausstellung zeigt, wie der visionäre Blick und das entschlossene Handeln einiger Privatpersonen, darunter Theo van Gogh, dafür sorgten, dass einige Juwelen des Impressionismus ihren Weg in die Niederlande fanden. So ging Claude Monets Gemälde „Tulpenfelder bei Den Haag“ (Van Gogh Museum) durch die Hände des niederländischen Kunsthändlers. Monet war im Frühjahr 1886 von den farbenfrohen Blumenfeldern enorm beeindruckt. „Mit unserer armen Palette ist das nicht möglich“, schrieb er an einen Freund. Monet war kurz vor der ersten Impressionisten-Ausstellung schon einmal in den Niederlanden gewesen, doch nun malte er zum ersten Mal dieses Blumenmeer. Zurück in Paris verkaufte Monet das Gemälde über die Kunsthandlung Boussod, Valadon & Cie, wo Theo van Gogh arbeitete. Es ist durchaus möglich, dass sein Bruder Vincent van Gogh es dort auch gesehen hat, denn er wurde nach und nach ein Bewunderer von Monets sanftem Pinselstrich und seinen leuchtenden Farben.

Die Ausstellung „Vive l'impressionnisme! Impressionistische Meisterwerke aus niederländischen Sammlungen“ wird gemeinsam mit dem Museum Boijmans Van Beuningen organisiert und ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit mit anderen führenden nationalen öffentlichen und privaten Sammlungen.

Französischer Impressionismus in niederländischen Sammlungen: Bilder

  • Berthe Morisot, Im Wald [Au bois], 1876, Bleistift und Aquarell auf Papier, 17,5 cm x 24,1 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam)
  • Alfred Sisley, Ein Obstgarten im Frühling [Un verger au printemps], 1881, Öl auf Leinwand, 72 × 54 cm (Sammlung Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam. Erworben in der Sammlung von D.G. van Beuningen)
  • Claude Monet, Die Fischerhütte, Varengeville [La maison du pêcheur, Varengeville], 1882, Öl auf Leinwand, 71,5 × 58 cm (Sammlung Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam)
  • Claude Monet, Tulpenfelder bei Den Haag, 1886, Öl auf Leinwand, 66 cm x 81,5 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam)
  • Claude Monet, Küstenlandschaft, um 1864, Öl auf Leinwand, 53 x 80,4 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam)
  • Claude Monet, Ansicht von Amsterdam, 1874, Öl auf Leinwand, 50,3 x 68,5 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam)
  • Claude Monet, Mühlen in der Nähe von Zaandam, 1871, Öl auf Leinwand, 48,3 x 74,2 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam)
  • Claude Monet, Mohnfeld [Champ de coquelicots], 1881, Öl auf Leinwand (Sammlung Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam. Erworben in der Sammlung von D.G. van Beuningen)
  • Claude Monet, Frühling in Vétheuil [Printemps à Vétheuil], 1880, auf Leinwand (Sammlung Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, Leihgabe des Stichting Museum Boijmans Van Beuningen 1951)
  • Camille Pissarro, Route de Versailles, Rocquencourt, 1871, Öl auf Leinwand, 51,5 x 76,7 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam)
  • Camille Pissarro, Die Oise in Pontoise bei grauem Wetter [L’Oise à Pontoise au temps gris], 1876 (Sammlung Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam)

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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.