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Botho Graef. Förderer des Expressionismus Mentor des Jenaer Kunstverein und Mitbegründer der Kunstsammlung Jena

Ernst Ludwig Kirchner, Schimmeldressurakt, 1908/09, Öl/Lw, 82 x 95 cm, sign. o. r.: E L Kirchner (Kirchner Museum Davos, Schenkung Olga Schwendener 1997, Inv. Nr. 1997/Sch1-1/01322/G © Foto: Kirchner Museum Davos)

Ernst Ludwig Kirchner, Schimmeldressurakt, 1908/09, Öl/Lw, 82 x 95 cm, sign. o. r.: E L Kirchner (Kirchner Museum Davos, Schenkung Olga Schwendener 1997, Inv. Nr. 1997/Sch1-1/01322/G © Foto: Kirchner Museum Davos)

Die Kunstsammlung Jena widmet ihrem Gründungsvater Botho Graef (1857–1917) zur 100. Wiederkehr seines Todestags am 9. April eine fulminante Expressionisten-Schau. Doch wer war dieser Wegbereiter und Mentor des Jenaer Kunstvereins, den nicht nur Ernst Ludwig Kirchner als seinen „Vater“ bezeichnete? Wie wurde Botho Graef zum bedeutendsten Wortführer des Expressionismus?

 

Archäologe und Förderer des deutschen Expressionismus

Botho Graef kam 12. Oktober 1857 als Sohn des bekannten Porträtmales Gustav Graef und der Malerin-Lithografin Franziska Graef in Berlin zur Welt. Er studierte an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald klassische Philologie und klassische Archäologie. Vor seiner Berufung als außerordentlicher Professor für klassische Archäologie und neuere Kunstgeschichte in Jena 1904 hatte er als Privatdozent an der Friedrich-Wilhelms-Universität gelehrt und zur griechischen Skulptur und Vasenmalerei publiziert. Zu seinen Aufgaben in Jena gehörte neben Forschung und Lehre auch die Leitung zweier Universitätsmuseen, die des Archäologischen Museums (Wiedereröffnung am 11. Juli 1907) und die des Germanischen Museums.

„Die Bilder, die Sie hier sehen, weichen von dem was Sie sich bisher gewöhnt hatten, als Kunst zu betrachten, außerordentlich weit ab. […] wir müssen entschlossen innerlich mitmachen, müssen mitleben. Auch gegen unseren Willen. Wollen wir uns nicht einkapseln und gegen das Lebendige verschließen, so müssen wir den Mut haben, eine Weile lang ganz mitzugehen.”1 (Botho Graef über die Ausstellung der Neuen Künstlervereinigung München 1912)

Als Universitätsprofessor lehrte Botho Graef ab 24. Aptil 1904 nicht nur die Klassiker der Kunstgeschichte, sondern führte seine Studenten auch in das Kunstwollen zeitgenössischer Maler ein. Henry van de Velde erinnerte sich, dass er Werke von Edgar Degas, Henri de Toulouse-Lautrec, Edvard Munch und vor allem der Brücke Künstler besprach. Von den Mitgliedern der Brücke hob Graef besonders Ernst Ludwig Kirchner hervor, mit dem Maler verband ihn ab 1911 eine Freundschaft.2

 

 

Zwischen 1904 und 1917 verfasste Graef Besprechungen zur zeitgenössischen Kunst in der Tagespresse und eröffnete Ausstellungen.3 Dabei empfand er sich ganz als Pädagoge, der das Publikum zur neuesten Kunstproduktion hinführte. Oder wie es Hans Fehr in seinem Nachruf formulierte: „das widerspenstige Publikum zum Verständnis der Kunst, namentlich der modernen Kunst, zu erziehen.“4

Vornehmlich schrieb Botho Graef über jene Künstler, die ab 1912 als „Expressionisten“ bezeichnet und ab Mitte 1908 im Jenaer Kunstverein häufig ausgestellt wurden. Die berühmtesten der von Graef geförderten Maler und Druckgrafiker sind bis heute: Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde, mit denen er auch eine Freundschaft pflegte, weiters Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Otto Müller, Adolf Erbslöh, Cuno Amiet, Ferdinand Hodler. Die Granden des deutschen Expressionismus werden noch erweitert durch Erich Kuithan, Helene Czapski-Holzman, Frida Mentz-Kessel, Charles Crodel und Christian Natter. Für Graef waren die Expressionisten jene „starken und tapferen Naturen, die das Wagnis lieben“ und die „Augenerlebnisse aus der Wirklichkeit“ in einer neuen, ungeahnten Harmonie vereinen.

 

„Jeder geht seinen eigenen Zielen nach, es gibt nur ein Programm: Freiheit! Die einen entwickeln den Impressionismus bis zu seinen letzten Konsequenzen und darüber, die anderen gehen schon wieder andere Wege, die einen verzichten mit Entschlossenheit auf jede Andeutung der dritten Dimension und schaffen ausgesprochene Flächenbilder, die anderen suchen eine klare Formanschauung mit der neuerrungenen Farbenwelt zu vereinigen.“5 (Botho Graef, 1911)

 

 

Da Graef auch dem Bauausschuss der Universität angehörte, konnte er sich für Künstler wie Ferdinand Hodler, Henry van de Velde und Auguste Rodin stark machen. So war er an der Ausstattung des Universitätsgebäudes mit Wandgemälden von Ferdinand Hodler und Ludwig von Hofmann genauso beteiligt wie an der Errichtung des 1911 eingeweihten Denkmals für Ernst Abbe nach Entwürfen des belgischen Architekten Henry van de Velde, das im Inneren mit einer Herme von Max Klinger und Reliefs von Constantin Meunier ausgestattet ist. In seinen Vorträgen suchte Botho Graef dem Publikum die zeitgenössische Malerei näherzubringen und warb für Hodlers Wandmalerei.6 Am 3. Mai 1906 hielt er einen Vortrag über den Künstler in Jena und regte ein „dekoratives Gemälde von Hodler“ für das neue Universitätsgebäude in Jena öffentlich an. Das Ziel müsste sein, „einen fördernden Einfluss auf das künstlerische und kulturelle Leben der Stadt“ zu haben. Graef Wertschätzung brachte dem Künstler eine Einladung durch die Gesellschaft der Kunstfreunde von Jena und Weimar ein. Hodler schuf zwischen Juni 1907 und Ende 1909 sein zweites monumentales Werk in Deutschland. In der Publikation „Hodlers und Hofmanns Wandbilder in der Universität Jena“7 erklärte Botho Graef den „Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von 1813“, der Ende des Jahres 1909 im Südostflügel des Obergeschosses im Neubau der Friedrich-Schiller-Universität Jena aufgehängt worden war.

 

Botho Graef und die Kunstsammlung Jena

Die Bedeutung der Kunststädte Jena und Weimar wird gemeinhin mit den Epochen Klassik und Romantik in Verbindung gebracht, in den 1920er Jahren ist natürlich das Bauhaus zu nennen. Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass im frühen 20. Jahrhundert Jena einen höchst aktiven und mutig geführten Kunstverein besaß: Die Gesellschaft der Kunstfreunde von Jena und Weimar (1904–1912) konstituierte sich am 12. Februar 1904 in Jena und erklärte das „allgemeine Interesse für Kunst, an erster Stelle für bildende Kunst, zu pflegen und zu heben” zu ihrem obersten Ziel. Zu ihren Gründungsmitgliedern gehörte u.a. Harry Graf Kessler, der Architekt und Designer Henry van de Velde, der Monumentalmaler Ludwig von Hofmann (1861–1945).8 Ihnen schwebte – wie auch im benachbarten Jena Botho Graef – die Förderung der modernen Kunst vor und nicht die nationale Identitätsstiftung.9 Im folgenden Jahr wurde Auguste Rodin die Ehrendoktorwürde verliehen; der Bildhauer bedankte sich 1906 mit der Bronzebüste „Minerva“ für diese Auszeichnung.

 

„Wie wäre es, wenn das freie und stolze Jena sich eine Sammlung für die Entwicklung der Kunst wirklich bezeichnender Werke anlegte. Eine reiche Auswahl wird uns jetzt dauernd geboten: wenn rechtzeitig zugegriffen wird, kann man mit geringen Mitteln eine Sammlung zusammenbringen, auf die spätere Geschlechter mit Hochgefühl blicken werden. Sollten wirklich dafür die Mittel nicht aufgebracht werden können?“ (Botho Graef in seiner Besprechung der Ausstellung „Neue Secession Berlin“, Sommer 1911)

 

 

Die 1913 gegründete „Sammlung moderner Kunst“ begann nach Graefs Empfehlung zu sammeln und eröffnete nur wenige Monate später die „Moderne Galerie“. Initialzündung war der Erwerb von Cuno Amiets Gemälde „Mädchenakt (Stehender weiblicher Akt mit Blume)“ aus dem früheren Jenaer Kunstverein, das Botho Graef in der Jenaischen Zeitung hymnisch gewürdigt hatte.10. Bis zur Eröffnung der Sammlung am 12. Juli 1914 wurde es in den Räumen in der Kaiser-Wilhelm-Straße 13 (heute: August Bebel-Straße 13), im Hauptgebäude der Universität gezeigt. Eberhard Grisebach  (1880–1945), Geschäftsführer des Kunstvereins, merkte fast erstaunt an: „[...] wir haben den Amiet gekauft und damit die Galerie tatsächlich begründet.”11

 

Botho Graef und Ernst Ludwig Kirchner

 

„Versuchen wir die Bilder Kirchners daraufhin anzusehen, was sie an tatsächlichen Gestaltungen enthalten, und suchen wir nicht nach dem, was nicht in ihnen ist, und nach der Absicht des Künstlers auch gar nicht in ihnen sein soll. Die große Bewegung, die nun schon mindestens zehn Jahre in Europa in dauerndem Wachsen begriffen ist und die man im allgemeinen mit dem Ausdruck Expressionismus bezeichnen mag, hat jedenfalls nicht im Entferntesten das Ziel einer genauen und getreuen „Naturwiedergabe“. […] Was am meisten zunächst ins Auge fällt, ist der Wohllaut der Farbe, der durch eine neue Harmonie erreicht ist. Der ganze Raum lockt mit hellen, milden und doch starken Farben. Und jedes Bild ist gut, oft fast nahezu vollkommen in der Komposition, wenn wir nur versuchen, uns auf die neue Bildeinheit einzustellen und alles in uns abzustellen, was von früheren Anschauungen sich dagegen sträubt.”12 (Botho Graef über das Werk von Ernst Ludwig Kirchner, 1914)

Seit seinem ersten Kontakt mit der Kunst der Brücke 1911 verteidigte Botho Graef die bunten, seiner Ansicht nach „von den Wänden leuchtenden“ Bilder der Dresdner Künstlervereinigung. Ernst Ludwig Kirchner und Ausstellungsorganisator Eberhard Grisebach wählten wohl auch daher Botho Graef als Laudator der ersten großen Kirchner-Ausstellung in Jena (15.2.–8.3.1914). Wie die eingangs zitierte Besprechung zeigt, war der Professor ein geschickter Rhetoriker und einfühlsamer Kritiker, der das Publikum langsam auf die Qualitäten der modernen, expressiven Malerei hinzuführen verstand.

 

 

Mit der wohlwollenden Besprechung und der Rede für die Ausstellungseröffnung begann die Freundschaft zwischen dem mittellosen Maler und dem Universitätsprofessor. Diese außergewöhnliche Verbundenheit zwischen Graef und Kirchner zeigt sich in ihrem Briefkontakt, in fotografischen Porträts sowie den zahlreichen gemalten Porträts von Botho Graef und dessen Freund, dem Forstaufseher Hugo Biallowons. Die Bildnisse nehmen im Werk Ernst Ludwig Kirchners eine Sonderstellung ein. Der homosexuelle Kunsthistoriker ist immer korrekt gekleidet, mit weißem Spitzbart, Melone, Handschuhen ausgestattet. Damit würdigte Ernst Ludwig Kirchner jenen Menschen, der – seiner Ansicht nach – seine Bedeutung als erster erkannt hätte.13 Die Kriegsjahre waren von Ernst Ludwig Kirchner von einem schweren Nervenzusammenbruch im November 1915 überschattet. Botho Graef bemühte sich als väterlicher Freund, Geld für einen Sanatoriumsaufenthalt zu organisieren, um die Freistellung des mittellosen Künstlers zu garantieren. Graef wurde während des Kriegs als Dolmetscher in verschiedenen Kriegsgefangenenlagern eingesetzt. Im Sanatorium Dr. Oskar Kohnstamm in Königstein im Taunus wurde Kirchners Abhängigkeit von Veronal (Schlafmittel), Alkohol und Zigaretten festgestellt. Die Abhängigkeit von Morphin dürfte in einem deutschen Sanatorium noch dazugekommen sein. Kirchners Freunde, darunter Botho Graef versuchten Geld für seine Pflege aufzutreiben und beherbergten den Verzweifelten. Eberhard Grisebach schlussendlich konnte ihn mit seinen familiären Kontakten nach Davos weitervermitteln.

 

„Sie wissen, dass Kirchner sich in einem hoffnungslosen Zustand befindet. Ich bin eben dabei, an seine Gönner zu schreiben, damit die Mittel zusammenkommen, ihn in eine Heilanstalt zu einer Kur zu befördern, die vielleicht einen vorübergehenden Erfolg haben kann. Aber man muss leider damit rechnen, dass er vielleicht wie Nietzsche jahrelang in einem hilflosen Zustand leben wird. Dann wird man versuchen müssen, aus dem Verkauf seiner Werke die Mittel dazu zu gewinnen.“14 (Botho Graef an Eberhard Grisebach, Görlitz, 1.12.1916)

Den Herztod seines Freundes Botho Graef am 9. April 1917 in Königsstein im Taunus kommentierte er mit folgenden Worten: „Ich möchte selbst tot sein. [...] Mir ist, als wenn mein Vater tot wäre, mehr, viel mehr.“ 1918 schenkte Ernst Ludwig Kirchner der Kunstsammlung Jena insgesamt 260 grafische Arbeiten, die er unter dem Namen Botho-Graef-Gedächtnis-Stiftung zusammenfasste.

 

„Dieser durch und durch lebendige und durchaus kultivierte Mensch, gehörte gleichsam verschiedenen Lebenskreisen und Daseinsschichten an. Er war Professor in Jena, Lehrer, Freund und Erzieher seinen Studenten, Führer des gebildeten Publikums seiner Stadt zu ältesten wie zu neuesten Kunstwerken, und er war zugleich doch auch zu Hause in den Großstädten, heimisch in den Salons reicher Kunstfreunde, vertraut mit Theatern, Konzerten und Kunstausstellungen.“ (Wilhelm Waetzold, Nachruf auf Botho Graef)

 

„Es gibt nur ein Programm: Freiheit!“ Ausstellung über Botho Graef und den deutschen Expressionismus in der Kunstsammlung Jena

Botho Graef als einer der wichtigsten Förderer der Moderne in Deutschland zu würdigen und an die Bedeutung der Kunststadt Jena im frühen 20. Jahrhundert zu erinnern, ermöglicht gleichzeitig Werke von Kirchner, Nolde, Heckel, Schmidt-Rottluff, Amiet und Hodler zu erleben. Der in Jena zusammengeführte Querschnitt zur Deutschen und Schweizer Malerei und Grafik zu Beginn des vorletzten Jahrhunderts umfasst 148 Werke aus deutschen und vor allem aus schweizerischen Sammlungen. Die beliebten Künstler der Brücke (mehr denn NKVM oder Blauer Reiter) werden von wenig bekannte Zeitgenossinnen und Zeitgenossen aus Thüringen begleitet, die während des ersten und zweiten Jahrzehnts im Jenaer Kunstverein an Ausstellungen beteiligt waren und von Botho Graef besprochen wurden. So fächert die Schau das Spektrum thüringisch-sächsischen Kunstschaffens der frühen Moderne auf, verweist auf die Beiträge Ferdinand Hodlers und Ludwig von Hofmanns für die Diskussion der Monumentalmalerei, vergisst dabei aber nicht auf Protagonistinnen wie die Stickerin Irene Euken15 oder Frida Mentz-Kessel. Unter den Kunstkritikern und Kunstpädagogen Deutschlands nimmt Botho Graef eine Sonderstellung ein, sah er seine Verantwortung auch als Lehrender, Vortragender und schlussendlich Anstifter einer Sammlung moderner Kunst. In der Schau „Es gibt nur ein Programm: Freiheit!“ steht zweifellos das Werk von Ernst Ludwig Kirchner im Mittelpunkt. Die von Graef geforderte programmatische Freiheit zeigt sich nicht nur in farbenprächtigen Gemälden, sondern vor allem in den revolutionären Druckgrafiken und Zeichnungen des Malers. Im Katalog ergänzt der Nachruf Hans Fehrs den Nachdruck aller Rezensionen Botho Graefs zu den Ausstellungen des Jenaer Kunstvereins (Oktober 1904 bis Juli 1914).

Kuratiert von Erik Stephan

 

 

 

Ausgestellte Künstlerinnen und Künstler

 

Es gibt nur ein Programm. Ausstellungskatalog

Freiheit! Kirchner, Nolde, Heckel, Schmidt-Rottluff, Amiet und Hodler Zum 100. Todestag von Botho Graef
Herausgegeben von Erik Stephan für die Städtischen Museen Jena
ISBN 978-3-942176-93-4

 

Botho Graef: Bilder

  • Ernst Ludwig Kirchner, Schimmeldressurakt, 1908/09, Öl/Lw, 82 x 95 cm, sign. o. r.: E L Kirchner (Kirchner Museum Davos, Schenkung Olga Schwendener 1997, Inv. Nr. 1997/Sch1-1/01322/G © Foto: Kirchner Museum Davos)
  • Ernst Ludwig Kirchner, Russisches Tänzerpaar, 1909, farbige Lithografie, 33,2 x 39 cm, sign. u. r.: E L Kirchner bez. u. l.: Handdruck (Sammlung E.W.K., ELK 188 © Foto: Sammlung E.W.K.)
  • Frida Mentz-Kessel, Kurkapelle, 1911, Dreifarbenholzschnitt auf Japanpapier, 37 x 27,5 / 27,5 x 20,2 cm sign. u. r.: F. Mentz-Kessel (Kunstsammlung Jena, Inv. Nr. III 591 © Foto: Kunstsammlung Jena)
  • Karl Schmidt-Rottluff, Vorfrühling, 1911, Öl/Lw, 76,3 x 84 cm, sign./dat. u. r.: S. Rottluff 1911 (Museum Ostwall im Dortmunder U, Dortmund, Inv. Nr. A 68/57 VG Bild-Kunst, Bonn 2017 © Foto: Museum Ostwall im Dortmunder U, Dortmund)
  • Cuno Amiet, Mädchenakt (Stehender weiblicher Akt mit Blume), 1911/12, Öl/Lw, 125 x 120 cm (Glarner Kunstverein, Kunsthaus Glarus KHG 1005 © Foto: Glarner Kunstverein, Kunsthaus Glarus)
  • Erich Kuithan, Schaumgeborene I, um 1912, Öl auf Papier auf Pappe aufgezogen, 78,6 x 62,4 cm (Kunstsammlung Jena, Inv. Nr. I 451 © Foto: Kunstsammlung Jena)
  • August Macke, Plakatentwurf für den Jenaer Kunstverein, um 1912, Farbige Kreiden auf Papier, 9 x 7,6 cm (Schenkung Dr. Lucius Grisebach Kunstsammlung Jena, Inv. Nr.  © Foto: Kunstsammlung Jena)
  • August Macke, Märchenerzähler, 1912, Öl auf Holz, 38,3 x 41,7 cm, sign./dat. M. r.: A. Macke 1912 (Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Foto Museum Frieder Burda)
  • Erich Heckel, Gelbe Segel (Fabrik am Wasser), 1913, Öl/Lw, 79 x 83 cm, sign. u. r.: EH (Geschenk des Künstlers an den Jenaer Kunstverein 1914, Kunstsammlung Jena, Inv. Nr. II 498 © Foto: Kunstsammlung Jena)
  • Otto Mueller, Liegender weiblicher Akt, um 1912/14, Kreide, 35,3 x 47,5 cm, sign. u. r.: Otto Mueller (Städtische Museen Jena, Kunstsammlung, Inv. Nr.: 23554 © Foto: Kunstsammlung Jena)
  • Ernst Ludwig Kirchner, Bildnis Botho Graef (Musikzimmer), 1914/1926, Öl/Lw, 90,3 x 80,3 cm (Museum Kunstpalast, Düsseldorf, Inv. Nr. 0.1952.4983 Foto © Museum Kunstpalast – ARTOTHEK)
  • Hermann Max Pechstein, Alfred Hess / Raucher, 1919, Holzschnitt auf Kupferdruckpapier (Büttenkarton), 33,6 x 44,8 / 38,5 x 52,9 cm, sign./dat. u. r.: M. Pechstein 19 (Werner Coninx-Stiftung, Zürich, Inv. Nr. 10646 © Foto: Ulrich Fischer)
  • Ernst Ludwig Kirchner, Porträt Botho Graef im Atelier Berlin-Friedenau, Körnerstrasse 45, 1914/1915, Kontaktabzug ab Glasnegativ auf Silbergelatine Barytpapier, 24 x 18 cm (Bild) (Kirchner Museum Davos, Schenkung Nachlass Ernst Ludwig Kirchner 1992, Inv. Nr. 1./24P © Foto: Kirchner Museum Davos)

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  1. Botho Graef, in: Jenaische Zeitung, 23.6.1912, Nr. 145. Zitiert nach Ausst.-Kat., S. 26.
  2. Henry van de Velde, Geschichte meines Lebens, München 1962, S. 316.
  3. Neben den bildenden Künstlern war Botho Graef auch der zeitgenössischen, modernen Literatur eng verbunden und mit Stefan George und Richard Dehmel befreundet. Ernst Hardt, Karl Vollmöller und Hugo Hertwig wurden von ihm unterstützt.
  4. Hans Fehr, Botho Graef, in: Das Kunstblatt 11 (1918) 348.
  5. Botho Graef, in: Jenaische Zeitung , 20.7.1911, Nr. 168; zitiert nach Ausst.-Kat. S. 198.
  6. Dazu siehe auch: Sandra Gianfreda, „Er war doch ein „Große“. Ernst Ludwig Kirchners Verhältnis zu Ferdinand Hodler, in: Ferdinand Hodler (Ausst.-Kat. Bundeskunsthalle Bonn 2017), 2017, S.39–48, hier besonders S. 42.
  7. Erschienen im Eugen Diederichs Verlag, Jena 1910.
  8. Vorsitzende waren Eduard Rosenthal (bis Mai 1908), Hans Fehr (bis Mai 1912), Eberhard Griesebach
  9. Siehe: Meike Werner, Moderne in der Provinz: kulturelle Experimente im Fin-de-Siècle-Jena, Göttingen 2003, S.109–110.
  10. Jenaische Zeitung, 14.7.1912, Nr. 163; siehe Ausst.-Kat. S. 14
  11. Ausst.-Kat. S. 14.
  12. Jenaische Zeitung, 4.3.1914, Nr. 53; Zitiert nach Ausst.-Kat., S. 70.
  13. Lothar Griesebach, Ernst Ludwig Kirchners Davoser Tagebuch. Eine Darstellung des Malers und eine Sammlung seiner Schriften, Köln 1968, S. 83.
  14. Zitiert nach Ausst.-Kat., S. 50.
  15. Gattin des Nobelpreisträgers und Universitätsprofessors für Philosophie Rudolph Euken, Sekretärin des früheren Jenaer Kunstvereins und damit Mitgestalterin des Auftrags an Ferdinand Hodler.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.