Bruno Gironcoli

Der Bildhauer und Plastiker Bruno Gironcoli (1936–2010) gehört zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten Österreichs des 20. Jahrhunderts. Ab Mitte der 1980er Jahre schuf er Großplastiken, in denen archetypische Figuren und Triviales zu futuristisch anmutenden Konglomeraten verschmelzte. Diesen monumentalen Setzungen ging eine bildhauerische Entwicklung voraus, die ab den frühen 1960er Jahren internationale künstlerische Tendenzen der figurativen Kunst rezipierte und zugleich eine radikal eigenständige Perspektive verfolgte.

Der 1936 in Villach (Kärnten/A) geborene Künstler absolvierte eine Goldschmiedelehre in Innsbruck (1951-1956), bevor er 1957 bis 1959 und erneut 1961/62 an der Akademie für angewandte Kunst bei Prof. Eduard Bäumer studierte. Ein erster Aufenthalt in Paris (1961/62) prägte ihn tief. 1977 wurde Bruno Gironcoli als Professor und Leiter der Meisterschule für Bildhauerei an die Akademie der bildenden Künste in Wien berufen. Er trat dort die Nachfolge von Fritz Wotruba ab. Er vertrat Österreich auf der 50. Biennale von Venedig (2003) und emeritierte im folgenden Jahr von der Akademie. Die Werke des 2010 verstorbenen Bruno Gironcoli werden dauerhaft im Gartenschloss Herberstein präsentiert.

3. Dezember 2018
Bruno Gironcoli, Figur mit großen Scheibenformen und Spitzköpfen sowie zwei (nicht ausgeführten) Spiralformen, 1986–1990/1995, Eisen, Holz, Kunststoff, 300 x 245 x 210 cm (Gironcoli Museum, Herberstein, © the Estate Bruno Gironcoli, Foto: Hans Christian Krass)

Schirn: Bruno Gironcoli. Prototypen einer neuen Spezies Monumentale Plastiken und irritierende Environments

Der Österreicher Bruno Gironcoli (1936–2010) ist einer der wichtigsten Bildhauer seiner Generation. In einer persönlich gefärbten, individuellen Bildsprache schuf er ab den frühen 1960er Jahren in einer schier nicht enden wollenden erfinderischen Unersättlichkeit ein sehr eigenwilliges, singuläres Œuvre. Die Schirn zeigt einen Überblick über Gironcolis Werk mit Schwerpunkt auf den monumentalen Plastiken und Installationen.
2. Februar 2018
Bruno Gironcoli, Entwurf IV, 1967–1970, Tusche, Deckfarben auf Papier, 62 x 89 cm (mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Artothek des Bundes seit 1976, © BRUNO GIRONCOLI WERK VERWALTUNG GMBH / ESTATE BRUNO GIRONCOLI)

Bruno Gironcoli. In der Arbeit schüchtern bleiben Zeichnungen des österreichischen Bildhauers

Der Bildhauer und Objektkünstler Bruno Gironcoli (1936–2010) schuf kontinuierlich großformatige, grafische Arbeiten. Im Laufe der Jahre wurden die Blätter zunehmend malerischer– mehr als bloße Skizzen für die Bildhauerei.
21. Dezember 2017
Bruno Gironcoli, Entwurf II (Turnstunde), 1967–1970, Tusche, Deckfarben auf Papier, 62 x 89 cm (mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Artothek des Bundes seit 1976, © BRUNO GIRONCOLI WERK VERWALTUNG GMBH / GESCHÄFTSFÜHRERIN CHRISTINE GIRONCOLI)

Bruno Gironcoli: Das zeichnerische Werk Imaginative Erweiterungen

Einem breiten Publikum ist Bruno Gironcoli vor allem durch seine ab Mitte der 1980er Jahre ausgestellten, riesigen, assemblageartigen Skulpturen bekannt. Parallel zu seinem bildhauerischen Werk entstand jedoch seit den frühen 1960er Jahren ein umfangreiches grafisches Werk, das weit über reine Entwurfszeichnungen hinausgeht.
27. September 2017
Nilbar Güreş, Escaping Cactus, Ausstellungsansicht „ich weiß nicht. Wie die Beziehungen zwischen den Dingen wachsen“ im MAK, 2017, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS.

Marlies Wirth: „Ohne Dinge sind wir quasi nackt“ Kuratorin für Digitale Kultur am MAK über ihre Ausstellung „ich weiß nicht“

Marlies Wirth, Kuratorin Digitale Kultur sowie Kustodin Sammlung Design am MAK, erarbeitete gemeinsam mit Janina Falkner im Rahmen der Vienna Biennale 2017 die Ausstellung „ich weiß nicht. Wie die Beziehungen zwischen den Dingen wachsen“. Dafür versammelten die beiden Kuratorinnen Werke von internationalen Künstlerinnen und Künstlern einer jüngeren Generation, die das Verhältnis der Menschen zu den von ihnen geschaffenen Dingen beleuchtet. Was haben ein eingeschneites Auto, ein Papagei und Produktionsweisen der Zukunft miteinander zu tun?
16. Februar 2017
Franz West, Sitzskulptur, 2004, Aluminium lackiert, 87 x 175 x 163 cm (Foto: Archiv des Künstlers © Verein Archiv Franz West, Albertina, Wien: Sammlung Essl)

Sammlung Essl in der ALBERTINA Privatsammlung in Wien bald wieder zugänglich!

Klaus Albrecht Schröder, Karlheinz Essl und Hans Peter Haselsteiner geben heute die Übergabe der Sammlung Essl an die ALBERTINA bekannt. Für 27 Jahre wird die Albertina die Dauerleihgabe für die konservatorische Verwahrung, wissenschaftliche Aufarbeitung und öffentliche Präsentation übernehmen. Der Bund fördert die digitale Aufarbeitung der Sammlung Essl mit einer Million Euro.
26. August 2013
Kurt Ingerl, Struktur, 1978, Foto: Alexandra Matzner.

Die 70er Jahre: Expansion der Wiener Kunst Feminismus, Abstraktion und erste Medienkunst

Das MUSA präsentiert im Zweijahres-Rhythmus eine Auswahl aus einem Jahrzehnt Wiener Kunstschaffens. Im Herbst/Winter 2013/2014 werden die 70er Jahre unter dem Titel „Expansion der Wiener Kunst“ aufgefächert. Bereits ein schneller Rundgang zeigt, wie viel die heutige Kunstszene diesem Jahrzehnt verdankt, und wie viele Wiener Künstler_innen von den großen Ausstellungshäusern sträflich vernachlässigt werden.
20. Juli 2013
Gironcoli und Bacon, in: Gironcoli: Context, Belvedere, Orangerie 2013, Installationsfoto: Alexandra Matzner.

Bruno Gironcoli. Context Im Kontext von ANDRE | BACON | BARNEY | BEUYS | BOURGEOIS | BRUS | KLAUKE | NAUMAN | SCHWARZKOGLER | WEST

Bis heute wirkt das Werk von Bruno Gironcoli (1936–2010) auf den ersten Blick singulär und rätselhaft. Die österreichische Tradition der Nachkriegszeit, geprägt von Fritz Wotruba (1907–1975), findet in den seit den 70er Jahren entstandenen Installationen oder Environments von Gironcoli keine Nachfolge. Der ausgebildete Goldschmied und Autodidakt positionierte seine Objekte ohne Podeste im Raum, arbeitete mit Verfremdungen, abstrus-absurden Zusammenstellungen wiedererkennbarer Einzelstücke und metallenen Farben auf Polyester. Thema ist immer der Mensch, auch wenn oft die Körper abwesend sind.
2. Juni 2010
Flora Neuwirth, 100 Boots / Eleanor Antin (100%y-100%m), 2003, Gummistiefel, Acryllack, Größe variabel © MUSA; Foto: Michael Wolschlager.

Positionen zeitgenössischer Skulptur in Wien Raum_Körper Einsatz im MUSA

Dem modellierten, skulpierten, abgefilmten und fotografierten menschlichen Körper widmet das MUSA eine Ausstellung unter dem Titel „raum_körper/einsatz“. Anhand der Arbeiten von 41 in Wien lebenden Künstlern stellt Kuratorin Silvie Aigner, unterstützt durch Johannes Karel, die figurative Skulptur in Österreich vor. Beginnend mit Stein- und Bronzeplastiken von Andreas Urteil über monumentale Figuren von Alfred Hrdlicka breitet die Schau ein Kaleidoskop von Möglichkeiten plastischen und skulpturalen Gestaltens von den späten 50er Jahren bis in die Jetztzeit aus.