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Darmstadt | Hessisches Landesmuseum: Urknall der Kunst Höhlenmalerei und Moderne | 2023

Joachim Lutz, Ruchera (Höhle), Detail, Simbabwe, 1929, Aquarell auf Papier (© Frobenius-Institut Frankfurt am Main)

Joachim Lutz, Ruchera (Höhle), Detail, Simbabwe, 1929, Aquarell auf Papier (© Frobenius-Institut Frankfurt am Main)

Wo liegt der Ursprung der Kunst? Dieser Frage ging der deutsche Ethnologe Leo Frobenius zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach. Über zwei Dutzend Expeditionen führten ihn und seine Forschungsteams zu den Höhlenmalereien Europas, Afrikas und Asiens. Zu seinem Team gehörten auch Künstlerinnen und Künstler, die über 8.000 gemalte Nachschöpfungen dieser sensationellen Bilderwelten anfertigten. Diese Werke der Sammlung Frobenius entführen uns in eine Welt 20.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung.

Für die Künstler der Moderne war die Entdeckung der Höhlenmalereien ein Schlüsselerlebnis. Viele ließen sich von diesen Uranfängen der Kunst inspirieren. Sie übernahmen abstrahierende Darstellungsformen und stilistische Mittel der Felsbilder und waren überzeugt, dem anthropologischen Kern der Kunst auf diese Weise näher zu kommen. Alfred H. Barr, Gründungsdirektor des Museum of Modern Art in New York, erkannte diese Verbindung zwischen Moderne und Vorzeit und stellte die Sammlung Frobenius 1937 erstmals zusammen mit Werken der zeitgenössischen Kunst aus.

Urknall der Kunst 2023 in Darmstadt

Die Ausstellung „Urknall der Kunst“ entsteht in Kooperation mit dem Frobenius-Institut der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und geht dieser künstlerischen Auseinandersetzung nach. Sie stellt die Felszeichnungen in den Dialog mit Werken von Joan Miró, Paul Klee, Pablo Picasso, Hans ArpWilli Baumeister und André Masson und schlägt den Bogen zur Kunst von Joseph Beuys, der sich selbst als „wiedergeborener Höhlenzeichner“ bezeichnete. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit verspricht neue Impulse für ein Thema, das in der Kunstgeschichte immer noch viel zu wenig bekannt ist.

Weitere Leihgeber sind u.a. das Centre Pompidou in Paris, das Zentrum Paul Klee in Bern, die Staatsgalerie Stuttgart, die Nationalgalerie in Berlin sowie verschiede Privatsammlungen.

Kuratiert von Martin Faass und Jessica Schmidt.
Quelle: Hessisches Landesmuseum Darmstadt

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