0

Darmstadt | HLMD: Max Liebermann Europäischer Netzwerker von Weltrang

Max Liebermann, Selbstbildnis mit Pinsel, Detail, 1913, Öl auf Leinwand (Kunstpalast Düsseldorf, Horst Kolberg)

Max Liebermann, Selbstbildnis mit Pinsel, Detail, 1913, Öl auf Leinwand (Kunstpalast Düsseldorf, Horst Kolberg)

Max Liebermann (1847–1935) wird in einer Vielzahl von Werken in Dortmund präsentiert, welche bisher noch nie in dieser präzisen Auswahl zusammengefunden haben. In ihnen zeigt sich die hohe Qualität seiner Malkunst. Als treibende Kraft der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts war Max Liebermann mit ganz Europa vernetzt und galt als verbindendes Glied, der die deutsche mit der französischen und holländischen Kunst auf eindrucksvollem Wege vereinte. Die Ausstellung thematisiert Liebermanns Auseinandersetzung mit seinen Vorbildern, zu denen unter anderem Jean-François Millet und Rembrandt van Rijn gehören, und ermöglicht eine direkte Gegenüberstellung zu ihnen.

Vom Realismus zum Impressionismus

Liebermann hat den Realismus beeinflusst, den deutschen Impressionismus geprägt und die deutsche Kunst maßgeblich bestimmt. Aber wer war er wirklich? Wie wurde aus dem streng erzogenen Sohn einer großbürgerlichen Familie der Maler des einfachen bäuerlichen Lebens, als stünde ihm sonst nichts näher? Wie wurde aus dem angefeindeten Realisten schließlich der Meister des deutschen Impressionismus und damit einer der bedeutendsten Akteure der deutschen Kunst? Max Liebermann war ein Erneuerer der Malerei und er malte kompromisslos das, was er als Forderung der Kunst seiner Zeit verstand.

Dies ist zahlreichen Leihgeber*innen zu verdanken, wie u.a. Nationalgalerie Berlin, Musée d’Orsay Paris, Kunstmuseum Den Haag, Teylers Museum Haarlem, Musée des Beaux-Art Dijon, der Kunststiftung Kurt und Barbara Alten Ascona und zahlreichen deutschen Sammlungen.

Die Ausstellung entsteht als Kooperationsprojekt des Hessischen Landesmuseums Darmstadt mit dem Kunstpalast Düsseldorf.

Max Liebermann in Darmstadt: Bilder

  • Max Liebermann, Kartoffelernte, 1875, Öl auf Leinwand (Kunstpalast, Düsseldorf, Horst Kolberg)
  • Max Liebermann, Holländische Nähschule
  • Max Liebermann, Schweinemarkt in Haarlem, 2. Fassung, 1894, Öl auf Leinwand (HLMD, Dortmund)
  • Max Liebermann, Garten mit blühenden Sonnenblumen, 1895 (Kulturstiftung Kurt und Barbara Alten)
  • Max Liebermann, Papageienmann (Privatbesitz)
  • Max Liebermann, Selbstbildnis mit Pinsel, 1913, Öl auf Leinwand (Kunstpalast Düsseldorf, Horst Kolberg)
  • Max Liebermann, Des Künstlers Tochter Käthe zu Pferde, 1913, Öl auf Leinwand (Kunstpalast Düsseldorf, Horst Kolberg)
  • Max Liebermann, Die Blumenterrasse im Wannseegarten, 1923, Öl auf Leinwand (Privatbesitz)
  • Max Liebermann, Der Nutzgarten in Wannsee nach Westen auf dem Weg eine Gärtnerin, 1924 (Städtische Museen Zwickau, Kunstsammlungen)

Beiträge zu Max Liebermann

16. Mai 2021
Karl Hagemeister, Weißer Mohn, Detail, 1881 (© Landesmuseum Hannover)

Hannover | Landesmuseum Hannover: Im Freien. Von Monet bis Corinth Freilichtmalerei von 1820 bis 1930

27. Mai 2018
Max Liebermann, Der Papageienmann, Detail, 1902 (Museum Folkwang, Essen)

Max Liebermann in Holland: Amsterdamer Waisenhaus und Papageienmann Sommerimpressionen

„Vergiss nicht, so schnell wie möglich nach Scheveningen zu kommen“, schrieb Jozef Israels im März 1904 an seinen Freund Max Liebermann (1847–1935). Zwischen 1870 und 1914 verbrachte der deutsche Realist und spätere Impressionist mit seinem Freund Israels einige Sommer in den Niederlanden, wo er das einfache, stille Leben und das modische Lifestyle am Strand malte.
20. Mai 2018
Hals und die Modernen, Hals - Manet

Frans Hals und die Moderne Hals trifft Manet, Singer Sargent, Van Gogh

Der Einfluss des niederländischen Barockmalers Frans Hals (1580–1666) auf die Moderne war enorm! Die Ausstellung im Frans Hals Museum in Haarlem thematisiert die Wiederentdeckung des lange vergessenen Künstlers durch die französischen Impressionisten vor 150 Jahren. Seither schätzten und schätzen Maler wie Manet, Liebermann, Singer Sargent und Van Gogh den Holländer für seine gestische Malerei, in der Unschärfe genauso einen Stellenwert hat wie präzise herausgearbeitete Partien.

Aktuelle Ausstellungen

15. Juni 2021
René Magritte, La préméditation [Vorsatz], Detail, 1943, Öl/Lw, 55 x 46 cm, unten rechts signiert „Magritte“ (Privatsammlung © Photothèque R. Magritte / Adagp Images, Paris, 2021)

Paris | Musée de l’Orangerie: Magrittes Renoir-Periode „Surrealismus in vollem Sonnenlicht“ als künstlerischer Befreiungsschlag

René Magritte gehört heute zu den berühmtesten Künstlern des Surrealismus. Doch die so genannt „Renoir Periode” zählt zu den unbekannten Seiten des belgischen Malers. Zwischen 1943 und 1947 arbeitete der sonst so fast altmeisterlicher Technik malende Künstler im Stilidiom des Impressionismus unter Einbezug einer Farbharmonie, für die Pierre-Auguste Renoir berühmt geworden ist.
6. Juni 2021
James Ensor, Der tote Hahn, 1894 (Kunsthalle Mannheim)

Mannheim | Kunsthalle Mannheim: James Ensor

James Ensor in der Kunsthalle Mannheim 2021 zu den Motivkreisen Selbstbildnis – Maske – Tod – Stillleben, incl. Grafikmappe „La Gamme d'Amour“ & 93 Einzelblättern.
2. Juni 2021
Paul Signac, Saint-Tropez. Fontaine des Lices, 1895, Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm (Privatsammlung)

Paris | Musée Jacquemart-André: Paul Signac Farbige Harmonien des „Apostels“ des Neoimpressionismus

Paul Signac im Musée Jacquemart-André gibt einen aufschlussreichen Überblick zum Werk des französischen Malers, Aquarellisten und Tuschezeichners.