0

Das Schokoladenmädchen von Liotard „Das schönste Pastell, das man je gesehen hat“ aus der Dresdner Gemäldegalerie

Jean-Etienne Liotard, Das Schokoladenmädchen, DetaiI, 1744-45, Pastell auf Pergament, 82,5 x 52,5 cm (Dresden © Gemäldegalerie Alte Meister, SKD)

Jean-Etienne Liotard, Das Schokoladenmädchen, DetaiI, 1744-45, Pastell auf Pergament, 82,5 x 52,5 cm (Dresden © Gemäldegalerie Alte Meister, SKD)

Das Schokoladenmädchen des Schweizer Künstlers Jean-Etienne Liotard ist eines der berühmtesten Werke der Dresdener Gemäldegalerie. Schon seit 1745 hängt es in Dresden. Die bekannte Pastellmalerin Rosalba Carriera beschrieb es als „schönstes Pastell“. Das Malen mit Pastellkreide entsprach ganz dem Geschmack des Rokoko. Liotard schuf damit makellose, porzellanhaft glatte Oberflächen (→ Jean-Etienne Liotard (1702–1789)). Der große Bekanntheitsgrad des Bildes aber beruht auf der Darstellung einer einfachen Hausangestellten, einem bis dahin seltenen Motiv, das in seiner präzisen Beobachtung die Kunst der Aufklärung und den Realismus des 19. Jahrhunderts vorwegnimmt.

Schokolade war zudem im 18. Jahrhundert ein neues, exotisches und vor allem teures Genussmittel – ebenso wie Tee, Kaffee und Tabak. Das edle japanische Lacktablett und die Porzellantasse auf silberner Untertasse bezeugen zudem die wohlhabenden Bedienten.

 

Erstmals widmet sich eine Ausstellung dem Pastell-Gemälde: Rund 80 herausragende Werke, etwa die Hälfte davon Leihgaben aus großen, internationalen Sammlungen wie dem Louvre oder dem British Museum, vermitteln neben der Pastellmalerei die Epoche des französisch inspirierten Rokoko und das Wien der Kaiserin Maria Theresia – den Ort, an dem das Schokoladenmädchen entstand.

Quelle: Pressetext

 

 

Das Schokoladenmädchen: Bilder

  • Jean-Etienne Liotard, Das Schokoladenmädchen, 1744-45, Pastell auf Pergament, 82,5 x 52,5 cm (Dresden © Gemäldegalerie Alte Meister, SKD)
  • Jean-Etienne Liotard, Das Schokoladenmädchen, Detail, 1744-45, Pastell auf Pergament, 82,5 x 52,5 cm (Dresden © Gemäldegalerie Alte Meister, SKD)

Weitere Beiträge zum Rokoko

27. März 2019
Giovanni Battista Tiepolo, Der heilige Jakobus der Ältere, Detail, 1749/50, Öl/Lw, 317 x 163 cm (Szepmuveszeti Muzeum / Museum of Fine Arts, Budapest)

Staatsgalerie Stuttgart: Tiepolo „Der beste Maler Venedigs“ – venezianische Rokokomalerei in Würzburg und Madrid

Anlässlich der 250. Wiederkehr des Todestags von Giovanni Battista Tiepolo widmet die Staatsgalerie Stuttgart dem Maler des Settecento eine große Ausstellung und präsentiert ihren hochrangigen Bestand im Kontext kostbarer internationaler Leihgaben aus Europa und Übersee - Herbst 2019.
30. Dezember 2018
Jean-Honoré Fragonard, Der Philosoph, Detail, um 1764, Öl/Lw, 59 x 72,2 cm (oval) (© Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Elke Walford)

Hamburger Kunsthalle: Goya, Fragonard, Tiepolo. Die Freiheit der Malerei Radikale Rokokomalerei als Vor- und Wegbereiterin der Moderne

Mit „Goya, Fragonard, Tiepolo. Die Freiheit der Malerei“ widmet die Hamburger Kunsthalle dem 18. Jahrhundert als Blüte- und Umbruchszeit der europäischen Kunst eine Ausstellung. Francisco de Goya (1746–1828), Jean-Honoré Fragonard (1732–1806) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) werden als Vor- und Wegbereiter der Moderne präsentiert.
15. Mai 2018
Die Verlobung, Detail, Darstellung der Erzherzogin Christine, des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen und der Gräfin Fuchs, um 1780, Kaiserliche Porzellanmanufaktur Wien, Modell Anton Grassi, © MAK/Mika K. Wisskirchen

MAK feiert 300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur Kunsthandwerk auf höchstem Niveau seit 1718

Rund 1.000 Exponate aus den Beständen des MAK sowie aus nationalen und internationalen Sammlungen bieten in der umfassenden Jubiläumsausstellung „300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur“ einen eindrucksvollen Überblick über die Entwicklung der zweitältesten Porzellanmanufaktur Europas.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.