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Dresden: Ausstellungen 2020 Welche Ausstellungen zeigen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 2020?

Dresden, Ausstellungen 2020

Dresden, Ausstellungen 2020

Das Ausstellungsjahr 2020 startet im Dresdner Zwinger mit der Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister (ab 29.2.). Mit „Raffael – Die Macht der Bilder“ (ab 3.4.) sowie „Begegnungen: Raffaels Madonna mit Kind und Buch aus Pasadena“ (ab 19.6.) wird dem Renaissance-Meister Raffael anlässlich der 500. Wiederkehr seines Todestags gedacht. Mit der „Sixtinischen Madonna“ besitzt Dresden eines der berühmtesten Werke Raffaels, ergänzt wird das monumentale Altarbild um eine Serie nach den Sixtina- Tapisserien, welche nach der „Macht der Bilder“ fragt. Im Herbst beherbergt der Zwinger „Caravaggios Johannes der Täufer aus Rom“ (ab 11.9.), dessen sensualistische Lichtführung und Hautwiedergabe in Rom 1602 als unübertroffen galten. „Das restaurierte Meisterwerk: Ercole de‘ Roberti“ stellt die „Gefangennahme Christi“ (1482/86), eine Predellentafel des Hochaltars in der Kirche San Giovanni in Monte in Bologna, ins Zentrum der Betrachtung (ab 6.10.).

Im Albertinum wird 2020 nach Evelyn Richter (ab 26.1.) im Frühjahr Gerhard Richter gewürdigt. Der Maler ist in zwei Ausstellungen mit „Neuen Zeichnungen 2017–2019“ (ab 9.2.) und im Anschluss als „Gerhard Richter 1961/62“ (ab 9.5.) vertreten. Nicht vergessen werden darf der 150. Geburtstag von Ernst Barlach, der auch in Dresden gefeiert werden wird (ab 16.5.).

Das Residenzschloss Dresden beherbergt 2020 fünf Ausstellungen zu den „Stadtbildern Europas“ (ab 15.2.), „Revolutionary Romances” (ab November) sowie „Bellum et Artes“ (ab 6.11.). Ab 25. April 2020 ist „300 Jahre Dresdner Kupferstich-Kabinett“ zu feiern, was Mitte November in „300 Jahre Dresdner Kupferstich-Kabinett: Crossing Borders“ weitergeführt wird (ab 14.11.).

Welche Ausstellungen zeigt Dresden 2020?

Wiedereröffnung Gemäldegalerie Alte Meister und… im Zwinger 2020 (ab 29.2.)

Dresden | Gemäldegalerie Alte Meister: Neuaufstellung

Nach mehrjähriger Sanierungsphase finden am 29. Februar 2020 die feierliche Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister und die Neupräsentation der Skulpturensammlung bis 1800 statt. Zwei kleinere Interimsausstellungen eröffneten in den vergangenen Jahren mit ungewohnten Gegenüberstellungen den Blick für neue Zusammenhänge in der bildenden Kunst – Erfahrungen, die in die grundlegend überarbeitete neue Dauerausstellung eingeflossen sind. Deren Konzeption folgt einer geografischen Unterteilung nach Schulen und wird einzelne Hauptthemen der jeweiligen Zeit in den Blick nehmen. Weltberühmte Meisterwerke wie Raffaels „Sixtinische Madonna“ (→ Raffael: Sixtinische Madonna), Rembrandts „Ganymed“ oder die Dresdner Veduten Bernardo Bellottos bilden dabei Fixpunkte, die die einzigartige Stellung und Bedeutung der Künstlerinnen, Künstler und ihrer Werke für die europäische Kunstgeschichte verdeutlichen.

Die neue Präsentation wird überdies die inspirierende Wechselwirkung zwischen Malerei und Bildhauerei in den Fokus rücken und den Einfluss der antiken Skulptur auf die Kunst von Renaissance und Barock hervorheben. Als erstes Highlight erwartet die Besucherinnen und Besucher im Semperkabinett der sogenannte „Dresdner Mars“ von Giambologna.

Raffael – Die Macht der Bilder (3.4.–19.7.2020, Zwinger)

Dresden | Gemäldegalerie Alte Meister: Raffael

Anlässlich des 500. Todestages von Raffael (1483–1520) präsentiert die Gemäldegalerie Alte Meister eine umfangreiche Sonderausstellung zu den Dresdner Bildteppichen des bedeutenden Malers und Architekten der italienischen Hochrenaissance.

Begegnungen: Raffaels Madonna mit Kind und Buch aus Pasadena (19.6.–27.9.2020, Zwinger)

Neben Raffaels Dresdner Bildteppichen präsentiert die Gemäldegalerie Alte Meister anlässlich seines 500. Todestages einen Ehrengast aus dem Norton Simon Museum im kalifornischen Pasadena: Raffaels "Madonna mit Kind und Buch". Bei diesem Gemälde handelt es sich um ein Frühwerk des berühmten Renaissancemalers, entstanden um 1503. In Dresden, wo mit der zehn Jahre später in Auftrag gegebenen "Sixtinischen Madonna" ein Hauptwerk dieses Künstlers zu Hause ist, wird somit ein brillanter Blick auf die frühe Malweise Raffaels möglich. Schon seinen Zeitgenossen galt er als "Madonnenmaler" und war stets bestrebt, das Motiv auf immer neue Art und Weise zu gestalten. Die enge Verbindung zwischen Mutter und Kind, die viele seiner Altar- und Andachtsbilder auszeichnet, wird besonders in der Tafel aus Pasadena deutlich. Die Ausstellung veranschaulicht das Besondere dieses Gemäldes durch Vergleiche mit Madonnenbildern anderer Renaissancekünstler aus den Beständen der Gemäldegalerie Alte Meister, darunter von Sandro Botticelli, Lorenzo di Credi und Andrea Mantegna. Zu Ehren Raffaels gibt die Kabinettausstellung einen hochkarätigen Einblick in Vielfalt und Anmut der Madonnendarstellungen der italienischen Renaissance um 1500.

Begegnungen: Caravaggios Johannes der Täufer aus Rom (11.9.2020–10.2.2021, Zwinger)

Im Jahr 1602 schuf Caravaggio (1571–1610) das Gemälde „Johannes der Täufer“ für die private Bildergalerie des römischen Adligen Ciriaco Mattei. Mit seiner provokativen Darstellung eines nackten Knaben, der einen Widder umarmt, spielt der Künstler innerhalb des Bildes mit den (Be-)Deutungsebenen und Erwartungshaltungen: Offensichtlich stellt sich die Frage, wieso es sich bei dem Jüngling um den titelgebenden Johannes den Täufer handeln soll, fehlen ihm doch die Attribute, wie Kreuzstab oder Fellgewand, die ihn eindeutig als Heiligen identifizieren würden. Caravaggio verwischt die Grenze zwischen Religiösem und Profanem und fordert die Betrachter auf, diese selbst zu bestimmen.

Das Meisterwerk aus den Kapitolinischen Museen in Rom wird im Kontext mit anderen Werken der Gemäldegalerie Alte Meister im Rahmen der Ausstellungsreihe „Begegnungen“ präsentiert. Ausgewählte Werke der Caravaggisten bezeugen den Einfluss des römischen Barockmalers, dessen kontrastreiche Hell-Dunkel-Malerei und außergewöhnliche Inszenierungen den Stil seiner Nachfolger prägte – darunter Valentin de Boulogne, Leonello Spada, Nicolas Régnier, Rembrandt van Rijn, Peter Paul RubensJan Vermeer und viele andere.

Das restaurierte Meisterwerk: Ercole de‘ Roberti (6.10.2020–28.2.2021, Zwinger)

Ferrara gehörte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu den wichtigen Zentren der italienischen Renaissance. Einer ihrer Hauptvertreter ist Ercole de‘ Roberti (um 1450–1496). Die beiden in Dresden befindlichen Holztafeln zeigen zwei äußerst erzählerische Darstellungen aus der Passion Christi. Sie sind von umso größerer Bedeutung, da sich nur wenige Werke dieses Künstlers erhalten haben. Ercole de‘ Roberti malte sie um 1485 für einen Altar in der Kirche San Giovanni in Monte in Bologna. Die beiden Tafeln waren als sogenannte Predellen in der unteren Sockelzone des Altars eingelassen. Dank einer umfassenden Restaurierung, die gemeinsam mit dem J. Paul Getty Museum und dem Getty Conservation Institute in Los Angeles durchgeführt wurde, lässt sich die herausragende künstlerische Qualität dieser Gemälde wieder nachvollziehen. Die Ausstellung, die die renommierte Reihe »Das restaurierte Meisterwerk« fortsetzt, stellt nicht nur die beiden Renaissancegemälde vor, sondern gibt auch anschauliche Einblicke in die Maltechnik des Meisters, die mittels Untersuchungsgeräten der neuesten Generation gewonnen werden konnten. Detailliert werden zudem die Arbeitsschritte der Restaurierung thematisiert. Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem J. Paul Getty Museum realisiert wird, vermittelt somit auch zwei zentrale Aufgaben des Museums: Erforschung und Erhalt von Kunstwerken.

Evelyn Richter (26.1.–31.5.2020, Albertinum)

Anlässlich des 90. Geburtstages der 1930 in Bautzen geborenen Fotografin Evelyn Richter präsentieren das Kupferstich-Kabinett, der Kunstfonds und das Albertinum eine der wichtigsten Protagonistinnen ostdeutscher Fotografie mit ihren Beständen. Dem politischen System gegenüber kritisch, ihrem Sujet gegenüber immer empathisch, hat Evelyn Richter das Leben der DDR fotografiert. Im Zentrum stand dabei der Mensch: Musiker*innen, Künstler*innen, Schriftsteller*innen oder Unbekannte, denen sie im Alltag auf der Straße, im Zug oder im Museum begegnete. Die unaufdringliche Individualität ihrer Sozialporträts widersprach den offiziellen Bildern der DDR, und auch nach 1990 blieb ihr Blick ganz auf die Bedingungen des alltäglichen Lebens gerichtet. Ausgebildet an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, steht Richter durch ihre Lehre beim Portrait- und Landschaftsfotograf Pan Walther (1921–1987) auch in der fotografischen Tradition Dresdens.

Gerhard Richter. Neue Zeichnungen 2017–2019 (9.2.–3.5.2020, Albertinum)

Die Ausstellung des Gerhard Richter Archiv präsentiert erstmals 68 zumeist kleinformatige Zeichnungen von Gerhard Richter, die nach einer längeren zeichnerischen Pause zwischen 2017 und 2019 entstanden sind. Bei den Werken handelt es sich um abstrakte Bleistiftzeichnungen, die durch den erstmaligen ergänzenden Einsatz von Farbstiften an die jüngsten, farbintensiven „Abstrakten Bilder“ des Künstlers anknüpfen, die das Archiv bereits 2017 im Albertinum vorgestellt hatte. Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch.

Gerd Richter 1961/62 (9.5.–30.7.2020, Albertinum)

Die Kabinettausstellung „Gerd Richter 1961/62“ widmet sich der noch weitgehend unbekannten Zeit im Leben Gerhard Richters: den zwei Jahren von seiner Flucht aus Dresden in die Bundesrepublik bis zum Beginn seines offiziellen Werkkataloges mit den ersten nummerierten Bildern. Schon kurz nach seinem Umzug nach Düsseldorf besuchte Gerhard Richter, der sich damals noch Gerd nannte, die dortige Staatliche Kunstakademie und entwickelte innerhalb von 18 Monaten eine eigenständige, an der amerikanischen Pop Art angelehnte Malerei nach fotografischen Vorlagen. Die Ausstellung verdeutlicht Richters konsequente Befreiung von seiner in Dresden etablierten figurativen Bildsprache zur Abstraktion und zu gegenstandsfreien Experimenten, anhand von in diesen Monaten entstandenen Bildern und Zeichnungen, die jahrelang als vom Künstler zerstört galten. Zahlreiche Briefe dokumentieren zudem diese wichtige frühe Entwicklung des Künstlers, die das Gerhard Richter Archiv bereits vor mehr als zehn Jahren in zwei umfangreichen Konvoluten erwerben konnte.

Ernst Barlach zum 150. Geburtstag (16.5.–30.8.2020, Albertinum)

Dresden | Albertinum: Ernst Barlach

Zum 150. Geburtstag des deutschen expressionistischen Bildhauers, Zeichners, Grafikers und Autors  (1870–1938) wird die erste derart umfangreiche Retrospektive seines höchst einflussreichen Œuvres in Dresden stattfinden. Gemeinsam mit dem Ernst Barlach Haus – Stiftung Hermann F. Reemtsma in Hamburg und in Kooperation mit der Ernst Barlach Stiftung in Güstrow wird die Ausstellung etwa 150 Werke präsentieren.

Revolutionary Romances (ab November 2020, Albertinum)

Die Ausstellung „Revolutionary Romances“ rückt die Beziehungen zwischen der DDR und Ländern des „globalen Südens“ in den Fokus. Ausgehend von der Ausstellung „1 Million Rosen für Angela Davis“, welche die afroamerikanische Bürgerrechtlerin Davis und ihre Rezeption in der DDR zum Ausgangspunkt nimmt, werden die in den Dresdner Kunstsammlungen vorhandenen Verbindungen in sozialistisch geprägte Länder außerhalb des Ostblocks, wie beispielsweise Kuba, Chile oder Vietnam, in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren untersucht. Präsentiert werden selten gezeigte Werke, die thematisch eng verknüpft mit den Solidaritätsbestrebungen der DDR sind und die vielseitigen kulturellen Wechselwirkungen und Verflechtungsgeschichten aufzeigen.

Residenzschloss 2020: Münzkabinett und Kupferstich-Kabinett

Stadtbilder Europas (15.2.2020–24.1.2021)

Zunächst auf Medaillen, später auf Münzen finden sich Darstellungen europäischer Städte seit der Mitte des 16. Jahrhunderts durch alle Stilepochen von der Renaissance bis hin zur Gegenwart. Bei deren Gestaltung griffen die Medaillenkünstler und Münzeisenschneider vielfach auf druckgrafische Vorlagen zurück. Auf Papiergeld erscheinen Stadtansichten seit dem 19. Jahrhundert. Deutsche Reichsstädte brachten ihr Selbstbewusstsein zum Ausdruck, regierende weltliche und geistliche Fürsten setzten stolz ihre Residenzstädte ins Bild. Zumeist war aber die Präsentation von Städten nicht Selbstzweck, sondern mit einem konkreten Ereignis verbunden: Huldigungen von Fürsten, Kriege und Siege, Stadt-, Universitäts- und Reformationsjubiläen sowie Naturkatastrophen. Viele bedeutende, aber auch weniger bekannte Städte sind so auf numismatischen Objekten verewigt und halten zeitgenössische Panoramen in verschiedenen Perspektiven und Darstellungsformen fest. Aus dem reichen Fundus der Sammlung des Münzkabinetts schöpfend, wird in der Ausstellung eine Zeitreise von mehr als 400 Jahren nachvollziehbar.

300 Jahre Dresdner Kupferstich-Kabinett (25.4.–14.9.2020)

Mit einem großen Familienfest im Residenzschloss eröffnet die Ausstellung »300 Jahre Sammeln in der Gegenwart«, die in Gegenüberstellungen von alter und neuer Kunst zur Entdeckungsreise durch die Jahrhunderte seit dem Bestehen des Kupferstich-Kabinetts einlädt. In drei Kapiteln wird die Geschichte des Sammelns in diesem Museum erzählt. Dabei wird deutlich, dass die Möglichkeiten und Strategien sowohl von der Kennerschaft der Sammlungsverantwortlichen als auch von historischen und kulturellen Bedingungen bestimmt wurden und werden. Aus der Kunstkammer heraus gegründet, entstand 1720 ein »Kabinett der Fürsten«, das eng mit der höfischen Repräsentation der sächsischen Herrscher verbunden war. Vor allem die Hofkunst des Barock, illustrierte Festberichte, aber auch die Erwerbung von damals zeitgenössischen Künstlern werden im Fokus des ersten Kapitels stehen.

ANDREAS ROST. WIEDERVEREINIGUNG (2.10.–1.11.2020)

Zum 30. Jahrestag des 3. Oktober 1990 präsentiert das Kupferstich-Kabinett erstmalig die Fotoserie "Wiedervereinigung" von Andreas Rost (*1966 in Weimar), die im Jubiläumsjahr eine zentrale Erwerbung für die Sammlung sein wird. Die Aufnahmen, die der Arbeit von 2018 zugrunde liegen, sind in der Nacht vom 2. zum 3. Oktober 1990 während der Feierlichkeiten zur deutschen Wiedervereinigung zwischen Brandenburger Tor und Reichstagsgebäude in Berlin entstanden. Eine größere Gruppe von Fotografien zeigt Porträts der Teilnehmenden. 30 Jahre später widmet sich Andreas Rost erneut jenen Momenten, die sich unwillkürlich in seine Bilder eingeschrieben haben, indem der Künstler die Fotografien durch eine Serie von Montagen aus vergrößerten Bildfragmenten der Originalaufnahmen ergänzt. Auf diese Weise werden im Rückblick Konstellationen des Mit- und Gegeneinander geschaffen, die als geradezu prognostische Chiffren des Wiedervereinigungsprozesses lesbar sind.

CROSSING BORDERS. SAMMELN FÜR DIE ZUKUNFT (14.11.2020–22.2.2021)

Künstlerinnen und Künstler überschreiten Grenzen, sie helfen uns, widerständige Themen zu verstehen und sind unabhängige und kritische Impulsgeber für neue Ideen. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres des Kupferstich-Kabinetts stellt die Ausstellung "Crossing Borders. Sammeln für die Zukunft" aktuelle Positionen aus der Sammlung vor, um grundsätzliche Aussagen über die Bedeutung von Zeichnung, Druckgrafik und Fotografie in der global und digital vernetzten Gegenwart zu treffen. Die Ausstellung ist als Experiment konzipiert: Bedeutende Arbeiten bekannter wie weniger bekannter Künstler*innen unterstreichen die Freiheit der Kunst, die seismografisch die Themen der Zeit erspürt und im Sinne einer offenen Gesellschaft bestehende Barrieren überwindet. Zu den vertretenen Künstler*innen zählen Tacita Dean, Tracy Emin, Félix González-Torres, Mona Hatoum, Eberhard Havekost, Olaf Holzapfel, Roni Horn, Jacqueline Merz, Carsten Nicolai, Thomas Ruff und Wolfgang Tillmans. In der Ausstellung wird der Blick in die Zukunft auf der Grundlage jüngst erworbener Sammlungshighlights erfolgen, zu denen wichtige Arbeiten aus der Stiftung Günther und Annemarie Gercken zählen. Auch die bahnbrechende Schenkung der Sammlung Hoffmann an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hat für das weitere Sammeln von Kunst auf Papier die Türen weit aufgestoßen. Die Ausstellung will auch eine Perspektive des Sammelns für die kommenden Jahrzehnte formulieren: Bislang unerfüllte Erwerbungswünsche sind als Leihgaben vertreten.

Das zweite Kapitel widmet sich der Entwicklung der Sammlung vom Kabinett zum Museum ab 1820 und dem Aufbruch in die Moderne. Vielfach wurden in Dresden Werke direkt von den Künstlerinnen und Künstlern angekauft, um diese in ihrer Arbeit zu fördern. Auch die Fotografie fand bereits in ihrer Frühphase als eigener Sammlungsbereich Eingang in das Kabinett. Das letzte Kapitel nimmt die Zeit ab 1920 und damit die Frage nach den Spuren von Identitäten und Brüchen in den Blick. Denn die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, der Zweite Weltkrieg, die Zeit der DDR sowie die Wende bedeuteten auch für das Dresdner Kabinett erhebliche Einschnitte und Veränderungen, die sich in der Sammlung niedergeschlagen haben. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten von Giovanni Battista Piranesi, Caspar David Friedrich, Käthe Kollwitz, Henri de Toulouse-Lautrec, Pablo Picasso und Gerhard Altenbourg. In ihrer Zeit als Gegenwartskunst und teils noch vor dem künstlerischen Durchbruch ihrer Schöpfer*innen erworben, zählen sie bis heute ebenso wie die Meisterwerke von Jan van Eyck, Lucas Cranach und Hans Holbein zu den bedeutendsten Schätzen des Kupferstich-Kabinetts.

Günther Uecker zum Geburtstag (2.10.–1.11.2020)

Zwei runde Jubiläen werden zum Anlass genommen, eine Werkauswahl von Günther Uecker vorzustellen, der 2020 seinen 90. Geburtstag feiert: 1930 in Mecklenburg geboren, lebt und arbeitet er seit 1955 in Düsseldorf und zählt zu den international bedeutendsten Künstlern der Nachkriegsgeneration.

Sein seit Mitte der 1950er Jahre entstandenes Werk zeichnet sich durch Grenzüberschreitungen zwischen den klassischen künstlerischen Techniken und Gattungen und einer Vielgestalt der verwendeten Materialien aus, darunter Nägel, Papier, Holz, Stoff, Stein, Asche und Erde. Seit Ende 2017 ist ein Forschungsprojekt zum umfangreichen Werk des Künstlers am Kupferstich-Kabinett angesiedelt, das mehr als 160 grafische Arbeiten besitzt und anlässlich des Geburtstages das Projekt sowie eine Werkauswahl präsentieren wird.

Bellum et Artes (6.11.2020–14.2.2021)

Der Dreißigjährige Krieg, der vor über 400 Jahren begann, war eine der dramatischsten Epochen der europäischen Geschichte: Der Konflikt nahm 1618 mit dem Prager Fenstersturz seinen Lauf, erlebte in der Schlacht am Weißen Berg 1620 einen ersten militärischen Höhepunkt und weitete sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem erbittert geführten Kampf um Macht und politischen Einfluss innerhalb Europas aus. Von den Wirren des Krieges blieben auch die Künstler nicht verschont. Dennoch kam die künstlerische Entwicklung in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts keineswegs zum Erliegen. Vielmehr erfüllten die Künste weiterhin wichtige und zuweilen auch neue Funktionen: sei es als Mittel zur Repräsentation von Macht, als diplomatisches Geschenk, als Dokumentation von Kriegshandlungen, aber auch als Ausdruck der Friedenssehnsucht. Im Zentrum der Ausstellung stehen eindrucksvolle Auftragswerke der damaligen Herrscher aus den Beständen der Kunstsammlungen und namhafter europäischer Museen: Gemälde, Pretiosen, Kostüme und Waffen sowie authentische Zeitdokumente, die auch die Schreckensseiten des Krieges eindringlich vor Augen führen. Zugleich schlägt die Ausstellung einen Bogen zu Fragen unserer Zeit, etwa nach dem Zusammenhalt Europas, den Auswirkungen von Flucht und Migration oder dem Umgang mit Beutekunst.

300 Jahre Dresdner Kupferstich-Kabinett: Crossing Borders (14.11.2020–22.2.2021)

Japanisches Palais 2020

  • Inspiration Handwerk (21.3.–12.6.2020)
  • Kinderbiennale – Embracing Nature (12.9.2020–21.2.2021)

Kunsthalle im Lipsiusbau

1 Million Rosen für Angela Davis (1.5.–13.9.2020)

Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt des Albertinum ist die Kunst und visuelle Kultur der internationalen Solidaritätsbewegungen der ehemaligen DDR. Angela Davis (* 1944), Symbolfigur weltweiter Bürgerrechts- und sozialer Bewegungen, engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Ungleichheit. Durch die Solidaritätsaktion "1 Million Rosen" zu ihrer Befreiung ist sie eine fest im Gedächtnis vieler verankerte "Heldin des anderen Amerikas". In ihren Schriften und öffentlichen Auftritten betont sie immer wieder die Bedeutung der Bildung von Gemeinschaften im Kampf für wirtschaftliche, ethnische und Gender-Gerechtigkeit. Ausgehend von Archivmaterialien und Kunstwerken bedeutender Maler der DDR, richtet die Ausstellung den Blick auf Davis’ zentrale Themen und untersucht, wie sich diese in den Arbeiten internationaler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler fortsetzen. Einige von ihnen, wie Bouchra Khalili, Lawrence Abu Hamdan oder Julie Mehretu beispielsweise, die sich direkt oder indirekt auf Davis beziehen, bringt die Ausstellung zusammen.

Magdalena Abakanowicz (2.10.2020–17.1.2021)

Das Phänomen des menschlichen Agierens in der Masse zählt zu den wesentlichen Themen der international bekannten polnischen Künstlerin Magdalena Abakanowicz (1930–2017). Sie ist insbesondere für ihre markanten Skulpturengruppen kopfloser menschlicher Figuren bekannt. Der radikale Verzicht auf den Kopf – das wohl wesentlichste Erkennungsmerkmal der menschlichen Identität – verweist auf die Anonymität des Einzelnen in der Masse. Die Ausstellung im Lipsiusbau zu Ehren des 90. Geburtstages der Künstlerin ist in Kooperation mit dem Pawilon Czterech Kopuł (Breslau) geplant.

Jägerhof 2020

  • Ostern Im Jägerhof (28.3.–19.4.2020)

Schloss Pillnitz 2020

  • Schönheit der Form (25.4.–1.11.2020)
  • Gestaltung um 1800 (30.5.–1.11.2020)

Völkerkundemuseum Herrnhut 2020

  • Kinder des Windes (30.5.–24.10.2020)

GRASSI Museum Leipzig

  • Fantastische Tierwelten (29.5.–1.11.2020)