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Düsseldorf | K20: Thomas Ruff Fotokünstler ohne Kamera

Thomas Ruff, tableau chinois_03 2019, Detail, C-Print, Edition 01/04, 240 x 185 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Thomas Ruff, tableau chinois_03 2019, Detail, C-Print, Edition 01/04, 240 x 185 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Die umfangreiche Ausstellung von Thomas Ruff im K20 konzentriert sich auf Fotoserien aus den vergangenen 20 Jahren, bei denen der zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Fotografie zählende Künstler kaum noch selbst eine Kamera zur Hand nahm. Für seine oft großformatigen Bilder verwendete er stattdessen gefundene Fotografien unterschiedlichster Herkunft.

Die Ausstellung bietet daher nicht nur einen Überblick über Ruffs Schaffen der vergangenen Jahrzehnte, sondern auch über fast 170 Jahre Fotogeschichte. Die Bildquellen reichen von der Atelierfotografie des 19. Jahrhunderts bis zu den maschinengemachten Aufnahmen ferner Planeten; von Pressefotos der Nachkriegszeit bis zu Propagandabildern aus der Volksrepublik China. In der Auseinandersetzung mit diesen unterschiedlichen Bildwelten erkundet Ruff in jeder Serie die technischen Bedingungen von Fotografie: das Negativ, die digitale Bildkomprimierung oder auch die Rasterung beim Off-set-Druck. Zugleich nimmt er das Nachleben der Bilder in Archiven, Datenbanken und im Internet in den Blick und formuliert so höchst vielschichtige Perspektiven auf das fotografische Medium und die immer schon fotografierte Welt.

Kuratiert von Falk Wolf.

Thomas Ruff in Düsseldorf: Bilder

  • Thomas Ruff, Retusche 03 1995, C-Print, handkoloriert mit pigmentfreier Retuschierfarbe, Edition 01/01, 14,7 x 10 cm
  • Thomas Ruff, press++21.11 2016, C-Print, Edition 02/04, 260 x 185 cm
  • Thomas Ruff, tripe_12 Seeringham. Munduppum inside gateway, 2018, C-Print, Edition 02/06 123,5 x 159,5 cm
  • Thomas Ruff, tableau chinois_03 2019, C-Print, Edition 01/04, 240 x 185 cm

Aktuelle Ausstellungen

1. Juli 2020
Larry Poons, Nixe's Mate, 1961, Acryl auf Leinwand, 178x 285 x 4 cm (Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung seit 1996, Photo: mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien © Bildrecht, Wien2020)

Wien | mumok: Misfitting Together. Serielle Formationen der Pop Art, Minimal Art und Conceptual Art Andy Warhols serielles Denken kontextualisiert

Pop Art, Minimal und Conceptual Art aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig unter dem Aspekt des Seriellen erweitert den Blick auf Andy Warhols Werk. Modulare und serielle Ideen nach Mel Bochner in deutscher und amerikanischer Kunst der 1960er und 1970er Jahre.
23. Juni 2020
Angelika Kauffmann, Selbstporträt der Künstlerin am Scheideweg zwischen Musik und Malerei, Detail, Rom 1794, Öl/Lw, 147,3 x 215,9 cm (Nostell Priory, West Yorshire © National Trust Images/John Hammond)

Düsseldorf | Museum Kunstpalast: Angelika Kauffmann Bedeutendste Künstlerin Europas um 1800

Angelika Kauffmann (1741–1807) vertritt exemplarisch den neuen Typus einer europaweit vernetzten und weltgewandten Künstlerin. Ihr breitgefächertes Œuvre repräsentiert wesentliche Aspekte des internationalen Klassizismus im Zeitalter der Aufklärung und Empfindsamkeit.
22. Juni 2020
Henri Cartier-Bresson, Simiane-la-Rotonde, 1969, Silbergelatineduck von 1973 (© Fondation Cartier-Bresson / Magnum Photos)

Venedig | Palazzo Grassi: Henri Cartier-Bresson Fünf Interpreten für die „Master Collection”

Fünf Kuratoren zeigen Henri Cartier-Bresson (1908–2004). Anfang der 1970er Jahre lud das Sammlerpaar Jean und Dominique de Menil Cartier-Bresson ein, seine bedeutendsten Bilder auszuwählen: Der Pariser Fotograf stellte selbst aus 385 Fotografien seine „Master Collection“ zusammen.
22. Juni 2020
Llyn Foulkes, Deliverance, 2007 (Pinault Collection © Llyn Foulkes)

Venedig | Punta della Dogana: Untitled, 2020

Die französische Kuratorin Caroline Bourgeois, der in L.A. lebende Künstler Thomas Houseago und seine Partnerin, die Kunsttherapeutin Muna El Fituri, kuratieren für die Punta della Dogana eine Ausstellung zur Gegenwartskunst.
19. Juni 2020
Peter Lindbergh, Uma Thurman, New York, 2016 © Peter Lindbergh (courtesy Peter Lindbergh, Paris)

Hamburg | MKG: Peter Lindbergh „Untold Stories“ feiert Lindberghs „Neue Frau“

Peter Lindbergh war einer der einflussreichsten Modefotografen der letzten 40 Jahre. Er fotografierte Menschen so wie sie sind, natürlich und authentisch, und prägte einen völlig neuen Typus des Supermodels.
18. Juni 2020
K. H. Hödicke, Entwurf, Detail, 1972, Bleistift und Wachsmalstift auf Papier, 297 x 210 mm (Staatliche Graphische Sammlung München, Schenkung S. K. H. Herzog Franz von Bayern 2019, Foto: Staatliche Graphische Sammlung München © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

München | Pinakothek der Moderne: K. H. Hödicke Arbeiten auf Papier in der Staatlichen Graphischen Sammlung München

K. H. Hödicke, der Berliner Maler, in der Pinakothek der Moderne und in einem zweibändigen Katalog, vorgestellt als Zeichner von duftigen DIN-A4-Blättern und monumentalen malerischen Gouachen. Der Erwerb von 53 Arbeiten auf Papier durch die Staatliche Graphische Sammlung München wie eine zweijährige Zusammenarbeit ihres Direktors Michel Hering mit dem Künstler ermöglichen, Hödicke als gewitzten, sich mit der Pop-Art, Konzeptkunst und seiner Umgebung höchst innovativ beschäftigenden Maler kennenzulernen.