Japonismus im Kunstforum Wien: Monet, Degas, Van Gogh, Klimt, Schiele
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Faszination Japan: Monet. Van Gogh. Klimt Kunstforum Wien zeigt die Folgen der Japomanie

Alfred Stevens, Die japanische Pariserin, Detail, 1872, Öl auf Leinwand, 150 x 105 cm (Musée des Beaux-Arts de La Boverie, Liège © Liège, Musée des Beaux-Arts – La Boverie)

Alfred Stevens, Die japanische Pariserin, Detail, 1872, Öl auf Leinwand, 150 x 105 cm (Musée des Beaux-Arts de La Boverie, Liège © Liège, Musée des Beaux-Arts – La Boverie)

Japomanie ist die Begeisterung der westlichen Welt für die Ästhetik und die Bilderwelt des Landes der aufgehenden Sonne (→ Japanische Kunst). Die Ausstellung des Kunstforum Wien verfolgt die Entwicklung von den Anfängen in den 1860er Jahren bis weit nach der Jahrhundertwende, von der Faszination für das Fremdartige, Neue bis zu dessen Amalgamation in das Formenvokabular der westlichen Malerei. Der Einfluss der fernöstlichen Ästhetik auf die Entwicklung der Moderne um 1900 kann nicht hoch genug eingeschätzt werden und ging unter dem Begriff Japonismus in die Kunstgeschichte ein.

Schon in den 1860er Jahren erobern elegant-exotische Alltagsgegenstände, exquisite Textilien und vor allem phantasievolle und erzählfreudige Ukiyo-e, das sind leuchtend bunten Farbholzschnitte, den europäischen Markt. Diese Objekte erfüllen die Sehnsüchte des Publikums nach einer unbekannten Kultur und einer neuartigen Ästhetik.

Vor allem Künstler beginnen Kunst und Kunstgewerbe aus Japan zu sammeln und das fremdartige Formenvokabular sowie nichtwestliche Themen und Motive in ihre Bildsprache zu integrieren. Claude Monet, Edouard ManetEdgar Degas waren die ersten, ihnen folgten Jüngere – Vincent van Gogh, Henri de Toulouse-Lautrec, Pierre Bonnard, Vuillard, Vallotton oder Franz Marc und Wassily Kandinsky, um nur die wichtigsten Japanbegeisterten zu nennen.

 

 

Japomanie und Japonismus in Österreich

Von Paris aus erobert die Japomanie ganz Europa – auch in Österreich entwickelte sich, ausgehend von der Wiener Weltausstellung 1873, ein regelrechter Hype um die fernöstliche Ästhetik, von der sich auch Gustav Klimt und Egon Schiele inspirieren ließen.

 

Japanische Ästhetik und die Entwicklung der Klassischen Moderne

In der Folge führten die Anregungen aus dem fernen Osten zu einer eigenständigen Interpretation und Umsetzung in der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts. Die neue Formensprache zeigt Tendenzen zur Abstraktion, zur Überwindung des konventionellen Bildraumes.

 

 

Faszination Japan: Monet. Van Gogh. Klimt im Kunstforum Wien

Die Ausstellung zeigt Gemälde und Druckgrafik, aber auch Objekte und Möbel, und stellt die von fernöstlicher Ästhetik beeinflussten europäischen Werke von Claude Monet über Edgar Degas zu Gustav Klimt oder Henri de Toulouse-Lautrec, den Nabis und dem Blauen Reiter, den japanischen Holzschnitten, Paravents und Objekten gegenüber. Rund 100 Exponate aus internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen geben einen breiten Überblick über das in ganz Europa verbreitete Phänomen des Japonismus vom späten 19. Jahrhundert bis zum Beginn der Avantgarden.

Kuratiert von Evelyn Benesch

Quelle: Pressetext

 

Faszination Japan: Monet. Van Gogh. Klimt: Bilder

  • Alfred Stevens, Die japanische Pariserin, 1872, Öl auf Leinwand, 150 x 105 cm (Musée des Beaux-Arts de La Boverie, Liège © Liège, Musée des Beaux-Arts – La Boverie)
  • Edgar Degas, Die Orchestermusiker, 1872, Öl/Lw, 69 x 49 cm (Städel Museum, Frankfurt © Städel Museum - U. Edelmann – ARTHOTHEK)
  • Claude Monet, Waterloo Bridge, 1902, Öl/Lw, 65 x 100 cm (Kunsthaus Zürich, Geschenk Walter Haefner, 1995)
  • Emile Bernard, Die Bänderverkäuferin, 1889/90, Öl/Lw, 65,2 x 91 cm (Museum of Fine Arts, Gifu)

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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.