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Frankfurt | Städel: Impressionismus und Skulptur „En passant“ fragt nach der „Übersetzung“ impressionistischer Qualitäten in hartes Material

Edgar Degas, Kleine vierzehnjährige Tänzerin, Detail vom Rücken, 1881, Bronze, H. 98 cm (Europäische Privatsammlung, © Städel Museum, Foto: Horst Ziegenfusz)

Edgar Degas, Kleine vierzehnjährige Tänzerin, Detail vom Rücken, 1881, Bronze, H. 98 cm (Europäische Privatsammlung, © Städel Museum, Foto: Horst Ziegenfusz)

Der Impressionismus fasziniert auch anderthalb Jahrhunderte nach seiner Entstehung weltweit. Vor allem die Malerei mit ihrem lockeren, skizzenhaften Pinselfluss, der reichen und hellen Farbpalette und den alltäglichen Sujets vermittelt ein Gefühl von Aufbruch und Modernität. Bis heute weniger erforscht und einem breiten Publikum unbekannt ist hingegen die Vielfalt des Impressionismus in der Skulptur. Dabei ist es historisch belegt, dass die Diskussion über den Impressionismus in der Skulptur mit der Präsentation von Edgar Degas’ Werk „Kleine vierzehnjährige Tänzerin“ (1878/81) auf der sechsten Impressionisten-Ausstellung 1881 in Paris ihren Anfang nahm (→ Sechste Impressionisten-Ausstellung 1881).

Impressionismus in Skulptur in Frankfurt

Das Städel Museum widmet sich vom 19. März bis 28. Juni 2020 in einer großen Ausstellung der Frage, was es konkret bedeutet, die Eigenschaften der impressionistischen Malerei wie Licht, Farbe, Stimmung, Bewegung –sogar Flüchtigkeit –in feste Materialien zu übersetzen. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen fünf Künstler: Edgar Degas (1834–1917), Auguste Rodin (1840–1917), Medardo Rosso (1858–1928), Paolo Troubetzkoy (1866–1936) und Rembrandt Bugatti (1884–1916).

 

 

Mit ihren Werken stehen sie stellvertretend für die Grundfrage nach der Existenz einer impressionistischen Skulptur und zugleich prototypisch für ein übergreifendes künstlerisches Arbeiten in Malerei und Bildhauerei. Die Ausstellung vereint herausragende Skulpturen der fünf Künstler und setzt sie in Dialog mit impressionistischen Gemälden, Pastellen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien aus öffentlichen und privaten Sammlungen –darunter eindrückliche Werke aus der Sammlung des Städel. Zu sehen sind u. a. Arbeiten von führenden Künstlerinnen und Künstlern wie Pierre Bonnard, Antoine Bourdelle, Mary Cassatt, Camille Claudel, Max Liebermann, Henri Matisse, Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Giovanni Segantini oder John Singer Sargent. Mit mehr als 160 Werken gibt die Ausstellung einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten und die Herausforderungen des Impressionismus in der Skulptur.

Kuratiert von Dr. Alexander Eiling (Leiter Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Eva Mongi-Vollmer (Kuratorin für Sonderprojekte, Städel Museum
Quelle: Städel Museum

 

 

Impressionismus in Skulptur in Frankfurt: Bilder

  • Auguste Rodin (1840–1917), Balzac, 1897, Bronze, 108,5 x 43 x 38 cm (Privatsammlung)
  • Auguste Rodin, Das Haupt Johannes des Täufers, 1877/78, Terrakotta, 30,5 × 23,7 × 21,1 cm (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)
  • Eugène Druet, Das Denkmal für Honoré de Balzac im Atelier du Dépôt des marbres (Halbfigur), 1896–1900, Silbergelatinepapier, 39,5 × 29,5 cm (© Staatliche Museen zu Berlin / Kunstbibliothek)
  • Edgar Degas, Kleine vierzehnjährige Tänzerin, 1881, Bronze, H. 98 cm (Europäische Privatsammlung, © Städel Museum, Foto: Horst Ziegenfusz)
  • Edgar Degas, Kleine vierzehnjährige Tänzerin, Detail vom Rücken, 1881, Bronze, H. 98 cm (Europäische Privatsammlung, © Städel Museum, Foto: Horst Ziegenfusz)
  • Edgar Degas (1834-1917), Die Orchestermusiker, 1872, Öl auf Leinwand, 69 x 49 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum – ARTOTHEK.
  • John Singer Sargent, Lady Agnew of Lochnaw, 1893, Öl auf Leinwand, 124 × 99,7 cm (National Gallery of Scotland, Edinburgh)
  • Paolo Troubetzkoy, Adelaide Aurnheimer (Nach dem Ball), 1897, Bronze, 43 × 52 cm (Privatbesitz)
  • Medardo Rosso, Das goldene Zeitalter, um 1902, Bronze, 52,5 × 60,1 cm (Frankfurt am Main, Städel Museum Foto: © Städel Museum)
  • Eugène Carrière, Der Schlaf, 1890, Öl auf Leinwand, 66,2 × 82,3 cm (Frankfurt am Main, Städel Museum Foto: © Städel Museum)

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