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Frankfurt | Städel Museum: Ottilie W. Roederstein

Ottilie W. Roederstein, Selbstbildnis mit weißem Hut, Detail, 1904, Öl/Lw, 55,3 × 46,1 cm (Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum)

Ottilie W. Roederstein, Selbstbildnis mit weißem Hut, Detail, 1904, Öl/Lw, 55,3 × 46,1 cm (Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum)

Ottilie W. Roederstein (1859–1937) widmete ihr ganzes Leben der Kunst. Als freischaffende Porträtmalerin gehörte sie zu den erfolgreichsten Künstlerinnen ihrer Zeit. Durch ihr Schaffen erreichte sie finanzielle Unabhängigkeit und eroberte sich gesellschaftliche Freiräume, die den meisten ihrer Zeitgenossinnen verwehrt waren. Ihre Gemälde wurden in Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, England, den USA sowie der Schweiz gezeigt und erlangten internationale Beachtung.

1891 ließ sich Roederstein mit ihrer Lebensgefährtin, Elisabeth Winterhalter, der ersten deutschen Chirurgin, in Frankfurt nieder. Winterhalter setzte sich für die Gründung eines Mädchengymnasiums ein und unterstützte die Frankfurter Frauenrechtsbewegung. 1902 erwarb das Städel als erstes Werk einer zeitgenössischen Künstlerin: Roedersteins Gemälde „Lesende alte Frau“. Heute ist die Malerin trotz ihrer regen Ausstellungstätigkeit und ihres einstigen Renommees einem größeren Publikum nahezu unbekannt.

Ottilie W. Roederstein in Frankfurt a. M.

Das Städel Museum widmet Ottilie W. Roederstein 2021 eine Sonderausstellung. Nach mehr als 20 Jahre ist das ihre erste Werkschau in Deutschland. Mit etwa 75 Gemälden und Zeichnungen gibt sie einen konzentrierten Überblick über die künstlerische Entwicklung der stilistisch äußert wandelbaren Malerin. Grundlage bildet die Sammlung des Städel Museums, die mit 28 Werken neben dem Kunsthaus Zürich und der Städtischen Kunstsammlung Hofheim am Taunus über einen der bedeutendsten Bestände der Künstlerin weltweit verfügt.

Der Fokus der Ausstellung liegt auf Ottilie W. Roedersteins spezifischer Malweise, doch werden auch ihre Rolle und Wirkung als Netzwerkerin und Künstlerin sowie ihre enge Verbundenheit mit Frankfurt und der Region deutlich. Dies zeigt sich eindrücklich anhand einer Fülle historischer Dokumente, Fotografien und Briefe aus dem Nachlass der Künstlerin, die dem Städel Museum 2019 von den Erben ihres Biografen Hermann Jughenn übereignet wurden. Die Aufarbeitung des Roederstein-Jughenn-Archivs brachte bisher nicht publizierte Informationen zutage, die in die Ausstellung und den begleitenden Katalog einfließen.

Die Ausstellung entsteht für das Kunsthaus Zürich in Zusammenarbeit mit dem Städel Museum, Frankfurt am Main.
Kuratiert von Dr. Alexander Eiling (Sammlungsleiter Kunst der Moderne, Städel Museum), Eva-Maria Höllerer (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Sammlung Kunst der Moderne, Städel Museum), Sandra Gianfreda (Kunsthaus Zürich)
Archiv: Dr. Iris Schmeisser (Leiterin Provenienzforschung und historisches Archiv, Städel Museum)

Ottilie W. Roederstein: Bilder

  • Ottilie W. Roederstein im Atelier der Städelschen Kunstschule, um 1894, Fotografie (Roederstein-Jughenn-Archiv im Städel Museum, Frankfurt am Main)
  • Ottilie W. Roederstein, Bildnis eines Malers in einem Pariser Atelier, 1887, Öl/Lw, 86,1 × 49,5 cm (Städel Museum, Frankfurt am Main)
  • Ottilie W. Roederstein, Selbstbildnis mit weißem Hut, 1904, Öl/Lw, 55,3 × 46,1 cm (Städel Museum, Frankfurt am Main)
  • Ottilie W. Roederstein, Lebensweisheit oder Drei weltabgewandte Frauen, 1926, Tempera auf Leinwand, 46,0 × 73,0 cm (Stadtmuseum Hofheim am Taunus)

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