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Groningen | Groninger Museum: Wie Van Gogh nach Groningen kam Erinnerung an Van Goghs erste große Ausstellung 1896 | 2024/25

Vincent van Gogh, Selbstporträt, Detail, 1887, Öl auf Leinwand, 42 × 34 cm (RIjksmuseum, Amsterdam)

Vincent van Gogh, Selbstporträt, Detail, 1887, Öl auf Leinwand, 42 × 34 cm (RIjksmuseum, Amsterdam)

1896, sechs Jahre nach dem tragischen Tod von Vincent van Gogh, organisierten sechs Studenten der Groninger Universität, darunter der später weltberühmte Historiker Johan Huizinga, die erste große Ausstellung in Groningen. Sie präsentierte 128 Werke in der nordniederländischen Stadt, hauptsächlich aus der Sammlung von Johanna van Gogh-Bonger, Vincents Schwägerin. Dies nimmer das Groninger Museum zum Anlass 2024/25 eine Van Gogh-Ausstellung zu organisieren. Etwa 10 Gemälde und 25 Zeichnungen würdigen das Andenken an den außergewöhnlichen Maler – und seine umtriebige Schwägerin.

Van Gogh in Groningen 2024/25

Man darf gespannt sein, ob die Kuratorin Mariëtta Jansen sich an der ersten Van Gogh-Ausstellung ein Vorbild nimmt: 1896 war eine bizarre Gegenüberstellung zu sehen. Ein Porträt Van Goghs von seinem Freund Henri de Toulouse-Lautrec war unter einer echten Dornenkrone zu sehen. Im Jahr 1896 hatten die Groninger Organisatoren Jo Bonger, Vincents Schwägerin, gefragt, ob sie sich das Porträt von Toulouse-Lautrec ausleihen und „einen Kranz darum hängen könnten, der hauptsächlich aus Dornen und einigen Lorbeerblättern besteht“. Dies würde Van Gogh, der sich sechs Jahre zuvor das Leben genommen hatte, mit dem leidenden Christus in Verbindung bringen. Vincent war für seine Kunst gestorben, die ignoriert und nicht verkauft wurde. Die Avantgarde betrachtete ihn als Märtyrer. Was diese ungewöhnliche Anordnung von Porträt und Dornenkrone besonders bizarr macht, ist, dass Toulouse-Lautrec seinen Freund in einer Bar in Montmartre porträtiert hatte – ein Glas Absinth in der Nähe. Da es sich um eine fragile Pastellzeichnung handelt (Van Gogh Museum, Amsterdam), kann dieses Porträt nicht ausgeliehen werden. Da ein weiteres Selbstporträt aus der Ausstellung von 1896 nicht identifiziert werden konnte, leiht das Rijksmuseum in Amsterdam eines der schönsten Selbstporträts des Künstlers aus dem Frühjahr 1887.

Das Groninger Museum hat im nächsten Jahr noch einen weiteren Grund, Van Gogh zu feiern. Im vergangenen September gelang es dem Unternehmen, ein aus seiner Sammlung gestohlenes Gemälde wiederzuerlangen: „Der Pfarrgarten in Nuenen im Frühling“ (März 1884) war bei einer Razzia beschlagnahmt worden (→ Niederlande | Van-Gogh-Gemälde in Laren gestohlen). Das geborgene Gemälde wird jetzt im Amsterdamer Van Gogh Museum aufbewahrt und voraussichtlich im Frühjahr 2024 wieder in die Dauerausstellung des Groninger Museums integriert.

Kuratiert von Mariëtta Jansen.
Quelle: Groninger Museum

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