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Günter Brus. Die Unruhe nach dem Sturm Retrospektive zu Leben und Werk des Aktionisten

Günter Brus, Ana, 1964/2004, mit Anni Brus, Foto: Sigfried Klein, © Atelier Otto Muehl, Obere Augartenstraße, 1020 Wien.

Günter Brus, Ana, 1964/2004, mit Anni Brus, Foto: Sigfried Klein, © Atelier Otto Muehl, Obere Augartenstraße, 1020 Wien.

Als einer der radikalsten Vertreter des Wiener Aktionismus machte Günter Brus (* 1938) ab Anfang der 1960er Jahre den eigenen Körper zum Ort der künstlerischen Auseinandersetzung. Anlässlich seines 80. Geburtstags realisiert das 21er Haus eine große Retrospektive zum Gesamtwerk des österreichischen Aktionisten.

In seinen frühen Arbeiten ist der Körper Trägermaterial des malerischen Prozesses, später erweitert Günter Brus seinen Werkprozess und lädt seine Aktionen und Performances mit weiteren Bedeutungsebenen auf. Der Körper wird zur Membran und zur Metapher gesellschaftlicher Vorgänge und damit auch zur Projektionsfläche seiner Gesellschaftskritik. Kennzeichnend für seine Aktionen waren die schwarz-weißen Körperbemalungen und die Verwendung von Objekten wie Rasierklingen, Nägeln, Scheren und Sägen. Er entwickelte die Symbolik des schwarzen, trennenden Strichs, „eine Andeutung der Verletzung des Körpers und analytisches Symbol“.

Brus wurde 1970 wegen der Teilnahme an der Wiener Aktion Kunst und Revolution verurteilt und verließ daraufhin Wien. In seinem Berliner Exil entstanden zahlreiche zeichnerische Zyklen, die auf den Erfahrungen in Wien aufbauten, sowie Entwürfe für Theaterstücke.

Eine große Retrospektive im 21er Haus zeigt wesentliche Werkzyklen von Günter Brus und macht die Zusammenhänge seiner Perfomancekunst mit den Theaterprojekten, den „Bild-Dichtungen“ sowie den kollaborativen Zeichnungen sichtbar. Ein eigener Raum innerhalb der Ausstellung zeigt Gemeinschaftsprojekte des Künstlers mit Kollegen wie Arnulf Rainer, Jörg Schlick oder Dominik Steiger.

Kuratiert von Harald Krejci.

 

 

Günter Brus. Die Unruhe nach dem Sturm: Bilder

  • Günter Brus, Ana, 1964/2004, mit Anni Brus, Foto: Sigfried Klein, © Atelier Otto Muehl, Obere Augartenstraße, 1020 Wien.

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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.