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Hamburg | Hamburger Kunsthalle: Impressionismus Deutsch-französische Begegnungen

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 14. Juli 2021
Édouard Manet, Nana, Detail, 1877, Öl auf Leinwand, 154 x 115 cm (© Hamburger Kunsthalle/bpk Foto: Elke Walford)

Édouard Manet, Nana, Detail, 1877, Öl auf Leinwand, 154 x 115 cm (© Hamburger Kunsthalle/bpk Foto: Elke Walford)

Mit rund 80 Exponaten – Gemälden, Plastiken und Pastellen – nimmt die Ausstellung den bedeutenden Bestand an Werken des Impressionismus in der Hamburger Kunsthalle in den Blick, um diesen in einem größeren Zusammenhang zu zeigen. Vor dem Hintergrund wiedererstarkender Nationalismen stellt sich dabei auch die Frage, ob es heute noch sinnvoll ist, den Impressionismus in nationale Kategorien einzuteilen – und, falls ja, was daraus für unser Denken und Empfinden resultiert.

Impressionismus
Deutsch-französische Begegnungen

Deutschland | Hamburg: Hamburger Kunsthalle
Lichtwark-Galerie, Säle 31 bis 35
29.10.2021 – 31.12.2023

Die Stilrichtung des Impressionismus steht meist synonym für Frankreich: für Künstler wie Edouard Manet, Claude Monet oder Pierre-Auguste Renoir, für liebliche, helle und farbenfrohe Werke, die oft Szenen im Freien zeigen, oder für eine serielle Auseinandersetzung mit Heuschobern, Kirchenfassaden und Seerosenteichen im Spiel unterschiedlicher Lichtstimmungen zu verschiedenen Tages- oder Jahreszeiten. Dass der Konnex aus „Impressionismus und Frankreich“ in dieser Exklusivität nicht greift, zeigt bereits ein flüchtiger Blick auf andere Länder, in denen sich der Impressionismus zwar in zeitlicher Verzögerung, aber durchaus eigenständig entfaltete. In Deutschland zählt u.a. das bekannte und schon zu Lebzeiten so benannte „Dreigestirn“ aus Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt zum Impressionismus. Schon zeitgenössische kunstwissenschaftliche Stimmen der Bewegung fassten sie zumindest als europäisches Phänomen auf.

 

Lovis Corinth, Charlotte Corinth am Frisiertisch, 1911, Öl auf Leinwand, 120 x 90 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)
Lovis Corinth, Charlotte Corinth am Frisiertisch, 1911, Öl auf Leinwand, 120 x 90 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)
Edouard Manet, Nana, 1877, Öl auf Leinwand, 154 x 115 cm (Hamburger Kunsthalle © bpk Hamburger Kunsthalle, Foto: Elke Walford)
Edouard Manet, Nana, 1877, Öl auf Leinwand, 154 x 115 cm (Hamburger Kunsthalle © bpk Hamburger Kunsthalle, Foto: Elke Walford)

 

Büßte der Impressionismus in seinem Geburtsland Frankreich spätestens mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs an Bedeutung ein, reichten in Deutschland, gerade auch im Rahmen von Akademien, impressionistische Strömungen bis weit in die 1920er Jahre hinein. Gleichzeitig setzten sich mit Fritz Wichert (Kunsthalle Mannheim), Hugo von Tschudi (Nationalgalerie Berlin und Neue Pinakothek München), Gustav Pauli (Kunsthalle Bremen und Hamburger Kunsthalle) sowie Alfred Lichtwark (Hamburger Kunsthalle) führende Museumsdirektoren für diese Malerei ein, die dadurch Eingang in öffentliche Sammlungen fand.

 

Claude Monet (1840–1926), Die Waterloo-Brücke, 1902, Öl auf Leinwand, 65 x 100 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Elke Walford)
Claude Monet (1840–1926), Die Waterloo-Brücke, 1902, Öl auf Leinwand, 65 x 100 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Elke Walford)

Lovis Corinth, Blick auf den Köhlbrand, 1911, Öl auf Leinwand, 114,5 x 135 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)
Lovis Corinth, Blick auf den Köhlbrand, 1911, Öl auf Leinwand, 114,5 x 135 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)

 

Impressionismus aus Frankreich und Deutschland in der Hamburger Kunsthalle

Die Neupräsentation der Werke des Impressionismus beleuchtet sowohl die Unterschiede zwischen den deutschen und französischen Vertretern als auch deren Gemeinsamkeiten. Dabei gilt es auch zu fragen, mit welchen Themen sich die Maler rechts und links des Rheins beschäftigten, woher ihre wesentlichen Impulse stammten, welche Wechselwirkungen visuell und historisch nachvollziehbar sind. Als thematische Gruppen innerhalb der Schau dienen die Kapitel Porträt, Landschaft, Inszenierte Figur, Stadt und Freizeit sowie Stillleben.

Die „deutsch-französischen Begegnungen“ sind als integraler Bestandteil des Sammlungsrundgangs in der Hamburger Kunsthalle konzipiert. Dank einer neuen attraktiven Gestaltung sind die fünf zentralen Säle im Obergeschoss der Lichtwark-Galerie zugleich zu einem eigenen inhaltlichen Bereich verbunden und laden so zum Verweilen und Schauen ein.

 

Max Slevogt, Der schwarze d’Andrade, 1903, Öl auf Leinwand, 150 x 109 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)
Max Slevogt, Der schwarze d’Andrade, 1903, Öl auf Leinwand, 150 x 109 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)
Edouard Manet, Jean-Baptiste Faure dans le rôle d‘Hamlet / Jean-Baptiste Faure in der Rolle des Hamlet, 1877, Öl auf Leinwand, 196 x 130 cm (Hamburger Kunsthalle © bpk/Hamburger Kunsthalle, Foto: Elke Walford)
Edouard Manet, Jean-Baptiste Faure dans le rôle d‘Hamlet / Jean-Baptiste Faure in der Rolle des Hamlet, 1877, Öl auf Leinwand, 196 x 130 cm (Hamburger Kunsthalle © bpk/Hamburger Kunsthalle, Foto: Elke Walford)

 

Ausstellungskatalog

Herausgegeben von Hamburger Kunsthalle, Beiträge von Markus Bertsch
152 Seiten, 111 farbige Illustrationen, 28.5 cm x 22 cm
ISBN: 978-3-86832-636-9
WIENAND VERLAG

Die Aufnahme der Neupräsentation in die App der Hamburger Kunsthalle – auch mit kurzen Videoclips zu einzelnen Werken oder Werkpaarungen – führt das Thema zudem in den digitalen Raum. Die Zweisprachigkeit der App und das Erscheinen ihrer Inhalte auf der Homepage gewährleistet eine allgemeine, überregionale Zugänglichkeit und bindet alle Interessierte unmittelbar in den Diskurs ein.

Kuratiert von Dr. Karin Schick und Dr. Markus Bertsch; wissenschaftliche Assistenz Jasper Warzecha.
Quelle: Hamburger Kunsthalle

 

Impressionismus in der Hamburger Kunsthalle: Bilder

  • Édouard Manet, Nana, 1877, Öl auf Leinwand, 154 x 115 cm (© Hamburger Kunsthalle)
  • Édouard Manet, Jean-Baptiste Faure in der Oper „Hamlet“ von Ambroise Thomas, 1875/77, Öl auf Leinwand, 196 x 129 cm (© Hamburger Kunsthalle)
  • Claude Monet, Die Waterloo-Brücke, 1902, Öl auf Leinwand, 65 x 100 cm (Hamburger Kunsthalle)
  • Lovis Corinth, Blick auf den Köhlbrand, 1911, Öl auf Leinwand, 114,5 x 135 cm (© Hamburger Kunsthalle)
  • Lovis Corinth, Charlotte Corinth am Frisiertisch, 1911, Öl auf Leinwand, 120 x 90 cm (© Hamburger Kunsthalle)
  • Max Slevogt, Der schwarze d’Andrade, 1903, Öl auf Leinwand, 150 x 109 cm (© Hamburger Kunsthalle)
  • Pierre Bonnard, Lampionkorso auf der Außenalster, 1913 (Hamburger Kunsthalle)

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