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Holzschnitt und Holzplastik im deutschen Expressionismus: Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff Städel analysiert das „Geheimnis der Materie“ Holz

Ernst Ludwig Kirchner, Kämpfe, aus: Peter Schlemihl von Adelbert von Chamisso, Detail, 1915, Farbholzschnitt, 57,1 x 41,8 cm (Städel Museum Frankfurt a.M., Graphische Sammlung © Städel Museum – ARTOTHEK)

Ernst Ludwig Kirchner, Kämpfe, aus: Peter Schlemihl von Adelbert von Chamisso, Detail, 1915, Farbholzschnitt, 57,1 x 41,8 cm (Städel Museum Frankfurt a.M., Graphische Sammlung © Städel Museum – ARTOTHEK)

Holzschnitt und Holzplastik stehen in wechselvollen Beziehungen im Schaffen von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Erich Heckel (1883–1970) und Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976). Den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet dabei das Material Holz, das wie kein anderes mit der Kunst des deutschen Expressionismus verbunden ist. Es reizte die Künstler gerade wegen seiner Unebenheiten und Maserungen sowie der unterschiedlichen Farbigkeit und Härte.

Als sich Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff im Sommer 1905 in Dresden zur Künstlervereinigung „Die Brücke“ zusammenschlossen, wurde der Holzschnitt zu einem ihrer wichtigsten künstlerischen Medien. In dieser Drucktechnik treten bis weit in die 1920/30er Jahre der spezifische Ausdruck und die Experimentierfreude der drei Künstler am vielleicht deutlichsten zutage. Etwa gleichzeitig mit den ersten Holzschnitten und eng mit ihnen verbunden entstanden zudem geschnitzte Reliefs, Aktfiguren und Köpfe, die in ihrer Bearbeitung formal und inhaltlich auf den Holzschnitt zurückwirkten – und umgekehrt.

Den besonderen Umgang der Künstler mit dem Material und der Technik thematisiert die Ausstellung anhand von rund 90 Holzschnitten, fünf Druckstöcken und einer Reihe von Skulpturen. Der Großteil der Werke stammt aus dem eigenen Bestand des Städel Museums, der Sammlung des Frankfurter Mäzens Carl Hagemann.

Kuratiert von Dr. Regina Freyberger (Städel Museum)

Quelle: Pressetext

 

 

Geheimnis der Materie. Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff: Bilder

  • Ernst Ludwig Kirchner, Kämpfe, aus: Peter Schlemihl von Adelbert von Chamisso, 1915, Farbholzschnitt, 57,1 x 41,8 cm (Städel Museum Frankfurt a.M., Graphische Sammlung)
  • Karl Schmidt-Rottluff, Selbstbildnis, 1919, Holzschnitt, 49,8 x 39,4 cm (Städel Museum, Frankfurt am Main, Graphische Sammlung)

Beiträge zur Kunst der "Brücke"

18. November 2018
Ernst Ludwig Kirchner, Selbstporträt in der Atelierwohnung in Berlin-Friedenau, 1913/1915, Glasnegativ, 13 × 18 cm (Kirchner Museum Davos, Schenkung Nachlass Ernst Ludwig Kirchner 2001)

Ernst Ludwig Kirchner: Biografie Lebenslauf des deutschen Malers und Mitbegründers der „Brücke“

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938): Lebenslauf und Chronologie von seiner Ausbildung zur Gründung der "Brücke", die Berliner Jahre, Kirchner im Ersten Weltkrieg und seine Drogensucht, Entzug und Leben in Davos bis zum tragischen Selbstmord des Künstlers 1938.
3. Oktober 2018
Ernst Ludwig Kirchner, Sitzendes Mädchen (Fränzi Fehrmann), Detail, 1910-1920, Öl-Lw, 80,6 x 91,1 cm (Minneapolis Institute of Arts)

Ernst Ludwig Kirchner. Erträumte Reisen Exotisches und Schweizer Volkskunst im Werk des Expressionisten

Ernst Ludwig Kirchner in der Bundeskunsthalle Bonn: Er fand das Exotische und Ursprüngliche in afrikanischen Artefakten und der Schweizer Volkskultur!
26. Mai 2018
Ernst Ludwig Kirchner, Liebespaar (Die Hembusse), Detail, 1932, Farbholzschnitt in Schwarz, Dunkelblau, Grün, Rot, Dunkelocker, Rosa, Hellviolett und Gelb auf elfenbeinfarbenem Transparentpapier (Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung)

Ernst Ludwig Kirchner zum 80. Todestag in Stuttgart Zeichnungen und Druckgrafiken im Kontext der Künstlergemeinschaft „Die Brücke“

Die Graphische Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart beherbergt den großen Schatz von 81 Zeichnungen sowie 84 Druckgrafiken und einigen Illustrierten Büchern von Ernst Ludwig Kirchner - und zeigt ihn anlässlich dessen 80. Todestag 2018.

Aktuelle Ausstellungen

14. August 2019
Georg Baselitz-Saal mit den Werken der Schenkung zu Ehren von S.K.H. Herzog Franz von Bayern in der Pinakothek der Moderne, München, 2019, Foto: Johannes Haslinger, Bayerische Staatsgemäldesammlungen © Georg Baselitz 2019

München | Pinakothek der Moderne: Georg Baselitz. Die Schenkung Pinakothek der Moderne besitzt nun über 31 Werke des Künstlers – von 1962 bis in die Gegenwart

Georg Baselitz schenkte den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zu Ehren von S.K.H. Herzog Franz von Bayern sechs Gemälde und eine Skulptur aus den Jahren 2008 bis 2017. Der Baselitz-Saal in der Pinakothek der Moderne zeigt bis auf Weiteres diese Arbeiten in unterschiedlicher Zusammenstellung.
24. Juli 2019
Raffael, Platon und Aristoteles aus dem Karton der Schule von Athen (Pinacoteca Ambrosiana, Mailand © Veneranda Biblioteca Ambrosiana, Mondadori Portfolio)

Mailand | Pinacoteca Ambrosiana: Raffaels Karton der Schule von Athen Werkzeichnung des berühmten Freskos restauriert

Raffaels „Schule von Athen“ (1508–1511) gehört zu seinen berühmtesten Werken – der Karton zu dem Werk in der Stanza della Segnatura im Vatikan befindet sich seit dem Jahr 1610 in der Mailänder Pinacoteca Ambrosiana.
15. Juli 2019
Olafur Eliasson, Stardust particle, 2014, Ø 1760 mm (Tate, Foto: Jens Ziehe, 2017)

London | Tate Modern: Olafur Eliasson Retrospektive zu Natur, Wissenschaft und Teilhabe unter dem Titel „In real life“

Der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson (* 1967) war bereits 2003 für seine Installation „The weater project“ in der Tate Modern international gewürdigt worden. Im Juli 2019 kehrt er für eine großangelegte Ausstellung und ein Kunstwerk im öffentlichen Raum nach London zurück.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.