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Künstlerinnen in Wien von 1900 bis 1938. Stadt der Frauen Belvedere zeigt weibliches Kunstschaffen von der Wiener Moderne bis Neuer Sachlichkeit

Helene Funke, Träume, Detail (© Belvedere, Wien)

Helene Funke, Träume, Detail (© Belvedere, Wien)

Im Kanon der Kunstgeschichte werden sie bis heute kaum genannt. Jene Künstlerinnen, die zur Zeit der Wiener Moderne und der Ersten Republik in Österreich mit ihren Werken einen wesentlichen Beitrag zum Kunstgeschehen geleistet haben, wie z.B. Elena Luksch-Makowsky, Broncia Koller-Pinell, Helene Funke oder Erika Giovanna Klien. Im Unteren Belvedere wird diesen Frauen 2019 eine längst überfällige Präsentation gewidmet.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden angehende Künstlerinnen massiv benachteiligt. Sie durften weder an der Akademie studieren noch hatten sie uneingeschränkten Zugang zu Künstlervereinigungen. Damit reduzierten sich für sie auch die Ausstellungsmöglichkeiten. Trotz dieser Hürden gelang es einigen von ihnen, erfolgreich eine Karriere aufzubauen. Sie waren in der Kunstszene aktiv und stellten in der Secession, im Hagenbund, im Salon Pisko und in der Galerie Miethke aus.

Obwohl in den vergangenen Jahren Leben und Werk mancher der damals renommierten Künstlerinnen erforscht und in Retrospektiven aufgerollt worden sind, werden ihre Arbeiten bis heute in ihrer Bedeutung unterschätzt und kaum wahrgenommen. Ziel dieser Ausstellung ist, den Blick auf die Wiener Moderne und die Zwischenkriegszeit zu erweitern. Im Mittelpunkt stehen jene Künstlerinnen, die viel zur Kunst dieser Zeit beigetragen haben. Zum Teil werden wiederentdeckte Werke gezeigt, die erstmals präsentiert werden. Vor allem würdigt die Schau jedoch die Beiträge der heute großteils vergessenen Künstlerinnen zu den Kunstrichtungen Stimmungsimpressionismus, Secessionismus (→ Jugendstil), Expressionismus, Kinetismus oder Neue Sachlichkeit.

 

 

Ausgestellte Künstlerinnen

Ilse Bernheimer, Friedl Dicker, Marie Egner, Louise Fraenkel-Hahn, Helene Funke, Margarete Hamerschlag, Fanny Harlfinger-Zakucka, Hermine Heller-Ostersetzer, Hildegard Jone, Johanna Kampmann-Freund, Elisabeth Karlinsky, Erika Giovanna Klien, Broncia Koller-Pinell, Frida Konstantin Lohwag, Elza Kövesházi-Kalmár, Anna Lesznai, Leontine von Littrow, Elena Luksch-Makowsky, Mariette Lydis, Emilie Mediz-Pelikan, Louise Merkel-Romée, Teresa Feodorowna Ries, Mileva Roller, Frieda Salvendy, Anny Schröder-Ehrenfest, Lilly Steiner, Helene Taussig, Ilse Twardowski-Conrat, My Ullmann, Olga Wisinger-Florian, Grete Wolf Krakauer und Franziska Zach.

Kuratiert von Sabine Fellner.

Quelle: Pressetext

 

 

Künstlerinnen in Wien von 1900 bis 1938. Stadt der Frauen: Bilder

  • Olga Wisinger-Florian, Feldblumenstrauß, um 1906 (© Belvedere, Wien)
  • Marie Egner, In der Laube (© Belvedere, Wien)
  • Emilie Mediz-Pelikan, Blühende Kastanien (© Belvedere, Wien)
  • Broncia Koller-Pinell, Die Mutter der Künstlerin (© Belvedere, Wien)
  • Broncia Koller-Pinell, Die Ernte (© Belvedere, Wien)
  • Elena Luksch-Makowsky, Adolescentia (© Belvedere, Wien)
  • Elena Luksch-Makowsky, Ver Sacrum (© Belvedere, Wien)
  • Ilse Beatrice Twardowska-Conrat, Kaiserin Elisabeth (Foto: Johannes Stoll, © Belvedere, Wien)
  • Helene von Taussig, Stillleben mit Blumenkrug (Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Wien)
  • Helene von Taussig, Weiblicher Akt auf blauem Stuhl (Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Wien)
  • Helene Funke, Akt in den Spiegel blickend (Foto: Johannes Stoll, © Belvedere, Wien)
  • Helene Funke, Pfirsichstillleben (© Belvedere, Wien)
  • Helene Funke, Träume (© Belvedere, Wien)
  • Fanny Harlfinger-Zakucka, Spielzeug (© Belvedere, Wien)
  • Greta Freist, Wache (© Belvedere, Wien)
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.