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Lindau | Kunstmuseum: Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn „Paula & Otto – Kunst und Liebe im Aufbruch“

Paula Modersohn-Becker, Mädchenbildnis mit gespreizter Hand vor der Brust, Detail, um 1905 (© Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal)

Paula Modersohn-Becker, Mädchenbildnis mit gespreizter Hand vor der Brust, Detail, um 1905 (© Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal)

Paula Modersohn-Becker (1876-1907) und Otto Modersohn (1865-1943) ist das bedeutendste deutsche Künstlerpaar des frühen 20. Jahrhunderts. Das Kunstmuseum Lindau präsentiert 2020 das faszinierende Thema von Liebe und Kunst im Aufbruch zur Moderne. Anhand ausgewählter Werke aus Privatsammlungen, Kunststiftungen und Museen werden Arbeiten zweier herausragender Künstlerpersönlichkeiten in einen spannenden Dialog gebracht. Die Schau wird unterstützt durch die Paula-Modersohn-Becker-Stiftung in Bremen und die Otto-Modersohn-Stiftung in Fischerhude.

Otto Modersohn war bereits ein etablierter Landschaftsmaler und Hauptvertreter der Künstlerkolonie Worpswede, als er 1897 die junge, lebensfrohe und hochtalentierte Paula Becker kennenlernte. Ihre ganz auf die Kunst ausgerichtete Ehe war von tiefer Zuneigung, großem gegenseitigen Respekt und einem intensiven Austausch über künstlerische Themen geprägt. Sie teilten eine Vorliebe für die fortschrittliche Malerei der Franzosen und setzten diese jeweils unterschiedlich in ihren eigenen Bildern um.

Während Otto nach dem Vorbild der französischen Freilichtmalerei Stimmungsbilder der Natur malte und am liebsten in der ländlichen Abgeschiedenheit arbeitete, interessierte sich Paula vor allem für die Darstellung von Menschen im freien Umgang mit Farben und vereinfachten Formen. Auch sie schätzte die ruhevolle Landschaft um Worpswede, doch immer wieder zog es sie fort in die pulsierende Kunstmetropole Paris, wo sie ihren Malstil weiterentwickelte und Meisterwerke der frühen Moderne schuf (→ Paula Modersohn-Becker. Zwischen Worpswede und Paris). Paula Modersohn-Becker gilt als Pionierin der modernen Malerei, die selbstbewusst ihre einzigartige Bildsprache in einer von Männern dominierten Welt der Kunst entwickelte.

Die Ausstellung wirft ein Licht auf die Stellung der Frau als Künstlerin und die Suche eines überraschend fortschrittlichen Paares nach einem sinn- und kunsterfüllten Leben auf Augenhöhe. In Lindau wird beleuchtet, wie außergewöhnlich modern diese Künstlerbeziehung für die Zeit um 1900 war, wie Otto und Paula vor ein- und demselben Motiv zu ähnlichen oder sehr individuellen Bildlösungen fanden, wie sie voneinander lernten, die Werke des anderen kritisch in den Blick nahmen oder ganz eigenständige Wege gingen. So illustriert die Schau eindrucksvoll, wie es beiden in der Kunst und im Leben immer wieder gelang, die unvermeidlichen, den Umständen der Zeit geschuldeten Herausforderungen mutig zu begegnen, bevor Paula 1907 im Alter von nur 31 Jahren auf dem Höhepunkt ihrer jungen Schaffensjahre frühzeitig verstarb.

Quelle: Pressetext

Paula und Otto Modersohn in Lindau: Bilder

  • Paula Modersohn-Becker, Mädchenbildnis mit gespreizter Hand vor der Brust, um 1905 (© Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal)

Beiträge zu Paula Modersohn-Becker

17. September 2019
Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag, 25. Mai 1906, Detail, Öltempera auf Pappe, 101,8 x 70,2 cm (Museen Böttcherstraße, Paula Modersohn-Becker Museum)

Bremen | Paula Modersohn-Becker Museum: Paula Modersohn-Becker. Selbstbildnisse „Ich bin Ich“ als Selbstvergewisserung und Experiment der außergewöhnlichen Malerin

Über 60 Mal hat Paula Modersohn-Becker sich selbst zum Modell genommen. Unter diesen Selbstbildnissen befinden sich prominente Hauptwerke genauso wie überraschende Experimente der Künstlerin. Die Museen Böttcherstraße tragen nun zum ersten Mal mehr als 50 frühe und späte Arbeiten zusammen.
30. Juli 2018
Paula Modersohn-Becker, Mädchenakt mit Blumenvase, Detail, um 1907 (Von der Heydt-Museum Wuppertal)

Paula Modersohn-Becker. Zwischen Worpswede und Paris Von der Heydt-Museum Wuppertal zeigt später Bilder der Malerin im Kontext

Paula Modersohn-Becker (1876–1907) erarbeitete sich selbstbewusst und selbstgewiss, unabhängig vom Urteil ihrer Lehrer, Malerkollegen und Kritiker zwischen 1900 und 1907 eine gänzlich neue Bildsprache. Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal besitzt mehr als 20 Gemälde zumeist aus der späten und reifen Zeit der Malerin. Gemeinsam mit dem Rijksmuseum Twenthe in Enschede organisiert es eine Ausstellung, die auf den internationalen Kontext der populären deutschen Malerin setzt.
29. Juli 2018
Portrait der Künstlerin Paula Modersohn-Becker in der Veranda ihres Hauses, Detail, 1901, Foto: Atelier Schaub, Hamburg (Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen)

Paula Modersohn-Becker: Biografie Lebenslauf und Werke der berühmten deutschen Malerin

Paula Modersohn-Becker (1876–1907) gilt als eine Wegbereiterin der Moderne und des Expressionismus in Deutschland: Hier findest du die wichtigsten Informationen zu ihrem Leben.

Aktuelle Ausstellungen

25. März 2020
Agnes Pelton, Untitled, Detail, 1931, Öl/Lw, 91.9 × 61.4 cm (Whitney Museum of American Art, New York; purchase, with funds from the Modern Painting and Sculpture Committee 96.175)

New York | Whitney Museum of American Art: Agnes Pelton Wiederentdeckte „Wüstentranszendentalistin“

Agnes Pelton (1881–1961) war eine visionäre Symbolistin. Sie stellte die spirituelle Realität dar, die sie in Momenten meditativer Stille erlebte. Diese Ausstellung von ungefähr 45 Werken stellt der Öffentlichkeit eine wenig bekannte Künstlerin vor, deren leuchtende, abstrakte Bilder der Transzendenz erst jetzt vollständig erkannt werden.
12. März 2020
Tizian, Raub der Europa, Detail, 1562, Öl/Lw, 178 x 205 cm (© Isabella Stewart Gardner Museum, Boston)

Tizian: Poesie Venedigs Renaissancemeister interpretiert Ovid: Liebe, Verlangen und Tod

Tizians späte "Poesie" werden in London wieder zusammengeführt: Hauptwerke der venezianischen Renaissance voller Liebe, Verlangen, Tod für Philipp II. von Spanien - in der National Gallery of Art im Frühjahr 2020.
9. März 2020
Raffael, Selbstporträt, Detail, um 1506, Öl-Holz, 47,5 x 33 cm (Uffizien, Florenz)

Rom | Scuderie del Quirinale: Raffael Größte Raffael-Ausstellung 2020

Die Raffael-Ausstellung in den Scuderie in Rom wird vermutlich die wichtigste Ausstellung des Raffael-Jahrs 2020. Die Scuderie und arbeiten für die Raffael-Ausstellung mit den Gallerie degli Uffizi und dem Palazzo Pitti in Florenz zusammen.