Michelangelo Buonarroti

Zeitgenossen fürchteten die „terribiltà“ des Bildhauers, Malers und Architekten und bewunderten gleichzeitig seine Genialität. Florenz, die „Wiege der Renaissance“, bot dem heranwachsenden Künstler intellektuell wie handwerklich eine hervorragende Ausgangslage. Sowohl am Hof der Medici in Florenz wie auch im päpstlichen Rom verstand des Michelangelo Buonarroti, sich mit seinen Kunstwerken durchzusetzen. Das in über 60 Jahren geschaffene Werk umfasst sämtliche Gattungen, wobei schwierige Auftraggeber (Julius-Grabmal, Fassade von San Lorenzo) und die politische Situation vor allem der 1520er Jahre zu vielen Planungsänderungen führten.

Zu den revolutionären Momenten in Michelangelos Werk zählt seine Vorstellung vom Gemachten eines Werks. Michelangelo war der erste Künstler, der unvollendete Arbeiten hinterließ und damit das „non-finito" zur Kunstform erhob. Diese Einstellung drückt sich auch in der Signatur der „Pietà“ deutlich aus: Über dem Brustband der Madonna schrieb der Künstler „Michelangelo faciebat“ anstelle von „Michelangelo fecit“. Das Imperfekt „faciebat“ ist im Vergleich zum Perfekt des „fecit“ eine Zeitform, die die Dauer einer Handlung betont.

 

David

Das bekannteste Werk des Florentiner Künstlers ist zweifellos der „David“ (1501–1504), der eigentlich für den Florentiner Dom gefertigt wurde. Die herausragende Qualität und das überzeugende Antikenzitat wie auch die Bedeutung ihres Schöpfers ließ die Auftraggeber von der geplanten Aufstellung Abstand nehmen. Eine Komission von Künstlern, darunter Sandro Botticelli und Leonardo da Vinci, diskutierte Präsentationsorte in der Stadt. Schlussendlich fand der „David“ links vor dem Eingang zum Palazzo Vecchio seinen Platz. 1873 wurde das Original in die Galleria dell'Accademia gebracht und eine Kopie vor den Palazzo Vecchio aufgestellt.

 

Weiterführende Links:

5. Juni 2017
Sebastiano del Piombo, Beweinung Christi, Detail, 1516, Öl auf Leinwand, Transfer von Holz, 260 × 193 cm (Eremitage, St Petersburg (GE-18) Photograph © The State Hermitage Museum /Vladimir Terebenin

Michelangelo & Sebastiano del Piombo Künstlerfreundschaft, Copyright und Konkurrenz

Künstlerfreundschaft, Copyright und Konkurrenz: Die außergewöhnliche Freundschaft zwischen Michelangelo Buonarotti (1475–1564) und Sebastiano Luciani, genannt Sebastiano del Piombo (1485–1547), begann 1511 und stand unter dem Vorzeichen ihrer Rivalität mit Raffael.
29. April 2017
Michelangelo, Die Bestrafung des Tityos (Recto), 1532, Schwarze Kreide, The Royal Collection © 2009, Her Majesty Queen Elizabeth II.

Michelangelo Buonarroti: Werke Skulpturen, Fresken, Gemälde, Architektur

Michelangelos wichtigste Skulpturen, Fresken, Gemälde, Architekturentwürfe zusammengefasst.
29. April 2017
Michelangelo, Halbfigur der Kleopatra (Recto), um 1533, Stift in Schwarz (© Casa Buonarroti, Florenz).

Michelangelo Buonarroti: Leben Biografie des Florentiner Bildhauers, Malers und Architekten

Michelangelo Buonarrotis Leben und Werk sind geprägt von seiner Florentiner Herkunft und seinen wichtigsten Auftraggebern, den Päpsten Julius II., Leo X., Clemens VII. und Paul III. Er arbeitete sowohl in der Toskana wie in der Ewigen Stadt. Die bekannteste Skulptur Michelangelos ist sein David, der ursprünglich für den Dom geschaffen wurde. Auch wenn sich Michelangelo hauptsächlich als Bildhauer definierte, so machten ihn die Fresken in der Sixitnischen Kapelle Michelangelo weltberühmt. Das gefürchtete Genie entdeckte in der Bildhauerei das Unvollendete wie die in den 1530er Jahren die bildmäßige Zeichnung.
15. November 2010
Michelangelo, Pietà, um 1530-36, Rötel über schwarzer Kreide und Griffelvorzeichnung (© Albertina, Wien).

Michelangelo: Zeichnungen Leben und Werk in der Albertina

Michelangelos Zeichnungen: 125 Arbeiten auf Papier bezeugen in der Albertina die „Genialität“ des Renaissance Meisters. Der Bogen der Ausstellung spannt sich über das gesamte Schaffen Michelangelos: von seinen Anfängen in Florenz, als er sich mit Hilfe von gezeichneten Kopien nach Giotto und Masaccio mit der Malereitradition der Toskana beschäftigte, bis zu den letzten Kreuzigungsdarstellungen des über Achtzigjährigen.
15. Juli 2010
Leonard Barkan: Michelangelo: A Life on Paper, Cover (Princeton University Press).

Michelangelo. Denken und Zeichnen Leonard Barkan "A Life on Paper"

In den 1537/38 zwischen Michelangelo Buonarotti (1475─1564), Vittoria Colonna und Lanttazzio Tolomei geführten „Vier Gesprächen über die Malerei“, veröffentlicht durch Francisco de Hollanda, war sich Michelangelo sicher, dass es auf Erden nur eine einzige Kunst und Wissenschaft gebe, eben die des Zeichnens oder Malens.