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Michelangelo & Sebastiano del Piombo Künstlerfreundschaft, Copyright und Konkurrenz

Sebastiano del Piombo, Beweinung Christi, Detail, 1516, Öl auf Leinwand, Transfer von Holz, 260 × 193 cm (Eremitage, St Petersburg (GE-18) Photograph © The State Hermitage Museum /Vladimir Terebenin

Sebastiano del Piombo, Beweinung Christi, Detail, 1516, Öl auf Leinwand, Transfer von Holz, 260 × 193 cm (Eremitage, St Petersburg (GE-18) Photograph © The State Hermitage Museum /Vladimir Terebenin

Künstlerfreundschaft, Copyright und Konkurrenz: Die außergewöhnliche Freundschaft zwischen Michelangelo Buonarroti (1475–1564) und Sebastiano Luciani, genannt Sebastiano del Piombo (1485–1547), begann 1511 und stand unter dem Vorzeichen ihrer Rivalität mit Raffael. Der Florentiner Künstler und der venezianische Maler waren zwei höchst unterschiedliche Künstler, der eine berühmt für seine voluminösen, dramatischen Sixtina-Fresken und der andere für seine malerischen Qualitäten. Michelangelo und Sebastiano vereinten ihre Talente, um gemeinsam stärker auftreten zu können und künstlerisch origineller zu sein. Was als intensive Zusammenarbeit begann, ging in eine lange Fernbeziehung über, in der Arbeit und Politik untrennbar miteinander verbunden waren.

Raffael kopiert Michelangelo

Michelangelo und Sebastiano trafen im Rom unter Papst Julius II.  auf eine höchst kompetitive Situation.1 Ihre Konkurrenz mit Raffael stiftete eine der außergewöhnlichsten Künstlerfreundschaften und Kollaborationen der Renaissance. Michelangelo Buonarroti wie Sebastiano del Piombo hatten guten Grund, ihrem talentierten Kollegen aus Urbino gegenüber kritisch eigestellt zu sein. Im Jahr 1509 aus Florenz nach Rom berufen, führte dieser als erstes die Freskoausstattung der Stanza della Segnatura aus, wo sich so berühmte Darstellungen wie „Die Schule von Athen“ und „Disputà“ befinden. Gleichzeitig war Michelangelo mit den Sixtina-Fresken beschäftigt. Bereits vor deren öffentlicher Enthüllung im Jahr 1511 verschaffte sich Raffael mit Hilfe von Bramante Zugang zur Papstkapelle und verarbeitete Inventionen Michelangelos in seinen eigenen Kompositionen. Außerdem muss der jüngere Maler Zugang zu Michelangelos Skizzen und Vorzeichnungen gehabt haben, aus dem er genauso (schamlos) zitierte und paraphrasierte, lange noch bevor sich Michelangelo an die Ausführung der betreffenden Fresken machen konnte. Michelangelo fühlte sich zurecht bestohlen, wobei das Urteil vieler Zeitgenossen, denen die Lieblichkeit Raffaelesker Figuren näherstand als die „terribilitá“ des Maler-Bildhauers, letzteren besonders schmerzen musste.

Auch Sebastiano del Piombo war nicht gut auf Raffael zu sprechen, sollte dieser doch die Freskenausstattung der Loggia di Galatea in der Villa Chigi, die Sebastiano 1511/12 begonnen hatte, beenden. Wenn auch Sebastianos melancholischer „Polyphem“ deutlich von einem „Igndo“ Michelangelos beeinflusst ist, so führte Raffael seine elegante „Galatea“ mit einer anderen Raumaufteilung fort. Auch für Sebastiano stand der Kampf um die Gunst der Auftraggeber und gegen den talentierten Raffael im Vordergrund. Als profilierter Ölmaler mit venezianischem Kolorit2 scheint er für Michelangelo von großer Bedeutung geworden zu sein, da er mit der Ölmalerei nie wirklich warm wurde. Michelangelo verstand sich selbst als Bildhauer und arbeitete während der 1510er Jahre am Langzeitprojekt des Julius-Grabmals sowie der Fassade von San Lorenzo.3

 

 

Gegensätze ziehen sich an

Sebastiano war in der Tradition der venezianischen Malerei, d.h. als Ölmaler, ausgebildet worden, während Michelangelo in Florenz mit schnell trocknenden Tempera-Farben gearbeitet hatte. Der Florentiner zog die Freskomalerei der Tafelmalerei vor, musste jedes Tagwerk vollendet werden, bevor das nächste Stück ausgeführt wurde. Zu den wichtigsten Neuerungen in Michelangelos Werk zählt die „Unvollendetheit“ vieler seiner Werke – zumindest aus dem Blickwinkel der Zeitgenossen. Anhand der Londoner „Manchester Madonna“ (um 1497, frühestens 1494), der „Grablegung“ (um 1500/1, The National Gallery) oder dem Marmorrelief „Tondo Taddei“ (um 1504/5, Royal Academy of Arts, London) lässt sich ablesen, wie Michelangelo Teile fertigstellte und andere gänzlich roh beließ. Der Prozess des Gestaltens ist sichtbarer Teil der Arbeit und für den Künstler deutlich interessanter als ein vollendetes Werk.

 

 

Die Freundschaft zwischen Michelangelo und Sebastiano begann 1511 höchstwahrscheinlich mit der Einladung des Venezianers auf das Gerüst in der Sixtinischen Kapelle. Michelangelo vollendete im Herbst des Jahres gerade das letzte Joch vor der Altarwand. Rasch wurden sie Freunde und Verbündete gegen Raffael, dessen Stern gerade mit den einflussreichsten Kunstmäzenen und Auftraggebern der Stadt aufstieg. Als einziger Maler in Rom konnte Sebastiano in den folgenden Jahren Raffael die Stirn bieten. Dadurch wurde er ein wichtiger Verbündeter Michelangelos, der sich nicht um das Medium kümmerte, sondern nur den jüngeren Konkurrenten aus dem Feld schlagen wollte. Sebastiano profitierte ebenso immens von der Beziehung zu Michelangelo, seinen Zeichnungen und Konzepten. Um 1900 führte die enge Zusammenarbeit der beiden Künstler an einigen Projekten zu Zuschreibungen von Michelangelo-Zeichnungen an Sebastiano. Wenn auch nach dem Zweiten Weltkrieg das Œuvre des Venezianers wieder geschrumpft wurde, so sind einige Blätter mit Studien zur Borgherini-Kapelle noch immer Anlass für wissenschaftlichen Disput.

Die Freundschaft zwischen Sebastiano del Piombo und Michelangelo hielt über 25 Jahre an, obwohl Michelangelo 1516 nach Florenz zurückkehrte und Raffael 1520 jung verstarb. Die Jahre zwischen 1511 und 1536 waren in Italien hochdramatisch, von Revolution, Krieg und Kirchenschismen, aber auch von großer intellektueller Energie und künstlerischer Innovationskraft geprägt. Erst ein bitterer Streit über die Maltechnik des „Jüngsten Gerichts“ in der Sixtina beendete die Beziehung.

 

Pietà und Erweckung des Lazarus

Welchen tiefen Eindruck die Konfrontation mit den dramatischen Figuren Michelangelos in Sebastiano hinterlassen hat, sieht man an der nächtlichen „Pietà [Beweinung Christi]“ (auch „Viterbo Pietà“) für Giovanni Botonti. Auf der Rückseite der Tafel finden sich Zeichnungen sowohl von Michelangelo wie Sebastiano, was als frühester Beleg für die Zusammenarbeit beider im Sommer 1512 gelten darf. Die „Pietà“, die zwischen 1512 und 1516 entwickelt wurde, bringt die Qualitäten und Talente beider Künstler zu einer Synthese. Die nächtliche, atmosphärische Landschaft war in Rom ein absolutes Novum und erzielte, Vasari zufolge, höchste Bewunderung, denn die „Viterbo Pietà“ ist die erste großformatige Nachtlandschaft in der europäischen Kunstgeschichte.

 

 

Mit der „Viterbo Pietà“ begründete Sebastiano seinen Ruhm, den er mit den folgenden beiden Jahren weiter ausbaute: Auf die Fresken der Borgherini Kapelle in San Pietro in Montorio, Rom (1516–1524) folgte der Auftrag für die „Erweckung des Lazarus“ (1517–1519). Der Florentiner Bankier Pierfrancesco Borgherini (1488–1558) war mit Michelangelo gut bekannt und ließ sich eine Familienkapelle in Montorio ausmalen. Die komplexe Ikonografie dürfte von dem spanischen Reform-Kardinal Lopéz de Carvajal (1456–1523) konzipiert worden sein und beruht auf der „Apocalypsis Nova“. Darin beschreibt der Autor Amadeo Menez de Silva († 1482) Visionen eines Engelhaften Hirten, der die Kirche wiederaufbauen und eine neue Ära des Friedens bringen würde.

Die „Erweckung des Lazarus“ entstand im Wettbewerb mit Raffaels „Transfiguration“ (Vatikanische Museen) für Kardinal Giulio di Giuliani de’Medici (1478–1543), Cousin und enger Berater von Leo X., sowie Bischof von Narbonne, Frankreich. Beide Gemälde ergänzen einander inhaltlich und stellen einen Künstlerwettstreit per excellence dar: Raffael überraschte das Publikum mit einer Kombination zweier Ereignisse, die zuvor noch nie gemeinsam dargestellt worden waren. Die Heilung eines besessenen Knaben durch den transfigurierten Christus könnte erneut auf die „Apocalypsis Nova“ inspiriert worden sein. Nur in Christus, so der Text, lägen Wahrheit, Gnade und Leben begründet, was in der „Erweckung des Lazarus“ zum Ausdruck kommt. Sebastiano erhielt den Auftrag nach Raffael Ende 1516, also nachdem Michelangelo die Stadt verlassen hatte. Erst als Michelangelo im Jänner 1518 für die Vertragsunterzeichnung zur Fassade von San Lorenzo in Rom weilte, dürfte er sich in das Projekt eingeschaltet haben. Er half seinem Freund, die Figur des Lazarus zu finalisieren. Infrarotreflektogramme belegen, dass Sebastiano weite Teile des Gemäldes frei malend ausführte und veränderte.

Am 1. Mai 1519 wurde die „Erweckung des Lazarus“ in Sebastianos Atelier öffentlich präsentiert, im Dezember folgte die öffentliche Präsentation – vermutlich in einem Holzrahmen, den Michelangelo designte. Wenn auch Michelangelo seinem Freund helfend zur Seite stand, so verrät die „Erweckung des Lazarus“ doch, wie sehr sich dieser in der Zwischenzeit mit Raffaels Kompositionen auseinandergesetzt hat: Emotionen werden variantenreich eingesetzt, das Arrangieren der Figuren in einem Hochformat geht auf Raffael zurück. Da offensichtlich kein Vertrag zwischen Auftraggeber und Künstler dessen Honorar festlegte, versicherte sich Sebastiano der Hilfe von Baldassare Peruzzi (1481–1537), der das Gemälde auf 850 Dukaten schätzte. Trotz hoher Figurenanzahl erhielt Sebastiano 525 Dukaten, um die Kosten zu decken.

Im 18. Jahrhundert wurde das Gemälde aus der Kathedrale entfernt und erhielt 1824 eine der zentralen Werke in der National Gallery (Inventarnummer „NG1“). Jüngste naturwissenschaftliche Untersuchungen (Infrarotreflektografie) an dem Gemälde haben gezeigt, dass der Beitrag Sebastianos wichtiger und unabhängiger ist als bislang angenommen. Michelangelo griff erst in einem relativ späten Zustand in die Entwicklung des Gemäldes ein. Er überarbeitete in Zeichnungen die Figur des wiederbelebten Lazarus, den Sebastiano bereits gemalt hatte.

 

 

Auferstandener Christus, Geißelung und Transfiguration

Der überlebensgroße „Auferstandene Christus“ („Giustiniani Christus“ 1514/15, vollendet im frühen 17. Jhdt) von Michelangelo ist aus Marmor gehauen und war für die Erben der Patrizierin Marta Porcari († Juni 1512) bestimmt. Die Auftraggeber wünschten einen nackten Christus, und Michelangelo wollte die christliche Botschaft der Eucharistie in der klassischen Form eines perfekten Männerkörpers vermitteln. Die Kirche des San Vincenzo Martire, Bassano Romano (Italien), entsandte die erste Version der Statue, die aufgrund einer Verfärbung im Stein unvollendet geblieben ist. Die zweite, berühmte Fassung des „Auferstandenen Christus“ (1519–1521) aus Santa Maria sopra Minerva in Rom verlässt nie das Land, belegt aber durch ihre Aufstellung gegenüber des Tabernakels die Betonung der Wandlung.

 

 

Sebastianos „Visitatio“ aus dem Louvre und die „Beweinung Christi“ aus der Eremitage, St. Petersburg, sind ebenfalls erstmals in London zu sehen. Die „Beweinung“ ist Sebastianos „Christi Abstieg in die Vorhölle“ (1516) aus dem Prado gegenübergestellt. Sebastianos verlorenen „Christus erscheint den Aposteln“ ist durch eine Kopie von Francisco Ribalta aus dem 17. Jahrhundert vertreten. Die drei Gemälde waren ein Triptychon bis sie 1646 auseinandergeschnitten wurden. Das außergewöhnliche Triptychon mit der „Beweinung“ im Zentrum (1516) für Don Jéronimo de Vich y Valterra ist ein seltener Flügelalter eines norditalienischen Malers in Rom. Es gelangte mit einem Auftraggeber 1521 nach Valencia, wo es die folgenden 100 Jahre die spanische Malerei beeinflusste.

 

 

„Christus an der Geißelsäule“ bzw. „Die Geißelung“ und die „Transfiguration“ sind auch die Themen der Borgherini-Kapelle in San Pietro in Montorio, die Sebastiano del Piombo für den Florentiner Bankier von 1516 bis 1524 ausführte. Michelangelo lieferte dafür die Figur Christi an der Geißelsäule, wie zwei Rötel-Zeichnungen im British Museum nahelegen. Ergänzt wird die Darstellung durch die heiligen Petrus und Franz von Assis (flankierend) sowie die Propheten Jesajas und Matthias auf dem Außenbogen. Die „Geißelung“ führte Sebastiano del Piombo in Ölmalerei auf Putz aus, wie er stolz seinem Freund nach Florenz berichtete. Dass es gerade die technische Innovation war, die 1534 zum Zerwürfnis der beiden Maler führte, ist Ironie der Geschichte. Als Michelangelo nach jahrzehntelanger Abwesenheit eingeladen wurde, das „Jüngste Gericht“ an der Altarwand der Sixtina auszuführen, bereitete sein Freund die Wand für Ölfarben vor. Nach einigen Monaten ließ Michelangelo den Malgrund auswechseln und beschimpfte Sebastiano wüst. Wenn auch ihre Karrieren in den 1510er Jahren eng miteinander verbunden waren, so brachten sie ihre höchst unterschiedlichen Auffassungen zur Fresko- und Ölmalerei an die Grenzen ihres Verständnisses füreinander.

 

 

Brieffreundschaft

Im Februar 1513 folgte Giovanni de’Medici (1475–1521) als Leo X. auf dem Thron der Päpste. Der Kunstliebhaber (vor allem Musik) bevorzugte Raffael sowohl in der Malerei wie der Architektur. Obwohl er Michelangelo seit seiner Jugend am Hof seines Vaters in Florenz kannte und ihn als Künstler schätzte, beurteilte er ihn als schwierigen Charakter, als „terribile“. Er entfernte den Künstler aus Rom, indem er seine Familie überredete, Michelangelo die Gestaltung der Fassade der San Lorenzo gestalten zu lassen. Im Herbst 1516 zog Michelangelo zurück in seine Vaterstadt, wo er die folgenden vier Jahre an dem schlussendlich unrealisierten Projekt arbeitete.

Ganz im Gegensatz dazu stieg Sebastiano del Piombo nach dem vorzeitigen Tod Raffaels zum wichtigsten Maler Roms auf. Bis zum Sacco di Roma 1527 vollendete er die Borgherini-Kapelle, porträtierte die Granden der Stadt (v.a. den Papst) und trat mit seinen Madonnen-Bildern in Raffaels Fußstapfen. Sebastiano erreichte während der 1520er Jahre einen höchst bemerkenswerten, weil blockhaften, reduzierten Stil.

Die Brieffreundschaft zwischen Michelangelo und Sebastiano del Piombo ist höchst aufschlussreich über ihre Verhältnisse zu Auftraggebern und Konkurrenten. Von den 43 erhaltenen Briefen stammen jedoch nur sechs von Michelangelo, da Sebastiano seine Korrespondenz nicht so gut verwahrte wie sein Freund aus Florenz. Die Briefe datieren aus den Jahren von 1516 und 1534 und geben einen lebhaften Einblick in Arbeitsverhältnisse und Persönlichkeiten der beiden Maler.

 

 

Michelangelo und Sebastiano del Piombo in London

Die Ausstellung „Michelangelo und Sebastiano“ stellt die gegensätzlichen Talente und unterschiedlichen Persönlichkeiten der beiden Künstler ins Zentrum der Betrachtung. Anhand von etwa 70 Werken – Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Briefen – von Michelangelo und Sebastiano wird ihre wechselvolle Beziehung eindrucksvoll dargestellt. Beispiele ihrer intensiven und intimen Korrespondenz eröffnen einen einzigartigen Einblick in ihre persönlichen und beruflichen Leben; ihre Befürchtungen, Frustrationen und Momente des Ruhms. Matthias Wivel schuf rund um die „Erweckung des Lazarus“ eine problemfokussierte Schau, die auch ein interessantes Licht auf Raffael wirft, obwohl dieser mit keinem einzigen Werk in der Ausstellung vertreten ist.

Kurator: Matthias Wivel

 

Michelangelo & Sebastiano del Piombo: Bilder

Sebastiano del Piombo: Bilder

  • Sebastiano del Piombo, Das Urteil des Solomon, um 1506–1509, Tempera und Öl auf Leinwand, Spuren von Vergoldung, 208 x 318 cm (Kingston Lacy, The Bankes Collection (National Trust) (1257074, KLA/P/33) © National Trust Images / Derrick E. Witty
  • Sebastiano del Piombo, Judith (oder Salome), 1510, Öl auf Holz, 54.9 x 44.5 cm (© The National Gallery, London, NG2493)
  • Sebastiano del Piombo, Christus trägt das Kreuz, um 1513/14, Öl auf Leinwand, 121 × 100 cm (© Museo Nacional del Prado, Madrid (P00345)
  • Sebastiano del Piombo, Studie für den kreuztragenden Christus, um 1513/14, schwarze Kreide und weiße Gouache auf blauem Papier, 16.9 x 12 cm (Privatsammlung © Photo courtesy of the owner)
  • Sebastiano del Piombo, nach teilweisem Entwurf von Michelangelo, Beweinung Christi (Pietà), um 1512–1516, Öl auf Pappel, 248 × 190 cm (Museo Civico, Viterbo © Comune di Viterbo)
  • Sebastiano del Piombo, Studie für den toten Christus, um 1515/16, schwarze und weiße Kreide über Quadratur auf blau-grauem Papier, 21.5 × 31.6 cm (Veneranda Biblioteca Ambrosiana, Pinacoteca – Milan (F.290 Inf. n. 18) © Veneranda Biblioteca Ambrosiana - Milano/De Agostini Picture Library)
  • Sebastiano del Piombo, Abstieg in die Vorhölle, 1516, Öl auf Leinwand, 226 × 114 cm (© Museo Nacional del Prado, Madrid (P00346)
  • Sebastiano del Piombo, Beweinung Christi, 1516, Öl auf Leinwand, Transfer von Holz, 260 × 193 cm (Eremitage, St Petersburg (GE-18) Photograph © The State Hermitage Museum /Vladimir Terebenin
  • Sebastiano del Piombo, Porträt eines Mannes (Pierfrancesco Borgherini), um 1516/17, Öl auf Holz, 71.1 × 54.6 cm (San Diego Museum of Art, Gift of Anne R. and Amy Putnam (1950.107) © San Diego Museum of Art / Bridgeman Images
  • Sebastiano del Piombo, Madonna und Kind, um 1517, Öl auf Pappel, 68.5 cm dm (The Syndics of the Fitzwilliam Museum, University of Cambridge. Acquired with grants from the National Lottery through the Heritage Lottery Fund and the Art Fund with contributions from the Friends of the Fitzwilliam Museum, the Gow, Percival and University Purchase funds and the Perrins Bequest (PD.55-1997) © Fitzwilliam Museum, Cambridge)
  • Sebastiano del Piombo, Madonna und Kind mit hl. Joseph, hl. Johannes dem Täufer und Stifter, 1517, Öl auf Holz, 97.8 x 106.7 cm (© The National Gallery, London, NG1450)
  • Sebastiano del Piombo, Kopf einer Frau (recto), um 1517/18, schwarze Kreide und weiße Gouache auf blauem Papier, 23.2 x 17.7 cm (© Musée du Mont-de-Piété, Bergues (2011.0.209.209)
  • Sebastiano del Piombo, Studien eines Mänertorso und einer knienden Figur (verso), um 1517/18, scharze Kreide und weiße Gouache auf blauem Papier, 17.7 × 23.2 cm (© Musée du Mont-de-Piété - Ville de Bergues (2011.0.209.209)
  • Sebastiano del Piombo, Studie für Martha und andere Figuren, um 1518, schwarzes Material (Kohle?) mit weißer Gouache, Feder und schwarze Tinte über Stylus Eindrücken (at edge of shoulder garment) auf grau-blauem Papier, 28.2 x 22.7 cm (Städel Museum, Frankfurt am Main (399) © Städel Museum - U. Edelmann/ARTOTHEK)
  • Sebastiano del Piombo, mit Entwürfen von Michelangelo, Die Erweckung des Lazarus, 1517–1519, Öl auf synthetischem Grund, Transfer von Holz, 381 x 289.6 cm, reproduzierter Rahmen, die Predella basiert auf Teilen des originalen Rahmens und antikem Gesims (© The National Gallery, London, NG1)
  • Sebastiano del Piombo, Studie für den Kopf des hl Franziskus, Handstudie, um 1517–1519, schwarze Kreide auf Papier, 17.2 × 12.2 cm (Gabinetto dei Disegni e delle Stampe, Gallerie degli Uffizi, Florenz (1787 F) © Soprintendenza Speciale per il Polo Museale Fiorentino, Gabinetto Fotografico, Ministero per i Beni e le Attività Culturali
  • Sebastiano del Piombo, Die Visitation, 1518/19, Öl auf Leinwand, Transfer von Holz, 168 × 132 cm (Musée du Louvre, Département des Peintures, Paris (357) © RMN-Grand Palais (Musée du Louvre) / Hervé Lewandowski)
  • Sebastiano del Piombo, Maria und Elisabeth (Die Visitatio), um 1518/19, Öl auf Papier auf Leinwand, 42 x 57 cm (Collection Roberto Sgarbossa © Photo courtesy of the owner)
  • Sebastiano del Piombo zg., Portrait Michelangelos, um 1518–1520, Öl auf Holz, 88.5 × 74 cm (Galerie Hans, Hamburg © photo Archivio Opificio delle Pietre Dure, Florence)
  • Sebastiano del Piombo, Karton für den Kopf des hl. Johannes, um 1519/20, schwarze und weiße Kreide auf zwei Blättern, 30.2 × 30.5 cm (The J. Paul Getty Museum, Los Angeles, California (82.GB.107)
  • Sebastiano del Piombo., Brief von Sebastiano del Piombo in Rom an Michelangelo in Florenz, 2. Juli 1518 © Casa Buonarroti, Florence (IX, 468)
  • Sebastiano del Piombo, Studie für den Propheten Ezechiel, um 1517, schwarze Kreide, graue und braune Lavierung und weiße Gouache über vier Stylusbögen am unteren Rand rechts, quadriert mit roter Kreide auf blauem Papier, 32 × 25 cm (National Gallery of Art, Washington, DC, Gift of Robert H. and Clarice Smith, 1985 (1985.40.1)
  • Sebastiano del Piombo, Studie einer gehenden Figur (verso), um 1516–1520, schwarze Kreide und weiße Gouache auf blauem Papier, 38 × 24.7 cm (The British Museum, London (1895,0915.812) © The Trustees of The British Museum)
  • Sebastiano del Piombo, Kopf eines Mannes (recto), 1516–1520, schwarze Kreide und weiße Gouache, Stylus und rote Kreide auf blauem Papier, 38 × 24.7 cm (The British Museum, London (1895,0915.812) © The Trustees of The British Museum)
  • Sebastiano del Piombo, Studie für Christus trägt das Kreuz (recto), um 1520–1525, Schwarze Kreide mit weißer Gouache auf Papier, mit blau-grauem Grund, 22 × 17 cm (Musée du Louvre, Département des Arts graphiques, Paris (5053) Photo © RMN-Grand Palais (musée du Louvre) / Thierry Le Mage
  • Sebastiano del Piombo, Gottvater teilt Licht von Dunkelheit, um 1525, schwarze Kreide auf Papier, 30.7 × 22.3 cm (Musée du Louvre, Département des Arts graphiques, Paris (34504) Photo © RMN-Grand Palais (musée du Louvre) / Thierry Le Mage
  • Sebastiano del Piombo, Hl Familie mit hl Johannes Baptist (La Madonna del Velo), um 1525, Öl auf Pappel, 120.5 × 92.5 cm (Archbishopric of Olomouc - Archdiocesan Museum Olomouc (1076) © Archdiocesan Museum Olomouc/ photo Markéta Ondrusková)
  • Sebastiano del Piombo, Porträt von Clemens VII, 1525/26, Öl auf Leinwand, 145 × 110 cm (Museo di Capodimonte, Naples (Q147) © Soprintendenza Speciale per il Polo Museale di Napoli)
  • Sebastiano del Piombo, Studie für den Kopf der Madonna, um 1530, schwarze Kreide und weiße Gouache auf blauem Papier, 9.2 × 8.4 cm (© By permission of the Governing Body of Christ Church, Oxford (1160)
  • Sebastiano del Piombo, Christus als Kind (verso), um 1530, schwarze Kreide auf blau-grauem Papier; 26.7 x 21.9 cm (Royal Collection Trust / © Her Majesty Queen Elizabeth II 2017 (RCIN 904813)
  • Sebastiano del Piombo, Heilige Familie mit einem Stifter (Papst Clemens VII) (recto), um 1530, schwarze Kreide und weiße Gouache auf Papier, 26.7 × 21.9 cm (Royal Collection Trust / © Her Majesty Queen Elizabeth II 2017 (RCIN 904813)
  • Sebastiano del Piombo, Gottvater, um 1532/33, schwarze Kreide und weiße Gouache auf Papier, 30.1 × 23.7 cm (Royal Collection Trust / © Her Majesty Queen Elizabeth II 2017 (RCIN 904815)
  • Sebastiano del Piombo, Studie für die Visitation, um 1533, schwarze Kreide und weiße Gouache auf festem Papier, 37.6 × 23.2 cm (Musée du Louvre, Département des Arts graphiques, Paris (5051) Photo © RMN-Grand Palais (musée du Louvre) / Jean-Gilles Berizzi
  • Sebastiano del Piombo, Das Treffen zwischen der Madonna und Elisabeth (Die Visitatio), um 1533–1536, Öl auf Mörtel, transferiert auf Leinwand, 141.5 × 192 x 4.6 cm (© Duke of Northumberland, Alnwick Castle)
  • Sebastiano del Piombo, Studie für vier stehende Frauen, um 1533–1536, schwarze und weiße Kreide, Spuren von Quadratur in schwarzer Kreide auf blauem Papier, 32.8 × 15.9 cm (The British Museum, London (1935,0713.2) © The Trustees of The British Museum)
  • Sebastiano del Piombo, Drei weibliche Figuren (Die Visitatio), um 1533–1536, Öl auf Mörtel, transferiert auf Leinwand, 144 × 121 x 4.4 cm (© Duke of Northumberland, Alnwick Castle)
  • Francisco Ribalta, Christus erscheint den Apostel, um 1612–1616, Öl auf Leinwand, 201.5 x 100.4 cm (© Museo de Bellas Artes de Valencia)

 

Michelangelo: Bilder

  • Michelangelo, Madonna mit Kind, hl. Johannes und Engel (Die Manchester Madonna), um 1497, vielleicht um 1494, Tempera auf Pappel, 104.5 x 77 cm (The National Gallery, London, NG809)
  • Nach Michelangelo, Pietà, 1975 (Kopie nach Pietà, 1497–1500, St Peter, Vatikan), Gipsguß aus fünf Stücken, Holz- und Eisenarmatur, 174 x 195 cm (Vatikanische Museen, Vatican City (50661) © Photo Vatican Museums
  • Michelangelo, Grablegung (oder Christus wurde zu Grabe getragen), um 1500–1501, Öl auf Pappel, 161.7 x 149.9 cm (The National Gallery, London, NG790)
  • Michelangelo, Madonna mit Kind und dem hl. Johannes (Tondo Taddei), um 1504/05, Marmor, 106.8 cm dm (Royal Academy of Arts, London (03/1774) © Royal Academy of Arts, London; Photographer: Prudence Cuming Associates Limited)
  • Michelangelo, Schema für die Dekoration des Gewölbes der Sixtina, Studien von Armen und Händen (recto), 1508, Feder und braune Tinte über Bleistift und Styluseindrücken (vault study), additional unidentified stylus indentation; black chalk (arms and hands), auf Papier, 27,4 × 38,6 cm (The British Museum, London (1859,0625.567) © The Trustees of The British Museum
  • Michelangelo, Draperiestudie für eine sitzende Figur, eine sitzende Figure (verso), 1508, Brush and brown ink over a light greyish preparation (drapery study); black chalk overlaid with brown wash (seated figure); stylus indentation, auf Papier, 27.4 × 38.6 cm (The British Museum, London (1859,0625.567) © The Trustees of The British Museum
  • Michelangelo, Sitzender Akt und zwei Studien eines Arms (recto), um 1510–1512, rote Kreide, weiße Gouache über Stylus auf Papier, 27.2 × 19.2 cm (© Albertina, Vienna (120r)
  • Michelangelo (und anonymer Künstler), Der auferstandene Christus (Der Giustiniani Christus), 1514/15, Carraramarmor, 250 (201 ohne Kreuz) x 90 x 51 cm (San Vincenzo Martire, Monastero dei Silvestrini, Bassano Romano (Viterbo) © Photo Alessandro Vasari)
  • Michelangelo, Geißelung Christi, 1516, rote Kreide über Stylus mit schwarzer Kreide auf Papier, 23.3 × 23.5 cm (The British Museum, London (1895,0915.500) © The Trustees of The British Museum)
  • Michelangelo, Christus an der Säule, 1516, schwarze Kreide und weiße Gouache über Stylus auf Papier, 27.4 × 14.3 cm (The British Museum, London (1895,0915.813) © The Trustees of The British Museum)
  • Michelangelo, Lazarus, Akt mit ausgestrecktem rechten Arm, unterstützt von zwei Figuren, Studien eines linken Fußes, Studie einer rechten Schulter von oben, vielleicht 1518, rote und schwarze Kreide auf Papier, 25 × 11.8 cm (The British Museum, London (1860,0714.2) © The Trustees of The British Museum)
  • Michelangelo, Lazarus mit seinem rechten Arm über ihrer Brust, Oberkörper des Lazarus (verkehrt), vielleicht 1518, rote Kreide auf Papier, 25 × 18.3 cm (The British Museum, London (1860,0714.1) © The Trustees of The British Museum)
  • Michelangelo, Studien für eine Statue des Auferstandenen Christus (recto und verso), 1518, vielleicht schon 1514 begonnen, rote und schwarze Kreide, Feder und braune Tinte auf Papier, 23.8 x 20.9 cm (Privatsammlung © Photo courtesy of the owner)
  • Nach Michelangelo, Der auferstandene Christus, um 1897/98 (Kopie nach dem auferstandenen Christus, 1519–1521, Santa Maria sopra Minerva, Rome), Gipsguss, 251 × 74 × 82.5 cm (Statens Museum for Kunst, Copenhagen (KAS422) © SMK Photo / Jakob Skou-Hansen
  • Michelangelo, Gottvater erschafft Sonne und Mond (verso), um 1525, schwarze Kreide auf Papier, 22 x 17 cm (Paris, Musée du Louvre, Département des Arts graphiques (5053) © RMN-Grand Palais (musée du Louvre) / Thierry Le Mage
  • Michelangelo, Der auferstandene Christus, um 1532/33, schwarze Kreide auf Papier, 37.2 × 22.1 cm (Royal Collection Trust / © Her Majesty Queen Elizabeth II 2017 (RCIN 912768)
  • Michelangelo, Studie für einen auferstandenen Christus, um 1532/33, schwarze Kreide auf Papier, 32.5 × 19 cm (© Casa Buonarroti, Florenz (66F)
  • Michelangelo, Die Auferstehung Christi, um 1532/33, schwarze Kreide auf Papier, 40.5 × 26.9 cm (The British Museum, London (1887,0502.119) © The Trustees of The British Museum)
  • Michelangelo, Beweinung des toten Christus, um 1531–1534, rote und schwarze Kreide über Stylus, graue Lavierung suf Papier, 41.4 × 23.4 cm © Albertina, Vienna (103)
  • Giulio Clovio nach Michelangelo, Die Geißelung Christi, um 1540, rote Kreide über schwarzer Kreide auf Papier, 38 × 28.8 cm (Royal Collection Trust / © Her Majesty Queen Elizabeth II 2017 (RCIN 990418)

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Giambologna, Michelangelo und die Medici-Kapelle Alabaster und Vervollständigung als Kriterien für neue Zuschreibung

Vier Tageszeiten aus Alabaster nach Michelangelos Allegorien in der Medici-Kapelle könnten Frühwerke von Giambologna (1529–1608) sein. Eine Ausstellung im Zwinger in Dresden stellt diese neue Zuschreibung vor.
20. November 2017
Michelangelo, Unvollendeter Karton für eine Madonna mit Kind, Detail, 1525–1530, Schwarze und rote Kreide, weiße Gouache, Blatt 54.1 x 39.6 cm (Casa Buonarroti, Florenz 71F SL.6.2017.12.7)

Michelangelo Zeichnungen im Metropolitan Museum „Göttlicher Zeichner und Entwerfer“

Wer dem „Genie“ von Michelangelo Buonarroti (1475–1564) nahekommen möchte, möge sich mit seiner Zeichenkunst beschäftigen, empfiehlt das Metropolitan Museum, New York. Hier zeigt sich seine ungebrochene Innovationskraft, sein Kunstverständnis, seine Erfindungen über die Gattungsgrenzen hinaus. Schon zu seinen Lebzeiten wurden Zeichnungen zunehmend als authentische, persönliche Formen des Ausdrucks wertgeschätzt und gesammelt.
6. November 2017
Michelangelo, David, Oberkörper (Florenz, Galleria dell‘Accademia)

Michelangelo Bounarroti: David Entstehungsgeschichte der Statue, Analyse und Interpretation

Das bekannteste Werk des Florentiner Bildhauers Michelangelo ist zweifellos der „David“ (1501–1504), den er eigentlich für den Florentiner Dom fertigte. Ihr Aufstellung vor dem Palazzo Vecchio verdankt sie der herausragenden Qualität und dem überzeugenden Antikenzitat wie auch der respektierten Bedeutung ihres Schöpfers.
29. April 2017
Michelangelo, Die Bestrafung des Tityos (Recto), 1532, Schwarze Kreide, The Royal Collection © 2009, Her Majesty Queen Elizabeth II.

Michelangelo Buonarroti: Werke Skulpturen, Fresken, Gemälde, Architektur

Hier findet du die wichtigsten Werke von Michelangelo Buonarroti in chronologischer Reihung: Madonnen, David, Fresken der Sixtina, Grabmäler, Architektur
29. April 2017
Sebastiano del Piombo zg., Portrait Michelangelos, um 1518–1520, Öl auf Holz, 88.5 × 74 cm (Galerie Hans, Hamburg © photo Archivio Opificio delle Pietre Dure, Florence)

Michelangelo Buonarroti: Leben Biografie des Florentiner Bildhauers, Malers und Architekten

Michelangelo Buonarrotis Leben und Werk sind geprägt von seiner Florentiner Herkunft und seinen wichtigsten Auftraggebern, den Päpsten Julius II., Leo X., Clemens VII. und Paul III. Er arbeitete sowohl in der Toskana wie in der Ewigen Stadt. Die bekannteste Skulptur Michelangelos ist sein David, der ursprünglich für den Dom geschaffen wurde. Auch wenn sich Michelangelo hauptsächlich als Bildhauer definierte, so machten ihn die Fresken in der Sixitnischen Kapelle Michelangelo weltberühmt. Das gefürchtete Genie entdeckte in der Bildhauerei das Unvollendete wie die in den 1530er Jahren die bildmäßige Zeichnung.
15. November 2010
Michelangelo, Pietà, um 1530-36, Rötel über schwarzer Kreide und Griffelvorzeichnung (© Albertina, Wien).

Michelangelo: Zeichnungen Leben und Werk in der Albertina

Michelangelos Zeichnungen: 125 Arbeiten auf Papier bezeugen in der Albertina die „Genialität“ des Renaissance Meisters. Der Bogen der Ausstellung spannt sich über das gesamte Schaffen Michelangelos: von seinen Anfängen in Florenz, als er sich mit Hilfe von gezeichneten Kopien nach Giotto und Masaccio mit der Malereitradition der Toskana beschäftigte, bis zu den letzten Kreuzigungsdarstellungen des über Achtzigjährigen.
15. Juli 2010
Leonard Barkan: Michelangelo: A Life on Paper, Cover (Princeton University Press).

Michelangelo. Denken und Zeichnen Leonard Barkan "A Life on Paper"

In den 1537/38 zwischen Michelangelo Buonarotti (1475─1564), Vittoria Colonna und Lanttazzio Tolomei geführten „Vier Gesprächen über die Malerei“, veröffentlicht durch Francisco de Hollanda, war sich Michelangelo sicher, dass es auf Erden nur eine einzige Kunst und Wissenschaft gebe, eben die des Zeichnens oder Malens.
  1. Der gesamte Text basiert auf dem Ausstellungskatalog der National Gallery, London.
  2. Um 1500 wurde Ölfarbe zum wichtigsten Material für Maler in Venedig, während in Florenz das schnell trocknende Fresko neben Tempera-Malerei ausgeübt wurden.
  3. Von den Tausenden von Zeichnungen, die Michelangelo während seiner langen Karriere gemacht haben muss, sind nur knapp 600 Arbeiten auf Papier erhalten. Dies zeigt deutlich, wie sehr er die Zeichnung noch als Teil des Entstehungsprozesses empfand, die nach der Ausführung ihre Funktion und damit ihren Wert verloren. Vor allem aus der Frühzeit sind nur wenige Zeichnungen erhalten. Die Zeichnung spiegelt aber die Florentiner Auffassung des disegno wider, wonach die Linie und die Idee (Konzeption) neben der dreidimensionalen Entwicklung der Figuren den Ausdruck im Bild bewirkt.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.