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movies in wonderland | Online Architekturfilme fürs lange Wochenende 7 Architekturfilme als Tipps für #DreamTodayTravelTomorrow

Mailand, Bosco verticale, geplant von Stefano Boeri und seinen Partnern des Architekturbüros Boeri Studio, Gianandrea Barreca und Giovanni La Varra

Mailand, Bosco verticale, geplant von Stefano Boeri und seinen Partnern des Architekturbüros Boeri Studio, Gianandrea Barreca und Giovanni La Varra

Die Filmempfehlungen für das Wochenende stillen unsere Sehnsucht, die eigenen vier Wände zu verlassen und führen uns u.a. ins Weltall, nach Wien, Mailand, New York, Singapur, Kambodscha, und nach Gando in Burkina Faso. Das internationale Architekturfilmfestival movies in wonderland, das während der Kunst-Quarantäne online stattfindet, ist bei ARTinWORDS zu Gast mit einer eigens dafür zusammengestellten Filmreihe für die Feiertage.

Charles und Ray Eames und die Reise zum Mond

Powers of Ten. R: Eames Office, 9 min, engl. OV, (USA 1977)

Ein Klassiker unter den Designfilmen, der so ganz anders ist als die anderen: Das Duo Ray und Charles Eames nehmen uns mit auf eine Reise durch den Raum, vom Makro- bis in den Mikrokosmos. Der Film beginnt mit der Aufnahme eines schlafenden Mannes aus einem Meter Entfernung. Stetig steigt die Kamera auf, bis sie an den Rand des damals bekannten Universums gelangt. Nur wenige Jahre zuvor hatte die Apollo 17 Mission das ikonische Bild „Blue Marble“ aufgenommen und die Zerbrechlichkeit des Blauen Planeten erstmals aus dieser Perspektive ins kollektive Bewusstsein gerufen. Schließlich kehren wir wieder zurück und in den Körper des schlafenden Mannes bis auf das Niveau eines Kohlenstoffatoms. Der Film aus dem Jahr 1977 erinnert dadurch an die heutige visuelle und mediale Kommunikation der Pandemie: von globalem Mapping bis zur stark vergrößerten und detaillierten graphischen Darstellung der nur einige Nanometer großen Corona-Viren, welche mittlerweile ebenso Teil des kollektiven Bewusstseins ist.

Wohnen: ein Experiment

wie wir wohnen – ein Stadtlabor des AzW. R: Mies. Magazin, 40 min, deutsche OV, (AT 2019)

Kaum vorstellbar, dass man vor gut einem Jahr noch das größte Wohnexperiment Wiens durchführen konnte, in dem dutzende Menschen gleichsam in Blind Dates für ein Wochenende Wohnungen getauscht haben. Gut für uns aber, dass das Mies. Magazin, das seit rund zehn Jahren Architekt*innen und Studierende vor die Kamera bittet, auch hier dabei war und uns diesen heute viel zu seltenen Einblick in andere Räume bietet. Das Team vom Mies. Magazin hat für die Kurzdoku drei Tauschpaare auf ihrer Expedition durch die eigene Stadt begleitet. „wie wir wohnen“ entstand als Stadtlabor der Stadt Wien in einer Kooperation des AzW mit dem Mies. Magazin.

Das Fenster zur Straße

Shelter in Place. R: Matthew Beck, 13:47 min, engl. OV, (USA 2020)

Shelter in Place thematisiert die scheinbar unüberbrückbare Distanz zwischen Nachbar*innen einer Straße im New Yorker Stadtteil Morningside Heights in Zeiten der Pandemie. Anstatt wie der Film des Mies. Magazins Einblick in diverse Wohnungen zu gewähren, schildern deren Bewohner*innen übers Telefon ihre Lebensumstände, Ängste, und Hoffnungen in der von Krankheit und Tod erschütterten Millionenmetropole. Der Street Photographer Matthew Beck zeichnet ein Bild seiner Straße nicht wie gewohnt inmitten des Geschehens, sondern durch den Blick aus dem Fenster, der für ihn derzeit die Welt bedeutet.

Die eigenen zwei bis drei Wände

Construire l’échappement : Anne Lacaton et Jean-Philippe Vassal. R: Karine Dana, 33:48 min, OmeU, (FR 2019)

In Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassals Architekturen ist die Weite stets Programm. Wohnräume verschmelzen mit Freibereichen, Schwellenräume bilden Übergänge zwischen dem Innen- und Außenbereich, und das nicht nur für zahlungskräftige Kundschaft, sondern vor allem in ihren klaren und intelligenten Renovierungsmaßnahmen für soziale Wohnbauten der 60er und 70er Jahre in den Banlieues Frankreichs. Die Filmemacherin Karine Dana skizziert die Leichtigkeit dieser luftigen Räume, die uns nach Wochen der Enge förmlich aufatmen lassen.

Schöne Neue Welt?

Lost World. R: Kalyanee Mam, 16:00 min, OmeU, (KH/SG 2018)

Zu den Ursachen für diese und drohende zukünftige Pandemien zählt laut Wissenschaft die zunehmende Zerstörung fragiler Ökosysteme. Lost World von Kalyanee Mam schildert den Abbau von Millionen Tonnen Sand an den Küsten Kambodschas, der für den Bauboom und die Vergrößerung der Landmasse in Singapur bestimmt ist. Kaum zu glauben, aber der sprichwörtliche Sand am Meer wird mittlerweile weltweit zur knappen Ressource. Sollten wir etwa die Herangehensweise, Mangrovenwälder zu zerstören, um tausende Kilometer entfernt Land künstlich aufzuschütten, nochmals überdenken?

Mailands Hängende Gärten

The Flying Gardeners. R: Giacomo Boeri & Matteo Grimaldi, 9:02 min, ohne Sprache, (IT 2016)

Mailands Fliegende Gärtner schweben alle vier Monate durch einen vertikalen Wald mitten in der Stadt. Sie sind Botaniker und Kletterer, und kennen wohl als einzige die versteckten Lebensräume, die dieser unvergleichliche Wald geschaffen hat. Design und Natur ergänzen einander in Stefano Boeris Entwurf für den Bosco Verticale. Ein erster Schritt in die richtige Richtung, dem in Zukunft wohl eine viel radikalere Verschmelzung von gebauter und natürlicher Umwelt folgt.

Zukunft Bauen

Sensing Spaces: Architecture Re-Imagined; Diébedo Francis Kéré. R: Candida Richardson, 8:14 min, engl. OV, (GB 2014)

So wie Lacaton & Vassal und das Studio Boeri arbeitet der Architekt Diébédo Francis Kéré an Lösungsansätzen für ökologische und soziale Nachhaltigkeit im Bauen. Hier wird der Sand für die Schul- und Gemeinschaftsbauten nicht über weite Strecken transportiert, sondern direkt an Ort und Stelle unter Anwendung des Wissens und der Fertigkeiten der zukünftigen Nutzer*innen in Gando, Burkina Faso, verarbeitet. Die Fotografin und Filmemacherin Candida Richardson hat Kérés Herangehensweise an Architektur und Raum in ihrer Serie Sensing Spaces - Architecture Re-Imagined im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung an der Royal Academy of Art in London portraitiert.

movies in wonderland

Movies in wonderland ist ein durch Europa wanderndes pop-up Film Festival mit den Themenschwerpunkten Architektur und Urbanismus, welches an öffentlichen Plätzen und nunmehr auch online bei freiem Eintritt stattfindet. Das Festival regt die Bewohner*innen der Stadt an, gemeinsam mit Filmemacher*innen, Planer*innen, und anderen Gästen urbane Themen zu verhandeln. Die Filme stehen dabei stets in direktem Bezug zum Ort, an dem sie gezeigt werden. Seit der Gründung 2012 fördert das Festival eine Plattform für all jene, die sich aktiv in die Gestaltung ihrer Städte einbringen möchten.

In Wien veranstaltet movies in wonderland seit 2013 in Partnerschaft mit dem Az W und dem MuseumsQuartier Wien den Architektur.Film.Sommer im Hof des Architekturzentrums. Auch 2020 wird das Open Air Festival an vier Mittwochabenden den Hof des Architekturzentrums mit Filmen zu Architektur und gebauter Umwelt bespielen. Thema der diesjährigen Ausgabe ist „Gebaute Gerechtigkeit“.

wonderland - platform for european architecture.

Kuratorin: Marlene Rutzendorfer, movies@wonderland.cx

movies in wonderland wird unterstützt vom Bundeskanzleramt, sowie von der Kammer der ZiviltechnikerInnen | ArchitektInnen und IngenieurInnen Wien.Niederösterreich.Burgenland.

Aktuelle Ausstellungen

1. Juli 2020
Larry Poons, Nixe's Mate, 1961, Acryl auf Leinwand, 178x 285 x 4 cm (Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung seit 1996, Photo: mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien © Bildrecht, Wien2020)

Wien | mumok: Misfitting Together. Serielle Formationen der Pop Art, Minimal Art und Conceptual Art Andy Warhols serielles Denken kontextualisiert

Pop Art, Minimal und Conceptual Art aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig unter dem Aspekt des Seriellen erweitert den Blick auf Andy Warhols Werk. Modulare und serielle Ideen nach Mel Bochner in deutscher und amerikanischer Kunst der 1960er und 1970er Jahre.
23. Juni 2020
Angelika Kauffmann, Selbstporträt der Künstlerin am Scheideweg zwischen Musik und Malerei, Detail, Rom 1794, Öl/Lw, 147,3 x 215,9 cm (Nostell Priory, West Yorshire © National Trust Images/John Hammond)

Düsseldorf | Museum Kunstpalast: Angelika Kauffmann Bedeutendste Künstlerin Europas um 1800

Angelika Kauffmann (1741–1807) vertritt exemplarisch den neuen Typus einer europaweit vernetzten und weltgewandten Künstlerin. Ihr breitgefächertes Œuvre repräsentiert wesentliche Aspekte des internationalen Klassizismus im Zeitalter der Aufklärung und Empfindsamkeit.
19. Juni 2020
Peter Lindbergh, Uma Thurman, New York, 2016 © Peter Lindbergh (courtesy Peter Lindbergh, Paris)

Hamburg | MKG: Peter Lindbergh „Untold Stories“ feiert Lindberghs „Neue Frau“

Peter Lindbergh war einer der einflussreichsten Modefotografen der letzten 40 Jahre. Er fotografierte Menschen so wie sie sind, natürlich und authentisch, und prägte einen völlig neuen Typus des Supermodels.
18. Juni 2020
K. H. Hödicke, Entwurf, Detail, 1972, Bleistift und Wachsmalstift auf Papier, 297 x 210 mm (Staatliche Graphische Sammlung München, Schenkung S. K. H. Herzog Franz von Bayern 2019, Foto: Staatliche Graphische Sammlung München © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

München | Pinakothek der Moderne: K. H. Hödicke Arbeiten auf Papier in der Staatlichen Graphischen Sammlung München

K. H. Hödicke, der Berliner Maler, in der Pinakothek der Moderne und in einem zweibändigen Katalog, vorgestellt als Zeichner von duftigen DIN-A4-Blättern und monumentalen malerischen Gouachen. Der Erwerb von 53 Arbeiten auf Papier durch die Staatliche Graphische Sammlung München wie eine zweijährige Zusammenarbeit ihres Direktors Michel Hering mit dem Künstler ermöglichen, Hödicke als gewitzten, sich mit der Pop-Art, Konzeptkunst und seiner Umgebung höchst innovativ beschäftigenden Maler kennenzulernen.
4. Juni 2020
Gerhard Richter, 12.1.18, Detail, 2018, Bleistift und Farbstift auf Papier, 14,2 x 20,2 cm, Gerhard Richter Archiv, Staatliche Kunstsammlungen Dresden © Gerhard Richter 2020 (08022020)

Dresden | Albertinum: Gerhard Richter. Neue Zeichnungen 2017 bis 2020

Die neuen, im Albertinum ausgestellten Zeichnungen Gerhard Richters sind mit Blei- und Farbstiften aber auch Fettkreiden gestaltet. Mit Tagesdaten zwischen dem 5.11.2017 und dem 15.5.2019 betitelt, gliederte der Maler die Zeichnungen in mehrere Werkblöcke.
4. Juni 2020
Mortlake Manufaktur nach Raffael, Weide meine Schafe, Detail, um 1630-1650 (Dresden)

Dresden | Gemäldegalerie Alte Meister: Raffael Raffaels Teppiche im Kontext seines Werks

Anlässlich des 500. Todestages von Raffael (1483–1520) präsentiert die Gemäldegalerie Alte Meister eine umfangreiche Sonderausstellung zu den Dresdner Bildteppichen des bedeutenden Malers und Architekten der italienischen Hochrenaissance.