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Museo Nacional Thyssen-Bornemisza: Manet, Degas, die Impressionisten und die Fotografie Wie beeinflusste die Fotografie die Malerei des Impressionismus?

Edgar Degas, Tänzerinnen in Grün, Detail, 1877–1879, Pastell und Gouache auf Papier, 64 x 36 cm (Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid)

Edgar Degas, Tänzerinnen in Grün, Detail, 1877–1879, Pastell und Gouache auf Papier, 64 x 36 cm (Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid)

Nach Erscheinen der ersten Daguerreotypien in den späten 1830er Jahren und vor allem nach der Entdeckung des fotografischen Drucks auf Papier wurde das Verhältnis zwischen Fotografie und Malerei sehr eng. Das künstliche Auge der Kamera in der Arbeit von Fotografen wie Le Gray, Cuvelier, Nadar und Disderi, regte Edouard ManetEdgar DegasClaude Monet und die jungen Impressionisten dazu an, eine neue Sichtweise auf die Welt zu entwickeln. Die Künstler des Impressionismus nutzten das Medium Fotografie nicht nur als Bildquelle, sondern ließen sich durch seine wissenschaftliche Beobachtung des Lichts inspirieren.

Die Darstellung eines asymmetrischen, verkürzten Bildraums und die Erforschung von Spontanität und visueller Mehrdeutigkeit waren weitere bahnbrechende Neuerungen. Nachweisbar ist dies etwa im Werk von Edgar Degas, der auch selbst zur Kamra griff (→ Degas & Rodin). Darüber hinaus veranlasste der neue impressionistische Pinselstrich einige Fotografen dazu, sich für die Materialität ihrer Bilder zu interessieren und nach Wegen zu suchen, um ihre Fotos weniger detailgenau und abbildhafter, sondern stimmungsvoller zu entwickeln.

 

 

Die im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza gezeigte Ausstellung „Manet, Degas, die Impressionisten und die Fotografie“ verfolgt aktuelle Forschungsansätze. Die Schau bietet eine kritische Reflexion über Affinitäten und gegenseitige Beeinflussung zwischen Fotografie und Malerei. Dafür betrachtet sie die lebhafte Debatte, die das Auftreten der Fotografie bei Kritikern und Künstlern in Frankreich ab etwa 1840 hervorrief. Die Ausstellung ist in acht thematische Kapitel unterteilt: Wald, Wasser, Landschaft, Denkmäler, Stadt, Porträt, Akt und Bewegung zeigen die gemeinsamen künstlerischen Anliegen von Malern und Fotografen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Kuratiert von Paloma Alarcó.
Quelle: Pressetext

 

Manet, Degas, die Impressionisten und die Fotografie: Bilder

  • Claude Monet, La Cathédrale de Rouen: le portail, effet du matin [Die Kathedrale von Rouen: das Portal, Morgenstimmung], 1894, Öl auf Leinwand, 107 x 74 cm (Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS)
  • Bisson Frères, Rouen Cathedral Façade, 1850er, Albuminprint (Victoria and Albert Museum © Victoria and Albert Museum, London)
  • Edgar Degas, Frau, um 1887–1890, Öl/Lw, 37,5 x 32,4 cm (Collection of Ann and Gordon Getty © Collection of Ann and Gordon Getty)
  • Onésime Aguado, Frau im Profil, um 1862, Salzpapier, 31,2 x 24,9 cm (Sammlung Colección Ordónez Falcón)
  • Edgar Degas, Tänzerinnen in Grün, 1877–1879, Pastell und Gouache auf Papier, 64 x 36 cm (Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid)
  • Eadweard Muybridge, Tanzende Frau, aus: Locomoción animal, Illustration 189, 1887, Kollotypie,  19 x 41,2 cm (Victoria and Albert Museum, London © Victoria and Albert Museum, London)
  • Edouard Manet, Der Gare Saint-Lazare, Fotografie nach Die Eisenbahn von Manet, 1873/74, Waserfarbe auf Fotografie, 18,9 x 22,7 cm (Privatsammlung, Foto Archives Durand-Ruel © Durand-Ruel & Cie)

Ausstellungen zum Impressionismus

31. März 2019
Berthe Morisot, Junges Mädchen im Gras. Mlle Isabelle Lambert, 1885, Öl/Lw, 74 x 60 cm (Ordrupgaard Museum, Kopenhagen)

Hamburger Kunsthalle: Impressionismus aus der Sammlung Ordrupgaard Französische Malerei zu Gast in Hamburg

Im Winter 2019/20 ist die Französische Malerei des 19. Jahrhunderts zu Gast in Hamburg. Die Sammlung des Museum Ordrupgaard beherbergt Werke von den bedeutendsten Impressionistinnen (Morisot, Gonzales) und Impressionisten (Monet, Renoir, Degas, Gauguin). Darüber hinaus zeigt die Hamburger Kunsthalle auch Gemälde von Ingres und Delacroix sowie der Realisten aus dem Wald von Fontainebleau, die den Impressionismus vorbereiteten.
18. März 2019
Gustave Caillebotte, Rue de Paris, temps de pluie [Straße in Paris, Regenwetter], Detail, 1877 (© The Art Institute of Chicago)

Alte Nationalgalerie: Gustave Caillebotte. Maler und Mäzen der Impressionisten Berliner Impressionistensammlung und das Netzwerk der Maler

Die Alte Nationalgalerie in Berlin erhält Gustave Caillebottes „Straße in Paris, Regenwetter [Rue de Paris, temps de pluie]“ (1877) vom Art Institute of Chicago als zentrale Leihgabe für ihre Ausstellung zum Maler und Mäzen des Impressionismus. Caillebotte befand sich im Zentrum der Bewegung und fördete seine Malerkollegen auch finanziell. Die Berliner Impressionisten-Sammlung - visionär von Wilhelm Bode zusammengestellt - wird im Rahmen dieser Schau einer Netzwerkanalyse unterzogen.
17. März 2019
Joaquín Sorolla, Die Rückkehr der Fischer, 1894, Öl/Lw, 265 × 403.5 cm (Paris, musée d'Orsay © Musée d'Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt)

Joaquín Sorolla: Werke voller Licht Spaniens bekanntester Impressionist verzaubert mit Sonne am Meer

Joaquín Sorolla y Bastida (1863–1923) ist der berühmteste Impressionist Spaniens: Er begeistern mit sonnendurchfluteten Bildern vom Meer, Strandleben, Garten, Genreszenen, repräsentativen Porträts - und vergisst nicht auf das spanische Arbeits- und Volksleben.

Ausstellungen zum Impressionismus

16. Mai 2019
Hermann Nitsch, Schüttbild, Detail, 2011, Acryl auf Jute © Hermann Nitsch

Hermann Nitsch in der Albertina Ausstellung „Räume aus Farbe“ zeigt Nitschs Schüttbilder von den 1960ern bis heute

Hermann Nitsch (* 1938) zählt zu den umstrittensten Künstlern Österreichs und den wichtigen Wiener Aktionisten. Die Albertina zeigt erstmals einen Überblick über Nitsch's Schüttbilder seit den 60ern.
7. Mai 2019
Ai Weiwei, Illumination, 2009, Handyfoto (c) Ai Weiwei, Courtesy Ai Weiwei Studio

Düsseldorf K20 / K21: Ai Weiwei Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt größten Ausstellung in Europa

„Alles ist Kunst, alles ist Politik“ ist auch Leitmotiv seiner bisher größten Ausstellung in Europa, die die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gleichzeitig im K20 und im K21 zeigt.
25. April 2019
Franz Marc, Schlafender blauer Hund auf roter Matte, 1912/13, Aquarell, Deckfarben, auf Papier, aus Skizzenbuch XXIV, S. 103 (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Inv.-Nr. HZ 6381)

Franz Marc: Skizzenbücher – Der Weg zum Blauen Reiter Stilentwicklung, Werkabfolge, Werkgenese

Das Germanische Nationalmuseum erwarb 1982 aus dem Nachlass des Künstlers 26 von ursprünglich 32 Skizzenbücher. Die Hefte datieren von 1904 bis 1913/1914 und enthalten 603 Zeichnungen auf 523 Blättern. Die Ausstellung zeigt Motivreichtum und die vielfältigen Werkbezüge der Skizzen und Zeichnungen zu den Gemälden von Franz Marc.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.