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New York | MoMA: Künstlerinnen und die Abstraktion der Nachkriegszeit Weibliches Kunstschaffen von 1945 bis 1968

María Freire, Untitled, 1954, Öl/Lw, 92 × 122 cm (The Museum of Modern Art, New York. Promised gift of Patricia Phelps de Cisneros through the Latin American and Caribbean Fund in honor of Gabriel Pérez-Barreiro, 2016)

María Freire, Untitled, 1954, Öl/Lw, 92 × 122 cm (The Museum of Modern Art, New York. Promised gift of Patricia Phelps de Cisneros through the Latin American and Caribbean Fund in honor of Gabriel Pérez-Barreiro, 2016)

Das MoMA wirft mit „Making Space“ ein Schlaglicht auf die erstaunlichen Leistungen von Künstlerinnen zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs (1945) und dem Beginn der feministischen Bewegung (um 1968). In der Nachkriegszeit ermöglichten gesellschaftliche Veränderungen es einer größeren Anzahl von Frauen, professionell als Künstlerinnen zu arbeiten. Dennoch wurde ihre Arbeit in der von Männern dominierten Kunstwelt oft marginalisiert, und es gab nur wenige Unterstützungsnetzwerke für sie.

Abstraktion dominierte die künstlerische Praxis in diesen Jahren, da viele Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg eine internationale Sprache suchten, die über nationale und regionale Narrative hinausgehen könnte – und für Künstlerinnen zusätzlich jene, die sich auf das Geschlecht beziehen.

Die Ausstellung, die zur Gänze aus der Sammlung des Museums bestückt ist, zeigt fast 100 Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen, Drucke, Textilien und Keramiken. Innerhalb eines Parcours, der zugleich lose chronologisch und synchron ist, zeigt sie Werke, die von den kühn gestisch gemalten Leinwänden von Lee Krasner, Helen Frankenthaler und Joan Mitchell reichen; die radikalen Geometrien von Lygia Clark, Lygia Pape und Gego; und die reduktiven Abstraktionen von Agnes Martin, Anne Truitt und Jo Baer; zu den textilen Arbeiten von Magdalena Abakanowicz, Sheila Hicks und Lenore Tawney; und die prozessorientierten Skulpturen von Lee Bontecou, Louise Bourgeois und Eva Hesse. Die Ausstellung zeigt auch viele wenig bekannte Schätze wie Collagen von Anne Ryan, Fotografien von Gertrudes Altschul und kürzlich erworbene Werke von Ruth Asawa, Carol Rama und Alma Woodsey Thomas.

Ausgestellte Künstlerinnen

Magdalena Abakanowicz | Etel Adnan | Anni Albers → Anni Albers. Textilkünstlerin mit Folgen | Gertrudes Altschul | Ruth Asawa | Jo Baer | Lina Bo Bardi | Lynda Benglis | Lee Bontecou | Louise Bourgeois | Feliza Bursztyn | Lygia Clark | Carlotta Corpron | Lucienne Day | Elaine de Kooning | Jay DeFeo | Dorothy Dehner | Helen Frankenthaler | María Freire | Gego (Gertrud Goldschmidt) | Elsa Gramcko | Sarah Grilo | Grace Hartigan | Carmen Herrera → Carmen Herrera. Grande Dame der geometrischen AbstraktionEva HesseSheila Hicks | Lotte Jacobi | Lee KrasnerYayoi Kusama | Agnes Martin | Eleanore Mikus | Joan Mitchell | Barbara Morgan | Gertrud Natzler | Lygia Pape | Pat Passlof | Lidy Prati | Carol Rama | Barbara Chase-Riboud | Lucie Rie | Bridget Riley | Anne Ryan | Naomi Savage | Mira Schendel | Janet Sobel | Hedda Sterne | Alina Szapocznikow | Atsuko Tanaka | Lenore Tawney | Alma Woodsey Thomas | Anne Truitt | Vera (Vera Neumann)

Quelle: MoMA

Bild

  • María Freire, Untitled, 1954, Öl/Lw, 92 × 122 cm (The Museum of Modern Art, New York. Promised gift of Patricia Phelps de Cisneros through the Latin American and Caribbean Fund in honor of Gabriel Pérez-Barreiro, 2016)

Beiträge zu Künstlerinnen

5. Oktober 2021
Michael Anastassiades und WW im MAK, Ausstellungsansicht, MAK-Schausammlung Gegenwartskunst © MAK/Georg Mayer

Wien | MAK: SHOWROOM WIENER WERKSTÄTTE. Ein Dialog mit Michael Anastassiades Londoner Designer inszeniert elegant-humorvoll Wiener Design

Detailverliebt, spannend, reich an Dialogen: Michael Anastassiades zeigt sich – sein Denken und seine feinen Eingriffe mit Hilfe selbst gestalteter Lampen – als würdevoller Interpret eines Designgedankens, der bis heute einflussreich geblieben ist.
4. Oktober 2021
documenta fifteen (2022)

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Die „documenta fifteen“ wird kollektiv! ruangrupa geben die Teilnehmer:innen der documenta 2022 bekannt.
4. Oktober 2021
Rembrandt, Die Blendung Simsons, Detail, 1636, Öl/Lw, 206 x 276 (Städel Museum, Inv.-Nr. 1383)

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Einschließlich der Druckgrafiken besitzt das Städel Museum 35 Werke in seinen Sammlungen. Mit der „Blendung Simsons“ von 1636 nennt es ein Hauptwerk der 1630er Jahre sein Eigen.
4. Oktober 2021
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Berlin | Alte Nationalgalerie: Johann Gottfried Schadow Neue Erkenntnisse zum Berliner Bildhauer der Klassizismus

Viele neue Erkenntnisse sind seit der letzten Retrospektive zu Johann Gottfried Schadow, seinem Werk aber auch Werkstattbetrieb und seinen Arbeitsmethoden bekannt geworden – Zeit für eine neue Retrospektive!
4. Oktober 2021
Moriz Nähr, Ludwig Wittgenstein, Detail, undatiert, Silbergelatineabzug, 6,7 × 5,2 cm Detail aus Ludwig Wittgensteins Fotoalbum, 1930er Jahre (The Ludwig Wittgenstein Archive Cambridge, Foto: The Ludwig Wittgenstein Archive Cambridge)

Wien | Leopold Museum: Ludwig Wittgenstein. Fotografie als analytische Praxis Philosophie, Fotografie und eine berühmte Wiener Familie

Mit Ludwig Wittgenstein (1889–1951) umkreist die Ausstellung einen der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts und seinen revolutionären Umgang mit dem Medium Fotografie.
3. Oktober 2021
Isolde Joham, Electric Rider, Detail, 1981, Öl und Acryl auf Leinwand (© Isolde Joham - Hoellwarth Gottfried, Wien)

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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.