Aktuelle Ausstellungen

Thomas Reinhold. Zur Geometrie des Amorphen

Ein synästhetisches Erlebnis

Thomas Reinhold (* 1953), ehemals Neuer Wilder, der sich nun vornehmlich im Medium der Malerei bewegt, stellt in der Artemons Gallery, Wien, unter dem Titel „Zur Geometrie des Amorphen“ Arbeiten aus Werkreihen von 2006 bis heute vor.

Wien: Artemons Contemporary, bis 30.5.2018

William Kentridge. O Sentimental Machine

Dem Frankfurter Liebieghaus ist ein besonderer Clou geglückt mit der aktuellen umfangreichen Ausstellung des 1955 in Johannesburg geborenen Künstlers William Kentridge: 80 Werke der letzten 30 Schaffensjahre schmiegen sich in 27 Räumen der Villa Liebieg in dialogischer Form an die hauseigene, 5.000 Jahre umfassende Skulpturensammlung, geradezu so als ob sie dafür geschaffen wären.

Frankfurt a.M.: Liebieghaus Skulpturensammlung, bis 26.8.2018

 

Kremser Schmidt: Out of the Dark im Diözesanmuseum St. Pölten

Sakrales Strahlen in Altar- und Andachtsbildern des Spätbarock

Geheimnisvoll leuchten Christus, Maria und unzählige Heilige aus den spätbarocken Schöpfungen von Martin Johann Schmidt, genannt Kremser Schmidt. Der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts äußerst populäre Maler von Altar- und Andachtsbildern erzeugte stimmungsvolle Kompositionen, in denen sogar nahsichtige Todesszenen, Visionen, ja das heilige Geschehen insgesamt als emotional berührende, selten schreckenserregende Ereignisse präsentiert werden. Dabei bedient sich Kremser Schmidt einer ausgeklügelten Lichtregie und eines subtilen Kolorits.

St. Pölten / Niederösterreich: Diözesanmuseum, bis 31.10.2018


Alberto Giacometti und Francis Bacon, London 1965, Silbergelatineabzug (© Graham Keen)

Alberto Giacometti und Francis Bacon, London 1965, Silbergelatineabzug (© Graham Keen)

Alberto Giacometti (1901–1966) und Francis Bacon (1909–1992) prägten – jeder auf seine Weise – die Kunst der Nahkriegszeit. Beide widmeten sich nach der Tragödie des Zweiten Weltkriegs der menschlichen Figur, besser der conditio humana. Als Freunde und Rivalen gleichermaßen bewunderten sie die Werke des anderen. In der Sammlung Beyeler befinden sich Giacomettis komplette Figurengruppe für die New Yorker Chase Manhattan Plaza und Bacons erstes sogenanntes schwarzes Triptychon „In Memory of George Dyer“ (1971). Ausgehend von diesen Werken widmet die Fondation Beyeler Bacon und Giacometti die erste gemeinsame Ausstellung und beleuchtet ihre Beziehung zueinander. Obwohl ihr jeweiliges Schaffen auf den ersten Blick ganz unterschiedlich und eigenständig wirkt, zeigt die Ausstellung auch Gemeinsamkeiten und erstaunliche Parallelen.

Riehen b. Basel, Fondation Beyeler: bis 2.9.2018

24. April 2018
Felix González-Torres, Untitled (Lovers - Paris), Detail, 1993, Installationsansicht Theseustempel 2018, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS.

Félix González-Torres: Untitled (Lovers – Paris) Romantische Lichterketten im Theseustempel, Wien

Zwei Mal 42 Glühbirnen, in unregelmäßigen Abständen zu zwei Lichterketten verknüpft, hängen von der tonnengewölbten, klassizistischen Decke des Theseustempels. Ihrer beachtlichen Länge zum Trotz winden sie sich am Boden zu kleinen Lichtanhäufungen. Félix González-Torres' „Untitled (Lovers – Paris)“ (1993) bringt romantische Stimmung in den Volksgarten.
22. April 2018
Auguste Rodin, Studie nach den Reitern am südlichen Parthenon Fries, Grafit, Feder und Tinte, vor 1870 (Musée Rodin, Foto Jean de Calan)

Rodins Bewunderung für Phidias „Der Kuss“ und die Parthenon Skulpturen im British Museum

Mit der Konzeption der Parthenon Skulpturen war Phidias in die Geschichte eingegangen – und wurde Jahrtausende später zum künstlerischen Mentor Rodins. Auf der Suche nach Inspiration studierte Auguste Rodin diese berühmten Skulpturen mehrere Male, nachdem er sie 1881 auf seiner ersten London-Reise entdeckt hatte.
20. April 2018
Martha Rosler, House Beautiful: Bringing the War Home, Photo Op, Detail, 2004, Fotomontage, 50,8 x 61 cm, Courtesy of the artist

Martha Rosler & Hito Steyerl War Games im Kunstmuseum Basel

Die Ausstellung War Games im Kunstmuseum Basel | Gegenwart präsentiert Werke von Martha Rosler und Hito Steyerl. Sie setzt sowohl frühe als auch aktuelle Arbeiten in einen mit den Künstlerinnen gemeinsam konzipierten Dialog.
20. April 2018
Raqs Media Collective, More Salt in Your Tears, 2017, Foto-Print, Maße variabel, Courtesy Raqs Media Collective, Foto: © Raqs Media Collective © Kunstsammlung NRW

Raqs Media Collective in Düsseldorf

Die Auseinandersetzung mit Zeit, Sprache und Geschichte steht im Zentrum der künstlerischen Arbeit des 1992 in Neu-Delhi gegründeten Raqs Media Collective. Unter Einsatz verschiedener Medien vereinen die drei Mitglieder Jeebesh Bagchi (* 1966), Monica Narula (* 1969) und Shuddhabrata Sengupta (* 1968) zeitgenössische Kunstpraxis mit historischer und philosophischer Spekulation, Geschichtsforschung und Theorie, wobei sie soziale und politische Bedingungen im globalen Kontext in den Blick nehmen.
19. April 2018
Douglas Gordon, k.364, 2010, Installationsansicht Gagosian Gallery 2011, Courtesy Studio lost but found, Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: © Kunstsammlung NRW

Douglas Gordon: k.364 Holocaust, Erinnerung und Mozarts KV 364

Der schottische Künstler Douglas Gordon (* 1966) zeigt in Düsseldorf seine raumgreifende Videoinstallation „k.364“ (2010). In dieser 50-minütigen Arbeit, die auf zwei doppelseitige Projektionsflächen projiziert wird, folgt der Künstler zwei israelischen Musikern polnisch-jüdischer Herkunft auf ihrer Bahnreise von Berlin nach Warschau, wo sie in der Nationalphilharmonie Mozarts „Sinfonia Concertante für Violine, Viola und Orchester Es-Dur, KV 364“ aufführen werden.
19. April 2018
Marina Abramović

Marina Abramović. The Cleaner Retrospektive der Performance-Künstlerin

Die große europäische Retrospektive zu Marina Abramović (* 1946) bringt die radikalen und vieldiskutieren Performances nach Bonn. Berühmt wurde die aus Ex-Jugoslawien stammende Künstlerin mit Performances, in denen sie und ihr Körper Mittel und Ziel der gesellschaftlich-spirituellen Untersuchungen standen.

Zitat und Bild der Woche

Die Welt ist Material, aus dem man Kunst macht, vermittels eines kunsthistorischen Prozesses…eines Prozesses, der sich im tiefsten Inneren nicht kontrollieren lässt.

Per Kirkeby über den Schaffensprozess

Kunst-News

11. Mai 2018
Saliba Douaihy, Untitled, 1963, Öl/Lw, 66.3 x 106.9 cm (Privatsammlung)

Rockefeller Auktion: $ 828 Millionen und ein paar Weltrekorde Würdevolles Ende der prestigesträchtigen Versteigerung

18 Weltrekorde wurden während der Auktionswoche in New York aufgestellt, mehr als 800 Objekte in der Zwischenzeit verkauft - und die Milliarde ist in Griffweite.
10. Mai 2018
Rockefeller Sammlung, Esszimmer in East 65th Street Manhattan

Rockefeller-Auktion: De Kooning für 14,2 Millionen, Rivera für fast 10 und wieder 7 Weltrekorde Burchfield, Graves, Hirsch, Porter, Rivera, Sheeler, Stuart übertrafen die Erwartungen

Tag Zwei der Rockefeller-Auktion in New York brachte erneut sieben Weltrekorde – diesmal für amerikanische Maler. Das hochpreisigste Werk war allerdings Willem de Koonings „Untitled XIX“, das für 14,2 Millionen Dollar (€ 12,1 Mio.) den Besitzer wechselt.
9. Mai 2018
Pablo Picasso, Mädchen mit Blumenkorb, Detail, 1905, 154,6 x 66,1 cm (Privatsammlung)

Rockefeller-Auktion: Picasso für 115 Mio. & 7 neue Rekorde Erster Tag der Rockefeller-Auktion brachte 646 Millionen Dollar

Bei $ 115,000.000.- fiel gestern Nacht der Hammer für Picassos „Fillette à la corbeille fleurie [Junges Mädchen mit Blumenkorb]“ (1905). Damit wurde das Gemälde aus der Rosa Periode zwar nicht zum teuersten Picasso, brachte aber – angesichts seines frühen Entstehungsjahres – brach aber die erwartete (oder erhoffte) Marke von 100 Millionen Dollar. Neue Weltrekord-Preise für weitere sieben Maler: Monet, Matisse, Corot, Delacroix, Seguin, Morandi und Redon.

Per Kirkeby verstarb am 9. Mai 2018 im Alter von 79 Jahren - in memoriam des bedeutenden dänischen Künstlers

Per Kirkeby (1938–2018) war vor allem als abstrakter Maler bekannt. Darüber hinaus schuf er ein multimediales Gesamtwerk, das auch Collagen, Plakate, Radierungen, Wandmalereien, Skulpturen, Filme und Bücher (Künstlermonografien) umfasste. Von den 1980er Jahren bis zu seinem Tod war Kirkeby der bekannteste dänische Künstler. Vor allem zu Deutschland pflegte der studierte Geologe eine enge Beziehung lehrte er doch an der Kunstakademie in Karlsruhe (1978–1989) und an der Frankfurter Städelschule (1989–2000).

„Maler klauen ständig, wir sind in einem dauerhaften Dialog mit Künstlern von der Höhlenmalerei bis zur Gegenwart.“ (Per Kirkeby)

Kirkeby „klaute“ sowohl von der Natur wie berühmten Vorgänger aus der Kunstgeschichte. Inspiration für seine seit 1976/77 entstandenen Gemälde zog der dänische Künstler aus der Natur. Er beobachtete und skizzierte vor Ort und setzte seine Bilder im Atelier um. Der Malerprozess zog sich häufig über viele Jahre hin, da Kirkeby zwar von Oberflächenbeschaffenheit, geologischen Strukturen oder etwa Bäumen ausging, diese Formen jedoch ständig zerstörte und wiederaufbaute. Kirkeby selbst sprach von seinen Gemälden als Sedimentation. Transformation, Atmosphäre, Figürliches, ohne illustrativ zu sein, sind weitere wichtige Assoziationen vor seinen Werken.

Per Kirkeby (Überblicksseite)

16. Februar 2017
Franz West, Sitzskulptur, 2004, Aluminium lackiert, 87 x 175 x 163 cm (Foto: Archiv des Künstlers © Verein Archiv Franz West, Albertina, Wien: Sammlung Essl)

Sammlung Essl in der ALBERTINA Privatsammlung in Wien bald wieder zugänglich!

Klaus Albrecht Schröder, Karlheinz Essl und Hans Peter Haselsteiner geben heute die Übergabe der Sammlung Essl an die ALBERTINA bekannt. Für 27 Jahre wird die Albertina die Dauerleihgabe für die konservatorische Verwahrung, wissenschaftliche Aufarbeitung und öffentliche Präsentation übernehmen. Der Bund fördert die digitale Aufarbeitung der Sammlung Essl mit einer Million Euro.

Auguste Rodin

Auguste Rodin (1840–1917) ist der bedeutendste Bildhauer Frankreichs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Rodin führte Bildhauerei und Plastik zu völlig neuen Ausdrucksformen und näherte sich stilistisch mit seinen bewegten Oberflächen dem Impressionismus an. Inhaltlich ist Rodins Werk vom Symbolismus stark beeinflusst, suchte der Pariser Künstler doch menschliche Emotionen und nicht das Erzählerische in den Vordergrund zu stellen. Mit Werken wie „Der Denker“, „Der Kuss“, „Die Bürger von Calais“ und „Eva“ schuf er Ikonen der Moderne, die bei den Zeitgenossen häufig auf Unverständnis stießen. Dennoch gelang ihm - u.a. mit Hilfe der Fotografie - kurz nach 1900 der internationale Durchbruch.

1. Oktober 2010
Auguste Rodin, Entwurf für das Denkmal für Victor Hugo, 1890, Terrakotta, 72 x 68 x 46 cm, Belvedere, Wien © Belvedere, Wien.

Rodin und Wien Durchbruch in der Secession

Auf der IX. Ausstellung der Wiener Secession Anfang des Jahres 1901 stellte Auguste Rodin (1840-1917) gemeinsam mit Max Klinger (1857-1920) zu Ehren des kurz zuvor verstorbenen Italo-Schweizers Giovanni Segantini (1858-1899) aus. 14 Plastiken und acht Grafiken hatte Rodin nach Wien geschickt und beehrte die Kaiserstadt auch mit seiner persönlichen Anwesenheit. Ludwig Hevesi (1843-1910), bedeutendster Kunstkritiker und Unterstützer der Wiener Secession, berichtete von der „erschütternden Gruppe der Bürger von Calais“, dem „wunderbaren Kopf der Balzac-Statue“ sowie „Eva“ und „Dem ehernen Zeitalter“ als stilistische Gegenstücke. Nicht nur er sah in dieser Ausstellung eine der wichtigsten der jüngeren Secessionsgeschichte.

Anthonis van Dyck

Anthonis van Dyck (flämisch Antoon van Dyck, 1599–1641) war ein flämischer Maler, der besonders als Porträtist am Londoner Hof reüssierte. Zudem schuf er Grafiken und publizierte 1640 seine Porträtsammlung unter dem Titel „Ikonografphie“. Der hochbegabte Schüler von Hendrick van Balen arbeitete als freier Mitarbeiter von Peter Paul Rubens, der ihn als seinen wichtigsten Schüler lobte.

Bereits mit 19 Jahren wurde Anthonis van Dyck als unabhängiger Meister in die Antwerpener Malergilde aufgenommen und arbeitete gleichzeitig im Atelier von Peter Paul Rubens. Hier malt er unter anderem an den Kartons des Decius-Mus-Zyklus wie den Deckengemälden der Antwerpener Jesuitenkirche. Die Auftraggeber Rubens‘, darunter herausragende Kunstkenner Englands wie Thomas Howard, 21. Earl of Arundel, lernten den ambitionierten und talentierten Maler bald kennen und schätzen. Rubens nutzte die steigende Bekanntheit seines Mitarbeiters und führte ihn namentlich in Verträgen an bzw. nannte ihn in Briefen „seinen besten Schüler“.

Auf Veranlassung Arundels reiste Anthonis van Dyck 1620 erstmals nach England. In London trat er 1621 in die Dienste von James I. (1566–1625), gleichzeitig porträtierte er Persönlichkeiten des Stuart-Hofes. Dabei nutzte er die Gelegenheit, die in deren Sammlungen befindlichen Meisterwerke der italienischen Renaissance zu studieren, die ihn schon in Antwerpen interessiert hatten. Mit Erlaubnis des Königs reiste Anthonis van Dyck nach Italien (1621-1626), um sich dort fortzubilden. Am 12. Juli 1624 besuchte Anthonis van Dyck die betagte Sofonisba Anguissola in Sizilien. Er zeichnete ihr Porträt in das „Italienische Skizzenbuch“ und hielt dort auch den Inhalt ihres Gesprächs fest. Im April 1632 hielt sich Anthonis van Dyck wieder in London auf. Für Charles I. (1600–1649) schuf Anthonis van Dyck unzählige Porträts.

Anthonis van Dyck (Überblicksseite)

Eugène Delacroix

Eugène Delacroix (1798–1863) ist der Hauptvertreter der Romantik in Frankreich. Der Sohn eines hochrangigen Beamten und der Tochter des berühmten Kunsttischlers Jean- François Oeben wurde 1798 in Paris geboren und lebte in seiner Kindheit in Marseille und Bordeaux. Nach dem Tod des Vaters 1805 zog die Familie zurück nach Paris, wo er im Atelier des Historienmalers Pierre-Narcisse Guérin (1774–1833) zum Maler ausgebildet wurde. Hier freundete er sich mit Théodore Géricault (1791–1824) an.

Ab 1822 nahm Delacroix erfolgreich am Salon teil. Er präsentierte die „Dante-Barke“, die vom Staat angekauft und Jahre später von Edouard Manet kopiert wurde. Literarische, historische und tagespolitische Themen bestimmten fortan das Werk Delcroix‘: So reagierte er mit dem Gemälde „Massaker von Chios“ (1824) auf den Griechischen Unabhängigkeitskrieg und Lord Byrons Tod im April 1824 in Missolonghi.

„Die Hinrichtung des Dogen Marino Faliero“ (1826, The Wallace Collection, London) und der von einem Byron-Drama inspirierte „Tod des Sardanapal“ (1827, Musée du Louvre), letzteres eines der berühmtesten Bilder Delacroix‘, erhielten am Salon von 1827 größtenteils negative Kritiken. Sardanapals sadistischer Selbstmord umgeben von seinen Reichtümern wird heute als Selbstporträt des Künstlers in Verkleidung interpretiert (Louvre), stellt der Maler doch mit seinen Fähigkeiten eine Illusion her. Der Künstler, so die Meinung von Zeitgenossen, missachtete jedoch mit Komposition, Kolorit, der Negation des innerbildlichen Raumes die Prinzipien von Kunst, Anstand und Bescheidenheit, weshalb „Der Tod des Sardanapal“ nicht vom Staat angekauft wurde. Gleichzeitig sind der intensive Rotton und die dramatisch bewegten Figuren Ehrbekundungen an Peter Paul Rubens, Théodore Gericault und Michelangelo Buonarroti. Die Romantiker kürten Delacroix daraufhin zu ihrer Speerspitze.

Dennoch qualifizierte sich Eugène Delacroix mit diesen Werken für zwei prominente Aufträge: Die Regierung von Nancy bestellte anlässlich eines Besuchs von König Karl X. für das städtische Museum „Die Schlacht bei Nancy“ (1831, Musée des Beaux-Arts de Nancy), die Duchesse de Berry beauftragte ihn mit „Die Schlacht bei Poitiers“ (1830, Paris, Musée du Louvre) sowie die königliche Familie „Die Schlacht bei Poitiers“ (1830, Paris, Musée du Louvre). Etwa gleichzeitig begann Eugène Delacroix Essays über berühmte Künstler wie Raffael, Michelangelo, Puget, Gros, Poussin, Prud’hon zu veröffentlichen.

Eugène Delacroix (Überblickseite)

Paul Klee

Der Grafiker und Maler Paul Klee (1879–1940) kam als Sohn eines Musikerehepaars in Münchenbuchsee zur Welt und wuchs in Bern auf. Der sowohl musikalisch wie künstlerisch interessierte Klee entschied sich 1898 für ein Kunststudium, das er in München absolvierte. Mit der Ausbildung an der Akademie unzufrieden, bildete sich Paul Klee auf Reisen nach Italien und Frankreich selbst fort. Mit seiner Ehefrau Lily Stumpf (1876–1946, Hochzeit 1906) und ihrem gemeinsam Sohn Felix (1907) lebte Klee zurückgezogen in München.

Bis 1914 ist das Werk von Paul Klee ausschließlich grafisch: Zeichnungen und Radierungen zeigen ihn als Anhänger des Symbolismus aber auch als Avantgardisten, ließ er sich doch von Kinderkunst und Georg Kerchensteiners Publikation „Die Entwicklung der zeichnerischen Begabung“ (München 1905) anregen. Klee adaptierte die Stileigentümlichkeiten der Kinderkunst als symbolische Form, um den Ursprung der Kunst im Kind zu evoziieren. Seine künstlerische Sprache ist daher nicht generell mit der Kinderzeichnung gleichzusetzen.

Nach einem ersten Kontakt mit Wassily Kandinsky nahm Klee an der zweiten Ausstellung des „Blauen Reiter“ teil. Den Zweiten Weltkrieg überlebte er, ohne an der Front im Einsatz zu sein. Ende der 1910er und Anfang der 1920er Jahre avancierte Paul Klee zum bekanntesten deutschen Künstler seiner Zeit. In der Weimarer Republik lehrte Klee am Bauhaus, wohin ihn Walter Grpoius berufen hatte. Hier musste er sich gegen die Funktionalisten und Konkreten durchsetzen, was ihm mit der Ausprägung einer höchst eigenen Bildsprache gelang.

Die Querelen über die Kunstauffassungen aber auch der intensivere Lehrbetrieb veranlassten Paul Klee 1931 dem Bauhaus den RÜcken zu kehren und eine Berufung an die Kunstakademie in Stuttgart anzunehmen. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten, welche Paul Klees Kunst als entartet brandmarkten, bildete ein abruptes Ende der erfolgreichen Karriere in Deutschland. Paul Klee kehrte mit seiner Familie in die Schweiz zurück, wo er geboren worden war. Der Ausbruch der Autoimmunerkrankung 1935 bremste kurz sein Schaffen, das in den letzten Lebensjahren äußerst produktiv war. Nun entstanden unzählige Engelsdarstellungen, die indirekt Klees Beschäftigung mit dem Leben nach dem Tod themasieren.

Paul Klee (Überblickseite)

Georg Baselitz zum 80. Geburtstag

Georg Baselitz feiert am 23. Januar 2018 seinen 80. Geburtstag. Der 1938 in Deutschbaselitz (Sachsen) geborene Hans-Georg Kern wurde an den Akademien von Ost- und West-Berlin zum Maler ausgebildet (1956-ca. 1960). Seit 1961 verwendet er den Künstlernamen Georg Baselitz, angelehnt an seinen Geburtsort.

Baselitz' Bestehen auf einer äußerst expressiven und realistischen Figurenmalerei musste im Kontext der westdeutschen Nachkriegskunst, die ganz auf Abstraktion fokussiert war, als Provokation verstanden werden. Mitte der 1960er Jahre begann Baselitz‘ rasante Karriere mit skandalisierten Bildern und halluzinierenden „pandämonischen Manifesten“. Er setzte sich selbst in Szene und ließ „neue Helden“ auftreten. Dieser Prozess gipfelte 1969 darin, dass er seine Bilder auf den Kopf stellte. Damit nahm er ihnen den konventionellen Inhalt. Durch das Umdrehen der Werke ist der Betrachter unmittelbar mit Farbe und Form konfrontiert, ohne durch persönliche Bildinhalte abgelenkt zu werden, aber auch ohne auf figürliche Motive verzichten zu müssen. Diese Entwicklung lässt sich besonders eindrücklich anhand von Baselitz‘ Zeichnungen nachvollziehen. Auf ihnen tritt deutlich hervor, wie Baselitz seine Ideen intuitiv und ungehemmt entwickelt.

1980  vertrat Georg Baselitz gemeinsam mit Anselm Kiefer die BRD auf der Biennale von Venedig. Beide schöpften aus der Nationalgeschichte, allen voran der NS-Verbrechen, und öffneten damit die Büchse der Pandora. Dem streitbaren Maler, Bildhauer und Druckgrafiker wird in den folgenden Monaten eine Reihe von Ausstellungen in der Fondation Beyeler / Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, der Pinakothek in München, Dresden und Colmar gewimdet. An der Bayerischen Staatsoper stattet er im Juni/Juli 2018 „Parsifal“ aus.

Jean-Michel Basquiat

Jean-Michel Basquiat (1960–1988) ist einer der bedeutendsten Maler der 1980er Jahre in New York. Sein kometenhafter Aufstieg begann als SAMO© auf den Straßen von Manhattan. Gemeinsam mit seinem Schulkollegen Al Diaz schrieb er geheimnisvolle Botschaften an die Wände, die ihn rasch zu einer lokalen Berühmtheit machten. Der Schritt vom hochbegabten Straßenkünstler zum Superstar der Kunstwelt vollzog sich 1980, als er zu Gruppenausstellungen und sehr rasch auch zu Einzelausstellungen eingeladen wurde. Die Bedeutung des Künstlers war spätestens mit seiner Teilnahme an der Dokumenta in Kassel festgeschrieben. Doch was macht Basquiat zu diesem außergewöhnlichen Künstler? Er arbeitete auf unkonventionellen Bildträgern, verschmolz westliche und afrikanische Traditionen in seiner Kunstproduktion miteinander, kannte Grey's Anatomiebuch in- und auswendig, führte Symbole der afroamerikanischen Kultur und Schrift in seine Bilder ein, malte gemeinsam mit Andy Warhol ...

ARTinWORDS widmet Jean-Michel ein Feature, das die aktuelle Schau in der Schirn / Frankfurt begleitet.

Albrecht Dürer, Feldhase, Kopf, 1502 (© Albertina, Wien)
Albrecht Dürer, Feldhase, Kopf, 1502 (© Albertina, Wien)
 
Mit Künstlerinnen und Künstlern, bzw. Persönlichkeiten aus der Kunstwelt zu sprechen, ermöglicht, einen Blick auf Konzepte, Prozesse und Arbeitsbedingungen zu erhaschen. Wir von ARTinWORDS gehen mit ihnen daher bevorzugt durch Ausstellungen oder besuchen sie in ihren Ateliers - in der Hoffnung auf noch viele erhellende und inspirierende Momente!

Alexandra Matzner, Chefredakteurin von ARTinWORDS

13. November 2017
Sabine Fellner in Kraft des Alters, Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Wien

Sabine Fellner: „Es fehlen uns Vorbilder für die Kraft des Alters“ „Die Kraft des Alters“ wendet sich den positiven Aspekten des fortschreitenden Lebensalters zu

Sabine Fellner im Gespräch über ihre Ausstellung „Kraft des Alters“. Mit 188 Werken von 108 Künstlerinnen, Künstlern und einem Künstlerkollektiv macht sie auf die Privilegien und Problematiken von Alter zwischen Jugendstil und Gegenwartskunst aufmerksam.
29. September 2017
Axel Köhne in der Ausstellung Duett mit Künstler_in im 21er Haus, 2017, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS.

Axel Köhne: „Es wird bunt und lebhaft“ Zusammenarbeit von Publikum und Künster*innen im 21er Haus

Axel Köhne, Kurator für die Sammlung 20. Jahrhundert im Belvedere, Wien, macht die Ausstellung „Duett mit Künstler_in“ im 21er Haus, Wien. Die Gruppenausstellung versammelt exemplarisch Werke der 1950er bis 1970er Jahre von Joseph Beuys, Yves Klein Vito Acconci und Franz West, um auf dieser Basis mit Yoko Ono, David Shrigley, Rirkrit Tiravanija, Angela Bulloch u.a. verschiedenste Facetten der Partizipation in der Gegenwartskunst durchzuspielen. Das Publikum ist aufgefordert mitzumachen.
27. September 2017
Nilbar Güreş, Escaping Cactus, Ausstellungsansicht „ich weiß nicht. Wie die Beziehungen zwischen den Dingen wachsen“ im MAK, 2017, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS.

Marlies Wirth: „Ohne Dinge sind wir quasi nackt“ Kuratorin für Digitale Kultur am MAK über ihre Ausstellung „ich weiß nicht“

Marlies Wirth, Kuratorin Digitale Kultur sowie Kustodin Sammlung Design am MAK, erarbeitete gemeinsam mit Janina Falkner im Rahmen der Vienna Biennale 2017 die Ausstellung „ich weiß nicht. Wie die Beziehungen zwischen den Dingen wachsen“. Dafür versammelten die beiden Kuratorinnen Werke von internationalen Künstlerinnen und Künstlern einer jüngeren Generation, die das Verhältnis der Menschen zu den von ihnen geschaffenen Dingen beleuchtet. Was haben ein eingeschneites Auto, ein Papagei und Produktionsweisen der Zukunft miteinander zu tun?
 

Gustav Klimt

Gustav Klimt (1862-1918) prägt bis heute die Wiener Moderne. Als herausragender Porträtist hielt er Salondamen der Wiener Gesellschaft in goldenem oder farbenprägtigem Ambiente fest. Der Landschaftsmaler Klimt ließ sich vom Attersee und dessen Umgebung inspirieren, wo er zwischen 1900 und 1917 nahezu jedes Jahr die Sommerfrische verbrachte. Doch sind es seine Allegorien, die meist als Frauen (femmes fatales) verführerisch und todesnah inszeniert, zu seinem Weltruhm beitrugen: Pallas Athene, Judith, die Wasserschlangen.

 

Der Kuss

Mit dem Gemälde "Der Kuss" (1907/08) gelang Klimt eine Ikone der Liebe. Vor goldenem Sternenmeer finden Mann und Frau für einen ewig scheinenden Moment zueinander. Das männliche (schwarz-weiße Rechtecke) und das weibliche (farbige Blumen, runde Formen) vereinen sich troz ihrer Gegensätze.

30. Dezember 2017
Klimt, Kuss, Detail, 1907/08, Öl/Lw (Belvedere)

Gustav Klimt: Der Kuss (1907/08) Ikone der Liebe

„Der Kuss“ – eine Ikone der Liebe, ein Hauptwerk von Gustav Klimt und dem Belvedere, wo es sich seit 1908 befindet.
30. Dezember 2017
Moritz Nähr, Gustav Klimt mit Katze, Detail

Gustav Klimt: Biografie Lebenslauf und wichtige Werke des Wiener Jugendstilmalers

Gustav Klimt (1962-1918) begann als Dekorationsmaler, durchlebte in den 1890ern eine Krise, gründete die Wiener Secession und wurde schlussendlich der berühmt-berüchtigte "Maler der Frauen".
30. Dezember 2017
Gustav Klimt, Am Attersee, Detail, 1900, Öl/Lw, 80,2 x 80,2 cm (Leopold Museum, Wien, Inv.-Nr. 4148)

Gustav Klimt: Am Attersee (1900) „Ein Rahmen voller Seewasser“ im Leopold Museum

„Am Attersee“ entstand 1900 während Klimts erstem Aufenthalt am gleichnamigen See in Oberösterreich und wurde im folgenden Jahr auf der X. Secessionsausstellung gezeigt. Die Darstellung des Wassers mittel türkiser und lila Wellen entzückte die Kritiker.

Künstlerinnen

5. Februar 2018
Kiki Smith, Born, 2002, Bronze, 99,1 x 256,5 x 61 cm (© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery, Foto Ellen Page Wilson, courtesy Pace Gallery)

Kiki Smith: Procession Körperfragmente, Feminismus und das Verhältnis zum Tier

In über drei Jahrzehnten hat die amerikanische Künstlerin Kiki Smith (*1954 in Nürnberg) ein facettenreiches Werk geschaffen, das sich mit den politischen und sozialen, den philosophischen und spirituellen Aspekten der menschlichen Natur befasst.
6. Januar 2018
Hilma af Klint, Series WU/Rosen, Group III, No. 5, Detail (By courtesy of the Hilma af Klint Foundation, Foto: Albin Dahlström, Moderna Museet, Stockholm, Schweden)

Weltempfänger. Georgiana Houghton – Hilma af Klint – Emma Kunz Spiritistinnen und die „Erfindung“ der Abstraktion

Völlig unabhängig voneinander entwickelten Georgiana Houghton (1814–1884) in England, Hilma af Klint (1862–1944) in Schweden und Emma Kunz (1892–1963) in der Schweiz eine jeweils eigene abstrakte, mit Bedeutung hochaufgeladene Bildsprache. Ausgangspunkt war, Naturgesetze, Geistiges und Übersinnliches sichtbar zu machen. Das Lenbachhaus in München zeigt ihre spiritistischen Werke erstmals gemeinsam in einer Ausstellung.
4. Januar 2018
Anni Albers, Red and Blue Layers, Detail, 1954, Baumwolle, 61,6 x 37,8 cm (© 2017 The Josef and Anni Albers Foundation/Artists Rights Society (ARS), New York/DACS, London, Foto: Tim Nighswander/Imaging4Art © Kunstsammlung NRW)

Anni Albers. Textilkünstlerin mit Folgen Leben, Werk und Wirkung der deutsch-amerikanischen Designerin

Anni Albers (1899−1994, geb. Anneliese Fleischmann) ist die wohl anerkannteste Textilkünstlerin im 20. Jahrhundert. Bislang „überschattete“ ihre Ehe mit Josef Albers die Wahrnehmung von Anni Alberts und verhinderte gleichsam den Blick auf das höchst eigenständige Werk der Künstlerin. Erstmals seit fast 20 Jahren präsentiert die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im K20 alle Facetten ihres Werks.
4. Januar 2018
Carmen Herrera, Irlanda, 1965, Acryl auf Leinwand, mit gemaltem Rahmen, 88,3 x 88,6 cm (Sammlung Pérez Simón, © Carmen Herrera, Foto: Raphael Doniz)

Carmen Herrera. Grande Dame der geometrischen Abstraktion „Lines of Sight“ im K20

Carmen Herrera (* 1915), Pionierin der geometrischen Abstraktion und lange verkannte Künstlerin, wird in einer umfangreichen Retrospektive im K20 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen dem deutschsprachigen Publikum vorgestellt. Die heute über 100-jährige Malerin verkaufte mit 89 ihr erstes Gemälde!
15. Dezember 2017
Maria Lassnig, Selbstportrait als Blondine, Detail, 1981, Öl auf Karton (© Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstsammlung und Archiv)

Maria Lassnig, Selbstportrait als Blondine Rollenvorbild trifft auf Erwartungshaltung?

Mit überaus ehrlichen Selbstporträts, die mehr Selbstanalysen sind, wurde die Künstlerin aus Kärnten bekannt. In diesem Selbstporträt geht es jedoch weniger um das Verhältnis der Künstlerin zu ihrer Leiblichkeit, als vielmehr um das Verhältnis der Frau zur Gesellschaft.
11. Dezember 2017
Yayoi Kusama, Silver Dress, Detail, 1966, Stoffkleid, Kunstblumen, Farbe, Kleiderbügel, 137 x 90 x 20 cm (mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, ehemals Sammlung Hahn, Köln, erworben 1978, Foto: mumok, © Yayoi Kusama, 2017)

Yayoi Kusama: Silver Dress Flower Power und Kunst für alle

Ein glitzerndes, silbernes Kleid, beklebt mit Rosen, Blumengirlanden und Seerosen und mit Metallicfarbe besprüht, ist eines einer Reihe von Kleidungsstücken und Environments, die die japanische Künstlerin Yayoi Kusama während der 1960er Jahre produzierte.

ARTinLIFE

Kunstgeschichte

Klassische Moderne

Die Klassische Moderne fasst unterschiedliche Stile und Personalstile von ca. 1900/05 bis 1930/40 zusammen. Verbindenes Element ist der Fortschrittsglaube und die Utopie einer gesellschaftsverändernen Kraft der Kunst. Paris hatte sich bereits im 19. Jahrhundert als Zenrum der zeitgenössischen Kunst etabliert und blieb auch noch bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestimmend. Weitere bedeutende Metropolen waren Wien (Jugendstil, WienerWerkstätte, Expressionismus), München und Berlin ab den 1910er Jahren genauso wie Mailand, wo die Futuristen die Abkehr von der Tradition vehement einforderten.

Wenn auch Künstlerinnen und Künstler sich auf höchst unterschiedliche Weise ausdrückten, so verband sie der Wunsch, über die Grenzen tarditioneller Kunstproduktion hinwegzusetzen. Dies geschah durch Ablehnung der Zentralperspektive, Inspiration durch „primitive Kunst“ (Primitivismus), gesteigerte Farbigkeit (Fauvismus), Reduktion auf kubische Qualitäten (Analytischer Kubismus), Bewegungsphasen kompiliert (Futurismus), Abstraktion (Kandinsky, Mondrian, Brancusi), emotionale Einfühlung und „Visionen“ (Wiener und deutscher Expressionismus), Collage (Synthetischer Kubismus), Traumwelten und Ängste (Surrealismus), Rückkehr zu Ordnung (Neue Sachlichkeit).

 

29. März 2018
Frantisek Kupka, Amorfa, Fuge in zwei Farben, Detail, 1912, Öl/Lw, (Nationalgalerie Prag, Prag)

František Kupka. Pionier der Abstraktion Symbolismus und Abstraktion: „Amorpha, Fuge in zwei Farben“

Frantisek Kupka (1871–1957) wurde in den letzten Jahren im Solomon R. Guggenheim Museum (1975/76) und im Kunsthaus Zürich, jüngst im Musée d’Art moderne de la Ville de Paris (1989) gewürdigt. Das gesamte Werk des aus dem böhmischen Opočno stammenden Malers wird präsentiert: von frühen symbolistischen Arbeiten über abstrakte Kompositionen bis zu den späten Bildern der 1950er Jahre.
23. Januar 2018
Pablo Picasso, Akt auf rotem Grund, Detail, Paris 1906, Öl/Lw, 81 x 54 cm (Musée de l‘Orangerie)

Pablo Picasso: Rosa Periode Gaukler, Harlekine und rosa Akte

Ende 1904 belebte Pablo Picasso seine Farbskala wieder, dennoch blieb etwas von der melancholischen Stimmung in den Gemälden erhalten. Seine Modelle fand Picasso nun in der Welt der Gaukler, der Harlekine und Seiltänzer, französisch „Saltimbanques“.

Jugendstil

Der Jugendstil (auch: Art Nouveau, Modern Style, Nieuwe Kunst, Arte Liberty) hatte seine wichtigste Phase zwischen 1890 und 1910 und breitete sich nach der Weltausstellung in Paris 1900 rasant aus. Die wichtigsten Stilmittel des Jugendstils sind Raumlosigkeit und Flächigkeit, abstrahierte Formen und außergewöhnliche Bildausschnitte, Einsatz von Mustern und die schwingende, arabeskenhafte Linie.

Die Künstlerinnen und Künstler des Jugendstils wurden meist in den 1860er Jahren geboren und wollten der Rationalisierung der Welt eine traumversunkene Gegenwelt entgegenhalten. Obschon sie eine funktionelle Arbeitsumgebung anstrebten, suchten sie doch eine betonte Intimatmosphäre im Privaten. Inspiriert durch die englische Arts and Crafts Bewegung verwirklichten Jugendstil-Künstler eine Symbiose von Seelenleben, Technik, Handwerkskunst (traditionellen Techniken) und Natur. Mittelalterliche und japanische Vorbilder ermutigten sie, Formen zu „deformieren“, d.h. einem Stilwollen zu unterwerfen. Pflanzenornamente und abstrakte Linienformationen sind nicht nur als Dekoration gedacht, sondern versinnbildlichen das Konzept des Jugendstils.

Die Stilpluralität des Jugendstils reich von der Schule von Pont-Aven (Bretagne), die als Gruppe 1889 erstmals gemeinsam ausstellte, zu Henri de Toulouse-Lautrecs Plakaten, vom Wiener Jugendstil rund um Gustav Klimt, Josef Hoffmann, der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte zum Belgier Henry van de Velde bzw. dem Münchner Franz von Stuck. Diese Künstler und wenigen Künstlerinnen opponierten gegen die Überzeugungen der älteren Generation, ohne sich gänzlich von der Tradition abzuwenden. Secessionsgründungen und Gruppenzusammenschlüsse ab den frühen 1890er Jahren sind sichtbarer Ausdruck des neuen Lebensgefühls. Dem Ästhetizismus opferten sie jedoch den Realismus und die Gesellschaftskritik.

 

30. Dezember 2017
Gustav Klimt, Am Attersee, Detail, 1900, Öl/Lw, 80,2 x 80,2 cm (Leopold Museum, Wien, Inv.-Nr. 4148)

Gustav Klimt: Am Attersee (1900) „Ein Rahmen voller Seewasser“ im Leopold Museum

„Am Attersee“ entstand 1900 während Klimts erstem Aufenthalt am gleichnamigen See in Oberösterreich und wurde im folgenden Jahr auf der X. Secessionsausstellung gezeigt. Die Darstellung des Wassers mittel türkiser und lila Wellen entzückte die Kritiker.
11. Dezember 2017
Hoffmann, Wagner, Loos © SKB, Edgar Knaack

Otto Wagner, Josef Hoffmann, Adolf Loos: Möbel für die Moderne Raumkunst und Möbeldesign in Wien 1900

Otto Wagner (1840–1918) gilt als der „intellektuelle Urheber“ der Wiener Moderne, wandelte er sich vom anerkannten Architekten der Ringstraßen-Zeit und des Historismus zum Anführer der Modernen unter der Fahne seines „Nutzstils“. Seine „Nachfolger“ Josef Hoffmann und Adolf Loss konnten nicht unterschiedlicher sein, der eine ein Ästhet, der andere ein Praktiker.

Symbolismus

Am 18. September 1886 veröffentlichte der Dichter Jean Moréas das Symbolistische Manifest im „Figaro“. Darin verswuchte er die junge Generation von Schriftstellern vom Vorwurf der „Dekadenz“ zu befreien. Das Feld des Symbolismus war von Literaten und Künstlern aufbereitet worden.

Der Symbolismus ist international und schwer zu definieren. Leichter fällt eine Aufzählung, was er nicht ist: Der Symbolismus ist anti-realistisch, anti-naturalistisch, anti-impressionistisch, anti-akademisch, anti-klassisch, aber auch anti-romantisch. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von etwa 1848 bis zum Ersten Weltkrieg, wobei berühmte Vorläufer wie William Blake, Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli im frühen 19. Jahrhundert zur Romantik (zu Schwarzen Romantik) gehörten. Insofern beerbten die Symbolisten die Romantiker und die Naturphilosophen, um eine Gegenposition zum Positivismus zu bilden.

Die Symbolisten suchten nach Ideen und Begriffen, die außerhalb der sichtbaren Welt liegen. Sie fanden sie im Inneren des (auch psychisch erkrankten) Individuums oder in Grenzzuständen des Bewusstseins (Jean Starobinski), was sie in entsprechender Form (Symbolen) sichtbar zu machen versuchten. Maler wie Ferdinand Hodler oder Edvard Munch zeigten den leidenden, kranken Körper. Henri Edmond Cross notierte einen Satz von Pierre Puvis de Chavannes in sein Skizzenbuch: „Jede klare Idee lässt sich in einen formalen Gedanken übersetzen.“

 

4. Oktober 2017
Akseli Gallen-Kallela, Keitele-See, Detail, 1905, Öl/Lw, 53 x 66 cm (© The National Gallery, London)

Akseli Gallen-Kallela, Keitele-See (1904/05) Finnische Landschaft zwischen Realismus und Abstraktion

„Der Keitele-See“ (1905) von Akseli Gallen-Kallela besticht mit silbrigen Nuancen, kühler Eleganz und einer beinahe hypnotischen Intensität. Das Gemälde zählt zu den beliebtesten Werken in der Sammlung der National Gallery London und zu einer spektakulären Serie dieser nordischen Landschaft von Akseli Gallen-Kallela (1865–1931). Alle vier Versionen des Keitele-Sees (zwei aus Privatsammlungen und eine aus dem Lahti Art Museum/Viipuri Foundation, Finnland) werden hier wiedervereint und Seite an Seite in der Reihenfolge ihres Entstehens gezeigt.
7. September 2017
Ferdinand Hodler, Der Frühling, um 1907–1910 (© Privatsammlung Schweiz)

Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn

Ferdinand Hodler (1853–1918) ist der bedeutendste Schweizer Maler der Jahrhundertwende und einer der wichtigsten Maler des Symbolismus in Europa. Die Ikone der Schweizer Kunst war an der Wiederbelebung der Wandmalerei beteiligt und thematisierte Heldentum wie den Kontrast von Jugend und Alter, Leben und Tod. Die Bundeskunsthalle Bonn stellt nicht nur den Künstler und seine künstlerische Entwicklung vor, sondern auch seine Strategien, als autonomer Künstler wahrgenommen und geschätzt zu werden.

Historismus

Der Historismus wird meist mit Architektur in Verbindung gebracht, die in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert im Stilzitat wichtige Anregungen fand. Industrialisierung und verbesserte Infrastruktur führten zu Verstädterung, dem Abbruch von Befestigungsringen und grundlegenden Eingriffen in die Stadtplanung. Paris und Wien sind hierfür die besten Beispiele.

Nach dem Schleifen der Stadtmauer in Wien wurde das Glacis mit der Ringstraße verbaut. Das Areal wurde in Parzellen eingeteilt, wo bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs sowohl öffentliche wie private Gebäude, Parks und Denkmäler errichtet wurden. Staatsoper (vormals Hofoper), Votivkirche, Rathaus, Parlament, Universität, Burgtheater (vormals Hofburgtheater) zeigen Stilelemente der griechischen Klassik, Gotik, italienischen Renaissance, Barock, die in inhaltlichem Zusammenhang mit den Funktionen der Bauten stehen. Der Boulevard diente dem wirtschaftlichen erstarkten Großbürgertum als Flaniermeile, Reitallee sowie dem Militär.

Skulptur und Malerei des Historismus sind akademisch und anti-modern. Mit großer technischer Finesse und nach historischen Recherchen führten Maler wie Hans Makart, Franz Xaver Winterhalter, Léon Gêrome, Lawrence Alma-Tadema u.v.m. meist großformatige Gemälde mit historischen Szenen aus. Da ihre Werke vornehmlich am Pariser Salon der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, wird auch der Begriff Salonmalerei verwendet.

 

2. Juli 2015
Gustav Klimt, Die Musik (Entwurf), Detail, 1895, Öl auf Leinwand, 37 × 44,5 cm (Bayerische Staatsgemäldesammlungen München – Neue Pinakothek)

Gustav Klimt, die Musik und das Palais von Nicolaus Dumba Hans Makart und Klimt im Vergleich

Gustav Klimt malte zwischen 1895 und 1898 zwei Supraportenbilder für das Musikzimmer des Palais Dumba: „Musik“ und „Schuber am Klavier“. Wenn auch die ausgeführten Werke 1945 verbrannten, so geben die beiden erhaltenen Entwürfe doch einen guten Einblick, wie sich der Maler vom Historistmus zum Jugendstil entwickelte.
15. Juni 2015
Anonym, Blick auf das Parlament, um 1882, Österreichische Nationalbibliothek.

Die Wiener Ringstraße Geschichte, Architektur, Kultur

Als am 1. Mai 1865 die Wiener Ringstraße zwischen Hofoper (heute: Staatsoper) und Burgtor eröffnet wurde, war noch kaum ein Gebäude fertiggestellt. Knapp siebeneinhalb Jahre davor hatte Kaiser Franz Joseph I. seinen Willen zur Errichtung der Via Triumphalis, der Triumphstraße rund um die Innere Stadt, in einem „Handzettel“ kundgetan.

Impressionismus

Impressionismus (von franz. impression, dt. Eindruck) beschreibt eine Stilrichtung der Malerei, die durch eine helle Palette, lockeren, skizzenhaften Farbauftrag mit sichtbaren Pinselstrichen, Malen vor dem Motiv und meist Pleinairmalerei gekennzeichnet ist. Selten erzählen impressionistische Maler in ihren Werken Geschichten, stattdessen fokussieren vor allem die Maler auf die sinnliche Wahrnehmung. Impression meint ein rasches, intuitives und (scheinbar) improvisiertes Festhalten eines flüchtigen Augenblicks. Die Beobachtung von Lichteffekten und der sich verändernden Farbstimmungen über das ganze Jahr nahm einen höheren Stellenwert ein als die Bedeutung des Dargestellten, weshalb die Impressionistinnen und Impressionisten es vorzogen, im Freien (franz. en-plain-air) und in Serien zu arbeiten.Diese Definition lässt sich besonders gut auf die Landschaftsmalerei des Impressionismus anwenden, während die Figurenmaler unter der Führung von Edgar Degas sich stärker in der Tradition der Akademie sahen und die Bezeichnung Impressionismus für ihre Werke ablehnten. Der führende Maler des Impressionismus ist Claude Monet, der während der 1860er Jahre gemeinsam mit Kollegen den Realismus weitertrieb, um dem neuen Lebensgefühl von Modernität und Schnelligkeit Rechnung tragen zu können.

Impressionismus in der Bildhauerei wird von Auguste Rodin geprägt, in der Fotografie ist er besser unter dem Begriff Piktorialismus bekannt. Die Piktorialisten nutzten erstmals und experimentell Farbfotografie und schätzten unscharfe Aufnahmen. Zu den wichtigsten Fotografen des Impressionismus um 1900 zählt der in Wien ansässige Heinrich Kühn (1866–1944).

 

6. März 2018
Claude Monet, London, das Parlament, Sonnenloch im Nebel, Detail, 1904, Öl/Lw, 81,5 x 92,5 cm (Musée d’Orsay, Paris)

Impressionisten in London Französische Künstler im Exil (1870–1904): Ansichten von London und neue Kontakte

Während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 flohen einige junge Maler nach London, um sich dem Kriegsdienst zu entziehen, die Entente Cordiale – ein Friedensvertrag zwischen Großbritannien und Frankreich vom 8. April 1904 – bildet das zeitliche Ende der Ausstellung. Monet, Tissot, Sisley und Pissarro bildeten nur wenige Jahre später den Kern der Impressionisten. Die Ausstellung in der Tate Britain thematisiert die Netzwerke, welche die aufstrebenden Talente in London ausbildeten. Gleichzeitig hatte der mehrere Monate dauernde Aufenthalt einen bedeutenden künstlerischen Einfluss auf den sich herausbildenden Impressionismus, konnten Monet, Pissarro und Co. doch die Gemälde von William M. Turner und James McNeill Whistler im Original studieren.
26. Februar 2018
Edgar Degas, Die Probe, um 1874, Öl auf Leinwand, 58.4 × 83.8 cm (The Burrell Collection, Glasgow (35.246) © CSG CIC Glasgow Museums Collection)

Edgar Degas: Ballerina in Pastell Ausstellung „Drawn in Colour: Degas from the Burrell“ in London

Sir William Burrell trug um 1900 die bedeutendste Degas-Sammlung Großbritanniens zusammen. Die National Gallery in London präsentiert die wichtigsten Werke des Impressionisten neben Ölgemälden und Pastellen aus eigenem Bestand.

Realismus

Realismus (von lat. res für Ding) ist ein hochkomplexer Begriff, mit dem eine bestimmte Haltung und Weltanschauung, wie auch Methode der Kunstproduktion beschrieben wird. Im Jahr 1855 verwendete ihn Gustave Courbet, um seine von der Jury der Weltausstellung abgewiesenen, anti-akademischen, anti-idealistischen Gemälde im „Le Réalisme“ auszustellen. Er sah in seinen großformatigen Werken, in denen er die regionale Landschaft und die Bevölkerung realistisch, d.h. getreu im monumentalen Format schilderte, einen neuen, von vielen als brutal und „hässlich“ empfundenen Stil. Dahinter stand eine politische, sozialistische Aussage, der Realismus ist daher auch eine Art „Kampfbegriff“ in der französischen Kunsttheorie. Zwischen etwa 1830 und 1880 widmeten sich einige Künstler einzig der sichtbaren Welt, berührbaren Dingen und lehnten akademische Historienmalerei (Salonmalerei) entschieden ab. Mit den „Steineklopfern“ und dem „Begräbnis von Ornans“ (1850) setzte Arbeitern und der zeitgenössischen Gesellschaft monumentale Denkmäler.

 

 

7. August 2017
Gustave Courbet, Brandungswogen mit drei Segelschiffen, um 1870 (Privatsammlung. Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert)

Delacroix — Courbet — Ribot Positionen französischer Kunst des 19. Jahrhunderts

Eugène Delacroix (1798–1863), Gustave Courbet (1819–1877) und Augustin Théodule Ribot (1832–1891) gehören zu den bedeutenden Vertretern der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Delacroix und Courbet prägten die Romantik und setzten mit ihrer neuartigen Verwendung der Farbe Maßstäbe für folgende Generationen wie die Impressionisten. Ribot war bereits ein Bewunderer der Bilder von Courbet fand aber auch wichtige Anregungen in der holländischen und spanischen Malerei des 17. Jahrhunderts.
7. August 2017
Gustave Courbet, Die Begegnung (Guten Tag, Monsieur Courbet), Öl auf Leinwand, 132,4 x 151 cm, Musée Fabre, Montpellier Agglomération © Musée Fabre, Montpellier Agglomération / Frédéric Jaulmes.

Gustave Courbet: Werke (Bilder) Bedeutende Ausstellung zum Hauptvertreter des Realismus in der Fondation Beyeler

Die Fondation Beyeler überprüft das Werk von Gustave Courbet (1819–1877), einem der wichtigsten Maler der Romantik und des Realismus in Frankreich, auf sein revolutionäres Potenzial. Ulf Küster stellt in dieser monografischen Schau den Landschaftsmaler ins Zentrum der Betrachtung und ordnet die Werke nach Sujets. Auf einige wichtige, frühe Selbstbildnisse folgen sieben Räume, in denen Landschaften und weibliche Akte die Hauptrolle spielen.

Romantik

Romantik ist kein Stil, sondern eine Geisteshaltung, die das Geheimnisvolle, Obskure und Sublime dem Glatten und Schönen vorzieht. Um 1810 organisierte sich in Wien der Lukasbund, der Dürer und Raffael miteinander vereinen wollte. Gleizeitig, als Caspar David Friedrich seine ersten Erfolge als Landschaftsmaler errang, schuf der alternde Goya seine schwärzesten Bilder. Von mittelalterlichen Märchen zu Dr. Faustus, von atemberaubenden Berglandschaften zu nebelverhangenen Gegenden - immer ist es das Innerste, die Gefühlsebene, die romantische Künstlerinnen und Künstler zu neuen Schöpfungen antrieben.

 

14. Februar 2018
Rudolf von Alt, Der Dachstein im Salzkammergut vom Vorderen Gosausee (Guckkastenblatt), Detail, 1840 (Albertina, Wien)

Das Wiener Aquarell

Transparente Leichtigkeit, strahlende Farben und atmosphärische Wirkung sind die besonderen Qualitäten der Wiener Aquarellmalerei des 19. Jahrhunderts. Virtuose Stadtansichten und Landschaften, detailverliebte Porträts, Genrebilder und Blumenstücke bilden den reichen Motivschatz dieser Blüte der österreichischen Kunst.
19. Januar 2018
Heinrich Reinhold, Baum- und Wolkenstudie, Detail, um 1820, Aquarell (Ausschnitt) (© Klassik Stiftung Weimar, Graphische Sammlungen)

Heinrich Reinhold. Landschaften aus dem Salzkammergut und Italien „Der Landschaft auf der Spur“ in der Hamburger Kunsthalle

Heinrich Reinhold (1788–1825) gehört zu den bedeutendsten deutschen Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts, der mit seinem Werk die veränderte Landschaftswahrnehmung jener Zeit forcierte. Neben der innovativen Sicht auf die Natur besticht Reinholds Kunst vor allem durch die ungewöhnliche Wahl des Bildausschnitts, sein kompositorisches Geschick und seine fragil-kristalline Zeichentechnik.

Klassizismus

Mit der Klassischen Kunst im "Rucksack" strebten Künstler um 1800 nach "stiller Einfalt und edler Größe" (J.J. Winkelmann), inspiriert von den jüngsten Funden in Pompeij. Der italienische Bildhauer Antonio Canova und der französische Maler Jacques-Louis David prägten eine ganze Generation, indem sie in ihren Werken heroische Männlichkeitsideale sowie tugendhaft zurückhaltende Frauen beschworen. In Skulptur, Malerei und vor allem Architektur lösten bildparallele Kompositionen, geradlinige Formen und die Orientierung an den klassischen Kanon (Maßverhältnisse) die bewegten, barocken Schwünge ab.

 

22. Februar 2015
Thomas Lawrence, Klemens Lothar Wenzel Fürst von Metternich, um 1815, Öl auf Leinwand, 105 x 131,2 cm © Fürst von Metternich Winneburg´sche Domäne Schloss Johannisberg –Rheingau, Foto: Stanislaw Chomicki, Wiesbaden.

Der Wiener Kongress 1814/1815 Europa in Wien

Für die Friedenspolitik in Europa war der Wiener Kongress (1814–1815) von epochaler Wirkung. Nach Jahren militärischer Auseinandersetzungen folgte eine Phase der Restauration. Das in Wien gefundene Gleichgewicht der Mächte, versinnbildlicht durch die Grenzziehungen, verleiht dem Kongress bis heute eine wichtige Stellung in der Geschichte Europas.
2. April 2014
Der Wiener Volksgarten, Blick über das Rosarium zum Grillparzer-Denkmal und dem Naturhistorische Museum © Foto: Alexandra Matzner.

Wiener Volksgarten. Anlage, Caféhaus und Theseustempel

Die Geschichte des Wiener Volksgartens ist eng mit der Stadterweiterung und dem Bau der Ringstraße verknüpft. Am 1.Mai 1823 eröffnet, war der Volksgarten Schauplatz mannigfaltiger Veränderungen im 19. Jahrhundert: Bauwerke wie der Theseus-Tempel und der bei Nachtschwärmern so beliebte Volksgarten-Pavillon, aber auch Denkmäler für den Dichter Franz Grillparzer und der ätherisch schöne Kaiserin Elisabeth-Denkmalhain prägen den Park als einen Ort der Künste. Dass er heute auch eine vom Duft tausender Rosen erfüllte Ruheoase ist, verdanken wir der jüngeren Nutzung als Rosarium.

Rokoko

Antoine Watteaus Bilder von der utopischen Liebesinsel Kythera sind charakteristisch für die französische Malerei des Rokoko. Atmosphäreische Landschaften, zarte Figuren, poetisch-elegische Stimmungen und subtiles Kolorit prägen die Genremalerei, während im Porträt hochrepräsentative und intime Bildnisse gleichermaßen geschätzt wurden. Der Stil des Rokoko breitete sich von Frankreich über Mitteleuropa aus und wurde vor allem für Möbel und Innenausstattungen geschätzt.

 

17. September 2017
Canaletto, Venedig: Der Bacino di S. Marco zu Christi Himmelfahrt, um 1733/34, Öl/Lw, 76,8 x 125,4 cm (Royal Collection Trust/© Her Majesty Queen Elizabeth II 2016)

Canaletto in der Royal Collection Der Meister der venezianischen Vedute und sein Auftraggeber Joseph Smith

Canaletto (Giovanni Antonio Canal), der Begründer der venezianischen Vedute, wurde vor alle vom Kunsthändler, Sammler und späteren englischen Konsul Joseph Smith (um 1674–1770) gefördert. Die weltweit bedeutendste und auch weltgrößte Sammlung von Werken Canalettos befindet sich heute in London, denn 1762 erwarb König George II. Smith’s private Kunstsammlung.
16. September 2017
Canaletto, Mündung des Canal Grande nach Westen, in Richtung der Carita, um 1729/30, aus einer Serie von zwölf Ansichten des Canal Grande (Royal Collection Trust/© Her Majesty Queen Elizabeth II 2017)

Canaletto (eigentlich Giovanni Antonio Canal): Werke und Leben Venezanische Vedutenmalerei und Capricci

Canaletto (eigentlich Giovanni Antonio Canal, 1697–1768) ist der unbestrittene Hauptmeister der Vedutenmalerei in Venedig. Gemeinsam mit seiner Werkstatt etablierte er ab 1721 das Genre der Vedute als venezianische Leitgattung. Zwischen 1746 und 1755 hielt sich Canaletto neun Jahre in England auf, sonst verbrachte er nahezu sein gesamtes Leben in Venedig.

Barock

Der Stil des Barock wurde kurz vor 1700 in Rom aus der Taufe gehoben und international verbreitet: In Architektur und Skulptur setzte Gian Lorenzo Bernini neue Maßstäbe, so wie es Caravaggio in der Malerei tat. Das dramatische Hell-Dunkel und die Verletzung des decorum (Schicklichkeit) des ungestümen Malerstars wurde richtungsweisend und namensgebend für realistische Schilderungen von Martyrien und Genreszenen der so genannten Caravaggisten. Das Goldene Zeitalter (17. Jahrhundert) der holländischen Malerei ist nicht nur von Rembrandt geprägt, sondern brachte aufgrund des enorm angewachsenen Wohlstandes des Bürgertums mit Genre, Landschaft und Stillleben drei neue Kunstgattungen hervor. In Spanien und den Kolonien prägten hingegen sakrale und höfische Aufträge die Kunstproduktion, da die Kunst des Barock mit ihrer Emotionalität als Mittel der Gegenreformation eingesetzt wurde. Mit Peter Paul Rubens gelang einem Flamen eine europäische Karriere, da er in seiner Malerei größte Prachtentfaltung, Dynamik und emotionale Ergriffenheit geschickt verbinden konnte.

Im Vergleich zu Italien, Spanien und Süddeutschland setzte sich der bewegte Stil des Barock in Frankreich und England nicht durch: In beiden Ländern dominierte eine klassische Auffassung, die auch als Barockklassizismus (Frankreich) und Palladianismus (Architektur in England) bezeichnet wird.

 

20. Mai 2018
Hals und die Modernen, Hals - Manet

Frans Hals und die Moderne Hals trifft Manet, Singer Sargent, Van Gogh

Der Einfluss des niederländischen Barockmalers Frans Hals (1580–1666) auf die Moderne war enorm! Die Ausstellung im Frans Hals Museum in Haarlem thematisiert die Wiederentdeckung des lange vergessenen Künstlers durch die französischen Impressionisten vor 150 Jahren. Seither schätzten und schätzen Maler wie Manet, Liebermann, Singer Sargent und Van Gogh den Holländer für seine gestische Malerei, in der Unschärfe genauso einen Stellenwert hat wie präzise herausgearbeitete Partien.
15. Mai 2018
Die Verlobung, Detail, Darstellung der Erzherzogin Christine, des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen und der Gräfin Fuchs, um 1780, Kaiserliche Porzellanmanufaktur Wien, Modell Anton Grassi, © MAK/Mika K. Wisskirchen

MAK feiert 300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur Kunsthandwerk auf höchstem Niveau seit 1718

Rund 1.000 Exponate aus den Beständen des MAK sowie aus nationalen und internationalen Sammlungen bieten in der umfassenden Jubiläumsausstellung „300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur“ einen eindrucksvollen Überblick über die Entwicklung der zweitältesten Porzellanmanufaktur Europas.

Renaissance

Die Wiederentdeckung der Antike ist nur ein wichtiger Aspekt für die Kunst der Renaissance, weiters spielt auch die veränderte Auseinandersetzung mit der Natur und dem Menschenbild eine gewichtige Rolle. Nicht zuletzt bestimmten italienische Künstler ab 1500 ihre Position als intellektuelle Tätigkeit. Die „Erfindung“ der Renaissance in Florenz vollzog sich im frühen 15. Jahrhundert in Bildhauerei (Donatello) und Architektur (Alberti, Brunelleschi). Über Rom breitete sich der neue Stil nach Mittel- und Norditalien (Venedig) aus. Drei der berühmtesten Maler der Epoche - Leonardo, Michelangelo, Raffael - lebten 1505 in Florenz und Rom, wo sie im künstlerischen Wettstreit in öffentlichen Aufträgen gegeneinander antrat. Venedig war das dritte Zentrum der Renaissance-Kunst in Italien, gefolgt von den Höfen von König Alfons von Aragon in Neapel, Federico da Montefeltro in Urbino, Ludovico „Il Moro“ in Mailand, der Este in Ferrara sowie der Gonzaga in Mantua.

Die Renaissance in Flandern entwickelte sich völlig eigenständig in der Nachfolge von Melchior Broederlam: Jan van Eyck, Robert Campin (vielleicht identisch mit dem „Meister von Flémalle“), Rogier van der Weyden sowie Hans Memling erforschten die Perspektive aus eigener Anschauung (nicht theoretisch) und widmeten jedem noch so feinen Detail ihre Aufmerksamkeit. Als Begründer der Ölmalerei auf Leinwand gehören die altniederländischen Maler zu den Realisten des 15. Jahrhunderts. Diese Tradition führte im frühen 16. Jahrhundert zur „Erfindung“ der Landschaftsmalerei durch Joachim Patinier.

Das neue Medium der Druckgrafik wurde zu einem wichtigen Verbreitungsmotor neuer Errungenschaften in der Kunst und zusätzliche Einnahmequelle. Der Nürnberger Albrecht Dürer war schon mit 13 Jahren vom Verismus begeistert. Nachdem er zwei Mal Venedig bereist hatte, führte er, unterstützt von Humanisten, die Malerei in Süddeutschland auf eine wirklichkeitsbezogene Darstellungsform. Seine „Meisterstiche“ sind die ersten bildhaften Darstellungen in diesem Medium.

 

 

22. Dezember 2017
Cellini, Salzfass (Saliera), 1540–1543, Gold, Email, Ebenholz, Elfenbein, 28,5 cm × 21,5 cm × 26,3 cm (Kunsthistorisches Museum Wien)

Benvenuto Cellini: Saliera Goldenes Salzfass für Franz I. von Frankreich

Der Florentiner Goldschmied Benvento Cellini (1500–1571) schuf das Salzfass in den Jahren 1540 bis 1543 während seines Aufenthaltes am Hof des französischen Königs Franz I. (1494–1547).
6. Dezember 2017
Antico, Büste des Marc Aurel, Detail, um 1500, Bronze, vergoldet, 72,5 x 60,0 cm (LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv.-Nr. SK 1630)

Antico, Büste des Marc Aurel Antikenbegeisterung der Hochrenaissance

Antico (um 1455–1528) gehört zu den führenden Bronzebildhauern der Renaissance, da er Werke im antikischen Stil schuf. Diese "Büste von Marc Aurel" aus den Princely Collections Liechtenstein dürfte im frühen 16. Jahrhundert vielleicht für Isabella d'Este entstanden sein.

Gotik

Gotik ist ein Begriff, der seit der Renaissance abwertend für die Kunst zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert verwendet wurde. Abgeleitet wurde er von der Bezeichnung für die Goten. Erst im frühen 19. Jahrhundert entdeckten Kunstschriftsteller (Goethe) und Künstler der Romantik die Qualitäten gotischer Werke neu. Dies führte zu großangelegten Bauprojekten wie der Fertigstellung des Kölner Domes nach den originalen Plänen aus der Gotik.

Die gotische Kunst des Hoch- und Spätmittelalters wurde mit der Entwicklung der französischen Kathedrale eingeläutet. Mit ihren hohen Proportionen und Strukturen wie Licht (farbige Glasfenster!) betonenden Bauweise wurde sie zur Leitgattung dieser Epoche. Die zugehörige Bauplastik, vor allem der figürliche Schmuck an den Portalen, schöpfte einerseits aus dem Erbe der Antike und andererseits aus einem neuen Naturalismus (z.B. Naumburger Stifterfiguren, Bamberger Reiter). In der Malerei begründete Giotto zu Beginn des 14. Jahrhunderts die abendländische Malerei.

Um 1400 breitete sich der Internationale Stil (auch: Weicher Stil, Internationale Gotik) über ganz Europa aus. In der Folge entwickelte sich die Kunst der Spätgotik und Frührenaissance gleichzeitig, wenn auch in unterschiedlichen Zentren. Zu den wichtigen neuen Kunstgattungen zählt das Porträt, da bürgerliches Mäzenatentum in bislang unerhörtem Ausmaß auftrat. Zur selben Zeit setzte das Retabel, in dem sich Skulptur, architektonisches Rahmenwerk und zunehmend Malerei verbanden, zu seinem Siegeszug an. Plastik und Malerei hatten sich von der Architektur gelöst, ja, die Malerei rückte immer deutlicher ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Als Tafelmalerei bzw. Tafelbild erlangte sie Beweglichkeit, Öffentlichkeit und Bedeutung, wobei zunehmend auch die Fähigkeiten der ausführenden Handwerker geschätzt und ihre Namen bekannt wurden.

 

12. Oktober 2017
Rueland Frueauf d. Ä., Bildnis des Malers Jobst Seyfrid, Detail, um 1490 (© Belvedere, Wien)

Rueland Frueauf d. Ä. und sein Kreis Salzburger bzw. Passauer Malerei zwischen Spätgotik und Renaissance

Rueland Frueauf der Ältere ist zwischen 1470 und 1507 in Salzburg und Passau dokumentiert und zählt zu den bedeutendsten spätgotischen Malern des deutschsprachigen Raums. Das Belvedere zeigt Werke von Rueland Frueauf d. Ä., Rueland Frueauf d. J., sowie Tafeln aus Frueaufs Umkreis, etwa dem Meister von Großgmain.
9. August 2017
Jean Malouel, La Grande Pietà ronde, Detail, um 1400 (© 2009 Musée du Louvre / Erich Lessing)

Jean Malouel / Johan Maelwael Begründer der nordniederländischen Malerei und Onkel der Limburg Brüder

Jean Malouel (holländisch Jean Maelwael, um 1370–1415) war zwanzig Jahre lang der führende Hofmaler am Pariser Hof (dokumentiert 1397) und in Dijon, wo er für Herzog Philipp dem Kühnen und dessen Nachfolger Johann ohne Furcht arbeitet. In Dijon bemalte Malouel Fahnen, Banner und Rüstungen, fasste und vergoldete Skulpturen wie die berühmten Propheten des Moses-Brunnens von Claus Sluter.

Romanik

Die Kunst der Romanik gilt als die erste, ganz Europa umfassende Epoche mittelalterlicher Kunst. Sie ist zwischen 1000 und 1250 zu datieren und löste die karolingische bzw. ottonische Kunst ab. Charakteristisch für romanische Architektur, meist Kirchen oder Klosterkirchen, ist der Rundbogen und die Ausrichtung der Kunstproduktion auf christliche Inhalte. Dies führte dazu, auch von Ars Sacra zu sprechen.

Romanische Kunst ist eng mit Klöstern verbunden, denn die Orden genossen um 11. und 12. Jahrhundert besonders den Schutz der Landesfürsten. Die skulturale Ausstattung von Portalen und Tympana sowie die Entwicklung des Altarretabels zeigen ab 1000 Tendenzen zur Monumantalität. Hölzerne Kruzifixe und Madonnen mit Kind, bronzene Taufbecken und Türbeschläge, vor allem aber die Schatzkunst in Elfenbein, Email und vergoldetem Metall faszinieren bis heute.

Die romanische Malerei ist als Wandmalerei und natürlich auch als Buchmalerei bedeutend. Der Übergang zur Gotik ist mit der Entwicklung der Glasmalerei verbunden. Zu den außergewöhnlichsten Werken der Romanik zählt zweifellos der Teppich von Bayeux (1077).

 

Antike Kunst

Antike Kunst entstand in Ägypten, China, Mesopotamien, Griechenland und Rom zwischen ca. 4.500 v.u.Z. und 300 n.u.Z., d.h. sie ist eng mit der Erfindung der Schrift, dem Mehrgottglauben, dem Totenkult verbunden. Vergleiche zwischen den Kulturen des Alten Ägypten und China haben ergeben, dass dies beiden frühen Hochkulturen einander durchaus ähnlich waren, oder zumindest für ähnliche Fragestellungen Lösungen suchten.

Die Kunst des Alten Ägypten beeinflusste die griechische und römische Antike zutiefst, griffen Künstler aus diesen beiden Kulturräumen doch auf künstlerische Errungenschaften zurück, die im Land am Nil entwickelt worden waren. Zu den bekanntesten Artefakten antiker Kunst zählen die ägyptischen Pyramiden, die Mumienmasken aus spätägyptischer-römischer Zeit, die Jade-Gewänder und Tonfiguren als Grabbeigaben im Alten China, die Kuroi (männliche Akte) und Tempelbauten der griechischen Klassik, die Monumentalskulptur der Römer.

 

16. Mai 2017
China - Ägypten in Berlin 2017

China und Ägypten Ausstellung zu den „Wiegen der Welt“ in Berlin

Das Alte China und Alte Ägypten sind die „Wiegen der Welt“, entstanden doch in diesen beiden Regionen die ersten Zivilisationen der Weltgeschichte. Ohne in direktem Kontakt miteinander zu stehen, formten sich um 4500 v. u. Z. Gesellschaften und Hochkulturen, die überraschend viele Gemeinsamkeiten aufweisen: Lebenswelten, Schrift, Herrschaft und Verwaltung, Totenkult und Götterhimmel.
6. März 2017
Schatz von Vălčitrăn, späte Bronzezeit, 2. Hälfte 2. Jt. v. Chr. (Sofia, Bulgarische Akademie der Wissenschaften, Nationales Archäologisches Institut mit Museum © Krassimir Georgiev, Naim)

Ada Tepe: Gold aus der Bronzezeit Ausstellung im KHM, Wien

Woher kam das Gold für Mykene und Troja? Vielleicht aus der bulgarischen Goldmine auf dem Ada Tepe! Als im Jahr 2007 im Südosten des heutigen Bulgarien diese prähistorische Goldmine entdeckt wurde, war das Erstaunen groß. Bis heute handelt es sich um die einzige bekannte Abbaustätte aus vorgeschichtlicher Zeit in Europa. Es wird in das zweite Jahrtausend v.u.Z. datiert. Aktuelle Forschungen legen zudem nahe, dass die sagenhaften Reichtümer antiker Hochkulturen im Ostbalkanraum abgebaut wurden.