0

Paris | Fondation Louis Vuitton: Claude Monet – Joan Mitchell Dialog über Landschaft, Farbe und Licht | 2022/23

Claude Monet, Der Garten in Giverny, Detail, 1922–1926, Öl-Lw, 93 x 74 cm (Musée Marmottan Monet, Paris © Musée Marmottan Monet, Paris)

Claude Monet, Der Garten in Giverny, Detail, 1922–1926, Öl-Lw, 93 x 74 cm (Musée Marmottan Monet, Paris © Musée Marmottan Monet, Paris)

Die Ausstellung „Claude Monet – Joan Mitchell“ inszeniert einen beispiellosen Dialog zwischen den Werken zweier Ausnahmekünstler, Claude Monet (1840–1926) und Joan Mitchell (1925–1992). Beide prägten nicht nur ihre Zeit, sondern Generationen von Maler:innen. Die Doppelausstellung wird mit einer Einzelausstellung zu Joan Mitchells Werk und Entwicklung eingeleitet, um dem französischen und europäischen Publikum ihre großformatigen, abstrakten Gemälde vorzustellen.

Der Dialog „Claude Monet – Joan Mitchell“ und die Retrospektive zu „Joan Mitchell“ zeigen die einzigartige Wahrnehmung derselben Landschaft, die Monet und Mitchell in besonders gigantischen Formaten und immersiven Erlebnissen ausdrückten. Beim späten Monet, dem Maler der Seerosen (→ Monet: Die Gartenbilder), geht es um den Austausch von Motiven, die vor den Seerosen von Giverny ausführlich beobachtet wurden; Joan Mitchell erforschte im Atelier von La Tour in Vétheuil die Übertragung von „Gefühlen“ durch den Filter der Erinnerung. Dadurch sind ihre Wahrnehmungen jenseits von Raum und Zeit lebendig geblieben.

Dialog Claude Monet – Joan Mitchell

Claude Monets Seerosen fanden in den 1950er Jahren in den Vereinigten Staaten begeisterte Aufnahme, wo sie von Maler:innen des Abstrakten Expressionismus als Vorläufer der Abstraktion angesehen wurden (→ Abstrakter Expressionismus | Informel). Nach André Masson verteidigt der berühmte amerikanische Kritiker Clément Greenberg Monets Modernität:

„Das Prinzip, das [Monet] schließlich gefunden hat, […] ist umfassender: Es lag nicht in der Natur, wie er dachte, sondern in der Natur das Wesen der Kunst in ihrer Fähigkeit der ‚Abstraktion‘“.

Im Kontext dieses „Monet Revival“ nahm Joan Mitchell 1957 und 1958 an Ausstellungen teil, die mit dem Begriff des „Abstrakten Impressionismus“ (Elaine de Kooning) belegt wurden. Die Annäherung der beiden Kunstschaffenden wurde 1968 durch den Umzug Joan Mitchells nach Vétheuil gestärkt, lebte die Malerin doch in einem Anwesen in der Nähe der ehemaligen Unterkunft Monets (1878–1881). Die Künstlerin beanspruchte für sich dennoch völlige künstlerische Unabhängigkeit.

Vor der gleichen Landschaft, vor dem Ufer der Seine, teilen der Maler und die Malerin eine ausgeprägte Sensibilität für Licht und Farben, deren Zusammenspiel die Grundlage ihrer Kunst bildet. Mitchell sucht ihre Verbindung in einer lebendigen Erinnerung, die sie ständig erneuerte. Die späte Entwicklung von Monet ist gekennzeichnet durch das Einfangen des flüchtigen Lichts und Farbeindrucks, indem er die Umrisse von Formen zugunsten von Farbe aufgab. Ohne figurative Symbole drücken die Pflanzen-, Wasser- und atmosphärischen Welten Monets und Mitchells verschmelzende und lyrische Beziehung zur Landschaft aus.

Anhand von etwa 60 emblematischen Werken beider Maler:innen bietet die Ausstellung dem Publikum eine bezaubernde und sensible Reise, die von bemerkenswerten visuellen und thematischen Korrespondenzen unterbrochen wird.

Die Ausstellung „Monet – Mitchell“ wird im Rahmen einer wissenschaftlichen Partnerschaft mit dem Marmottan Monet Museum organisiert.
Quelle: Fondation Louis Vuitton, Paris

Weitere Beiträge zu Claude Monet

26. Juli 2022
Giverny, Monets Garten

Normandie | Impressionismus-Festival 2024 150 Jahre „Impression, Sonnenaufgang“ | 2024

150 Jahre, nachdem Claude Monet 1874 mit dem Gemälde „Impression, soleil levant [Impression, Sonnenaufgang]“ in Le Havre den Impressionismus begründete, feiert die Normandie ihren Status als „Wiege des Impressionismus“.
20. Juli 2022
Claude Monet, Das Parlament, Sonnenuntergang, Detail, 1904 (Kunstmuseen Krefeld, Foto: Kunstmuseen Krefeld - Volker Döhne – ARTOTHEK)

Bremen | Kunsthalle Bremen: Sunset Ein Hoch auf die sinkende Sonne in der Kunst | 2022/23

Insgesamt rund 80 Gemälde, Zeichnungen, Graphiken, Fotografien, Videos und Installationen rehabilitieren den Sonnenuntergang in der Kunst von der Romantik bis ins 21. Jahrhundert.
21. März 2022
Claude Monet, Truthähne, Detail, 1877 (Musée d’Orsay, Paris)

Paris | Musée de l’Orangerie: Dekorationen des Impressionismus Vorläufer zu Monets Seerosen | 2022

Gibt es eine impressionistische Dekorationsmalerei? Wenn ja, was deckt diese ab? Das Musée d'Orsay widmet sich im Frühjahr 2021 diesem bisher übersehenen Kapitel der impressionistischen Malerei.

Weitere Beiträge zu Joan Mitchell

12. Juli 2022
Joan Mitchell, Das Große Tal, Detail, 1983, Öl-Lw, 260.4 x 200 cm (Fondation Louis Vuitton, Paris © The Estate of Joan Mitchell © Primae / Louis Bourjac)

Paris | Fondation Louis Vuitton: Joan Mitchell Meisterin des „Abstrakten Impressionismus“ | 2022/23

Die Ausstellung vereint rund 50 großformatige und farbgewaltige Gemälde, in denen sie Erinnerungen, Landschaftseindrücke, Gefühle, Poesie und Musik verarbeitete.
12. Juli 2022
Joan Mitchell, Ausstellungsansicht The Baltimore Museum of Art, 2022

Baltimore | BMA: Joan Mitchell Abstraktion, inspiriert von Landschaft., Gefühl und Poesie | 2022

70 Werke – von selten gezeigten, frühen Gemälden und Zeichnungen bis hin zu aus mehreren Tafeln bestehenden Hauptwerken – lassen das Publikum in symphonische Farben eintauchen. Zu den Höhepunkten der Schau zählen die Bilder „To the Harbormaster“ (1956) und „South“ (1989).
3. Juni 2022
Mark Rothko, Untitled (Blue, Yellow, Green on Red), 1954 (Museum Barberini, Potsdam)

Potsdam | Museum Barberini: Die Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945 Abstrakter Expressionismus vs. Informel | 2022

Die Ausstellung untersucht das kreative Wechselspiel zwischen Abstraktem Expressionismus und informeller Malerei im transatlantischen Austausch und Dialog von Mitte der 1940er Jahre bis zum Ende des Kalten Kriegs.