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Paris | Grand Palais: El Greco Spanischer Maler des Manierismus zum ersten Mal in Frankreich ausgestellt

Greco, Aufnahme Mariens in den Himmel, Detail, 1577–1579, Öl/Lw, 403,2 x 211,8 cm (Chicago, The Art Institute of Chicago / Photo © Art Institute of Chicago)

Greco, Aufnahme Mariens in den Himmel, Detail, 1577–1579, Öl/Lw, 403,2 x 211,8 cm (Chicago, The Art Institute of Chicago / Photo © Art Institute of Chicago)

Der 1541 auf Kreta geborene Domenico Theotokopoulos, besser bekannt als El Greco, erlernte in seiner Heimat das Ikonenmalen in byzantinischer Tradition, bevor er seine Ausbildung in Venedig und Rom abschloss. In Spanien entwickelte er ab den 1570er Jahren eine Malerei, die gänzlich eigenständig ist. Er verband das Kolorit Tizians mit der Kühnheit in der Komposition von Jacopo Tintoretto und der plastischen Kraft von Michelangelo Buonarroti. Diese originelle und eloquente Synthese verleiht dem vier Jahre nach Caravaggio verstorbenen El Greco einen besonderen Platz in der Geschichte der Malerei: Er gilt heute als der letzte der großen Meister der Renaissance (Manierismus) und den erste große Maler des Goldenen Jahrhunderts.

Erst im späten 19. Jahrhundert wurde die Kunst von El Greco wiederentdeckt. Die Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts erkannte ihn als Vorbild und übernahm seine gestreckten Proportionen, seine extreme Farbgebung. Seither genießt der Künstler das doppelte Ansehen sowohl in Bezug auf die Alten Meister wie auch der Moderne; er verbindet Tizian mit den Fauves (→ Matisse und die Künstler des Fauvismus), den Manierismus mit Kubismus, Expressionismus, Vortexismus, Abstraktion (→ Abstrakte Kunst).

El Greco ist auch ein unersättlicher Erfinder von Formen. Er entwickelte innovative und gewagte Kompositionen, auf die er während seiner gesamten Karriere zurückgriff, indem er die Effekte, die plastischen Mittel und die Absichten seines Diskurses variierte. Die gesicherte Unabhängigkeit seines Ansatzes wird dann nur durch die elektrische Freiheit seiner Palette und seines Pinsels erreicht.

 

El Greco in Paris und Chicago

Ziel der Ausstellung, die gemeinsam mit dem Louvre und dem Art Institute of Chicago entwickelt wird, ist, den Werdegang des Malers vorzustellen. Es lässt sich von einer beeindruckenden Wandlung des Malers an den Anfängen seiner Karriere sprechen, die ihn von der Ikone bis zu seiner Künstlerischen Bindung an die venezianische und römische Renaissance-Malerei führte. Dazu kommen El Grecos Erfindungen und Variationen, die es ihm ermöglichten, den innovativen Charakter seiner Kunst zu betonen. In der Ausstellung wird daher der Weg von El Grecos Stil von Venedig nach Toledo verfolgt (→ Städel: Tizian und die Renaissance in Venedig). Zu den Merkmalen seiner Kunst zählen darüber hinaus seine Sensibilität, mehr humanistisch als mystisch, sein geistiges, feuriges und literarisches Temperament.

 

 

El Greco: Bilder

  • Greco, Aufnahme Mariens in den Himmel, 1577–1579, Öl/Lw, 403,2 x 211,8 cm (Chicago, The Art Institute of Chicago / Photo © Art Institute of Chicago)

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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.