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Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses in der Pinakothek der Moderne, München Klee am Bauhaus reflektiert Verstand und Mysterium

Paul Klee, Nach der Zeichnung 19/75, Detail, 1919, 113, Aquarellierte Lithographie, 22,2 x 16 cm (Zentrum Paul Klee, Bern, Schenkung Livia Klee © Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv)

Paul Klee, Nach der Zeichnung 19/75, Detail, 1919, 113, Aquarellierte Lithographie, 22,2 x 16 cm (Zentrum Paul Klee, Bern, Schenkung Livia Klee © Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv)

Paul Klee (1879–1940) ist einer der bedeutendsten und produktivsten Künstler des 20. Jahrhunderts. „Konstruktion des Geheimnisses“ ist die erste große Sonderausstellung zu Klees Werk in der Pinakothek der Moderne. Sie wird den hochkarätigen Münchner Bestand erstmals zusammen mit 125 Leihgaben aus den wichtigsten internationalen Klee-Sammlungen präsentieren. Die Ausstellung folgt Paul Klees Weg als „denkender Künstler“, der in seinem Werk systematisch die Grenzen des Rationalen auslotet und gleichzeitig überschreitet.

 

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die 1920er Jahre, in denen sich Klee mit den neuen Herausforderungen des Menschen in einer technisierten Moderne und den Konsequenzen für das Schaffen des Künstlers auseinandersetzt. Als Meister am Bauhaus stellt Klee den Rationalismus in Frage, der durch Walter Gropius‘ Motto „Kunst und Technik – eine neue Einheit“ seit 1923 in den Fokus rückt und die Bedeutung der Malerei zurückdrängt. Statt sich den technisch-rationalen Tendenzen unterzuordnen, strebt Klee nach einer Balance von Verstand und Gefühl, von Konstruktion und Intuition. 1928 fordert er sogar für die Lehre: „es wären Aufgaben zu stellen, wie etwa: die konstruktion des geheimnisses“. Die Ausstellung führt vor Augen, wie Klee sich in seinem eigenen Werk dieser paradoxen Verknüpfung von Verstand und Mysterium widmet.

 

 

Als „denkender Künstler“ macht Klee bereits in seinem Frühwerk den tragikomischen Konflikt von irdischer Verwurzelung und geistiger Freiheit zum Ausgangspunkt seines Schaffens. Im romantischen Motiv des leuchtenden Mondes und in Visionen des Aufstiegs über Treppen und Leitern artikuliert Klee seit den 1910er Jahren einerseits die Sehnsucht des Menschen nach dem Grenzenlosen. Andererseits droht Figuren wie den Gauklern oder Artisten in seinen Bildern zugleich Balanceverlust, Absturz oder Scheitern. Seine systematische Gestaltungslehre am Bauhaus ermöglicht es Klee, die Reflexion über die Grenzen von Diesseits und Jenseits, von Aufstieg und Fall mittels Farb-, Raum - und Perspektivstudien in eine neue abstrahierte Bildsprache zu übersetzen. Bis in seine letzten Schaffensjahre, die von schwerer Krankheit geprägt sind, lässt Klee die Frage nach den Grenzen des menschlichen Wissens und der künstlerischen Gestaltung nicht mehr los.

Die Ausstellung zeigt die ungebrochene Aktualität von Klees Werk, das aus der Zerrissenheit des modernen Menschen erwächst und eine Brücke zwischen rationaler Selbstverpflichtung und der romantischen Sehnsucht nach dem Unendlichen schlägt. Ein umfangreich bebilderter Katalog und ein vielseitiges Begleit- und Vermittlungsprogramm ergänzen die Ausstellung

Quelle: Pressetext

 

 

Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses: Bilder

  • Paul Klee, Mondaufgang (St. Germain), 1915, Aquarell und Bleistift auf Papier auf Karton, 18,4 x 17,2 cm (Museum Folkwang, Essen, © Museum Folkwang Essen – ARTOTHEK)
  • Paul Klee, Über Bergeshöhe, 1917, 75, Aquarell auf Papier auf Karton, 31 x 24,1 cm (Gemeentemuseum, Den Haag © Collection of the Gemeentemuseum Den Haag)
  • Paul Klee, Auserwählter Knabe, 1918, Feder und Aquarell auf Kreidegrundierung auf Leinen, zerschnitten und neu kombiniert, auf Karton, 10,5 x 13 cm (Privatsammlung, New York, courtesy Moeller Fine Art, New York © Laura Shea)
  • Paul Klee, Nach der Zeichnung 19/75, 1919, 113, Aquarellierte Lithographie, 22,2 x 16 cm (Zentrum Paul Klee, Bern, Schenkung Livia Klee © Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv)
  • Paul Klee, Das Tor der Nacht, 1921, Aquarell und Feder auf Papier, zerschnitten und neu kombiniert, auf Karton, 25 x 33 cm (Privatbesitz © Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv)
  • Paul Klee, Raum der Häuser, 1921, Ölpause und Aquarell auf Papier mit Leimtupfen auf Karton, 23,2 x 35,2 cm (Privatsammlung, Schweiz, courtesy Galerie Kornfeld, Bern © Galerie Kornfeld, Bern)
  • Paul Klee, Begrüssung, 1922, Aquarell, Stift und braune Tinte auf Papier, 22,5 x 31 cm (Wadsworth Atheneum Museum of Art, Hartfort, The Ella Gallup Sumner and Mary Catlin Sumner Collection Fund, Endowed in memory of father, Gilbert Heublein, 1953.209 © Allen Phillips / Wadsworth Atheneum)
  • Paul Klee, Gespenst eines Genies, 1922, Ölpause und Aquarell auf Papier, auf Karton, 50 x 35 cm (National Gallery of Modern Art, Edinburgh © National Galleries of Scotland)
  • Paul Klee, Blühender Baum (Abstract mit Bezug auf einen blühenden Baum), 1925, Öl auf Karton auf Keilrahmen genagelt; originale, gefasste Rahmenleisten, 39,3 x 39,1 cm (The National Museum of Modern Art, Tokyo © The National Museum of Modern Art, Tokyo)
  • Paul Klee, Gebirge im Winter, 1925, Pinsel und Aquarell, gespritzt, auf Kreidegrundierung auf Papier, mit Gouache und Feder eingefasst, unten Randstreifen mit Gouache und Feder, auf Karton, 25 x 35 cm (Hermann und Margrit Rupf-Stiftung, Kunstmuseum Bern © Kunstmuseum Bern)
  • Paul Klee, Abenteurer-Schiff, 1927, 1, Aquarell und Gouache auf Papier auf Karton, 30 x 46,3 cm (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Schenkung Sofie und Emanuel Fohn © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München)
  • Paul Klee, Artistenbildnis, 1927, Öl und Collage auf Karton auf Holz mit bemaltem Gipsrand; originale Rahmenleisten, 63,2 x 40 cm (The Museum of Modern Art, New York. Mrs. Simon Guggenheim Fund, 1966 © 2017. Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence)
  • Paul Klee, Geht kaum mehr, fliegt noch nicht, 1927, Braune Tinte auf cremefarbenem Ingrespapier auf cremefarbenem Velin, 41,5 x 30,5 cm (Harvard Art Museums / Busch-Reisinger Museum, Cambridge, Leihgabe von Jean C. Evans, 7.BR80 © Imaging Department / President and Fellows of Harvard College)
  • Paul Klee, Nichtcomponiertes im Raum, 1929, Aquarell, Feder, Kreide und Bleistift auf Papier und Karton, 31,7 x 24,5 cm (Franz Marc Museum, Kochel am See, Dauerleihgabe aus Privatbesitz © Franz Marc Museum, Kochel a. See, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Foto: Walter Bayer, München)
  • Paul Klee, Ad marginem, 1930, Überarbeitung 1935-36, Aquarell und Feder auf Lackgrundierung auf Karton, 43,5 x 33 cm (Kunstmuseum Basel © Martin P. Bühler)
  • Paul Klee, Schwebendes, 1930, Öl auf Leinwand auf Keilrahmen; originale Rahmenleisten, 84 x 84 cm (Zentrum Paul Klee, Bern © Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv)
  • Paul Klee, Springer, 1930, 183, Aquarell und Feder auf Baumwolle auf Holz, originale Rahmenleisten, 51 x 53 cm (Zentrum Paul Klee, Bern, Schenkung Livia Klee © Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv)
  • Paul Klee, Blick der Stille, 1932, Öl auf Jute auf Keilrahmen, 55,6 x 70,5 cm (The Menil Collection, Houston © Hickey-Robertson, Houston)
  • Paul Klee, Verwittertes Mosaik, 1933, Aquarell und Gouache auf japanischem Ingrespapier, auf Karton, 35,6 x 46,7 cm (Norton Simon Museum, Pasadena, The Blue Four Galka Scheyer Collection © Norton Simon Museum, Pasadena)
  • Paul Klee, Ohne Titel [Gefangen, Diesseits - Jenseits/Figur], 1940, Öl, ausgesparte Zeichnung mit Kleisterfarbe auf kleistergrundierter Jute auf Jute, 48 x 44 cm (Fondation Beyeler, Riehen / Basel, Sammlung Beyeler © Peter Schibli)
  • Paul Klee, Ohne Titel (Todesengel), um 1940, Öl auf Leinwand, rückseitig Kleistergrundierung, auf Keilrahmen, 51 x 66,4 cm (Privatbesitz, Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern © Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv)

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11. Dezember 2017
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18. September 2017
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23. August 2016
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6. April 2016
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8. Juli 2015
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10. Februar 2014
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4. November 2013
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Boris Friedewald: Paul Klee Sein Leben - Seine Kunst

Boris Friedewald erzählt die Lebensgeschichte von Paul Klee mit märchenhaftem Grundton.
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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.