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Paula Modersohn-Becker. Zwischen Worpswede und Paris Von der Heydt-Museum Wuppertal zeigt später Bilder der Malerin im Kontext

Paula Modersohn-Becker, Mädchenakt mit Blumenvase, Detail, um 1907 (Von der Heydt-Museum Wuppertal)

Paula Modersohn-Becker, Mädchenakt mit Blumenvase, Detail, um 1907 (Von der Heydt-Museum Wuppertal)

Paula Modersohn-Becker (1876–1907) erarbeitete sich selbstbewusst und selbstgewiss, unabhängig vom Urteil ihrer Lehrer, Malerkollegen und Kritiker zwischen 1900 und 1907 eine gänzlich neue Bildsprache. Die Beharrlichkeit, mit der sie in einer fast ausnahmslos männlich dominierten Kunstwelt ihre Ziele verfolgte, fasziniert auch heute noch. Modersohn-Beckers in nur wenigen Jahren entstandenes Œuvre weist sie als Vorläuferin des Expressionismus aus. Dafür wandte sie ihren Blick sowohl auf die französische Avantgarde ihrer Zeit wie auch auf ägyptische Mumienporträts und griechische Tanagra-Mädchen. Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal besitzt mehr als 20 Gemälde zumeist aus der späten und reifen Zeit der Malerin. Gemeinsam mit dem Rijksmuseum Twenthe in Enschede organisiert es eine Ausstellung, die auf den internationalen Kontext der populären deutschen Malerin zwischen Worpswede und Paris setzt.

Paula Becker in Worpswede

Bereits während ihrer ersten Studienjahre in Berlin 1898 suchte die junge Malerin Anschluss an die gerade berühmt gewordene Künstlerkolonie Worpswede in der Nähe von Bremen (→ Künstlerkolonie Worpswede). Sie hatte 1895 die Ausstellung der Worpsweder im Münchner Glaspalast gesehen und war von Fritz Overbecks „Abend im Moor“ (1896, Stiftung Fritz und Hermine Overbeck, Bremen) so begeistert, dass sie sofort beschloss, in Worpswede ergänzenden Unterricht zu nehmen. Fritz Mackensen (1866–1953) wurde ihr Lehrer, der um einiges ältere Otto Modersohn (1865–1943) 1901 ihr Ehemann. Beide waren angesehene Künstler, doch auch Paula Becker gelang es rasch, mit ihrer individuellen, von einigen als eigenartig empfundenen Malerei Beachtung zu finden.

Nachvollziehbar wird dies anhand der lebengroßen, realistischen Kohlezeichnungen und Ölbilder der jungen Malerin: Sie zeigt mit größter Akribie hochbetagte Frauen, männliche wie weibliche akademische Akte. Die Schonungslosigkeit, mit der sie sich dem Akt und dem Naturstudium Ende der 1890er Jahre widmete, verblüffte bereits Mackensen. Das lässt den Schluss zu, dass Paula Becker zwar von der lyrischen Stimmung in den Bildern vom Taufelsmoor magisch angezogen worden war, in ihrer Kunst und ihrer Persönlichkeit aber andere Interessen schlummerten. Eine Briefstelle an ihre Tante belegt, dass Paula Becker bereits in diesen Jahren von Paris träumte.

„Als ich mit 15 Jahren nach Worpswede kam, brachte mich Mackensen gleich am ersten Tage zu seiner Schülerin Paula Becker. Sie sollte mir zeigen, wie man Zeichenpapier aufspannt, wie man mit den Bauern umgeht, um sie zu Modellen zu gewinnen.“ (Ottilie Reylaender, 1932)

Worpswede, wo man den Naturalismus in einer idyllischen Landschafts- und Genremalerei pflegte, wurde ihr bald zu eng (→ Naturalismus 1875-1918). So suchte sie nach Inspiration in der berühmtesten Kunstmetropole der Zeit. In der Neujahrsnacht 1900 machte sie sich zum ersten Mal auf nach Paris.

 

 

Aufenthalte in Paris

Ein halbes Jahr verbrachte Paula Becker 1900 in Paris, studierte an der Académie Colarossi und besuchte Ausstellungen mit alter und junger Kunst. 1901 heiratete sie den um neun Jahre älteren Otto Modersohn und nahm einen Doppelnamen an, was Modersohn-Beckers Selbständigkeit unterstreicht. Bis zu ihrem frühen Tod im Alter von nur 31 Jahren folgten drei weitere mehrmonatige Aufenthalte in der Stadt an der Seine. Die ambitionierte Malerin zeichnete im Louvre, traf Auguste Rodin, dessen Zeichnungen sie bewunderte, und setzte sich mit der Kunst von Paul Cézanne, Paul GauguinVincent van GoghHenri Rousseau und Pablo Picasso ber auch ägyptischen Mumienporträts auseinander. Paula Modersohn-Becker ließ sich von den neuesten französischen Strömungen anregen und entwickelte dabei ihren ureigenen Stil.

Um 1900, vermutlich wieder zurück von ihrem Aufenthalt in Paris, malte Paula Becker Worpsweder Landschaften, in denen sie die stimmungsvolle Beleuchtung bei Mondschein mit Reduktion der Details, dem Zusammenfassen größerer Farbflächen verband. Hierin wird die Abkehr der Malerin vom lyrischen Naturalismus ihrer Gefährten deutlich. Wenn sie sich auch dem Motivschatz der norddeutschen Künstlerkolonie aneignete, so schaffte sie es doch den Ansichten neue Aspekte abzuringen. Die omnipräsenten Worpsweder Birken verglich sie mit „zarten, schlanken Jungfrauen, die das Auge erfreuen“ (Paula Modersohn-Becker, Tagebuch, undatiert). Die Vermenschlichung der Natur ist nicht nur ein Zeitphänomen, sondern drückt unbewusst Paula Modersohn-Beckers Hinwendung zum Menschen aus. In den folgenden wenigen Jahren schuf sie bedeutende Stillleben, in denen sie sich vor allem mit Fragen der Räumlichkeit auseinandersetzte und Lehren aus Paul Cézannes Stillleben zog und Bilder von Kindern und alten Frauen, begleitet von analytischen Selbstporträts. Schon im August 1897 hatte die aufstrebende Künstlerin an ihre Eltern geschrieben:

„Heute habe ich mein erstes Pleinairporträt in der Lehmkuhle gemalt. Ein kleines, blondes Dingelchen. Es stand zu schön auf dem gelben Sand. Es war ein Leuchten und Flimmern. Mir hüpfte das Herz. Menschen malen geht doch schöner als eine Landschaft.“

 

 

Monumentale „Formen“ – neuer Ausdruck

In ihrer Malerei konzentrierte sich Paula Modersohn-Becker auf Klarheit und Einfachheit des Ausdrucks. Auch wenn sie mit Vorliebe Kinder, hochbetagte Personen und einfache Leute malte, sich also im klassischen Gebiet der Genremalerei bewegte, verlieh sie den Porträts dadurch Monumentalität.

Paula Modersohn-Becker verband das genaue Studium von Landschaft und Menschen mit der freien Erfindung von Formen und Farben, so dass ihre Modelle bei aller Kargheit eine sonderbar leuchtende, naturferne Ausstrahlung erhielten. Mit Bedacht komponierte sie in der Fläche, so dass sich das Gesehene aus dem naturalistischen Zusammenhang löst. Auf der Suche nach Vorbildern wandte sie sich nach Paris, da die Worpsweder Künstler den Naturalismus pflegten und ihr der Sinn nach Komposition und damit der Loslösung von der Genremalerei stand. Vereinfachte, flächige Formen, maskenhafte Gesichter, die geheimnisvolle Aura eines geradezu mystischen Lichts prägen die späten Werke der Künstlerin. Als sensible Beobachterin von Jung und Alt erweist sich Paula Modersohn-Becker als unsentimentale Regisseurin ernster Figuren. Deshalb gilt sie als Pionierin des Expressionismus (→ Expressionismus in Deutschland und Frankreich).

Zu den beeindruckendsten Bildern des Von der Heydt-Museums in Wuppertal zählt „Sitzender Mädchenakt mit Blumenvase“ (1906/07). Das Bild entstand in Paris, wo Paula Modersohn-Becker ihre Modelle auf dem Modellmarkt am Montparnasse fand. Aus einem Brief an ihre Stieftochter Elsbeth vom 27. Februar 1907 weiß man, dass das Mädchen zeichen den Blumen eine junge Italienerin namens Dolores Kataldi war. Die Malerin positionierte ihr Modell auf einer undefinierbaren, grünen Sitzgelegenheit, umgeben von Fingerhut und Glockenblume. Diese hochaufragenden Blüten schätzte Modersohn-Becker auch schon in früheren Kompositionen. Die Farbverteilung ist auffallend kontrastreich: der rote Vorhang links leuchtet mit dem Fingerhut um die Wette, die rechte Bildhälfte wird von blauen Tönen dominiert. Orange Blüten in den unteren Ecken schaffen eine Verklammerung, die gemeinsam mit dem gelben Mädchen mit deutlich schwarzer Umrisslinie eine Dreiecksform ergeben. Die Farbe wird, wie für Paula Modersohn-Becker charakteristisch, in dicken Farbschollen aufgetragen. Ein Effekt, der in Abbildungen kaum nachvolzogen werden kann. Mit einem Bild wie diesem erweist die Künstlerin den „Vätern der Moderne“ ihre Reverenz und fügt sich selbst in die internationale Avangarde ihrer Zeit. Während ihres Lebens verkaufte Paula Modersohn-Becker nur drei Werke. Sie hielt ihre Bilder sogar vor ihrem Ehemann versteckt.

 

 

Paula Modersohn-Becker im Von der Heydt-Museum Wuppertal

Akzeptiert, sogar bewundert wurde sie dennoch nur von Künstlern, die sie genau kannten und beobachteten: neben Otto Modersohn waren das zuerst Heinrich Vogeler (1872–1942) und Rainer Maria Rilke (1875–1926), die 1917 eine erste Retrospektive der Malerin organisierten. Anerkennung erhielt Paula Modersohn-Becker erst einige Jahrzehnte nach ihrem Tod. Einer, der das Werk Paula Modersohn-Beckers früh bereits schätzen lernte, war August von der Heydt (1851–1929). Bereits 1909, zwei Jahre nach ihrem frühen Ableben, erwarb der Bankier und Kunstmäzen ein erstes Gemälde: das „Stillleben mit Rhododendron“.

Heute besitzt das Von der Heydt-Museum mehr als 20 Gemälde von Paula Modersohn-Becker, zumeist aus der späten und reifen Zeit der Malerin. Sie bilden den Grundstock der aktuellen Ausstellung. Mit der Personale macht das Von der Heydt-Museum deutlich, in welchem Zwiespalt die junge Malerin steckte, und dass sie trotz dieser widersprüchlichen Vorbilder ihren ganz eigenen Weg fand. Modersohn-Beckers eindrucksvollen Porträts, Selbstporträts, Stillleben und Landschaften werden einerseits zusammen mit ausgewählten Gemälden ihrer Malerfreunde – Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Fritz Overbeck, Hans am Ende und Heinrich Vogeler (Landschaften und Mutter-Kind-Bilder) – und Kollegin Clara Rilke-Westhoff aus Worpswede gezeigt. Andererseits setzt die Schau Modersohn-Beckers Werk in den Kontext der Pariser Avantgarde, vertreten durch Arbeiten von Vincent van Gogh, Auguste Rodin (zwei Zeichnungen), Aristide Maillol, Bernhard Hoetger, Paul Cézanne, Paul Gauguin, Emile Bernard und einem Mädchenporträt von Edvard Munch.

 

Paula Modersohn-Becker. Zwischen Worpswede und Paris: ausgestellte Bilder

  • Paula Modersohn-Becker, Brustbild einer alten Frau im Profil nach links, 1897/1898, Pappe, 65,7 x 44,7 cm (Museen Böttcherstraße, Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen)
  • Paula Modersohn-Becker, Sitzende alte Frau mit übereinander gelegten Händen im Schoß, um 1899, Kohle, Schwarze Kreide, Rötel und blauer Farbstift, 82,5 x 49,8 cm (Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen, Leihgabe aus Privatbesitz)
  • Paula Modersohn-Becker, Stehender weiblicher Akt nach rechts, um 1899, Kohle, 169 x 87 cm (Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen)
  • Paula Modersohn-Becker, Stehender männlicher Akt nach links, um 1899, Kohle, 189,5 x 84,5 cm (Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen)
  • Paula Modersohn-Becker, Sitzendes Bauernmädchen im Profil nach links, 1899, Farbkreide und Rötel auf Papier, 49,4 x 36,2 cm (Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen (Leihgabe aus Privatbesitz)
  • Paula Modersohn-Becker, Gänsemagd, 1899, Radierung, 43,5 x 38,2 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Alte mit Gans, o.J., Radierung, 29 x 37,8 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Birkenallee im Herbst, 1900, Pappe, 37 x 46,6 cm (Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen)
  • Paula Modersohn-Becker, Mädchen mit gelbem Kranz im Haar, 1901, Presskarton, 54 x 38 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Häuser, Birken und Mond, um 1902, Pappe, 40,7 x 53,8 cm (Museen Böttcherstraße, Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen (Leihgabe aus Privatbesitz))
  • Paula Modersohn-Becker, Knabe mit grasender Ziege, 1902, Öl/Pappe, 50 x 70 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis mit Kette, um 1903, Öl/Pappe, 38,5 x 25,5 cm (Kunsthalle Bremen)
  • Paula Modersohn-Becker, Mädchen mit blauweisser Kette im Haar, Brustbild, um 1903, Öl/Pappe, 48 x 42 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Mädchenkopf mit roter Haube, 1904, Pappe, 37 x 33,4 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Schützenfest in Worpswede, 1904, Pappe, 53,5 x 73,5 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Stillleben mit Kastanien, um 1905, Öl/Leinwand, 65 x 90 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Stillleben mit Rhododendron, um 1905, Pappe, 69,5 x 85,5 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Alte Frau mit schwarzem Strohhut, um 1905, Öl/Leinwand, 35 x 41,5 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Stillleben mit Kürbis, um 1905, Öl/Leinwand, 75 x 95 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Kopf eines kleinen Mädchens mit Strohhut, um 1905 (Kunst- und Museumsverein im Von der Heydt-Museum)
  • Paula Modersohn-Becker, Alte Armenhäuslerin, um 1905 (Von der Heydt-Museum Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Mädchenbildnis, 1905 (Von der Heydt-Museum Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Mädchen mit Kaninchen, 1905, Pappe, 61 x 55,5 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Kinderwagen mit Ziege und Kindern, 1905, Öl/Pappe, 33,9 x 49,6 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Heidelandschaft (Landschaft mit Föhren), um 1905, Pappe, 37 x 51 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Otto Modersohn mit Strohhut im Profil nach rechts, um 1905, Öl/Pappe, 49 x 43 cm (Kunsthalle Bremen)
  • Paula Modersohn-Becker, Sitzende Mutter mit Kind auf dem Schoß, 1906, Pappe, 105,5 x 75 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Mutter mit Kind an der Brust, Halbakt, 1906, Pappe, 74,5 x 52 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis mit weißer Perlenkette, 1906, Öl/Pappe, 41,5 x 26 cm (LWL-Museum für Kunst und Kultur (Westfälisches Landesmuseum), Münster)
  • Paula Modersohn-Becker, Stillleben mit Goldfischglas, 1906/1907 (Von der Heydt-Museum Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Stillleben mit Krug, 1907, Öl/Leinwand, 55,5 x 60 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paula Modersohn-Becker, Mädchenakt mit Blumenvase, um 1907 (Von der Heydt-Museum Wuppertal)

Künstlerkolonie Worpswede: ausgestellte Bilder

  • Fritz Mackensen, Mutter und Kind, 1892, Öl/Leinwand, 80 x 100 cm (Museum am Modersohn-Haus, Worpswede (Sammlung Bernhard Kaufmann))
  • Heinrich Vogeler, Heufahrt auf der Hamme, um 1895, Öl/Leinwand, 99 x 56 cm (Museum am Modersohn-Haus, Worpswede (Sammlung Bernhard Kaufmann)
  • Otto Modersohn, Abend in Worpswede, um 1896, Öl/Leinwand, 65 x 81 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Fritz Overbeck, Abendsonne, 1897, Öl/Leinwand, 120 x 175 cm (Sammlung Böhm Berlin/Dauerleihgabe an die Kulturstiftung Landkreis Osterholz
  • Otto Modersohn, Mondaufgang im Moor, um 1898, Öl/Leinwand, 78,5 x 109,5 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Carl Vinnen, Mondnacht, 1900, Öl/Holz, 100,5 x 79 cm (Niedersächsische Sparkassenstiftung/Dauerleihgabe an die Kulturstiftung Landkreis Osterholz)
  • Hans am Ende, Torfkähne auf der Hamme, um 1900, Öl/Leinwand, 73,3 x 98 cm (Museum am Modersohn-Haus, Worpswede (Sammlung Bernhard Kaufmann)
  • Hans am Ende, Herbstmorgen, um 1900, Öl/Leinwand, 52 x 51 cm (Kunsthalle Bremen (Leihgabe aus Privatbesitz))
  • Heinrich Vogeler, Mutter und Kind im Schlafgemach, 1906, Öl/Leinwand, 60 x 71 cm (Museum am Modersohn-Haus, Worpswede (Sammlung Bernhard Kaufmann)
  • Clara Rilke-Westhoff, Mädchen mit Blumenstrauß, um 1905, Öl/Pappe, 36 x 18 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Clara Rilke-Westhoff, Büste Paula Modersohn-Becker, 1908, Bronze, H: 33,5 cm (Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen)

Paris um 1900: ausgestellte Bilder

  • Vincent van Gogh, Hütten, 1883, Öl/Leinwand, 35,4 x 55,7 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Foundation)
  • Paul Cézanne, Flaschen und Pfirsiche, um 1890, Öl/Leinwand, 50,5 x 52 cm (Stedelijk Museum Amsterdam)
  • Paul Cézanne, Liegender Weiblicher Akt, 1885/1887, Öl/Leinwand, 44 x 62 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Paul Gauguin, Maria mit Kind und Frau mit gefalteten Händen, 1894, Monotypie, 34 x 18 cm (Rijksmuseum, Amsterdam)
  • Émile Bernard, Wäschebleiche, o.J., Farblithographie, 38,3 x 56,6 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Émile Bernard, Stillleben mit Teekanne, Tasse und Früchte, 1890, Öl/Leinwand, 39 x 47 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Schenkung Elin und Bengt Ekström))
  • Pierre Bonnard, Frau an der Lampe, o.J., Farbradierung, 62,5 x 44,5 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Auguste Rodin, Baigneuse, um 1900, Bleistift und Aquarell auf Papier, 32,5 x 25 cm (Kröller-Müller Museum, Otterlo)
  • Auguste Rodin, Baigneuse, 1895/1900, Bleistift und Aquarell auf Papier, 32 x 25 cm (Kröller-Müller Museum, Otterlo)
  • Aristide Maillol, Stehende Badende mit Tuch, um 1900, Bronze, 64 x 15,5 x 15 cm (Kunsthalle Bremen)
  • Aristide Maillol, Leda, um 1900, Bronze, 29 x 14 x 12 cm (Kunsthalle Bremen)
  • Bernhard Hoetger, Eva auf dem Löwen, 1907, Bronze, Eichenholz, 36 x 24,5 x 23,5 cm (Museen Böttcherstraße, Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen)
  • Bernhard Hoetger, Weiblicher Akt mit Schale, 1907, Bronze, 52,5 x 15 x 13,5 cm (Museen Böttcherstraße, Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen)
  • Bernhard Hoetger, Elberfelder Torso, 1905/1906, Bronze, 91 x 45 x 30 cm (Kunst- und Museumsverein im Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Bernhard Hoetger, Kopf Paula Modersohn-Becker, 1927, Bronze, 24,5 x 14,5 x 17,5 cm (Kunst- und Museumsverein im Von der Heydt-Museum, Wuppertal)
  • Edvard Munch, Mädchen mit rotem Hut, um 1903/1905, Öl/Holz, 58 x 46,5 cm (Von der Heydt-Museum, Wuppertal)

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29. Juli 2018
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Das Werk von Paula Modersohn-Becker gilt als wegbereitend für die Moderne in Deutschland, denn stets war die Künstlerin auf der Suche nach der „großen Einfachheit der Form“ und dem lebendigen Ausdruck der Farbe. In den ägyptischen Mumienporträts aus dem Louvre (1.-4. Jahrhundert) fand sie diesen genauso wie in den Gesichtern alter Bäuerinnen und junger Kinder im niedersächsischen Worpswede.
10. Februar 2014
Wassily Kandinsky, Murnau, 1908, Ö auf Karton, Merzbacher Kunststiftung.

Expressionismus in Deutschland und Frankreich

Bereits am Cover des umfassenden Katalogs wird deutlich, dass Timothy O. Benson, Kurator am LACMA und Organisator dieser Wanderausstellung, den deutsch-französischen Kunstaustausch über die Farbe definiert. Denn was der Begriff „Expressionismus“ genau beschreibt, das wussten bereits die Zeitgenossen nicht. Von Alfred Döblin bis Oskar Kokoschka reichen die Kommentatoren einer Kunstrichtung , die sich über Innerlichkeit, Mystik, Farbexperimenten und Farbexplosionen (bis ins Unrealistische), dynamischem Pinselduktus, Musikalität, Kubismus-Rezeption, Primitivismus (vom „nordischen“ Nolde, der ägyptisierenden Modersohn-Becker bis zur Rezeption afrikanischer Plastik durch die Fauves und die Brücke Künstler) u.v.m. als neu und zeitgemäß definierte.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.