Peter Paul Rubens. Kraft der Verwandlung Inspiration und kreative Metamorphose in der Bildwelt des flämischen Barockmalers

Peter Paul Rubens, Ecce homo, 1612, Öl auf Holz, 125,7 x 96,5 cm (Eremitage, St. Petersburg)

Peter Paul Rubens, Ecce homo, 1612, Öl auf Holz, 125,7 x 96,5 cm (Eremitage, St. Petersburg)

Peter Paul Rubens (1577–1640) zog auf mannigfaltige Weise Inspirationen aus Kunstwerken der Antike, der Renaissance aber auch aus Bildern seiner Zeitgenossen. Während Rubens‘ 50jähriger Schaffenszeit beschäftigte er sich aber auch kontinuierlich mit seinem eigenen Werk und wandelte Kompositionen immer wieder ab. Neben dem reichen Bestand an Gemälden des flämischen Barockmalers im KHM bringen die Kuratoren Gerlinde Gruber, Stefan Weppelmann sowie Jochen Sander auch antike Skulpturen, Gemälde von Tizian und Tintoretto (aus dem Palazzo Ducale) aus Venedig nach Wien. An diesen schulte Peter Paul Rubens sein Auge in kompositioneller und formaler Hinsicht, so dass diese Werke ihn zu neuen Bildlösungen inspirierten.

 

Als junger Künstler kopierte Rubens Druckgrafiken aus der Serie „Totentanz“ (vor 1600) von Hans Holbein d. J., das Relief mit der „Schlacht der Kentauren und Lapithen“ von Michelangelo (1600–1603), die „Schacht von Cadore“ des Tizian (1600/05). Er fertigte während seines nahezu acht Jahre dauernden Aufenthaltes in Italien mehrere Zeichnungen nach dem antiken „Kentauren, von Cupido gezähmt“ (1601/02) wie der Laokoon-Gruppe im Vatikan. Gemälde von Tizian und Michelangelo fungierten als Vorbilder für Schlachtenbilder (u.a. für die berühmte „Amazonenschlacht“), während „Der sterbende Seneca“ (um 1612/13) auf einer antiken, vermeintlich Seneca darstellenden Skulptur beruht.

Die Schau kontextualisiert den herausragenden Wiener Bestand an Gemälden von Peter Paul Rubens um Vor- und Nachbilder aus internationalen Sammlungen. Nach Wien wird die Ausstellung im Städel Museum in Frankfurt zu sehen sein. „Peter Paul Rubens. Kraft der Verwandlung“ wird kuratiert von Gerlinde Gruber, Kuratorin für flämische Barockmalerei, Kunsthistorisches Museum Wien, Stefan Weppelmann, Direktor der Gemäldegalerie, Kunsthistorisches Museum Wien sowie Jochen Sander, Kurator und Vizedirektor, Städel Museum, Frankfurt.

 

 


Peter Paul Rubens im KHM

Das Kunsthistorische Museum besitzt etwa vierzig Gemälde des Meisters und seiner Werkstatt. Dazu zählen farbstarke und figurenreiche Hauptwerke wie die riesigen Altarbilder für die Antwerpener Jesuitenkirche ebenso wie intimere Darstellungen des „Pelzchens“, des „Hauptes der Medusa“ oder Rubens‘ spätes „Selbstbildnis“.

 

Peter Paul Rubens. Kraft der Verwandlung: Bilder

  • Peter Paul Rubens, Ecce homo, 1612, Öl auf Holz, 125,7 x 96,5 cm (Eremitage, St. Petersburg)
  • Peter Paul Rubens, Beweinung Christi, 1614 datiert, Öl auf Eichenholz, 40,5 x 52,5 cm (© KHM  - Museumsverband)
  • Peter Paul Rubens, Die vier Flüsse des Paradieses (Nil, Euphrat, Tigris und Ganges), um 1615, Öl auf Leinwand, 110 cm x 85,5 cm x 2,4 cm (© KHM  - Museumsverband)
  • Peter Paul Rubens, Haupt der Medusa, um 1617/18, Öl auf Eichenholz, 68,5 x 118 cm (© KHM -Museumsverband)
  • Peter Paul Rubens, Helena Fourment („Das Pelzchen“), um 1636/1638, Öl auf Eichenholz, 176 x 83 cm (© KHM  - Museumsverband)

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Alexandra Matzner
* 1974 in Linz, Studium der Kunstgschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn in Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.