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Tate Britain: Van Gogh und Großbritannien Einfluss britischer Kunst und Kultur und Reaktion britischer Künstler auf Van Gogh

Vincent van Gogh Selbstporträt, Detail, 1889, Öl/Lw, 57.79 × 44.5 cm (National Gallery of Art, Washington, Collection of Mr. and Mrs. John Hay Whitney)

Vincent van Gogh Selbstporträt, Detail, 1889, Öl/Lw, 57.79 × 44.5 cm (National Gallery of Art, Washington, Collection of Mr. and Mrs. John Hay Whitney)

Van Gogh und Großbritannien zeigt den Einfluss, den London auf ihn hatte, und wie seine Kunst britische Künstler inspirierte. 45 Gemälde von Vincent van Gogh laden im Frühjahr 2019 zum Erkunden von dessen späten Werken ein, darunter so berühmte Gemälde wie das Washingtoner „Selbstporträt“ (1889), „Schuhe“ (Van Gogh Museum, Amsterdam), „Sternennacht über der Rhone“ (1888, Musée d’Orsay), „L’Arlésienne“ (1890, Museu de Arte de São Paolo) sowie „Trauernder alter Mann [Am Tor zur Ewigkeit]“ (Mai 1890, Kröller-Müller Museum, Otterlo) und „Rundgang im Gefängnishof“ (Februar 1890, Pushkin Museum) sowie die „Sonnenblumen“ (1888 → Van Goghs Sonnenblumen) aus der National Gallery London.

Vincent van Gogh in London

Als junger Mann lebte Vincent van Gogh zwischen 1873 und 1876 einige wichtige Jahre in London (→ Vincent van Gogh: Biografie). Hier spazierte er allein die Straßen entlang, träumte von der Zukunft und schrieb seinem Bruder Theo, dass er sich in die Stadt verliebt hätte. Als Auszubildender einer Kunstgalerie kam er in die Stadt. Dabei begeisterte er sich für die britische Kultur, Literatur, Kunst, vor allem Texte von William Shakespeare über George Eliot bis Christina Rossetti begeisterten ihn. Die Romane von Charles Dickens hatten eine besonders große Wirkung auf den niederländischen Maler. Sie prägten seinen Stil und seine Themenwahl bis zu seinem tragischen Freitod 1890. So zeigt das Porträt der „L’Arlésienne“, das er in seinem letzten Lebensjahr in Südfrankreich schuf, ein Lieblingsbuch des Malers im Vordergrund.

 

 

Van Gogh und die Britische Kunst

In Museen und Ausstellung setzte sich Van Gogh mit internationaler und britischer Kunst auseinander, vor allem den Landschaften von John Constable und Historien von John Everett Millais. An diesen Kompositionen schulte er seinen Blick, sie waren Richtschnur für sein gesamtes Leben und Werk. Trotz seiner relativen Armut sammelte Van Gogh in seinem Leben etwa 2.000 Kupferstiche, die meisten stammten aus englischen Magazinen wie die „Illustrated London News“. Als er am Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit stand, hielt er sein Credo fest: „Mein ganzes Leben ist das Ziel die Dinge aus dem Alltag zu machen, die Dickens beschreibt und diese Künstler zeichnen.“ Das späte Bild „Rundgang im Gefängnishof“ aus den letzten Monaten seines Lebens ist eine Umsetzung von Gustave Dorés Druckgrafik des Gefängnisses in Newgate.

 

 

Wer war von Van Gogh beeinflusst?

Berühmte britische Maler setzten sich wiederum mit Van Goghs Werk auseinander. Walter Sickert, Francis Bacon, David Bomberg und die jungen Camden Town Maler werden in der Ausstellung der Tate Britain präsentiert werden.

Quelle: Pressetext

 

 

Tate Britain: Van Gogh und Großbritannien: Bilder

  • Vincent van Gogh, Schuhe, Paris, Januar–Februar 1887, Öl/Karton, 32.7 cm x 40.8 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Foundation)
  • Vincent van Gogh, Selbstporträt, 1887 (Musée d'Orsay. Foto © RMN)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Ende August 1888, Öl/Lw, 93 x 73 cm (National Gallery, London)
  • Vincent van Gogh, La Nuit étoilée [Sternennacht über der Rhone], 28. September 1888, Öl auf Leinwand, 72,5 x 92 cm (Musée d’Orsay, Paris, Geschenk von Mr und Mrs Robert Kahn-Sriber, in Gedenken an Mr und Mrs Fernand Moch, 1975)
  • Vincent van Gogh Selbstporträt, 1889, Öl/Lw, 57.79 × 44.5 cm (National Gallery of Art, Washginton, Collection of Mr. and Mrs. John Hay Whitney)
  • Vincent van Gogh, Rundgang im Gefängnishof, Februar 1890, Öl/Lw, 80 х 64 cm (Pushkin Museum, Moskau)

Beiträge über Vincent van Gogh

1. Dezember 2018
David Hockney, More Felled Trees on Woldgate, Detail, 2008, Öl auf 2 Leinwände, 91,4 x 122 je, 152,4 x 243,8 cm gesamt (© David Hockney, Foto: Richard Schmidt)

Van Gogh Museum: Hockney – Van Gogh „Die Freude an der Natur“ zeigt Landschaftsbilder und Einfluss des Niederländers

David Hockney ließ sich für seine Yorkshire Landschaften intensiv von Vincent van Gogh und dessen Bilder beeinflussen. Das Van Gogh Museum zeigt 2019 beide!
1. Dezember 2018
Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, Arles, Januar 1889, Öl/Lw, 95 cm x 73 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Foundation)

Van Gogh und die Sonnenblumen Entstehung, Maltechnik und Erhaltung

2019 präsentiert das Van Gogh Museum Amsterdam Vincent van Goghs berühmtes Gemälde „Sonnenblumen“ (1889). Neben den Ergebnissen der jüngsten technologischen Forschung stellt die Ausstellung auch die Genese dieses Meisterwerks vor. Seine Entstehung hängt eng mit Vincent van Goghs Beziehung zu Paul Gauguin und seinen Nervenzusammenbruch 1888 zusammen.
22. November 2018
Vincent van Gogh, Wassermühle in Kollen bei Nuenen, Detail, 1884, Öl/Lw, 60,5 x 80 cm (Het Noordbrabants Museum 's-Hertogenbosch. Verworven dankzij de financiële steun van de provincie Noord-Brabant, het Mondriaan Fonds, de Vereniging Rembrandt (mede dankzij haar Alida Fonds en haar Jheronimus Fonds), alsmede dankzij een in 1999 nagelaten legaat van mevrouw Henriëtte M.J. van Oppenraaij)

Van Goghs Freunde, Familie und Modelle Het Noordbrabants Museum zeigt, wer im Leben und der Kunst Van Goghs eine Rolle spielte

Wer spielte eine wichtige Rolle in Vincent van Goghs Leben und Werk? Das Noordbrabants Museum in ‘s Hertogenbosch gibt 2019 darauf eine Antwort, indem es den inneren Zirkel des Malers vorstellt. Seine Freunde, Familie und Modelle, Künstlerkollegen, Studenten von Brabant bis in den Süden Frankreichs – mit denen ihn komplexe Beziehungen verbanden. Wenn Vincent van Gogh häufig starke und langandauernde Freundschaften pflegte, so endeten diese manchmal in Entfremdung.

Aktuelle Ausstellungen

5. Februar 2019
Gert H. Wollheim, Abschied von Düsseldorf, Detail, 1924, Öl auf Leinwand, 160 × 185 cm (Kunstpalast, Düsseldorf, © Jutta Osterhof / Nachlass des Künstlers, Foto: Kunstpalast - Horst Kolberg – ARTOTHEK)

Düsseldorf Kunstpalast: Das Junge Rheinland „Zu schön, um wahr zu sein“ der Düsseldorfer Kunstszene bis 1933

Ausstellung im Kunstpalast 2019: Das Junge Rheinland, Künstlervereinigung 1919-1933 in Düsseldorf: Künstler und Künstlerinnen, Kunstrichtungen, Auflösung.
5. Februar 2019
Georges Braque, Großer Akt, Detail, Winter 1907–Juni 1908, Öl/Lw, 140 x 100 cm (Centre Pompidou, Paris © Centre Pompidou Dist. Rmn-GP)

Kubismus: Künstler, Konzepte, Methoden Centre Pompidou und Kunstmuseum Basel analysieren die radikale Kunstbewegung

Mit mehr als 300 Werken von den bedeutendsten Kubisten, darunter Pablo Picasso, Georges Braque, André Derain, Henri Laurens, Robert Delaunay, Fernand Léger, Francis Picabia und Marcel Duchamp, zeigt die Ausstellung im Centre Pompidou den Austausch zwischen den Künstlern und ihren Diskussionspartnern.
4. Februar 2019
Christian Schad, Halbakt, Detail, 1924 (Von der Heydt-Museum, Wuppertal, © Christian Schad Stiftung Aschaffenburg / VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

Bucerius Kunstforum zeigt Kunst von Otto Dix bis August Sander Neues Sehen – Neue Sachlichkeit: Wechselwirkung von Fotografie und Malerei der Weimarer Republik in Hamburg

Nach 1918 etablierte sich mit der Neuen Sachlichkeit in der Malerei sowie dem Neuen Sehen in der Fotografie eine moderne Stilrichtung, die eine sachliche und realistisch-veristische Wiedergabe anstrebte und sich so vom Expressionismus bzw. Piktorialismus abgrenzte. In der Gegenüberstellung von Gemälden und Fotografien aus dieser Epoche spürt die Ausstellung den Wechselbeziehungen zwischen den Medien nach. Sie untersucht die Themenkomplexe Porträt, Stadtansichten, Stillleben, Industrie und Technik sowie politische Fotomontage, in der sich die gesellschaftlichen Spannungen dieser turbulenten Epoche exemplarisch verdichten.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.