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Van Gogh Museum erhält zwei gestohlene Gemälde zurück! Wichtige Frühwerke Van Goghs wohlbehalten in Amsterdam

Vincent van Gogh, Kongregation verlässt die reformierte Kirche in Nuenen, Frühjahr 1884, Öl auf Leinwand(Van Gogh Museum, Amsterdam)

Vincent van Gogh, Kongregation verlässt die reformierte Kirche in Nuenen, Frühjahr 1884, Öl auf Leinwand(Van Gogh Museum, Amsterdam)

Vincent van Goghs „Kongregation verlässt die reformierte Kirche in Nuenen“ (1884) und „Sturm - Strand von Scheveningen“ (August 1882) sind zwei Frühwerke des aus den Niederlanden stammenden Künstlers, der sich 1880 seiner Leidenschaft – der Malerei – zuwandte. Im Selbststudium und kaum akademischer Unterstützung wollte er die Heimat und ihre Bevölkerung, der er sich stark verbunden fühlte, in ausdrucksstarke Gemälde fassen.

„Ich fühle, dass meine Arbeit im Herzen der Leute liegt, dass ich mich nahe am Boden aufhalten muss, dass ich tief in das Leben eintauchen muss und mit Hilfe des sorgsamen und schwierigen Kopierens vorwärtskommen muss. Ich kann mit keinen anderen Weg vorstellen ….“1 (Vincent van Gogh in einem Brief an Theo van Gogh, Den Haag, Freitag, 12. oder Samstag, 13. Mai 1882)

Vincent van Goghs Anfänge

Der Niederländer zog kurz nach Weihnachten 1881 nach Den Haag, wo er bis September 1883 lebte. Hier wollte er sich von seinem Schwager Anton Mauve, einem renommierten Maler der Haager Schule unterrichten lassen. Die neue niederländische Landschaftsmalerei hatte um 1880 bereits internationales Aufsehen erregt und galt bei Zeitgenossen als Verbindung einer präzisen Naturschilderung mit „einem bemerkenswerten Gefühl für den genius loci2. Eine andere Kritikerstimme sah in Werken von Jozef Israëls eine Schwesternschaft von Schatten und Schmerz, womit er auch Vincent van Goghs Haager Gemälde hätte beschreiben können.

Inspiriert durch den Realismus der Schule von Barbizon und der Haager Schule wagte sich Vincent van Gogh erst im August 1882 an erste Ölstudien. Zuvor hatte er versucht, seine Fähigkeiten als Zeichner zu schulen. Durch einen Brief an seinen Bruder Theo van Gogh ist überliefert, dass der angehende Künstler sich vornahm, am Montag, dem 7. August 1882 „mit dem Malen kleiner Studien“ zu beginnen.3 In den nun entstehenden Studien wandte er sich dem städtischen Leben („Studie von einem Kohlenweg“), der Natur (Studien von Kopfweiden) und bereits dem Küstenort Scheveningen zu. Erhalten ist nur ein Bruchteil der entstandenen kleinformatigen Ölgemälde, die die ersten Schritte Van Goghs in die Malerei dokumentieren - darunter das Marinestück aus dem Van Gogh Museum. Von diesem Zeitpunkt an war sich Van Gogh sicher, ein Maler zu sein. Umso erfreulicher ist der Fund der gestohlenen Werke des Van Gogh Museums.

Van Gogh in Scheveningen

„Die See war vor dem Sturm beinahe noch imposanter als während des eigentlichen Sturms. Solange der Sturm anhielt, sah man die Wellen viel weniger und hatte weniger als zuvor den Eindruck gepflügten Landes. Die Wellen folgten so schnell aufeinander, dass eine die andere verdrängte und es entstand durch den Zusammenprall der Wassermassen eine Art Schaum, wie Flugsand, der die See im Vordergrund in eine Art Schleier hüllte. Sonst aber war es ein grimmiges Lüftchen – umso grimmiger und, wenn man länger zusah, umso eindrucksvoller, als es so wenig Lärm machte. Die See hatte die Farbe von schmutziger Seifenlauge. Just an der Stele war ein Fischerboot, das letzte in der Reihe, und einige dunkle Figürchen.“4 (Vincent van Gogh in einem Brief an Theo van Gogh, Den Haag, Freitag, Samstag, 26. August 1882)

Mit diesen Worten beschrieb Vincent van Gogh am 26. August 1882 seine Skizze des aufgewühlten Meeres mit den heranrollenden Wellen, dem schweren Himmel, den Fischern am Strand und sich selbst in den Dünen hockend. Zwei Mal, so begann er den Brief, hätte er alle Farbe von der Leinwand kratzen müssen, da eine dicke Sandschicht alles bedeckte. Erst als er sein Atelier in ein nahegelegenes Gasthaus verlegte, hätte er die Komposition ausführen können. Immer besorgt um die Authentizität des Eindrucks, war er in den Sturm hinausgeeilt. Das Ergebnis war nicht nur diese eindrucksvolle erste Studie des tosenden Meeres, der Gewalt der Natur, dem die kleinen Menschen ausgeliefert scheinen, sondern auch eine Erkältung, die den fanatischen Pleinairisten Van Gogh für ein paar Tage ins Bett fesselte. Ein halbes Jahr später brach Vincent van Gogh mit den Haager Künstlern, allen voran mit dem von ihm verehrten Anton Mauve. Dahinter standen sowohl seine Ablehnung, nach Gipsen zu zeichnen (stattdessen wandte er sich Typen aus dem einfachen Volk zu), und dass er eine schwangere Frau, Clasina Maria Horrnik, genannt Sien, bei sich aufgenommen hatte.

Van Gogh in Nuenen

Nach Vincent van Goghs Krise mit Sien, einer überstandenen Tripper-Infektion und seiner Distanzierung von den Landschaftsmalern der Haager Schule zog er nach Nuenen, wo er zwischen Dezember 1883 und November 1885 lebte. Die Stadt bei Eindhoven bot sich an, weil Van Goghs Vater zum Pfarrer der reformierten Gemeinde berufen worden war. Vincent van Gogh zog widerwillig wieder bei seinen Eltern ein. Die Kirche von Nuen zog vor allem im Frühjahr 1884 sein, Interesse auf sich. Das äußerst persönliche Bild schuf er für seine Mutter, nachdem der Vater verstorben war. In mehreren Skizzen und Zeichnungen hielt er den „alten Turm“, die Felder ringsherum, den Weiher, Kopfweiden und Hecken fest. In dieser Phase wählte Vincent van Gogh dunkle, erdige Töne, die wenig später in sein Hauptwerk der holländischen Zeit mündeten: „Die Kartoffelesser“ (→ Vincent van Gogh im Borinage. Die Geburt eines Künstlers).

Blitz-Coup

Vor vierzehn Jahren (2002) stahlen zwei Diebe die nun zurückgekehrten Gemälde aus dem Museum. Im September 2016 wurden sie bei einer Razzia der italienischen Guardia di Finanza in der Nähe von Neapel wiedergefunden. Sie befanden sich in einem Haus, das die Eltern des flüchtigen Camorra Chefs Raffaele Imperiale bewohnten, hinter einer zweiten Wand. Jetzt wurden sie dem niederländischen Museum zurückgegeben und von den Restauratoren des Van Gogh Museums erstmals in Augenschein genommen. Die beiden frühen Gemälde Vincent van Goghs haben glücklicherweise wenig gelitten – der gravierendste Schaden wurde kurz nach dem Diebstahl beim Ablösen des Bilderrahmens verursacht – und sind in relativ gutem Zustand. Dennoch werden sie nach der Erstpräsentation von den Restauratoren erneut untersucht und behandelt werden, da von dem bereits zuvor stark restaurierten Gemälde „Das Meer bei Scheveningen“ eine Ecke abgerissen wurde.

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21. Oktober 2019
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18. Oktober 2019
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Vincent van Gogh: Biografie Lebenslauf und Werk des holländischen Malers

Vincent van Goghs Biografie: Leben und Werke des spät berufenen Malers aus Holland. Hier findest du den Lebenslauf samt aller wichtiger Stationen!
28. September 2019
Vincent van Gogh, Der Sämann, Detail, um 25. November 1888, Öl auf Leinwand, 32 x 40 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung)

Amsterdam | Van Gogh Museum: Jean-François Millet. Die Saat der Modernen Kunst Wie inspirierte Millet van Gogh, Monet, Munch und Dalí?

Wie inspirierte Millet van Gogh, Monet, Munch und Dalí? Als "Maler der Bauern" ging Jean-François Millet in die Kunstgeschichte ein. Seine Bilder beeinflussten die Moderne Kunst, denn Monet, van Gogh, Pissarro, Munch und Dalí kopierten und paraphrasierten die ländlichen Motive und neuartig stimmungsvollen Landschaften.
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Wien | Albertina: Sammlung Hahnloser Cézanne, Matisse, Hodler - und die Künstler des Postimpressionismus, Fauvismus und Klassischen Moderne

Die Albertina präsentiert im Frühjahr 2020 eine repräsentative Auswahl an Werken der Schweizer Sammlung Hahnloser. Die Sammlung Hahnloser, zwischen 1905 und 1936 zusammengetragen von Arthur Hahnloser und dessen Ehefrau Hedy Hahnloser-Bühler, umfasst Werke des Postimpressionismus, Fauvismus und der Klassischen Moderne - von Van Gogh, Cézanne über die Nabis bis zu Matisse und Ferdinand Hodler.
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Vincent van Gogh und Deutschland "Making van Gogh" im Städel

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17. Juni 2019
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Van Gogh Museum: Hockney – Van Gogh „Die Freude an der Natur“ zeigt Landschaftsbilder und Einfluss des Niederländers

David Hockney ließ sich für seine Yorkshire Landschaften intensiv von Vincent van Gogh und dessen Bilder beeinflussen. Das Van Gogh Museum zeigt 2019 beide!
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Van Gogh Museum | Van Gogh und die Sonnenblumen Entstehung, Maltechnik und Erhaltung

2019 präsentiert das Van Gogh Museum Amsterdam Vincent van Goghs berühmtes Gemälde „Sonnenblumen“ (1889). Neben den Ergebnissen der jüngsten technologischen Forschung stellt die Ausstellung auch die Genese dieses Meisterwerks vor. Seine Entstehung hängt eng mit Vincent van Goghs Beziehung zu Paul Gauguin und seinen Nervenzusammenbruch 1888 zusammen.
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Die Courtauld Sammlung impressionistischer Malerei: von Manet bis Cézanne Bedeutende Sammlung französischer Impressionisten in London und in Paris vereint

Der englische Industrielle und Kunstsammler Samuel Courtauld (1876–1947) schuf eine der bedeutendsten Kollektionen impressionistischer Kunst in Europa. Erstmals seit 60 Jahren zeigt die Fondation Louis Vuitton die Werke der Pariser Künstler an ihrem Entstehungsort.
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Van Goghs Sonnenblumen Fünf Sonnenblumen-Gemälde auf drei Kontinenten live auf Facebook vorgestellt

Van Goghs Sonnenblumen entstanden zwischen August 1888 und Januar 1889 in Arles (Südfrankreich): sieben Versionen seines berühmtesten Gemäldes malte rund um seinen Nervenzusxammenbruch. Heute sind fünf dieser Werke in Museen auf der ganzen Welt verstreut und konnten seither für keine Ausstellung an einen Ort gebracht werden. Am 14. August 2017 werden die „Sonnenblumen” virtuell, genauer: auf Facebook, wiedervereint.
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Félix Vallotton, Die Weiße und die Schwarze, 1913, Öl auf Leinwand, 114 x 147 cm (Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Winterthur, Schenkung Geschwister Jäggli, 1981)

Sammlung Hahnloser: Meisterwerke des Postimpressionismus Sammlung Hahnloser in Bern (ehemals Villa Flora, Winterthur)

Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler trugen zwischen 1905 und 1936 eine der prestiegeträchtigsten Schweizer Privatsammlungen zusammen: Die derzeit im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ausgestellten Werke von den Nabis und Fauvisten stehen aber auch für die Freundschaften des Sammlerehepaares, für das die so häufig genutzte Formel „Leben für die Kunst“ wahrhaftig zutraf.
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Vincent van Gogh, Baumwurzeln, Auvers-sur-Oise Juli 1890, Öl auf Leinwand, 50.3 × 100.1 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam / Vincent van Gogh Foundation)

Vincent van Gogh: Bilder vom Wald Bäume und Wälder im Werk von Van Gogh, Rousseau und Corot

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10. November 2016
Vincent van Gogh, Bauernhaus, Auvers-sur-Oise, Mai–Juni 1890, Öl auf Leinwand, 38.9 cm x 46.4 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam Vincent van Gogh Foundation)

Vincent van Gogh und Daubigny Blühende Obstbäume und Felder rund um Auvers

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Vincent van Gogh : Paul Gauguin, Cover

Vincent van Gogh : Paul Gauguin in Arles Gescheiterte Künstlerkolonie im Gelben Haus

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14. September 2016
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Seurat, Signac, Van Gogh – Wege des Pointillismus Kein Punkt ist gleich!

Ein Punkt, ist ein Punkt, ist ein Punkt? So einfach ist es wohl nicht, wie mir Albertina-Kurator Heinz Widauer in der Pointillismus-Ausstellung erklärt. Er zeigt diesen Herbst die „Mutation des Punktes“ von Georges Seurat (1859–1891) und Paul Signac bis Théo van Rysselberghe, Vincent van Gogh, Paul Klee und Piet Mondrian. Die Schau demonstriert die Entwicklung der Punktmalerei von Mitte der 1880er bis in die 1930er Jahre. Farbenprächtige Landschaften, lichterfüllte, helle Kompositionen, paradiesische Küstenschilderungen in Spektralfarben, aber auch repräsentative Porträts, intime Interieurs und mystisch-dekorative Visionen locken in den kommenden Wintermonaten sicher nicht nur Kunst-Enthusiasten in das Wiener Haus.
26. Februar 2016
Edouard Manet, Die Dante-Barke (nach Delacroix), um 1854, Öl/Lw, 37.5 x 45 cm (Musée des Beaux Arts de Lyon (B830) © Lyon MBA - photo Alain Basset)

Delacroix und die Malerei der Moderne Wegbereiter von Renoir, Monet, Cézanne, Gauguin, Redon...

Eugène Delacroix (1798–1863) steht an der Schwelle von Salonmalerei und moderner Malerei, die nur sich selbst verpflichtet ist. In Auseinandersetzung mit dem Grand Style von Paul Delaroche und den Farbtheorien Michel Eugène Chevreuls (1786–1889) entwickelte er einen auf Farben und Pinselstrich basierenden Malstil. Obwohl Delacroix kaum Schüler hatte, wurde sein Personalstil und seine Überlegungen zu Kunst zu den folgenreichsten des 19. Jahrhunderts. Generationen von Impressionisten (Manet, Fantin-Latour, Bazille, Renoir), Spätimpressionisten (Cézanne, Van Gogh), Symbolisten (Moreau, Redon, Gauguin) und Pointillisten (Seurat, Matisse, Metzinger) bezogen sich auf oft ungeahnte Weise auf ihren 1863 verstorbenen Wegbereiter.
  1. „ I feel that my work lies in the heart of the people, that I must keep close to the ground, that I must delve deeply into life and must get ahead by coping with great cares and difficulties. I can’t imagine any other way,…“ Das Original liegt im Van Gogh Museum, Amsterdam, Br. 1990: 225 | CL: 197.
  2. So urteilte ein Kritiker anlässlich der Präsentation holländischer Gemälde auf der Wiener Weltausstellung 1873 in der „Gazette des Beaux-Arts“. Zitiert nach: John Sillevis, Vincent van Gogh und die Haager Schule, in: Roland Dorn, Klaus Albrecht Schröder, John Sillevis (Hg.), Van Gogh und die Haager Schule (Ausst.-Kat. Bank Austria Kunstforum 28.2.–27.5.1996), Mailand 1996, S. 15–29, hier S. 15.
  3. Ebenda, S. 95.
  4. Das Original liegt im Van Gogh Museum, Amsterdam, Br. 1990: 259 | CL: 226.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.