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Van Goghs Sonnenblumen Fünf Sonnenblumen-Gemälde auf drei Kontinenten live auf Facebook vorgestellt

Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, 1888, Öl/Lw, 100.5 x 76.5cm (Seiji Togo Memorial Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art, Tokyo)

Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, 1888, Öl/Lw, 100.5 x 76.5cm (Seiji Togo Memorial Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art, Tokyo)

Van Goghs Sonnenblumen entstanden zwischen August 1888 und Januar 1889 in Arles (Südfrankreich): sieben Versionen seines berühmtesten Gemäldes malte Vincent van Gogh rund um seinen Nervenzusammenbruch. Heute sind fünf dieser Werke in Museen auf der ganzen Welt verstreut und konnten seither für keine Ausstellung an einen Ort gebracht werden.1 Am 14. August 2017 werden die „Sonnenblumen” virtuell, genauer: auf Facebook, wiedervereint. Die National Gallery (London), das Van Gogh Museum (Amsterdam), das Philadelphia Museum of Art, die Neue Pinakothek (München) und das Seiji Togo Memorial Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art (Tokyo) zeigen in einer einzigartigen Zusammenarbeit ihre Sonnenblumen in einer virtuellen Ausstellung.

Sonnenblumen im Wohnzimmer

Ab 18:50 MEZ (17.50 UK time) senden die Museen hintereinander jeweils 15 Minuten live. Jede der Sessions wird vor dem Originalgemälde stattfinden, gemeinsam lassen sich so Vincent van Goghs Leben und Werk, vor allem aber seine „Sonnenblumen“ erleben. Dabei werden die Bilder Van Goghs in einem fiktiven Ausstellungsraum präsentiert, in dem sich die Besucherinnen und Besucher um 360° drehen können. Willem van Gogh – der Urgroßenkel von Vincents Bruder Theo – erzählt die Geschichte und ergänzt sie um persönliche Erinnerung. Wussten Sie, dass eine Version der „Sonnenblumen“ im Wohnzimmer seiner Großeltern hin? Insgesamt 36 Schattierungen Gelb nutzte Van Gogh für seine Lieblingsblumen.

  • National Gallery, London: 5.50–6.05pm, UK time | 18:50 MEZ
  • Van Gogh Museum, Amsterdam: 6.10–6.25pm, UK time | 19:10 MEZ
  • Neue Pinakothek, München: 6.30–6.45pm, UK time | 19:30 MEZ
  • Philadelphia Museum of Art: 6.50–7.05pm, UK time | 19:50 MEZ
  • Seiji Togo Memorial Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art, Tokyo: 7.10–7.25pm, UK time | 20:10 MEZ (eine Aufnahme wird über das Van Gogh Museum gestreamt)

 

Vincent van Gogh: Sonnenblumen

Die „Sonnenblumen“-Serie datiert aus dem Jahr 1888/89, als Vincent van Gogh Paris verließ, um im Licht von Südfrankreich zu arbeiten und ist eng mit dem Aufenthalt Paul Gauguins in Arles sowie Van Goghs Nervenzusammenbruch verbunden. Vincent van Gogh mietete Anfang Mai 1888 ein Haus in Arles – das „Gelbe Haus“ – und lud Paul Gauguin ein, mit ihm gemeinsam eine Künstlerkolonie zu gründen (→ Vincent van Gogh : Paul Gauguin in Arles). Unter dem „Atelier des Südens“ wollte Van Gogh eine Gemeinschaft Gleichgesinnter unter der Führung des weitgereisten Gauguin zusammenbringen. Während sich der Freund jedoch bitten ließ und erst die Reise im Spätherbst antreten konnte, malte Vincent van Gogh eine Serie von Gemälden als Dekoration von Gauguins Schlafzimmer, in denen er Sonnenblumen in Vasen darstellte. Die Bilder waren als Zeichen seiner Freundschaft und Dankbarkeit an Gauguin gedacht, stellten aber auch einen Akt der Unterwürfigkeit an den „Anführer“ Paul Gauguin dar.

„Ich arbeite gerade hart an etwas, male mit Enthusiasmus an einer Marseillaise, die Suppe isst, was dich nicht überraschen wird, wenn du erfährst, dass, woran ich gerade bin, ein Gemälde mit einigen Sonnenblumen ist. Wenn ich diese Idee ausführe, wird es ein Duzend Bilder geben. Das ganze Ding wird eine Sinfonie in Blau und Gelb. Ich arbeite daran jeden Morgen von Sonnenaufgang an, da die Blumen so schnell verwelken. Ich bin nun am vierten Bild mit Sonnenblumen. Das vierte ist ein Strauß mit 14 Blumen… es macht einen einzigartigen Effekt.“2 (Vincent van Gogh an seinen Bruder Theo, August 1888)

 

Zwischen dem 21. und 26. August 1888 malte Vincent van Gogh zwei erste „Sonnenblumen“ in Südfrankreich: Die früheste Variante zeigt drei Blüten in einer zweifarbig grün glasierten Vase, auf einem brauen Tisch stehend und befindet sich in einer Privatsammlung. Van Goghs zweiter Versuch ist nur in einer schwarz-weiß Fotografie und einem Farbdruck überliefert, da ein japanischer Kriegsverlust. Hierin experimentierte der Holländer mit der Verbindung der zuvor bereits umgesetzten Vase und weiteren Sonnenblumen auf dem Tisch davor. Blumen, Vase und Tisch werden durch eine markante, im Farbdruck rötlich wirkende Kontur vom nachtblauen Hintergrund abgegrenzt. Mit seinen zackigen Formen nahm dieses Sonnenblumen-Bild aber bereits einige Elemente späterer Versionen vorweg.

„… ein Motiv, dessen unvermischtes oder gebrochenes Chromgelb vor verschiedenfarbigen Hintergründen erstrahlen wird – blau, vom blassesten Malachitgrün bin hin zum Königsblau.“ (Vincent van Gogh an Émile Bernard 1888)

 

Ende August 1888 entstanden die beiden berühmten, größeren Versionen aus der Neuen Pinakothek in München und der National Gallery in London. Das Paar ist als Pendant gedacht, wobei Vincent van Gogh zuerst die „zwölf Sonnenblumen und Knospen“ (zu sehen sind mehr!) in einer gelben Steingutvase vor einem hellen blaugrünen Hintergrund positionierte. In schneller Abfolge danach malte er die Londoner „Sonnenblumen“, die er vor gelbem Hintergrund stelle und alles „ganz in Gelb“ hielt. Die kunsthistorische Bedeutung dieser beiden Werke liegt in der Abkehr Van Goghs von der postimpressionischen Maltechnik begründet: Er begann beide Werke mit den Umrissen und malte Linien. Hintergrund und die wichtigsten Formen hielt er mit dünner Farbe fest. Im zweiten Schritt arbeitete Van Gogh schnelle und mit verschieden dicker Farbe. Dabei scheute er sich auch nicht, Ölfarbe direkt aus der Tube zu verwenden, an anderen Stellen mischte er die Farbtöne nur rudimentär auf der Palette, wodurch marmorierte Pinselstriche entstanden. Zudem dachte sich Vincent van Gogh für jedes Element eine andere Strichführung aus: der Hintergrund ist wie ein Korbmuster gestaltet, der Tisch besteht aus parallelen Strichen, die Blumen arbeitete er mit runden Gesten aus etc.

Farbe erhielt eine besondere symbolische Bedeutung im Werk von Van Gogh: Gelb im Besonderen verwies in seinem Werk auf Wärme und Freundschaft. Der Holländer baute die Blüten mit dicken Pinselstrichen und pastoser Ölfarbe auf. Das imitiert nahezu die Textur der Blütenstände. Die Blumenblätter malte er oft mit nur einem weichen, gelben Pinselstrich.

 

 

Sonnenblumen in Paris

Bereits im November 1887 organisierte Vincent van Gogh eine Gruppenausstellung in Paris, wo er u. a. „Zwei Sonnenblumen“ (Sommer 1887, Metropolitan Museum, New York) und „Zwei Sonnenblumen“ (Sommer 1887, Kunstmuseum Bern) präsentierte. Die New Yorker Version zeigt bereits den später so wichtig werdenden Kontrast zwischen den gelben Blütenständen und dem blauen Hintergrund. Die Komplementärfarben sollen auf die Jahreszeiten verweisen, wobei Blau-Orange für ihn Sommer bedeutete. Das zweite Sonnenblumen-Bild in Bern ist aus Gelb, Orange und Braun aufgebaut und zeigt die Sonnenblumenköpfe von vorne. Der aus der Bretagne zurückgekehrte Paul Gauguin sah Vincent van Goghs „Zwei Sonnenblumen“ und tauschte beide Studien gegen seine Studie „Am Ufer des Sees auf Martinique [Négresses]“ (Sommer 1887 → Paul Gauguin & Charles Laval in Martinique). Auf Vincents Empfehlung hin besuchte Theo im Dezember 1887 das Atelier von Paul Gauguin, woraus sich eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickelte.

Darüber hinaus war Vincent van Gogh in Paris mit japanischer Kunst in Kontakt gekommen und tief beeindruckt von der Einfachheit der Kompositionen und den leuchtenden, flachen Farbfeldern mit breiten Umrisslinien. Van Gogh veranstaltete daher auch eine Schau japanischer Holzschnitte, die er schon in Antwerpen zu sammeln begonnen hatte, und die ihre Wirkung auf seine Künstlerkollegen nicht verfehlten (→ Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan). Im Vergleich zu anderen Japan-Sammlern wie Claude Monet, wandte sich Vincent van Gogh den späten, farbintensiven Farbholzschnitten zu. Diese beeinflussten sowohl in ihrer dekorativen Wirkung wie ihren ausgefallenen Kompositionen die Stilentwicklung van Goghs und Gauguins. Im Sommer 1887 „kopierte“ er beispielsweise den „Blühenden Pflaumenbaum (nach Hiroshige)“.

 

 

Sonnenblumen im Winter

Vincent van Gogh und Paul Gauguin arbeiteten im Herbst 1888 neun Wochen zusammen – oder besser nebeneinander, manchmal sogar am gleichen Motiv. Da sich Gauguin in den Jahren zuvor vom Impressionismus ab- und dem Symbolismus zugewandt hatte, ließ er sich von Menschen und Landschaft in Südfrankreich zu visionären Bildern inspirieren. Vincent van Gogh, der in impressionistischer Manier vor den Motiven arbeitete und nicht nach seiner Fantasie, verstand diese Wendung im Werk seines Freundes nicht und fühlte sich verraten. Im Dezember, als die Beziehung mit Gauguin auf der Kippe stand, wandte sich van Gogh erneut dem Thema der Sonnenblume zu. Vielleicht weil er davon ausging, dass Gauguin ein besonderes Faible für dieses Sujet hatte. Während des Winters standen dem Maler jedoch keine Sonnenblumen zur Verfügung. Daher kopierte er Anfang Dezember 1888 ein Sonnenblumenstillleben vom August. Um sich von Gauguin abzusetzen, nutzte van Gogh in diesen Sonnenblumen-Bildern pastose Farben, die er über die gesamte Bildfläche verteilte. Die Oberflächenbehandlung in diesem Sonnenblumen-Bild wirke rauer, direkter als bei seinen Vorgängern im August. Das ist durchaus eine Folge der Jute, auf die Gauguin und Van Gogh arbeiteten.

 

 

Zur gleichen Zeit malte Paul Gauguin ein „Porträt Van Gogh, Sonnenblumen malend“ (ca. 1. Dezember 1888), in dem er den Maler mit einem Strauß Sonnenblumen vor der Staffelei als „Sonnenblumenmaler“ einfing. Das Bild ist eine gemalte Kritik an der Arbeitsweise des Holländers, dem er vorwarf, sich zu sehr nach der Natur zu richten. Aus der Perspektive von Gauguin beschäftigte sich Als Vincent van Gogh das fertige Bild sah, fühlte er sich verraten. Monate zuvor hatte Gauguin noch bewundernd ausgerufen: „Ça … c’est … la fleur! [Das … das ist … die Blume!]“

Am 23. Dezember 1888 kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem verwirrten Vincent van Gogh und Paul Gauguin, nach der sich der Holländer ein Stück seines linken Ohrs abschnitt. Dann ging er in mit dem Ohrläppchen in ein Bordell und schenkte es mit den Worten „Du wirst dich meiner erinnern, das sag‘ ich dir.“ einem Mädchen namens Rachel. Die Polizei lieferte Vincent van Gogh in das örtliche Krankenhaus ein. Zwei Tage später reiste Paul Gauguin wortlos ab und informierte Theo van Gogh mit einem Telegramm. Als Theo am Weihnachtsmorgen in Arles ankam, erfuhr er, dass Vincent seit Tagen Symptome von Verrücktheit zeigte.

Der am 7. Jänner 1889 aus dem Krankenhaus in Arles entlassene Maler griff in den folgenden Monaten immer wieder Motive aus den vergangenen Monaten auf. Als nach seinem Zusammenbruch Gauguin in einem Brief anfragte, ob van Gogh ihm die „Sonnenblumen“ (The National Gallery, London) überlassen würde, weigerte sich dieser. Stattdessen malte van Gogh noch eine weitere Version der Sonnenblumen, um sie Gauguin zu schenken. Der Maler in Arles versuchte wohl dem Geschmack Gauguins zu entsprechen und führte diese Sonnenblumen (vermutlich Philadelphia und Amsterdam, vielleicht aber auch Tokyo) weniger realistisch aus. Vincent van Gogh verzichtete auf natürliches Licht und führte mit kaltem Blau, hellem Rot und Giftgrün künstliche Farbwerte im Zentrum der Blumen ein. Vielleicht wollte er damit seinem (ehemaligen) Freund noch einmal seine Referenz erweisen.

 

 

Acht Sonnenblumen

Von den ursprünglich zwölf geplanten Sonnenblumenstillleben im Rahmen seiner Dekorationsidee führte Vincent van Gogh nur vier aus. Von diesen hielt er jedoch nur zwei für gut genug, um sie im Gästezimmer aufzuhängen. Heute sind acht Versionen der Sonnenblumen aus der Phase in Arles bekannt:

  • Sonnenblumen, 21.–26. August 1888 (Privatbesitz)
  • Sonnenblumen, 21.–26. August 1888 (1945 in Japan verbrannt)
  • Sonnenblumen, Ende August 1888 (München)
  • Sonnenblumen, Ende August 1888 (London)
  • Sonnenblumen, ca. 1. Dezember 1888 (Philadelphia oder Tokyo)
  • Sonnenblumen, Ende Januar 1889 (Amsterdam)
  • Sonnenblumen, Ende Januar 1889 (Philadelphia oder Tokyo)
  • Sonnenblumen (Verbleib unbekannt): Ein anonymer Milliardär zeigt diese Sonnenblumen nur seinen engsten Freunden. Das Bild war seit 1948 nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen.

 

 

Vincent van Gogh: Sonnenblumen: Bilder

  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, 1888, Öl/Lw, 92 x 73 cm (Neue Pinakothek, München, 1912 als anonyme Schenkung im Rahmen der Tschudi-Spende erworben, Inv. Nr. 8672)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, 1888, Öl/Lw, 92 x 73 cm (Neue Pinakothek, München, 1912 als anonyme Schenkung im Rahmen der Tschudi-Spende erworben, Inv. Nr. 8672)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Ende August 1888, Öl/Lw, 93 x 73 cm (National Gallery, London)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, 1888 (National Gallery, London)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, 1. Dezember 1888 oder Ende Januar 1889, Öl/Jute, 100.5 x 76.5cm (Seiji Togo Memorial Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art, Tokyo)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, 1888, Öl/Lw, 100.5 x 76.5cm (Seiji Togo Memorial Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art, Tokyo)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, 1. Dezember 1888 oder Ende Januar 1889, Öl/Lw, 92.4 x 71.1 cm (Philadelphia Museum, The Mr. and Mrs. Carroll S. Tyson, Jr., Collection, 1963, Inv.-Nr. 1963-116-19)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, 1888 oder 1889, Öl/Lw, 92.4 x 71.1 cm (Philadelphia Museum, The Mr. and Mrs. Carroll S. Tyson, Jr., Collection, 1963, Inv.-Nr. 1963-116-19)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Arles, Ende Januar 1889, Öl/Lw, 95 cm x 73 cm (Vincent van Gogh Museum, Amsterdam, Vincent van Gogh Foundation)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, Arles, Januar 1889, Öl/Lw, 95 cm x 73 cm (Vincent van Gogh Museum, Amsterdam, Vincent van Gogh Foundation)

 

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Édouard Manet, Chrysanthemen, 1881, Öl auf Papier, 17 × 59 cm, The Museum of Modern Art, Ibaraki, Präfektur Ibaraki.

Japans Liebe zum Impressionismus Kulturaustausch zwischen Ost und West: Werke des Impressionismus in Japan und japanische Künstler in Frankreich

Etwa 100 Werke aus den Sammlungen bedeutender japanischer Museen und Sammlungen veranschaulichen die Liebe der Japaner zum französischen Impressionismus. Wer allerdings hofft, die berühmten „Sonnenblumen“ (1888) Van Goghs in der Schau zu entdecken, wird enttäuscht. Stattdessen versammelt die Bundeskunsthalle in Bonn einige äußerst sehenswerte und vor allem wenig bekannte Exponate von Monet, einen wichtigen Degas, ein Gemälde von Berthe Morisot, Skulpturen von Rodin (z. T. posthume Güsse), während die Auswahl an Werken des bereits genannten Holländers und Paul Gauguins weniger atemberaubend ist. Die japanischen Impressionisten hingegen zeigen sowohl die Faszination derselben für diese europäische Gestaltungsform und übertragen sie in eine nochmals japanischere Variante.
19. Juli 2015
Munch : Van Gogh (Mercator Fonds)

Munch : Van Gogh Ungeahnte Parallelen in Leben und Werk

Vincent van Gogh (1853–1890) und Edvard Munch (1863–1944) - zwei Giganten der Kunst im späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert - werden in einer Ausstellung erstmals (!) einander gegenübergestellt. Schon auf der legendären Sonderbundausstellung in Köln 1912 wurden sie als „Väter der modernen Kunst“ gefeiert. Heute wird der eine für die Befreiung der Farbe und seinen dynamischen Pinselstrich verehrt, während der andere die dunkle Seite der Liebe, Angstzustände, Krankheit und Tod ergiebig erforschte.
25. Januar 2015
Vincent van Gogh, Die Kartoffelesser, 1885, Öl auf Leinwand, 81,5 × 114,5 cm (Amsterdam, Van Gogh Museum)

Vincent van Gogh im Borinage. Die Geburt eines Künstlers Das frühe Werk bis zu den "Kartoffelessern"

Mons ist gemeinsam mit Pilsen Europäische Kulturhauptstadt 2015! Mit „Van Gogh im Borinage. Die Geburt eines Künstlers“ feiert die Stadt den Einfluss der Region auf den berühmten Künstler. Als Borinage, schwarzes, von Kohlestaub bedecktes Land, wurde der Westen Belgiens im 19. Jahrhundert bekannt. Von Dezember 1878 bis Oktober 1880 lebte Vincent van Gogh in der Umgebung von Mons und verdingte sich anfangs als Prediger in Probezeit. Hier entschied er sich nach seiner Kündigung, Künstler zu werden. Er identifizierte sich mit der harten Realität des Alltags der Kohlearbeiter sowie ihrer Familien und fand die Landschaft pittoresk. Ausstellung und Katalogbuch sind Ergebnisse eines neuen Blicks auf diese frühe Phase von van Goghs Karriere durch Sjraar van Heugten.
30. September 2014
Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan, Cover (Steidl Verlag)

Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan Japonismus in Essen

Gemeinsam mit dem Kunsthaus Zürich stemmt das Museum Folkwang in Essen eine wichtige Schau und einen gewichtigen Katalog über den transkulturellen Austausch zwischen französischen und japanischen Künstler_innen. Bislang musste man die Publikationen von Klaus Berger und Siegfried Wichmann (beide 1980) in die Hand nehmen, um sich über dieses Thema umfassend zu informieren, jetzt zeichnet der Katalog aus dem Steidl Verlag die Faszination am Japanischen zwischen 1860 und 1910 mustergültig nach.
10. Februar 2014
Wassily Kandinsky, Murnau, 1908, Ö auf Karton, Merzbacher Kunststiftung.

Expressionismus in Deutschland und Frankreich Was die deutschen Künstlern von ihren französischen Kollegen lernten

Bereits am Cover des umfassenden Katalogs wird deutlich, dass Timothy O. Benson, Kurator am LACMA und Organisator dieser Wanderausstellung, den deutsch-französischen Kunstaustausch über die Farbe definiert. Denn was der Begriff „Expressionismus“ genau beschreibt, das wussten bereits die Zeitgenossen nicht. Von Alfred Döblin bis Oskar Kokoschka reichen die Kommentatoren einer Kunstrichtung , die sich über Innerlichkeit, Mystik, Farbexperimenten und Farbexplosionen (bis ins Unrealistische), dynamischem Pinselduktus, Musikalität, Kubismus-Rezeption, Primitivismus (vom „nordischen“ Nolde, der ägyptisierenden Modersohn-Becker bis zur Rezeption afrikanischer Plastik durch die Fauves und die Brücke Künstler) u.v.m. als neu und zeitgemäß definierte.
10. Mai 2012
Richard Thomson, Rodolphe Rapetti, Frances Fowle: Traumlandschaften. Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky, Stuttgart 2012 (Belser Verlag)

Traumlandschaften Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky

Der Belser Verlag legt mit „Traumlandschaften. Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky“ den deutschsprachigen Ausstellungskatalog zu einer international kuratierten Schau vor, die bereits in Edinburgh, Helsinki und Amsterdam zu sehen war bzw. sein wird. Die Landschaftsmalerei lag den Symbolisten sehr am Herzen, soweit bekannt. Ihr Ziel damit war, Stimmungen, Gefühle und Nachdenken auszulösen. Die Mittel waren je nach Künstler und seiner Herkunft verschieden.
9. April 2012
Aufbruch in die Moderne (DUMONT)

Sammler, Mäzene und Kunsthändler in Berlin 1880–1933 Aufbruch in die Moderne

Der seit Frühjahr 2012 vorliegende Sammelband „Aufbruch in die Moderne“ fächert in 14 Aufsätzen die ergreifenden Schicksale der wichtigsten, zumeist jüdischen Berliner Sammler, Mäzene, Kunsthändler, Verleger aber auch des Künstlers Max Liebermann (1847-1935) auf. Paul Cassirer und Alfred Flechtheim, Walter Feilchenfeldt sowie Heinrich und Justin K. Tannhauser waren sicherlich die schillerndsten Persönlichkeiten des Berliner Kunst(händler)lebens.
  1. Eine Version ist ein Kriegsverlust in Japan vom 6.8.1945, eine weitere gehört einem unbekannten Milliardär und wurde seit 1948 nicht mehr ausgestellt.
  2. “I am hard at it, painting with the enthusiasm of a Marseillais eating bouillabaisse, which won't surprise you when you know that what I’m at is the painting of some sunflowers. If I carry out this idea there will be a dozen panels. So the whole thing will be a symphony in blue and yellow. I am working at it every morning from sunrise on, for the flowers fade so quickly. I am now on the fourth picture of sunflowers. This fourth one is a bunch of 14 flowers... it gives a singular effect.”
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.