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Vincent van Gogh : Paul Gauguin in Arles

Vincent van Gogh : Paul Gauguin, Cover

Vincent van Gogh : Paul Gauguin, Cover

Im Jahr 1888 lud Vincent van Gogh (1853–1890) seinen Malerkollegen Paul Gauguin (1848–1903) ein, zu ihm nach Arles in sein „Atelier des Südens“ zu kommen. Diese nur neun Wochen dauernde Zusammenarbeit wirkte sich auf beide Maler aus – künstlerisch wie emotional. Neben kameradschaftlicher Unterstützung war die Phase in Südfrankreich von Rivalität, Bewunderung und Eifersucht, Hoffnung und Enttäuschung geprägt. Vor allem Vincent van Goghs Hoffnung, eine Künstlerkolonie in Arles zu gründen, musste sich aufgrund unterschiedlicher Auffassungen als undurchführbar erweisen. Neun Wochen gemeinsames Arbeiten brachte die beiden Maler zwar menschlich nicht näher, dennoch beeinflussten sie einander künstlerisch. Das Experiment „Atelier des Südens“ endete mit Vincent van Goghs Nervenzusammenbruch und der panischen Flucht Paul Gauguins vor der Selbstverletzung Vincents.

Vincent van Gogh und Paul Gauguin in Paris

Für den aus einem strengen niederländisch-reformiertem Milieu stammenden Vincent van Gogh war Malerei eine Mission. Als er sich 1880 entschied, Künstler zu werden, hatte er bereits erfolglos versucht, Laienprediger zu werden (→ Vincent van Gogh im Borinage. Die Geburt eines Künstlers). Nun sollten seine Gemälde Hoffnung und Trost spenden. Paul Gauguin hingegen stammte aus einer katholischen Familie und verbrachte seine frühe Kindheit in Peru. Seine Vorstellung von Kunst war bestimmt von Zivilisationsflucht und Wirklichkeitsflucht. Die Fantasie des Künstlers spielt in seinen Werken eine wichtigere Rolle als in den Gemälden von Vincent van Gogh. Beide widmeten sich erst spät in ihrem Leben der Kunst und zogen 1885 (Gauguin) bzw. im Februar 1886 (Vincent van Gogh) nach Paris, um ihren Traum zu leben. Gauguin ließ dafür sogar Frau und Kinder in Kopenhagen zurück (Juni 1885 → Paul Gauguin. Gemälde aus der Südsee).

Vincent van Gogh und Paul Gauguin reagierten völlig unterschiedlich auf die Avantgarde in Paris. Van Gogh fühlte sich von Impressionismus und Pointillismus angezogen. Anstelle der dunklen Bilder mit sozialem Inhalt, die er noch in Holland und Belgien gemalt hatte, treten nun Pariser Ansichten in einer helleren Palette und einem aufgelösten Pinselstrich. Im Sommer 1886 malte Vincent van Gogh vorwiegend pastos gestaltete Farbstudien in Form von Blumenstillleben, in denen er zunehmend die tonige Malerei der Haager Schule hinter sich ließ und die Wirkung von Komplementärfarben erprobte. Im Herbst wandte er sich der Landschaft von Montmartre zu, „sein“ Viertel am Stadtrand von Paris. In diesen Werken kommt erstmals der impressionistische Duktus zur Geltung, den Vincent van Gogh mit kühlen und warmen Tönen umsetzte. Wie die Impressionisten fuhr auch van Gogh in die Umgebung von Paris (Asnières), um im Freien zu malen. Dort hielt er Impressionen der Seine in kurzen Pinselstrichen fest, was er von den Neoimpressionisten gelernt hatte (→ Seurat, Signac, Van Gogh – Wege des Pointillismus). Dennoch wollte er weiterhin „bedeutungsvolle“ Motive festhalten, die für ihn die Realität des Alltags symbolisierten. „Ein Paar Schuhe“ (Sommer 1887), das Vincent van Gogh nach dem Vorbild von bäuerlichen Holzschuhen von Jean-François Millet (1814–1875) auswählte, waren als eine Art Selbstporträt für den angehenden Maler gedacht.

 

 

 

Bereits im November 1887 organisierte Vincent van Gogh eine Gruppenausstellung in Paris, wo er u. a. „Zwei Sonnenblumen“ (Sommer 1887) präsentierte. Darüber hinaus veranstaltete er auch eine Schau japanischer Holzschnitte, die er schon in Antwerpen zu sammeln begonnen hatte, die ihre Wirkung auf seine Künstlerkollegen nicht verfehlten (→ Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan). Im Vergleich zu anderen Japan-Sammlern wie Claude Monet, wandte sich Vincent van Gogh den späten, farbintensiven Farbholzschnitten zu. Diese beeinflussten sowohl in ihrer dekorativen Wirkung wie ihren ausgefallenen Kompositionen die Stilentwicklung van Goghs und Gauguins. Im Sommer 1887 „kopierte“ er beispielsweise den „Blühenden Pflaumenbaum (nach Hiroshige)“.

Paul Gauguin, der selbst noch auf fünf der acht Impressionisten-Ausstellungen teilnahm (4.–8. Ausstellung), sah nach anfänglichen Experimenten in der impressionistischen Landschaft in keiner dieser Stilrichtungen seine Zukunft. Einzig das Werk von Paul Cézanne, von dem er sich seinen „schraffierten“ Stil abschaute, war für ihn von großer Bedeutung. Um neue Ideen zu bekommen, reiste Paul Gauguin in die Bretagne und nach Martinique, wo er sich der exotischen, fremden Welt widmete. Diese Reisen waren von größter Bedeutung für die Entwicklung seines Symbolismus.
Im Sommer 1886 malte Gauguin in Pont-Aven, wo er impressionistische Bilder der Landbevölkerung schuf. Innerhalb kurzer Zeit stilisierte Paul Gauguin die Figuren immer mehr und arrangierte die Figuren zu „gemalten Collagen“. Er gab sukzessive die Linearperspektive zugunsten einer nichtillusionistischen Raumkonstruktion auf. Nach seiner Rückkehr besuchter er die von van Gogh organisierte Gruppenausstellung und tauschte zwei seiner Studien gegen „Zwei Sonnenblumen“ van Goghs. In diesem Herbst begann Gauguin im Pariser Keramikatelier von Ernest Chaplet mit Ton zu arbeiten. Seine Objekte sollten eine „primitive“ Formgebung aufweisen, die Motive (wie der Faun, Leda und der Schwan) sind zwar antikischen Ursprungs, waren aber als Symbole für das Unberührte (primitive Kulturen) bzw. Erotik gedacht. Gauguin fügte seine plastischen Werke immer wieder in Gemälde ein, wie in dem „Stillleben mit dem Profil Charles Lavals“ (Ende 1886).

 

 

Erstes Treffen in Paris 1887

Nachdem Paul Gauguin im November 1887 nach Paris zurückgekehrt war, traf er erstmals die Brüder van Gogh. Vor allem für Theo van Gogh interessierte sich der aufstrebende Maler, da dieser in der bedeutenden Kunsthandlung von Goupil et Cie als Kunsthändler tätig war. Vincent van Gogh bewunderte den weitgereisten Maler und wurde später ein guter Freund von Paul Gauguin. Im November 1887 hatte Vincent van Gogh eine Gruppenausstellung in Paris organisierte, wo Paul Gauguin Vincent van Goghs „Zwei Sonnenblumen“ (Sommer 1887) sah und gegen seine Studie „Am Ufer des Sees auf Martinique“ (Sommer 1887) eintauschte.

 

„Wir haben noch ein zweites Gemälde von ihm, das er für eine meiner Studien getauscht hat: einen ausgetrockneten Fluss mit lilafarbenem Schlick und Wasserlachen, in denen sich das reine Kobaltblau des Himmels spiegelt; grünes Gras. Ein Negerjunge mit einer rotweißen Kuh, eine Negerin in Blau und etwas grüner Wald.“ (Vincent van Gogh in einem Brief an seine Schwester Will)

 

Auf Vincents Empfehlung hin besuchte Theo im Dezember 1887 das Atelier von Paul Gauguin. Bereits im Dezember 1887 nahm Theo van Gogh ihn in einer Gruppenausstellung in seiner Filiale der Kunsthandlung Boussod et Valadon mit auf. Die dort ausgestellte tropische Landschaft „Kommen und Gehen, Martinique“ (Sommer 1887) missfiel den Kritikern, die sie als „barbarisch und schwermütig“ und die Farben als „langweilig“ beschrieben. Dennoch war diese Ausstellungsbeteiligung eine wichtige Erfahrung für den aufstrebenden Künstler. Theo van Gogh war wie sein Bruder gänzlich von den neuen Werken Paul Gauguins aus Martinique überzeugt und erwarb für sich selbst „Unter den Mangobäumen auf Martinique“ (Sommer 1887).

Wenige Monate später, im Februar 1888, übersiedelte Vincent van Gogh nach Arles, in die farbenfrohe Landschaft Südfrankreichs. Paul Gauguin hielt sich in der Zwischenzeit zum zweiten Mal in der Bretagne auf, weshalb die beiden einen Dialog in Briefen entwickelten.

 

 

Brieffreundschaft

Während des zweiten Aufenthalts von Paul Gauguin in der Bretagne veränderte er seine Malweise endgültig vom Impressionismus zum flächigen Postimpressionismus. Anstelle der „schraffierten“ Pinselstriche setzte er Farbflächen mit kräftigen Tönen nebeneinander, in denen sich – wie auch in den Kompositionen – die Begeisterung für den japanischen Farbholzschnitt wiederspiegelt. Gemälde wie „Tanzende bretonische Mädchen“ (Juni 1888) und „Junge Ringer – Bretagne“ (Juli 1888) zeigen, wie Vincent van Goghs Hinwendung zu japanischen Kompositionsschemata sich auf seinen Freund übertragen haben.

 

 

In einem Brief von Paul Gauguin an Vincent van Gogh ist diese Inspiration dokumentiert: Am 24./25. Juli 1888 schickte Paul Gauguin seinem Freund eine Skizze des soeben vollendeten Gemäldes „Junge Ringer – Bretagne“ nach Arles. Er verglich seine Komposition expressis verbis mit einem japanischen Farbholzschnitt und verwies seinen Malerkollegen auf den changierenden Übergang von Gelb-Grün im Gras. Van Gogh hatte ihn bereits mit seiner Idee einer Künstlerkolonie in Arles konfrontiert. In diesem Brief stand er ihr positiv gegenüber, da er Lust hatte, allerlei „verrückte Ideen“ in der Provence auszuarbeiten. Geldmangel verhinderte jedoch eine baldige Abreise, weshalb Gauguin weiterhin in der Bretagne blieb, um in der Umgebung von Pont-Aven nach „ursprünglichen“ Motiven der Volkskultur zu suchen.

Einer der Gründe, warum Vincent van Gogh Paris in Richtung Provence verließ, war, in Südfrankreich Farben, Wärme und etwas „Japanisches“ zu finden. Die Obstgärten von Arles blühten im April 1888, wodurch sich van Gogh zu einer Serie von blühenden Obstbäumen inspiriert fühlte. Sie symbolisierten für ihn den Frühling, das Leben. In den Werken – darunter „Blühender Birnbaum“ (April 1888) – ist seine Beschäftigung mit den Gemälden von Charles-François Daubigny (→ Charles-François Daubigny: Wegbereiter des Impressionismus) und den japanischen Farbholzschnitten unverkennbar.

 

 

Das Atelier des Südens

Kaum in Arles angekommen, wollte Vincent van Gogh diese Erfahrung mit seinen Malerkollegen teilen und eine Künstlerkolonie ins Leben rufen. Er war überzeugt davon, dass unverstandene Künstler wie Paul Gauguin und Emile Bernard hier ihre Kräfte bündeln müssten. Theo sollte als Kunsthändler die finanziellen und organisatorischen Interessen der „Gruppe“ in Paris wahren. Vor allem Vincent van Goghs missliche Lage und die Unverkäuflichkeit seiner Bilder ließen diesen verzweifeln. Doch Theo sprang unterstützend ein und übernahm die Kosten

Dem kranken und verarmten Paul Gauguin berichtete er in Briefen – wie auch seinem Bruder Theo – von seinem Vorhaben und bat ihn im September 1888 um ein Porträt von Emile Bernard bzw. Bernard um eines von Gauguin. Émile Bernard (1868–1941) war ein wichtiges Bindeglied zwischen van Gogh und Gauguin. Nachdem Vincent nach Arles abgereist war, folgte er Gauguin im Sommer 1888 nach Pont-Aven. Als Vincent van Gogh sich gegenseitige Porträts von beiden wünschte, schreckten sie davor zurück: Bernard meinte, er hätte nicht den Mut, den älteren und bekannteren Malerfreund zu porträtieren. Stattdessen malte er ein Selbstporträt mit einem Brustbild Gauguins im Hintergrund.

 

 

Ende September 1888 porträtierte sich auch Paul Gauguin selbst als Jean Valjean, den Protagonisten aus Victor Hugos „Les Miserables“ und drückte damit sein Selbstbild als gesellschaftlich geächteten, aber von Liebe und Kraft erfüllten artiste maudit aus. Höchstwahrscheinlich war es der finanzielle Anreiz, den Theo van Gogh dem Gauguin anbot, der diesen schlussendlich dazu überredete, nach Arles zu reisen. Im Tausch für dieses Selbstporträt schickte Vincent van Gogh ein Selbstporträt als „Japaner“ mit kahl geschorenem Kopf („Selbstporträt, Gauguin gewidmet (Bonze)“, um 16. September 1888). Das „Atelier des Südens“ dauerte vom 23. Oktober bis zum 23. Dezember 1888 – und endete mit Vincent van Goghs Nervenkrise und Paul Gauguins wortloser Abreise.

 

Das „Gelbe Haus“ und seine Ausstattung

 

„Doch das Motiv ist sehr schwer! Doch gerade deshalb wollte ich es erobern. Gerade weil es furchtbar ist, diese gelben Häuser in der Sonne dazu die unvergleichliche Frische des Blau. Auch die ganze Erde ist gelb. […] Das Haus auf der linken Seite, im Schatten eines Baumes, ist rosa mit grünen Fensterläden. Das ist das Restaurant, wo ich jeden Abend zu Abend esse. […] Das Nachtcafé, das ich gemalt habe, ist nicht auf dem Bild, es steht links neben dem Restaurant.“1 (Vincent an Theo, 29. September 1888)

 

Anfang Mai 1888 mietete Vincent van Gogh vier Zimmer in einem Haus an der Place Lamartine, im so genannten „Gelben Haus“. Hier wollte er das „Atelier des Südens“ einrichten, so wie er es am 28. September 1888 im Gemälde „Das Gelbe Haus“ mit grünen Fensterläden und blauem Himmel festhielt. Da er fürchtete, dass Arles die Erwartungen seines Freundes enttäuschen könnte, versuchte Vincent van Gogh das Haus und seine Räume möglichst einladend darzustellen und zu schildern. Die Wände schmückte er mit seinen Landschaftsgemälden. Eigens für Gauguin dachte er sich das Thema des „Gartens des Dichters“ (Mitte September 1888) aus. Beide Maler würden, so die Phantasie van Goghs, wie Petrarca und Bocaccio in einem paradiesischen Garten arbeiten. „Der Sämann“ (Mitte Juni 1888) und „Der Sämann“ (28. Oktober 1888) symbolisierten für ihn die Aussaat des Wortes Gottes (durch van Gogh in seiner Malerei). „Das Schlafzimmer“ (Mitte Oktober 1888) skizzierte Vincent van Gogh in einem Brief an Paul Gauguin und beschrieb, dass er mit dem schattenlosen, farbigen Raum die „absolute Ruhe“ ausdrücken wollte. Damit reagierte er auf jenen Brief, in dem Gauguin seine lang ersehnte Ankunft ankündigte.

 

 

Zwei Stühle

„Van Goghs Stuhl“ (ca. 20. November 1888) und „Gauguins Stuhl“ (ca. 20. November 1888), beide auf Jute gemalt, symbolisieren die unterschiedlichen Charaktere von Vincent van Gogh und Paul Gauguin. Der Holländer sah sich selbst durch einen einfachen Küchenstuhl in hellem Tageslicht vertreten, während er den mysteriösen, „nächtlichen“ Charakter Gauguins durch einen Sessel mit künstlichen Farb- und Lichteffekten ausdrückte. Indem er den einzigen schönen Stuhl aus dem „Gelben Haus“ als Stillleben und Charakterstudie des Freundes nutzte, drückte er seinen Wunsch aus, in Gauguin einen Leiter der Künstlerkolonie zu finden. Für sich selbst wählte er einen der zwölf einfachen Holzstühle, die er für sich und seine zukünftigen Mistreiter angeschafft hatte.

 

 

Gauguins Ankunft in Arles

Als Paul Gauguin am Dienstag, den 23. Oktober 1888 kurz nach 5 Uhr früh endlich in Arles ankam, brachte er dem gemeinsamen Freund ein Bild von Emile Bernard mit: „Bretonische Frauen auf einer Wiese“ (August 1888). Vincent van Gogh kopierte das Gemälde seines alten Freundes, doch konnte er sich stilistisch nicht ganz auf die neue Malweise einlassen. Kurz zuvor hatten Paul Gauguin und Emile Bernard den Schritt vom Impressionismus und der Naturbeobachtung in Richtung Symbolismus getan. Ihre Gemälde wirken zunehmend zeitlos, Formen werden mit unmodellierten Farben ausgemalt, der spirituelle Gehalt der Erzählungen übertrifft in seiner Bedeutung die Lichteffekte.

 

 

Das wichtigste Werk dieser Phase ist Paul Gauguins „Vision bei der Predigt“ (Mitte August – Mitte September 1888), in dem er die visionäre Schau des Jakobskampfes durch die Bretoninnen vor einem nahezu einfarbigen roten Hintergrund zeigt. Auch dieses Bild skizzierte Gauguin in einem Brief an Vincent van Gogh, der er zwischen dem 25. und dem 27. September 1888 schrieb. Er war sich der revolutionären Umsetzung des Themas wohl bewusst und erzählte, dass die Kirche von Pont-Aven es nicht haben wollte. Vincent van Gogh stand einer solchen symbolistischen Umsetzung des Themas (in dem Traum und Realität miteinander verschränkt werden) kritisch gegenüber. Seine beiden November-Fassungen vom „Sämann“, in der die Figur weiter in den Vordergrund gerückt erscheint und die Landschaft stärker stilisiert wurde, dürfte eine Reaktion des Holländers auf den Symbolismus seines Freundes sein. Er setzte die Sonne so hinter den Kopf des Sämanns, dass ihre Scheibe wie ein Heiligenschein wirken.

 

 

Felder und Bauernhäuser in der Ebene von La Crau

Ende September griff Vincent van Gogh das Motiv des „Sämanns“ (28. Oktober 1888) ein weiteres Mal auf und stellte ihm „Die alte Weide“ (28. Oktober 1888) gegenüber. Beide Bilder thematisieren das Werden und neues Wachstum, da sich van Gogh mit dem alten Weidenstamm auf Jan Luykens Text „Der Weidenbaum“ bezog: „Mit der Zeit erwacht der abgeschnittene, hohle, knorrige und welke Weidenbaum mit einer Krone neuer Schösslinge, denn in seinem Stamm verbergen sich geheime Tugenden.“2 Auf symbolische Art drückte der nun nicht mehr einsame Maler seine Hoffnungen auf die Kooperation mit Paul Gauguin aus, den er binnen weniger Tage auch wegen dessen verwegener Reisen als Seemann und in die Tropen verehrte.

Künstlerisch viel wichtiger als Vincent van Goghs später Impressionismus war für Paul Gauguin das Werk Paul Cézannes. Mit dem ersten Gemälde, das er in Arles malte, stellte er dieses Urteil auch demonstrativ zur Schau: Mit „Bauernhaus in Arles“ (ca. 28. Oktober 1888) versuchte er der Gegend, die bereits so häufig von van Gogh bildlich umgesetzt worden war, etwas Eigenes abzuringen. Im Gegensatz zu van Gogh, der die Natur ins Zentrum seiner Kompositionen rückte, fokussierte Gauguin auf einen Heuhafen und einige Gebäude, die er im Stile Cézannes mit trockenen, dünnen, vor allem aber vertikal parallelen Pinselstrichen festhielt.

 

Les Alyscamps

Die 20 Meter lange Rolle Jute, die Paul Gauguin kurz nach seiner Ankunft in Arles kaufte, wirkt wie eine Hoffnung auf eine lange und fruchtbare Zusammenarbeit in Südfrankreich. Das erste Motiv, das Vincent van Gogh mit Paul Gauguin teilte, war der Friedhof Alyscamps („Elysische Felder“), der südöstlich von Arles lag. Das erste Gemälde Gauguins reflektiert die antiken (heidnischen) Geschichte des Ortes: „Les Alyscamps (Die drei Grazien beim Venustempel)“ (ca. 29. Oktober 1888) zeigt drei Frauen aus Arles am Ufer des Kanals, der am Friedhof entlangfließt. Die Kirche Saint-Honorat wird im Titel als „Venustempel“ angesprochen. Erneut ging es dem Maler um eine zeitlose Vision der Landschaft und ihrer Bewohnerinnen. Die zweite Fassung – „Les Alyscamps“ (ca. 1. November 1888) – entstand nach Van Goghs Vorbild vor dem Motiv, der Kirche Saint-Honorat, die er mit parallel gesetzten Strichen einfing. Paul Gauguin arbeitete nur selten mit Öl im Freien, sondern versuchte die Landschaft in seinen Skizzenbüchern zu erkunden.

Vincent van Gogh schuf seine erste Fassung der „Allée des Tombeaux (Les Alyscamps“ wohl am 29. Oktober 1888. Im Vergleich mit Paul Gauguins am gleichen Tag gemaltes Bild „Les Alyscamps (Die drei Grazien beim Venustempel)“ zeigt van Goghs Gemälde einen weiteren Blickwinkel und rauchende Fabriksschlote der PLM Eisenbahn-Werkstätten in Arles im Hintergrund. Gauguin wählte einen Blickpunkt gegenüber der Allée des Tombeaux und nahm den Carponne-Kanal, die Bäume und die Kirche in sein Gemälde auf. Auch in den noch folgenden Bildern, die bis zum 1. November entstanden, zeigt sich van Goghs Begeisterung für die pfeilgerade stehenden Alleebäume und das Farbespiel der Blätter am Boden, ohne sich in Details zu verlieren. Der gerade angekommene Gauguin wiederum beschäftigte sich vorerst mit allgemeineren, abstrahierenderen Ansichten der Allee und der Kirche Saint-Honorat. Stärker als es Vincent van Gogh tat, lehnte Paul Gauguin jedweden Hinweis auf die Zivilisation ab, was ihn schlussendlich Ende November zu traumartigen Fantasielandschaften wie den „Blauen Bäumen“ (Ende November 1888) führte. Gelber Sandweg und gelber Himmel rahmen ein umgepflügtes Feld, vier sich windende Baumstämme in Lila-blau versperren den Zugang. Der Untertitel „Vous y passerez, la belle! [Du kommst auch noch dran, Schöne!]“ verstärkt die eigentümliche Stimmung des Bildes.

 

 

Nachtcafé und Porträts

Im Gegensatz zu van Gogh konnte Paul Gauguin sehr schnell Kontakte zu den Bewohnerinnen von Arles knüpfen. Zu den ersten Damen, die sich von ihm malen ließen, gehörte Marie Ginoux, der Besitzerin des Café de la Gare an der Place Lamartine, wo Vincent van Gogh von Mai bis September gewohnt hatte. Als Paul Gauguin am 23. Oktober um 5 Uhr früh in Arles angekommen war, hatte er bereits einige Stunden im Nachtcafé verbracht, bevor er zu van Gogh ins „Gelbe Haus“ hinüberging. Gauguin malte sie in ihrer Sonntagstracht vor schwefelgelbem Hintergrund („L’Arlesienne (Madame Ginoux)“, ca. 5. November 1888) und in ihrem „Nachtcafé“ (4.–12. November 1888). Vincent van Gogh hatte bereits rund um den 8. September 1888 „Le Café de nuit [Das Nachtcafe]“ gemalt und mit dem für ihn charakteristischen Aufblick sowie der Perspektivkonstruktion den Raum geweitet. Betrunkene und Freudenmädchen mit ihren Freiern sind auch schon in van Goghs Gemälde im Hintergrund zu erkennen, die roten Wände heben sich von der grün schimmernden Möblierung und den magisch strahlenden Leuchten effektvoll ab. Die Neuinterpretation von Gauguin mit der großfigurigen Darstellung von Madame Ginoux im Vordergrund darf wohl als Konkurrenz Gauguins gewertet werden.

 

 

Das schlechte Wetter im November zwang die beiden Maler öfter im Atelier im Erdgeschoss des Gelben Hauses zu malen. Die wichtigsten Motive wurden daher in diesem Monat Porträts und Stillleben. Da die kleine Wohnung allerdings nur wenig Privatsphäre erlaubte, kam es bald zu Spannungen zwischen den beiden. Dass der Einzelgänger Paul Gauguin immer häufiger von weiteren Reisen in die Tropen träumte, verletzte Vincent van Gogh, der seinen Traum vom „Atelier des Südens“ dadurch gefährdet sah.

 

 

Weinlese

Schon von Gauguins Ankunft malte Vincent van Gogh die weinlesenden Bauern bei Arles. „Der grüne Weinberg“ (ca. 3. Oktober 1888) gehört zu den beeindruckend offen gemalten Werken, mit denen er das Haus zu schmücken gedachte. Mit der spontanen und schnellen Arbeitsweise vor Ort suchte er die Gefühle, die er angesichts der Landschaft und den in ihr arbeitenden Menschen empfand auf die Leinwand zu bannen. Gauguin hingegen nutzte die Inspiration, um sie symbolistisch zu überhöhen, wie „Das menschliche Leiden (Die Weinlese oder Die Armut)“ (4.–11. November 1888), wobei die Arbeit im Weinberg als Hintergrund für ein sitzendes, melancholisch grübelndes Mädchen dient. Dieser großen, im Atelier ausgeführten Komposition setzte van Gogh am 12. November den „Roten Weingarten“ entgegen, der erneut die stilistischen Unterschiede deutlich zutage treten lässt.

 

 

Malen nach der Erinnerung

Paul Gauguin versuchte im November 1888 Vincent van Gogh auf seine künstlerische Seite zu ziehen und riet ihm, mehr nach seinem Gedächtnis zu malen. Van Gogh bewunderte an Gauguins Werken deren mysteriösen Charakter. So griff er erneut das Thema des Sähmanns auf, das er in drei verschiedenen Varianten umsetzte. Intensivere Farben, die flächige Gestaltung und die Arbeit mit dunklen Umrisslinien erinnern an Gemälde von Emile Bernard und Paul Gauguin. Dass ihm das Malen aus dem Gedächtnis schwerfiel.

 

 

Van Goghs Sonnenblumen

Zu den bekanntesten Motiven Vincent van Goghs gehören die Sonnenblumen. Angefangen mit den „Zwei Sonnenblumen“ (Sommer 1887), die van Gogh mit Gauguin im Herbst 1887 tauschte, wählte er auch Sonnenblumenbilder für die Dekoration im „Gelben Haus“. Von den ursprünglich 12 geplanten Sonnenblumenstillleben führte Vincent van Gogh nur vier mit dünnem Farbauftrag aus. Von denen hielt er jedoch nur zwei für gut genug, um sie im Gästezimmer aufzuhängen. Für Gauguin standen Sonnenblumen für van Goghs Stil. Er bewunderte zudem die Gelb-in-Gelb-Kompositionen.

 

 

Im Dezember, als die Beziehung mit Gauguin auf der Kippe stand, wandte sich van Gogh erneut dem Thema zu. Als nach seinem Zusammenbruch Gauguin in einem Brief anfragte, ob van Gogh ihm die „Sonnenblumen“ (The National Gallery, London) überlassen würde, weigerte sich dieser. Stattdessen malte van Gogh noch eine weitere Version der Sonnenblumen, um sie Gauguin zu schenken. Der Maler in Arles versuchte wohl dem Geschmack Gauguins zu entsprechen und führte diese Sonnenblumen weniger realistisch aus. Während des Winters standen dem Maler keine echten Sonnenblumen zur Verfügung. Daher kopierte er Anfang Dezember 1888 ein Sonnenblumenstillleben vom August. Um sich von Gauguin abzusetzen, nutzte van Gogh in diesen Sonnenblumen-Bildern pastose Farben

Zur gleichen Zeit malte Paul Gauguin ein „Porträt Van Gogh, Sonnenblumen malend“ (ca. 1. Dezember 1888), in dem er den Maler mit einem Strauß Sonnenblumen vor der Staffelei als „Sonnenblumenmaler“ einfing. Das Bild ist eine gemalte Kritik an der Arbeitsweise des Holländers, dem er vorwarf, sich zu sehr nach der Natur zu richten. Aus der Perspektive von Gauguin beschäftigte sich Als Vincent van Gogh das fertige Bild sah, fühlte er sich verraten. Monate zuvor hatte Gauguin noch bewundernd ausgerufen: „Ça … c’est … la fleur! [Das … das ist … die Blume!]“

„Er arbeitet an einem Porträt von mir, das ich nicht für eine seiner aussichtlosen Unternehmungen halte.“ (Vincent an Theo über Gauguin)
„Ich bin es, sicherlich, […] aber als Verrückter!“

 

 

Van Goghs Krise und Neuanfang

Am 23. Dezember 1888 kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem verwirrten Vincent van Gogh und Paul Gauguin, nach der sich der Holländer ein Stück seines linken Ohrs abschnitt. Dann ging er in mit dem Ohrläppchen in ein Bordell und schenkte es mit den Worten „du wirst dich meiner erinnern, das sag‘ ich dir.“ einem Mädchen namens Rachel. Die Polizei lieferte Vincent van Gogh in das örtliche Krankenhaus ein. Zwei Tage später reiste Paul Gauguin wortlos ab und informierte Theo van Gogh mit einem Telegramm. Als Theo am Weihnachtsmorgen in Arles ankam, erfuhr er, dass Vincent seit Tagen Symptome von Verrücktheit zeigte.

Auch wenn die beiden bald wieder ihren Briefverkehr aufnahmen, so sahen einander doch nie wieder persönlich. In einigen dieser Briefe äußerte van Gogh den Wunsch, zu Gauguin in die Bretagne zu kommen. Doch dieser wimmelte ihn immer wieder ab und schrieb ihm, dass das Klima der Bretagne der Gesundheit van Goghs abträglich sei, er Europa verlassen wollte, um ein „Atelier in den Tropen“ zu gründen.

 

 

Der am 7. Jänner 1889 aus dem Krankenhaus in Arles entlassene Maler griff in den folgenden Monaten immer wieder Motive aus den vergangenen Monaten auf. Zudem zeigt er sich in Selbstporträts mit verbundenem Kopf. Im Mai ließ er sich freiwillig in eine Anstalt in Saint-Rémy einweisen, wo die Diagnose Epilepsie gestellt wurde. Im Mai und Juni dieses Jahres entstanden mit den „Schwertlilien“ (10.–15. Mai 1889), der „Sternennacht“ (17./18. Juni 1889) und „Zypressen“ (25. Juni 1889) drei der eindrücklichsten Landschaftsvisionen Vincent van Goghs, Aber auch Gauguin schuf mit den Gemälden „Christus am Ölberg“ (Juni 1889), „Grüner Christus“ (September 1889) und „Gelber Christus“ (1889) weitere Hauptwerke der symbolistischen Malerei. Auch wenn sich der Franzose von dem predigenden van Gogh abgewandt hatte, so hinterließ dessen religiös gefärbte Sicht auf die Welt deutliche Spuren in Gauguins Werk.

 

„Gauguin, Bernard und ich werden vielleicht […] nicht erobern, aber auch nicht erobert werden. Vielleicht leben wir weder für das eine noch für das andere, sondern um Trost zu spenden oder den Weg zu bereiten für eine Malerei, die sogar noch mehr tröstet.“3 (Vincent an Theo, 17./18. Juni 1889)

 

 

Vincent van Gogh : Paul Gauguin: Bilder

  • Vincent van Gogh, Ein Paar Schuhe, Sommer 1887, Öl auf Leinwand33 x 40,9 cm (The Baltimore Museumof Art, Cone Collection, formed by Dr. Claribel Cone and Miss Etta Cone, Baltimore, Maryland)
  • Vincent van Gogh, Zwei Sonnenblumen, Sommer 1887, Öl auf Leinwand, 43,2 x 61 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York, Rogers Fund)
  • Vincent van Gogh, Zwei Sonnenblumen, Sommer 1887, Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm (Kunstmuseum Bern, Gabe vonProfessor Dr. Hans R. Hahnloser)
  • Vincent van Gogh, Blühenden Pflaumenbaum (nach Hiroshige), Sommer 1887, Öl auf Leinwand (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Vincent van Gogh, Selbstporträt an der Staffelei, Februar 1888, Öl auf Leinwand, 65 x 50,5 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Vincent van Gogh, Blühender Pfirsichbaum (Erinnerung an Mauve), März 1888, Öl auf Leinwand, 73 x 59,5 cm (Kröller-Müller Museum, Otterlo)
  • Vincent van Gogh, Brücke von Langlois, 10. April 1888, Öl auf Leinwand, 54 x 65 cm (Kröller-Müller Museum, Oterloo)
  • Vincent van Gogh, Birnenbaum in Blüte, April 1888, Öl auf Leinwand, 73 x 46 cm  (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Vincent van Gogh, Un Mas de Provence [Bauernhaus in der Provence], Mitte Juni 1888, Öl auf Leinwand, 46 x 61 cm (National Gallery of Art, Washington, DC, Ailsa Mellon Bruce Collection, 1970.17.34)
  • Vincent van Gogh, Der Sämann, Mitte Juni 1888, Öl auf Leinwand (Kröller-Müller Museum, Otterlo)
  • Vincent van Gogh, Öffentlicher Park mit frisch gemähtem Rasen und Trauerweide, 5. Juli 1888, Öl auf Leinwand, 60,5 x 73,5 cm (Privatsammlung)
  • Vincent van Gogh, Wäscherinnen am Roubine-du-Roi-Kanal, ca. 7. Juli 1888, Öl auf Leinwand, 74 x 60 cm (Privatsammlung)
  • Vincent van Gogh, Die Mousmé, ca. 23. Juli 1888, Öl auf Leinwand, 74 x 60 cm (National Gallery of Art, Washington, DC, Chester Dale Collection)
  • Vincent van Gogh, Oleander und Zolas „joie de vivre“, August 1888, Öl auf Leinwand, 60,3 x 73,7 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Gift of Mr. and Mrs. John L. Loeb, 1962)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, 21./26. August 1888, Öl auf Leinwand, 72 x 58 cm (Privatsammlung)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Ende August 1888, Öl auf Leinwand, 91 x 71 cm (Neue Pinakothek, München)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Ende August 1888, Öl auf Leinwand, 93 x 73 cm (National Gallery, London)
  • Vincent van Gogh, Eugène Boch [Der Dichter], 3. September 1888, Öl auf Leinwand, 60 x 45 cm (Musée d’Orsay, Paris)
  • Vincent van Gogh, Le Café du Midi [Das Nachtcafé], 5.-8. September 1888, Grafit, Aquarell und Gouache, 44,4 x 63 cm (Privatsammlung)
  • Vincent van Gogh, Le Café de nuit [Das Nachtcafe], ca. 8. September 1888, Öl auf Leinwand, 70 x 89 cm (Yale University Art Gallery, New Haven, Connecticut)
  • Vincent van Gogh, Der Garten des Dichters, Mitte September 1888, Öl auf Leinwand (The Art Institute of Chicago, Mr. and Mrs. Lewis Larned Coburn Memorial Collection)
  • Vincent van Gogh, Le Jardin du poète [Der Dichtergarten], Mitte September, Öl auf Leinwand, 73 x 92,1 cm (The Art Institute of Chicago, Mr. and Mrs. Coburn Memorial Collection, 1933-433)
  • Vincent van Gogh, Selbstporträt, Gauguin gewidmet (Bonze), um 16. September 1888, Öl auf Leinwand (Fogg Art Museum, Harvard University Art Museum, Bequest from the Collection of Maurice Wertheim, Class of 1906)
  • Vincent van Gogh, Der Liebhaber (Lieutnant Milliet), ca. 25. September 1888, Öl auf Leinwand, 60 x 49 cm (Kröller-Müller Museum, Otterlo)
  • Vincent van Gogh, Das Gelbe Haus, 28. September 1888, Öl auf Leinwand (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Vincent van Gogh, La Nuit étoilée [Sternennacht über der Rhone], 28. September 1888, Öl auf Leinwand, 72,5 x 92 cm (Musée d’Orsay, Paris, Geschenk von Mr und Mrs Robert Kahn-Sriber, in Gedenken an Mr und Mrs Fernand Moch, 1975)
  • Vincent van Gogh, Der grüne Weinberg, ca. 3. Oktober 1888, Öl auf Leinwand, 72 x 92 cm (Kröller-Müller Museum, Oterloo)
  • Vincent van Gogh, Öffentlicher Park mit einem Paar und Blaukiefer, Anfang Oktober 1888, Öl auf Leinwand, 73 x 92 cm (Privatsammlung)
  • Vincent van Gogh, Das Schlafzimmer, Mitte Oktober 1888, Öl auf Leinwand, 72 x 90 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Vincent van Gogh, Der Sämann, 28. Oktober 1888, Öl auf Leinwand (Hahnloser/Jäggli Stiftung, Villa Flora, Winterthur)
  • Vincent van Gogh, Le Veil If [Die alte Eibe], 28. Oktober 1888, Öl auf Leinwand, 91 x 71 cm (Privatsammlung)
  • Vincent van Gogh, Allée des Tombeaux (Les Alyscamps), ca. 29. Oktober 1888, Öl auf Leinwand, 89 x 72 cm (Privatsammlung)
  • Vincent van Gogh, Les Alyscamps, ca. 1. November 1888, Öl auf Leinwand, 92 x 73,5 cm (Privatsammlung)
  • Vincent van Gogh, Les Alyscamps, ca. 1. November 1888, Öl auf Jute, 72,5 x 91,5 cm (Seiji Togo Memorial Yasuda Kasai Museum of Art, Tokio)
  • Vincent van Gogh, Fallende Blätter (Les Alyscamps), ca. 1. November 1888, Öl auf Jute, 73 x 92 cm (Kröller-Müller Museum, Otterlo)
  • Vincent van Gogh, Fallende Blätter (Les Alyscamps), ca. 1. November 1888, Öl auf Leinwand, 72 x 91 cm (Privatsammlung)
  • Vincent van Gogh, Fallende Blätter (Les Alyscamps), ca. 1. November 1888, Öl auf Jute, 73 x 92 cm (Kröller-Müller Museum, Otterlo)
  • Vincent van Gogh, L Arlésienne (Madame Ginoux), ca. 5. November 1888, Öl auf Jute, 93 x 74 cm (Musée d’Orsay, Paris)
  • Vincent van Gogh, Der rote Weingarten, 12. November, Öl auf Leinwand, 75 x 93 cm (Pushkin-Museum, Moskau)
  • Vincent van Gogh, Erinnerung an den Garten (Etten und Nuenen), ca. 16. November 1888, Öl auf Leinwand, 73,5 x 92,5 cm (Eremitage, St. Petersburg)
  • Vincent van Gogh, Van Goghs Stuhl, ca. 20. November 1888, Öl auf Jute, 93 x 73,5 cm (The National Gallery, London)
  • Vincent van Gogh, Gauguins Stuhl, ca. 20. November 1888, Öl auf Jute, 90,5 x 72 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Vincent van Gogh, Der Sämann, ca. 21. November 1888, Öl auf Leinwand, 33 x 40 cm (Armund Hammer Collection, UCLA Hammer Museum, Los Angeles)
  • Vincent van Gogh, Der Sämann, ca. 25. November 1888, Öl auf Leinwand, 73,5 x 93 cm (Sammlung E. G. Bührle, Zürich)
  • Vincent van Gogh, Der Sämann, ca. 25. November 1888, Öl auf Leinwand, 32 x 40 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, ca. 1. Dezember 1888, Öl auf Jute, 100 x 76 cm (Seiji Togo Memorial Yasuda Kasai Museum of Art, Tokio)
  • Vincent van Gogh, Die Arlesienne (Madame Ginoux), Anfang Dezember, Öl auf Leinwand, 91,4 x 73,7 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Nachlass von Sam A. Lewinsohn, 1951)
  • Vincent van Gogh, Bretonische Frauen auf einer Wiese (nach Bernard), Dezember 1888, Wasserfarbe und Graphit auf Papier (Civica Galleria d’Arte Moderna, Raccolta Grassi, Mailand)
  • Vincent van Gogh, Zuschauer in der Arena, Dezember 1888, Öl auf Leinwand, 73 x 92 cm (Eremitage, St. Petersburg)
  • Vincent van Gogh, Madame Roulin mit ihrem Kind Marcelle, Dezember 1888, Öl auf Leinwand, 92,4 x 73,3 cm (Philadelphia Museum of Art, nachlass von Lisa Norris Elkins)
  • Vincent van Gogh, La Berceuse (Madame Roulin beim Spinnen), Ende Dezember 1888–ca. 22. Jänner 1889, Öl auf Leinwand, 92,7 x 72,8 cm (Museum of Fine Arts, Boston, Nachlass von John T. Spaulding)
  • Vincent van Gogh, Selbstporträt mit verbundenem Ohr, Anfang Jänner 1889, Öl auf Leinwand, 60 x 49 cm (Courtauld Galleries, London)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Ende Jänner 1889, Öl auf Leinwand, 92 x 72,5 cm (Philadelphia Museum of Art, Mr. and Mrs. Carroll S. Tyson Jr., Collection)
  • Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Ende Jänner 1889, Öl auf Leinwand, 95 x 73 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Vincent van Gogh, Schwertlilien, 10.–15. Mai 1889, Öl auf Leinwand, 71 x 93 cm (J. Paul Getty Museum, Los Angeles)
  • Vincent van Gogh, Sternennacht, 17./18. Juni 1889, Öl auf Leinwand, 73,7 x 92,1 cm (Museum of Modern Art, New York, 1941, erworben über den Nachlass von Lillie S. Bliss)
  • Vincent van Gogh, Zypressen, 25. Juni 1889, Öl auf Leinwand, 93,3 x 74 cm (Metropolitan Museum of Art, New York, Rogers Fund, 1949)

 

  • Paul Gauguin, Stillleben mit dem Profil Charles Lavals, Ende 1886, Öl auf Leinwand (Indianapolis Museum of Art, Samuel Josefowitz Collection oft he School of Pont-Aven, through the generosity of Lilly Endowment Inc., the Josefowitz family, Mr. and Mrs. James M. Cornelius, Mr. and Mrs. Leonard J. Betley, Lori and Dan Efroymson and other friends od the museum)
  • Paul Gauguin, Kommen und Gehen, Martinique, Sommer 1887, Öl auf Leinwand (Sammlung Carmen Thyssen-Bornemisza, Madrid)
  • Paul Gauguin, Am Ufer des Sees auf Martinique, Sommer 1887, Öl auf Leinwand (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Paul Gauguin, Unter den Mangobäumen auf Martinique, Sommer 1887, Öl auf Leinwand (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Paul Gauguin, Tanzende bretonische Mädchen, Juni 1888, Öl auf Leinwand (National Gallery of Art, Washington D.C., Collection of Mr. and Mrs. Paul Mellon)
  • Paul Gauguin, Junge Ringer – Bretagne, Juli 1888, Öl auf Leinwand (Privatsammlung)
  • Paul Gauguin, Vision bei der Predigt, Mitte August–Mitte September 1888, Öl auf Leinwand (National Gallery of Scotland, Edinburgh)
  • Paul Gauguin, Selbstporträt mit dem Porträt Bernards („Les Miserables“), Ende September 1888, Öl auf Leinwand (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Paul Gauguin, Bauernhaus in Arles, ca. 28. Oktober 1888, Öl auf Leinwand, 91 x 72 cm (Indianapolis Museum of Art)
  • Paul Gauguin, Les Alyscamps (Die drei Grazien beim Venustempel)“, ca. 29. Oktober 1888, Öl auf Leinwand, 92 x 73 cm (Musée d’Orsay, Paris)
  • Paul Gauguin, Les Alyscamps, ca. 1. November 1888, Öl auf Jute, 72,5 x 91,5 cm (Seiji Togo Memorial Yasuda Kasai Museum of Art, Tokio)
  • Paul Gauguin, L’Arlesienne (Madame Ginoux), ca. 5. November 1888, Öl auf Jute, 93 x 74 cm (Musée d’Orsay, Paris)
  • Paul Gauguin, Das menschliche Leiden (Die Weinlese oder Die Armut), 4.–11. November 1888, Öl auf Jute, 73 x 93 cm (Ordrupgaard, Kopenhagen)
  • Paul Gauguin, Un Café de nuit [Nachtcafé], 4.–12. November 1888, Öl auf Jute, 72 x 92 cm (Pushkin Museum, Moskau)
  • Paul Gauguin, Blaue Bäume [Vous y passerez, la belle!], Ende November 1888, Öl auf Jute, 92 x 73 cm (Ordrupgaard Museum, Kopenhagen)
  • Paul Gauguin, Porträt Van Gogh, Sonnenblumen malend, ca. 1. Dezember 1888, Öl auf Jute (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Paul Gauguin, Christus im Garten Gezemane, 1889, Öl auf Leinwand (Norton Museum of Art, West Palm Beach)
  • Paul Gauguin, Der gelbe Christus, 1889, Öl auf Leinwand (Albright-Knox Art Gallery, Buffalo)
  • Paul Gauguin, Grüner Christus (Der Bretonische Kalvarienberg), 1889, 92 x 73cm (Musees Royaux des Beaux-Arts de Belgique)

 

  • Emile Bernard, Selbstporträt mit dem Porträt Gauguins, Ende September 1888, Öl auf Leinwand (Van Gogh Museum, Amsterdam (Vincent van Gogh Stiftung))
  • Emile Bernard, Bretonische Frauen auf einer Wiese, August 1888, Öl auf Leinwand (Privatbesitz)

Weitere Beiträge zu Paul Gauguin

11. Oktober 2017
Paul Gauguin, Mahana no atua (Tag des Gottes), 1894 (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Memorial Collection)

Paul Gauguin. Der Künstler als Alchemist Keramiken, Kunsthandwerk und Druckgrafik des französischen Malers

Paul Gauguin (1853–1903) ist vor allem für seine farbenprächtigen Bilder von Frauen aus der Südsee berühmt. Aber Paul Gauguin, ein Alchemist? Leben und Werk sind auch noch multidimensional? Der außergewöhnliche Titel ist zugleich metaphorisch wie faktisch zu verstehen. Zum einen verweisen die Kuratorinnen und Kuratoren auf mannigfaltige Materialien und künstlerische Zugänge des französischen Autodidakten. Zum anderen verwandelt der Künstler-Kunsthandwerker diese metaphorisch in geheimnisvolle Objekte, die die Fantasie anregen.
8. Februar 2017
Camille Pissarro, Kohlernte, 1878/79, Gouache auf Seide, 16.5 x 52.1 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York, Purchase, Leonora Brenauer Bequest, in memory of her father, Joseph B. Brenauer, 1994)

Vierte Impressionisten-Ausstellung 1879 Bröckelnde Gemeinschaft aber wirtschaftlicher Erfolg

Die vierte Impressionisten-Ausstellung stand unter einem ungünstigen Stern, da viele der wichtigsten Maler des Impressionismus ihre Teilnahme absagten. Dennoch wurde sie endlich auch ein wirtschaftlicher Erfolg. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass sie weniger provokativ ausgefallen sein dürfte als die ersten drei Ausstellungen.
8. Februar 2017
Mary Cassatt, Le thé [Der Tee], um 1880, Öl auf Leinwand, 64.77 x 92.07 cm (Museum of Fine Arts, Boston, M. Theresa B. Hopkins Fund)

Fünfte Impressionisten-Ausstellung 1880 Degas‘ „kleine Tänzerin“ und die Rückkehr zum Salon

Die fünfte Impressionisten-Ausstellung wurde im Vergleich zur vierten von den meisten Kritikern nicht sehr positiv aufgenommen. Es fehlten nicht nur so zentrale Künstler wie Renoir, Sisley und Cézanne, die bereits an der vierten Impressionisten-Ausstellung 1879 nicht mehr teilgenommen hatten, sondern auch Claude Monet, der stattdessen zwei Gemälde in den Salon einsandte.
8. Februar 2017
Edgar Degas, Kleine Tänzerin im Alter von 14 Jahren, um 1878–1881, rotes Bienenwachs, Ton, Metallarmatur, Seil, Pinsel, menschliches Haar, Seide und Leinenband, Trikot aus Leinen, Baumwolle und Seidentutu, Leinenschuhe, Holzsockel, 98.9 x 34.7 x 35.2 cm (ohne Sockel), Gewicht: 22.226 kg (The National Gallery of Art, Washington, Collection of Mr. and Mrs. Paul Mellon, Inv.-Nr. 1999.80.28)

Sechste Impressionisten-Ausstellung 1881 Edgar Degas‘ „Kleine Tänzerin“ und der Triumph des Realismus

Im Vorfeld zur sechsten Impressionisten-Ausstellung 1881 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den so genannten Impressionisten und Realisten in der Gruppe. Monet, Renoir und Sisley sagten ihre Teilnahme ab, um am Salon teilzunehmen. Die verbliebenen Künstlerinnen und Künstler scharten sich um Edgar Degas, der die Ausstellung organisierte.
8. Februar 2017
Camille Pissarro, Junges Bauernmädchen mit Hut, 1881, Öl auf Leinwand, 73,4 x 59,6 cm (National Gallery of Art, Washington)

Siebte Impressionisten-Ausstellung 1882 Pleinair und lockere Malweise

Die siebte Impressionisten-Ausstellung wurde von Paul Durand-Ruel organisiert, weil er sich in einer finanziell prekären Lage befand. Die Gruppe rund um Degas lehnte eine Teilnahme ab. Auch Renoir hatte sich geweigert, an der Ausstellung teilzunehmen, dennoch hängte der Galerist einundzwanzig von Renoirs Werken in die Ausstellung. Der Galerist kam zum Schluss, dass es einfacher wäre, die Künstler getrennt voneinander zu vermarkten, was er ab 1883 auch in Einzelpräsentationen umsetzte.
8. Februar 2017
Georges Seurat, Un dimarche à la Île de la Grande Jatte (Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte), 1884–1886, Öl auf Leinwand, 205,7 x 305,8 cm (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Collection)

Achte Impressionisten-Ausstellung 1886 Krise und Ende des Impressionismus

Die Vorbereitungen zur achten Impressionisten-Ausstellung 1886 waren geprägt von alten Vorbehalten gegenüber Kollegen, Missgunst, Eifersüchteleien und wechselnde Loyalitäten. Finanzielle Misserfolge, nicht zuletzt wegen einer Wirtschaftskrise in Frankreich in den beginnenden 1880er Jahren, ließen die ohnehin zaghaften Ankäufe impressionistischer Malerei einbrechen, ungeachtet der Versuche des Kunsthändlers Paul Durand-Ruel, die Impressionisten auch in New York bekannt zu machen. Generell lässt sich beobachten, wie Galeristen zunehmend als Ausstellungsmacher von Personalen auftraten, die sie vorfinanzierten. Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Gustave Caillebotte und Alfred Sisley folgten Pissarros Einladung erst gar nicht. Sie versuchten ihr Glück bei Georges Petit, dessen Galerie sich an ein betuchtes, kaufkräftiges Publikum wandte. Animositäten mit Edgar Degas in den vorangegangenen Jahren verleideten ihnen die Teilnahme an Pissarros Projekt genauso wie dessen Engagement für ihre „Schützlinge“.
21. September 2016
Pablo Picasso, Frau mit gefalteten Händen, 1907, Musée national Picasso – Paris (links); Mutter mit Kind, 1907, Musée national Picasso – Paris (rechts), Ausstellungsansicht „Fremde Götter. Faszination Afrika und Ozeanien“ im Leopold Museum 2016/17, Foto: Alexandra Matzner © Bildrecht.

Picasso war ein Afrikaner! Afrikanische Kunst und Primitivismus in der Moderne

Drei Erzählstränge führen in der Schau „Fremde Götter. Faszination Afrika und Ozeanien“ die Besucherinnen und Besucher zur Frage: Was bedeutet(e) die Entdeckung der afrikanischen Kunst und etwas später der ozeanischen Kunst für die Entwicklung der Moderne in Europa? Die brüske Antwort Picassos lautete 1923: „Afrikanische Kunst? Die kenne ich nicht!“ Dass diese harsche Abwehr mitnichten des Pudels Kern beschreibt, ist in den letzten Jahren auch durch Ausstellungsprojekte vielfach herausgearbeitet worden. Der hohe Grad an Stilisierung und Abstraktion, der allerdings nicht als Zeichen für fehlenden Realismus in der afrikanischen Kunst gedeutet werden darf, irritierte und begeisterte das europäische Publikum. Dass die Radikalität der künstlerischen Produktion im frühen 20. Jahrhundert, ihre Brüche mit den Traditionen und ihre Formfindungen nicht ohne die Auseinandersetzung mit der als „primitiv“, d. h. nicht von der europäischen Zivilisation verbildeten, gesammelten und wertgeschätzten Kunst entstehen hätte können, muss nach diesem Museumsbesuch zweifelsfrei anerkannt werden.
26. Februar 2016
Edouard Manet, Die Dante-Barke / The Barque of Dante (nach / after Delacroix), um / about 1854, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 37.5 x 45 cm, Musée des Beaux Arts de Lyon (B830) © Lyon MBA - photo Alain Basset.

Delacroix und die Malerei der Moderne Wegbereiter von Renoir, Monet, Cézanne, Gauguin, Redon...

Eugène Delacroix (1798–1863) steht an der Schwelle von Salonmalerei und moderner Malerei, die nur sich selbst verpflichtet ist. In Auseinandersetzung mit dem Grand Style von Paul Delaroche und den Farbtheorien Michel Eugène Chevreuls (1786–1889) entwickelte er einen auf Farben und Pinselstrich basierenden Malstil. Obwohl Delacroix kaum Schüler hatte, wurde sein Personalstil und seine Überlegungen zu Kunst zu den folgenreichsten des 19. Jahrhunderts. Generationen von Impressionisten (Manet, Fantin-Latour, Bazille, Renoir), Spätimpressionisten (Cézanne, Van Gogh), Symbolisten (Moreau, Redon, Gauguin) und Pointillisten (Seurat, Matisse, Metzinger) bezogen sich auf oft ungeahnte Weise auf ihren 1863 verstorbenen Wegbereiter.
8. Februar 2015
Paul Gauguin, La vision après le sermon ou La lutte de Jacob avec l'ange (Vision nach der Predigt oder Der Kampf Jakobs mit dem Engel), 1888, Öl auf Leinwand, 73 x 92 cm, Scottish National Gallery, Edinburgh.

Paul Gauguin: Biografie Leben und Werk des französischen Symbolisten

Biografie (Lebenslauf) von Paul Gauguin, der vom Matrosen zum Börsenhändler und Maler wude. Ab den 1890er Jahren lebte er teilweise Tahiti.
8. Februar 2015
Paul Gauguin, Nafea faaipoipo, 1892, Quand te maries-tu?, Wann heiratest Du?, Öl auf Leinwand, 105 x 77,5 cm, Sammlung Rudolf Staechelin, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler.

Paul Gauguin. Werke aus der Südsee Gauguins Lebenslauf und wichtigste Bilder

Rund fünfzig Werke Paul Gauguins finden im Frühjahr den Weg in die Fondation Beyeler, darunter das Gemälde „Nafea faa ipoipo? (Wann heiratest du?)“ (1892), das jüngst durch einen privaten Verlauf zum teuersten Kunstwerk der Welt wurde. In sechs Jahren Vorbereitungszeit stellte Raphaël Bouvier eine Schau zusammen, die das vielseitige Œuvre des französischen Künstlers facettenreich beleuchtet.
30. September 2014
Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan, Cover (Steidl Verlag)

Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan Impressionistische Künstler und ihre Beschäftigung mit Japan

Gemeinsam mit dem Kunsthaus Zürich stemmt das Museum Folkwang in Essen eine wichtige Schau und einen gewichtigen Katalog über den transkulturellen Austausch zwischen französischen und japanischen Künstler_innen. Bislang musste man die Publikationen von Klaus Berger und Siegfried Wichmann (beide 1980) in die Hand nehmen, um sich über dieses Thema umfassend zu informieren, jetzt zeichnet der Katalog aus dem Steidl Verlag die Faszination am Japanischen zwischen 1860 und 1910 mustergültig nach.
30. September 2012
Paul Gauguin, Noa Noa, Auti Te Pape (Spiel im Süsswasser), 1893–1894.

Paul Gauguin. Druckgrafik Revolutionärer Umgang mit dem Holzschnitt

Paul Gauguin (1848─1903) – Weltumsegler, Kritiker der französischen Kolonialmacht, temporärer Freund von Vincent van Gogh, Maler der Moderne – ist für seine farbintensiven Bilder von der Südsee bekannt. Dass der Künstler sich auch mit Druckgrafik beschäftigte und auch in diesem Medium neue Wege beschritt, ist bislang nur selten gezeigt worden. Im Kunsthaus Zürich versammelt nun Tobia Bezzola von den insgesamt 77 Drucken des rastlosen Franzosen ca. 50 Blätter. Die Monotypien bleiben dabei unberücksichtigt, da sie Gauguin stets „dessins“ – Zeichnungen – genannt hat.
10. Mai 2012
Richard Thomson, Rodolphe Rapetti, Frances Fowle: Traumlandschaften. Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky, Stuttgart 2012 (Belser Verlag)

Traumlandschaften Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky

Der Belser Verlag legt mit „Traumlandschaften. Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky“ den deutschsprachigen Ausstellungskatalog zu einer international kuratierten Schau vor, die bereits in Edinburgh, Helsinki und Amsterdam zu sehen war bzw. sein wird. Die Landschaftsmalerei lag den Symbolisten sehr am Herzen, soweit bekannt. Ihr Ziel damit war, Stimmungen, Gefühle und Nachdenken auszulösen. Die Mittel waren je nach Künstler und seiner Herkunft verschieden.
1. Oktober 2005
Edouard Manet, Der Pfeiffer, 1866, 161 x 97 cm (Paris, Musée d’Orsay).

Impressionisten aus dem Musée d’Orsay Pariser Schätze zu Gast in Wien

Manet, Degas, Monet, Renoir, Cézanne, Van Gogh gehören heute zu den bekanntesten Malern des französischen Impressionismus. Dass sich diese Bilder knapp 150 Jahre nach ihrer Entstehung einer derartigen Beliebtheit erfreuen, hätte wohl kaum einer ihrer Schöpfer zu hoffen gewagt, denn Kritiker wie Emile Porcheron formulierten: „Ein Impressionist ist ein Mensch, der aus unerfindlichen Gründen das Bedürfnis verspürt, sich dem Kult der Palette zu verschreiben, ohne das nötige Talent oder die Ausbildung zu haben, die für ein vernünftiges Ergebnis Voraussetzung ist, der sich damit begnügt, die Trommel für seine Schule zu rühren, und dem Publikum Gemälde vorführt, deren einziger Wert in ihrem Rahmen besteht.“ (in: Le Soleil, 4. April 1876)

Weitere Beiträge zu Vincent van Gogh

14. August 2017
Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, 1888, Öl/Lw, 100.5 x 76.5cm (Seiji Togo Memorial Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art, Tokyo)

Van Goghs Sonnenblumen Fünf Sonnenblumen-Gemälde auf drei Kontinenten live auf Facebook vorgestellt

Van Goghs Sonnenblumen entstanden zwischen August 1888 und Januar 1889 in Arles (Südfrankreich): sieben Versionen seines berühmtesten Gemäldes malte rund um seinen Nervenzusxammenbruch. Heute sind fünf dieser Werke in Museen auf der ganzen Welt verstreut und konnten seither für keine Ausstellung an einen Ort gebracht werden. Am 14. August 2017 werden die „Sonnenblumen” virtuell, genauer: auf Facebook, wiedervereint.
7. August 2017
Félix Vallotton, Die Weiße und die Schwarze, 1913, Öl auf Leinwand, 114 x 147 cm (Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Winterthur, Schenkung Geschwister Jäggli, 1981)

Villa Flora: Meisterwerke des Postimpressionismus Die Sammlung von Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler

Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler trugen zwischen 1905 und 1936 eine der prestiegeträchtigsten Schweizer Privatsammlungen zusammen: Die derzeit im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ausgestellten Werke von den Nabis und Fauvisten stehen aber auch für die Freundschaften des Sammlerehepaares, für das die so häufig genutzte Formel „Leben für die Kunst“ wahrhaftig zutraf.
28. Juni 2017
Vincent van Gogh, Baumwurzeln, Auvers-sur-Oise Juli 1890, Öl auf Leinwand, 50.3 × 100.1 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam / Vincent van Gogh Foundation)

Vincent van Gogh: Bilder vom Wald Bäume und Wälder im Werk von Van Gogh, Rousseau und Corot

Vincent van Gogh (1853–1890) ist als Maler von Äckern, Gärten und Olivenhainen berühmt – doch auch Wälder spielen in seinem Werk eine nicht unbedeutende Rolle. Die frühe Orientierung des holländischen Landschaftsmalers an den Meistern der Schule von Barbizon, seine Auseinandersetzung mit dem Werk von Daubigny und des Impressionismus während seiner Pariser Jahre und nicht zuletzt sein Aufenthalt im Hospital von Saint-Paul in Saint-Rémy-de-Provence inspirierten ihn zu seiner Serie von Waldeinblicken.
10. November 2016
Vincent van Gogh, Bauernhaus, Auvers-sur-Oise, Mai–Juni 1890, Öl auf Leinwand, 38.9 cm x 46.4 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam Vincent van Gogh Foundation)

Vincent van Gogh und Daubigny Blühende Obstbäume und Felder rund um Auvers

Vincent van Gogh (1853–1890) bewunderte Zeit seines Lebens die Landschaftsgemälde von Charles-François Daubigny. Im Jahr 1890 übersiedelte der Maler von Südfrankreich zuerst nach Paris und dann weiter nach Auvers-sur-Oise. Dreißig Jahre nachdem Charles-François Daubigny (1860) den Ort an der Oise zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht hatte, verbrachte Vincent van Gogh dort seine letzten Monate. Vincent van Gogh schuf in und um Auvers zwischen dem 20. Mai und dem 27. Juli 1890 seine beeindruckenden 75 letzten Bilder – und trat mit ihnen bewusst in die Fußstapfen Daubignys.
14. September 2016
Paul Signac, Venedig, die rosa Wolke (Ankerplatz bei der Giudecca), 1909, Öl auf Leinwand, 73 × 92 cm (Albertina, Wien - Sammlung Batliner)

Seurat, Signac, Van Gogh – Wege des Pointillismus Kein Punkt ist gleich!

Ein Punkt, ist ein Punkt, ist ein Punkt? So einfach ist es wohl nicht, wie mir Albertina-Kurator Heinz Widauer in der Pointillismus-Ausstellung erklärt. Er zeigt diesen Herbst die „Mutation des Punktes“ von Georges Seurat (1859–1891) und Paul Signac bis Théo van Rysselberghe, Vincent van Gogh, Paul Klee und Piet Mondrian. Die Schau demonstriert die Entwicklung der Punktmalerei von Mitte der 1880er bis in die 1930er Jahre. Farbenprächtige Landschaften, lichterfüllte, helle Kompositionen, paradiesische Küstenschilderungen in Spektralfarben, aber auch repräsentative Porträts, intime Interieurs und mystisch-dekorative Visionen locken in den kommenden Wintermonaten sicher nicht nur Kunst-Enthusiasten in das Wiener Haus.
26. Februar 2016
Edouard Manet, Die Dante-Barke / The Barque of Dante (nach / after Delacroix), um / about 1854, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 37.5 x 45 cm, Musée des Beaux Arts de Lyon (B830) © Lyon MBA - photo Alain Basset.

Delacroix und die Malerei der Moderne Wegbereiter von Renoir, Monet, Cézanne, Gauguin, Redon...

Eugène Delacroix (1798–1863) steht an der Schwelle von Salonmalerei und moderner Malerei, die nur sich selbst verpflichtet ist. In Auseinandersetzung mit dem Grand Style von Paul Delaroche und den Farbtheorien Michel Eugène Chevreuls (1786–1889) entwickelte er einen auf Farben und Pinselstrich basierenden Malstil. Obwohl Delacroix kaum Schüler hatte, wurde sein Personalstil und seine Überlegungen zu Kunst zu den folgenreichsten des 19. Jahrhunderts. Generationen von Impressionisten (Manet, Fantin-Latour, Bazille, Renoir), Spätimpressionisten (Cézanne, Van Gogh), Symbolisten (Moreau, Redon, Gauguin) und Pointillisten (Seurat, Matisse, Metzinger) bezogen sich auf oft ungeahnte Weise auf ihren 1863 verstorbenen Wegbereiter.
18. November 2015
Édouard Manet, Chrysanthemen, 1881, Öl auf Papier, 17 × 59 cm, The Museum of Modern Art, Ibaraki, Präfektur Ibaraki.

Japans Liebe zum Impressionismus Kulturaustausch zwischen Ost und West: Werke des Impressionismus in Japan und japanische Künstler in Frankreich

Etwa 100 Werke aus den Sammlungen bedeutender japanischer Museen und Sammlungen veranschaulichen die Liebe der Japaner zum französischen Impressionismus. Wer allerdings hofft, die berühmten „Sonnenblumen“ (1888) Van Goghs in der Schau zu entdecken, wird enttäuscht. Stattdessen versammelt die Bundeskunsthalle in Bonn einige äußerst sehenswerte und vor allem wenig bekannte Exponate von Monet, einen wichtigen Degas, ein Gemälde von Berthe Morisot, Skulpturen von Rodin (z. T. posthume Güsse), während die Auswahl an Werken des bereits genannten Holländers und Paul Gauguins weniger atemberaubend ist. Die japanischen Impressionisten hingegen zeigen sowohl die Faszination derselben für diese europäische Gestaltungsform und übertragen sie in eine nochmals japanischere Variante.
19. Juli 2015
Munch : Van Gogh (Mercator Fonds)

Munch : Van Gogh Ungeahnte Parallelen in Leben und Werk

Vincent van Gogh (1853–1890) und Edvard Munch (1863–1944) - zwei Giganten der Kunst im späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert - werden in einer Ausstellung erstmals (!) einander gegenübergestellt. Schon auf der legendären Sonderbundausstellung in Köln 1912 wurden sie als „Väter der modernen Kunst“ gefeiert. Heute wird der eine für die Befreiung der Farbe und seinen dynamischen Pinselstrich verehrt, während der andere die dunkle Seite der Liebe, Angstzustände, Krankheit und Tod ergiebig erforschte.
30. September 2014
Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan, Cover (Steidl Verlag)

Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan Impressionistische Künstler und ihre Beschäftigung mit Japan

Gemeinsam mit dem Kunsthaus Zürich stemmt das Museum Folkwang in Essen eine wichtige Schau und einen gewichtigen Katalog über den transkulturellen Austausch zwischen französischen und japanischen Künstler_innen. Bislang musste man die Publikationen von Klaus Berger und Siegfried Wichmann (beide 1980) in die Hand nehmen, um sich über dieses Thema umfassend zu informieren, jetzt zeichnet der Katalog aus dem Steidl Verlag die Faszination am Japanischen zwischen 1860 und 1910 mustergültig nach.
10. Februar 2014
Wassily Kandinsky, Murnau, 1908, Ö auf Karton, Merzbacher Kunststiftung.

Expressionismus in Deutschland und Frankreich

Bereits am Cover des umfassenden Katalogs wird deutlich, dass Timothy O. Benson, Kurator am LACMA und Organisator dieser Wanderausstellung, den deutsch-französischen Kunstaustausch über die Farbe definiert. Denn was der Begriff „Expressionismus“ genau beschreibt, das wussten bereits die Zeitgenossen nicht. Von Alfred Döblin bis Oskar Kokoschka reichen die Kommentatoren einer Kunstrichtung , die sich über Innerlichkeit, Mystik, Farbexperimenten und Farbexplosionen (bis ins Unrealistische), dynamischem Pinselduktus, Musikalität, Kubismus-Rezeption, Primitivismus (vom „nordischen“ Nolde, der ägyptisierenden Modersohn-Becker bis zur Rezeption afrikanischer Plastik durch die Fauves und die Brücke Künstler) u.v.m. als neu und zeitgemäß definierte.
10. Mai 2012
Richard Thomson, Rodolphe Rapetti, Frances Fowle: Traumlandschaften. Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky, Stuttgart 2012 (Belser Verlag)

Traumlandschaften Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky

Der Belser Verlag legt mit „Traumlandschaften. Symbolistische Malerei von Van Gogh bis Kandinsky“ den deutschsprachigen Ausstellungskatalog zu einer international kuratierten Schau vor, die bereits in Edinburgh, Helsinki und Amsterdam zu sehen war bzw. sein wird. Die Landschaftsmalerei lag den Symbolisten sehr am Herzen, soweit bekannt. Ihr Ziel damit war, Stimmungen, Gefühle und Nachdenken auszulösen. Die Mittel waren je nach Künstler und seiner Herkunft verschieden.
9. April 2012
Aufbruch in die Moderne (DUMONT)

Sammler, Mäzene und Kunsthändler in Berlin 1880–1933 Aufbruch in die Moderne

Der seit Frühjahr 2012 vorliegende Sammelband „Aufbruch in die Moderne“ fächert in 14 Aufsätzen die ergreifenden Schicksale der wichtigsten, zumeist jüdischen Berliner Sammler, Mäzene, Kunsthändler, Verleger aber auch des Künstlers Max Liebermann (1847-1935) auf. Paul Cassirer und Alfred Flechtheim, Walter Feilchenfeldt sowie Heinrich und Justin K. Tannhauser waren sicherlich die schillerndsten Persönlichkeiten des Berliner Kunst(händler)lebens.
1. November 2010
Vincent van Gogh, Zypressen mit zwei Frauen, 1889, Öl auf Leinwand, 91,6 x 72,4 cm (Kröller-Müller Museum, Otterlo)

Vincent van Gogh. Von Paris nach Arles Konzepte der modernen Stadt und des zeitlosen Landes im Werk des holländischen Malers

Berühmt wurde Vincent van Gogh (1853–1890) vor allem für seine farbintensiven Darstellungen des Midi, die im starken Gegensatz zu den tonigen Bildern seiner holländischen Heimat stehen, in denen er die Schicksale der Bauern und der Weber mittels kantiger Formen und düsterer Farben schilderte. Die Schau im Complesso Vittoriano in Rom demonstriert eindrucksvoll wie Van Goghs Bilder im Vergleich zu Werken seiner holländischen Zeitgenossen realistischer – im Sinne des Tragischen – wirken, und wie sein tiefer Glaube die Ikonographie der Bilder bestimmt.
5. Oktober 2008
Vincent van Gogh, Ernte in der Provence, 1888, Rohrfeder, Feder in Braun, Graphitstift © National Gallery of Art, Washington, Collection of Mr. and Mrs. Paul Mellon, in Honor of the 50th Anniversary of the National Gallery of Art, 1992.

Vincent van Gogh. Gezeichnete Bilder Zeichnung und Malerei im Dialog

Eigentlich war das gesamte Leben von Vincent van Gogh ein Misserfolg. Bevor er sich mit 27 Jahren entschloss, Maler zu werden, hatte er sich bereits als Hilfslehrer, Buchverkäufer, Laienprediger und Verkäufer in der renommierten Kunsthandlung Goupil & Cie versucht. Genauso wenig erfolgreich war er im Umgang mit Frauen und seiner Familie, so dass er seine Bilder später sogar nur mit „Vincent“ signierte, um zu demonstrieren, dass er „kein van Gogh“ mehr sein wollte. Den Lebensunterhalt konnte er genauso wenig finanzieren, und sein jüngerer Bruder Theo, der ihm das gesamte Leben treu zur Seite stand, musste ihm ständig Geld schicken. Die Reputation van Goghs änderte sich erst nach seinem Freitod 1890. Vermehrt wurden seine Gemälde in Ausstellungen gezeigt und der Künstler zum „Vater der Moderne“ hochstilisiert. Was seine Ölbilder betrifft, gehört van Gogh heute zu den meistreproduzierten und den teuersten Künstlern aller Zeiten.
  1. Zitiert nach Ausst.-Kat., S. 146.
  2. Zitiert nach Ebenda, S. 164.
  3. Zitiert nach Ausst.-Kat., S. 286.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.