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Wien | Bank Austria Kunstforum: The Cindy Sherman Effect Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst

Cindy Sherman, Untitled Film Still #56, 1980, Silbergelatinedruck, 16,2 x 24 cm (The Museum of Modern Art, New York. Acquired through the generosity of Jo Carole and Ronald S. Lauder in memory of Mrs. John D. Rockefeller 3rd © Cindy Sherman, courtesy the artist and Metro Pictures, New York)

Cindy Sherman, Untitled Film Still #56, 1980, Silbergelatinedruck, 16,2 x 24 cm (The Museum of Modern Art, New York. Acquired through the generosity of Jo Carole and Ronald S. Lauder in memory of Mrs. John D. Rockefeller 3rd © Cindy Sherman, courtesy the artist and Metro Pictures, New York)

Die Ausstellung „The Cindy Sherman Effect. Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst“ im Bank Austria Kunstforum Wien behandelt eine der zentralen Fragestellungen in der Kunst: Identität, deren Konstruktion, Formen der Transformation und Fiktion. Die Beschäftigung mit den Themen ist von großer Aktualität angesichts der sich durch die stetig zunehmende Globalisierung immer schneller wandelnden Welt. Gleichzeitig geben neue Technologien, wie Internet, Genmanipulation, oder Klonen, vermehrt Anlass dazu, über den Begriff Identität im Sinn von Subjektgenerierung und -definition nachzudenken.

Ausgehend von Cindy Shermans Werk, das zu den Klassikern der inszenierten Fotografie und des künstlerischen Rollenspiels zählt, werden diese relevanten Fragen zum Thema Identität beleuchtet (→ Die fotografische Wirklichkeit. Inszenierung – Fiktion – Narration). Shermans fotografische Arbeiten, die sich aus der Performance-Kunst der 1970er Jahre und dem besonderen Interesse der Künstlerin an sich wandelnden Identitäten entwickelte, kann bis in die unmittelbare Gegenwart als stilprägend angesehen werden.

Nicht zuletzt regte die Diskussion des Poststrukturalismus den Weg einer Neuorganisation von Autor-/Autorinnenschaft an, wie ihn später viele Künstlerinnen und Künstler der Postmoderne beschreiten werden, – vor allem vorbereitet von Andy Warhol mit seiner Factory als kollektiver Produktionsstätte. Cindy Sherman, Ikone der Kunstproduktion der 1980er Jahre, demonstriert bereits mit ihrer ersten bedeutenden Serie, den „Untitled Film Stills“ (1977–1980 → Cindy Sherman: „Untitled Film Stills” in der National Portrait Gallery, London), den Bruch zwischen authentischer Selbstdarstellung und Inszenierung, indem sie den Betrachter mit dem Paradox einer Verweigerungsstrategie konfrontiert.

 

Was ist der Cindy Sherman-Effekt?

Cindy Sherman inspiriert nachfolgende Künstlergenerationen dazu, die Thematik Identität und Transformation in diversen Medien zu erkunden, ohne jedoch selbst die einmal erarbeiteten künstlerischen Verfahrensweisen grundlegend zu verändern. Die Kamera wird als Spiegel oder Bühne für Inszenierungen des Selbst verwendet – beziehungsweise einer Stellvertreterin/eines Stellvertreters –, um die bildliche Präsentation geschlechtlicher wie gesellschaftlicher Identität zu untersuchen und zu dekonstruieren. In der Nachfolge Shermans sind eine Vielzahl von Künstlerinnen und Künstler diesem künstlerischen Ansatz gefolgt, um nur einige zu nennen: Sophie Calle, Elke Krystufek, Tracey Moffatt, Lorna Simpson, Candice Breitz, Sarah Lucas, Zoe Leonard, Pipilotti Rist bis zu Markus Schinwald und Ryan Trecartin.

Die Ausstellung im Bank Austria Kunstforum Wien wird in Form von Gegenüberstellungen von Werken von Cindy Sherman und zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern Themen wie Dekonstruktion des Portraits, kulturelle, geschlechterspezifische und sexuelle Stereotypen sowie Konstruktion und Fiktion von Identität untersuchen.

Kuratiert von Bettina M. Busse.
Quelle: Pressetext

 

Bank Austria Kunstforum. The Cindy Sherman Effect: Bilder

  • Cindy Sherman, Untitled Film Still #56, 1980, Silbergelatinedruck, 16,2 x 24 cm (The Museum of Modern Art, New York. Acquired through the generosity of Jo Carole and Ronald S. Lauder in memory of Mrs. John D. Rockefeller 3rd © Cindy Sherman, courtesy the artist and Metro Pictures, New York)

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Cindy Shermans Werk, beginnend mit ihren ikonischen „Untitled Film Stills“ (1977–1980), inspirierte nachfolgende Künstlergenerationen dazu, die Thematik Identität und Transformation in diversen Medien zu erkunden. Die Kamera wird als Spiegel oder Bühne für Inszenierungen des Selbst verwendet.
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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.