0

Wien | Wien Museum MUSA + Wienbibliothek: Felix Salten Autor von Bambi entdeckt die Moderne

Felix Salten. Im Schatten von Bambi, Ausstellung im Wien Museum MUSA & Wienbibliothek, Plakat, Grafik: Olaf Osten

Felix Salten. Im Schatten von Bambi, Ausstellung im Wien Museum MUSA & Wienbibliothek, Plakat, Grafik: Olaf Osten

Ende 1922 erschien der Roman „Bambi“ von Felix Salten (1869–1945), der zum Welterfolg wurde. Weitgehend vergessen ist, dass der Autor dieses Buchs darüber hinaus als einflussreicher Journalist, mächtiger Kulturkritiker, experimentierfreudiger Theatergründer, engagierter Repräsentant des Judentums, umstrittener Literaturfunktionär und Mitstreiter des literarischen Netzwerks Jung-Wien um Hugo von Hofmannsthal und Arthur Schnitzler ein bedeutender Protagonist des kulturellen Lebens der Wiener Moderne war.

Anlässlich seines 75. Todestags werden auf Basis von Saltens Nachlass, der sich seit 2015 zum größten Teil im Bestand der Wienbibliothek im Rathaus befindet, etliche kaum bekannte Aspekte seines Wirkens thematisiert. Seine vielfältigen Tätigkeiten, darunter z. B. auch seine bisher kaum gewürdigte Rolle als Kunstkritiker im Umfeld Gustav Klimts, werden anhand bisher unveröffentlichter Dokumente vor Augen geführt und zeitlich kontextualisiert: Felix Salten erlebte die zu Ende gehende Monarchie, die Erste Republik, beide Weltkriege sowie Diktatur und Exil. Leben, Werk und kulturelle Vernetzung dieser schillernden Persönlichkeit, die Wien zwischen 1890 und der Flucht in die Schweiz 1939 wesentlich geprägt hat, werden in dieser Ausstellung aus einer neuen Perspektive gezeigt.

Felix Salten in der Wienbibliothek im Rathaus

Felix Saltens Nachlass in der Wienbibliothek im Rathaus eröffnet mit zahlreichen Fotos, Lebensdokumenten, dem Manuskriptarchiv und besonders der Briefsammlung mit ca. 700 KorrespondenzpartnerInnen (u. a. Karl Kraus, Heinrich und Thomas Mann, Berta Zuckerkandl, Stefan Zweig) einen weiten Blick auf Leben und Wirken des Tausendsassas.

Hinzu kommt die Nachlassbibliothek mit über 2.300 Büchern, die zahlreiche unikale Arbeits- und Handexemplare, Widmungen und eine Belegsammlung etwa seiner Tierbücher Bambi, Florian und Perri enthält.

Kuratiert von Ursula Storch und Marcel Atze.
Quelle: Wien Museum

Felix Salten: Bilder

  • Felix Salten, vermutlich in seinem Landhaus in Pötzleinsdorf, 1904 © Wienbibliothek im Rathaus
  • Felix Salten: Gustav Klimt. Gelegentliche Anmerkungen, Buchschmuck von Berthold Löffler, Wien Verlag, Wien/Leipzig 1903 © Wien Museum
  • Gustav Klimt, Pallas Athene, 1898, Öl auf Leinwand (© Wien Museum)
  • Felix Salten mit Arthur Schnitzler, um 1910 © Wienbibliothek im Rathaus
  • Brief des 9-jährigen Paul Salten an seinen Vater, 1912 © Wienbibliothek im Rathaus
  • Geburtstagsgratulation von Sigmund Freud an Felix Salten, 1929 © Wienbibliothek im Rathaus
  • Felix Salten, Filmstill, Die kleine Veronika, 1929 (Ausschnitt) © Wien Museum
  • Gruppenfoto mit Marlene Dietrich, USA, 1930 © Wienbibliothek im Rathaus
  • Gruppenfoto mit Buster Keaton (11.v.l.); Felix Salten (13.v.l.), USA, 1930 © Wienbibliothek im Rathaus
  • Felix Salten (1.v.l.) mit Max Reinhardt (4.v.l.) bei den Proben zu „Faust“ bei den Salzburger Festspielen, 1933 © Wienbibliothek im Rathaus
  • Felix Saltens Presselegitimation, 1937 © Wienbibliothek im Rathaus
  • Felix Salten, Taschenkalendereinträge zu Hitlers Einmarsch im März 1938 © Wienbibliothek im Rathaus
  • Werbeplakat für den Film Bambi, 1951 © Wienbibliothek im Rathaus

Weitere Beiträge zur Wiener Moderne

10. September 2021
Franz Wiegele, Justa (Studie zu Akte im Wald), Detail, um 1910, Öl auf Leinwand, 85 × 62 cm (Sammlung Fritz und Hermi Schedlmayer, Foto: Erich Hussmann, image industries)

Wien | Leopold Museum: Sammlung Schedlmayer Wiener Moderne von Otto Prutscher bis Broncia Koller-Pinell

Das Leopold Museum präsentiert im Herbst 2021 erstmals die der breiteren Öffentlichkeit – bis auf die Prutscher Sammlungsbestände – weitgehend noch unbekannte Sammlung Schedlmayer.
4. August 2021
Josef Hoffmann, Ansichten des Speisesaals mit Klimt-Fries, Palais Stoclet, Brüssel, 1914 (© MAK)

Wien | MAK: Josef Hoffmann Fortschritt durch Schönheit

Aus Anlass seines 150. Geburtstags dokumentiert die Ausstellung erstmals umfassend das Gesamtwerk des Architekten, Designers, Lehrers und Ausstellungsmachers Josef Hoffmann (1870–1956), einer der zentralen Figuren der Wiener Moderne und internationalen Lebensreformbewegung.
3. Juni 2021
Vincent van Gogh, Weizenfelder bei Auvers-sur-Oise, Detail, 1890, Öl auf Leinwand, 50 x 101 cm (Österreichische Galerie Belvedere, Wien)

Wien | Belvedere: Klimt und die Moderne Inspirationsquellen für Gustav Klimts Werk rekonstruiert

Inspirationsquellen für Gustav Klimts Werk rekonstruiert: Van Gogh, Matisse, Toroop, McNeill Whistler, Rodin, Alma-Tadema uvm. im Frühjahr 2021 in Wien

Aktuelle Ausstellungen

19. September 2021
Hermann Carl Eduard Biewend, Ich und mein Luischen, Detail, 1851, kolorierte Daguerreotypie (Private Sammlung © Collection H. G.)

Schweinfurt | Museum Georg Schäfer: Frühe Jahre der Fotografie Neue Wahrheit? Kleine Wunder!

Erste Präsentation einer britischen Privatsammlung zu Louis Daguerre, Daguerreotypien aus EU & USA, Karikaturen, Stereofotografie, Porträts und einer seltenen Ambrotypie.
19. September 2021
Berthe Morisot, Junge Frau auf dem Sofa [Jeune Femme au Divan], Detail, 1885, Öl/Lw, 61 x 50.2 cm (Tate, London; Bequeathed by the Hon. Mrs A.E. Pleydell-Bouverie through the Friends of the Tate Gallery 1968, Photo ©Tate)

Riehen b. Basel | Beyeler: Close Up. Berthe Morisot bis Elizabeth Peyton

Die Ausstellung zeigt Werke von Künstlerinnen, deren Schaffen herausragende Positionen innerhalb der Geschichte der Moderne seit 1870 bis heute darstellen. Es ist der Zeitraum, zu dessen Beginn es Künstlerinnen in Europa und Amerika erstmals möglich wurde, auf breiter Basis professionell tätig zu sein.
18. September 2021
Alicja Kwade, Selbstporträt, 2020, Courtesy of the artist; KÖNIG GALERIE, Berlin/ London/ Seoul/ Decentraland, Foto: Roman März

Berlin | Berlinische Galerie: Alicja Kwade. In Abwesenheit

Alicja Kwade (* 1979) erarbeitet 2021 eine ortsspezifische Installation in der ersten großen Ausstellungshalle der Berlinischen Galerie.