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Wuppertal | Von der Heydt-Museum: Joseph Beuys: Aktionen – fotografiert von Ute Klophaus Mehr als 20 Jahre dokumentierte die Fotografin Beuys' Aktionen

Ute Klophaus, Joseph Beuys - Titus Andronicus/Iphigenie, 1969, Fotografie (Von der Heydt-Museum Wuppertal)

Ute Klophaus, Joseph Beuys - Titus Andronicus/Iphigenie, 1969, Fotografie (Von der Heydt-Museum Wuppertal)

Ute Klophaus zählte ab Mitte der 1960er Jahre zu den wichtigsten Dokumentarinnen und Mitakteurinnen der deutschen Fluxus-Szene. Sie fotografierte Aktionen von Joseph Beuys, Wolf Vostell, Nam June Paik und anderen. Ihre wichtigsten Arbeiten entstanden in Zusammenarbeit mit Joseph Beuys, den sie über 20 Jahre lang begleitete, darunter die Fluxus-Aktion „Titus Andronicus / Iphigenie“ bei der experimenta 3 vom 29. und 30. Mai 1969.

Dabei hielt sich Beuys mit einem Schimmel auf der Bühne auf und rezitiert aus Shakespeares „Titus Andronicus“ und Goethes „Iphigenie“, während das Pferd Heu fraß. Kophaus begleitete die theatralische Aufführung mit Schwarz-Weiß-Bildern, die Joseph Beuys später zu einem Multiple weiterverarbeitete.

Wer war Ute Klophaus?

Ute Klophaus zählt neben Bernd und Hilla Becher zu den renommiertesten Fotografen der deutschen Kunst. Die 1940 in Wuppertal geborene Fotografin studierte 1961/62 an der Staatlichen Höheren Fachschule für Photographie in Köln. Als sie 1963 das Happening „9-Neun-Décollagen“ von Wolf Vostell in der Galerie Parnass von Rolf Jährling dokumentierte, gelangte sie zur Fluxus-Bewegung. In Wuppertal fotografierte Ute Klophaus 1965 das sog. „24-Stunden-Happening“ der Künstler Joseph Beuys, Bazon Brock, Charlotte Moorman, Nam June Paik, Eckart Rahn, Tomas Schmit und Wolf Vostell. Da sie ihre Bilder nie stellte und ihren persönlichen Blick betonte, erklärten sie die Akteure im Anschloss an diese Aktion zur Mitautorin und Aktionsteilnehmerin.

In den folgenden Jahren war Ute Klophaus nicht nur die wichtigste Fotografin an Joseph Beuys‘ Seite, sondern auch bedeutende Dokumentarfotografin von Happenings und Installationen von George Brecht, Henning Christiansen, George Maciunas, Nam June Paik, Daniel Spoerri. In den letzten beiden Jahrzehnten vor ihrem Tod schuf sie ein Städteporträts von Košice (1986) und setzte sich mit der Geschichte Weimars auseinander (1998). 1986 erhielt sie den Eduard von der Heydt-Preis; am 6. Dezember 2010 verstarb Ute Klophaus nach langer schwerer Krankheit.

Joseph Beuys Aktionen, fotografiert von Ute Klophaus in Wupptertal: Bilder

  • Ute Klophaus, Joseph Beuys - Titus Andronicus/Iphigenie, 1969, Fotografie (Von der Heydt-Museum Wuppertal)

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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.