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Wie zusammenleben? Ausstellung „How to Live Together“ in der Kunsthalle Wien

Mohamed Bourouissa, Carré rouge (aus der Serie Périphérique), 2005, © ADAGP Mohamed Bourouissa, Courtesy der Künstler und kamel mennour, Paris/Londo

Mohamed Bourouissa, Carré rouge (aus der Serie Périphérique), 2005, © ADAGP Mohamed Bourouissa, Courtesy der Künstler und kamel mennour, Paris/Londo

„How To Live Together“ beschäftigt sich mit den individuellen wie gesellschaftlichen Bedingungen und Potenzialen unseres Zusammenlebens. Im Vordergrund stehen dabei die Dynamiken von Ökonomie und Politik, aber auch sich wandelnde soziale Beziehungen. Die Arbeiten von über dreißig internationalen Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Generationen gehen von persönlichen Erfahrungen aus und verweisen gleichzeitig auf sich verändernde Verhältnisse zwischen Privatem und Politischem, Stillstand und Bewegung, Wirklichkeit und Utopie. Die Vielfalt der präsentierten Lebenswelten zeigt auf, dass Gesellschaft mehr ist als die Summe ihrer Individuen.

 

Die ausgestellten Arbeiten erzählen Geschichten von Flucht und Migration, von Erfahrungen von Rassismus und Ausgrenzung, aber auch von Solidarität und Ganzheit in Vielfalt. Von August Sanders Gesellschaftsporträts über Tina Barneys Abbilder gesellschaftlicher Eliten bis zu Cana Bilir-Meiers flmischer Auseinandersetzung mit den vergessenen Geschichten von Arbeitsmigrant/innen, zeigt „How To Live Together“ auf, dass das Fremde auch etwas ist, zu dem Menschen gemacht werden. Allgemein menschliche Empfindungen zwischen Liebe, Angst, Glauben und der Sehnsucht nach Frieden werden von Goshka Macugas Androiden angesprochen, der einen Appell an die Menschlichkeit richtet und gleichzeitig zur Überwindung überholter Modelle aufruft. Wolfgang Tillmans‘ durch die Brexit Diskussion motivierte Kampagnen markieren eine Gegenbewegung: positiv besetztes zivilgesellschaftliches Engagement, das auf Solidarität und das Verbindende setzt, gewinnt an Bedeutung.

(Quelle: Pressetext)

Kurator: Nicolaus Schafhausen
Kuratorische Assistenz: Juliane Bischoff
Ausstellungsarchitektur: Studio Miessen

 

 

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler

Bas Jan Ader, Kader Attia, Sven Augustijnen, Tina Barney, Cana Bilir-Meier, Ayzit Bostan, Mohamed Bourouissa, Kasper De Vos, Ieva Epnere, Aslan Gaisumov, Gelitin, Liam Gillick, Paul Graham, Johan Grimonprez, Binelde Hyrcan, Leon Kahane, Herlinde Koelbl, Armin Linke, Goshka Macuga, Taus Makhacheva, Pedro Moraes, Sarah Morris, Adam Pendleton, Yvonne Rainer, Jeroen de Rijke / Willem de Rooij, Willem de Rooij, August Sander, Ritu Sarin / Tenzing Sonam, Augustas Serapinas, Jeremy Shaw, Wolfgang Tillmans, Rosemarie Trockel

 

„How to Live Together“ in der Kunsthalle Wien: Bilder

  • Paul Graham, Beyond Caring, 1984/85, © Paul Graham, Courtesy Anthony Reynolds Gallery, London
  • Tina Barney, The Antlers, 2001, Courtesy die Künstlerin und Paul Kasmin Gallery
  • Mohamed Bourouissa, Carré rouge (aus der Serie Périphérique), 2005, © ADAGP Mohamed Bourouissa, Courtesy der Künstler und kamel mennour, Paris/Londo
  • Willem de Rooij, Bouquet V, 2010, Courtesy der Künstler und Galerie Buchholz, Köln/Berlin/New York
  • Taus Makhacheva, 19 a Day, Makhachkala, 14.09.2014, Courtesy die Künstlerin und narrative projects, London, Foto: Shamil Gadzhidadaev
  • Goshka Macuga, To the Son of Man Who Ate the Scroll, 2016, Installationsansicht Fondazione Prada, Mailand, 2016, Foto: Delfino Sisto Legnani Studio, Courtesy Fondazione Prada
  • Wolfgang Tillmans / Jop van Bennekom / Gert Jonkers, Protect the European Union, 2017, Courtesy Galerie Buchholz, Berlin/Köln/New York
Alexandra Matzner
* 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.