20. August 2017
Henri Matisse im Atelier: Das geheime Leben der Dinge

Henri Matisse: Das geheime Leben der Dinge „Henri Matisse im Atelier“ in London

Henri Matisse (1869– 1954) liebte es zu sammeln. Seine Objekte im Atelier um sich zu wissen, war ihm nicht nur ein ästhetisches und intellektuelles Vergnügen, sondern beeinflusste seine Art der Gestaltung in einer bislang unterschätzten Weise. Seine Vasen, Skulpturen, Stoffe waren ihm wichtig, auch wenn es sich nicht um besonders seltene oder besonders gut erhaltene Werke handelte. Ob es afrikanische Masken und Skulpturen waren oder chinesisches Porzellan und Textilien aus der islamischen Welt – Henri Matisse arrangierte sie über Jahrzehnte hinweg in unzähligen Stillleben.
17. August 2017
Pierre Bonnard, Liegender Akt auf weißblau kariertem Grund, um 1909, Öl auf Leinwand, 60 x 65 cm (Städel Museum, Frankfurt, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V. © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Matisse – Bonnard Künstlerfreundschaft und Bilddiskurs

Pierre Bonnard (geb. 1867) und Henri Matisse (geb. 1869) lernten einander 1906 anlässlich einer Ausstellung von Bonnard in der Galerie Ambroise Vollard kennen. Wenn auch in diesen Jahren die Bilder von Bonnard und Matisse gänzlich anderen Farbkonzepten folgen, so verband sie doch die Überzeugung, dass Kunst nicht das Gesehene einfach wiedergibt, sondern ein Gefühl spiegelt, das sich beim Betrachten einstellte. Daraus folgt, dass sich ein Maler nicht der Natur, sondern dem Bild unterzuordnen hätte.
16. August 2017
Pierre Bonnard, Akt vor dem Spiegel, Detail, 1931, Öl auf Leinwand, 152 x 102 cm (Photo Archive - Fondazione Musei Civici di Venezia © VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / Foto: Claudio Franzini)

Pierre Bonnard Farbe, Licht, Gefühle und der „Akt im Gegenlicht“ beschäftigten den Postimpressionisten

Pierre Bonnard (1867–1947) gehörte neben Edouard Vuillard, Maurice Denis und Paul Sérusier zur Künstlergruppe „Nabis“ (hebräisch für „die Erleuchteten“), die ab den 1888 den Impressionismus durch eine flächige, dekorative Gestaltung ablöste und so den Jugendstil vorbreitete. Bonnard war zeitlebens kein „Star“ und sein Werk wurde nicht journalistisch oder kunstkritisch „ausgebeutet“.
14. August 2017
Vincent van Gogh, Sonnenblumen, Detail, 1888, Öl/Lw, 100.5 x 76.5cm (Seiji Togo Memorial Sompo Japan Nipponkoa Museum of Art, Tokyo)

Van Goghs Sonnenblumen Fünf Sonnenblumen-Gemälde auf drei Kontinenten live auf Facebook vorgestellt

Van Goghs Sonnenblumen entstanden zwischen August 1888 und Januar 1889 in Arles (Südfrankreich): sieben Versionen seines berühmtesten Gemäldes malte rund um seinen Nervenzusxammenbruch. Heute sind fünf dieser Werke in Museen auf der ganzen Welt verstreut und konnten seither für keine Ausstellung an einen Ort gebracht werden. Am 14. August 2017 werden die „Sonnenblumen” virtuell, genauer: auf Facebook, wiedervereint.
13. August 2017
John Everett Millais, The Blind Girl, Detail, 1854–1856, Öl/Lw, 82,6 x 62,2 cm (Birmingham Museums and Art Gallery)

John Everett Millais: The Blind Girl Naturschauspiel und Einfühlung

John Everett Millais "The Blind Girl" ist ein einfühlsames Bild eines blinden Mädchens und seiner Schwester nach heftigem Regen. Der Maleri zeigt die unterschiedlichen Reaktionen der beiden Jugendlichen: Die Sehende erspäht gerade den doppelten Regenbogen im Hintergrund, während ihre blinde Schwester mit allen anderen Sinnen die Welt um sich wahrnimmt.
13. August 2017
John Everett Millais, Christ in the House of His Partens or The Carpenter Shop [Christus im Haus seiner Eltern oder die Tischlerwerkstatt], Detail, 1849/50, Öl/Lw, 86,4 x 139,7 cm (Tate Britain, London)

John Everett Millais: Christus im Haus seiner Eltern Präraffaelitischer Realismus in christlicher Kunst

John Everett Millais' „Christus im Haus seiner Eltern“ (1849/50) schockerte das zeitgenössische Publikum. Als zu realistisch in seiner Malerei, aber auch zu kontroversiell in seiner theologischen Aussage wurde es vom Publikum, darunter Charles Dickens, verurteilt. Als eines der frühesten Gemälde nach Gründung der Präraffaeliten (Pre-Raphaelite Brotherhood) im Jahr 1848 setzte John Everett Millais (1829–1896) in ihm die unbedingte Naturtreue der Gemeinschaft um.
13. August 2017
John Everett Millais, Ophelia, Detail, 1851/52, Öl/Lw, 76,2 x 111,8 cm (Tate Britain, London)

John Everett Millais: Ophelia Ophelia Millais' als ertrinkende Schönheit

John Everett Millais' „Ophelia“ aus den Jahren 1851/52 gehört zu den bedeutendsten Gemälden des 19. Jahrhunderts. Naturbeobachtung im Extrem und einfühlende Interpretation machten die Komposition so erfolgreich. Die Analyse des Bildes zeigt die Meisterschaft des ehemaligen Wunderkindes. Als Mitbegründer der Präraffaeliten (eigentlich Preraphaelite Brotherhood, PRB) prägte Millais (1829–1896) die britische Moderne.
13. August 2017
John Everett Millais, Mariana, Detail, 1850/51, Öl auf Mahagoni, 59,7 x 49,5 cm (Tate Britain, London)

John Everett Millais: Mariana Einsamkeit und Verzeiflung in mittelalterlicher Atmosphäre

John Everett Millais (1829–1896) setzte 1850/51 mit „Mariana“ die Protagonistin aus Alfred Lord Tennysons gleichnamigen Gedicht in ein detailiertes Gemälde um. Die Analyse des Werks zeigt Millais Bedeutung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Allgemeinen und der Präraffaeliten (eigentlich Preraphaelite Brotherhood, PRB) im Besonderen.
13. August 2017
John Everett Millais, Ophelia, Detail, 1851/52, Öl/Lw, 76,2 x 111,8 cm (Tate Britain, London)

John Everett Millais: Werk und Leben Begründer der Präraffaeliten, Maler der Ophelia und Porträtist

John Everett Millais (1829–1896) gehört zu den bedeutendsten Malern Großbritanniens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und prägte als Mitbegründer der Präraffaeliten (eigentlich Preraphaelite Brotherhood, PRB) die britische Moderne.
10. August 2017
Ferdinand Hodler, Der Frühling, um 1907–1910 (© Privatsammlung Schweiz)

Ferdinand Hodler. Maler der frühen Moderne Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn

Ferdinand Hodler (1853–1918) ist der bedeutendste Schweizer Maler der Jahrhundertwende und einer der wichtigsten Maler des Symbolismus in Europa. Die Ikone der Schweizer Kunst war an der Wiederbelebung der Wandmalerei beteiligt und thematisierte Heldentum wie den Kontrast von Jugend und Alter, Leben und Tod. Die Bundeskunsthalle Bonn stellt nicht nur den Künstler und seine künstlerische Entwicklung vor, sondern auch seine Strategien, als autonomer Künstler wahrgenommen und geschätzt zu werden.
9. August 2017
Jean Malouel, La Grande Pietà ronde, Detail, um 1400 (© 2009 Musée du Louvre / Erich Lessing)

Jean Malouel / Johan Maelwael Begründer der nordniederländischen Malerei und Onkel der Limburg Brüder

Jean Malouel (holländisch Jean Maelwael, um 1370–1415) war zwanzig Jahre lang der führende Hofmaler am Pariser Hof (dokumentiert 1397) und in Dijon, wo er für Herzog Philipp dem Kühnen und dessen Nachfolger Johann ohne Furcht arbeitet. In Dijon bemalte Malouel Fahnen, Banner und Rüstungen, fasste und vergoldete Skulpturen wie die berühmten Propheten des Moses-Brunnens von Claus Sluter.
9. August 2017
Hans Memling, Thronende Madonna mit Kind und die hll. Katharina und Barbara sowie zwei musizierende Engel, Detail, frühe 1480er Jahre, Öl auf Holz, 68.3 x 73.3 cm (Metropolitan Museum, New York)

Hans Memling Brügger Maler in der Nachfolge von van der Weyden

Der aus Deutschland stammende Hans Memling (um 1440–1494) ist ab 1465 nachweislich in Brügge wohnhaft, wo er bald zu den anerkanntesten Malern der Stadt zählte. Memling malte Altarbilder und Porträts für die Bürger, die Gilden und die Klöster der Stadt. Das Johannesspital (Sint-Janshospitaals), wo bis heute sein berühmter Ursula-Schrein aufbewahrt wird, war sein wichtigster Auftraggeber.
8. August 2017
Paul Gauguin, Mahana no atua (Tag des Gottes), 1894 (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Memorial Collection)

Paul Gauguin. Der Künstler als Alchemist Keramiken, Kunsthandwerk und Druckgrafik des französischen Malers

Paul Gauguin (1853–1903) ist vor allem für seine farbenprächtigen Bilder von Frauen aus der Südsee berühmt. Aber Paul Gauguin, ein Alchemist? Leben und Werk sind auch noch multidimensional? Der außergewöhnliche Titel ist zugleich metaphorisch wie faktisch zu verstehen. Zum einen verweisen die Kuratorinnen und Kuratoren auf mannigfaltige Materialien und künstlerische Zugänge des französischen Autodidakten. Zum anderen verwandelt der Künstler-Kunsthandwerker diese metaphorisch in geheimnisvolle Objekte, die die Fantasie anregen.
7. August 2017
Théodule Ribot, Kopf einer Frau, Detail, um 1870, Öl auf Leinwand, 41 x 32 cm (Staatsgalerie Stuttgart)

Thédule Ribot Pariser Vertreter von Realismus und Spanienmode

Der Historien- und Genremaler Thédule Ribot (1823–1891) war Schüler von Auguste Glaize und wandte sich anfangs dem Stillleben zu. Der „Hl. Sebastian“ (1865) steht am Beginn der Historienmalerei Ribots, die stark vom Realismus Gustave Courbets und der spanischen, italienischen und holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts beeinflusst war.
7. August 2017
Gustave Courbet, Brandungswogen mit drei Segelschiffen, um 1870 (Privatsammlung. Foto: Museum Wiesbaden/Bernd Fickert)

Delacroix — Courbet — Ribot Positionen französischer Kunst des 19. Jahrhunderts

Eugène Delacroix (1798–1863), Gustave Courbet (1819–1877) und Augustin Théodule Ribot (1832–1891) gehören zu den bedeutenden Vertretern der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Delacroix und Courbet prägten die Romantik und setzten mit ihrer neuartigen Verwendung der Farbe Maßstäbe für folgende Generationen wie die Impressionisten. Ribot war bereits ein Bewunderer der Bilder von Courbet fand aber auch wichtige Anregungen in der holländischen und spanischen Malerei des 17. Jahrhunderts.
7. August 2017
Félix Vallotton, Die Weiße und die Schwarze, 1913, Öl auf Leinwand, 114 x 147 cm (Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Winterthur, Schenkung Geschwister Jäggli, 1981)

Villa Flora: Meisterwerke des Postimpressionismus Die Sammlung von Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler

Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler trugen zwischen 1905 und 1936 eine der prestiegeträchtigsten Schweizer Privatsammlungen zusammen: Die derzeit im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ausgestellten Werke von den Nabis und Fauvisten stehen aber auch für die Freundschaften des Sammlerehepaares, für das die so häufig genutzte Formel „Leben für die Kunst“ wahrhaftig zutraf.
7. August 2017
Gustave Courbet, Die Begegnung (Guten Tag, Monsieur Courbet), Öl auf Leinwand, 132,4 x 151 cm, Musée Fabre, Montpellier Agglomération © Musée Fabre, Montpellier Agglomération / Frédéric Jaulmes.

Gustave Courbet: Werke (Bilder) Bedeutende Ausstellung zum Hauptvertreter des Realismus in der Fondation Beyeler

Die Fondation Beyeler überprüft das Werk von Gustave Courbet (1819–1877), einem der wichtigsten Maler der Romantik und des Realismus in Frankreich, auf sein revolutionäres Potenzial. Ulf Küster stellt in dieser monografischen Schau den Landschaftsmaler ins Zentrum der Betrachtung und ordnet die Werke nach Sujets. Auf einige wichtige, frühe Selbstbildnisse folgen sieben Räume, in denen Landschaften und weibliche Akte die Hauptrolle spielen.
31. Juli 2017
Jan van Scorel, Maria Magdalena, um 1530, Öl auf Holz, 66.3 × 76 cm (Rijksmuseum, Amsterdam)

Jan van Scorel Niederländischer Maler der Hochrenaissance

Jan van Scorel (1495–1562) wurde am 1. August 1495 in Schoorl nordwestlich von Alkmaar als Sohn des Priesters Andries Ouckeyn und der Dieuwer Aertsdr geboren, berichtet sein Biograf Karel van Mander. Der niederländische Maler starb am 6. Dezember 1562 in Utrecht und wurde in der Mariakerk begraben, wo ein Grabdenkmal mit einem Porträt Scorels von seinem Schüler Anthonis Mor aufgestellt wurde.
19. Juli 2017
Edgar Degas, Die Probe, um 1874, Öl auf Leinwand, 58.4 × 83.8 cm (The Burrell Collection, Glasgow (35.246) © CSG CIC Glasgow Museums Collection)

Edgar Degas: Ballerina in Pastell Ausstellung „Drawn in Colour: Degas from the Burrell“ in London

Sir William Burrell trug um 1900 die bedeutendste Degas-Sammlung Großbritanniens zusammen. Die National Gallery in London präsentiert die wichtigsten Werke des Impressionisten neben Ölgemälden und Pastellen aus eigenem Bestand.
18. Juli 2017
Jean Fouquet, Diptychon des Etienne Chevalier [Diptychon von Melun], um 1455, linker Flügel: Etienne Chevalier und hl. Stephanus, rechter Flügel: Madonna umgeben von Engeln, Eichenholz, 93 x 85 cm (li), 95 x 85,5 cm (re), Fotomontage ARTinWORDS. (© Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders; © Antwerpen, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten)

Jean Fouquet: Madonna und Stifter wiedervereint „Das Diptychon von Melun“, Werk und Leben des bedeutenden französischen Malers

Jean Fouquet (um 1420–1477/81) ist der wichtigste französische Maler des 15. Jahrhunderts. Fouquet zählte zu den berühmtesten Porträtmalern seiner Zeit und auch in Italien bekannt. Sein berühmtestes Werk ist das Diptychon von Melun: Der Stifter Étienne Chevalier, Schatzmeister des Königs, wird vom hl. Stephanus der Muttergottes vorgestellt. Die irdische Szene befindet sich auf dem linken Flügel in Berlin, die von Engeln umgebene Maria mit Kind auf der rechten in Antwerpen. Erstmals seit 80 Jahren werden beide Flügel des Diptychons wieder miteinander vereint!
17. Juli 2017
Henri Gascar (Paris 1634 oder 1635–1701 Rom), Porträt der Familie von Jan III. Sobieski, 1691, Öl auf Leinwand, 151 × 232 cm (Krakau, Königsschloss auf dem Wawel – Staatliche Kunstsammlungen)

Jan III. Sobieski. Ein polnischer König in Wien

Jan III. Sobieski (1629–1696) war einer der bedeutendsten militärischen Protagonisten der Barockepoche, damit ein Zeitgenosse von Prinz Eugen von Savoyen und spielte eine herausragende Rolle während der Belagerung Wiens 1683. Das Oberkommando Sobieskis bei der militärischen Operation des Entsatzes von Wien führte ihn zu hohen Ehren. Sobieski verstand es, den Sieg durch seine Künstler und das Protokoll inszenieren zu lassen.
13. Juli 2017
John Michael Wright, Charles II, Detail, um 1676, Öl auf Leinwand, 281,9 x 239,2 cm (Royal Collection Trust/© Her Majesty Queen Elizabeth II 2017)

Charles II. Kunst und Macht

Am 29. Mai 1660 feierte Charles II seinen 30. Geburtstag und seine triumphale Rückkehr nach London. Mit seiner Besteigung des englischen und irischen Königsthrones endete eine über zehn Jahre dauernde Periode republikanischer Regierung. Im Laufe der folgenden 25. Jahre spielten die Künste eine wichtige Rolle in der Legitimierung von Charles‘ Autorität als Herrscher.
7. Juli 2017
Andreas Achenbach, Küstenlandschaft, München 1837, Öl auf Leinwand, Privatsammlung © Museum LA8 Baden-Baden

Andreas Achenbach: Landschaftsmalerei aus Düsseldorf Mit Seestücken und Wassermühlen zum Malerfürsten des Realismus

Andreas Achenbach (1815–1910) profitierte von der aufstrebenden Düsseldorfer Kunstakademie unter Wilhelm von Schadow, der ab 1826 die Direktion übernommen hatte. Der bereits im Alter von zwölf Jahren aufgenommene Landschaftsmaler bildete sich bis 1837 in Düsseldorf und München fort, bevor er mit stimmungsvollen, aber realistischen Landschaften der Umgebung von Düsseldorf große Erfolge feierte. Als ein Hauptvertreter der Düsseldorfer Malerschule prägte er mit seinen Bildern von Wassermühlen, Seestücken und norwegischen Küsten die naturalistische Landschaftsmalerei in Deutschland.
3. Juli 2017
Anton Kolig, Selbstbildnis mit blauer Jacke, Detail, 1927, Öl auf Leinwand, 126,9 x 78,8 cm (Leopold Museum, Wien)

Anton Kolig: Werk und Leben Farbiger Expressionismus für Porträts, Männerakte und Allegorien

Anton Kolig (1886–1950) verbindet in seiner Malerei die Moderne der Jahrhundertwende mit expressiven Tendenzen der Zwischenkriegszeit und abstrahierenden Auffassungen der Nachkriegszeit. Neben Herbert Boeckl, den Kolig nach dem Ersten Weltkrieg kennenlernte, zählt Kolig zu den wichtigsten Expressionisten Österreichs. Vor allem mit Porträts und großformatigen Jünglingsakten der 1920er Jahre gelang ihm der internationale Durchbruch, der 1928 durch eine Berufung an die Stuttgarter Akademie gekrönt wurde.
1. Juli 2017
Edvard Munch, Selbstporträt: Zwischen Uhr und Bett, Detail, 1940–1943, Öl auf Leinwand, 149,5 × 120,5 cm (Foto: courtesy Munch Museum, Oslo)

Edvard Munch: Mehr als nur der Schrei Spätwerk des norwegischen Malers als Befragung von Leben und Ich

Der Norwegische Maler und Druckgrafiker Edvard Munch (1863–1944) ist so berühmt für seine frühen Werke (vor 1900), dass häufig übersehen wird, dass sich das Œuvre des Künstlers über mehr als sechzig Jahre erstreckt. Wenn auch „Der Schrei“, „Madonna“ und „Vampir“ schon längst ikonischen Status im öffentlichen Bewusstsein errungen haben, so gilt es doch mehr von Munchs Werk zu entdecken.
30. Juni 2017
Gerhard Richter, Abstraktes Bild 559-1, 1984, Öl auf Leinwand 200 x 300 cm (Kunstsammlung der Hypo Vereinsbank- Member of UniCredit) Courtesy Richter Images © Gerhard Richter 2017 (0131)

Abstract Painting Now! „Gerhard Richter, Katharina Grosse, Sean Scully …“ in der Kunsthalle Krems

Die „Neue Abstraktion“ begann in den 90ern und blüht in verschiedensten Ausprägungen bis heute. Die Abstraktion der „Zweiten Moderne“ (Heinrich Klotz) ist durch ihre Heterogenität geprägt, fernab verbindender oder trennender Manifeste oder Ideologien wie es für die Abstraktion der 1910er Jahre bzw. der Nachkriegsmoderne charakteristisch ist. Mit mehr als sechzig Positionen bietet die Ausstellung „Abstract Painting Now!“ einen Überblick über die wichtigsten Abstrakten der anglo-amerikanischen und deutschsprachigen Kunstszene.
29. Juni 2017
Anonym, Malerin mit Aktmodell, Detail, um 1910, Öl auf Leinwand, 53,2 x 42 cm (Leopold Museum)

Frauenbilder vom Biedermeier zur frühen Moderne Das Leopold Museum, Wien, untersucht seinen Bestand nach Frauendarstellungen und Künstlerinnen

Im Sommer 2017 thematisiert das Leopold Museum Darstellungen von Frauen und Künstlerinnen im eigenen Bestand. Sozio-ökonomische Umwälzungen zwischen dem Vormärz und der Moderne sind dabei genauso nachzuvollziehen wie die langsame Etablierung weiblichen Kunstschaffens seit der vorletzten Jahrhundertwende. Pionierinnen der österreichischen Malerei und Plastik – Tina Blau bis Vally Wieselthier – zeigen auf einem Drittel der Ausstellungsfläche, dass Frauen mehr sind als Modelle, Musen und treusorgende Unterstützerinnen im Hintergrund.
29. Juni 2017
Sonia Delaunay, Simultanistische Kleider (Drei Frauen, Formen, Farben), 1925, Öl auf Leinwand, 146 x 114 cm (Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid © Pracusa) und Mantel für Gloria Swanson, um 1925, Baumwolle, Wolle (p0rivatsammlung)

Sonia Delaunay. Malerei, Design und Mode Leben und Werk der russisch-französischen Malerin und Designerin im Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid

Sonia Delaunay (1885–1979) war eine bedeutende Künstlerin der Abstraktion, Modedesignerin und mit ihrem zweiten Ehemann Robert Delaunay (1885–1941) eine Förderin der Abstrakten Kunst in Form des Simultanismus (Orphismus). Die Avantgardistin verstand es, ihre ästhetischen Ideale auf Alltagsgegenstände, vor allem Kleidung, zu übertragen, was sie vom Werk ihres Mannes deutlich unterscheidet.
29. Juni 2017
Friedrich Heinrich Füger, Kaiserin Maria Theresia im Kreise ihrer Kinder, 1776, Tempera auf Pergament 34,2 x 39 cm Rahmenmaße: 48 x 53 x 6 cm © Belvedere, Wien

Maria Theresia und die Kunst Kunst- und Kulturförderung in Wien während des 18. Jahrhunderts

Maria Theresias Ruf als Kunstförderin ist nicht herausragend: Häufig bevorzugte sie wenig avancierter Künstler am Wiener Hof. Aus heutiger Sicht ist die größte und wirkmächtigste kulturpolitische Leistung der mariatheresianischen Zeit die Öffnung der kaiserlichen Sammlung im Oberen Belvedere für das allgemeine Publikum. Die bildende Kunst erfuhr nicht nur aus propagandistischen Gründen kaiserliche Unterstützung, wobei der Landschaftsmalerei erstmals größere Bedeutung zukam.
28. Juni 2017
Vincent van Gogh, Baumwurzeln, Auvers-sur-Oise Juli 1890, Öl auf Leinwand, 50.3 × 100.1 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam / Vincent van Gogh Foundation)

Vincent van Gogh: Bilder vom Wald Bäume und Wälder im Werk von Van Gogh, Rousseau und Corot

Vincent van Gogh (1853–1890) ist als Maler von Äckern, Gärten und Olivenhainen berühmt – doch auch Wälder spielen in seinem Werk eine nicht unbedeutende Rolle. Die frühe Orientierung des holländischen Landschaftsmalers an den Meistern der Schule von Barbizon, seine Auseinandersetzung mit dem Werk von Daubigny und des Impressionismus während seiner Pariser Jahre und nicht zuletzt sein Aufenthalt im Hospital von Saint-Paul in Saint-Rémy-de-Provence inspirierten ihn zu seiner Serie von Waldeinblicken.
15. Juni 2017
Veronese, Raub der Europa, Detail, um 1580, Öl auf Leinwand, 162 x 191 cm (Madrid, Museo del Prado)

Renaissance Malerei in Venedig Ausstellung „Der Triumph der Schönheit und die Zerstörung des Gemäldes“ in Madrid

Tizian, Tintoretto, Veronese, Bassano, Giorgione und Lotto sind die Heroen der venezianischen Malerei des 16. Jahrhunderts. Venezianische Renaissance-Malerei unterscheidet sich von der Florentiner Kunst durch den Einsatz des Chiaroscuro und Farbe als Grundlagen der Darstellung. Figuren und Raum werden genauer beobachtet, allerdings idealistischer in ihren Konzeptionen, die Vorstellung von Schönheit in der venezianischen Renaissance ist den Werken in Rom, Parma und Florenz ebenbürtig.
14. Juni 2017
David Hockney, März 2011 © David Hockney, Photo Credit: Jean-Pierre Goncalves de Lima

David Hockney: Biografie Leben des britisch-amerikanischen Malers

Biografie von David Hockney (1937), dem britisch-amerikanischen Pop-Art Maler
12. Juni 2017
Gerhard Richter, Vorhang IV (CR 57), 1965, Öl auf Leinwand, 200 × 190 cm (Kunstmuseum Bonn)

Gerhard Richter: Über Malen / frühe Bilder Bilder von 1961 bis 1980 – die wichtigsten Motive für Richters Metamalerei in Bonn und Gent

Der frühe Gerhard Richter (* 1932) der 1960er und 1970er Jahre erarbeitete sich anhand von wenigen Motiven Ausgangspunkte für ein höchst komplexes Werk. Malerei sui generis auf der Metaebene zu hinterfragen und gleichzeitig neu zubegründen, ist die Reaktion des 1962 aus der DDR geflohenen Malers auf die Avantgarde(n) in Düsseldorf.
12. Juni 2017
Aelbert Cuyp, Gewitter über Dordrecht, um 1645, Öl auf Eichenholz (Stiftung Sammlung E.G. Bührle Zürich, Inv.Nr. 149)

Wetter-Smalltalk im Museum Niederländische Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts aus Sicht der Meteorologie

Mit Smalltalk-Leichtigkeit lädt aktuell das Kölner Wallraf-Richartz-Museums zu einer zwanzig Werke umfassenden, Sonderschau ein, welche sich der Darstellung von meteorologischen Phänomenen und der Frage nach deren Realitätsgehalt widmet.
6. Juni 2017
Gustav Klimt, Sitzender weiblicher Halbakt, 1904 (Leopold Museum, Wien, Reproduziert in: Die Hetärengespräche des Lukian)

Klimt und die Antike Griechische Vasenmalerei als Inspirationsquelle für Gustav Klimt

Ausgehend von den „Hetärengesprächen“ des Lukian, die Gustav Klimt für eine Neuübersetzung 1908 mit erotischen Zeichnungen „illustrierte“, stellt Tobias N. Natter im Belvedere die Frage nach der Bedeutung der Antike und Erotik für das Werk des berühmten Wiener Jugendstilmalers.
6. Juni 2017
Sebastiano del Piombo, Das Urteil des Solomon, um 1506–1509, Tempera und Öl auf Leinwand, Spuren von Vergoldung, 208 x 318 cm (Kingston Lacy, The Bankes Collection (National Trust) (1257074, KLA/P/33) © National Trust Images / Derrick E. Witty

Sebastiano del Piombo Venezianischer Maler in Rom

Sebastiano del Piombo (um 1458–1547) war ein Maler der Hochrenaissance und des beginnenden Manierismus in Venedig und Rom. In seinen frühen Jahren feierte er in Venedig Erfolge als Lautenspieler, ließ sich jedoch gleichzeitig von Giovanni Bellini und Giorgione zum Maler ausbilden. Als Mitarbeiter des früh verstorbenen Giorgione wurde Sebastiano mit der venezianischen Schule und der Bedeutung der Farbe vertraut, was er ab 1511 in Rom mit den monumentalen Formen Michelangelos geschickt zu verbinden wusste.
5. Juni 2017
Sebastiano del Piombo, Beweinung Christi, Detail, 1516, Öl auf Leinwand, Transfer von Holz, 260 × 193 cm (Eremitage, St Petersburg (GE-18) Photograph © The State Hermitage Museum /Vladimir Terebenin

Michelangelo & Sebastiano del Piombo Künstlerfreundschaft, Copyright und Konkurrenz

Künstlerfreundschaft, Copyright und Konkurrenz: Die außergewöhnliche Freundschaft zwischen Michelangelo Buonarotti (1475–1564) und Sebastiano Luciani, genannt Sebastiano del Piombo (1485–1547), begann 1511 und stand unter dem Vorzeichen ihrer Rivalität mit Raffael.
31. Mai 2017
Pablo Picasso, Mère et enfant au bord de la mer [Mutter und Kind am Strand], Frühling 1921, Öl auf Leinwand, 142,9 x 172,7 cm (The Art Institute of Chicago, Restricted gift of Maymar Corporation, Mrs. Maurice L. Rothschild, and Mr. and Mrs. Chauncey McCormick; Mary and Leigh Block Fund; Ada Turnbull Hertle Endowment; through prior gift of Mr. and Mrs. Edwin E. Hokin 1954.27 Photo (C) Art Institute of Chicago, Dist. RMN-Grand Palais / image The Art Institute of Chicago)

Picassos erste Frau: Olga Picasso Pablo Picassos Ehefrau (1917–1935), Tänzerin, Muse, Modell

Olga Picasso (1891–1955), der lesenden, melancholisch nachdenklichen Frau in den Bildern ihres Mannes Pablo ist erstmals im Pariser Musée Picasso eine Ausstellung gewidmet. Die russische Balletttänzerin und Mutter des gemeinsamen Sohnes Paul war ab 1917 Picassos wichtigstes Modell, an dem er seine realistische „Klassische Phase“, oder „Olga Periode“, seine surrealistischen Experimente erprobte. Olga und Pablo Picasso lebten von 1917 bis 1935 zusammen, dann trennte sich das Paar, bliebt aber bis zum Tod Olgas (1955) verheiratet.
26. Mai 2017
Schale des Tarquinia-Malers, Attisch, rotfigurig, um 470–460 v.u.Z. (Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, © Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig)

Griechische Vasenmalerei Attische Vasen: Malerei, Epochen, Herstellung, Formen, Erforschung

Griechische Vasenmalerei – und darunter führend die attische – erreichte einen hohen Stellenwert und auch eine herausragende Qualität. Obschon die dekorierte Keramik der griechischen Antike vornehmlich Alltagsagegenstände wie Transport-, Trink- oder Aufbewahrungsgefäße ziert, erreichte sie aufgrund der weiten Handelsbeziehungen der Stadt Athen eine große Verbreitung.
24. Mai 2017
Mark Tobey, Lines of the City, 1945

Mark Tobey „white writing“ vom Vorläufer des Abstrakten Expressionismus in der Peggy Guggenheim Collection

Mark Tobey (1890–1976) ist eine zentrale Persönlichkeit der amerikanischen Nachkriegsavantgarde, dessen „white writing [weißes Schreiben]” die formalen Erfindungen der New York School Maler wie Jackson Pollock vorausging. Während der 1940er Jahre wandelte sich Tobeys Ausdrucksweise von einer figurativen Auffassung zur Abstraktion. Als er 1944 erstmals kleinformatige Gemälde von blassen Netzen vorstellte, löste er großes Interesse der New Yorker Kollegen für die All-over-Komposition aus, mit denen er alle Bereiche der Bildfläche gleichwertig miteinander verband.
19. Mai 2017
Yusaka Maezawa mit Jean-Michel Basquiats „Untitled“, 18.5.2017, Quelle: Instagram.

Jean-Michel Basquiat „Untitled“ bricht Rekorde Bild verkauft für $110,5 Millionen an Yusaka Maezawa

Gestern erzielte ein Gemälde von Jean-Michel Basquiat nach einem Bietergefecht am Telefon den atemberaubenden Preis von 110.487.500 US Dollar auf einer Auktion von Sotheby’s New York. Schon Tage zuvor hatte der Schätzpreis von $60 Millionen für Aufsehen gesorgt. Kurz nach dem Kauf präsentierte sich Yusaka Maezawa mit seinem neuen Schatz auf Instagram.
9. Mai 2017
Anish Kapoor, White Dark VIII, 2000, Fiberglas und Farbe, 160 x 160 x 64 cm (Privatbesitz), Foto: Anna-Maria Matzner, ARTinWORDS.

Intuition im Palazzo Fortuny Kuratiert von Axel Vervoordt und Daniela Ferretti (2017)

Intuition in der Kunst – über Kulturen, Zeiten und Regionen hinweg. Axel Vervoordt stellt einmal mehr für den Palazzo Fortuny eine atmosphärische Schau über das Unbewusste in der Kunst zusammen.
5. Mai 2017
Maria Lassnig, Juni 1983, Foto: © Kurt-Michael Westermann/ Maria Lassnig Stiftung

Peter Pakesch: „Sie hatte sicher partiell Durchsetzungsprobleme“ Ein Gespräch über das Fördern der 2014 verstorbenen Künstlerin, aktuelle Ausstellungsprojekte und den besonderen Stellenwert der Arbeiten auf Papier

Kurz vor Eröffnung der Ausstellung „Maria Lassnig – Zwiegespräche“ in der Albertina, traf ARTinWORDS Peter Pakesch, Vorstandsvorsitzender der Maria Lassnig-Stiftung. Ein Gespräch über das Fördern der 2014 verstorbenen Künstlerin, aktuelle Ausstellungsprojekte und den besonderen Stellenwert der Arbeiten auf Papier.
1. Mai 2017
Jorg Hartig, Farbensprung, Detail 1979, Acryl auf Leinwand, 186 x 151 cm (MUSA)

Jorg Hartig. REALPOP Wiederentdeckung des Wiener Malers im MUSA

Jorg Hartig (* 1932) erfand für seine Acryl-Malerei den Begriff „Real-Pop“ – in Hommage an und Abgrenzung von der angloamerikanischen Pop-Art der 1960er sowie des Realismus (Photorealismus) der 1970er Jahre.
30. April 2017
Maria Lassnig, Selbstporträt mit Stab, 1971, Öl und Kohle auf Leinwand, 193 x 129 cm (Maria Lassnig Stiftung, © Maria Lassnig Stiftung)

Maria Lassnig: Biografie Leben der österreichischen Malerin

Maria Lassnig Biografie: Ausbildung, Bilder, wichtige Ausstellungen
29. April 2017
Leonardo, Madonna in der Felsengrotte, Detail (zweite Fassung), nach 1493–1508, Öl auf Holz, 189,5 x 120 cm (London, National Gallery)

Leonardo da Vinci: Werke

Leonardo da Vinci (1452–1517) war ein homo universalis, ein Universalgelehrter der Renaissance. Als Maler wie als Anatom, Erfinder und Bildhauer revolutionierte er die Kunst seiner Zeit. Heute sind 31 Werke – Gemälde, bildwürdige Kartons (schwarz-weiße Kreidezeichnungen auf Papier) – von ihm bekannt. Seine berühmtesten Werke sind zweifellos die „Mona Lisa“ und das „Abendmahl“ – aber auch seine vielfältigen Madonnen-Bilder zeigen Leonardo als erfindungsreichen Schöpfer bewegter und bewegender menschlicher Figuren.
29. April 2017
Michelangelo, Die Bestrafung des Tityos (Recto), 1532, Schwarze Kreide, The Royal Collection © 2009, Her Majesty Queen Elizabeth II.

Michelangelo Buonarroti: Werke Skulpturen, Fresken, Gemälde, Architektur

Michelangelos wichtigste Skulpturen, Fresken, Gemälde, Architekturentwürfe zusammengefasst.
29. April 2017
Michelangelo, Halbfigur der Kleopatra (Recto), um 1533, Stift in Schwarz (© Casa Buonarroti, Florenz).

Michelangelo Buonarroti: Leben Biografie des Florentiner Bildhauers, Malers und Architekten

Michelangelo Buonarrotis Leben und Werk sind geprägt von seiner Florentiner Herkunft und seinen wichtigsten Auftraggebern, den Päpsten Julius II., Leo X., Clemens VII. und Paul III. Er arbeitete sowohl in der Toskana wie in der Ewigen Stadt. Die bekannteste Skulptur Michelangelos ist sein David, der ursprünglich für den Dom geschaffen wurde. Auch wenn sich Michelangelo hauptsächlich als Bildhauer definierte, so machten ihn die Fresken in der Sixitnischen Kapelle Michelangelo weltberühmt. Das gefürchtete Genie entdeckte in der Bildhauerei das Unvollendete wie die in den 1530er Jahren die bildmäßige Zeichnung.
29. März 2017
Frédéric Bazille, Das Familientreffen, Detail, 1867, Öl auf Leinwand, 152 x 230 cm (Paris, Musée d’Orsay © Photo Musée d’Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt)

Frédéric Bazille Leben und Werk

Frédéric Bazille (1841–1870) ist ein Pionier des Impressionismus und übersiedelte 1862 nach Paris, wo er sich im Atelier von Charles Gleyre einschrieb. Noch im gleichen Jahr lernte er Pierre-Auguste Renoir und Alfred Sisley, ein Jahr später Claude Monet kennen. Der aus wohlhabendem, protestantischem Elternhaus stammende Kunststudent ging in den folgenden Jahren interessante Ateliergemeinschaften ein und vereinte in „Das Familientreffen“ (1867) Freilichtmalerei und Porträt miteinander. Bereits 1870 verstarb der Republikaner im Alter von 29 Jahren im Deutsch-Französischen Krieg, weshalb er als Pionier impressionistischer Konzepte gilt, jedoch nie so viel Aufmerksamkeit auf sich lenkten konnte wie die „Klassiker“ des Impressionismus.
24. März 2017
Carl Spitzweg, Der strickende Wachposten, Detail, 1855, Öl auf Leinwand, 21,6 x 39,2 cm (Museum Georg Schäfer, Schweinfurt, Inv. 2286)

Carl Spitzweg Leben und Werk

Carl Spitzweg (1808–1885) begann sich erst nach Abschluss seines Pharmaziestudiums intensiv mit Malerei zu beschäftigen. Das seit 1836 entstandene Werk umfasst etwa 1700 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Entwürfe für humoristische Blätter. Berühmt ist Spitzwegs „Der arme Poet“, dessen Protagonist als Synonym für den romantischen Künstler in die Geschichte einging. Der Biedermann, der Mönch, der Soldat, der Gelehrte, das hübsche Mädel und seine Mutter – alle (spät-)biedermeierlichen Figuren – bekommen in Spitzwegs Werk ihr Fett weg.
22. März 2017
Vincent van Gogh, Kongregation verlässt die reformierte Kirche in Nuenen, Frühjahr 1884, Öl auf Leinwand(Van Gogh Museum, Amsterdam)

Van Gogh Museum erhält zwei gestohlene Gemälde zurück! Wichtige Frühwerke Van Goghs wohlbehalten in Amsterdam

„Kongregation verlässt die reformierte Kirche in Nuenen“ (1884) und „Sturm - Strand von Scheveningen“ (August 1882) sind zwei Frühwerke des aus den Niederlanden stammenden Vincent van Gogh, der sich 1880 seiner Leidenschaft – der Malerei – zuwandte. Im Selbststudium und kaum akademischer Unterstützung wollte er die Heimat und ihre Bevölkerung, der er sich stark verbunden fühlte, in ausdrucksstarke Gemälde fassen.
20. März 2017

Maria Lassnig: Werke & Leben Ausstellung in Essen

Maria Lassnig (1919–2014) gehört zu den wichtigsten Künstlerinnen der österreichischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Bereits im Jahr 1948 stellte sie sich erstmals der Frage, wie sich das Bewusstsein für den eigenen Körper ins Bild übersetzen ließ. Nach einer ersten surrealistischen und informel-abstrakten Phase gelangte sie über die Rezeption kubistischer Akte zum Selbstporträt. Bereits während der 1960er Jahre entwickelte sie die für sie charakteristischen „Körperbewusstseinsbilder“, die sie ab 1970 auch in Animationsfilmen einsetzte.
5. März 2017
Richard Gerstl, Die Familie Schönberg, Ende Juli 1908, Öl auf Leinwand, 88,8 x 109,7 cm (Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien)

Richard Gerstl Leben und Werk: Ausstellung in der Schirn, Frankfurt

Richard Gerstl (1883–1908) wird oft als Österreichs erster Expressionist bezeichnet: in Auseinandersetzung mit Werken von Vincent van Gogh und Edvard Munch entwickelte er seine Malerei in Richtung befreiter Malweise und intensiver Farbigkeit.
1. März 2017
Carl Spitzweg, Der Bücherwurm, 1850, Öl auf Leinwand, 49,4 x 26,9 cm (Museum Georg Schäfer, Schweinfurt)

Carl Spitzweg – Erwin Wurm Ausstellung über Biedermeier und Neo-Biedermeier im Leopold Museum

Carl Spitzweg und Erwin Wurm! Geht das? „Geht sogar ausgesprochen gut!“, erklärt Hans-Peter Wipplinger, Direktor des Leopold Museums und Kurator des außergewöhnlichen Dialogs zwischen dem bayrischen Biedermeiermaler und dem Österreich-Vertreter auf der Biennale von Venedig 2017. Doch worin liegen die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden so unterschiedlichen Künstlern? Immerhin trifft biedermeierliche Gemütlichkeit auf die Neudefinition des Skulpturenbegriffs.
22. Februar 2017
Lawrence Alma-Tadema, The Roses of Heliogabalus, 1888, Öl auf Leinwand, 132,7 x 214,4 cm (Colección Pérez Simón, Mexiko, Foto: © Piera, Arturo)

Lawrence Alma-Tadema Leben und Werk

Lawrence Alma-Tadema (1836–1912) war ein Historienmaler des späten 19. Jahrhunderts, der aus Holland stammte, in Flandern studierte und für antike Massenszenen, meist pompeijanische oder römische Sujets, in England berühmt wurde. Für seine detailreichen Großformate studierte er Realien und antike Stätten in Büchern, Museen und vor Ort. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit setzte er seine Phantasien in gekonnten Inszenierungen um und wurde so zum Ideengeber für so manchen Hollywood-Film wie „Ben Hur“ oder den „Gladiator“. Alma-Tadema wirkt mit seinen Gemälden entschieden auf das heutige Bild der Antike.
21. Februar 2017
Alfred Wickenburg, Burgenländisches Stillleben II, 1968, Öl auf Leinwand, 52,5 x 69 cm (© Belvedere, Wien/Leihgabe aus Privatbesitz, New York/ © Henriette Gorton-Wickenburg 2016)

Alfred Wickenburg Werk & Leben

Alfred Wickenburg (1885–1978) gilt als einer der Hauptvertreter des „österreichischen Kubismus“ der Zwischenkriegszeit, in dem kubistische Stilmittel im Sinn des Expressionismus für die eigenen ästhetischen Zwecke adaptiert wurden. Seine Ausbildung in München, Paris und Stuttgart ließ den in Graz geborenen Maler früh mit konstruktiven Konzepten an ihren originären Entstehungsorten in Kontakt kommen.
20. Februar 2017
Katarzyna Kobro, Kompozycja Przestrzenna (4) [Raumkomposition], 1929, Öl auf Metall, 40 x 64 x 40 cm (Muzeum Sztuki, Łódź)

Katarzyna Kobro und Władysław Strzemiński Konstruktivistische Avantgarde in Polen

Katarzyna Kobro (1898–1951) und Władysław Strzemiński (1893–1952) sind zwei Schlüsselfiguren der zentraleuropäischen Avantgarde. In Malerei und Skulptur schufen sie Werke der konstruktiven Abstraktion. Ausgehend vom Suprematismus, gehörten sie der Richtung des Neoplastizismus an, der mit Bauhaus und Konstruktivismus stilistisch verwandt ist. Als Konstruktivisten und Theoretiker gehörten sie im Polen der 1920er und 1930er Jahre zur Avantgarde. Nach der vorzeitigen Geburt der gemeinsamen Tochter Nika 1936 musste sich Kobro um ihre kränkliche Tochter kümmern und konnte kaum mehr künstlerisch tätig sein.
18. Februar 2017
Pablo Picasso, Guernica, Detail, Paris, 1. Mai bis 4. Juni 1937, Öl auf Leinwand, 349,3 x 776,6 cm (Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia © Sucesión Pablo Picasso, VEGAP, Madrid, 2017)

Picasso: Guernica Ausstellung zum 80. Geburtstag des Gemäldes im Museo Reina Sofia, Madrid

„Guenica“, Pablo Picassos 27 Quadratmeter großer Aufschrei gegen das Bombardement der gleichnamigen Stadt im Baskenland, wurde 1937 im Spanischen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris erstmals dem Publikum gezeigt. Zum 80. Geburtstag des Gemäldes richtet das Museo Reina Sofia in Madrid, wo sich das Werk seit 1992 befindet, eine Werkmonografie aus. Unter dem Titel „Pity and Terror in Picasso: The Path to Guernica“ zeigen die Kuratoren Timothy James Clark und Anne M. Wagner etwa 150 Gemälde Picassos.
16. Februar 2017
Franz West, Sitzskulptur, 2004, Aluminium lackiert, 87 x 175 x 163 cm (Foto: Archiv des Künstlers © Verein Archiv Franz West, Albertina, Wien: Sammlung Essl)

Sammlung Essl in der ALBERTINA Privatsammlung in Wien bald wieder zugänglich!

Klaus Albrecht Schröder, Karlheinz Essl und Hans Peter Haselsteiner geben heute die Übergabe der Sammlung Essl an die ALBERTINA bekannt. Für 27 Jahre wird die Albertina die Dauerleihgabe für die konservatorische Verwahrung, wissenschaftliche Aufarbeitung und öffentliche Präsentation übernehmen. Der Bund fördert die digitale Aufarbeitung der Sammlung Essl mit einer Million Euro.
15. Februar 2017
Henrion, Selbstporträt als Pierrot, Öl auf Holz (Sammlung Klewan)

Sammlung Klewan Ausstellung im Belvedere

Helmut Klewan (* 1943) betrieb seit 1970 eine Galerie, in der er zeitgenössische Kunst der Wiener Aktionisten, Arnulf Rainer und Maria Lassnig vertrat. Das Desinteresse der heimischen Sammler ließ Klewan 1978 eine Zweigstelle in München eröffnen. Im Jahr 1973 stellte er erstmals Herman Nitsch aus und presste dessen erste Langspielplatte „Hermann Nitsch, Akustisches Abreaktionsspiel“. Als Wiener in München präsentierte er österreichische Künstlerinnen und Künstler (z.B. die erste Maria­Lassnig­Ausstellung 1981) in Süddeutschland. Helmut Klewan schloss die Wiener Galerie im Jahr 1986, die Münchner 1999. Seither ist Klewan als Sammler aktiv und beleiht viele Museen und Ausstellungen mit Werken seiner Sammlung. Sowohl als Sammler wie auch zuvor bereits als Galerist gestaltete er – vor allem durch Erstpräsentationen damals noch wenig bekannter Künstler – die Rezeptionsgeschichte der Kunst mit.
13. Februar 2017
Gerhard Richter, Abstraktes Bild (947-8), 2016, Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm © Gerhard Richter 2017 (221116)

Gerhard Richter. Neue Bilder Abstrakte Malerei aus dem Jahr 2016 und ältere Arbeiten aus dem Museum Ludwig, Köln

Gerhard Richters aktuellste Bilder sind anlässlich seines 85. Geburtstags am 9. Februar 2017 im Museum Ludwig zu sehen. Wie für Richters abstraktes Werk charakteristisch arbeitete der Maler 26 Gemälde in unterschiedlichen Formaten höchst materialintensiv und farbig opulent aus.
12. Februar 2017
Otto Freundlich, Sphärischer Körper, 1925, Pastell auf Papier, 65 x 50 cm (Privatsammlung), Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln

Otto Freundlich Leben & Werk

Otto Freundlich (1878–1943) war einer der frühesten Vertreter der abstrakten Kunst, Gründungsmitglied der Novembergruppe (1918) und gehörte zu den verfemten Künstlern des NS-Staats. Zwischen 1908 und 1914 lebte Freundlich in Paris und schloss sich der Avantgarde im Bateau Lavoir an. Als Maler und Bildhauer sowie Autor kunsttheoretisch-philosophischer Schriften verfocht er die Idee, dass Kunst eine universelle Sprache wäre. Die abstrakten Kompositionen Freundlichs bestehen aus farbigen Facetten, die das Ideal eines geeinten sozialen Gefüges widerspiegeln.
9. Februar 2017
René Magritte, La Condition Humaine [So lebt der Mensch], 1935, Öl auf Leinwand, 54 x 73 cm (Norfolk Museums Service (accepted by HM Government in lieu of tax and allocated to Norwich Castle Museum & Art Gallery) © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Magritte. Der Verrat der Bilder La Condition Humaine und die Philosophie des Surrealisten

René Magritte (1898–1967) und seinen konzeptuellen Text-Bildern widmen die Schirn und das Centre Pompidou eine Überblicksausstellung mit Fokus auf Magrittes „Problemlösungen“. Der Belgier setzt dem französischen Surrealismus eine denkende Malerei entgegen. Nicht Automatismus und Umdeutung, sondern die kühle Präzision seiner nach Präsenz heischenden Malerei, deren erklärtes Ziel „Stillosigkeit“ und Ausdruck des Denkens sind. Für sich selbst lehnte Magritte die Berufsbezeichnung Künstler ab, er arbeitete auch nie in einem Atelier, sondern bei sich zu Hause. Anstatt mit Worten stellte er seine Überlegungen zum Verhältnis von Bild und Sprache in Gemälden dar. Magrittes verfremdete Gegenstände verbinden das Vertraute mit dem Fremdartigen, die Poesie der Titel enthebt sie zusätzlich jegliches Anspruchs auf Ähnlichkeit.
8. Februar 2017
Otto Dix. Der böse Blick (Düsseldorf/London)

Otto Dix – Der böse Blick Ausstellung im K20, Düsseldorf

Otto Dix (1891–1969) hat Düsseldorf viel zu verdanken: Der talentierte Maler mit Vorliebe für entwaffnend radikale Themen verbrachte von Oktober 1921 bis 1925 sehr erfolgreiche Jahre in der Stadt, traf hier auf eine einflussreiche Künstlerszene und entwickelte in dieser Zeit seinen unverkennbaren kritischen Stil, einen expressiven Verismus.
8. Februar 2017
Sigmar Polke. Alchemie und Arabeska (Museum Frieder Burda; Schirmer/Mosel)

Sigmar Polke. Alchemie und Arabeske Linien zwischen Fläche und Raum

Sigmar Polke (1941–2010) gehört zu der Generation deutscher Maler, die während der 1960er Jahre auf die amerikanische Pop Art reagierten und in Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte neue Ausdrucksformen innerhalb ihrer Gemälde fanden. Für Polke spielten Fotografie, Druckgrafik und Filmkamera wichtige Rollen in seiner Bildproduktion. Die Ausstellung des Museum Frieder Burda unter dem Titel „Alchemie und Arabeske“ fokussiert auf die Malgründe und Beweggründe des Kölner Künstlers.
8. Februar 2017
Claude Monet, Sonnenaufgang, Impression, 1872/73 (Musée Marmottan Monet, Paris)

Erste Impressionisten-Ausstellung 1874 Erste Selbstorganisation und Namensgebung des Impressionismus

An der ersten Impressionismus-Ausstellung in Paris nahmen 30 Künstlerinnen und Künstler, darunter Paul Cézanne, Edgar Degas, Armand Guillaumin, Claude Monet, Berthe Morisot, Camille Pissarro, Auguste Renoir und Alfred Sisley. Whistler hatte seine erste Einzelausstellung in London und nahm vielleicht deshalb nicht an der Impressionismus-Ausstellung in Paris teil.
8. Februar 2017
Claude Monet, La Grenouillère, 1869, Öl auf Leinwand, 74,6 x 99,7 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York © Metropolitan Museum of Art, dist.service presse Rmn / image of the MMA)

Zweite Impressionisten-Ausstellung 1876 Durchbruch des Impressionismus

Die zweite Impressionisten-Ausstellung erhielt bessere Kritiken als die erste, wobei vor allem die Leistungen der sechs „Impressionisten“ rund um Monet und Renoir besonders positiv hervorgehoben wurden. Für ausländische Leser besprachen vor allem Literaten die Schau: Henry James, Stéphane Mallarmé, August Strindberg und Emile Zola. Degas, Morisot, Monet, Pissarro, Renoir und Sisley, die heute als die wichtigsten Impressionistinnen und Impressionisten angesehen werden, hatten sowohl strategische wie ökonomische Ziele, an dieser zweiten Impressionisten-Ausstellung teilzunehmen.
8. Februar 2017
Gustave Caillebotte, Pariser Straße; Regnerisches Wetter, 1877, Öl auf Leinwand, 212.2 x 276.2 cm (The Art Institute of Chicago, Charles H. and Mary F. S. Worcester Collection, 1964.336)

Dritte Impressionisten-Ausstellung 1877 Gustave Caillebotts Engagement und Monets erste Serie

Dass es ein Jahr nach der zweiten Impressionisten-Ausstellung 1876 in der Galerie von Paul Durand-Ruel bereits zur dritten Impressionisten-Ausstellung kam, war vor allem dem finanziellen Engagement von Gustave Caillebotte zu verdanken. Er arbeitete gerade an seinem bislang wichtigsten Werk – „Rue de Paris, Temps de pluie [Straße in Paris bei Regen]“ (1877) – und wollte für dessen Erstpräsentation offensichtlich den richtigen Rahmen schaffen. Die Künstlerinnen und Künstler stellten erstmals als „Impressionisten“ aus
8. Februar 2017
Camille Pissarro, Kohlernte, 1878/79, Gouache auf Seide, 16.5 x 52.1 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York, Purchase, Leonora Brenauer Bequest, in memory of her father, Joseph B. Brenauer, 1994)

Vierte Impressionisten-Ausstellung 1879 Bröckelnde Gemeinschaft aber wirtschaftlicher Erfolg

Die vierte Impressionisten-Ausstellung stand unter einem ungünstigen Stern, da viele der wichtigsten Maler des Impressionismus ihre Teilnahme absagten. Dennoch wurde sie endlich auch ein wirtschaftlicher Erfolg. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass sie weniger provokativ ausgefallen sein dürfte als die ersten drei Ausstellungen.
8. Februar 2017
Mary Cassatt, Le thé [Der Tee], um 1880, Öl auf Leinwand, 64.77 x 92.07 cm (Museum of Fine Arts, Boston, M. Theresa B. Hopkins Fund)

Fünfte Impressionisten-Ausstellung 1880 Degas‘ „kleine Tänzerin“ und die Rückkehr zum Salon

Die fünfte Impressionisten-Ausstellung wurde im Vergleich zur vierten von den meisten Kritikern nicht sehr positiv aufgenommen. Es fehlten nicht nur so zentrale Künstler wie Renoir, Sisley und Cézanne, die bereits an der vierten Impressionisten-Ausstellung 1879 nicht mehr teilgenommen hatten, sondern auch Claude Monet, der stattdessen zwei Gemälde in den Salon einsandte.
8. Februar 2017
Edgar Degas, Kleine Tänzerin im Alter von 14 Jahren, um 1878–1881, rotes Bienenwachs, Ton, Metallarmatur, Seil, Pinsel, menschliches Haar, Seide und Leinenband, Trikot aus Leinen, Baumwolle und Seidentutu, Leinenschuhe, Holzsockel, 98.9 x 34.7 x 35.2 cm (ohne Sockel), Gewicht: 22.226 kg (The National Gallery of Art, Washington, Collection of Mr. and Mrs. Paul Mellon, Inv.-Nr. 1999.80.28)

Sechste Impressionisten-Ausstellung 1881 Edgar Degas‘ „Kleine Tänzerin“ und der Triumph des Realismus

Im Vorfeld zur sechsten Impressionisten-Ausstellung 1881 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den so genannten Impressionisten und Realisten in der Gruppe. Monet, Renoir und Sisley sagten ihre Teilnahme ab, um am Salon teilzunehmen. Die verbliebenen Künstlerinnen und Künstler scharten sich um Edgar Degas, der die Ausstellung organisierte.
8. Februar 2017
Camille Pissarro, Junges Bauernmädchen mit Hut, 1881, Öl auf Leinwand, 73,4 x 59,6 cm (National Gallery of Art, Washington)

Siebte Impressionisten-Ausstellung 1882 Pleinair und lockere Malweise

Die siebte Impressionisten-Ausstellung wurde von Paul Durand-Ruel organisiert, weil er sich in einer finanziell prekären Lage befand. Die Gruppe rund um Degas lehnte eine Teilnahme ab. Auch Renoir hatte sich geweigert, an der Ausstellung teilzunehmen, dennoch hängte der Galerist einundzwanzig von Renoirs Werken in die Ausstellung. Der Galerist kam zum Schluss, dass es einfacher wäre, die Künstler getrennt voneinander zu vermarkten, was er ab 1883 auch in Einzelpräsentationen umsetzte.
8. Februar 2017
Georges Seurat, Un dimarche à la Île de la Grande Jatte (Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte), 1884–1886, Öl auf Leinwand, 205,7 x 305,8 cm (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Collection)

Achte Impressionisten-Ausstellung 1886 Krise und Ende des Impressionismus

Die Vorbereitungen zur achten Impressionisten-Ausstellung 1886 waren geprägt von alten Vorbehalten gegenüber Kollegen, Missgunst, Eifersüchteleien und wechselnde Loyalitäten. Finanzielle Misserfolge, nicht zuletzt wegen einer Wirtschaftskrise in Frankreich in den beginnenden 1880er Jahren, ließen die ohnehin zaghaften Ankäufe impressionistischer Malerei einbrechen, ungeachtet der Versuche des Kunsthändlers Paul Durand-Ruel, die Impressionisten auch in New York bekannt zu machen. Generell lässt sich beobachten, wie Galeristen zunehmend als Ausstellungsmacher von Personalen auftraten, die sie vorfinanzierten. Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Gustave Caillebotte und Alfred Sisley folgten Pissarros Einladung erst gar nicht. Sie versuchten ihr Glück bei Georges Petit, dessen Galerie sich an ein betuchtes, kaufkräftiges Publikum wandte. Animositäten mit Edgar Degas in den vorangegangenen Jahren verleideten ihnen die Teilnahme an Pissarros Projekt genauso wie dessen Engagement für ihre „Schützlinge“.
6. Februar 2017
Ernst Ludwig Kirchner, Die Straße, 1913, Öl auf Leinwand, 120,5 × 91 cm (The Museum of Modern Art, New York, purchase, 1939, Foto © 2017 Digital image, The Museum of Modern Art/Scala Florence)

Ernst Ludwig Kirchner: Die Berliner Jahre Ausstellung im Kunsthaus Zürich

Mit 31 Jahren übersiedelte Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) nach Berlin. Die Jahre zwischen 1911 und 1917 lebte er in der Zweimillionen-Metropole, die Sommermonate verbrachte er auf der Ostseeinsel Fehmarn. Wenn der Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“ thematisch bereits etablierte Wege ging – Straßenszenen, Porträts, Zirkus, Tanz, Varieté, Akte im Atelier und in der Natur waren in der Dresdner Zeit bereits ausgeprägt – so änderte er in Berlin und Fehmarn seinen Malstil. Zwischen 1912 und 1917 verwendete Kirchner gedeckte Farbtöne und spitze Formen. Hier das frenetisch-nervöse Großstadtleben, da die Erholung in ländlicher Abgeschiedenheit; hier die Misere und Entfremdung des Großstädters, da das harmonische Leben in Einheit mit der Natur. So werden und wurden Ernst Ludwig Kirchners Bilder aus den Berliner Jahren gerne gedeutet. Über diese apokalyptisch-paradiesische Lesart hinaus zeigt das Kunsthaus Zürich den Kirchner der Jahre 1911 bis 1918.
28. Januar 2017
Svenja Deininger, Untitled, 2016, Öl auf Leinwand. Courtesy Galerie Martin Janda, Wien

Svenja Deininger | Gabriel Sierra | Angelika Loderer in der Wiener Secession

Svenja Deininger: Echo of a Mirror Fragment: neue Malerei und Künstlerbuch; Gabriel Sierra: The First Impressions of the Year 2018 (During the early days of the year 2017): Installation; Angelika Loderer: Skulpturen
20. Januar 2017
Claude Monet, Matinée sur la Seine [Vormittag auf der Seine], 1897, Öl auf Leinwand, 81,9 x 93,3 cm (Mead Art Museum, Amherst College, Massachusetts, Vermächtnis Miss Susan Dwight Bliss, 1966, Foto: Alexandra Matzner, ARTinWORDS)

Claude Monet in der Fondation Beyeler Monets Landschaften der 1880er Jahre

Monet die Fondation Beyeler. Als Renzo Piano das Gebäude für die Sammlung des berühmten Kunsthändlerehepaares Beyeler plante, hatte er Claude Monets monumentales Gemälde „Le bassin aux nymphéas [Seerosenteich]“ (um 1917–1920) im Sinn. Piano öffnete das Museum mit großen Glasflächen zum Garten hin. Der Blick wandert über das Gemälde – und weiter zum Teich, dem Schilf, das sich manchmal sanft im Wind wiegt. Wenn auch Claude Monet dieses späte Werk nicht vor dem Motiv gemalt hat, sondern sich dafür eigens ein Atelier in Giverny bauen hat lassen, so suggeriert die Sammlungspräsentation überzeugend die innige Verbindung des Malers mit der Natur, der nahezu blind nach seinen Erinnerungen malte.
17. Januar 2017
Markus Prachensky, Amanpuri, 1999, Acryl auf Leinwand (Albertina, Wien - Schenkung des Künstlers © Atelier Markus Prachensky)

Markus Prachensky Abstraktion in Rot

Markus Prachensky (1932–2011) zählte seit Ende der 1950er Jahre zu den herausragenden Vertretern der abstrakten Malerei, die sich als spätes Informel zeigt. Seine früheste Gemälde aus den Jahren nach 1954 lassen noch seine Arbeit an Piet Mondrians geometrischer Abstraktion erkennen, in den frühen 1950er Jahren fand er unter dem Einfluss von Josef Mikl zu einer gestischen Malerei. Als sich der Maler jedoch 1958/59 der roten Lackfarbe zuwandte, entwickelte er eine „peinture liquide“. Dafür ließ er mehrere Hundert Liter roter Farbe über eine schräg gestellte Leinwand fließen. Der vielgereiste Maler ließ sich in den folgenden Jahrzehnten von Landschaften und Jazz zu reduziert gestischen Abstraktionen inspirieren.
29. Dezember 2016
Edgar Degas, Tänzerin in Ruhestellung, um 1882/1885, Bronze, H. 45,5 cm (Von der Heydt-Museum Wuppertal) & Tänzerinnen (im Hintergrund), 1900–1905 (Von der Heydt-Museum Wuppertal Foto: Medienzentrum/Antje Zeis-Loi)

Degas & Rodin Wettlauf der Giganten zur Moderne im Von der Heydt Museum Wuppertal

Edgar Degas (1834–1917) und Auguste Rodin (1840–1917) revolutionierten beide auf ihre Weise die Kunst des späten 19. Jahrhunderts: Der Maler, Druckgrafiker und Plastiker Degas wählte moderne Motive, setzte einen fotografischen Blick ein und dachte über das moderne Großstadtsubjekt nach. Rodin stieg aufgrund seiner Themenwahl, der neuartigen Oberflächengestaltung und seiner revolutionären Auffassung des Denkmals ab 1880 zum Bildhauerfürsten Europas auf. Beide reflektierten den Prozess des Kunstmachens genauso wie ihre unterschiedlichen sozialen Rollen innerhalb des Kunstzirkels; beide verstarben vor genau 100 Jahren.
19. Dezember 2016
Tina Blau, Frühling im Prater, 1882, Öl auf Leinwand 214 x 291 cm (Belvedere, Wien)

Tina Blau Pionierin des österreichischen Stimmungsimpressionismus

Tina Blau (1845–1916) darf mit Fug und Recht als die Pionierin der österreichischen Malerei und des Stimmungsimpressionismus genannt werden. Unterstützt von ihrem Vater, war der aus einer jüdischen Familie stammenden Künstlerin die langwierige Ausbildung zur Landschafts- und Stilllebenmalerei in Wien und München möglich. Gemeinsam mit Emil Jakob Schindler (1842–1892) entwickelte Tina Blau in Auseinandersetzung mit der Landschaftsauffassung der Schule von Barbizon, den Malern der Haager Schule und dem italienischen Licht den so genannten Stimmungsimpressionismus (oder Stimmungsrealismus).
15. Dezember 2016
Hubert Scheibl, Ones, 2015/16, Öl auf Leinwand, 150 x 120 cm (© Hubert Scheibl)

Hubert Scheibl. Fly Abstrakte Flugversuche

Für seine aktuelle Ausstellung „Fly“ schuf Hubert Scheibl eine Rauminstallation in der Orangerie des Belvedere in Wien, die sich wie eine Klammer um seine abstrakten Gemälde legt. Den Titel leitet der Künstler u. a. von einer früheren Arbeit aus dem Jahr 2005 ab, die er nahezu unsichtbar über die Eingangstür hängt – einerseits eine mögliche Hommage an das barocke Belvedere mit seinen Supraporten, andererseits auch eine Art „Easter Egg“ für die Besucherinnen und Besucher, zeigt es sich doch erst auf dem Weg hinaus.
11. Dezember 2016
Henri Fantin-Latour, Rosen in einer Schale auf einem Tisch, 1885, Öl auf Leinwand, 45.9 x 63 cm (Sterling and Francine Clark Art Institute, erworben 1936, Inv.-Nr. 1955.734)

Henri Fantin-Latour Gruppenbildnisse, Blumenstillleben und Wagner-Fantasien

Henri Fantin-Latour (1836–1904) nimmt in der französischen Malerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine interessante Stellung ein: Obwohl er mit dem Avantgardisten Edouard Manet eng befreundet war sowie in den Kreisen der Impressionisten verkehrte und obwohl er am Salon des refuses 1863 ausstellte, nahm er an keiner einzigen Impressionisten-Ausstellung teil und kritisierte die Selbstorganisation der Avantgarde heftig.
6. Dezember 2016
Georgia O’Keeffe, From the Faraway, Nearby [Aus der Ferne, nah)], 1937, Öl auf Leinwand 91,4 x 101,9 cm (The Metropolitan Museum of Art, New York © 2016 Georgia O’Keeffe Museum/Bildrecht, Wien Foto: © BKP/ The Metropolitan Museum of Art / Malcolm Varon)

Georgia O’Keeffe Leben & Bilder zwischen Abstraktion und Figuration

Georgia O’Keeffe (1887–1986) ist berühmt für ihre frühen Abstraktionen, „vulvaförmigen Blumen“ (dieser Deutung widersprach die Künstlerin genauso vehement wie erfolglos). Sie ist eine Ikone der Frauenbewegung und weltweit anerkannte Malerin von Stillleben und Landschaften aus der Wüste von New Mexico.
5. Dezember 2016
Edouard Manet, Fleurs dans un vase de cristal [Blumen in einer Kristallvase], um 1882, Öl auf Leinwand, 32,7 x 24,5 cm (Washington, National Gallery of Art, Ailsa Mellon Bruce Collection, Inv. 1970.17.37)

Edouard Manet. Stillleben Spargelbündel, Solospargel und Blumenbouquets

Edouard Manet (1832–1882) malte nur wenige, jedoch aus maltechnischer Sicht revolutionäre Stillleben, zweifellos standen Porträts und Alltags- bzw. Genreszenen im Zentrum seines Interesses. – zumindest wenn man die vielen „Accessoires“ in seinen Bildern nicht als Stillleben einordnet. Sowohl im „Déjeuner sur l’herbe [Frühstück im Grünen]“, in der „Olympia“ und in so manchem Porträt finden sich Gegenstände und Blumensträuße.
3. Dezember 2016
Clara Peeters, Stillleben mit Früchten und Blumen, um 1612/13, Öl auf Kupfer, 64 x 89 cm (Oxford, The Ashmolean Museum. Bequeathed by Daisy Linda Ward, 1939)

Clara Peeters Antwerpener Stilllebenmalerin im Zeitalter von Peter Paul Rubens

Clara Peeters (um 1594–um 1640) gehört zu den vielen allzu wenig bekannten Malerinnen des Barock. Sie war zwischen 1607 und 1621 in Antwerpen, Amsterdam und Den Haag aktiv, zumindest haben sich aus diesem Zeitraum datierte Stillleben erhalten. Dass die außergewöhnlich präzise arbeitende Künstlerin, die gleichzeitig mit Peter Paul Rubens, Jan Bruegehl dem Älteren, Frans Snyders in der flämischen Stadt tätig war, in Publikationen über flämische und holländische Kunst kaum erwähnt wird, dürfte nach dieser Kabinettausstellung des Prado noch weniger verständlich sein. Peeters Früchte- und Essensstillleben zählen zu den exquisiten barocken Schöpfungen und sind Pionierarbeiten im Fach der Stilllebenmalerei.
2. Dezember 2016
Peter Paul Rubens, Ecce homo, 1612, Öl auf Holz, 125,7 x 96,5 cm (Eremitage, St. Petersburg)

Peter Paul Rubens. Kraft der Verwandlung Inspiration und kreative Metamorphose in der Bildwelt des flämischen Barockmalers

Peter Paul Rubens (1577–1640) zog auf mannigfaltige Weise Inspirationen aus Kunstwerken der Antike, der Renaissance aber auch aus Bildern seiner Zeitgenossen. Während Rubens‘ 50jähriger Schaffenszeit beschäftigte er sich aber auch kontinuierlich mit seinem eigenen Werk und wandelte Kompositionen immer wieder ab.
30. November 2016
Edgar Degas, Tänzerinnen im Probensaal, 1895/96, Öl auf Leinwand, 70,5, x 100,5 cm (Von der Heydt-Museum Wuppertal Foto: Medienzentrum/Antje Zeis-Loi)

Edgar Degas: Werke & Biografie Bilder von Tänzerinnen und Jockeys

Rennplätze, Balletttänzerinnen, Badende und Modistinnen waren die Lieblingsmotive des Realisten unter den Impressionisten. Von ersten Historiengemälden über Familienporträts u skulpturalen und fotografischen Versuchen führen die Werke des "Koloristen mit der Linie" (Degas über sich selbst).
27. November 2016
Paula Modersohn-Becker, Mädchen in rotem Kleid vor Sonnenblume, 1907 (Privatbesitz)

Paula Modersohn-Becker Pionierin der Moderne

Das Werk von Paula Modersohn-Becker gilt als wegbereitend für die Moderne in Deutschland, denn stets war die Künstlerin auf der Suche nach der „großen Einfachheit der Form“ und dem lebendigen Ausdruck der Farbe. In den ägyptischen Mumienporträts aus dem Louvre (1.-4. Jahrhundert) fand sie diesen genauso wie in den Gesichtern alter Bäuerinnen und junger Kinder im niedersächsischen Worpswede.
17. November 2016
Antoine Watteau und Jean-Baptiste Pater, Fête champêtre, 1718/21, Öl auf Holz, 48.6 x 64.5 cm (The Art Institute of Chicago, Max and Leola Epstein Collection, 1954.295)

Antoine Watteau Galanterien und Sinnlichkeiten

Antoine Watteau (1684-1721) war der bedeutendste französische Künstler des beginnenden Rokoko und wurde bereits zu Lebzeiten gefeiert. Durch sein Werk, seine Sujets und seinen Personalstil prägte Watteau die europäische Malerei über seine kurze, nur 36 Jahre währende Lebenszeit hinaus. Er inszenierte als erster Maler des beginnenden 18. Jahrhunderts Feste und Begegnungen in der Natur auf anmutige Weise.
17. November 2016
Claude Monet, Meule [Heuschober], 1891, Öl auf Leinwand, 72,7 x 92,1 cm (Privatbesitz © Courtesy Christie’s New York)

Auktions-Weltrekord für Monets „Heuschober“

Neuer Auktions-Weltrekord für Claude Monet: Am 16. November 2016 wurde Claude Monets „Meule [Heuschober]“ bei Christie’s New York für $ 81.447.500.- (€ 75,774,215) verkauft.
16. November 2016
Francis Alÿs, Le temps du sommeil, 2.3.2013 © Francis Alÿs, Foto: Alexandra Matzner.

Francis Alÿs / Avery Singer Zeitgenössische Malerei in der Secession

Aktuelle Malerei steht im Zentrum des fünften Ausstellungszyklus der Wiener Secession 2016: Francis Alÿs und AS präsentieren zwei höchst unterschiedliche Zugänge zum gemalten Bild, die sich dennoch in der Frage der bildimmanenten Organisation, im lllusionismus, im Widerstreit von Fläche und Raum kongenial begegnen.
14. November 2016
Pierre-Auguste Renoir, Der Zopf, um 1886/87, Öl auf Leinwand, 57 × 47 cm (© Baden, Museum Langmatt, Langmatt Foundation Sidney and Jenny Brown D1200)

Pierre-Auguste Renoir Impressionismus und Intimität

Pierre-Auguste Renoir (1841–1919) ist berühmt für empathische Gruppenbildnisse, sensualistische Akte und klassische Badende der Spätzeit. Gemeinsam mit Claude Monet „erfand“ er den Impressionismus und stellte auf den ersten drei Impressionisten-Ausstellungen aus. Bereits 1878 wandte er sich erneut dem Salon und dem traditionellen Figurenbild nach Watteau, Fragonard und Ingres zu. Renoirs repräsentative Bildnisse, die Bilder der Mutterschaft und ewiger Jugend zählen zu den beliebtesten Schöpfungen der französischen Malerei des späten 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. In Madrid und dann Bilbao fordern 77 Werke des Franzosen, der gerne der Maler des „bonheur [Glücks]“ genannt wird, zur Neubewertung heraus.
10. November 2016
Vincent van Gogh, Bauernhaus, Auvers-sur-Oise, Mai–Juni 1890, Öl auf Leinwand, 38.9 cm x 46.4 cm (Van Gogh Museum, Amsterdam Vincent van Gogh Foundation)

Vincent van Gogh und Daubigny Blühende Obstbäume und Felder rund um Auvers

Vincent van Gogh (1853–1890) bewunderte Zeit seines Lebens die Landschaftsgemälde von Charles-François Daubigny. Im Jahr 1890 übersiedelte der Maler von Südfrankreich zuerst nach Paris und dann weiter nach Auvers-sur-Oise. Dreißig Jahre nachdem Charles-François Daubigny (1860) den Ort an der Oise zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht hatte, verbrachte Vincent van Gogh dort seine letzten Monate. Vincent van Gogh schuf in und um Auvers zwischen dem 20. Mai und dem 27. Juli 1890 seine beeindruckenden 75 letzten Bilder – und trat mit ihnen bewusst in die Fußstapfen Daubignys.
9. November 2016
Claude Monet, Die Seine bei Lavacourt, 1880, Öl auf Leinwand, 98,4 x 149,2 cm (Dallas Museum of Art)

Claude Monet und Daubigny Flusslandschaften und Atelier-Boote

Schon 1859 bewunderte Claude Monet die Landschaften Daubignys am Salon und beschrieb sie in einem Brief an Boudin. In den folgenden Jahren erwies sich der Landschaftsmaler als wichtiges Vorbild und Unterstützer im Kampf um Anerkennung und die Durchsetzung des neuen, realistischen Landschaftsbegriffs. Claude Monet übernahm von Daubigny nicht nur eine skizzenhafte Ausführung und eine auf Lichteffekten basierende Farbwahl, sondern auch das Arbeiten auf einem Atelier-Boot. Zwischen 1873 und 1897 entstanden atemberaubende Flusslandschaften in der Nachfolge Daubignys, die in der Landschaftsmalerei des Impressionismus eine herausragende Stellung einnehmen.
7. November 2016
Vincent van Gogh : Paul Gauguin, Cover

Vincent van Gogh : Paul Gauguin in Arles

Im Jahr 1888 lud Vincent van Gogh (1853–1890) seinen Malerkollegen Paul Gauguin (1848–1903) ein, zu ihm nach Arles in sein „Atelier des Südens“ zu kommen. Diese nur neun Wochen dauernde Zusammenarbeit wirkte sich auf beide Maler aus – künstlerisch wie emotional. Neben kameradschaftlicher Unterstützung war die Phase in Südfrankreich von Rivalität, Bewunderung und Eifersucht, Hoffnung und Enttäuschung geprägt. Vor allem Vincent van Goghs Hoffnung, eine Künstlerkolonie in Arles zu gründen, musste sich aufgrund unterschiedlicher Auffassungen als undurchführbar erweisen. Neun Wochen gemeinsames Arbeiten brachte die beiden Maler zwar menschlich nicht näher, dennoch beeinflussten sie einander künstlerisch. Das Experiment „Atelier des Südens“ endete mit Vincent van Goghs Nervenzusammenbruch und der panischen Flucht Paul Gauguins vor der Selbstverletzung Vincents.
21. Oktober 2016
József Borsos, Der Emir vom Libanon (Porträt von Edmund Graf Zichy), 1843, Öl auf Leinwand 154 × 119 cm (© Szépművészeti Múzeum/ Museum of Fine Arts, Budapest, 2016, Foto: © Tibor Mester)

Ist das Biedermeier? Zwischen Romantik und Naturalismus: Amerling, Waldmüller und mehr im Belvedere

Die Frage „Ist das Biedermeier?“ muss in der aktuellen Ausstellung im Unteren Belvedere derzeit individuell beantwortet werden. Kuratorin Sabine Grabner zeigt Malerei von 1830 und 1860 aus den Ländern der ehemaligen Habsburgermonarchie, mit Hilfe derer sie gegen die sprichwörtliche Häuslichkeit des Biedermeier und die Vorstellung eines von Spießbürgern geprägte Epoche ankämpft.
18. Oktober 2016
Francis Bacon, Triptychon inspiriert von T.S Elliot's Gedicht Sweeney Agonistes, 1967, Öl auf Leinwand (Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Smithsonian Institution, Washington DC, gift of the Joseph H. Hirshhorn Foundation, 1972).

Francis Bacon – Unsichtbare Räume Käfige, Körper, kein Entrinnen

Wie kaum ein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts schafft Francis Bacon (1909–1992) es, in seinen großformatigen Gemälden und Triptychen das Animalische im Menschen, seine Verletzlichkeit und seine Affekte hervorzukehren. Deformierte, sich auflösende Körper, wohin man schaut. Die Staatsgalerie Stuttgart widmet dem britischen Maler eine Schau zu dessen Raumkäfigen.
11. Oktober 2016
Dalí, Ernst, Miró, Magritte… Surreale Begegnungen aus den Sammlungen Edward James, Roland Penrose, Gabrielle Keiller, Ulla und Heiner Pietzsch (HIRMER Verlag)

Surreale Begegnungen: Dalí, Ernst, Miró, Magritte… Surrealismus-Sammlungen von James, Penrose, Keiller und Pietzsch in Hamburg

Wurden die Surrealistinnen und Surrealisten bislang hauptsächlich als radikale Erneuerer der Kunst und der Surrealismus als höchst subjektive und individualistische Kunstrichtung präsentiert, so öffnet sich der spannende Blick in Hamburg auf die Zusammenarbeit zwischen den Künstlern und ihren beiden zeitgenössischen Sammlern Edward James und Roland Penrose. Ergänzt werden die beiden zeitgenössischen Kollekionen durch die seit den 1960er Jahren zusammengetragenen Sammlungen von Gabrielle Keiller und dem Ehepaar Pietzsch.
9. Oktober 2016
William Turner (1775–1851), Venedig, die Seufzerbrücke (Venice, the Bridge of Sighs), 1840 ausgestellt, Öl auf Leinwand, 68,6 x 91,4 cm (Tate, London: Accepted by the nation as part of the Turner Bequest 1856 Inv.-Nr. N00527)

Venedig. Stadt der Künstler Das Bild der Lagunenstadt in Malerei und Fotografie von 1600 bis heute

„Man kann aus Venedig nicht abreisen, ohne sofort wiederkommen zu wollen!“ Mit diesem Satz von Claude Monet kann sich wohl so ziemlich jeder Venedig-Reisende identifizieren. Nicht mehr als 13 Quadratkilometer ist Venedig groß, doch seine Anziehungskraft bewegt bis heute Massen. Die Ausstellung im Bucerius Kunstforum widmet sich dem Blick der Künstler auf Venedig vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart – und ermöglicht einen ausgezeichneten Einstieg in das Thema.
5. Oktober 2016
Franz Xaver Winterhalter, Kaiserin Eugenie mit ihren Hofdamen, Detail, 1855, Öl auf Leinwand, 295 x 420 cm (Compiègne, Musées nationaux du Palais de Compiègne, dépôt du Musée national du Château de Malmaison, Photo © Rmn-Grand Palais (domaine de Compiègne) / Droits réservés)

Franz Xaver Winterhalter Höfische Porträts zwischen Status und Prunk

Franz Xaver Winterhalter (1805–1873) war seit Ende der 1830er Jahre einer der führenden Porträtisten Europas. Seine hohe Malkultur, sein Sinn für Mode und seine Fähigkeit, milchweiße Haut wie Porzellan schimmern zu lassen, wurde von den Damen des Hochadels und der Finanzwelt überaus geschätzt. Die gekrönten Häupter Europas ließen sich in Standes- und Familienporträts verewigen. Den Anfang machte das französische Königshaus, gefolgt von Queen Victoria, Kaiserin Eugénie und Tout-Paris.
28. September 2016
Charles-François Daubigny, Landschaft in Mondlicht, um 1875, Öl auf Holz, 35 x 57.3 cm (Hannema-de Stuers Foundation, Heino/Niederlande)

Charles-François Daubigny: Wegbereiter des Impressionismus

Charles-François Daubigny (1817–1878) gehört zu den wichtigsten Malern Frankreichs in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Noch zu seinen Lebzeiten wurden Daubignys stimmungsvolle Landschaften in den Kanon der Kunstgeschichte aufgenommen und hochpreisig gehandelt. Gemeinsam mit Gustave Courbet, Camille Corot, Théodore Rousseau und Jean-François Millet führte er die Landschaftsmalerei in Richtung Naturalismus und erreichte deren Anerkennung am Salon. Durch seine direkte Auseinandersetzung mit der Natur in Form von Plein-air Malerei wurde Charles-François Daubigny zum Wegbereiter des Impressionismus, er antizipierte allen voran die Landschaftsmalerei von Claude Monet (1840–1926).
23. September 2016
Angelika Krinzinger, 2016 © Courtesy Galerie Krinzinger, Foto: Alexandra Matzner.

viennacontemporary 2016

Auf der hochspannenden viennacontemporary 2016 zeigen noch bis zum 25. September 112 Galerien aus 28 Ländern aktuelle Kunst. Zweifellos ein MUSS für alle Kunst-Affictionados! Die diesjährigen Programmschwerpunkte: „Solo Expanded“, die von Severin Dünser interessant zusammengestellte ZONE1, „Nordic Highlights“ mit teils urromantischen Natur- und Landschaftsbildern, „Focus: Ex-Yugoslavia and Albania“ und „Cinema“ für Film- und Videokunst. Meinungsaustausch wird ganz groß geschrieben in den Diskussionsveranstaltungen von „Keys to Contemporary Art“ und vom „Collectors Forum“.
21. September 2016
Pablo Picasso, Frau mit gefalteten Händen, 1907, Musée national Picasso – Paris (links); Mutter mit Kind, 1907, Musée national Picasso – Paris (rechts), Ausstellungsansicht „Fremde Götter. Faszination Afrika und Ozeanien“ im Leopold Museum 2016/17, Foto: Alexandra Matzner © Bildrecht.

Picasso war ein Afrikaner! Afrikanische Kunst und Primitivismus in der Moderne

Drei Erzählstränge führen in der Schau „Fremde Götter. Faszination Afrika und Ozeanien“ die Besucherinnen und Besucher zur Frage: Was bedeutet(e) die Entdeckung der afrikanischen Kunst und etwas später der ozeanischen Kunst für die Entwicklung der Moderne in Europa? Die brüske Antwort Picassos lautete 1923: „Afrikanische Kunst? Die kenne ich nicht!“ Dass diese harsche Abwehr mitnichten des Pudels Kern beschreibt, ist in den letzten Jahren auch durch Ausstellungsprojekte vielfach herausgearbeitet worden. Der hohe Grad an Stilisierung und Abstraktion, der allerdings nicht als Zeichen für fehlenden Realismus in der afrikanischen Kunst gedeutet werden darf, irritierte und begeisterte das europäische Publikum. Dass die Radikalität der künstlerischen Produktion im frühen 20. Jahrhundert, ihre Brüche mit den Traditionen und ihre Formfindungen nicht ohne die Auseinandersetzung mit der als „primitiv“, d. h. nicht von der europäischen Zivilisation verbildeten, gesammelten und wertgeschätzten Kunst entstehen hätte können, muss nach diesem Museumsbesuch zweifelsfrei anerkannt werden.
19. September 2016
Francis Picabia: Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Hatje Cantz)

Francis Picabia: Unser Kopf ist rund ... damit das Denken die Richtung wechseln kann

Wenige Künstler des 20. Jahrhunderts sind so schwierig einzuordnen wie Francis Picabia (1879–1951). Der Franzose mit spanischen Wurzeln war Künstler, Dichter und Provokateur, Herausgeber des Kunstmagazins „391“, schrieb für Theater und Film, gestaltete Feste und Abendgalas der High Society in Cannes. Flankiert wird diese Aufzählung durch seinen selbst geschaffenen Ruf als Playboy, Gigolo und Womanizer. Die Stile seiner Malerei reichen von impressionistischen Anfängen über Kubismus und Abstraktion hin zu Dada (1917–1924), mechanomorphen Bildern und fotorealistischen, durchwegs kitschigen Bildern der 1940er Jahre wieder zurück in die Abstraktion.
14. September 2016
Paul Signac, Venedig, die rosa Wolke (Ankerplatz bei der Giudecca), 1909, Öl auf Leinwand, 73 × 92 cm (Albertina, Wien - Sammlung Batliner)

Seurat, Signac, Van Gogh – Wege des Pointillismus Kein Punkt ist gleich!

Ein Punkt, ist ein Punkt, ist ein Punkt? So einfach ist es wohl nicht, wie mir Albertina-Kurator Heinz Widauer in der Pointillismus-Ausstellung erklärt. Er zeigt diesen Herbst die „Mutation des Punktes“ von Georges Seurat (1859–1891) und Paul Signac bis Théo van Rysselberghe, Vincent van Gogh, Paul Klee und Piet Mondrian. Die Schau demonstriert die Entwicklung der Punktmalerei von Mitte der 1880er bis in die 1930er Jahre. Farbenprächtige Landschaften, lichterfüllte, helle Kompositionen, paradiesische Küstenschilderungen in Spektralfarben, aber auch repräsentative Porträts, intime Interieurs und mystisch-dekorative Visionen locken in den kommenden Wintermonaten sicher nicht nur Kunst-Enthusiasten in das Wiener Haus.
13. September 2016
Paul Signac, L’arc (Der Regenbogen, Venedig), 1905, Öl auf Leinwand, 73 x 92 (Privatsammlung)

Paul Signac Retter des Neo-Impressionismus

Paul Signac (1863–1935), der „Heilige Paul des Neo-Impressionismus“ (Thadée Natanson), war Maler und wichtigster Apologet der neoimpressionistischen Malerei. Van Gogh sprach vom feurigen Temperament, während Henri-Edmond Cross ihn als „kalten und methodischen Denker und Träumer“ charakterisierte. Signac arbeitete nicht nur als Maler, wie ein Apostel. Mit Georges Seurat und Camille Pissarro war er einer der ersten, der die Technik des divisionistischen Farbauftrags im Winter 1885/86 einsetzte.
7. September 2016
Martin Kippenberger, Nous n’avons pas de problemes avec les depressions, tant qu’elles ne se mettent pas à être en vogue, 1986, Öl Lack auf Leinwand, 180 x 150 cm, Courtesy Skarstedt, New York © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne, Foto: Alexandra Matzner, Wien

Martin Kippenberger: XYZ Sprache und das Ende des Alphabets

Mit einem gekreuzigten, blaumetallic schillernden Frosch schockierte Martin Kippenberger 1990 das Wiener Publikum. Die Ausstellung im Bank Austria Kunstforum begnügt sich Gott sei Dank nicht mit solchen Kalauern. Als Neuer Wilder entdeckte Kippenberger gemeinsam mit Albert Oehlen die Malerei und den Duktus wieder. Ein medien- und gattungsübergreifendes Werk mit Musik, Text, Selbstdarstellung folgte.
6. September 2016
Georges Seurat, Un dimarche à la Île de la Grande Jatte (Ein Sonntagnachmittag auf der Île de la Grande Jatte), 1884–1886, Öl auf Leinwand, 205,7 x 305,8 cm (The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Collection)

Georges Seurat, Erfinder des Pointillismus

Georges Seurat (1869–1891) hat zwar ein quantitativ überschaubares Werk hinterlassen, dennoch ist es von höchster Bedeutung für die Entwicklung der Malerei im ausgehenden 19. Jahrhundert. Das Frühwerk von Seurat, der 1878/79 im Atelier von Henri Lehmann studierte und sein Studium nach dem Besuch der vierten Impressionisten-Ausstellung 1879 abbrach, ist tief geprägt vom Impressionismus...
31. August 2016
Johann Victor Krämer, Modellstudie vor dem unvollendeten Gemälde „Nymphentanz“, um 1898, Albumin © Belvedere.

Fotografie inspirierte Makart bis Klimt Warum die Angst der Maler vor dem technischen Bild erst um 1900 eintrat

Wie reagierten Künstler auf die Erfindung der Fotografie? Oder vielleicht doch besser: Hatten sie Angst vor der Fotografie? Monika Faber fragt gemeinsam mit dem Belvedere im Sommer 2016 nach den Reaktionen von Malern auf die neue Technologie. Fürchteten sich Maler wirklich vor dem neuen Medium, und wie gingen sie mit ihm um?
29. August 2016
Jean Siméon Chardin, Marillen im Glas, Detail, 1756, Öl auf Leinwand, 57 x 51 cm (oval) (Art Gallery of Ontario, Toronto, Purchase, 1962)

Jean Siméon Chardin Pariser Meister des Stilllebens und der Genremalerei

Jean Siméon Chardin (auch: Jean-Baptiste-Siméon Chardin) wurde 1728 als Genre- und Stilllebenmaler in die Académie de peinture aufgenommen. Innerhalb des akademischen Systems, vor allem aber über die Salonausstellungen in Paris, etablierte sich der Lieblingsmaler von Denis Diderot in den folgenden Jahren als „Meister der Harmonie“. Höhepunkt seiner Karriere war die Anerkennung durch den Hof, die Chardin ab 1752 regelmäßige Zahlungen einbrachte, und 1770 in seiner Berufung zum Ersten Maler des Königs gipfelte. Heute zählt Chardin mit seinen stillen Gemälden voller selbstversunkener Protagonistinnen und Protagonisten zu den bekanntesten Malern der französischen Kunst des 18. Jahrhunderts.
24. August 2016
Yayoi Kusama, Dot Obsession, 2015, Installation, Spiegelglas, Ballons, Malerei, Punkte, ca. 103,3 x 123 cm.

Yayoi Kusama Ausstellung "In Infinity" 2016/2017

Punkte, Kürbisse und Louis Vuitton Handtaschen - dafür ist die Japanerin Yayoi Kusama weltberühmt. Was verbirgt sich hinter diesen Werken? Die 1929 geborene Künstlerin ist ein Super-Star, eine Königin der Polka Dots, deren gepunktete Rauminstallationen genauso Verwirrung stiften wie sie erstaunen.
23. August 2016
Wassily Kandinsky (Moskau 1866–Neuilly-sur-Seine 1944), Dominant Curve (Courbe dominante), April 1936, Öl auf Leinwand, 129.2 x 194.3 cm (New York, Solomon R. Guggenheim Museum. Solomon R. Guggenheim Founding Collection, Inv.-Nr. 45.989)

Guggenheim Museum: Solomon R. Guggenheim & ungegenständliche Kunst

Mehr als 100 Werke der europäischen und amerikanischen Kunst aus den Guggenheim Sammlungen stehen im Palazzo Strozzi stellvertretend für die beiden Gründerfiguren des wichtigen Museumskomplexes mit New Yorker Wurzeln: Solomon Robert Guggenheim (1861–1949) und seine Nichte Peggy Guggenheim (1898–1979). Unterstützt durch Hilla Rebay, sammelte Solomon R. Guggenheim Gemälde der ungegenständlichen Abstraktion und etablierte sie durch seine Museumsgründung im Kanon der Kunstgeschichte. Das ikonische Guggenheim Museum von Frank Lloyd Wright in New York erfuhr durch seinen ersten Direktor James Johnson Sweeney eine markante Erweiterung durch zeitgenössische europäische und amerikanische Maler und Bildhauer.
8. August 2016
Edouard Manet, Nana, 1877, Öl auf Leinwand, 154 x 115 cm (Hamburger Kunsthalle © bpk Hamburger Kunsthalle, Foto: Elke Walford)

Edouard Manet, der Salon und der doppelte Blick

Rund um Manets „Nana“ entwickelte das Team der Hamburger Kunsthalle eine hochkarätige Schau um Manets Salonbeiträge. Edouard Manet, der umstrittene „Vater der Moderne“, der „letzte Alte Meister“ und „Revolutionär wider Willen“ galt den Zeitgenossen als „Anführer der Schule von Batignolles“ - und kämpfte dennoch am Salon um Ruhm und Anerkennung.
20. Juli 2016
Franz von Stuck, Haupt der Medusa, um 1892, Pastell auf Papier, 26,5 x 32,5 cm (Privatsammlung), Foto: Alexandra Matzner.

Franz von Stuck. Sünde und Secession Wilde Blicke von Luzifer, Salome und der Medusa verhexen, mystische Landschaften, spielende Eroten und sinnesfreudige Kentauren erfreuen Wien

Eine Amazone mit wütendem Blick, bereit ihren Speer in Richtung Besucher_innen abzufeuern, ist das erste monumentale Werk der gelungenen Stuck-Ausstellung im Unteren Belvedere. Der Münchner Grafiker, Maler, Bildhauer faszinierte die Wiener schon knapp vor der Jahrhundertwende mit Illustrationen für den Verleger Gerlach & Schenk, erotisch aufgeladenen Frauendarstellungen und verspielten Mythologien fern einer buchstäblichen Lesart der alten Geschichten.
19. Juli 2016
Hieronymus Bosch, Die Versuchung des hl. Antonius, Mitteltafel, um 1500–1505, Öl auf Holz, 131.5 x 111.9 cm (Museu Nacional de Arte Antiga, Lissabon)

Hieronymus Bosch. Leben und Bilder Das vollständige Werk des niederländischen Renaissancemalers

Das Werk des niederländischen Renaissancemalers Hieronymus Bosch ist quantitativ überschaubar: 25 Gemälde und 25 Zeichnungen gelten heute als authentisch. Über seine Bilder und deren Rezeption schweigen die zeitgenössischen Quellen, erst etwa 50 Jahre nach seinem Tod († 1516) wird er als berühmter Maler bezeichnet. Die inhaltliche Deutung hat daher von den Werken selbst auszugehen. Indem er sich von ikonografischen Traditionen freispielte, eröffnete er der Kunst neue Möglichkeiten der Poesie und des Dämonischen. Seine Höllendarstellungen voller Monster sind legendär und ließen ihn früh zum "Teufelmacher" werden.
30. Juni 2016
Vincet Fecteau im Sommer 2016 in Wien, Installationsansicht in der Secession: © Alexandra Matzner.

Fecteau – de Boer – Adami in der Wiener Secession 2016

Drei höchst unterschiedliche Künstler bespielen im Sommer 2016 die Wiener Secession: Vincent Fecteau - Manon de Boer - Valerio Adami.
29. Juni 2016
Diego Rodríguez de Silva y Velázquez, Der ruhende Mars, um 1638, Öl auf Leinwand, 179 × 95 cm (Museo Nacional del Prado. Madrid, Inv.-Nr. P 1208)

Die Ära Velázquez Ausstellung zu Spaniens Malerei und Skulptur des 17. Jahrhunderts in Berlin und München

Der Begriff „El Siglo de Oro“ – das „Goldene Zeitalter“ – beschreibt die Blüte des Kulturschaffens Spaniens von ca. 1590 bis 1700. Die Berliner Gemäldegalerie und die Kunsthalle München widmen sich in einer spektakulären Schau der Vielfalt von Malerei, Skulptur und Zeichnung auf der Iberischen Halbinsel.
20. Juni 2016
Hieronymus Bosch mit Werkstatt, Das Jüngste Gericht, Weltgerichtstriptychon, um 1500–1505 Öl auf Eichenholz, linker Flügel 163 x 60 cm; Mitteltafel 163 x 127 cm; rechter Flügel 163 x 60 cm (Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, Wien, Inv.-Nr. gg-579–gg-581)

Hieronymus Bosch: Weltgerichtstriptychon in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Hieronymus Bosch's Weltgerichtstriptychon in Wien ist nach dem „Garten der Lüste“ im Prado das größte Werk des Niederländers aus 's-Hertogenbosch und seiner Werkstatt.
7. Juni 2016
Anselm Kiefer, Für Jean Genet, 1969, Seiten 4–5, Fotograf: Charles Duprat, Paris © Anselm Kiefer.

Anselm Kiefer. Künstlerbücher

Wenn Anselm Kiefer gesteht, „ich denke in Bildern“, dann müsste er noch ergänzen, dass Texte wichtige Quellen seiner Kunst sind. Der vorliegende Katalog gibt einen Überblick über Kiefers Malerbücher und Buchobjekte seit den späten 1960er Jahren. Die Texte von Heiner Bastian, Aeneas Bastian und Hans Werner Schmidt zeugen von hoher Einfühlungskraft. Das erstmals auf Deutsch abgedruckte Gespräch zwischen Anselm Kiefer und Christoph Ransmayr erlaubt einen Einblick in beider Gedanken zu Buch und Wissen.
6. Juni 2016
Georges de La Tour, Die reumütige Maria Magdalena, Detail, Öl auf Leinwand, 113 x 92.7 cm (National Gallery of Art, Washington. Alisa Mellon Bruce Fund, Washington D. C.)

Georges de La Tour Der lothringische Barockmaler und seine Falschspieler, blinden Musiker, eine Wahrsagerin und mystischen Heiligen

Georges de La Tour (1593–1652) bleibt als Person ein Geheimnis, prominent sind hingegen seine mystischen Heiligendarstellungen und unterhaltsamen Genrebilder. Mit größter Akribie setzte sie der lothringische Barockmaler mit nächtlichen Räumen oder farbenfrohen Gewändern um. Da nur vier Werke datiert und 18 signiert sind, herrscht in der Forschung noch Uneinigkeit über die künstlerische Entwicklung La Tours. Der Prado schaffte es, mit 31 Gemälden zwei Drittel des Gesamtwerks nach Madrid zu holen!
31. Mai 2016
Hieronymus Bosch, Der Garten der Lüste, um 1490–1500, Mitteltafel: Lebensbrunnen (Madrid, Museo Nacional del Prado. Depósito de Patrimonio Nacional)

Hieronymus Bosch: Garten der Lüste & Versuchung Ausstellung des Prado zum 500. Todestag des Renaissance-Malers

Der Prado besitzt die größte und laut Selbstdefinition „beste“ Sammlung von Werken des Hieronymus Bosch, darunter das Triptychon „Der Garten der Lüste“, der „Heuwagen“ und die „Anbetung der Könige“.
29. Mai 2016
Erwin Bohatsch, Ohne Titel, 2014, Acryl und Öl auf Leinwand, 200 x 250 cm (Albertina, Wien)

Erwin Bohatsch

Kleinformatige Zeichnungen, Monotypien und Aquarelle, meist Hochformate und zirka 63 x 44 Zentimeter groß, stehen im Zentrum der retrospektiv angelegten Überblicksschau von Erwin Bohatsch (* 1951). Hierbei handelt es sich um eine zweimalige Premiere, sowohl was die Erstpräsentation der Arbeiten auf Papier anlangt wie auch den retrospektiven Charakter der Ausstellung.
20. Mai 2016
Amedeo Modigliani, Akt auf einem blauen Kissen, 1917, Öl auf Leinwand, 65,4 x 100,9 cm (Chester Dale Collection, Washington National Gallery of Art, Washington, 1963.10.46)

Amedeo Modigliani Seine Bilder und sein Umfeld in Paris

Amedeo Modigliani (1884─1920) gilt als künstlerischer Einzelgänger am Montmartre, wenn er auch in Cézanne seinen Leitstern erkannt und im Frühwerk künstlerische Berührungen mit Pablo Picasso und Constantin Brâncuşi hatte. Der Avantgardist liebte darüber hinaus die Malerei der italienischen, vor allem Florentiner Renaissance, woraus er Inspirationen für den Frauentypus mit „Schwanenhals und Mandelaugen“ ziehen konnte. Wenn Modigliani heute hauptsächlich für seine Frauenakte berühmt ist, so schuf er unzählige Porträts, 25 Skulpturen und vier Landschaften.
7. Mai 2016
Theodor von Hörmann, Esparsettenfeld V, um 1893, Öl auf Leinwand, 38 × 53 cm (Privatbesitz, Schweiz; Courtesy Kunsthandel Giese & Schweiger, Wien)

Theodor von Hörmann. Impressionist aus Österreich Von Paris zur Secession

Theodor von Hörmann (1840–1895) ist bekannt für farbenfrohe, atmosphärische Landschaftsbilder, Straßenszenen und Gartenansichten. Das Leopold Museum widmet dem „ersten Impressionisten nach französischem Vorbild in der österreichischen Kunst“ (Marianne Hussl-Hörmann) eine umfassende Retrospektive, in der sein Weg vom Realisten zum Impressionisten nachgezeichnet wird.
5. Mai 2016
Alexander Kanoldt, Stilleben II/27,1927, Öl auf Leinwand, 61 × 50 cm, Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg, Foto: © Bildarchiv Foto Marburg

Wie deutsch ist die Neue Sachlichkeit?

Agnes Tieze, Direktorin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie Regensburg und Kuratorin von „Messerscharf und detailverliebt“, stellt 2015/16 weder Fragen nach stilistischen Gruppierungen noch Themenkreisen der Neuen Sachlichkeit, sondern möchte den Blick von den zentralen Kunstorten Berlin und Dresden weg und in den Osten der Weimarer Republik (heute: Polen), nach Österreich und in die Tschechoslowakei richten. Neben Dresden, wo Otto Dix an der Akademie unterrichtete, wird ein besonderes Augenmerk auf die Akademie in Breslau (heute: Wroclaw, Polen) gelegt, ergänzt durch österreichische und tschechoslowakische Künstlerinnen und Künstler.
22. März 2016
Anselm Kiefer, Margarethe, 1981, Öl, Acryl, Emulsion und Stroh auf Leinwand, 280 x 400 cm (The Doris and Donald Fisher Collection at the San Francisco Museum of Modern Art) © Anselm Kiefer / Foto: Ian Reeves.

Anselm Kiefer Retrospektive im Centre Pompidou Von der NS-Vergangenheit zur Mystik

Anselm Kiefer (* März 1945) gehört zu den bekanntesten Künstlern der zeitgenössischen Kunstszene. Er beeindruck mit riesen Formaten, gigantischen Projekten wie das Gesamtkunstwerk in Barjac, der Künstler als Demiurge, als Schöpfer nicht nur seiner Welt.
20. März 2016
Anselm Kiefer und Anton Zeilinger in der Albertina, 18. März 2016, Foto: Alexandra Matzner.

Anselm Kiefer und Anton Zeilinger in der Albertina Künstler und Quantenphysiker auf Analogiesuche

Anlässlich seiner Ausstellungseröffnung "Anselm Kiefer. Die Holzschnitte" bat Anselm Kiefer den Quantenphysiker Anton Zeilinger zu einem Gespräch über „Realität und Illusion“ in den Musensaal der Albertina. Nach einer Stunde stellte sich der Dialog mehr als Nachhilfeunterricht in Quantenphysik dar, denn als lebendige Unterhaltung über die Eingangsfrage. Immerhin wusste Anton Zeilinger einige bahnbrechende Erkenntnisse der Physik anschaulich darzustellen. Im Kern des Gesprächs legte Anselm Kiefer aber dann doch einige seiner Glaubensgrundsätze offen.
4. März 2016
Konstantin Juon, Komsomolzinnen: Jugend bei Moskau, 1926, Öl auf Leinwand, 59 x 71 cm; im Hintergrund: Kazimir Malewitsch, Schwarzer Kreis, um 1923, Öl auf Leinwand, 105,5 x 106 cm (beide Sankt Petersburg, Staatliches Russisches Museum), Installationsansicht Albertina 2016, Foto: Alexandra Matzner.

Chagall bis Malewitsch. Russische Avantgarden Malerei zur Zeit der Russischen Revolution

Stilvielfalt und ideologische Kämpfe zwischen Künstlern prägten die russische Avantgarde von 1905 bis 1935: Larionow gegen den Neoklassizismus, Chagall gegen Malewitsch, Kandinsky gegen Rodtschenko, aber auch Brüche innerhalb einzelner Künstleroeuvres. Alles war möglich, bis 1932 der Sozialistische Realismus per Verordnung der Avantgarde ein Ende machte.
26. Februar 2016
Edouard Manet, Die Dante-Barke / The Barque of Dante (nach / after Delacroix), um / about 1854, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 37.5 x 45 cm, Musée des Beaux Arts de Lyon (B830) © Lyon MBA - photo Alain Basset.

Delacroix und die Malerei der Moderne Wegbereiter von Renoir, Monet, Cézanne, Gauguin, Redon...

Eugène Delacroix (1798–1863) steht an der Schwelle von Salonmalerei und moderner Malerei, die nur sich selbst verpflichtet ist. In Auseinandersetzung mit dem Grand Style von Paul Delaroche und den Farbtheorien Michel Eugène Chevreuls (1786–1889) entwickelte er einen auf Farben und Pinselstrich basierenden Malstil. Obwohl Delacroix kaum Schüler hatte, wurde sein Personalstil und seine Überlegungen zu Kunst zu den folgenreichsten des 19. Jahrhunderts. Generationen von Impressionisten (Manet, Fantin-Latour, Bazille, Renoir), Spätimpressionisten (Cézanne, Van Gogh), Symbolisten (Moreau, Redon, Gauguin) und Pointillisten (Seurat, Matisse, Metzinger) bezogen sich auf oft ungeahnte Weise auf ihren 1863 verstorbenen Wegbereiter.
12. Februar 2016
Abstract Loop Austria im 21er Haus, 2016, Installationsansicht: Alexandra Matzner.

Op-Art und Konkrete Kunst in Wien Adrian, Kriesche, Philipp, Rockenschaub - Abstract Loop Austria

Von Op-Art, Kinetischer Kunst bis Neo-Geo und der Verbindung mit minimalistischer Skulptur – führt Axel Köhne im 21er Haus die Entwicklung der konkreten Kunst in Österreich von den 1960er Jahren bis heute exemplarisch vor. Klar, emotionslos, regelbasiert, intellektuell-spielerisch, maschinell aber auch so widersprüchlich wie rational und versteckt irrational-sinnlich sollte Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg sein. Köhne stellt Marc Adrian (1930–2008), Helga Philipp (1939–2002), Richard Kriesche (geb. 1940) und Gerwald Rockenschaub (geb. 1952) in den Kontext internationaler Künstler_innen wie u. a. Josef Albers, Dadamaino (Eduarda Emilia Maino), Kurt Kren, Richard Paul Lhose, François Morellet und Jorrit Tornquist. Adrian und Philipp eröffneten neue Möglichkeit, Kunst und mathematisch-rationale Wahrnehmungsexperimente miteinander zu vereinen. Kriesche ging als Erster den Schritt in Richtung Computer-Kunst, und Rockenschaub erweiterte das Spektrum m. E. um den Bild-Witz.
6. Februar 2016
Otto Rudolf Schatz, Carry Hauser (Residenz Verlag).

Otto Rudolf Schatz und Carry Hauser Sozialistische Kunst in Wien im Zeitalter der Extreme

Otto Rudolf Schatz (1900–1961) und Carry Hauser (1895–1985) in einer Doppelausstellung gemeinsam zu beleuchten, dafür gibt es keinen äußeren Grund. Weder waren die beiden befreundet, noch haben sie in ihren bekanntesten Werken ähnliche Zugänge vertreten. Warum also zwei Künstler einander gegenüberstellen, die in Wien ab etwa 1920 tätig waren und stilistisch zwischen der Neuen Sachlichkeit, dem Magischen Realismus anzusiedeln sind, der eine ein Madonnenmaler (Hauser) und der andere Holzschnitt-Künstler mit sozialistischer Botschaft (Schatz)? Die Antwort von Kurator Ralph Gleis: Beide beschäftigten sich mehr oder weniger direkt mit Politik!
3. Februar 2016
Joaquin Sorolla, Louis Comfort Tiffany, 1911, Öl auf Leinwand, 150 x 225.5 cm, On loan from the Hispanic Society of America, New York, NY, Photo © Courtesy of The Hispanic Society of America, New York.

Der moderne Garten in der Malerei von Monet bis Matisse Impressionsmus und Natur

Eigentlich müsste die Ausstellung „Der moderne Garten in der Malerei von Monet bis Monet“ heißen, auch wenn die Überbetonung dieses einen Künstlers den Leistungen der anderen Maler_innen nicht gerecht werden würde. „Gärtnern war etwas, das ich in meiner Jugend lernte, als ich unglücklich war. Ich verdanke es vielleicht den Blumen, dass ich Maler geworden bin“, resümierte Claude Monet am Ende seines Lebens. Die kontrastierende Farbenpracht frisch gezüchteter Pflanzen, exotische Importe und der Reichtum an Blüten in verschiedensten Formen kennzeichnen die Gartenkunst des 19. Jahrhunderts und inspirierten die Impressionist_innen und ihre Nachfolger_innen, die an neuen Farb- und Raumkonzepten arbeiteten. Wenn auch nicht so signifikante Erfindungen wie der barocke Garten oder der englische Landschaftsgarten mit diesem Jahrhundert verbunden werden können, so waren es doch die Veränderungen der Großstädte mit ihren weitläufigen Parkanlagen, die besseren Transportmöglichkeiten und die internationalen Pflanzenschauen, die Gärtner zu prächtigen Pflanzungen führten. Monet am Anfang und Matisse am Ende zu setzen, meint nicht nur zwei Meister der Moderne anzuführen, sondern auch die Avantgarde von Amerika bis Spanien und Schweden und ihre Begeisterung für die kontrollierte Natur zu erforschen.
8. Januar 2016
Max Beckmann und Berlin, 2015 (Kerber Verlag).

Max Beckmann und Berlin

„Beckmann ist Berliner, lebt aber in Frankfurt am Main.“ Dieser Selbstbeschreibung Max Beckmanns (1884─1950) aus dem Jahr 1924 folgten seine Zeitgenossen, wenn sie ihn als den Maler des modernen Berlin empfanden. Der nun vorliegende Ausstellungskatalog „Beckmann und Berlin“ (Kerber Verlag) beweist, wie sehr sich der Künstler mit der Hauptstadt verbunden fühlte, auch wenn er in Frankfurt lebte. Kuratorin Stefanie Heckmann legte nicht nur Augenmerk auf die Berliner-Jahre, sondern auch einen Fokus auf die Ausstellungsgeschichte Beckmanns in Berlin. Insgesamt zehn Aufsätze analysieren nicht nur das Verhältnis des Künstlers zur Stadt, sondern führen auch genauso gekonnt wie allgemein in das Werk Beckmanns ein.
18. November 2015
Édouard Manet, Chrysanthemen, 1881, Öl auf Papier, 17 × 59 cm, The Museum of Modern Art, Ibaraki, Präfektur Ibaraki.

Japans Liebe zum Impressionismus Kulturaustausch zwischen Ost und West: Werke des Impressionismus in Japan und japanische Künstler in Frankreich

Etwa 100 Werke aus den Sammlungen bedeutender japanischer Museen und Sammlungen veranschaulichen die Liebe der Japaner zum französischen Impressionismus. Wer allerdings hofft, die berühmten „Sonnenblumen“ (1888) Van Goghs in der Schau zu entdecken, wird enttäuscht. Stattdessen versammelt die Bundeskunsthalle in Bonn einige äußerst sehenswerte und vor allem wenig bekannte Exponate von Monet, einen wichtigen Degas, ein Gemälde von Berthe Morisot, Skulpturen von Rodin (z. T. posthume Güsse), während die Auswahl an Werken des bereits genannten Holländers und Paul Gauguins weniger atemberaubend ist. Die japanischen Impressionisten hingegen zeigen sowohl die Faszination derselben für diese europäische Gestaltungsform und übertragen sie in eine nochmals japanischere Variante.
10. November 2015
Jean-Etienne Liotard, Lesende Frau auf einem Sofa, 1748–1752, Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm, Galleria degli Uffizi, Florence, Photo Gabinetto Fotografico dell'Ex Soprintendenza Speciale per il Patrimonio Storico, Artistico ed Etnoantropologico e per il Polo Museale della cittá di Firenze.

Jean-Etienne Liotard (1702–1789) Maler der "Schokoladenmädchens"

Die Pastelle des Schweizers Jean-Etienne Liotard (1702–1789) gehören zu den überzeugendsten und subtilsten Porträts der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der weitgereiste Künstler war ein Meister der feinen Farbabstufungen, ein Liebhaber der orientalisch-türkischen Kostüme, arbeitete in allen großen Städten Europas und malte die königlichen Familien von Wien, Paris und London.
27. Oktober 2015
Francisco de Goya, Die Herzogin von Alba, 1797, Öl auf Leinwand, 210.1 × 149.2 cm (On loan from The Hispanic Society of America, New York, NY, A102).

Goya. Die Porträts Repräsentative Bildnisse des spanischen Hofmalers

Francisco de Goyas Werk wandelte sich von schimmernden Gemälden im Rokoko-Stil zu dunklen Bildern nach dem Spanischen Bürgerkrieg gegen die Napoleonische Besatzung, von barocken Kirchenausstattungen zu aufgeklärten Druckgrafiken und von repräsentativen Adelsporträts zur schonungslosen Bespiegelung seiner Selbst. Etwa ein Drittel seines Œuvres sind Porträts, und ungefähr 130 authentische Bildnisse sind erhalten.
26. Oktober 2015
Ron Mueck, Mother and Child, 2001–2003, Mischtechnik, 24 x 36 x 89 cm (Courtesy the artist und Hauser & Wirth), Installationsansicht "Rabenmütter": Alexandra Matzner.

Mütterbilder von 1900 bis heute Rabenmütter - Zwischen Kraft und Krise

Kinder profitieren von „Rabenmüttern“!? Damit, wenn auch verkürzt, ließ eine Harvard Studie jüngst aufhorchen. Nur, was auf Deutsch als „Rabenmutter“ wie eine Grimm’sche Märchenfigur betitelt und seit dem 19. Jahrhundert das Gegenteil zur innig liebenden, fürsorglichen Mutter bezeichnet wird, heißt auf Englisch „working mother“ oder in der Linzer Ausstellung „Mom of the Year“. Die Kuratorinnen aus Linz - Stella Rollig, Elisabeth Nowak-Thaller und Sabine Fellner - stellen sich angesichts aktueller Entwicklungen und Diskussionen der brennenden Frage nach den Veränderungen des Mutterbildes seit 1900.
19. Oktober 2015
Edvard Munch, Das kranke Kind, 1907, Öl auf Leinwand, 118,7 x 121 cm (Tate, Presented by Tomas Olsen 1939, Poto Credit: © Tate, London 2014)

Edvard Munch. Archetypen Wrke: Der Schrei, Das kranke Kind, Madonna, Vampir...

In Zusammenarbeit mit dem Munch-Museet in Oslo präsentiert das Madrider Museo Thyssen-Bornemisza 80 Werke des norwegischen Malers Edvard Munch (1863–1944). Die Kuratoren Paloma Alarcó und Jon-Ove Steihaug zeigen einen Künstler, der mehr ist als der Maler von Ängsten und Obsessionen, sondern der auch mit großer Sensibilität die Veränderungen in der modernen Kunst wahrnahm und verarbeitete.
8. Oktober 2015
Karl Schmidt-Rottluff, Boote am Wasser (Boote im Hafen), 1913 © Courtesy of Osthaus Museum Hagen & Institut für Kulturaustausch, Tübingen.

Farbenrausch. Werke des deutschen Expressionismus Einführung in Malerei und Druckgrafik

Die Ausstellung „Farbenrausch. Meisterwerke des deutschen Expressionismus“ (Leopold Museum) bzw. „Radikal subjektiv“ (Barlach Haus Hamburg) präsentiert Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen/Deutschland. Das Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen bezieht sich in seiner Gründungsidee auf den gleichnamigen Sammler und Unterstützer der Moderne und Begründe des Folkwang Museums. Nachdem Karl Ernst Osthaus 1921 verstorben war, verkauften seine Erben Sammlung und Namen jedoch nach Essen. Der Verlust traf die Bürger der Stadt tief: Ab 1927 bauten sie eine neue Museumssammlung auf und gründeten dazu den Karl Ernst Osthaus Bund. Die zeitgenössische Multimedia Installation von Virgil Widrich am Beginn der Wiener Schau berauscht sich an den Farben der expressionistischen Werke.
26. September 2015
Gustav Klimt, Beethovenfries: Diesen Kuss der ganzen Welt, 1901-1902, Gesamtmaße 2,15 m x 34,14 m, Mischtechnik, Belvedere, Wien / Leihgabe in der Secession, Wien © BDA.

Gustav Klimts Gold für das Paradies Vergoldungstechnik im Beethovenfries

Zu den bekanntesten Werken aus Gustav Klimts (1862─1918) „Goldener Periode“ zählt zweifellos der Beethovenfries. Das Wandgemälde entstand als temporärer Dekorationsmalerei für die XIV. Ausstellung der Wiener Secession, die vom 15. April bis 27. Juni 1902 zu sehen war. Insgesamt 20 Secessionskünstler und eine Künstlerin gestalteten den Raum für die Beethovenstatue von Max Klinger. Technologische Untersuchungen enthüllen den präzisen Umgang des Künstlers mit Materialien und Techniken.
16. September 2015
Museum Folkwang. Meisterwerke der Sammlung (Sieveking)

Museum Folkwang Meisterwerke der Sammlung

Sammlung Osthaus in Essen. Das Museum Folkwang ist „ein Fest für die Augen“, wie es Gertrud Osthaus 1913 formulierte. So auch dieser prächtige Sammlungskatalog, der die Höhepunkte der Kollektion vorstellt.
14. September 2015
Dieter Brusberg (Hg.): Bernhard Heisig. „Gestern und in unserer Zeit“ oder „Das Elend der Macht“ (HIRMER, Cover)

Bernhard Heisig

Der Berliner Galerist Dieter Brusberg widmet Bernhard Heisig (1925–2011) knapp vor dessen 90. Geburtstag eine gewichtige Anthologie! Die monumentalen Geschichts-Bilder des Leipzigers finden in der übergroßen Publikation eine würdige Präsentationsfläche.
26. August 2015
Toulouse-Lautrec und die Photographie, HIRMER (Cover)

Toulouse-Lautrec und die Fotografie Selbstinszenierung und Dokumentation

Bislang war hinlänglich bekannt, dass sich Henri de Toulouse-Lautrec für seine lebensnahen Gemälde, Plakate und Grafiken ins Nachtleben des Montmartre stürzte und seine Eindrücke in Skizzen in Blei- oder Farbstift festhielt. Dass er sich darüber hinaus auch mit Fotografie beschäftigte, war zwar präsent, ist aber bis zu dieser Ausstellung in Bern nur marginal gewürdigt worden. Der Spezialist für Vallotton und das Pariser Fin-de-Siècle Rudolf Koella hat in der Bibliothèque nationale im Musée de Montmartre in Paris, bei Privatsammlern und Verwandten des Künstlers sowie im Musée Toulouse-Lautrec in Albi noch unbekanntes Fotomaterial gefunden und sich Gedanken zum „fotografischen Blick“ Toulouse-Lautrecs gemacht.
19. Juli 2015
Munch : Van Gogh (Mercator Fonds)

Munch : Van Gogh Ungeahnte Parallelen in Leben und Werk

Vincent van Gogh (1853–1890) und Edvard Munch (1863–1944) - zwei Giganten der Kunst im späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert - werden in einer Ausstellung erstmals (!) einander gegenübergestellt. Schon auf der legendären Sonderbundausstellung in Köln 1912 wurden sie als „Väter der modernen Kunst“ gefeiert. Heute wird der eine für die Befreiung der Farbe und seinen dynamischen Pinselstrich verehrt, während der andere die dunkle Seite der Liebe, Angstzustände, Krankheit und Tod ergiebig erforschte.
11. Juli 2015
Francisco de Zurbarán, Heilige Apollonia, um 1636-1640, Öl auf Leinwand, 115 x 67 cm (Paris, Musée du Louvre).

Francisco de Zurbarán und Juan de Zurbarán Ausstellung in Madrid und Düsseldorf

Das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid und das Museum Kunstpalast in Düsseldorf widmen dem spanischen Barockmaler Francisco de Zurbarán eine Retrospektive mit 47 Werken...
8. Juli 2015
Paul Klee und Wassily Kandinsky in ihrem Garten in Dessau, um 1927, Foto: Nina Kandinsky, Bibliothèque Kandinsky, Centre Georges Pompidou, Paris. Paul Klee und Wassily Kandinsky in ihrem Garten in Dessau, um 1927, Foto: Nina Kandinsky, Bibliothèque Kandinsky, Centre Georges Pompidou, Paris.

Klee & Kandinsky Nachbarn, Freunde, Konkurrenten

Das Paul Klee Zentrum in Bern und die Städtische Galerie im Lenbachhaus in München kooperieren für eine Ausstellung der Sonderklasse: Klee & Kandinsky. Künstlerisch wie menschlich höchst verschiedenartige Charaktere mit unterschiedlich verlaufenden Karrieren freundeten sich Kandinsky und Klee dennoch miteinander an.
5. Juli 2015
Stein aus Licht. Kristallvisionen in der Kunst (KERBER, Cover)

Kristallvisionen in der Kunst

Kristalle und Kristallines von der Romantik bis zur Gegenwartskunst interessieren Matthias Frehner und Daniel Spanke vom Kunstmuseum Bern. In sechs Aufsätzen nähern sie sich dem Kristall und seiner Bedeutung für die bildende Kunst, von der Aufklärung im 18. Jahrhundert, der kristallinen Form als Ausgangspunkt architektonischen Denkens bis hin zur Erneuerung der Malerei im Kubismus und Expressionismus.
30. Juni 2015
Gustave Caillebotte, Kanus, 1877, Öl auf Leinwand, 88,9 x 116,2 cm (National Gallery of Art, Washington, Collection of Mr. and Mrs. Paul Mellon)

Gustave Caillebotte Impressionist und Sammler

Etwa 45 Gemälde des französischen Impressionisten Gustave Caillebotte (1848–1894) versammeln Mary Morton und George Shackelford für die National Gallery of Art, Washington und das Kimbell Art Museum, Forth Worth/Texas.
19. Juni 2015
Hans Weigand, Panorama (Einblick mit verspiegeltem Boden), 21er Haus, 2015 (c) Weigand, Foto: Alexandra Matzner.

Hans Weigand Surfing

Wenn King Kong auf Surfer trifft, Obdachlose und der Silversurfer in einem Bild auftauchen, das Psycho-Haus düster erstrahlt, Wellenreiter und Rocaille-Wellen an Michelangelo und Hokusai erinnern, dann ist Hans Weigand zu Gast im 21er Haus. Unter dem Titel „Surfing“ - Wellenreiten - zeigt er aktuelle Arbeiten, die von einer „Wunderkammer“ mit Werken seit 1970 begleitet werden.
11. Juni 2015
Annibale Carracci, Der Genius des Ruhmes, 1588-1589, Öl auf Leinwand, 174 x 114 cm © Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden.

Rembrandt – Tizian – Bellotto Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie

Von Ende September 2013 bis 2017 wird das Gebäude der Gemäldegalerie in Dresden modernisiert. Da im Ausstellungshaus von Gottfried Semper derzeit nur die „Highlights“ wie Raffaels „Sixtinische Madonna“ und Giorgiones und Tizians „Schlafende Venus“ bewundert werden können, wurden 99 Werke auf Reisen geschickt.
26. Mai 2015
Henri Rousseau, Die Schlangenbeschwörerin, 1907, Öl auf Leinwand, 167 x 189,5 cm, Paris, Musée d'Orsay © RMN-Grand Palais (Musée d’Orsay)/Hervé Lewandowski.

Henri Rousseau Die archaische Unschuld

Dem malenden „Zöllner“ Henri Rousseau (Laval 1844–1910 Paris) und seinem Einfluss auf die internationale Avantgarde widmen die Fondazione Musei Civici di Venezia, unterstützt durch das Musée d’Orsay und das Musée de l’Orangerie, beide Paris, eine groß angelegte Ausstellung im Palazzo Ducale. Als Autodidakt und anfänglicher Freizeitmaler revolutionierte Rousseau die Kunst des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Heute ist er für seine Urwaldbilder und Traumlandschaften berühmt.
23. Mai 2015
Feininger / Kubin in der Albertina

Lyonel Feininger / Alfred Kubin Eine Künstlerfreundschaft

Auch wenn Lyonel Feininger und Alfred Kubin einander vermutlich nur ein einziges Mal persönlich getroffen haben, so verband sie doch zwischen dem 25. November 1912 und dem 13. März 1919 eine interessante Brieffreundschaft, die im Austausch von Blättern kulminierte.
15. Mai 2015
Hubert Schmalix, Right Leg to the Side, 2014, Öl auf Leinwand, 300 x 245 cm, Privatbesitz, Bildrecht: © Courtesy Hubert Schmalix, Foto: © Lee Thompson.

Hubert Schmalix Neue Bilder im Bank Austria Kunstforum

Abgenutzte Teppiche, nackte Frauen und idyllische Landschaften bestimmen die jüngsten Bildideen von Hubert Schmalix, Jahrgang 1952, die derzeit im Bank Austria Kunstforum anzutreffen sind. Die teils riesigen, wie für die Dimensionen der Ausstellungshalle konzipierten Gemälde lassen vielerlei Interpretationen zu, wie die Sehnsucht nach einem Paradies oder die Bedrängung des Menschen durch Strukturen und permutierende Wiederholung.
11. Mai 2015
Tracey Emin vor Egon Schieles Gemälde „Sitzender Männerakt, (Selbstdardstellung)“, 2014, Leopold Museum, Wien / Foto: A. Ludwig.

Tracey Emin – Egon Schiele "Where I want to go" im Leopold Museum

Als das Leopold Museum Tracey Emin (* 1963) einlud, eine Soloshow in Wien auszurichten, entschied sich die britische Künstlerin spontan, Werke von Egon Schiele (1890–1918) zu integrieren. Für den Dialog mit einer Installation, Zeichnungen, Neon- und Soundarbeiten, großformatigen Stickbildern und kleineren Bronzeskulpturen wählte sie ein Gemälde, 14 Zeichnungen und Gedichte des österreichischen Expressionisten. Akte, Selbstbefragungen und das Gefühl von Einsamkeit bestimmen die Schau!
12. März 2015
Claude Monet (1840-1926), Sommer, Detail, 1874, Öl auf Leinwand, 57 x 80 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB / Jörg P. Anders.

Monet und die Geburt des Impressionismus Monet Ausstellung in Frankfurt

Monet Ausstellung in Frankfurt feiert den 150. „Geburtstag“ des Impressionismus und sich selbst! Claude Monet wird als Anführer der Landschaftsmaler von Felix Krämer deutlich herausgearbeitet. Ausgangspunkt der Ausstellung ist die hauseigene Sammlung impressionistischer Malerei, die in der kurzen Zeit von nur 13 Jahren zusammengetragen wurde und die Frühzeit der Bewegung dokumentiert.
8. März 2015
Raoul Dufy, Cover des Katalogs des Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid 2015.

Raoul Dufy Leben und Werk des Farbenmagiers

Als Dreißigjähriger wurde Raoul Dufy (1877–1953) Mitstreiter der „Fauves“-Bewegung rund um Henri Matisse. Danach findet man kaum eine Spur seines Schaffens in kunsthistorischen Überblickswerken, obwohl der aus Le Havre stammende Maler ein erfolgreicher Maler, Illustrator, Textilentwerfer, Bühnen- und Kostümbildner und Gestalter großflächiger Wandgemälde war und 1952 mit dem Großen Preis für Malerei auf der Biennale von Venedig ausgezeichnet wurde.
27. Februar 2015

Wally Neuzil – Ihr Leben mit Egon Schiele Modell, Geliebte, Freundin? Wie eine Frau das Werk des österreichischen Expressionisten beeinflusste

Wally, eigentlich Walburga Neuzil, war zwischen 1911 und 1915 Lieblingsmodell und Lebenspartnerin von Egon Schiele. Das berühmte „Bildnis Wally Neuzil“ (1912) des Leopold Museums ist der Ausgangspunkt für eine Spurensuche, die die von Männern dominierte Kunstwelt des frühen 20. Jahrhunderts dekonstruiert.
22. Februar 2015
Thomas Lawrence, Klemens Lothar Wenzel Fürst von Metternich, um 1815, Öl auf Leinwand, 105 x 131,2 cm © Fürst von Metternich Winneburg´sche Domäne Schloss Johannisberg –Rheingau, Foto: Stanislaw Chomicki, Wiesbaden.

Der Wiener Kongress 1814/1815 Europa in Wien

Für die Friedenspolitik in Europa war der Wiener Kongress (1814–1815) von epochaler Wirkung. Nach Jahren militärischer Auseinandersetzungen folgte eine Phase der Restauration. Das in Wien gefundene Gleichgewicht der Mächte, versinnbildlicht durch die Grenzziehungen, verleiht dem Kongress bis heute eine wichtige Stellung in der Geschichte Europas.
20. Februar 2015
John Singer Sargent, Carolus-Duran, 1879 © Sterling and Francine Clark Art Institute, Williamstown, Massachusetts, USA (photo by Michael Agee).

John Singer Sargent Porträts von Freunden und Künstlern

Sargent – berühmt für seine Gesellschaftsporträts – widmete seine Kunst nicht nur einer äußerst betuchten Klientel, sondern auch Künstlern und Freunden. Als Galerie von berühmten Malern, Schriftsteller_innen, Schauspieler_innen und Musikern ziehen diese Werke zuerst in der Londoner National Portrait Gallery und dann im Metropolitan Museum of Art ein. Singer Sargent, ein Freund der Impressionist_innen, war ein Meister der Farbe, der sich dem Schmelz von Haut und Seide wie der Sinnlichkeit von Texturen genauso widmete wie außergewöhnlichen Blickwinkeln auf seine Modelle. Der von Richard Ormond herausgegebene Katalog präsentiert den Ästheten als traditionellen Modernen, der mit Avantgarde-Künstler_innen befreundet war und dennoch mit herkömmlichen Repräsentationsmethoden im Porträt arbeitete.
8. Februar 2015
Paul Gauguin, Nafea faaipoipo, 1892, Quand te maries-tu?, Wann heiratest Du?, Öl auf Leinwand, 105 x 77,5 cm, Sammlung Rudolf Staechelin, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler.

Paul Gauguin. Werke aus der Südsee Gauguins Lebenslauf und wichtigste Bilder

Rund fünfzig Werke Paul Gauguins finden im Frühjahr den Weg in die Fondation Beyeler, darunter das Gemälde „Nafea faa ipoipo? (Wann heiratest du?)“ (1892), das jüngst durch einen privaten Verlauf zum teuersten Kunstwerk der Welt wurde. In sechs Jahren Vorbereitungszeit stellte Raphaël Bouvier eine Schau zusammen, die das vielseitige Œuvre des französischen Künstlers facettenreich beleuchtet.
30. Januar 2015
Robert Polidori, Salle de Bain, Marie-Antoinette, R.D.C. Cord Central, Versailles, 2006, Fujicolour-Crystal-Archive-Druck, 127 x 168 cm, Courtesy Flowers Gallery, © Robert Polidori.

Schlaflos Das Bett in der Kunst Ausstellung im 21er Haus, Wien

Mario Codognato, neuer Chefkurator am 21er Haus, wollte schon lange eine Ausstellung zum Thema Bett machen. Im 21er Haus geht es ab heute daher um alles, nur nicht ums Schlafen! Seiner traditionellen Funktion als Ruhestatt entkleidet, entpuppt sich das Möbel als Ort des Lebens, als Bühne für Eros und Thanatos. Anselm Kiefers „Himmelsschlucht“ (2011/12) zeigt bereits am Eingang den Weg von der Horizontale in die Vertikale. Wenn auch daneben „Wiege Nr. 1“ aus der Möbelmanufaktur Michael Thonet die Schau einleitet, kann man doch schnell in den Windungen des Rosé gefärbten Vorhangs verloren gehen. Geburt, Schmerz, Kindheit, Sex (Liebe), Krankheit, Tod und Anthropomorphes sind die großen Themen im Erdgeschoß. Gewalt, Politik, Einsamkeit und Mythos folgen im ersten Stock, ist die Ausstellung doch die erste, die sich über beide Etagen erstreckt.
25. Januar 2015
Vincent van Gogh, Der Sämann (nach Jean-François Millet), 1890, Öl auf Leinwand (Kröller-Müller Museum, Otterloo, inv. KM 110.673 © Stichting Kröller-Müller Museum)

Vincent van Gogh im Borinage. Die Geburt eines Künstlers Das frühe Werk bis zu den "Kartoffelessern"

Mons ist gemeinsam mit Pilsen Europäische Kulturhauptstadt 2015! Mit „Van Gogh im Borinage. Die Geburt eines Künstlers“ feiert die Stadt den Einfluss der Region auf den berühmten Künstler. Als Borinage, schwarzes, von Kohlestaub bedecktes Land, wurde der Westen Belgiens im 19. Jahrhundert bekannt. Von Dezember 1878 bis Oktober 1880 lebte Vincent van Gogh in der Umgebung von Mons und verdingte sich anfangs als Prediger in Probezeit. Hier entschied er sich nach seiner Kündigung, Künstler zu werden. Er identifizierte sich mit der harten Realität des Alltags der Kohlearbeiter sowie ihrer Familien und fand die Landschaft pittoresk. Ausstellung und Katalogbuch sind Ergebnisse eines neuen Blicks auf diese frühe Phase von van Goghs Karriere durch Sjraar van Heugten.
19. Januar 2015
Albrecht Altdorfer (um 1480–1538), Die Anbetung der Könige, 1530/35, Lindenholz, 110 x 77,5 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum - U. Edelmann – ARTOTHEK.

Albrecht Altdorfer und das Expressive in der Kunst um 1500 Ausstellung "Fantastische Welten" im Städel und im KHM

Landläufig ist der Epochenbegriff Renaissance mit der Wiederentdeckung antiken Formenvokabulars und der realistische Wiedergabe des Gesehenen verbunden. Das Städel Museum in Frankfurt stellt hingegen das Expressive der mitteleuropäischen Kunst des frühen 16. Jahrhunderts in den Mittelpunkt.
15. Januar 2015
Edgar Degas. Klassik und Experiment (Cover, HIrmer)

Edgar Degas. Klassik und Experiment War Degas überhaupt ein Impressionist?

Mantegna und Veronese, Rembrandt und Daumier, Ingres und Delacroix gehörten zu den persönlichen Heroen in Edgar Degas‘ Kunst-Pantheon. Alexander Eiling, Kurator für Malerei und Skulptur der Moderne in der Kunsthalle Karlsruhe, legt daher in der aufschlussreichen Publikation „Degas. Klassik und Experiment“ den Schwerpunkt auf den kopierenden und experimentierenden Künstler, dessen multimediales Gesamtwerk über 1500 Gemälde und Pastelle, mehrere Tausend Zeichnungen und Graphiken sowie Hunderte von plastischen Arbeiten umfasst. Für seine Ausstellung Karlsruhe konnte er so kapitale Werke leihen wie…
14. Januar 2015
John Singer Sargent, Zwei schlafende Frauen in einem Kahn unter der Weide, um 1887, Öl und Leinwand, 56 x 68,6 cm (Museu Calouste Gulbenkian, Lissabon, Foto Catarina Gomes Ferreira).

Impressionismus in Amerika Maler in der Nachfolge Claude Monets

Die von der Terra Foundation for American Art, Chicago, organisierte Ausstellung „American Impressionism. A New Vision 1880–1900“ ist noch bis 1. Februar im Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid zu sehen.
3. Januar 2015
Arik Brauer, Arik Brauer im Herbst, Wien April–Juni 2014, Öl 869, Öl auf Hartfaserplatte, 130 × 100 cm (Privatbesitz)

Arik Brauer Bilder des Phantastischen Realisten

Ich durfte im vergangenen Jahr für das Leopold Museum und mit ihm gemeinsam eine Ausstellung über den Wiener Maler, Sänger, Architektur-Gestalter Arik Brauer (* 1929) erarbeiten. Im 2. Untergeschoss präsentiert das Museum noch bis Mitte Februar diese Mischung aus Retrospektive und aktuellem Schaffen, hat sich Brauer doch bereiterklärt, an sechs Sonntagen die Schöpfungsgeschichte live vor Publikum zu malen.
16. November 2014
Der späte Rembrandt, 2015 (HIRMER Verlag)

Der späte Rembrandt Wie der Maler aus Amsterdam die Maltechnik revolutionierte

Die Londoner National Gallery und das Amsterdamer Rijksmuseum diskutieren in dieser grundlegenden Ausstellung Rembrandts Spätwerk. Dabei ist ihnen ein überaus ansprechendes Ausstellungsbuch bei Hirmer gelungen. Rembrandt Harmeszoon van Rijn (1606–1669) hatte sich zuerst in Leiden und ab 1631 in Amsterdam einen Namen als Maler, Radierer und Zeichner von Einzel- und Gruppenporträts, mythologischen und christlichen (v. a. alttestamentarischen) Themen, Landschaften und Alltagsszenen gemacht. Sein Spätwerk ist berühmt für dessen dunkle, tonige Gemälde, dichte Radierungen mit ungewöhnlichen, weil alltäglichen Szenen und ebensolchen Rohrfederzeichnungen. Die experimentelle Technik sowohl in der pastosen Malerei als auch Radierung und Zeichnung steht in dieser Publikation im Vordergrund. Weitere Themen sind Licht, Intimität, Kontemplation, innerer Konflikt und Versöhnung.
11. November 2014
Diego Velázquez, Prinz Baltasar Carlos zu Pferd, 1635, Öl auf Leinwand, 209 x 173 cm © Madrid, Museo del Prado

Diego Velázquez. Portäts und Rokeby-Venus Maler der spanischen Könige

Das KHM zeigt seine erste große Ausstellung über Diego Rodriguez de Silva y Velázquez, die vom hauseigenen Bestand der dynastischen Porträts ausgeht. Alle Bildnisse wurden während der Regierungszeit von Philipp IV. (1632–1659) nach Wien geschickt, weshalb das KHM über den größten Bestand an Porträts des Künstlers außerhalb des Prado verfügt. Die Werke dokumentieren die engen dynastischen Beziehungen zwischen dem Spanischen und Wiener Hof während des 17. Jahrhunderts, die in einer intensiven Heiratspolitik gipfelte. Leider wurde die Sammlung im 19. Jahrhundert nicht museal ergänzt.
5. November 2014
Max Beckmann, Stillleben (Prestel Verlag).

Max Beckmann. Die Stillleben Magie der Realität

Für Städte, Landschaften, Porträts und fast 200 Selbstbildnisse ist Max Beckmann (1884–1950) berühmt. Er rang mit seiner Malerei, um kraftvoll, expressiv, schonungslos, manchmal auch brutal das menschliche Leben, seine Verstrickungen und Abhängigkeiten in Symbolen zu fassen. Vor allem sein Umgang mit Schwarz ist schon vor der Erfindung dieses Wortes existentialistisch. Zu einem solchen Werk scheint die Gattung Stillleben einfach nicht zu passen. Dennoch hat sich Beckmann dieses Themas sein ganzes Leben lang bedient. Umso erstaunlicher ist, dass die Kunsthalle Hamburg und Kuratorin Karin Schick die erste umfassende Stillleben-Schau ausrichten.
27. Oktober 2014
Claude Monet, Waterloo Bridge, Sonne im Nebel, 1903, Öl auf Leinwand, 73,7 x 100,3 cm, Erworben 1914 © National Gallery of Canada, Ottawa.

Impressionismus in Österreich Ausstellung "Im Lichte Monets" zeigt den Einfluss des Pariser Impressionisten auf die österreichische Malerei

Für Claude Monet war die Entstehung eines Gemäldes gleichbedeutend mit der Unmöglichkeit, die Schönheit der Stimmung einzufangen, in der sich seine Bildsujets befanden. Es ging ihm weniger darum, einen Hühnerhof, Blumen im Garten, die Kathedrale von Rouen, das Londoner Parlament oder einfach tosende Wellen an der Atlantikküste festzuhalten, als das Licht und die Atmosphäre treffend wiederzugeben. Formen und Volumina der Objekte konnte er daher vernachlässigen, Farben und Farbharmonien erlangten ungleich größere Bedeutung.
17. Oktober 2014
Émile Bernard, Bretoninnen mit Schirmen, 1892, Öl auf Leinwand, 81,3 × 100,3 cm, Paris, Musée d’Orsay © RMN-Grand Palais (musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski.

Emile Bernard Leben und Werk

Dem Maler, Druckgrafiker, Kunstkritiker, Romanautor und Dichter Émile Bernard widmen das Musée de l‘ Orangerie und die Kunsthalle Bremen eine Einzelausstellung. Im Vergleich zu seinem Freund Paul Gauguin ist Bernard heute nur mehr einem kleinen Publikumskreis bekannt. Während Gauguin als „Erfinder“ des Cloisonnismus/Synthetismus und mit seinen Reisen in die Südsee in aller Welt gefeiert wird (→ Fondation Beyeler), ist sein Kollege – auch wegen seiner Rückbesinnung auf die Maltradition der Renaissance – in den Hintergrund geraten. Paris und Bremen wegen nun eine Neubewertung!
17. Oktober 2014
Henri de Toulouse-Lautrec, Moulin Rouge – La Goulue, 1891 (Albertina, Wien)

Henri de Toulouse-Lautrec: Werke, Bilder vom Moulin Rouge Revolution der Plakatkunst, neuer Blick auf die Frau

Als Revolutionär der Plakatkunst aber auch „artiste maudit“, als Außenseiter der Gesellschaft, ging Graf Henri Marie Raymond de Toulouse-Lautrec-Monfa in die Kunstgeschichte ein. Am 24. November 1864 als Spross einer uralten französischen Adelsfamilie in Albi (Südfrankreich) geboren, stand ihm ein sorgenfreies Leben voller Jagden, Spleens und Kunstgenuss bevor, wären nicht seine beiden Eltern Cousin und Cousine gewesen.
17. Oktober 2014
Alberto Giacometti. Pionier der Moderne (Cover des Ausstellungskatalogs), 2014

Alberto Giacometti. Werke und Biographie

Alberto Giacometti – ein Suchender, ein Getriebener, ein Workaholic, ein Jahrhundertkünstler. Das Leopold Museum schätzt sich glücklich, einige der bekanntesten Skulpturen und Plastiken, ergänzt durch Gemälde, Zeichnungen und Lithografien des Künstlers in Wien vorzustellen. Ausgehend vom Spätwerk Giacomettis wird ein Blick auf dessen künstlerische Entwicklung geworfen. Werke von Freunden und Kollegen, wie Miró und Masson, Balthus und Bacon, Picasso und Pollock, ergänzen den chronologischen Rundgang durch Giacomettis Leben und Werk.
15. Oktober 2014
Jenny Saville vor ihrem Gemälde

Egon Schiele – Jenny Saville Geschlechter- und Körperstudien im Extrem

Als Jenny Saville vor knapp einem Jahr Wien besuchte, hätte sie sich nicht träumen lassen, dass ihre monumentalen Gemälde und Zeichnungen bereits heuer in Dialog mit den expressiven Werken Egon Schieles treten würden. Oliver Wick konzipierte für das Kunsthaus Zürich eine spannende Gegenüberstellung, die hauptsächlich von der ästhetischen Wirkung der Gemälde lebt, die Bedeutung der Figurenbilder für Schieles Modernität bestätigt aber dennoch nicht auf Landschaften und Städtebilder des Wieners verzichtet.
15. Oktober 2014
Paul Durand-Ruel in seiner Galerie, Fotografie von Dornac, um 1910, Archives Durand-Ruel © Durand-Ruel & Cie

Paul Durand-Ruel Galerist der Impressionisten

Viel haben sie ihm, Paul Durand-Ruel (1831–1922), zu verdanken, die Impressionist_innen. Ohne ihn, so war sich Claude Monet in seinen Anfängen sicher, hätte sie nicht überlebt. Ab 1870/71 vertrat er die Pariser Avantgarde, ging mit seiner Galerie sogar in Konkurs und verkaufte die heute so beliebten Gemälde auch in die Vereinigten Staaten. Durand-Ruel handelte mit Werken von Monet, Pissarro, Degas und Renoir und kämpfte für die Akzeptanz ihrer neuen Bildsprache.
4. Oktober 2014
August Macke und Franz Marc – Eine Künstlerfreundschaft (Cover), Hatje Cantz.

August Macke und Franz Marc Eine Künstlerfreundschaft

Das Kunstmuseum Bonn und die Städtische Galerie am Lenbachhaus, München, widmen der Künstlerfreundschaft zwischen dem Bonner August Macke (1887–1914) und dem Münchener Franz Moritz Wilhelm Marc (1880–1916) eine umfassende Schau und einen ausführlichen Katalog. Berühmt wurden Macke und Marc für überaus farbenfrohe Werke: darunter die 30 Aquarelle, die Macke während seiner Tunis-Reise gemeinsam mit Paul Klee (Oktober 1913 bis Juni 1914) geschaffen hat, oder die blauen Pferde Marcs. Zwischen dem 6. Januar 1910, dem ersten Treffen in Marcs Münchener Atelier, und dem 26. September 1914, als August Macke auf einem französischen Schlachtfeld bei Perthes-les-Hurlus fiel, spannt sich ein viereinhalbjähriger Bogen gemeinsamen Arbeitens, Nachdenkens über Kunst, sich aneinander Reibens. So verschieden die Künstler auch waren – Macke war weltoffen, spontan, direkt und Marc introvertiert, nachdenklich und ein Misanthrop – so viele Berührungspunkte lassen sich aufzeigen.
4. Oktober 2014
Augusto Giacometti, Fantasia coloristica, 1913, Öl auf Leinwand, 142 x 142 cm, Kunstmuseum St. Gallen, Ernst-Schürpf-Stiftung © Erbengemeinschaft Nachlass Augusto Giacometti.

Augusto Giacometti Die Farbe und ich

Daniel Spanke und Beat Stutzer kuratierten für das Kunstmuseum Bern eine umfassende Retrospektive über den Schweizer Maler Augusto Giacometti, deren Titel „Die Farbe und ich“ auf einen Radiovortrag des Künstlers verweist. In diesem 1933 publizierten Text legt der Künstler sein Verhältnis zur Farbe als Ausgangspunkt seines Schaffens dar und reproduziert das handschriftliche Manuskript. Ziel von Katalog und Schau ist eine Neubewertung Giacomettis, die ihn in den letzten Jahren von einem „Dekorationsmaler“ zu einem Pionier der Abstraktion gemacht hat.
1. Oktober 2014
Arnulf Rainer, Ausstellungskatalog (Cover)

Arnulf Rainer

Zum 85. Geburtstag richtet die Albertina einem der wichtigsten Künstler Österreichs eine umfassende Retrospektive aus. Von ersten surrealistisch inspirierten Zeichnungen über die bekannten Zentralisationen, unerwartete Proportionsstudien hin zu den Fotoübermalungen und Kreuzübermalungen erstreckt sich die Präsentation. Das Werk des 1929 in Baden bei Wien geborenen Künstlers zeigt sich in seiner Radikalität überraschend frisch. Die Bedeutung der Zeichnung – oder auch des Zeichnens – ist für die Genese seines Werks kaum zu überschätzen.
30. September 2014
Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan, Cover (Steidl Verlag)

Monet, Gauguin, van Gogh …. Inspiration Japan Impressionistische Künstler und ihre Beschäftigung mit Japan

Gemeinsam mit dem Kunsthaus Zürich stemmt das Museum Folkwang in Essen eine wichtige Schau und einen gewichtigen Katalog über den transkulturellen Austausch zwischen französischen und japanischen Künstler_innen. Bislang musste man die Publikationen von Klaus Berger und Siegfried Wichmann (beide 1980) in die Hand nehmen, um sich über dieses Thema umfassend zu informieren, jetzt zeichnet der Katalog aus dem Steidl Verlag die Faszination am Japanischen zwischen 1860 und 1910 mustergültig nach.
25. September 2014
Joan Miró, Das Gold des Azurs, 1967, Fundació Joan Miró, Barcelona © Successió Miró 2014.

Joan Miró. Werke & Biografie Leben und Werk des Katalanen

Auch heute noch ist Miró als Schöpfer eines populären Werks voll unbeschwerter Lebensfreude, kontrastreich strahlender Farbigkeit, Bildwitz, Beschwingtheit, bildnerischer Ironie berühmt. Miró verstand sich als katalanischer und damit mediterraner Maler. Er hielt den Klassizismus als Erbe der mittelmeerischen Tradition hoch und öffnete sich trotzdem der Pariser Avantgarde, denn früh war er der Ansicht, dass der alleinige Weg eines katalanischen Künstlers in der Aufnahme aller fortschrittlichen internationalen Strömungen läge.
14. September 2014
Vika Prokopaviciute, Table, 2014, Öl und Ölkreide auf Leinwand / Oil and oil crayon on canvas, 180 x 200 cm, Foto und ©: Vika Prokopaviciute

Günther Oberhollenzer über „Die Zukunft der Malerei“ Ein Gespräch anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Essl Museum

Ein Gespräch mit Günther Oberhollenzer, Kurator am Essl Museum in Klosterneuburg bei Wien, über die kommende Schau „die zukunft der malerei. eine perspektive“ aus der Reihe „emerging artists“.
14. September 2014

Gunter Damisch

Die Galerie Hilger präsentiert ca. 50 Arbeiten von Gunter Damisch (* 1958 in Steyr/OÖ) unter dem Titel „Überblick & Ausschnitt“ in ihrer Dependance im 10. Bezirk. Die Gemälde, Druckgrafiken und Skulpturen stammen aus den Jahren 2012 bis 2014 und demonstrieren mit welcher Vitalität der gebürtige Oberösterreicher über das Thema Natur nachzudenken versteht.
7. September 2014
Gustave Courbet, Die Begegnung (Guten Tag, Monsieur Courbet), Öl auf Leinwand, 132,4 x 151 cm, Musée Fabre, Montpellier Agglomération © Musée Fabre, Montpellier Agglomération / Frédéric Jaulmes.

Gustave Courbet Hauptvertreter des Realismus in Frankreich

Die Fondation Beyeler überprüft das Werk von Gustave Courbet (1819–1877), einem der wichtigsten Maler der Romantik und des Realismus in Frankreich, auf sein revolutionäres Potenzial. Ulf Küster stellt in dieser monografischen Schau den Landschaftsmaler ins Zentrum der Betrachtung und ordnet die Werke nach Sujets. Auf einige wichtige, frühe Selbstbildnisse folgen sieben Räume, in denen Landschaften und weibliche Akte die Hauptrolle spielen.
1. August 2014
Maja Bajević, „How do you want to be governed?“, 2009, ach: Raša Todosijević, Was ist Kunst?, 1976, 1 Kanal Videoinstallation, 10.40 Min. © 2013 Maja Bajević.

Kunst und Würde

Die Städte Wien, Sarajevo und Brünn gedenken des Ausbruchs des 1. Weltkriegs und der ersten Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner (1843–1914), indem sie gemeinsam eine Ausstellung mit dem Titel „Der Menschheit Würde…“ zusammenstellten. Der interkulturelle Dialog offenbart die Begriffs- wie Darstellungsproblematik, denn Würde hat man, sie ist jedoch schwer abbildbar. Die markantesten Formulierungen gelingen dann, wenn es um Würdelosigkeit und Herabwürdigung des Menschen geht, wenn die Würde des Menschen mit Füßen getreten wird. So gelingt es den Kurator_innen eine Schau über einen abstrakten Begriff zusammenzutragen, der die unterschiedlichsten Bereiche menschlichen Zusammenlebens ins Visier nimmt: Der Umgang mit Kindern (Stichwort Kinderrechte) wird dabei genauso berücksichtigt wie der Marktwert von Künstler_innen oder der Umgang mit Asylwerber_innen und Obdachlosen.
19. Juli 2014
Emil Nolde, Landschaft in rotem Licht, 1938/45, Aquarell, 18,5 x 27,3 cm © Nolde Stiftung Seebüll.

Emil Nolde. In Glut und Farbe Gärten, christliche Motive und "Ungemalte Bilder"

Emil Nolde (1867–1956) gilt heute als einer der wichtigsten Expressionisten des frühen 20. Jahrhunderts – nicht nur in Deutschland. Seine Bildmotive sind zwar in der traditionellen Malerei verankert, so finden sich neben zahlreichen Porträts Meeresansichten und Küstenlandschaften, Garten- und Blumenbilder, Szenen aus dem Großstadtleben in Berlin und zahlreiche religiöse Darstellungen, sein freier Umgang mit Farbe ist jedoch legendär. Die Leihgaben für die Nolde-Schau im Unteren Belvedere in Wien stammen aus dem reichen Bestand der „Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde“, die sich im Wohn- und Atelierhaus der Noldes (errichtet zwischen 1926 und 1932) mit liebevoll gepflegter Gartenanlage befindet und dort auch besichtigt werden kann. Die Ausstellung in Wien zeigt Werke aus allen wichtigen Schaffensperioden und bringt auch noch eine Reihe von österreichischen Künstlern als „Schüler“ Noldes zusammen.
3. Juni 2014
Friedensreich Hundertwasser, 311 Das Ei des alten präkolumbianischen Japan, 1957, Privatsammlung, Ausstellungsansicht „Hundertwasser, Japan und die Avantgarde“, Belvedere, Orangerie, 6.3.-30.6.2013, Foto: Alexandra Matzner.

Friedensreich Hundertwasser, Kanji-Text Tokio 1961

1. 1. Es ist verbreitet sich eine merkwürdige Erschöpftheit der individuellen Schaffenskraft, das bunte Allerlei von Ausdrücken, wie Normierung und Sozialisierung, Kopieren und Lineal, Ameisenschlange und wilder Boden, und nun ist die Welt neuerdings die fürchterliche Welt der Analphabeten geworden.
9. Mai 2014
Pietro Lorenzetti, Christus als Schmerzensmann (um 1340), Tempera auf Holz, 35,3 x 26 cm, Lindenau-Museum Altenburg.

Deine Wunden Passionsimaginationen in christlicher Bildtradition und Bildkonzepte in der Kunst der Moderne

Zwischen „Ich habe es gesehen“ und „Man kann es nicht ansehen“ changieren menschliche Reaktionen auf Leid und Schmerz, bildlich darstellbar mit Hilfe von Wunden. Dass die Darstellung derselben in der spätmittelalterlichen, christlichen Kunst einen wichtigen Stellenwert einnahm, belegen die unzähligen Schmerzensmann-Darstellungen in Form von Gemälden und Druckgrafiken. Welche Verbindungen sich von der Imago pietatis über Francisco de Goyas „Desastres de la guerra“ zur Kunst der Moderne knüpfen lassen, darüber klärt der von Reinhard Hoeps und Richard Hoppe-Sailer herausgegebene Katalog zur Ausstellung „Deine Wunden“ auf. Über den Begriff der Verletzung lassen sich spätmittelalterliche schmerzensmann-Darstellungen mit Lucio Fontanas zerschlitzten Leinwänden und Arnulf Rainers Kreuzübermalungen miteinander in Beziehung setzen.
5. Mai 2014
Miró. The Exerience of Seeing. Late Works, 1963–1981 (Yale University Press).

Joan Miró. Skulpturen und Malerei Ausstellung „The Exerience of Seeing. Late Works, 1963–1981“ zeigt das Spätwerk des Katalanen

Der jüngst von der Yale University Press, New Haven and London herausgegebene, 104 Seiten schmale Band über das Spätwerk von Joan Miró (1893–1983) besticht durch seine grafische Gestaltung und einem Interview mit dem bedeutenden katalanischen Filmemacher und Miró-Freund Pere Portabella (* 1929 Barcelona). Das von Marquand Books, Inc., Seattle betreute Buch wurde von Erica Anderson als kongeniales Pendant zur Malerei Mirós entwickelt. Es finden sich dessen kompositorische Strategien wie die harmonische Verteilung der Bildelemente über den weißen Grund, der spielerische Umgang mit Richtungen. Das Spielerische und Experimentelle in der Kunst des Katalanen wird in diesem Band äußerst geschickt auf der visuellen Ebene transportiert.
4. Mai 2014
Max Slevogt - Neue Wege des Impressionismus (Cover), HIRMER 2014.

Max Slevogt Neue Wege des Impressionismus

Passend zur großen Sommerausstellung in Mainz ist das Bild einer im Gras ruhenden Dame mit Sonnenschirm das Coversujet des neuen Slevogt-Katalogs. 2011 erwarb Rheinland-Pfalz von den Erben das Slevogt-Archiv, bestehend aus ca. 3.700 Schriftstücken im Landesbibliothekszentrum Speyer sowie Grafiken im Landesmuseum Mainz. Das Skizzen- und Studienmaterial des wichtigen deutschen Impressionisten wird mit Ausstellung und Katalog erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
30. April 2014
Oskar Kokoschka. Humanist und Rebell, Cover des Ausstellungskatalogs Wolfsburg 2014, HIRMER.

Oskar Kokoschka. Humanist und Rebell Porträts von Mensch und Tier

Noch unter der Herausgeberschaft des jüngst verstorbenen Markus Brüderlin (1958-2014) legt das Kunstmuseum Wolfsburg einen Ausstellungskatalog zu „Oskar Kokoschka. Humanist und Rebell“ vor. Das Haus feiert mit dieser Schau sein 20jähriges Bestehen und beleuchtet in elf Kapiteln Leben und Werk des international gefeierten Expressionisten. Als Rebell der Vorkriegszeit etablierte sich Oskar Kokoschka in Österreich und Deutschland innerhalb der Avantgarde, um nach schwerer Verwundung im Ersten Weltkrieg eine Professur in Dresden anzutreten. Während der Mensch schon immer im Zentrum von Kokoschkas Werk stand, wurden die Kriegserlebnisse zum Auslöser einer besonders offensichtlichen, humanistischen Haltung in den folgenden Jahrzehnten. Kokoschkas Porträts von Mensch und Tier ist diese Schau gewidmet.
24. März 2014
Silke Otto-Knapp, Front cloth (Mondaufgang), Wasserfarben und Gouache auf Leinwand, 2011, 140 x 160 cm, Installationsansicht in der Kunsthalle Wien Karlsplatz 2014.

Silke Otto Knapp & Carl Fredrik Hill Questions of Travel (Wien)

„Silke Otto-Knapp / Carl Fredrik Hill. Questions of Travel (Wien)“ ist der Titel der ersten Ausstellung der Kunsthalle Wien an ihrem ältesten Standort am Karlsplatz. Der Kubus von Adolf Krischanitz (*1946) aus den frühen 2000er Jahren wurde generalüberholt und präsentiert sich nun als offene, lichtdurchflutete Ausstellungshalle.
14. März 2014
Anonym, Herzog Albert von Sachsen-Teschen mit dem Plan der Schlacht von Maxen, 1777, Albertina, Wien (Dauerleihgabe des Kunsthistorischen Museums Wien, Gemäldegalerie).

Die Gründung der Albertina Zwischen Dürer und Napoleon

Herzog Albert von Sachsen-Teschen (1738–1822) stieg am Wiener Hof vom Offizier zum Ehemann von Erzherzogin Marie Christine (1742–1798), der Lieblingstochter von Maria Theresia, auf. Gemeinsam gründeten sie die Albertina mit Werken von Leonardo, Michelangelo und Raffael, Pieter Bruegel d. Ä., Rubens und Rembrandt, Füger, David und Caspar David Friedrich.
9. März 2014
Eric Fischl, Study for Floating Islands, 1985 © Courtesy des Künstlers und Galerie Jablonka, Köln.

Eric Fischl Friends, Lovers and other Constellations

Eric Fischl wurde in den 1980er Jahren mit Bildern von – zumeist nackten – Amerikanern und Amerikanerinnen der Mittelschicht bekannt, wobei er auch von erotischen Sehnsüchten und dem Ausleben derselben im Geheimen berichtete. Er warf einen kritischen Blick auf das gesellschaftliche Leben im trauten Heim, am Strand und den Country Clubs des Landes, ohne je pornografisch zu sein.
8. März 2014
Horizont Jawlensky (HIRMER)

Alexej von Jawlensky Leben und Bilder

Roman Zinglgänsberger, Kustos für Klassische Moderne am Museum Wiesbaden, legt mit „Horizont Jawlensky. Alexej von Jawlensky im Spiegel seiner künstlerischen Begegnungen 1900–1914“ eine akribische Spurensuche nach den französischen Vorbildern des aus Russland stammenden Künstlers vor. Bildreich, rhetorisch geschickt und mit genauen Beobachtungen der stilistischen Qualitäten, versteht es Zinglgänsberger, Jawlensky bereits in dieser Zeit, zwischen den Meistern der Avantgarde in München und Paris zu verankern. Welche Rolle Jawlensky im Rahmen der Neuen Künstlervereinigung München und des Blauen Reiter spielte, wird hingegen in dem von HIRMER verlegten Katalog nicht thematisiert.
24. Februar 2014
Franz Lerch, Mädchen mit Hut, 1929, Öl auf Leinwand, 80 x 60 cm © Belvedere, Wien.

Kunst in Wien und Berlin (1900-1935) Kunst zweier Metropolen

Gemeinsam mit der Berlinischen Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur erarbeitete das Belvedere die reiche Schau „Wien – Berlin. Kunst zweier Metropolen“. Der zeitliche Horizont spannt sich hierbei von den Secessionsbildungen 1897 in Wien und 1898 in Berlin bis in die frühen 30er-Jahre, d.h. stilistisch vom Jugendstil über den Expressionismus, hin zu Dada, Konstruktivismus und Neue Sachlichkeit.
10. Februar 2014
Wassily Kandinsky, Murnau, 1908, Ö auf Karton, Merzbacher Kunststiftung.

Expressionismus in Deutschland und Frankreich

Bereits am Cover des umfassenden Katalogs wird deutlich, dass Timothy O. Benson, Kurator am LACMA und Organisator dieser Wanderausstellung, den deutsch-französischen Kunstaustausch über die Farbe definiert. Denn was der Begriff „Expressionismus“ genau beschreibt, das wussten bereits die Zeitgenossen nicht. Von Alfred Döblin bis Oskar Kokoschka reichen die Kommentatoren einer Kunstrichtung , die sich über Innerlichkeit, Mystik, Farbexperimenten und Farbexplosionen (bis ins Unrealistische), dynamischem Pinselduktus, Musikalität, Kubismus-Rezeption, Primitivismus (vom „nordischen“ Nolde, der ägyptisierenden Modersohn-Becker bis zur Rezeption afrikanischer Plastik durch die Fauves und die Brücke Künstler) u.v.m. als neu und zeitgemäß definierte.
9. Februar 2014
Henri de Toulouse-Lautrec, Ambassadeurs, Aristide Bruant dans son cabaret, 1892, Farblithografie (Plakat), 135 x 93,5 cm. © Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen. Foto: L. Lohrich.

Schirn analysiert den Montmartre Esprit Montmartre. Die Bohème in Paris um 1900

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt nähert sich der Pariser Avantgarde um 1900 über jenen fast schon mythischen Ort an, an dem sie ihre anti-akademischen und revolutionären Ideen in Malerei, Grafik und Plakatkunst umsetzte: dem Montmartre im 18. Arrondissement. Er ist höchste Erhebung im Pariser Becken, Gipsbergwerk, Arbeiterbezirk mit ärmlichen Behausungen, Ort der kommerziellen Unterhaltungsindustrie und halbseidene Gegend, ein Anziehungspunkt für die Bohème aber auch eine Pilgerstätte zum heiligen Dionysius. Neben dem allseits bekannten Künstler Henri de Toulouse-Lautrec (1864–1901), der wie kein Zweiter das Bild der Sänger und Sängerinnen, der leichten Mädchen und der Vergnügungslokale am Montmartre prägte, stehen Vincent van Gogh und Pablo Picasso im Zentrum einer Reihe von weniger bekannten Künstlern und zweier Künstlerinnen, die sich dem Esprit des Viertels hingaben und daraus Inspiration zogen.
8. Februar 2014
Odilon Redon, Cover

Odilon Redon Meister des Pastells

Fünf großformatige Landschaftsbilder empfangen die Besucher_innen im Foyer der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel. Vor der dunkellila gestrichenen Wand kommen die lichten Farbkompositionen von Odilon Redon (1840–1916) wunderbar zur Geltung und verblüffen durch ihren hohen Grad an Abstraktion. Offensichtlich ließ sich der französische Symbolist von japanischer Malerei inspirieren, eroberte wie die Impressionisten und die Jugendstil-Künstler die Flächigkeit und ging mit der Befreiung der Farbe den Nabis und den Fauves voraus.
1. Februar 2014
Franz Sedlacek, Bibliothek, 1926, Öl auf Sperrholz, 60,5 x 75,5 cm (Oberösterreichisches Landesmuseum, Landesgalerie Linz, WV 25)

Franz Sedlacek Chemiker der Phantasie

Die Gemälde von Franz Sedlacek zählen zu den Höhepunkten der grotesk-phantastischen Kunst Österreichs in der Zwischenkriegszeit. In knapp 20 Jahren entstand ein malerisches Werk, das stilistisch der Neuen Sachlichkeit zugeordnet werden kann, sich jedoch in seiner Figurenauffassung aus der Karikatur und der Groteske speist. In den verblauenden Weltlandschaften führte Sedlacek die Tradition der niederländischen Renaissance mit der Malerei der Romantik zusammen. Als studierter Chemiker widmete er sich dem altmeisterlichen Farbauftrag auch mit so manchem Experiment, das die Oberflächen der Bilder spiegelglatt erscheinen lässt, und deren Farbwirkungen das Geheimnisvolle und Unheimliche der Darstellungen noch weiter hervorstreichen.
28. Januar 2014
Franz Graf, SIEHE WAS DICH SIEHT, 21er Haus, Ausstellungsansicht, Foto: Alexandra Matzner.

Franz Graf SIEHE WAS DICH SIEHT

Franz Graf übertitelt seine aktuelle Ausstellung im 21er Haus mit „SIEHE WAS DICH SIEHT“. Pathetisch, geheimnisvoll, surreal – wie man es vom dem österreichischen Multitalent gewohnt ist – und eine Menge befreundeter Künstler_innen im Schlepptau. Franz Grafs Bildwelt hat immer mit Erinnern zu tun. Woran er sich vielleicht erinnert, wenn er zeichnet bzw. malt, mag diese Ausstellung zeigen. Allein die Statistik ist beeindruckend: 21 neue Arbeiten von Franz Graf stehen 27 Werken aus der Sammlung des Belvedere und 184 aus seiner eigenen Sammlung gegenüber.
4. Januar 2014
Nina Zimmer, Anne-Birgitte Fonsmark (Hg.): James Ensor. Aus dem Königlichen Museum für Schöne Künste Antwerpen und Schweizer Sammlungen (Ausst.-Kat. Ordrupgaard, Charlottenlund 6.9.2013–19.1.2014; Kunstmuseum Basel 16.2.–25.5.2014), Ostfieldern 2013.

James Ensor Masken und Japonistisches aus Ostende

James Ensor (1860–1949) gilt als einer der Väter der Moderne. Da das Königliche Museum für Schöne Künste Antwerpen (KMSKA) aufgrund von Renovierungsarbeiten bis Ende 2017 geschlossen ist, darf die weltgrößte Ensor-Sammlung auf Reisen nach Dänemark und in die Schweiz gehen. Die Schweizer Ausstellung wird durch Werke aus Schweizer Sammlungen v.a. im Bereich der Grafik und des malerischen Spätwerks deutlich erweitert. Im Ausstellungskatalog von Hatje Cantz führt der Kurator am KMSKA und Ensor-Experte Herwig Todts in die Kunst von Ensor ein, und Nina Zimmer vom Kunstmuseum Basel beschäftigt sich erstmals mit der spezifischen Ausprägung des Japonismus in Ensors Werk.
25. November 2013
John Everett Millais, Mariana, 1850-1851, oil on mahogany, 59.7 x 49.5 x 1.5 cm (23 1/2 x 19 1/2 x 9/16 in.)framed: 87.6 x 76.7 x 5.5 cm (34 1/2 x 30 3/16 x 2 3/16 in.), Tate. Accepted by HM Government in lieu of tax and allocated to the Tate Gallery 1999.

Britische Aesthetic movement und Arts and Crafts-Bewegung Viktorianische Avantgarde, Teil 3

Nachdem 1853 sich die Bruderschaft der Präraffaeliten aufgelöst hatte, fanden sich rund um Dante Gabriel Rossetti und Ford Madox Brown erneut junge Künstler, die von den Leistungen der Älteren begeistert waren und in diesem Sinne weiterarbeiten wollten. William Morris und Edward Burne-Jones formten ab 1861 die Ideale der Präraffaeliten zur britischen Arts and Crafts-Bewegung weiter: Kunst, Poesie und Kunsthandwerk sollten zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen.
24. November 2013
William Holman Hunt, The Awakening Conscience, 1853-1854, oil on canvas, 76.2 x 55.9 cm (30 x 22 in.)framed: 106 x 85.7 x 9.7 cm (41 3/4 x 33 3/4 x 3 13/16 in.), Tate. Presented by Sir Colin and Lady Anderson through the Friends of the Tate Gallery 1976.

Präraffaeliten. Eine Avantgarde-Bewegung? Viktorianische Avantgarde Teil 1

Unter dem Titel „Pre-Raphaelites. Victorian Avant-Garde“ zeigt die National Gallery in Washington die zweite Station der in London für die Tate Britain zusammengestellte Schau über die „Avantgarde des viktorianischen Zeitalters“. Obwohl die Bruderschaft der Präraphaeliten (Pre-Raphaelite Brotherhood) nur fünf Jahre bestand, war sie die einflussreichste Künstlervereinigung Großbritanniens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihre Mitglieder hinterfragten den Kanon der akademischen Tradition und schufen Bilder einer mythischen Vergangenheit, tief empfundener Religiosität und von verführerischen Schönheiten. Den Kuratoren gelingt es für diese Wanderausstellung alle wichtigen Bilder aus englischen Sammlungen zu vereinen und im Katalog die wichtigsten Forschungsansätze der letzten 20 Jahre konzise zusammenzufassen!
24. November 2013
John Brett, Glacier at Rosenlaui, 1856, oil on canvas, 44.5 x 41.9 cm (17 1/2 x 16 1/2 in.), Tate. Purchased 1946.

Präraffaeliten: Das Ende der Bruderschaft Viktorianische Avantgarde, Teil 2

Ein wichtiger Aspekt der präraffaelitischen Malerei ist die überaus genaue Beschäftigung mit der Natur. Genaueste Beobachtung und detaillierte Schilderung der „Hintergründe“ stehen in vielen Gemälden in einem fast konkurrierenden Verhältnis zu den Figuren. John Ruskin und Anhänger des „gothic revival“ boten den jungen Künstlern in den 1840ern genauso wie die aufkommende Fotografie die theoretische Basis dafür. Mit zunehmendem Erfolg sollte jedoch die Bruderschaft ihre einigende Kraft verlieren und die Mitglieder ab 1853 eigene Wege gehen. Einige von ihnen wurden zu den Mitbegründern der Arts and Crafts-Bewegung.
22. November 2013
Domenico di Michelino, Die Allegorie der Göttlichen Komödie, 1465, Opera di Santa Maria del Fiore, Florenz © Opera di Santa Maria del Fiore - Archivio storico e fototeca, Firenze.

Florenz und seine Kunst Von der Renaissance bis zur Aufklärung

FLORENZ! Mehr braucht es als Titel nicht, um einen der mythischsten Sehnsuchtsorte in Italien zu beschreiben. Eine Stadt als Synonym für Kunst und Kultur, gelungene Stadtplanung seit der Renaissance (seit 1982 UNESCO-Weltkulturerbe), eine neuartige Verbindung von Wissenschaft und Kunst und schlussendlich eine Kunstförderung durch die Bürger und Herrscher aus der Familie der Medici, die über ganz Italien und noch weiter ausstrahlte.
20. November 2013
Henri Matisse, Odaliske, Brasero und Fruchtschale, 1929, Lithografie, Privatsammlung.

Henri Matisse. Figur & Ornament Odalisken aus Nizza

Vom 24. November 2013 bis zum 16. Februar 2014 zeigt das Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster die Ausstellung „Henri Matisse. Figur & Ornament“, für die vor allem Zeichnungen und Druckgrafiken, ergänzt durch Gemälde und Skulpturen, des französischen Malers aus dem Musée Matisse in Nizza zusammengestellt wurden.
19. November 2013
Jean-Michel Basquiat & Andy Warhol, Bananas, 1985, Privatsammlung © Foto: Galerie Bruno Bischofberger, Schweiz © The Estate of Jean-Michel Basquiat und The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc.

WARHOL / BASQUIAT Paintings

Andy Warhol (1928–1987) und Jean-Michel Basquiat (1960–1988) schufen 1984/85 auf Initiative ihres Zürcher Kunsthändlers Bruno Bischofberger eine Serie von über 130 so genannten Collaborations, von Gemeinschaftswerken. Sie arbeiteten abwechselnd auf derselben Leinwand, füllten sie mit Symbolen ihrer eigenen Bildwelten und reagierten aufeinander – quasi ein malerischer Dialog zwischen dem arrivierten und dem jungen aufstrebenden New Yorker Künstler. In der Geschichte der Malerei der 80er Jahre nehmen die Gemälde eine wichtige Stellung ein, animierte der Shootingstar Basquiat doch den etablierten Warhol, wieder mit dem Malen zu beginnen. Obwohl Warhol und Basquiat unterschiedlicher nicht sein konnten, ergänzen sich ihre spontanen Bildideen zu spannenden, experimentierfreudigen Kompositionen.
18. November 2013
Barnett Newman, Chartres, 1969, Acryl auf Leinwand, 305 x 289.5 cm, Daros Collection, Switzerland ©2013 ProLitteris, Zürich.

Piet Mondrian – Barnett Newman – Dan Flavin Drei Varianten der Abstraktion

Direktor Bernhard Mendes Bürgi kuratierte für sein Baseler Kunsthaus eine Ausstellung über drei Künstler der Abstraktion, deren Bedeutung nicht überschätzt werden kann: Piet Mondrian, Barnett Newman und Dan Flavin treffen in der Nordschweiz in drei Einzelpräsentationen aufeinander.
16. November 2013
Thédore Géricault, Scène du cannibalisme sur le radeau de la Méduse, 1818–1919, Schwarzer Stift, braune Tusche, weiße Gouache, 28 cm x 38 cm Musée du Louvre, Paris bpk | RMN - Grand Palais | Michel Urtado.

Théodore Géricault Floß der Medusa

Théodore Géricaults (1791–1824) "Floß der Medusa" zählt zu den berühmtsten Gemälden der französischen Romantik. Die erste Einzelausstellung Gericaults in der Schirn Kunsthalle präsentiert den Begründer dieser Epoche als Humanisten, der durch sein Interesse an physischen Leiden und psychischen Qualen des modernen Menschen das Historienbild revolutionierte. Berühmt für seine drei Salon-Beträge in den 1810er Jahren – vom „Offizier der Jäger der kaiserlichen Garde beim Angriff“ (1812) zum „Verwundeten Kürassier“ (1814) und schlussendlich zum „Floß der Medusa“ (1819) – kulminiert das Werk des jung verstorbenen Malers in den höchst enigmatischen fünf Darstellungen von „Monomanen“, von psychisch Kranken, als Inbegriff der Würde des Menschseins.
16. November 2013
Jean-Honoré Fragonard, Die Überraschung, um 1771, Musées d’Angers © Musées d’Angers, Foto: Pierre David.

Jean-Honoré Fragonard Poesie und Leidenschaft

Jean-Honoré Fragonards (1732–1806) zweifellos virtuoser Umgang mit Pastell und Pinsel machen ihn zu einem Vollender des französischen Rokoko, für das eine noch nie gesehene Leichtigkeit einer malerischen Auflösung in höchst reizvoller, skizzenhafter Bravour in den Papierarbeiten sowie strahlend leuchtende Farben in Ölskizzen und Gemälden typisch ist. Die Kunsthalle Karlsruhe besitzt eine große Anzahl von Fragonards Zeichnungen, die sie als Ausgangspunkt für die erste Einzelpräsentation des französischen Rokokokünstlers in Deutschland macht.
15. November 2013
Meister von Schloss Lichtenstein, Anbetung der Heiligen Drei Könige, um 1445, Malerei auf Tannenholz, 101 x 50 cm © The State Pushkin Museum of Fine Arts, Moscow.

Der Meister von Schloss Lichtenstein und seine Zeit Ausstellung "WIEN 1450" im Belvedere

Das malerisch gelegene Schloss Lichtenstein ob Honau in Baden-Württemberg ist der Namensspender für jenen anonymen Maler des Spätmittelalters, der als Meister von Schloss Lichtenstein bereits seit Jahrzehnten zu Spekulationen Anlass bot.
4. November 2013
Paul Klee, mit dem Kometen, 1917,125, Aquarell auf Gipsgrundierung auf Gaze auf Karton, 24,5 x 22 cm, Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel, Vermächtnis Alla Goldschmidt-Safieva, Inv. Nr. 11191.

Paul Klee. Bilder aus dem Ersten Weltkrieg Mythos Fliegen

Das H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast in Augsburg rollt erstmals die Kriegsaktivitäten von Paul Klee auf, der zwischen 1917 und 1919 in der Königlich Bayerischen Fliegerschule V in Gersthofen-Gablingen bei Augsburg stationiert war. Während in der Literatur bislang Klees Haltung zum Krieg marginalisiert und keine Auswirkungen auf das künstlerische Werk nachgewiesen wurden, wird nun erstmals der Einfluss des Fliegens auf sein Werk und die drohenden Gefahr einer Versetzung an die Front genau nachgezeichnet. Diese Quellenarbeit zahlt sich aus, denn die deutlich erweiterte Faktenlage ermöglicht einen neuen Zugang zu Klees abstrahierten Aquarellen dieser Zeit: Fliegen ist für Klee eine existenzielle Vorstellung, die die Dualität von Himmel und Erde erfahrbar macht und als solche auch die Motivwahl über die Kriegszeit hinaus bestimmt
26. Oktober 2013
Lucian Freud (1922- 2011), Reflection (Self Portrait), 1985, Öl auf Leinwand, Privatsammlung © The Lucian Freud Archive / The Bridgeman Art Library.

Lucian Freud. Malerei um ihrer selbst Willen Ausstellung in Wien 2013/2014

Erstmals in Österreich präsentiert das KHM eine Retrospektive des britischen Malers Lucian Freud (1922–2011). Der Enkel von Sigmund Freud (1856–1939) hatte noch von einer solchen Ausstellung im Kunsthistorischen Museum geträumt und ihre Entstehung mitgeplant, bevor er am 20. Juli 2011 verstarb. Seit seiner frühesten Jugend war Lucian Freud mit den Sammlungen des Wiener Hauses vertraut, Reproduktionen von Pieter Bruegels „Jahreszeiten“ und von Werken Dürers und Tizians hingen als Geschenke des Großvaters Sigmund in seinem elterlichen Heim. Als Künstler sah sich Freud in der Tradition der Alten Meister wie Dürer, Holbein, Rubens, Rembrandt, Tizian, Velázquez, Chardin, Watteau und Constable. Kurator Jasper Sharp bringt nun erstmals Freuds Werk nach Wien und „rahmt“ mit den 43 Ölgemälden den Tizian-Saal.
24. Oktober 2013
Albrecht Dürer, Hl. Hieronymus, 1521, Museu Nacional de Arte Antiga, Foto: José Pessoa © Museu Nacional de Arte Antiga, Direção-Geral do Património Cultural /Arquivo e Documentação Fotográfica.

Albrecht Dürer. Kunst – Künstler – Kontext Werke & Leben

Albrecht Dürer (1471–1528) Werk und Leben im Städel Museum in Frankfurt: Der „ganze“ Dürer samt Umkreis zeigt rund um den Heller-Altar Tafel- und Leinwandbilder, Handzeichnungen, Blätter in unterschiedlichen druckgrafischen Techniken sowie von Dürer verfasste und illustrierte Bücher.
10. Oktober 2013
Werner Telesko, Kosmos Barock (Böhlau Verlag)

Kosmos Barock Architektur - Ausstattung - Spiritualität. Die Stiftskirche Melk

Für Werner Telesko sind Klöster und Stifte „Kulminationspunkte europäischer Kultur“, sie sind Ausdruck von Lebensfreude, Weltdeutung und Intellektualität. Seit 2006 beschäftigte sich der Wiener Kunsthistoriker mit der Ausstattung der Kirche und der Sakristei des Benediktinerstifts in Melk. Die Ergebnisse der langjährigen Studien werden nun auf 212 Seiten in leicht verständlicher Form zusammengefasst und mit vielen Abbildungen zusammengeführt.
4. Oktober 2013
Trude Fleischmann, Oskar Kokoschka und Olda Palkovska, London 1939 © Universität für angewandte Kunst Wien, Oskar Kokoschka-Zentrum

Oskar Kokoschka. Werke und Fotografien Ausstellung "Das Ich im Brennpunkt"

Zirka 230 Fotografien, 30 Gemälde und 50 Arbeiten auf Papier von und mit Oskar Kokoschka (1886–1980), so die Bilanz der Herbstausstellung des Leopold Museums, Wien. Das Kuratorenteam Tobias G. Natter, Franz Smola, Patrick Werkner und Bernadette Reinhold wählten aus den ca. 5.000 erhaltenen Aufnahmen, die Dr. Olda Kokoschka (1915–2004) der Universität für angewandte Kunst in Wien hinterlassen hat, knapp 230 zum Werdegang und zur medialen Wirkung des berühmten Künstlers aus und ergänzten sie durch wichtige Leihgaben aus aller Welt. Der Titel „Kokoschka – Das Ich im Brennpunkt“ fokussiert auf die repräsentative Funktion der Medien: Im Zentrum steht Kokoschka, Fotografien und Kunst gewähren einen Einblick in dessen Leben von seinen Postkartenentwürfen für die Wiener Werkstätte über die berühmten Städteansichten bis zum späten Gemälde „Amor und Psyche“ und der Lithografiefolge „Jerusalem Faces“ (1973).
24. September 2013
Kurt Kocherscheidt, Waldstudie II, 1985, Öl auf Leinwand, 180 x 120 cm © Sammlung Essl Privatstiftung, Fotonachweis: Mischa Nawrata, Wien.

Kurt Kocherscheidt Natur trifft Kunst

Etwas mehr als zehn Jahre nach dem Tod des österreichischen Malers Kurt Kocherscheidt (1943–1992) widmet ihm das Essl Museum die erste posthume Retrospektive in Österreich. Kurt Kappa Kocherscheidt gilt als ein Einzelgänger, ein „Unzeitgemäßer“ (Peter Noever), ließ sich nie einordnen in die Schulen oder Gruppen seiner Zeit. Die Werkschau bringt Arbeiten aus den großen Sammlungen Kocherscheidts zusammen, um das Werk aus der zeitlichen Distanz neu zu bewerten. Das Morat-Instituts in Freiburg/Breisgau, die Sammlungen des Ehepaars Essl und von Botho von Portatius, Berlin sowie der Nachlass stellen das Werk des Wieners erneut zur Diskussion.
21. September 2013
André Derain, Porträt des Henri Matisse, 1905, Tate Purchased 1958 - zu sehen in: Matisse und die Fauves- Albertina (20.09.2013 – 12.01.2014) - zu sehen in: Matisse und die Fauves- Albertina (20.09.2013 – 12.01.2014)

Matisse und die Künstler des Fauvismus Zweieinhalb Jahre Kunstrevolte in Paris

Künstler und Geschichte des Fauvismus in der Albertina: Die „Fauves“ (franz. für Wilde/Bestien/wilde Tiere) waren eine Gruppe französischer Künstler rund um Henri Matisse, die zwischen 1905 und 1907 in wechselnder Beteiligung miteinander ausstellten. Rund 160 Werke von 50 internationalen Leihgebern konnten die Kuratoren Heinz Widauer (Albertina) und Claudine Grammont (Paris) für die Ausstellung zusammentragen.
18. September 2013
Michael Neder, Der Fleischhauer mit Hund, 1830, Öl auf Malkarton, 24,5 x 20 cm © Leopold Museum-Privatstiftung, Wien.

Michael Neder Nüchterne Alltagsschilderungen aus dem Wiener Biedermeier

Der Wiener Biedermeiermaler Michael Neder (1807–1882) wird mit einer ersten Museumsausstellung im Belvedere gewürdigt! Galt der Künstler bislang als „Schustermaler“, als Autodidakt und als armer Künstler, so kann Kuratorin Sabine Grabner im Katalog (Hirmer) mit diesen Vorurteilen aufräumen.
5. September 2013
Jürgen Messensee, Zeitpfeil, 2011, Jet, Acryl, 2 Leinwände, 200 x 243 cm, Privatsammlung © Lena Deinhardstein, Foto: Alexandra Matzner.

Jürgen Messensee Malerei

Knapp einen Monat lang zeigt Kurator Florian Steininger im Bank Austria Kunstforum eine Soloschau von Jürgen Messensee. Der 1936 in Wien geborene Maler und Zeichner hat sich bereits als fünfjähriger Knirps entschieden, Maler werden zu wollen. Zwischen 1955 und 1960 studierte er an der Wiener Akademie und zählt seit den 80er Jahren zu den führenden Protagonisten der expressiv-abstrahierend arbeitenden Künstlergeneration.
26. August 2013
Kurt Ingerl, Struktur, 1978, Foto: Alexandra Matzner.

Die 70er Jahre: Expansion der Wiener Kunst Feminismus, Abstraktion und erste Medienkunst

Das MUSA präsentiert im Zweijahres-Rhythmus eine Auswahl aus einem Jahrzehnt Wiener Kunstschaffens. Im Herbst/Winter 2013/2014 werden die 70er Jahre unter dem Titel „Expansion der Wiener Kunst“ aufgefächert. Bereits ein schneller Rundgang zeigt, wie viel die heutige Kunstszene diesem Jahrzehnt verdankt, und wie viele Wiener Künstler_innen von den großen Ausstellungshäusern sträflich vernachlässigt werden.
16. August 2013
Johann Baptist Reiter, Selbstbildnis mit rotem Schal, 1842, Oberösterreichisches Landesmuseum.

Johann Baptist Reiter Porträts und Genremalerei im Wiener Biedermeier

Das NORDICO Stadtmuseum Linz und das Oberösterreichische Landesmuseum nehmen den 200. Geburtstag des Biedermeiermalers Johann Baptist Reiter (Linz/Urfahr 1813–1890 Wien) zum Anlass, die größte Ausstellung zu dessen Werk zusammenzutragen. Die beiden Linzer Institutionen verfügen gemeinsam bereits über etwa 170 Arbeiten des aus Urfahr stammenden Künstlers. Aufrufe in Kunstzeitschriften sollten helfen, weitere Bilder in Privatbesitz ausfindig zu machen, die in dem die Ausstellung begleitenden, dicken Werkverzeichnis alle abgebildet wurden.
15. Juli 2013
Kiki Kogelnik, Outer Space, 1964, Öl und Acryl auf Leinwand, 182 x 137 cm © Kiki Kogelnik Foundation Vienna/New York, Foto: Alexandra Matzner.

Kiki Kogelnik Weibliche Pop-Art mit der Schere

Kiki Kogelnik in der Kunsthalle Krems ist eine schrill-bunte Sommerausstellung mit weiblichem Tiefgang. Die mit ca. 130 Werken bisher größte in Österreich gezeigte Retrospektive führt den Werdegang der Künstlerin von ihren ersten geometrischen, dann gestisch-abstrakten Werken zur berühmten „Space Art“ – Kogelniks Begriff für ihre individuelle Ausprägung der Pop Art – bis hin zum bisher wenig beachteten Spätwerk vor. Dem chronologischen Rundgang ist ein erster Raum mit den wichtigen Hangings und Selbstbildnissen vorangestellt. Dem Spätwerk wird erstaunlich viel Raum gegeben, während die berühmten Glasköpfe fehlen.
5. Juli 2013
Maria Lassnig (* 1919), Mutter Natur, 1999, Installationsfoto: Alexandra Matzner.

Maria Lassnig & Marisa Merz – Goldene Löwen 2013 55. Biennale von Venedig

Maria Lassnig (* 1919) und Marisa Merz (* 1931) wurden heuer mit den „Goldenen Löwen“ für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Damit ehrt Massimiliano Gioni zwei Grandes Dames der österreichischen und italienischen Nachkriegskunst, die beide erst spät in ihren Karrieren internationale Aufmerksamkeit geschenkt bekommen haben. Beide Künstlerinnen sind in der Schau „Il Palazzo Enciclopedico“ im Zentralen Pavillon in den Giardini in einem gemeinsamen Saal ausgestellt.
5. Juli 2013
Marino Auriti (1891-1980), Museums des Weltwissens, 1950er, American Folk Art Museum, New York, Installationsfoto: Alexandra Matzner.

Il Palazzo Enciclopedico: Die historischen Wurzeln 55. Biennale von Venedig - Teil 1

Die zentrale Ausstellung der diesjährigen Biennale von Venedig findet unter dem Titel „Il Palazzo Enciclopedico (The Encyclopedic Palace)“ statt. Sie wurde von Massimiliano Gioni zusammengestellt und umfasst 150 Künstler aus 37 Ländern. Erstaunlich viele davon sind bereits verstorben, Autodidakten oder Outsider Artists, die nie im Kunstbetrieb Fuß gefasst haben, ihre künstlerische Tätigkeit nicht als Kunstmachen verstanden haben.
5. Juli 2013
Carl Gustav Jung (1875-1961), Das rote Buch, 1913-1929, Foundation of the Works of C.G. Jung, Zürich, Installationsfoto: Alexandra Matzner.

Carl Gustav Jungs „Rotes Buch“ und seine Nachfolger 55. Biennale von Venedig – Teil 2

Den Ausstellungsrundgang durch die „Kunst- und Wunderkammer“ beginnt im Zentralen Pavillon in den Giardini, hier befindet sich in der Kuppelhalle nach dem Eingang Carl Gustav Jungs sagenumwobenes „Rotes Buch“. Im Jahr 2009 wurde es nach Jahrzehnten von der Familie zur Veröffentlichung freigegeben und erstmals in New York ausgestellt, 2011 folgte eine Präsentation im Züricher Museum Rietberg. Schon in seiner Entstehungszeit wurde es von dem ehemaligen Freud Schüler als bahnbrechend für seine spätere Entwicklung empfunden. Insgesamt 16 Jahre hat der Schweizer Psychoanalytiker vom Dezember 1913 bis 1929 an dem Text in gotischer Schrift und den fast an mittelalterliche Miniaturen erinnernden Bildern auf Pergament gearbeitet.
5. Juli 2013
Hilma af Klint (1862-1944), The Dove, Nr. 13, 1915, Installationsfoto Biennale: Alexandra Matzner.

Mystiker, Outsider und anerkannte Künstler_innen 55. Biennale von Venedig – Teil 3

Links neben dem Eingang befinden sich die 387 Architekturmodelle des österreichischen Postbeamten Peter Fritz (1916-2008) aus den 50er und 60er Jahren, die von Oliver Croy und Oliver Elser (* 1970/* 1972) im Wien Museum entdeckt worden sind. Diese Typologie des Hausbaues der frühen Nachkriegszeit wird an den Wänden von der Serie „Himmelsfarben“ (1969, 1976) von KP Brehmer (1938-1997) sowie utopische Architekturzeichnungen des Amerikaners Achilles G. Rizzoli (1896-1981) gerahmt.
5. Juli 2013
Anna Zemánková (1908-1986), Biennale von Venedig, Installationsfoto: Alexandra Matzner.

Kunst und Spiritualität, Mythen oder einfach nur private Obsessionen 55. Biennale von Venedig – Teil 4

Im Zentralen Pavillon findet sich noch eine Reihe von weiteren Positionen, die weder innerhalb des Kunstzirkels geschaffen wurden noch für diesen bestimmt waren. Anonyme tantrische Malereien treffen auf Zeichnungen aus der ethnologischen Sammlung des Wiener Fotografen und Volkskundlers Hugo A. Bernatzik (1897-1953) und Shaker Gift Drawings aus den USA (19.Jahrhundert). Morton Bartlett (1909-1992) hyperrealistische Puppen entstanden genauso im Geheimen wie die Fotografien von Kohei Yoshiyuki (* 1946), aber nicht die von Nikolay Bakharev (* 1946). Die Tarotkarten-Entwürfe von Frieda Harris (1877-1962) für Aleister Crowley (1875-1947) verweisen auf private Mythologien und Götterhimmel, während Guo Fengyi (1942-2010) sich als Medium empfand. Anna Zemánková (1908-1986) arbeitete nur für sich selbst, ließ Blumen erblühen und bekämpfte ihre Depression.
5. Juli 2013
Peter Fischli/David Weiss (* 1952/1946-2012), Plötzlich diese Übersicht/Suddenly This Overview, 1981-2012, Learning from Las Vegas, Installationsfoto: Alexandra Matzner.

Der spielende, sammelnde und staunende Mensch 55. Biennale von Venedig: Il Palazzo Enciclopedico – Teil 5

Der unterhaltsamste Raum im Zentralen Pavillon ist jener von Dorothea Tanning (1910-2012) sowie Peter Fischli und David Weiss (* 1952/1946-2012), die in der Ton-Figuren-Serie „Plötzlich diese Übersicht/Suddenly This Overview“ (1981-2012) einen humorvollen Blick auf die Welt geben: Dorothea Tanning zeigt sich in einem „Selbstporträt“ (1944) als kleine Figur vor der gigantischen Bergkulisse von Arizona, wohin sie gemeinsam mit Max Ernst ein Jahr zuvor, aus New York kommend, übersiedelt war. Tanning hat in ihrer Position durchaus einen gewissen Überblick, wenn auch der Eindruck vorherrscht, sie wäre durch die Natur mehr eingeschüchtert und nicht, als würde sie sie beherrschen.
5. Juli 2013
Cathy Wilkes (* 1966), Untiteled, 2013, Installationsfoto: Alexandra Matzner.

Imaginierte und organisierte Welten 55. Biennale von Venedig: Il Palazzo Enciclopedico – Teil 6

Zu den Erbauern von imaginierten Welten und organisierten Bibliotheken gehören Gianfranco Baruchello (* 1924) mit „La Grande Biblioteca“ (1976/86) im selben Raum mit Christiana Soulou (* 1961), die nach den Bestiarien von Jorge Louis Borges arbeitet, weiter der kolumbianische Zeichner José Antonio Suárez Londono (* 1955), der Imaginationen in Bilder umsetz.
5. Juli 2013
Ellen Altfest (* 1970), Torso, 2011, Installationsfoto: Alexandra Matzner.

Varietäten von Malerei 55. Biennale von Venedig: Il Palazzo Enciclopedico – Teil 7

Viel Figuration - wenig Abstraktion - wobei die figurative Malerei zwischen Hyperrealismus und sensitiver Phantastik changieren.
5. Juli 2013
Thierry De Cordier (* 1954) und Richard Serra (* 1939), Pasolini, 1985, Installationsfoto: Alexandra Matzner.

Automatisches Schreiben, Assemblieren und die Aura 55. Biennale von Venedig: Il Palazzo Enciclopedico - Teil 8

Harry Smith (1923-1991) in seinem collageartig aufbereiteten Stop-Motion-Film mit dem Titel „Film No. 12 (Heaven and Earth Magic)“ (1959-61) wird die surreale Geschichte einer Heldin erzählt – wie sie nach dem Verlust einer sehr wertvollen Wassermelone Zahnweh bekommt, ihre Behandlung, ihr Aufstieg in den Himmel und ihre Rückkehr auf die Erde.
24. Juni 2013
Édouard Manet, Olympia, 1863, Öl auf Leinwand, 130x190 cm, Paris, Musée d’Orsay, donated to the state in 1890 thanks to a subscription instigated © Musée d'Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt.

Edouard Manet und Venedig Der französische Impressionist und die Lagunenstadt

Édouard Manet (1832─1883) kam im Jahr 1853 zum ersten Mal nach Venedig und blieb einen ganzen Monat in der Lagunenstadt, bevor er nach Florenz und vielleicht auch Rom weiterfuhr. Die Ausstellung im Dogenpalast zeigt erstmals Manets berühmtestes Gemälde, die skandalumwitterte „Olympia“ (1863), neben Tizians „Venus von Urbino“ (1538) an einer Wand nebeneinander. Eine Vielzahl von Zeichnungen aus den 1850er Jahren belegt darüber hinaus Manets großes Interesse an der italienischen Malerei des 16. Jahrhunderts. Der französische Maler selbst wies bereits zu seinen Lebzeiten darauf hin, dass man von seiner eigenen Zeit alles nehmen solle, was sie zu bieten hätte, ohne die Errungenschaften der früheren Perioden zu missachten. Neben Tizians Venus-Darstellung zeigen eine „Engelspietà“ von Antonello da Messina (1475), Carpaccios „Zwei Venezianerinnen am Balkon“ (um 1495) und Lorenzo Lottos „Junger Edelmann in seinem Studio“ (um 1530), wie sich Manet klassischen und christlichen Bildthemen über eine intensive Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte näherte.
15. Juni 2013
Hilma af Klint. Eine Pionierin der Abstraktion, Hrsg. Iris Müller-Westermann, Moderna Museet, Stockholm, Hatje Cantz.

Hilma af Klint Pionierin der Abstraktion

Die schwedische Mystikerin und Malerin Hilma af Klint (1862–1944), Pionierin der Abstraktion, malte bereits 1906 erste nichtfigurative Kompositionen, die sie jedoch zu Lebzeiten nur auserwählten Eingeweihten gezeigt. Sie verfügte in ihrem Testament, dass diese Bilder erst 20 Jahre nach ihrem Tod ausgestellt werden dürfen, da sie vermutete, dass ihre Zeitgenossen sie nicht verstünden.
15. Juni 2013
Albert Oehlen, Ohne Titel, 2008, Öl und Papier auf Leinwand, 200 x 170 cm, Sammlung Markus Oehlen, Installationsaufnahme: Alexandra Matzner.

Albert Oehlen Malerei

Das mumok zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch das malerische Werk Albert Oehlens (* 1954). In den frühen 80er Jahren mit wilder, gestischer und vor allem figurativer Malerei als „Junger Wilder“ bekannt geworden, arbeitet sich der heute in der Schweiz und Spanien lebende Künstler an den vermeintlichen Grenzen des Mediums ab.
9. Juni 2013
Richard Wagner, Max Klinger und Karl May (Hatje Cantz)

Richard Wagner, Max Klinger, Karl May Weltenschöpfer aus Sachsen

Was wäre, wenn die drei gebürtigen Sachsen Richard Wagner (1813–1883), Max Klinger (1857–1920) und Karl May (1842–1912) einander getroffen hätten? Was hätten sie einander zu erzählen gehabt und worüber hätten sie sich verständigt? Wenn man den Katalogautoren der Ausstellung „Weltenschöpfer“ in Leipzig folgt, dann ergibt sich die größte Schnittmenge im Bereich der heldenhaften Protagonisten und der nicht minder heroischen Landschaft in ihren Werken.
27. Mai 2013
Gottfried Helnwein in der Albertina, Foto: Alexandra Matzner.

Gottfried Helnwein Bilder gegen Gewalt und NS-Verbrechen

Dass Gottfried Helnwein für schockierende Bilder steht, in denen er Gewalt gegen Kinder, das NS-Regime und den Umgang mit NS-Verbrechern anklagt, ist hinlänglich bekannt. Helnwein hat sich seit seinem Studium an der Wiener Akademie Anfang der 70er Jahre der Darstellung von Schmerz, Gewalt, Zerstörung aber auch kindlicher Schönheit verschrieben. Gerade in dieser Kombination entwickeln seine Bildfindungen eine verstörende Anziehungskraft. Den 65. Geburtstag zum Anlass nehmend, widmet die Albertina dem Performance-Künstler und Maler eine Retrospektive, die im wahrsten Sinne unter die Haut geht.
24. Mai 2013
Barabbas, The Big Bang, 1975 (MUSA), Foto: Alexandra Matzner.

Claus Mayrhofer Barabbas Gegenwelten eines Grenzgängers

Der Wiener Jazz-Musiker und Maler Claus Mayrhofer, alias Barabbas (1943─2009), ist heute wohl nur wenigen Zeitgenossen bekannt. Das MUSA widmet dem „Grenzgänger“ zwischen Musik und Malerei eine erste Einzelausstellung, in deren Zentrum das 50 Meter lange und knapp vier Meter hohe Wandgemälde „The Big Bang“ oder „Genesis“ steht, das Barabbas innerhalb von drei Monaten für eine Künstlerhaus-Ausstellung (August 1975) geschaffen hat.
4. April 2013
Gerhard Richter, Wolken (Fenster), 1970 (Essl Museum Klosterneuburg/Wien), Installationsansicht „Wolken“ im Leopold Museum, Foto: Alexandra Matzner.

Wolken in der Malerei Welt des Flüchtigen

Essentiell für die Landschaftsmalerei - erstmals wissenschaftlich eingeteilt im frühen 19. Jahrhundert. Das Leopold Museum widmet sich dem wichtigen Nass zwischen Himmel und Erde.
21. März 2013
Meret Oppenheim, Die Leiden der Genoveva, 1939, Kunstmuseum Bern, Legat der Künstlerin, Installationsfoto „Meret Oppenheim. Retrospektive“: Alexandra Matzner.

Meret Oppenheim Retrospektive

Getreu ihrem Motto – „Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie nehmen“ – bewegte sich Meret Oppenheim (1913-1985) fernab stilistischer Zuordnungen. Ihr höchst vielschichtiges Werk, das von Malerei über Skulptur, (Schmuck)Design bis hin zu Gedichten[1] reicht, wird oft mit dem Surrealismus in Verbindung gebracht, geht jedoch weit darüber hinaus. Die Ausstellung im Bank Austria Kunstforum, die in der Folge im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen sein wird, dokumentiert ganz deutlich: Die Künstlerin stand als Frau wie als Kreative außerhalb jeglicher Kategorie.
16. März 2013
Bartolomé Esteban Murillo, Immaculata Conceptio der Venerables Sacerdotes, 1660–1665, Öl auf Leinwand, 274 x 190 cm (Museo Nacional del Prado, Madrid)

Murillo und Justino de Neve Die Kunst der Freundschaft

Die Londoner Dulwich Picture Gallery, die eine der exquisiten englischen Adelssammlungen des 18. Jahrhunderts beherbergt, widmet ihre Frühlingsausstellung der Freundschaft zwischen dem berühmten Sevillaner Barockmaler Bartolomé Esteban Murillo 1617-1682) und dessen Auftraggeber Justino de Neve (1625-1685). Ausgehend vom hauseigenen Gemälde „Spring (?) as a Flower Girl / Frühling (?) als Blumenmädchen“ bringt die Dulwich Picture Gallery nahezu alle Bilder zusammen, die Murillo für de Neve gestaltet hat – darunter auch das atemberaubende Altargemälde der „Immaculata Conceptio der Venerables Sacerdotes“ (1660-1665) aus dem Prado.
4. März 2013
Friedensreich Hundertwasser, 556 Dampferteil, 1963, Hilti Art Foundation, Schaan, Liechtenstein, Ausstellungsansicht „Hundertwasser, Japan und die Avantgarde“, Belvedere, Orangerie, 6.3.-30.6.2013, Foto: Alexandra Matzner.

Hundertwasser, Japan und die Avantgarde Malerei und fernöstliche Philosophie

Die „Ikone der Pop-Kultur“, meinte Dir. Agnes Husslein-Arco bei der Pressekonferenz, wäre in seiner kunsthistorischen Bedeutung weitgehend unterrepräsentiert. Daher richtet das Belvedere in der Orangerie dem Einzel- und Grenzgänger Friedensreich Hundertwasser eine Ausstellung aus, die den internationalen Charakter seiner Kunst betont.
26. Februar 2013
Max Ernst, Urwald

Max Ernst. Surrealist der ersten Stunde Von Lop-lop, Schneeblumen und surrealistischen Träumen

Die retrospektiv angelegte Schau über Max Ernst (1891-1976) bringt ca. 180 Werke des umtriebigen Deutsch-Franzosen in der Albertina zusammen. Der erste malende Surrealist war Autodidakt und unglaublich umtriebig: Er bevorzugte neben der Ölmalerei noch die Collage, im Laufe der 1920er Jahre erfand er in Anlehnung an das automatische Schreiben noch drei weitere Maltechniken. Bei wenigen Künstlern der Zeit lässt sich die Problematisierung von „Stil“ oder der wiedererkennbaren Handschrift eines Künstlers so präzise nachvollziehen wie bei Ernst. Jeder Raum der Schau entspricht quasi einem anderen Künstler, der sich an Werkgruppen und Themenkomplexen abarbeitete.
4. Februar 2013
Poster Picasso/Duchamp - He was wrong, Detail, 2012 © Moderna Museet.

Picasso/Duchamp

Picasso und Duchamp steigen erstmals in den Ring! Zumindest inszeniert das Stockholmer Moderna Museet derzeit Picasso als den „Maler“ gegen Duchamp als das „Gehirn“. Kuratorin Annika Gunnarsson spielt mit dem Gedanken, zwei der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts wie Boxer gegeneinander antreten zu lassen.
22. Januar 2013
Martin Schnur, Vorspiegelung #1, 2010, Öl auf Leinwand, 235 x 190 cm,Foto: Daniela Beranek © Martin Schnur.

Martin Schnur Ein Gespräch mit Alexandra Matzner

Am 22. Jänner 2013 traf ich Martin Schnur in dessen Wiener Atelier. Kurz vor Eröffnung seiner Ausstellung im Essl Museum sprachen wir über die zerbrochenen Spiegelstücke in seinen Gemälden, über die Dreidimensionalität seiner Malerei und die Bedeutung von Licht und Atmosphäre.
17. Januar 2013
Georg Baselitz 2013 im Essl Museum, Georg Baselitz 2013, bis 20.5.2013.

Georg Baselitz Werke von 1968 bis 2012

Zum 75. Geburtstag widmet Karlheinz Essl dem deutschen Künstler Georg Baselitz (* 1938) eine Werkschau, die 44 Arbeiten der letzten 44 Jahre aus der hauseigenen Kollektion zusammenbringt. Die Zahlen wären reiner Zufall, wie der Sammler betont.
25. November 2012
Dante Gabriel Rossetti, Lady Lilith, 1866–1868, Öl auf Leinwand, 96.5 x 85.1 cm, gerahmt: 134.6 x 121.9 x 7 cm, Delaware Art Museum, Samuel and Mary R. Bancroft Memorial, 1935.

Präraffaeliten am Ausstellungs- und Kunstmarkt Viktorianische Avantgarde Teil 4

Quasi ein „Muss“ jeder Avantgardebewegung im 19. und 20. Jahrhundert gehörte, dass sie für ihre ersten Werke heftigste Kritik einstecken mußte, um dann die Möglichkeiten in der Kunst dennoch zu revolutionieren. So auch die Praeraffaeliten! Ab 1849 stellten sie ihre farbintensiven, detailgenauen Bilder öffentlich aus und ab 1855 nahmen sie an internationalen Ausstellungen teil. Wenn sie auch den Kapitalismus inhaltlich anprangerten, so gelang es doch vielen, mit ihren Gemälden und den danach gestochenen Reproduktionen hohe Summen zu verdienen.
10. November 2012
Karl Friedrich Schinkel, Die Zauberflöte. I. Akt, 6. Szene: Sternenhimmel, Thron der Königin der Nacht, 1819-24, Aquatinta und Radierung koloriert, Österreichisches Theatermuseum, Wien © Kunsthistorisches Museum Wien

Nacht in der Kunst. Kapitel 1: Romantik bis Symbolismus Die Nacht im Zwielicht

Auf die Frage, welche Bewandtnis es mit der Nacht in Wien hätte, antworten die Kuratoren Brigitte Borchhardt-Birbaumer und Harald Krejci im Belvedere mit 282 Ausstellungsobjekten – 72 davon aus eigenem Bestand. Das Belvedere besitzt in seiner Gemäldesammlung eine erhebliche Anzahl von „Nachtstücken“ aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Darüber hinaus schufen Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder mit der „Königin der Nacht“ aus der „Zauberflöte“ eine bemerkenswerte Protagonistin, die dem Licht der Aufklärung die Dunkelheit der Nacht entgegensetzt (1791 in Wien uraufgeführt).
10. November 2012
René Magritte, Der sechzehnte September, 1958

Nacht in der Kunst. Kapitel 2: Landschaften und Metaphern Die Nacht im Zwielicht

Die „Erhabene Landschaften unter dem Mond“ in Raum vier bringt Michael Wutkys „Die Spitze des Vesuvs beim Ausbruch“ (1782-84, Belvedere), Carl Gustav Carus` „Winterlandschaft mit verfallenem Tor“ (1816-18, Dresden, Galerie Neue Meister) und Caspar David Friedrichs „Abendlichen Wolkenhimmel“ (1824, Belvedere) zusammen.
19. Oktober 2012
Kerry James Marshall, School of Beauty, School of Culture, gesamt, 2012, Acryl auf Leinwand, 274 x 401 cm (Collection of the Birmingham Museum of Art, Alabama), Foto: Alexandra Matzner.

Kerry James Marshall Who`s Afraid of Red, Black and Green?

Kerry James Marshall reagiert auf die Einladung der Wiener Secession, den Hauptraum zu bespielen, mit einer symmetrisch installierten Ausstellung in der Farbtrias Rot, Schwarz und Grün. Mit dem Titel bezieht sich der 1955 in Brimingham, Alabama (USA) geborene und in Chicago lebende Künstler auf die berühmten Bilder von Barnett Newman und stellt gleichzeitig die Frage nach der Stellung der Afroamerikaner_innen in der Gesellschaft bzw. dem Kunstkontext der USA.
17. Oktober 2012
Paul Klee. Sein Leben - Seine Kunst (Prestel Verlag).

Boris Friedewald: Paul Klee Sein Leben - Seine Kunst

Boris Friedewald erzählt die Lebensgeschichte von Paul Klee mit märchenhaftem Grundton.