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Berlin | Kupferstichkabinett: Menzel. Maler auf Papier

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 18. August 2019
Adolph Menzel, Ein tanzender Maler (Selbstbildnis), Detail, flüchtige Skizze zu Kronprinz Friedrich besucht den Maler Antoine Pesne während der Arbeit auf dem Gerüst, um 1861 (© Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Jörg P. Anders)

Adolph Menzel, Ein tanzender Maler (Selbstbildnis), Detail, flüchtige Skizze zu Kronprinz Friedrich besucht den Maler Antoine Pesne während der Arbeit auf dem Gerüst, um 1861 (© Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Jörg P. Anders)

Adolph Menzel (1815–1905) ist bekannt als Maler großer Leinwandgemälde und als Zeichner unzähliger Bleistiftstudien. Doch erst als Maler auf Papier nutzte er die gesamte Palette seiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten: Es sind farbige Arbeiten von der experimentellen Einzelstudie bis hin zur durchkomponierten Malerei. Die Ausstellung präsentiert neben überwiegend eigenständigen Werke auch ausgewählte Vorarbeiten für berühmte Gemälde – darunter etwa jene Porträtstudien, die als Vorarbeiten zu dem im Auftrag von König Wilhelm I. zwischen 1861 und 1865 gemalten Krönungsbild entstanden, dem größten und figurenreichsten von Menzels Gemälden.

Menzel. Maler auf Papier

Deutschland / Berlin: Kulturforum, Kupferstichkabinett
20.9.2019 – 19.1.2020

Menzel. Maler auf Papier

Die Facetten Menzels als Maler auf Papier stellt die Ausstellung chronologisch und nach Techniken geordnet anhand ausgewählter Werke in zehn Kapiteln vor. Ebenso gibt sie dem Publikum einen Einblick in die spezifische Wirkung von Aquarell, Pastell und Gouache und Menzels eigentümliche Mischtechnik. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Pastelltechnik, die seit Mitte der 1840er bis Ende der 1850er Jahre für Menzel eine entscheidende Brücke vom Zeichnerischen zum Malerischen darstellte. Gezeigt werden neben fragmentarischen Beobachtungen auch Experimente und Verworfenes – wie etwa eine „Gewandstudie“, die von Menzel detailliert mit leuchtenden Kreiden zu Papier gebracht und später mit energischer Geste zerstört wurde.

Bei den szenischen Darstellungen ist mit dem seit 1907 in der Sammlung befindlichen Bilderpaar „Herr“ und „Dame im Coupé“ (1859) eine besondere Sensation zu entdecken: Die als Folge des Zweiten Weltkrieges verlorene „Dame“ konnte im Januar 2019 nach Jahrzehnten des unbekannten Verbleibs wieder für die Sammlung des Kupferstichkabinetts zurückgewonnen werden. Das von Menzel mit Sinn für menschliche Entgleisungen beobachtete, im Umgang mit einander so abweisende Paar, ist nun erstmals seit über 70 Jahren wieder vereint.

Ebenfalls präsentiert werden Werke, die nicht nur szenisch angelegt, sondern blattfüllend durchgearbeitet sind. „Platz für den großen Raffael“ (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg) steht für den Aspekt des Überarbeitens in verschiedenen Techniken: 1855 als Pastell begonnen, vollendete Menzel das Werk erst vier Jahre später in Gouache. Auch die 2018 für das Kupferstichkabinett erworbenen „Schlittschuhläufer“ sind von Menzel monumental in Pastell angelegt – eine Überarbeitung in Gouache erfolgte hier jedoch nicht. „Die Schlittschuhläufer“ sind unmittelbar nach Menzels erstem Frankreichaufenthalt im Jahr 1855 entstanden und zeugen von der Moderne, wie Menzel sie in Paris bestätigt fand und wofür in der Ausstellung „Erinnerung an Paris“ (Hamburger Kunsthalle) steht.

Seit den 1860er Jahren dominierte eine ausgefeilte Gouache- und Mischtechnik das Schaffen Menzels. Eindrucksvolles Beispiel dafür ist der „Schutzmann im Winter“ (1860/1865), eine blattfüllende Schilderung der eigenen Zeitgenossenschaft. Ebenso wie das Porträt des als Vorarbeit zum Krönungsbild geschaffene Bild des „Oberregierungsrath Knerk“ (1863/1865) war der „Schutzmann“ seit 1941 Kriegsverlust. Seit diesem Frühjahr zurück im Bestand können die Werke nun erstmals wieder präsentiert werden.

Drei herausragende Werktypen aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts runden die Ausstellung ab: Das in den Jahren 1863 bis 1883 als lose Folge von 44 Gouache-Malereien für Menzels Nichte Gretel und Neffen Otto entstandene „Kinderalbum“, die Auftragsarbeiten zu den Entwürfen zum „Tafelgeschirr“ der königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin für die Silberhochzeit des Kronprinzenpaares 1883 sowie die von Menzel eigenwillig uminterpretierten Allegorien.

 

Menzel im Berliner Kupferstichkabinett

Adolph Menzel ist das „Auge“ des 19. Jahrhunderts. Das Berliner Kupferstichkabinett, das mit mehr als 6.000 Werken über den weltweit größten Bestand an Papierarbeiten des deutschen Künstlers verfügt, entdeckt im Herbst 2019 mit einer großen Einzelausstellung Menzel als Maler auf Papier neu. Gezeigt werden rund 100 Werke in Aquarell, Pastell und Gouache aus eigenem Bestand, ergänzt um ausgesuchte Leihgaben, die erstmals einen fundierten Gesamtüberblick über Menzels malerische Arbeiten auf Papier bieten.

„Menzel. Maler auf Papier“ wird kuratiert von den Menzel-Experten Werner Busch und Claude Keisch, Anna Marie Pfäfflin (Kuratorin für die Kunst des 19. Jahrhunderts, Kupferstichkabinett) und Georg Josef Dietz (Leiter der Restaurierungsabteilung, Kupferstichkabinett).
Quelle: Pressetext

 

Menzel. Maler auf Papier: Ausstellungskatalog

Anna Marie Pfäfflin (Hg.)
für das Kupferstichkabinett – staatliche Museen zu Berlin in Zusammenarbeit mit Werner Busch, Claude Keisch, Georg Josef Dietz und Corinna A. Rader
ca. 23 × 28 cm, ca. 288 Seiten
ca. 200 Abbildungen, Hardcover
ISBN: 978-3-7319-0849-4
Michael Imhof Verlag

 

Menzel. Maler auf Papier: Bilder

  • Adolph Menzel, Ein tanzender Maler (Selbstbildnis), Detail, flüchtige Skizze zu Kronprinz Friedrich besucht den Maler Antoine Pesne während der Arbeit auf dem Gerüst, um 1861 (© Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett)

Aktuelle Ausstellungen in Deutschland

23. Oktober 2026
Natalja Gontscharowa, Badende, Detail, um 1910, Öl auf Leinwand, 94,5 x 114,5 cm (Museum Wiesbaden, erworben mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung, Verein zur Förderung der bildenden Kunst in Wiesbaden e.V. sowie der Landeshauptstadt Wiesbaden)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 23. Oktober 2026

Wiesbaden | Wiesbaden Museum: Die Blauen Reiterinnen

Erstmals zeigt das Museum Wiesbaden die Künstlerinnen des "Blauen Reiter"! Mit Gabriele Münter, Marianne von Werefkin, Erma Bossi, Maria Marc, Elisabeth Erdmann-Macke, Sonia Delaunay-Terk, Emmi Dresler, Elisabeth Epstein, Natalja Gontscharowa, Else Lasker-Schüler und die fast unbekannten Olga Meerson sowie Carla Pohle.
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23. Oktober 2026
Ramon Casas, La Sargantain, Kopf, 1907 (Círculo del Liceo, Barcelona)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 23. Oktober 2026

München | Kunsthalle: Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso

Die Kunsthalle München zeigt im Herbst/Winter 2026/2027 eine Gruppenausstellung der wichtigsten Künstler Barcelonas um 1900, mit Gaudí & dem jungen Picasso.
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22. Oktober 2026
Leonor Fini, Dans la tour [Im Turm (Selbstporträt mit Constantin Jelenski)], Detail, 1952, 91 x 64,3 cm (Palazzo Reale, Mailand)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 22. Oktober 2026

Frankfurt | Schirn: Leonor Fini

Im Winter 2026/2027 zeigt die Schirn Kunsthalle Frankfurt die erste große Ausstellung zu Leonor Fini in Deutschland. Rund 150 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und Objekte, geben einen umfassenden Einblick in das faszinierende Œuvre der Künstlerin.
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16. Oktober 2026
Sofonisba Anguissola, Bianca Ponzoni Anguissola, 1557 (Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie /Jörg P. Anders) & Eugen Spiro, Die Gattin des Künstlers, 1929 (Staatliche Museen zu Berlin, Neue Nationalgalerie © VG Bild-Kunst, Bonn, 2021)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 16. Oktober 2026

Berlin | Gemäldegalerie: Porträts! Überraschende Begegnungen von Botticelli bis Lempicka

Mit der großen Sonderausstellung „Porträts! Überraschende Begegnungen von Botticelli bis Lempicka“ lädt die Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin im Herbst/Winter 2026/2027 zu einer faszinierenden Reise durch die Geschichte des Bildnisses ein. Ungewöhnliche Gegenüberstellungen von Werken aus fünf Jahrhunderten offenbaren verblüffende Gemeinsamkeiten, lassen die Werke auf neue Weise lebendig werden und bieten die Möglichkeit, über Fremd- und Selbstdarstellung, Inszenierung, Rolle und Charakter nachzudenken.
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15. Oktober 2026
Body. Aspekte des Körperlichen. Werke aus der Stiftung Spengler im Germanischen Nationalmuseum 2026-2027
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 15. Oktober 2026

Nürnburg | Germanisches Nationalmuseum: Body. Aspekte des Körperlichen

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnburg plant im Sommer 2026 eine Ausstellung zu „Body. Aspekte des Körperlichen. Werke aus der Stiftung Spengler“. Bisher ist noch nichts über den Inhalt bekannt. ARTinWORDS hält euch am Laufenden!
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15. Oktober 2026
Winfred Gaul, Autobahn II,1965 (Stiftung Sammlung Kemp, Kunstpalast, Düsseldorf © VG Bild-Kunst, Bonn; Foto: Kunstpalast – LVR-ZMB – Annette Hiller)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 15. Oktober 2026

Düsseldorf | Kunstpalast: Winfred Gaul

Der Kunstpalast widmet dem Düsseldorfer Künstler Winfred Gaul im Herbst 2026 eine umfassende Ausstellung. Gezeigt werden rund 120 Gemälde und Papierarbeiten aus der 2011 gestifteten Sammlung von Willi Kemp. Sie bietet einen weitreichenden Überblick über Gauls Werk von 1955 bis 1997 und dokumentiert zugleich den engen Austausch zwischen Künstler und Sammler.
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