0

James Ensor: Biografie

James Ensor, Der Skelettmaler, 1896, Öl auf Holz, 38,5 x 45,5 cm (KMSKA, T385)

James Ensor, Der Skelettmaler, 1896, Öl auf Holz, 38,5 x 45,5 cm (KMSKA, T385)

James Ensor (13.4.1860–19.11.1949) war ein belgischer Maler und Grafiker des Symbolismus.

Ehefrau

James Ensor blieb unverheiratet. Allerdings pflegte er eine langjährige Beziehung mit Augusta Bogaerts, die er um 1888 kennenlerte. Allerdings lebte das Paar nie in einem gemeinsamen Haushalt.

Kinder

James Ensor hatte keine Kinder.

Biografie von James Ensor (1860–1949)

  • 13.4.1860

    Am 13. April 1860 wurdr James Sidney Ensor in Ostende geboren.
  • 1861

    kam seine Schwester Mariette, genannt Mitche, zur Welt.
  • 1871

    Ensor besuchte das Gymnasium Notre-Dame in Ostende und war kein guter Schüler. Der Vater erkannte aber sein zeichnerisches Talent.
  • 1873

    Besuchte Zeichenkurse bei den Ostender Aquarellisten Edouard Dubar und Michel van Cuyck. Ensor richtete sich in der Mansarde des elterlichen Hauses ein Atelier ein.
  • 1875

    Die Familie Ensor zog in ein Haus an der Ecke Rue de Flandre/Van Iseghemlaan, wo Ensor bis 1917 lebte.
  • 1876

    Besuch der Zeichenkurse an der Akademie in Ostende. James Ensor arbeitete nach Antiken und lebenden Modellen, malte v.a. kleine, realistische Seestücke und Landschaften in Pleinair.
  • 1877

    Ensor schrieb sich an der Académie des Beaux-Arts in Brüssel ein; Studienkollegen waren Willy Finch, Fernand Khnopff, Guillaume Vogels.
  • 1877–1880

    Studium an der Brüsseler Akademie bei Alexandres Robert, Joseph Stallaert und Joseph van Severdonck. James Ensor lernte über den Kritiker Theo Hannon dessen Schwester Mariette Hannon-Rousseau kennen, die ihn gastfreundlich in ihrem Haus aufnahm.
  • 1880

    Rückkehr nach Ostende, das er mit der Ausnahme von wenigen Reisen nach Holland, England und Frankreich sowie häufigen Besuchen in Brüssel nie verließ. Bei Ernest Rousseau, dem Rektor der Université Libre, traf er den Maler Félicien Rops und den Literaten Eugène Demolder
  • 1881

    Mitglied der Künstlergemeinschaft „La Chrysalide“. Ensor stellte erstmals aus. Teilnahme an der „Exposition Générale des Beaux-Arts“ in Brüssel.
  • 1882

    Ensors „Austernesserin“ wurde am Salon in Brüssel abgelehnt. Mitglied von „Cercle Artistique et Littéraire“ sowie „L`Essor“. „L`Essor“ nahm einige Gemälde von Ensor in ihre Ausstellung auf, wies jedoch die „Austernesserin“ genauso zurück.
  • 1883

    James Ensor war auf der Jahresausstellung von „L`Essor“ mit zwei Werken vertreten. Der Brüsseler Salon wies alle seine eingereichten Bilder zurück. Gründung von „Les XX“ („Les Vingtes“, Die Zwanzig) unter der Leitung des Juristen und Schriftstellers Octave Maus; Mitglieder waren neben Ensor William Finch, Fernand Knopff, Jan Toroop, Georges Lemmen, Henry van de Velde und Theo van Rysselberghe.
  • 1884

    Erste Jahresausstellung von „Les XX“, Ensor war mit sechs Bildern vertreten. Reiste nach Frankreich und Holland, wo er Werke von Goya, Jordaens, Courbet und Millet sah. Die Zeitschrift „L´Art Moderne“ publizierte Ensors ersten Artikel mit dem Titel „Trois semaires à l`Académie“.
  • 1885

    Jahresausstellung von „Les XX“: Ensors Entwicklung vom Realismus zum Symbolismus und zur Phantastik wurde sichtbar. Die Kritik reagierte mit Unverständnis und Ablehnung.
  • 1886

    Dritte Jahresausstellung von „Les XX“, auf der die Werke von Impressionisten gezeigt wurden (Renoir, Monet, Whistler, Redon). Auf einer Reise nach London bewunderte er die Bilder William M. Turners. Erste Radierungen entstanden.
  • 1887

    Der Vater starb, Ensor verlor die einzige Person aus seinem näheren Umkreis, der seine Kunst verstanden hatte und ihn unterstützte. Ensor erkrankte schwer, daraufhin nahm er die Themen Tod/Skelett, Maske, Satire und Karikatur in sein Werk auf. Zur vierten Jahresausstellung von „Les XX“ schickte James Ensor 21 Werke; zudem sind Bilder von Morisot, Pissarro und Seurat zu sehen. Ensor schätzte den Neo-Impressionismus nicht und stufte ihn als inhaltsleer ab.
  • 1888

    James Ensor lernte Augusta Boogaerts, die Tochter eines Hoteliers aus Ostende, kennen und blieb zeitlebens mit ihr verbunden. Es entstand Ensors wichtigstes Werk: „Der Einzug Christi in Brüssel“, mit dem die Masken-Bilder begannen und Ensor seine Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft ausdrückte. Auf der fünften Jahresausstellung von „Les XX“ waren Werke der Pointillisten und Toulouse-Lautrec zu sehen.
  • 1889

    Teilnahme an der sechsten Jahresausstellung von „Les XX“, wo auch Bilder von Paul Gauguin gezeigt wurden; sein Austritt aus der Gruppe wurde erstmals gefordert.
  • 1890

    Auf der Jahresausstellung der „Les XX“ waren Bilder von Paul Cézanne, Vincent van Gogh (dort wurde sein erstes Bild verkauft!) und Renoir zu sehen, worauf sich Ensor als künstlerischer Außenseiter fühlte und gänzlich nach Ostende zurückzog.
  • 1891

    James Ensor zeigte grafische Arbeiten in der Galerie Dietrich in Brüssel.
  • 1892

    Eugène Demolder publizierte die erste Monografie zu Ensors Werk. Ensors Schwester Mariette heiratete den Chinesen Taen Hee Tseu, der sie kurz nach der Hochzeit und vor der Geburt der gemeinsamen Tochter Alexandra verließ.
  • 1893

    Teilnahme an der letzten Jahresausstellung von „Les XX“, die sich daraufhin auflöste. Künstlerische Krise: Ensor versuchte den gesamten Bestand seines Ateliers für 8.500 (alte) BF zu verkaufen, fand jedoch keinen Abnehmer. Gründung von „Cercle des Beaux-Arts“ gemeinsam mit Vogels. Ensor konnte bei der ersten Ausstellung eine größere Anzahl von Radierungen an das Kupferstichkabinett Dresden verkaufen.
  • 1895

    James Ensors hatte seine erste Einzelausstellung am „Comptoir des Arts Industriels La Royale“ in Brüssel.
  • 1898

    Erste, wenig erfolgreiche Einzelausstellung im Ausland beim „Salon des Cent“ der Kunstzeitschrift „La Plume“ in Paris. „La Plume“ widmete ihm eine Sondernummer.
  • 1899

    Der „Cercle Artistique“ in Ostende zeigte 52 Radierungen.
  • 1902

    Betritt zur „Libre Académie de Belgique“, die von Edmond Picard gegründet worden war.
  • 1903

    Verleihung des Titels „Ritter des Leopoldordens“ als öffentliche Anerkennung durch den belgischen König.
  • 1904

    Das Sammlerehepaar Lambotte kaufte mehrere frühe Arbeiten und schenkte ihm ein Harmonium. Lernte auch den Sammler und Mäzen François Franck aus Antwerpen kennen.
  • 1905

    James Ensor wurde Mitglied der Antwerpener Vereinigung „L`Art Contemporain“.
  • Ab 1907

    Ensor erhielt nationale und internationale Anerkennung auf zahlreichen Ausstellungen.
  • 1911

    Das Ballett „La Gamme d`Amour“ entstand: Ensor komponierte die Musik und entwarf Bühnenbilder und Kostüme. Im April besuchte Emil Nolde James Ensor in Ostende.
  • 1914–1918

    Während des Ersten Weltkriegs blieb James Ensor in Ostende. Inhaftierung durch die Deutschen, da er in einer Karikatur Kaiser Wilhelm II. als Aasgeier dargestellt hatte.
  • 1915

    Tod der Mutter
  • 1916

    Tod der Tante
  • 1917

    James Ensor bezog das Haus in der Rue de Flandre 27 seines verstorbenen Onkels; gestaltete es zu einem Privatmuseum um, wo ihn viele Bewundere wie u.a. Erich Heckel besuchten.
  • 1920

    James Ensor befand sich am Höhepunkt seines Ruhms. Die Galerie Georges Giroux veranstaltete zu seinem 60. Geburtstag eine große monografische Ausstellung.
  • 1921

    Die „Les écrits d`Ensor“ erscheinen.
  • 1922

    James Ensor wurde zum Mitglied der Königlichen Akademie der Schönen Künste von Belgien ernannt.
  • 1926

    Einladung zur 15. Internationalen Biennale von Venedig, im belgischen Pavillon auszustellen.
  • 1927

    Ausstellungen in der Galerie von Paul Cassirer in Berlin, im Kunstverein Leipzig, der Kestner-Gesellschaft in Hannover und in der Kunsthalle Mannheim.
  • 1929

    König Albert ernannte James Ensor zum Baron. Besuch von Wassily und Nina Kandinsky.
  • 1932

    Ausstellung im Musée du Jeu de Paume in Paris
  • 1933

    Aufnahme in die Ehrenlegion
  • 1939–1945

    Während des 2. Weltkriegs blieb Ensor in Ostende.
  • 1945

    Ensor wurde zum Präsidenten der Vereinigung „Junge belgische Kunst“ gewählt. Seine Schwester Mitche starb.
  • 1948

    Gründung der Gesellschaft „Freunde von James Ensor“ zur Verbreitung des Œuvres.
  • 19.11.1949

    Am 19. November 1949 Tod von James Ensor nach dreiwöchiger Krankheit in Ostende. Er wird auf dem Friedhof der Kirche Notre Dame des Dunes in Mariakerke bei Ostende begraben.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.