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Dresden | Residenzschloss: Paraderäume September 1719 eröffnet – September 2019 rekonstruiert

Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 21. August 2019
Dresden, Residenzschloss, Paradeschlafzimmer, virtuelle Rekonstruktion

Dresden, Residenzschloss, Paradeschlafzimmer, virtuelle Rekonstruktion

Mit der Eröffnung der Paraderäume erreicht die Einrichtung des Dresdner Residenzschlosses ihren glanzvollen Höhepunkt: Im September 1719, anlässlich des einen ganzen Monat andauernden Hochzeitsfestes zu Ehren von Kurprinz Friedrich August und der Kaisertochter und Erzherzogin Maria Josepha, eröffnete August der Starken die Räume (→ Rembrandt - Tizian - Bellotto). In dieser Raumfolge inszenierte der sächsisch-polnische Kurfürst-König seine Herrschaft. 30 Jahre zuvor hatte er als junger Prinz auf Reisen den Glanz von Versailles auf dem Höhepunkt der Macht Ludwigs XIV. selbst erlebt und war tief beeindruckt.

Die Paraderäume im Dresdner Residenzschloss

Deutschland | Dresden: Residenzschloss
Ab 28.9.2019

Rekonstruktion der Paraderäume

1997 beschloss die sächsische Staatsregierung, die im Krieg völlig zerstörten Paraderäume soweit wie möglich wiedererstehen zu lassen, auch weil Teile des Mobiliars dank rechtzeitiger Auslagerungen erhalten sind: Der Audienzstuhl und seltene Silbermöbel, französische Prunkmöbel, aber auch die schon zu ihrer Entstehungszeit außergewöhnlich kostbaren Goldpilaster aus dem Audienzgemach und viele der dort einst aufgehängten Gemälde.

 

Dresden, Residenzschloss, Kleiner Ballsaal, 1896
Dresden, Residenzschloss, Kleiner Ballsaal, 1896

 

Dank Kupferstichen und Zeichnungen des Hochzeitsfestes von 1719, aber auch auf Grundlage späterer Aufnahmen und Quellen war die Rekonstruktion möglich. Die einzigartigen Textilien, mit denen die Wände einstmals bespannt waren, mussten auf Handwebstühlen neu angefertigt werden. Die beiden über 70 Quadratmeter großen, ursprünglich von Louis de Silvestre auf Leinwand geschaffenen Deckengemälde des Audienzgemachs und des Paradeschlafzimmers waren durch jeweils 34 Farbaufnahmen, die 1942/44 zu Dokumentationszwecken angefertigt wurden, rekonstruierbar.

Ausgestellt ist zudem die originale Garderobe August des Starken, die dieser zur Krönung 1697 sowie zur Hochzeitsfeier des Kurprinzen 1719, aber auch zu anderen festlichen Gelegenheiten trug – ein weltweit einzigartiger Schatz barocker Textilkunst und europäischer Herrschaftsgeschichte. Am Thron Augusts des Starken vorbei gelangt man künftig zu den königlichen Insignien, den Thronfahnen und den Thronschwertern Polens und Litauens und zuletzt zur „königlichen statua“ der Figurine mit dem Krönungsornat, das August der Starke 1697 in Krakau trug, hin zur Lebendmaske, die ihm 1704 abgenommen wurde. Die vom Eckparadesaal bis zum Paradeschlafzimmer sich erstreckende Raumflucht wurde in mehr als zehnjähriger Arbeit mit höchstem Aufwand und Expertenwissen sowie unter handwerklichen Höchstleistungen rekonstruiert und mit original erhaltenen Kunstwerken aus Rüstkammer und Kunstgewerbemuseum entsprechend der Ausstattung des 18. Jahrhunderts wiedereingerichtet.

Quelle: Pressetext

 

Paraderäume im Dresdner Residenzschloss: Bilder

  • Dresden, Residenzschloss, Kleiner Ballsaal, 1896
  • Dresden, Residenzschloss, Paradeschlafzimmer, virtuelle Rekonstruktion

Aktuelle Ausstellungen

14. Mai 2026
Genie, Idol, Star. Verehrung im 19. Jahrhundert im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 2026
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 14. Mai 2026

Nürnberg | Germanisches Nationalmuseum: Genie, Idol, Star. Verehrung im 19. Jahrhundert

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnburg plant im Sommer 2026 eine Ausstellung zu „Genie, Idol, Star. Verehrung im 19. Jahrhundert“. Dabei nimmt es mit 170 Objekten die Entwicklung von Genie- und Starkult aber auch der Verehrung von Idolen in den Fokus.
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12. Mai 2026
Erwin von Steinbach zg. († 1318), teilweise nach Meister Rudolf dem Älteren († 1276), Teilansicht der Fassade des Straßburger Doms (Zeichnung A’), Detail, um 1260–1270, Feder und braune Tinte auf Pergament (Fondation de l’Oeuvre Notre-Dame, in der Obhut des Musée de l’Oeuvre Notre-Dame, Straßburg, D.22.995.0.11 [OND 2])
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 12. Mai 2026

New York | The Met: Gotische Anfänge der Architekturzeichnung

Was bedeutete es, im Mittelalter Architektur zu entwerfen? Diese Frage, so provokant sie klingt, steht im Zentrum einer der aufregendsten Entdeckungen der jüngeren Kunstgeschichte. Das Metropolitan Museum versammelt mehr als 90 gotische Architekturzeichnungen, um den Gestaltungsprozess und die Formfindung auf den Prfüfstand zu stellen.
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12. Mai 2026
Henri Matisse, La Tristesse du roi [Die Traurigkeit des Königs], 1952, Gouache papers, cut and pasted on paper mounted on canvas 292 × 386 cm (Centre Pompidou, Musée national d’art moderne, Paris © Succession H. Matisse Photo © Centre Pompidou, Mnam-Cci/Philippe Migeat/Dist. Rmn-Gp)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 12. Mai 2026

Paris | Grand Palais: Henri Matisse 1941–1954 Malerei ohne Grenzen | 2026

Paris zeigt 2026 einen tiefen Einblick in Henri Matisses Spätwerk (1941–1954): Welche Rolle spielt "Jazz"? Erfahren Sie, wie der Künstler mit seinen revolutionären Scherenschnitten und der Gestaltung der Vence-Kapelle die Grenzen zwischen Farbe und Zeichnung auflöste.
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9. Mai 2026
Henry Moore, Three Piece Sculpture: Vertebrae, 1968–1969, Bronze, 280 × 710 × 355 cm (Henry Moore Foundation)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 9. Mai 2026

London | Kew Gardens: Henry Moore: Monumental Nature

Ab Frühjahr 2026 kann man die beeindruckende Größe und Schönheit von Henry Moores Skulpturen in der atemberaubenden Landschaft der Kew Gardens erleben.
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8. Mai 2026
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 8. Mai 2026

Venedig | Biennale: Florentina Holzinger im Österreich-Pavillon Seaworld Venice | 2026

Der Österreich-Pavillon auf der 61. Biennale von Venedig im Jahr 2026 wird von der international renommierten österreichischen Performancekünstlerin Florentina Holzinger (*1986, Wien) gestaltet. Holzinger wird für den Biennale-Beitrag unter dem Arbeitstitel „Seaworld Venice“ mit der Kuratorin Nora-Swantje Almes sowie einem Team aus Performer:innen, Musiker:innen, Stunt-Koordinator:innen und Produzent:innen zusammenarbeiten.
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8. Mai 2026
Rembrandt, Büste eines Greises mit goldener Kette, Detail, 1632 (Gemäldegalerie, Kassel, Inv. Nr. GK 233)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 8. Mai 2026

Kassel | Schloss Wilhelmshöhe: Rembrandt 1632

Die Gemäldegalerie Alte Meister in Schloss Wilhelmshöhe, Kassel, zeigt im Sommer 2026 eine Ausstellung zum jungen Rmebrandt. „Rembrandt 1632. Entstehung einer Marke“ untersucht, wie der Maler nach Amsterdam zog und sein Stern als Porträtist aufzusteigen gegann. Gleichzeitig experimentierte er mit verschiedenen Gattungen wie dem Historienbild und der Kandschaft.
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Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.
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