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Fra Angelico: Biografie

Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 25. August 2025
Fra Angelico, Die Verkündigung, Detail, 1426, Öl/Holz, 194 x 194 cm (Madrid, Museo Nacional del Prado)

Fra Angelico, Die Verkündigung, Detail, 1426, Öl/Holz, 194 x 194 cm (Madrid, Museo Nacional del Prado)

Fra Angelico (Mugello b. Florenz 1386/1400–18.2.1455 Rom) zählt zu den berühmtesten Malern der Florentiner Renaissance. Er ist ab 1423 als Bruder des Dominikanerordens dokumentiert. Schon zuvor arbeitete der vermutlich als Buchmaler ausgebildete Angelico als Maler. Dies dürfte die lyrische Bildsprache des Mönchs erklären, dessen Figuren feingliedrig und zart erscheinen, während sein Generationsgenosse Fra Filipp Lippi sich einer monumentaleren Figurenbildung verschrieb. Insgesamt ergeben Quellenlage und erhaltene Werke (Werkstattarbeiten!) nur ein grobes Bild der stilistischen Entwicklung des Malers, was die Datierung bis heute sehr erschwert. Ende der 1420er und in den 1430er Jahren ist der Einfluss von Masolino deutlich zu spüren. Zeit seines Lebens malte Fra Angelico nur religiöse Themen, was ihm seinen „Künstlernamen“ eintrug.

Giorgio Vasari stilisierte Fra Angelico zum christlichen Maler par excellence:

„So würde es Gott gefallen, […] dass alle Ordensmänner – die guten mögen es mir nachsehen – ihre Zeit so nutzen würden wie jener wirklich engelsgleiche Pater, der sein ganzes Leben in den Dienst Gottes stellte und zum Wohl der Welt und des Nächsten agierte.“1

1982 wurden Fra Angelico von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Der malende Mönch ist der Schutzpatron der christlichen Künstler.

Weitere Beiträge zu Fra Angelico

  • Fra Angelico (überblicksseite) → Link siehe oben
  • Florenz | Palazzo Strozzi: Fra Angelico (2026)
  • Fra Angelico und die Erfindung der Florentiner Renaissance

Biografie von Frau Angelico (Mugello b. Florenz 1386/1400–18.2.1455 Rom)

  • um 1386–1400um 1386–1400

    Geburt von Fra Angelico als Guido di Pietro in Vicchio (Mugello) nahe Florenz. Varianten der Datierung seiner Geburt zwischen 1386 und 1400 sind in der Literatur belegt.
  • 1408–14181408–1418: Leben im Dominikanerkonvent zu Cortona

    Fra Angelico lebte im Dominikanerkonvent zu Cortona.
  • 17.10.141717. Oktober 1417: Eintritt in die Lukasgilde

    Fra Angelico trat am unter dem Namen Guido di Pietro der Lukasgilde und zur Bruderschaft San Niccolò da Bari bei.
  • Januar – Februar 1418Januar – Februar 1418: Zahlungen für Arbeiten in Santo Stefano al Ponte

    Zahlungen für Arbeiten in Santo Stefano al Ponte (heute zerstört). Ein Zahlungsdokument von 1418 bestätigt seine Tätigkeit als selbständiger Maler.
  • um 1420um 1420: Eintritt in den Observanten-Konvent San Domenico (Fiesole)

    Eintritt in den Observanten-Konvent San Domenico (Fiesole); nimmt den Ordensnamen Fra Giovanni an. Spätestens im Jahr 1423 legte er seine Profess ab.
  • 14231423: Fra Angelico in Fiesole ansässig

    Als Dominikanerbruder urkundlich belegt. Fra Angelico wurde im Dominikanerkonvent San Domenico in Fiesole ansässig, wo er seine Werkstatt einrichtete. Fra Angelico wurde 1423 für ein Kruzifix für Santa Maria Nuova (verloren) bezahlt. Einige der Manuskripte im Besitz des Klosters dürften entweder gänzlich oder zumindest teilweise von Fra Angelico illuminiert worden sein.
  • 1425–14301425–1430: Hochaltar-Polyptychon für San Domenico

    Hochaltar-Polyptychon für San Domenico, Fiesole (National Gallery, London): Fra Angelico nutzte hier noch eine frühe, traditionsnahe Retabelgestaltung.
  • 14261426: „Verkündigung“ (Prado)

    Die „Verkündigung“ (Prado, Madrid) zeigt bereits eine frühe Variante des Marienbildes.
  • 1427–14281427–1428: Petrus-Martyr-Altar

    Der „Petrus-Martyr-Altar“ (vor 1429 vollendet, Museo di San Marco, Florenz) ist eines der frühesten gesicherten Altarwerke von Fra Angelico.
  • 1430/311430/31: Marienkrönung

    „Marienkrönung“ (Louvre, Paris)
  • 14331433: Tabernacolo dei Linaioli [Altar der Leinweber]

    Fra Angelico erhielt den Auftrag für den „Tabernacolo dei Linaioli [Altar der Leinweber]“ (Museo di San Marco) für den Marmortabernakel der Arte dei Linaiuoli (Rahmen von Lorenzo Ghiberti).
  • 1434/351434/35: Incoronazione della Vergine [Marienkrönung]

    „Incoronazione della Vergine [Marienkrönung]“ (1434/35, Uffizien, Florenz) (Nicht zu verwechseln mit der Louvre-Version).
  • 14351435: Übernahme des Klosters San Marco in Florenz

    Die Dominikaner aus Fiesole übernahmen das Kloster San Marco in Florenz, was der Ausgangspunkt für Fra Angelicos größten Freskenauftrag wurde.
  • 1436–14401436–1440: Kreuzabnahme

    Fra Angelicos „Kreuzabnahme“ (Hauptbild des Strozzi-Altars, Santa Trinita; heute Museo di San Marco) zeigt eine modernere Figurenauffassung als seine früheren Werke. Lorenzo Monaco hatte den Strozzi-Altar begonnen und war darüber verstorben. Frau Angelico musste dessen Anlage übernehmen und weiterentwickeln.
  • 14371437: Altarbild für San Domenico in Perugia

    Beginn eines Altarbilds für San Domenico, Perugia (Galleria Nazionale dell’Umbria).
  • 1438 (auch: 1433/34 überliefert)1438 (auch: 1433/34 überliefert): Cortona-Altar

    Der Cortona-Altar zeigt „Verkündigung“ mit Predella (Museo Diocesano, Cortona). Die Datierungsvorschläge reichen von um 1438 aber auch 1433/34. Laut der Quellen an mehreren Projekten in Cortona gearbeitet haben.
  • 1438–14401438–1440: Pala di San Marco

    „Pala di San Marco“ (Hochaltarbild) entstand als Auftrag zu Ehren der hll. Cosmas & Damian. Die Mitteltafel befindet sich im Museo di San Marco, die Predellentafeln u. a. in der Alten Pinakothek in München.
  • 1438–14431438–1443: Fresken im Konvent San Marco (Florenz)

    Fra Angelico und seine Werkstatt arbeiteten an einem großen Freskenprogramm im Konvent San Marco (Florenz): Kreuzgang, Kapitelsaal, Refektorium, Korridore und Mönchszellen. Fra Angelico malte unter dem Patronat der Medici.
  • 14451445: Rom

    Fra Angelico übersiedelte nach Rom. Dort freskierte er im Vatikanpalast unter Papst Eugen IV. und später auch unter Nikolaus V.
  • 14471447: Vertrag mit Orvieto

    Fra Angelico sollte an der Cappella di San Brizio (Dom) mitarbeiten. Er schuf die Ausmalung von zwei Dreiecksflächen am Gewölbe (mit Benozzo Gozzoli).
  • 1447–1449 (tlw. 1447/48)1447–1449: Fresken in der Cappella Niccolina

    Fra Angelico malte die Fresken in der Cappella Niccolina (Vatikanspalast): Zyklen zu den hll. Stephanus und Laurentius. Hierbei handelt es sich um die einzigen erhaltene Reste seines römischen Werks.
  • um 1450–1452um 1450–1452: Prior des Konvents San Domenico in Fiesole

    Fra Angelico stand dem Konvent San Domenico in Fiesole für zwei Jahre als Prior vor.
  • 14531453: zweiter Aufenthalt in Rom

    Rückkehr nach Rom.
  • 18.2.145518.2.1455: Tod

    Fra Angelico starb in Rom. Er wurde in Santa Maria sopra Minerva bestattet. Wenn auch sein Grab verloren ist, so ist seine Inschrift erhalten.
  • 3.10.19823. Oktober 1982: Seligsprechung

    Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II.
  • 19841984: Schutzpatron (Patron) der christlichen/katholischen Künstler

    Erhebung zum Schutzpatron (Patron) der christlichen/katholischen Künstler.

Alexandra Matzner

Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.
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