Ghent | MSKG: Queere Kunst in Belgien (1400–1950)

Maarten van Heemskerck, Schmerzensmann, Detail, 1532 (MKS, Gent)
2027 organisiert das MSK Belgiens erste queere Kunstausstellung. Die Ausstellung, die den heteronormativen Blick auf die Kunstgeschichte transzendiert, lädt die Besucher ein, 500 Jahre Kunst in den südlichen Niederlanden aus der LGBTQIA+-Perspektive zu betrachten und überraschende Sichtweisen auf Geschlecht und Sexualität zu entdecken.
Queer Belgian Art. New Perspectives on Art in the Southern Low Countries (1400–1950)
[Queere belgische Kunst. Neue Perspektiven auf die Kunst in den südlichen Niederlanden (1400–1950)]
Belgien | Ghent: Museum voor Schone Kunsten Gent
20.2. – 30.5.2027
Queere Kunst aus Belgien - ein erster Überblick (2027)
Fünf Jahrhunderte Wandel
Akzeptierte oder verbotene Formen der Intimität, sich wandelnde Definitionen von Männlichkeit, Weiblichkeit und Nichtbinarität, rein sexuelle Handlungen oder eine angeborene Orientierung: Die Geschichte von Sexualität, Geschlechtsidentität und -ausdruck ist eine Geschichte ständiger Weiterentwicklung, die wir heute unter dem Oberbegriff „queer“ zusammenfassen.
Bewusst oder unbewusst haben sich Künstler:innen auf vielfältige Weise mit diesen Themen auseinandergesetzt. Und die Kunst, die in den südlichen Niederlanden in den letzten fünf Jahrhunderten entstanden ist, präsentiert ebenso vielfältige Sichtweisen auf gleichgeschlechtliche Intimität, Normenüberschreitungen und fließende Körperdarstellungen. Manchmal scheinen wir die persönlichen Vorlieben eines/einer Künstler:in in seinem/ihrem Werk wiederzuerkennen. Und manchmal suchen wir vor allem nach einem Spiegelbild unserer selbst in einem Bild aus der Vergangenheit.
Verborgene Geschichten enthüllt
2027 organisiert das MSK die erste Ausstellung Belgiens, die sich queeren Interpretationen in 500 Jahren Kunst der südlichen Niederlande und Belgiens widmet. Ähnliche Ausstellungen in anderen Ländern haben dieser Region selten Beachtung geschenkt, obwohl Künstler von Peter Paul Rubens bis James Ensor Werke mit queeren Perspektiven geschaffen haben.
Indem die Ausstellung den traditionell cis-heteronormativen Fokus der Kunstgeschichte bewusst außer Acht lässt, alternative Interpretationen zulässt und historische Fälle untersucht, zeigt sie, wie sich queere Erfahrungen im Laufe der Jahrhunderte veränderten und wie sie in die Kunst Eingang fanden. So lädt das Museum die Besucher ausdrücklich dazu ein, neue Ebenen in den Geschichten zu entdecken, die wir anhand unserer Sammlungen erzählen.
Kuratiert von Dr. Bart Ooghe, Dr. Thijs Dekeukeleire und Dr. Jonas Boelens.
Bilder
- Maerten van Heemskerck, Schmerzensmann, 1532 (MSK Ghent)
