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Hamburg | Hamburger Kunsthalle: Viermalvier Die 4 in der Kunst | 2022

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 9. September 2022

Die Vier ist bedeutsam: Schaut man auf die europäische Geistesgeschichte teilen die vier Himmelsrichtungen die Welt, vier Tageszeiten den Ablauf des Tages, vier Elemente beschreiben nach der griechischen Naturphilosophie die Zusammensetzung der Welt. Die menschliche Entwicklung wird in vier Lebensphasen gegliedert, das Quartal dient der gleichmäßigen rechnerischen Bewältigung der im Laufe eines Jahres unternommenen Projekte, der Vierteltakt steht für Gewichtigkeit oder sogar Majestät in der Musik, das Quadrat für Ebenmaß und das Viereck bildet die grundlegende geometrische Form der Architektur.

Viermalvier / Fourtimesfour

Deutschland | Hamburg
Hamburger Kunsthalle
9.9. – 31.10.2022

Die Vier in Hamburg

Die Ausstellung „VIERMALVIER / FOURTIMESFOUR“ greift die verschiedenen Bedeutungsebenen der Vier assoziativ auf und nimmt einmal mehr die Architektur der von Oswald Mathias Ungers geschaffenen Galerie der Gegenwart mit ihren besonderen räumlichen Bedingungen zum Ausgangspunkt einer kuratorischen Betrachtung. Vor 25 Jahren eröffnet, wird der helle Gebäudekomplex der Galerie der Gegenwart, deren Gestaltung im Inneren und Wahrnehmung im Äußeren durch die quadratische Formgebung bestimmt ist, immer wieder neu bespielt und interpretiert, durch die Kunst, die in ihm zu sehen ist. Die vier über Eck angelegten Ausstellungssäle geben mit ihren jeweils vier Wänden den Anlass für eine Hängung, welche Raum, Mensch und Kunst in ein gleichberechtigtes Verhältnis zueinander stellt.

Was lässt die Viererserie in der Kunst anklingen und welche Formen kann die Beschäftigung mit der Vier annehmen, gerade an einem Ort, welchem die Vier in Form des Quadrates unübersehbar zugrunde liegt? Die 18 Positionen (richtig gelesen: Achtzehn!) umfassende Ausstellung „VIERMALVIER / FOURTIMESFOUR“ ist hierbei bewusst assoziativ, rechnerisch falsch, unvollständig und regelbrüchig. Doch gerade der Regelbruch möchte auf die Perfektion der Vier hinweisen. „When too perfect, lieber Gott böse“ postulierte Nam June Paik, weswegen die Ausstellung auch ist wie sie ist: Zu kurze Laufzeit, viele Assoziationsmöglichkeiten für die Betrachter:innen und eine Hängung, so präzise wie eine Fuge von Johann Sebastian Bach.

„VIERMALVIER / FOURTIMESFOUR“ stellt hierbei eine um ausgewählte Gäste erweiterte Sammlungspräsentation dar, welche aus dem Bestand Bekanntes mit Unbekanntem, bereits Gezeigtes mit noch nie Präsentiertem, Neues mit Altem vereint. Dabei verbindet die Ausstellung Werke des 17. Jahrhunderts mit Positionen des 19. und 20. Jahrhunderts sowie der zeitgenössischen Kunst. Alfons Muchas Lithografie-Folgen von 1897 treffen auf speziell für die Ausstellung geschaffene auratische Gemälde von Vivian Greven. Eine raumgreifende Skulptur des aus Hamburg stammenden Künstlers Frank Gerritz von 2021 tritt in einen Dialog sowohl mit einem in den 1970er Jahren geschaffenen kinetischen Objekt von Tomitaro Nachi als auch einer kleinformatigen Studie Josef Albers von 1965.
Den Auftakt der Ausstellung bildet David Novros mit seinem monumentalen, vierteiligen Gemälde „Four Seasons“ von 1974, in welchem er den wohl bekanntesten Konzertzyklus des Komponisten Antonio Vivaldi aufgreift und die Abfolge der vier Sätze auf vier große quer- und hochrechteckige Bildflächen überträgt. In Gegenüberstellung mit „Vier Jahreszeiten. Opus 7. Der Mond ist aufgegangen“ von Hanne Darboven, einem der aus ihren Zahlensysteme übertragenem Notensysteme, und Hanns Kunitzbergers vier Gemälden „1. Hälfte 2019 I, II, III, IV“ , welche in ihrer statuarischen Hochformatigkeit und dem Bewegung oder gar Ekstase assoziierenden flirren ihrer Farben die US-amerikanische Farbfeldmalerei und Minimal Art wie auch die „Die vier Apostel“ eines Albrecht Dürer anklingen lassen, ergibt sich formal, inhaltlich und medial eine spannungsgeladene Zusammenstellung, welche herausfordert die einzelnen künstlerischen Positionen wie auch den Raum, zu welchem sie in Beziehung zu setzen und auf welchen sie ausgerichtet sind, neu zu befragen.

Kuratiert von Dr. Alexander Klar und Ifee Tack
Quelle: Hamburger Kunsthalle

 

Ausgestellte Künstler:innen

Josef Albers, Elsbeth Arlt, Hanne Darboven, Frank Gerritz, Vivian Greven, Roni Horn, Donald Judd, Imi Knoebel, Hanns Kunitzberger, Dorothea Maetzel-Johannsen, Alfons Mucha, Tomitaro Nachi, Reinier Nooms gen. Zeeman, David Novros, Sigmar Polke, Franziska Reinbothe, Philipp Otto Runge, Fred Sandback

Aktuelle Ausstellungen

24. Oktober 2026
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 24. Oktober 2026

Washington | The Philipps Collection: Avery, Gottlieb, Rothko: Am Meer

Drei Freunde - Milton Avery, Adolph Gottlieb ud Mark Rothko - verbrachten den Sommer immer auf Cape Ann. Im Herbst 2026 erzählt die Philipps Collection die Geschichte wechselseitiger Inspiration.
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23. Oktober 2026
Rembrandt van Rijn, Hl. Hieronymus lesend in einer italienischen Landschaft, Detail, um 1653, Kupferstich und Kaltnadel, auf Japanpapier, 25,9 x 21 cm (erworben von der J. Pierpont Morgan 1905, The Morgan Library & Museum (RvR 165)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 23. Oktober 2026

New York | The Morgan: Rembrandts Löwen. Kunst und Exil in den Niederlanden

2026/27 vereint The Morgan & Museum zum ersten Mal eine Sammlung von Zeichnungen, Radierungen und Gemälden, um die oft übersehene, aber prägende Präsenz von Migrant:innen, Einwander:innen, Exilant:innen und Flüchtlingen in Rembrandts Welt und Werk hervorzuheben.
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23. Oktober 2026
Oskar Kokoschka, Olda Palkovskà, Detail, 1937, Öl auf Leinwand, 90 × 67 cm (Fondation Oskar Kokoschka, Vevey, Inv.-Nr. 70) © Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien 2026
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 23. Oktober 2026

Salzburg | Museum der Moderne Altstadt (Rupertinum): Kokoschkas Hintergründe

Oskar Kokoschka gesataltete den Hintergrund seiner Gemälde zunehmend komplexer. Erstmals widmet das Museum der Moderne in Salzburg diesem Thema eine eigene Ausstellung (2026/2027).
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23. Oktober 2026
Natalja Gontscharowa, Badende, Detail, um 1910, Öl auf Leinwand, 94,5 x 114,5 cm (Museum Wiesbaden, erworben mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung, Verein zur Förderung der bildenden Kunst in Wiesbaden e.V. sowie der Landeshauptstadt Wiesbaden)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 23. Oktober 2026

Wiesbaden | Wiesbaden Museum: Die Blauen Reiterinnen

Erstmals zeigt das Museum Wiesbaden die Künstlerinnen des "Blauen Reiter"! Mit Gabriele Münter, Marianne von Werefkin, Erma Bossi, Maria Marc, Elisabeth Erdmann-Macke, Sonia Delaunay-Terk, Emmi Dresler, Elisabeth Epstein, Natalja Gontscharowa, Else Lasker-Schüler und die fast unbekannten Olga Meerson sowie Carla Pohle.
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23. Oktober 2026
Ramon Casas, La Sargantain, Kopf, 1907 (Círculo del Liceo, Barcelona)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 23. Oktober 2026

München | Kunsthalle: Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso

Die Kunsthalle München zeigt im Herbst/Winter 2026/2027 eine Gruppenausstellung der wichtigsten Künstler Barcelonas um 1900, mit Gaudí & dem jungen Picasso.
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22. Oktober 2026
Leonor Fini, Dans la tour [Im Turm (Selbstporträt mit Constantin Jelenski)], Detail, 1952, 91 x 64,3 cm (Palazzo Reale, Mailand)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 22. Oktober 2026

Frankfurt | Schirn: Leonor Fini

Im Winter 2026/2027 zeigt die Schirn Kunsthalle Frankfurt die erste große Ausstellung zu Leonor Fini in Deutschland. Rund 150 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und Objekte, geben einen umfassenden Einblick in das faszinierende Œuvre der Künstlerin.
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