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Potsdam | Museum Barberini: Einhorn Das Fabeltier in der Kunst | 2025/26

Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 24. Oktober 2025
Venezianischer Maler, Frau mit Einhorn, um 1510, 109 × 81 cm (Galleria dell’Accademia, Venedig)

Venezianischer Maler, Frau mit Einhorn, um 1510, 109 × 81 cm (Galleria dell’Accademia, Venedig)

Im Jahr 2025 widmet das Museum Barberini in Potsdam einem der faszinierendsten Fabelwesen der Kulturgeschichte eine umfassende Ausstellung: dem Einhorn. Als Symbol für Reinheit, Unschuld und Magie zieht das Einhorn seit Jahrhunderten Menschen in seinen Bann. Die Ausstellung "Einhorn – Fabelwesen in der Kunst" bringt Werke aus Mittelalter, Renaissance und der Gegenwart zusammen und zeigt, wie unterschiedlich das Motiv in der Kunst interpretiert wurde. Ein Muss für Kunstliebhaber:innen und Mythologie-Fans gleichermaßen.

Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst

Wie kein anderes Tier hat das Einhorn die Phantasie von Kunstschaffenden angeregt. Seit Jahrhunderten ist es in vielen Kulturen belegt. Seine Faszination hält bis heute an. Das mythische Tier ist ein vielschichtiges Zeichen, von dem eine assoziative Energie ausgeht. Die Spur des Einhorns zeigt sich in der christlichen und außereuropäischen Kunst, in Naturwissenschaft und Medizin und einer vielfältigen Symbolik. Die Beschäftigung mit der Ikonografie des Einhorns lädt ein zu Reflexionen über Fantasie, Weltwissen, Ambivalenzen und Projektionen.

 

Die Dame mit dem Einhorn - Meisterwerk der Renaissance

In Zusammenarbeit mit dem Musée de Cluny in Paris, dem Mittelaltermuseum, konzipiert das Museum Barberini eine Ausstellung zum Einhorn. Lässt dies vermuten dass einer - oder vielleicht auch alle sechs (?) - Wandteppiche der Serie „Die Dame mit dem Einhorn“ (1484–1538, Cl. 10831-10836) nach Potsdam kommen? Immerhin gehören diese Tapisserien zu den berühmtesten textilen Kunstwerken der Welt. In einer unbekannten Tapisseriewerkstatt ausgeführt, zeigen sie eine noble Dame auf einer Insel, umgeben von Tieren - allen voran dem mystischen Einhorn.

Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die Präsentation der berühmten Wandteppichserie "Die Dame mit dem Einhorn" aus dem Musée de Cluny in Paris. Diese sechs Tapisserien entstanden zwischen 1484 und 1538 und zählen zu den bedeutendsten Werken der frühen französischen Renaissance. Sie tragen die Titel "Tasten", "Schmecken", "Riechen", "Hören", "Sehen" und ein sechster, rätselhafter Teppich mit der Aufschrift „Mein einziger Wunsch“.

Alle sechs Teppiche zeigen eine vornehm gekleidete Dame inmitten eines reichen Tier- und Pflanzenensembles auf rotem Hintergrund, flankiert von einem Einhorn und einem Löwen. Die Dame trägt ein Wappen mit drei weißen Halbmonden, das der einflussreichen Familie Le Viste zugeschrieben wird. Ob Jean IV. oder Antoine Le Viste als Auftraggeber fungierten, ist weiterhin umstritten. Die Kartons für die Teppiche stammen vom Maler Jean d'Ypres, während der Herstellungsort vermutlich in den südlichen Niederlanden oder Paris lag.

Der symbolische Gehalt der Serie ist vielfältig interpretierbar: von der Darstellung der fünf Sinne bis zu einer Allegorie auf höfische Liebe oder einen spirituellen sechsten Sinn. Die meisterhafte Webtechnik, die eleganten Details der Kleidung und das harmonische Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur machen die Serie zu einem zeitlosen Meisterwerk. Die Ausstellung stellt diesen Zyklus in den Dialog mit modernen Einhornbildern und offenbart die vielschichtige Bedeutung des Fabeltiers im Lauf der Jahrhunderte.

Da die Ausstellung in Potsdam als kulturhistorischer Überblick konzipiert wird, darf man gespannt sein, welche anderen Werke mit Einhörnern (und Jungfrauen?) zu sehen sein werden.

Die Ausstellung „Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst“ wird mit dem Musée de Cluny, Paris, vorbereitet → Paris | Musée de Cluny: Das Einhorn
Quelle: Museum Barberini

Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst

Deutschland | Potsdam: Museum Barberini
25.10.2025 – 1.2.2026

Aktuelle Ausstellungen

24. Oktober 2026
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 24. Oktober 2026

Washington | The Philipps Collection: Avery, Gottlieb, Rothko: Am Meer

Drei Freunde - Milton Avery, Adolph Gottlieb ud Mark Rothko - verbrachten den Sommer immer auf Cape Ann. Im Herbst 2026 erzählt die Philipps Collection die Geschichte wechselseitiger Inspiration.
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23. Oktober 2026
Rembrandt van Rijn, Hl. Hieronymus lesend in einer italienischen Landschaft, Detail, um 1653, Kupferstich und Kaltnadel, auf Japanpapier, 25,9 x 21 cm (erworben von der J. Pierpont Morgan 1905, The Morgan Library & Museum (RvR 165)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 23. Oktober 2026

New York | The Morgan: Rembrandts Löwen. Kunst und Exil in den Niederlanden

2026/27 vereint The Morgan & Museum zum ersten Mal eine Sammlung von Zeichnungen, Radierungen und Gemälden, um die oft übersehene, aber prägende Präsenz von Migrant:innen, Einwander:innen, Exilant:innen und Flüchtlingen in Rembrandts Welt und Werk hervorzuheben.
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23. Oktober 2026
Oskar Kokoschka, Olda Palkovskà, Detail, 1937, Öl auf Leinwand, 90 × 67 cm (Fondation Oskar Kokoschka, Vevey, Inv.-Nr. 70) © Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien 2026
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 23. Oktober 2026

Salzburg | Museum der Moderne Altstadt (Rupertinum): Kokoschkas Hintergründe

Oskar Kokoschka gesataltete den Hintergrund seiner Gemälde zunehmend komplexer. Erstmals widmet das Museum der Moderne in Salzburg diesem Thema eine eigene Ausstellung (2026/2027).
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23. Oktober 2026
Natalja Gontscharowa, Badende, Detail, um 1910, Öl auf Leinwand, 94,5 x 114,5 cm (Museum Wiesbaden, erworben mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung, Verein zur Förderung der bildenden Kunst in Wiesbaden e.V. sowie der Landeshauptstadt Wiesbaden)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 23. Oktober 2026

Wiesbaden | Wiesbaden Museum: Die Blauen Reiterinnen

Erstmals zeigt das Museum Wiesbaden die Künstlerinnen des "Blauen Reiter"! Mit Gabriele Münter, Marianne von Werefkin, Erma Bossi, Maria Marc, Elisabeth Erdmann-Macke, Sonia Delaunay-Terk, Emmi Dresler, Elisabeth Epstein, Natalja Gontscharowa, Else Lasker-Schüler und die fast unbekannten Olga Meerson sowie Carla Pohle.
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23. Oktober 2026
Ramon Casas, La Sargantain, Kopf, 1907 (Círculo del Liceo, Barcelona)
Veröffentlicht von Alexandra Matzner von 23. Oktober 2026

München | Kunsthalle: Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso

Die Kunsthalle München zeigt im Herbst/Winter 2026/2027 eine Gruppenausstellung der wichtigsten Künstler Barcelonas um 1900, mit Gaudí & dem jungen Picasso.
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22. Oktober 2026
Leonor Fini, Dans la tour [Im Turm (Selbstporträt mit Constantin Jelenski)], Detail, 1952, 91 x 64,3 cm (Palazzo Reale, Mailand)
Veröffentlicht von ARTinWORDS.de Redaktion von 22. Oktober 2026

Frankfurt | Schirn: Leonor Fini

Im Winter 2026/2027 zeigt die Schirn Kunsthalle Frankfurt die erste große Ausstellung zu Leonor Fini in Deutschland. Rund 150 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und Objekte, geben einen umfassenden Einblick in das faszinierende Œuvre der Künstlerin.
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