0

Dresden | Residenzschloss: Porzellankabinett im Turmzimmer Rekonstruktion mit original Meissner Porzellan

Dresden, Residenzschloss, Turmzimmer, 1896

Dresden, Residenzschloss, Turmzimmer, 1896

Gut 200 Jahre war das Turmzimmer in der Festetage des Dresdner Residenzschlosses prominenter Schauraum für die kurfürstlich-königliche Porzellansammlung. Besonders stolz war August III. darauf, die besten Erzeugnisse seiner einzigartigen und vielbeneideten Meissener Manufaktur seinen Besucherinnen und Besuchern vorführen zu können. Als König von Polen und Großherzog von Litauen bedurfte es sowohl der repräsentativen Geste – wie auch der ökonomischen Notwendigkeit, das Luxusprodukt Porzellan den Höfen Europas schmackhaft zu machen.

Zudem präsentierte er im Porzellankabinett wieder kostbare Vasen aus China und Japan auf vergoldeten Konsolen vor rot lackierten Wänden. 80 Jahre nach seiner Zerstörung Endes des Zweiten Weltkriegs kehren Porzellane in das Residenzschloss zurück, die 75 Jahre im Depot der Porzellansammlung schlummerten. Zahlreiche leer bleibende Wandkonsolen erinnern an den Verlust eines Großteils der vor dem Krieg ausgelagerten Porzellane.

Meissener Porzellan im Dresdner Residenzschloss

Mit kleineren Veränderungen blieb das barocke Porzellankabinett bis zur Zerstörung des Schlosses 1945 bestehen und wurde zwischen 2013 und 2019 rekonstruiert. Zu den Prunkstücken der Meissener Manufaktur gehören die Elementvasen des Hofbildhauers und Modellmeisters Johann Joachim Kändler.

Der Dresdner Hofbildhauer, Modellmeister und spätere Leiter der plastischen Abteilung der Meissener Porzellanmanufaktur Johann Joachim Kändler erhielt 1741 den Auftrag für ein fünfteiliges Ensemble. Die drei Deckelvasen und zwei Kannen sollten als Kaminaufsatz dienen und stellen die vier Elemente dar, weshalb die Elementvasen genannt werden. Mit den Elementvasen entwarf er äußerst skulptural aufgefasste Objekte, die als diplomatische Gabe – unter anderem für Ludwig XV. von Frankreich – dienten. Kändler überformte die Vasen und Kannen mit grazilen Putti und Blumengirlanden, Delfinen, der Quadriga des Wassergottes Neptun (Wasser) und den blitzeschleudernden Jupiter (Feuer).

Residenzschloss, Porzellankabinett: Bilder

  • Dresden, Residenzschloss, Turmzimmer, 1896 © Reproduktion nach Römmler & Jonas, Das königliche Schloss zu Dresden, 1896, Tafel 20

Aktuelle Ausstellungen

10. August 2020
Filmstill aus "There goes our Neighbourhood" © Tom Wholohan

Wien | Architektur.Film.Sommer 2020 Gebaute Gerechtigkeit?

Mit „Gebaute Gerechtigkeit“ thematisiert das internationale Filmfestival Architektur.Film.Sommer des Az W 2020 an vier Kinoabenden Fragen zu Aneignung von öffentlichem Raum, zum Überwinden von Räumen und Grenzen, zum Zusammen Zuhause.
6. August 2020
Alter Leuchtturm (1887) in Sulina, Foto: Jürgen Haberhauer

Schallaburg: DONAU – Menschen, Schätze & Kulturen Vom Donaudelta in die Wachau

Auf der Schallaburg kann man 2020 die Donau von ihrer Mündung im Schwarzen Meer bis zum Ausstellungsort hinaufreisen: Menschen, Schätze & Kulturen – ergänzt durch politisch-militärische Splitter und die Donau als Lebensraum für Tiere— prägen den Fluss und dieser wiederum ihre Geschicke. Doch lassen wir die Donau selbst diese Geschichte erzählen.
1. Juli 2020
Larry Poons, Nixe's Mate, 1961, Acryl auf Leinwand, 178x 285 x 4 cm (Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung seit 1996, Photo: mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien © Bildrecht, Wien2020)

Wien | mumok: Misfitting Together. Serielle Formationen der Pop Art, Minimal Art und Conceptual Art Andy Warhols serielles Denken kontextualisiert

Pop Art, Minimal und Conceptual Art aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig unter dem Aspekt des Seriellen erweitert den Blick auf Andy Warhols Werk. Modulare und serielle Ideen nach Mel Bochner in deutscher und amerikanischer Kunst der 1960er und 1970er Jahre.
23. Juni 2020
Angelika Kauffmann, Selbstporträt der Künstlerin am Scheideweg zwischen Musik und Malerei, Detail, Rom 1794, Öl/Lw, 147,3 x 215,9 cm (Nostell Priory, West Yorshire © National Trust Images/John Hammond)

Düsseldorf | Museum Kunstpalast: Angelika Kauffmann Bedeutendste Künstlerin Europas um 1800

Angelika Kauffmann (1741–1807) vertritt exemplarisch den neuen Typus einer europaweit vernetzten und weltgewandten Künstlerin. Ihr breitgefächertes Œuvre repräsentiert wesentliche Aspekte des internationalen Klassizismus im Zeitalter der Aufklärung und Empfindsamkeit.
22. Juni 2020
Henri Cartier-Bresson, Simiane-la-Rotonde, 1969, Silbergelatineduck von 1973 (© Fondation Cartier-Bresson / Magnum Photos)

Venedig | Palazzo Grassi: Henri Cartier-Bresson Fünf Interpreten für die „Master Collection”

Fünf Kuratoren zeigen Henri Cartier-Bresson (1908–2004). Anfang der 1970er Jahre lud das Sammlerpaar Jean und Dominique de Menil Cartier-Bresson ein, seine bedeutendsten Bilder auszuwählen: Der Pariser Fotograf stellte selbst aus 385 Fotografien seine „Master Collection“ zusammen.
22. Juni 2020
Llyn Foulkes, Deliverance, 2007 (Pinault Collection © Llyn Foulkes)

Venedig | Punta della Dogana: Untitled, 2020

Die französische Kuratorin Caroline Bourgeois, der in L.A. lebende Künstler Thomas Houseago und seine Partnerin, die Kunsttherapeutin Muna El Fituri, kuratieren für die Punta della Dogana eine Ausstellung zur Gegenwartskunst.
Alexandra Matzner
Gründerin von ARTinWORDS * 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.