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Maria Lassnig: Zeichnungen und Aquarelle Retrospektive zu den intimen „Zwiegesprächen“ auf Papier

Maria Lassnig, Gesichtsschichtenlinien, 1996 (Albertina, Wien © 2016 Maria Lassnig Stiftung)

Maria Lassnig, Gesichtsschichtenlinien, 1996 (Albertina, Wien © 2016 Maria Lassnig Stiftung)

Maria Lassnig (1919–2014) gilt als herausragende Koloristin – auf Leinwand wie auf Papier. Die Albertina würdigt die österreichische Künstlerin mit einer Retrospektive ihrer Zeichnungen und Aquarelle, in denen sie sich bekannt schonungslos mit ihren Emotionen und Körperempfindungen auseinandersetzte.

„Die Zeichnung kommt der Idee am nächsten.“ (Maria Lassnig)

Maria Lassnig „Zwiegespräche“. Retrospektive der Zeichnungen und Aquarelle

Österreich / Wien: Albertina
5.5. – 27.8.2017

 

Maria Lassnig auf Papier

Feinlinig und leuchtend, ohne bunt zu sein, so könnte man die Zeichnungen und Aquarelle von Maria Lassnig kurz beschreiben. Schon während ihrer Schulzeit in Kärnten analysierte sie mit forschem Blick ihr Spiegelbild. Zeitlebens ließ sie diese Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich und dem eigenen Körper nicht mehr los (→ Maria Lassnig | Maria Lassnig: Biografie). Als „introspektive Erlebnisse“ bezeichnete Lassnig erste in den späten 1940er Jahren entstandene Körper-Gefühl-Beobachtungen. Als sie zwanzig Jahre später nach New York übersiedelte, erweiterte Lassnig ihr Spektrum um den Animationsfilm – ursprünglich um einen Nebenjob bei Walt Disney zu ergattern. Die ab 1970 entstandenen Filme thematisieren gleichzeitig persönliches Erleben, Geschlechterverhältnisse und weibliche Rollenbilder. Sehnsüchte, Erfahrungen und pointierte Untersuchungen bilden den Nährboden für ihren „amerikanischen Realismus“ in der Malerei. Wieder nach Europa zurückgekehrt, wandte sie sich erneut einer expressiven Farbigkeit zu ohne expressionistisch zu malen. Innere Bilder, Visionen, wenn man so will, verbinden sie mit den Expressionisten der ersten Stunde. Schmerz, Verletzlichkeit, Brutalität. Aggressivität sind auch jene Gefühlslagen, denen sich Lassnig bis zu ihrem Tod 2014 kompromisslos stellte.

„Man malt wie man ist.“ (Maria Lassnig)

Kuratorin: Antonia Hoerschelmann

 

 

Maria Lassnig. Aquarelle: Bilder

  • Maria Lassnig, Kopf, 1963 (Albertina, Wien © 2016 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig, Illustration eines Gedankens – „Les Antagonistes“, 1963 (Albertina - Dauerleihgabe der Österreichischen Nationalbank © 2016 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig, Der Blumenfreund, 1964 (Leihgabe der Artothek des Bundes © 2016 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig, Selbstportrait als Playboystuhl, 1969 (Albertina, Wien © 2017 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig, Selbstporträt als Kindersessel, 1971 (© 2016 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig, Ohne Titel (Schreiende), 1981 (Maria Lassnig Stiftung © 2017 Maria Lassnig Stiftung, Foto: Roland Krauss)
  • Maria Lassnig, Das Geschrei des Eichelhähers, 1982 (Albertina, Wien © 2016 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig. Ich schreibe Dir ins Jenseits, 1990 (Albertina, Wien © 2017 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig, Gesichtsschichtenlinien, 1996 (Albertina, Wien © 2016 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig, Das Erinnern - das ist Liebe, 1997 (Albertina, Wien © 2017 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig, Notwendiges Verständnis, 1998 (Albertina, Wien © 2017 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig, Die Illusion von meiner Tierfamilie, 1999 (Albertina, Wien © 2017 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig, Greifvogel, 2000 (© 2016 Maria Lassnig Stiftung)
  • Maria Lassnig, Juni 1983. Foto: © Kurt-Michael Westermann / Maria Lassnig Stiftung
  • Maria Lassnig, um 1993, Foto: © Kurt-Michael Westermann / Maria Lassnig Stiftung

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Alexandra Matzner
* 1974 in Linz, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Romanistik in Wien und Rom. Seit 1999 Kunstvermittlerin in Wien, seit 2004 Autorin für verschiedene Kunstzeitschriften. Jüngste Publiktionen entstanden für das Kunsthaus Zürich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Albertina und Belvedere in Wien.