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Maria Sibylla Merian: Biografie Lebenslauf der außergewöhnlichen Zeichnerin und Naturwissenschaftlerin aus Frankfurt

Maria Sibylla Merian, Buschrose mit Miniermotte, Larve und Puppe, Detail, 1679, Aquarell auf Pergament, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK

Maria Sibylla Merian, Buschrose mit Miniermotte, Larve und Puppe, Detail, 1679, Aquarell auf Pergament, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK

Maria Sibylla Merian (1674–1717) war Künstlerin und Naturforscherin in der Epoche der Aufklärung. Wie die Malerinnen Rachel Ruysch (1664–1750) und Maria van Oosterwijck (1630–1693) schuf sie Blumenstillleben, gleichzeitig widmete sie ihr ganzes Leben der Erforschung von Schmetterlingen und Käfern. Bereits als Kind interessierte sich die in Frankfurt geborene Maria Sibylla Merian für Insekten und deren Entwicklung. Von 1699 bis 1701 reiste Merian nach Surinam in Südamerika, was sie in ihrer Publikation über die Metamorphose der dort heimischen Insekten verarbeitete: „Metamorphosis insectorum Surinamensium“ erschien zwischen 1702 und 1705. Außerdem brachte die Naturforscherin Tierpräparate mit, die, den Interessen der Aufklärung folgend, einen traditionellen Bestandteil in naturwissenschaftlichen Sammlungen bildeten.

Weitere Beiträge zu Maria Sibylla Merian

  • 1647

    Am 2. April 1647 wurde Maria Sibylla Merian als Tochter des Verlegers und Künstlers Matthäus Merian d. Ä. und Johanna Sibylla Heim in Frankfurt am Main geboren.
  • 1650

    Tod des Vaters Matthäus Merian d. Ä. während einer Kur in Bad Schwalbach (19.6.).
  • 1651

    Maria Sibylla Merians Mutter heiratete den Maler Jacob Marrel (5.8.).
  • 1659

    Beginn Maria Sibylla Merians Ausbildung im Zeichnen, Malen und Kupferstechen.
  • 1660

    Maria Sibylla Merian studierte erstmals die Raupen des Seidenspinners.
  • 1665

    Hochzeit mit dem Maler Johann Andreas Graff, einen Schüler ihres Stiefvaters, Jacob Marrel.
  • 1668

    Geburt der ersten Tochter, Johanna Helena.
  • 1675

    Merians erste Blumendarstellungen erschienen als Stick- und Malvorlagen. Joachim van Sandrart erwähnte Maria Sibylla Merian und ihren Mann, Johann Andreas Graff, in seiner „Teutschen Academie der Edlen Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste“.
  • 1678 Geburt der zweiten Tochter, Dorothea Maria.
  • 1679

    Erster Teil des Raupenbuches „Der Raupen wunderbare Verwandelung und sonderbare Blumennahrung“ erschien.
  • 1680

    „Neue Blumenbuch“
  • 1681

    Tod von Maria Sibylla Merians Stiefvater Jacob Marell, sie zog mit ihren Töchtern zu ihrer Mutter nach Franfurt.
  • 1683

    Zweiter Teil des Raupenbuches „Der Raupen wunderbare Verwandelung und sonderbare Blumennahrung“ erschienen.
  • 1685

    Umzug von Maria Sibylla Merian mit ihrer Mutter und ihren Kindern auf Schloss Waltha nahe dem Dorf Wieuwerd in Westfriesland. Die Botanikerin und Künstlerin trat in die Gemeinde der Labadisten ein. Merian trennte sich von ihrem Ehemann.
  • 1691

    Maria Sibylla Merian verließ die Gemeinde der Labadisten und zog mit ihren Töchtern nach Amsterdam. Hier hatte sie Zugang zu den Naturalienkabinetten der Gelehrten.1699 reiste Maria Sibylla Merian gemeinsam mit ihrer Tochter Dorothea Maria nach Surinam in Südamerika.
  • 1701

    Maria Sibylla Merian kehrte nach Amsterdam zurück und brachte Tierpräparate, Aufzeichnungen und Skizzen mit.
  • 1705

    „Metamorphosis Insectorum Surinamensium“ in holländischer und lateinischer Sprache erschienen. Zudem wurde das Buch „D´Amboinsche Rariteikamer“ veröffentlicht, das die Sammlung von Georg Eberhard Rumphius beschrieb, die unter anderem Objekte aus Indonesien enthielt.
  • 1717

    Am 13. Jänner 1717 verstarb Maria Sibylla Merian in Amsterdam. Ihre Tochter Dorothea Maria veröffentlichte den dritten Teil des Raupenbuches.
Dr. Birgit Schmidt
Dr. Birgit Schmidt, freischaffende Kunsthistorikerin in Wien, Spezialistin für Alte Meister, Künstlerinnen und die Wiener Schule der Kunstgeschichte